Rauchen aufhören: Was wirklich hilft und was im Körper passiert
5. Oktober 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
Unterstützung erhöht die Chance auf einen Rauchstopp. Nach einem Versuch ohne Hilfe bleiben 3 bis 5 Prozent sechs bis zwölf Monate rauchfrei (Hughes u. a., 2004). Mit Nikotinersatz wie Pflaster oder Kaugummi gelingt der Rauchstopp 1,55-mal so oft wie ohne (Hartmann-Boyce u. a., 2018), mit Telefonberatung samt Rückrufen bei Anrufenden einer Hotline 1,38-mal so oft (Matkin u. a., 2019).
Diese Faktoren sind relative Effekte: Sie vergleichen Gruppen mit und ohne Hilfe und sind keine Erfolgsquote für den Einzelnen.
Entzugssymptome, also Beschwerden durch den Verzicht auf Tabak, erreichen in der ersten Woche ihren Höhepunkt und halten zwei bis vier Wochen an (Hughes, 2007).
Nach einem Jahr ohne Zigarette ist das Risiko für eine koronare Herzkrankheit, eine Erkrankung der Herzkranzgefäße, laut Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, 2025) im Durchschnitt halb so hoch wie bei einer rauchenden Person.
In diesem Artikel
Rauchen aufhören: Lohnt es sich auch nach Jahren noch?
Ja. Je mehr rauchfreie Jahre zusammenkommen, desto stärker gehen laut BIÖG (2025) das Krankheits- und damit das Sterberisiko zurück.
Der Hintergrund ist ernst: Das Rauchen ist laut BIÖG (2025) für etwa ein Fünftel aller Krebserkrankungen direkt verantwortlich. Diese Zahl soll keine Angst machen. Sie zeigt, worum es beim Rauchstopp geht.
Ein naheliegender Einwand lautet: Bringt das nach so langer Zeit überhaupt noch etwas? Die Zeitachse des BIÖG beginnt nicht nach Jahren, sondern nach 20 Minuten, wenn Puls und Blutdruck auf normale Werte sinken (BIÖG, 2025). Die späteren Stufen beschreiben Durchschnittswerte für Gruppen, keine Zusage für den Einzelnen.
Wer schon einmal aufgehört und wieder angefangen hat, bringt Erfahrung mit, keinen Makel. Das BIÖG fasst den Gedanken in einem Satz zusammen.
Belegte Fundstelle
„Dabei zählt jeder rauchfreie Tag.“
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, 2025)
rauchfrei-info.de, Vorteile Rauchstopp: Gesundheit, 2025
Warum ist Rauchen aufhören so schwer?
Weil der Verzicht auf Tabak Entzugssymptome auslöst und bei Menschen, die ohne Hilfe aufhören, in den ersten acht Tagen die meisten Rückfälle geschehen (Hughes u. a., 2004). Dazu kommen die Sorge ums Gewicht und eine Veranlagung, die Studien bei Menschen europäischer Herkunft beschreiben.
Entzug: Wie lange dauern die Symptome beim Rauchstopp?
Die gesicherten Entzugssymptome erreichen in der ersten Woche ihren Höhepunkt und halten zwei bis vier Wochen an (Hughes, 2007). Dazu zählt die Übersicht Ärger, Ängstlichkeit, gedrückte Stimmung, Konzentrationsprobleme, Ungeduld, Schlaflosigkeit und Unruhe.
Gedrückte Stimmung ist hier ein Symptom des Verzichts, keine Depression. Verstopfung, Husten, Schwindel, vermehrtes Träumen und Mundgeschwüre können ebenfalls Folgen des Verzichts sein; Müdigkeit und Benommenheit zählt die Übersicht dagegen nicht dazu (Hughes, 2007). Sie stammt von einem einzelnen Autor und beruht auf seiner Einschätzung.
Erste Woche: Wann ist ein Rückfall beim Rauchstopp am wahrscheinlichsten?
In den ersten acht Tagen: Dort geschehen bei Menschen, die ohne Behandlung aufhören, die meisten Rückfälle (Hughes u. a., 2004). Die Autoren folgern, dass sich Hilfe auf die erste Woche konzentrieren sollte.
Das ist dieselbe Woche, in der die Entzugssymptome ihren Höhepunkt erreichen (Hughes, 2007). Wer in dieser Zeit wankt, zeigt keine persönliche Schwäche, sondern steckt in der Phase, in der sich Rückfälle ballen.
Gewicht: Nimmt man nach dem Rauchstopp zu?
Im Mittel ja, um 4,67 Kilogramm nach zwölf Monaten, das meiste davon in den ersten drei Monaten (Aubin u. a., 2012). Grundlage ist eine Metaanalyse, also eine gemeinsame Auswertung von 62 Studien mit Menschen, die ohne Medikamente aufhörten (Aubin u. a., 2012).
Die Streuung ist groß: Rechnerisch nahmen 16 Prozent ab, 13 Prozent nahmen mehr als zehn Kilogramm zu (Aubin u. a., 2012). Mit Medikamenten zur Entwöhnung fiel die Zunahme ähnlich aus, ebenso bei Menschen, die sich besonders um ihr Gewicht sorgten (Aubin u. a., 2012). Wie sich ein Gewicht langfristig halten lässt, beschreibt der Beitrag Gesund abnehmen: So kann es funktionieren.
Veranlagung: Hängt das Rauchverhalten mit den Genen zusammen?
Es gibt Hinweise auf einen genetischen Einfluss auf Rauchverhalten und Nikotinabhängigkeit (Thorgeirsson u. a., 2008). Eine Studie aus Island fand dazu eine Genvariante, also eine Abweichung an einer bestimmten Stelle des Erbguts: rs1051730 im Gen CHRNA3 (Thorgeirsson u. a., 2008).
Bei Menschen europäischer Herkunft hing sie mit der Rauchmenge und der Nikotinabhängigkeit zusammen. Gemessen wurde das als Odds Ratio, ein Chancenverhältnis zwischen Gruppen: 1,17 gegenüber Menschen aus der Bevölkerung, 1,40 gegenüber Wenigrauchenden (Thorgeirsson u. a., 2008). Ob eine einzelne Person mit der Variante abhängig wird, sagt die Studie nicht.
Wie stark Abhängigkeit insgesamt vererbt wird, behandelt dort der Beitrag zur genetischen Veranlagung für Sucht; hier geht es um den Weg aus dem Rauchen.
Einen Veranlagungsbericht zu diesem Gen enthält der DNA-Test von mybody®x (MYBODY Lab GmbH), der mit einer Speichelprobe arbeitet; was ein solcher Test im Erbgut liest, erklärt der Beitrag Genotypisierung oder Sequenzierung: der Unterschied.
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NutriCare | INFINITY DNA-Test
Enthält einen Veranlagungsbericht „Nikotinsucht“ zum Gen CHRNA3 und 140 Genvariationen, also Abweichungen an bestimmten Stellen des Erbguts, ausgewertet in einem Fachlabor in Deutschland. Der Bericht beschreibt eine Veranlagung; ob jemand abhängig wird oder ein Rauchstopp gelingt, sagt er nicht voraus. Er ist kein diagnostisches Verfahren und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Laborauswertung 15–25 Werktage nach Probeneingang
Rauchen aufhören: Was hilft laut Studien wirklich?
Nikotinersatz und Beratung, auch am Telefon, erhöhen in Studien die Chance auf einen Rauchstopp. Die Belege stammen aus Cochrane-Übersichten, also systematischen Zusammenfassungen der Studien zu einer Frage, und aus der deutschen S3-Leitlinie (Stand 2021), einer Behandlungsempfehlung medizinischer Fachgesellschaften für Fachleute.
Als Vergleich dient das Aufhören ohne Hilfe: Von denen, die ohne Behandlung aufhören, bleiben nach einem Versuch 3 bis 5 Prozent sechs bis zwölf Monate rauchfrei (Hughes u. a., 2004). Die Zahl gilt für einen einzelnen Versuch.
Nikotinersatz: Wie stark erhöht er die Chance auf den Rauchstopp?
Mit Nikotinersatz gelang der Rauchstopp in 133 Studien mit 64.640 Teilnehmenden 1,55-mal so oft wie ohne (Hartmann-Boyce u. a., 2018). Nikotinersatz heißt: Das Nikotin kommt aus Pflaster, Kaugummi, Lutschtablette, Spray oder Inhaler statt aus der Zigarette.
Der Faktor ist ein relativer Effekt, also ein Vergleich zweier Gruppen: Die Chance steigt um 50 bis 60 Prozent, es hören aber nicht 50 bis 60 Prozent auf (Hartmann-Boyce u. a., 2018). Je nach Form lag er zwischen 1,49 beim Kaugummi und 2,02 beim Nasenspray (Hartmann-Boyce u. a., 2018). Nikotinersatz reizt häufig leicht die Stelle, an der er aufgenommen wird, und kann selten Brustschmerzen und Herzklopfen auslösen (Hartmann-Boyce u. a., 2018).
Die Leitlinie (Stand 2021) empfiehlt Fachleuten, Nikotinersatz anzubieten, und bei unzureichender Wirkung einer einzelnen Form eine Kombination aus Pflaster und einem schnell wirksamen Präparat.
Beratung: Hilft ein Gespräch beim Rauchen aufhören?
Ja: Die Leitlinie (Stand 2021) empfiehlt Fachleuten mit dem stärksten Empfehlungsgrad A, verhaltenstherapeutische Einzel- oder Gruppenbehandlung anzubieten, also strukturierte Gespräche über das eigene Rauchverhalten. Dasselbe gilt für eine qualitätsgesicherte Telefonberatung.
Für die Telefonberatung gibt es auch Zahlen. Proaktive Beratung heißt: Die Beratung ruft von sich aus zurück. Wer eine Hotline anrief und danach mehrfach zurückgerufen wurde, hörte 1,38-mal so oft auf wie mit Selbsthilfematerial oder einem einzelnen Kurzgespräch (Matkin u. a., 2019). Bei Rauchenden, die nicht selbst angerufen hatten, lag der Faktor bei 1,25 (Matkin u. a., 2019).
Schrittweise oder auf einen Schlag: Was klappt beim Rauchstopp besser?
Beides gleich gut: Schrittweises Reduzieren mit dem Ziel des Rauchstopps und Aufhören auf einen Schlag führten in 22 Studien gleich oft zum dauerhaften Rauchstopp (Lindson u. a., 2019). Das gilt für das Reduzieren als Weg zum Ausstieg, nicht für weniger Rauchen als Dauerzustand.
Medikamente: Wann kommen sie beim Rauchstopp infrage?
Bei Entzugssymptomen: Dann empfiehlt die Leitlinie (Stand 2021) Fachleuten, Medikamente vorzuschlagen. Wirkt Nikotinersatz nicht ausreichend, empfiehlt sie Fachleuten, nach ärztlicher Prüfung Vareniclin anzubieten, ein Medikament zur Tabakentwöhnung. Welches Mittel in deinem Fall passt, klärt die Hausarztpraxis.
E-Zigarette: Hilft sie beim Rauchen aufhören?
Die Befunde gehen auseinander. In einer Cochrane-Übersicht führten E-Zigaretten mit Nikotin mit hoher Vertrauenswürdigkeit häufiger zum Rauchstopp als Nikotinersatz, etwa vier zusätzliche Aufhörende je 100 (Lindson u. a., 2024).
Die längste Nachbeobachtung betrug zwei Jahre, und die häufigsten Beschwerden waren gereizter Hals und Mund, Kopfschmerz, Husten und Übelkeit (Lindson u. a., 2024). Die Leitlinie (Stand 2021) nennt die Befundlage uneinheitlich, mit Hinweisen auf ein Entwöhnungspotenzial und auf langfristige Risiken. Sie empfiehlt Fachleuten, E-Zigaretten nicht zur Reduktion des Zigarettenkonsums anzubieten.
Welcher Einstieg passt · nach Leitlinie (Stand 2021)
„Ich will aufhören, traue es mir allein aber nicht zu“
Zuerst niedrigschwellige Angebote: Kurz- oder Telefonberatung, dazu Programme im Internet oder auf dem Smartphone.
„Ich brauche mehr Begleitung“
Verhaltenstherapeutische Einzel- oder Gruppenbehandlung, wenn nötig zusammen mit Medikamenten.
„Ich habe Entzugssymptome“
Medikamente in der Hausarztpraxis besprechen; die Leitlinie (Stand 2021) empfiehlt Fachleuten, sie vorzuschlagen.
„Nikotinersatz reicht nicht“
Eine Kombination aus Pflaster und schnell wirksamem Präparat oder Vareniclin nach ärztlicher Prüfung.
Stufenfolge nach der S3-Leitlinie Rauchen und Tabakabhängigkeit (Stand 2021), dort formuliert als Empfehlung an Fachleute.
Was passiert im Körper, wenn du mit dem Rauchen aufhörst?
Die ersten Veränderungen beginnen nach 20 Minuten: Dann sinken Puls und Blutdruck laut BIÖG (2025) auf normale Werte. Andere brauchen Jahre, denn erst nach 15 Jahren ist das Risiko für eine koronare Herzkrankheit nicht mehr höher als bei lebenslang Nichtrauchenden (BIÖG, 2025).

Die Zeitachse beschreibt Durchschnittswerte für Gruppen und keine Zusage für den Einzelnen. Was sie zeigt, ist ein gesunkenes Risiko, kein Schutz.
Für die Abwehr nennt das BIÖG (2025) einen Zeitraum von einem bis neun Monaten: Dann verringert sich die Infektionsgefahr, und die Lunge wird allmählich gereinigt, indem Schleim abgebaut wird. Wie das Abwehrsystem insgesamt arbeitet, beschreibt der Beitrag Immunsystem stärken.
Beim Herzen geht es um die koronare Herzkrankheit: Ihr Risiko sinkt nach einem Jahr laut BIÖG (2025) auf die Hälfte des Risikos einer rauchenden Person. Wie sich die Ernährung auf das Cholesterin auswirkt, beschreibt der Beitrag Cholesterin senken mit Ernährung.
Nach dem Rauchstopp · Durchschnittswerte nach BIÖG (2025)
| Zeitpunkt | Veränderung | Quelle |
|---|---|---|
| Nach 20 Minuten | Puls und Blutdruck sinken auf normale Werte. | BIÖG (2025) |
| Nach 12 Stunden | Der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut sinkt, der Sauerstoff-Spiegel steigt auf normale Höhe; die Organe werden besser mit Sauerstoff versorgt. | BIÖG (2025) |
| Nach 2 Wochen bis 3 Monaten | Der Kreislauf stabilisiert sich, die Lungenfunktion verbessert sich. | BIÖG (2025) |
| Nach 1 bis 9 Monaten | Hustenanfälle und Kurzatmigkeit gehen zurück, ebenso verstopfte Nasennebenhöhlen. Die Lunge wird allmählich gereinigt, die Infektionsgefahr verringert sich. | BIÖG (2025) |
| Nach 1 Jahr | Das Risiko für eine koronare Herzkrankheit sinkt auf die Hälfte des Risikos einer rauchenden Person. | BIÖG (2025) |
| Nach 5 Jahren | Das Risiko für Krebs in Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre und Harnblase sinkt auf die Hälfte; beim Gebärmutterhalskrebs ist es nicht mehr höher als bei Nichtrauchenden. Das Schlaganfallrisiko kann schon nach zwei bis fünf Jahren auf das einer nichtrauchenden Person sinken. | BIÖG (2025) |
| Nach 10 Jahren | Das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, verringert sich etwa um die Hälfte; auch die Risiken für Krebs an Kehlkopf und Bauchspeicheldrüse gehen zurück. | BIÖG (2025) |
| Nach 15 Jahren | Das Risiko für eine koronare Herzkrankheit ist nicht mehr höher als bei einer lebenslang nichtrauchenden Person. | BIÖG (2025) |
Quelle: Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG, 2025). Durchschnittswerte für Gruppen, keine Zusage für den Einzelnen.
Bist du bereit, mit dem Rauchen aufzuhören?
Zwei Fragen helfen bei der Einordnung: Willst du aufhören? Und traust du es dir ohne Unterstützung zu? Nach diesen beiden Einschätzungen richtet die Leitlinie (Stand 2021) den Einstieg aus.
Zwei Fragen an dich selbst
Willst du aufhören? Ja heißt hier: Du hast dich selbst entschieden, nicht dein Umfeld für dich.
Traust du es dir ohne Unterstützung zu? Ein Nein ist kein Makel, sondern der Hinweis, mit welcher Hilfe du anfängst.
Für Menschen, die aufhören wollen, es sich allein aber nicht zutrauen, empfiehlt die Leitlinie (Stand 2021) Fachleuten zuerst niedrigschwellige Angebote. Die Entscheidungshilfe im Kapitel zu den belegten Wegen zeigt die weiteren Stufen.
Auch wer sich den Ausstieg allein zutraut, kann Unterstützung nutzen: Die Telefonberatung des BIÖG hilft schon bei der Vorbereitung und Planung des Rauchstopps (BIÖG, 2026). Wer Entzugssymptome erwartet oder aus einem früheren Versuch kennt, bespricht Medikamente am besten in der Hausarztpraxis.
Rauchen aufhören: Wie kommst du durch die ersten Wochen?
Mit einem Plan für die erste Woche, denn in den ersten acht Tagen geschehen bei Menschen ohne Hilfe die meisten Rückfälle (Hughes u. a., 2004). Die gesicherten Entzugssymptome halten zwei bis vier Wochen an (Hughes, 2007).
Für diese Zeit bietet die Telefonberatung zur Rauchentwöhnung des BIÖG bis zu fünf Rückrufe während der Ausstiegsphase (BIÖG, 2026). Das ist die proaktive Form, für die eine Cochrane-Übersicht mit mäßiger Vertrauenswürdigkeit eine höhere Aufhörquote fand (Matkin u. a., 2019). Erreichbar ist die Beratung unter der kostenfreien Servicenummer 0800 8 31 31 31 (BIÖG, 2026).
Zwei Annahmen zum Rauchstopp im Check
Verbreitet
„Langsam reduzieren ist der sanftere und bessere Weg.“
Belegt
Schrittweises Reduzieren mit dem Ziel des Rauchstopps und Aufhören auf einen Schlag führten gleich oft zum dauerhaften Rauchstopp (Lindson u. a., 2019). Der feste Stopptag ist der übliche Rat, aber nicht der einzige Weg.
Verbreitet
„Mit genug Willenskraft braucht man keine Hilfe.“
Belegt
Nach einem Versuch ohne Hilfe bleiben 3 bis 5 Prozent sechs bis zwölf Monate rauchfrei (Hughes u. a., 2004). Mit Nikotinersatz gelingt der Rauchstopp 1,55-mal so oft wie ohne (Hartmann-Boyce u. a., 2018).
Kommt es trotzdem zum Rückfall, hilft dieselbe Beratung weiter (BIÖG, 2026). Die Leitlinie (Stand 2021) nennt außerdem Nikotinersatz zur Rückfallprophylaxe, also zur Vorbeugung gegen Rückfälle, mit dem Empfehlungsgrad 0, einer unklaren Empfehlung im Sinne von „kann angeboten werden“.
Beim Gewicht hilft ein realistischer Blick: Im Mittel kamen nach drei Monaten 2,85 Kilogramm dazu, nach zwölf Monaten 4,67 Kilogramm, mit großer Streuung zwischen den Menschen (Aubin u. a., 2012). Wer das weiß, muss eine Zunahme in den ersten Monaten nicht als Scheitern deuten.
Kapitel auf einen Blick
In den ersten acht Tagen geschehen ohne Hilfe die meisten Rückfälle (Hughes u. a., 2004). Die Telefonberatung des BIÖG begleitet diese Phase mit bis zu fünf Rückrufen und hilft auch nach einem Rückfall (BIÖG, 2026). Nikotinersatz kann laut Leitlinie (Stand 2021) zur Rückfallprophylaxe angeboten werden.
Grenzen: Was sagen die Studien zum Rauchen aufhören nicht?
Sie beschreiben Gruppen, nicht dich. Die Zahlen in diesem Artikel sind relative Effekte oder Durchschnittswerte und keine Vorhersage für eine einzelne Person.
Die Faktoren zum Nikotinersatz stammen aus Studien mit Menschen, die aufhören wollten, und beschreiben eine relative Steigerung (Hartmann-Boyce u. a., 2018). Bei der Telefonberatung ist die Vertrauenswürdigkeit der Belege mäßig; 58,7 Prozent der Studien hatten ein hohes Verzerrungsrisiko, also die Gefahr, dass Aufbau oder Durchführung das Ergebnis verfälschen (Matkin u. a., 2019).
Zur E-Zigarette reicht die längste Nachbeobachtung zwei Jahre (Lindson u. a., 2024). Die S3-Leitlinie trägt den Stand 2021 und war laut Deckblatt bis Ende 2025 gültig (AWMF, 2021). Die Zeitachse des BIÖG ist eine Durchschnittsaussage auf einer Informationsseite für Laien, ohne Einzelbeleg für jede Stufe (BIÖG, 2025).
Die Anteile zur Gewichtsveränderung sind aus Mittelwerten berechnet, nicht gezählt (Aubin u. a., 2012). Die Genvariante rs1051730 ist bei Menschen europäischer Herkunft untersucht und als Odds Ratio auf Gruppenebene beschrieben (Thorgeirsson u. a., 2008).
Der NutriCare | INFINITY DNA-Test ist kein diagnostisches Verfahren und ersetzt keine ärztliche Beratung. Er beschreibt eine Veranlagung und sagt nicht voraus, ob ein Rauchstopp gelingt oder welche Methode wirkt.
Rauchen aufhören: Ist Hilfe ein Zeichen von Schwäche?
Nein. Die Belege sprechen dafür, Unterstützung früh einzuplanen, vor allem für die erste Woche. Welcher Weg passt, hängt von deiner Lage ab: allein, mit Beratung, mit Nikotinersatz oder mit ärztlicher Begleitung.
Wer es schon einmal versucht hat, kennt die schwierigen Tage und kann sie diesmal mit Hilfe vorbereiten.
Häufige Fragen
Wie hoch ist die Erfolgsquote, wenn man ohne Hilfe aufhört?
Nach einem Versuch ohne Behandlung bleiben 3 bis 5 Prozent sechs bis zwölf Monate rauchfrei (Hughes u. a., 2004). Die Zahl gilt für einen einzelnen Versuch. Sie stammt aus einer Übersicht über Studien mit Menschen, die auf eigene Faust aufhörten, und über Kontrollgruppen ohne Behandlung. Die Autoren raten, Hilfe auf die erste Woche zu konzentrieren, weil dort die meisten Rückfälle geschehen (Hughes u. a., 2004).
Was kostet die Telefonberatung zur Rauchentwöhnung?
Nichts: Die Telefonberatung zur Rauchentwöhnung des BIÖG läuft über die kostenfreie Servicenummer 0800 8 31 31 31 (BIÖG, 2026). Beraten wird Montag bis Donnerstag von 10 bis 22 Uhr und Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr (BIÖG, 2026). Bei Bedarf vermittelt die Beratung zu ambulanten Gruppenprogrammen und Beratungsstellen und schickt kostenloses Informationsmaterial.
Wirkt das Nikotinpflaster besser als der Kaugummi?
In der Cochrane-Übersicht lag der Faktor für das Pflaster bei 1,64 und für den Kaugummi bei 1,49, jeweils im Vergleich mit Gruppen ohne Nikotinersatz (Hartmann-Boyce u. a., 2018). Beide Formen erhöhen also die Chance auf einen Rauchstopp. Die Werte stammen aus Vergleichen mit Kontrollgruppen, nicht aus einem direkten Vergleich der beiden Formen; eine Rangfolge lässt sich daraus nicht ableiten. Die Leitlinie (Stand 2021) empfiehlt Fachleuten, bei unzureichender Wirkung einer Form das Pflaster mit einem schnell wirksamen Präparat zu kombinieren.
Wann sinkt das Herzrisiko nach dem Rauchstopp?
Laut BIÖG (2025) sinkt das Risiko für eine koronare Herzkrankheit nach einem Jahr ohne Zigarette auf die Hälfte des Risikos einer rauchenden Person. Nach 15 Jahren ist es laut BIÖG (2025) nicht mehr höher als bei lebenslang Nichtrauchenden. Schon nach 20 Minuten sinken Puls und Blutdruck auf normale Werte (BIÖG, 2025). Das sind Durchschnittswerte für Gruppen, keine Zusage für eine einzelne Person.
Liegt Nikotinsucht in den Genen?
Es gibt Hinweise auf einen genetischen Einfluss auf Rauchverhalten und Nikotinabhängigkeit (Thorgeirsson u. a., 2008). In einer Studie mit 10.995 Rauchenden aus Island hing die Variante rs1051730 im Gen CHRNA3 am stärksten mit der Rauchmenge zusammen (Thorgeirsson u. a., 2008). Das beschreibt Gruppen europäischer Herkunft und nicht, ob eine einzelne Person abhängig wird. Der NutriCare | INFINITY DNA-Test von mybody®x enthält einen Veranlagungsbericht zum Gen CHRNA3; er ist kein diagnostisches Verfahren.
Nächster Schritt
Was der DNA-Test zur Veranlagung beim Gen CHRNA3 beschreibt
Der NutriCare | INFINITY DNA-Test beschreibt im Bericht „Nikotinsucht“ deine Veranlagung zum Gen CHRNA3. Er sagt nicht voraus, ob dein Rauchstopp gelingt, und ersetzt keine Beratung.
Zum NutriCare | INFINITY DNA-Test Wie stark Abhängigkeit in den Genen liegt Hintergrund zur genetischen Veranlagung für SuchtWeiterlesen
Quellen
- Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG): Gesundheit – Vorteile Rauchstopp, rauchfrei-info.de (Stand 2025) – rauchfrei-info.de
- Hartmann-Boyce J. u. a.: Nicotine replacement therapy versus control for smoking cessation, Cochrane Database of Systematic Reviews (Stand 2018) – europepmc.org
- Lindson N. u. a.: Electronic cigarettes for smoking cessation, Cochrane Database of Systematic Reviews (Stand 2024) – europepmc.org
- AWMF: S3-Leitlinie Rauchen und Tabakabhängigkeit: Screening, Diagnostik und Behandlung, Kurzversion, Register-Nr. 076-006 (Stand 2021) – register.awmf.org
Die Zeitachse und die Einordnung zu Krebs stützen sich auf das BIÖG [1], die Angaben zum Nikotinersatz auf Hartmann-Boyce u. a. [2], die zur E-Zigarette auf Lindson u. a. [3] und die Empfehlungen an Fachleute auf die S3-Leitlinie [4]. Weitere Angaben stammen aus Hughes (2007) zum Entzug, Hughes u. a. (2004) zu Rückfällen, Matkin u. a. (2019) zur Telefonberatung, Lindson u. a. (2019) zum schrittweisen Aufhören, Aubin u. a. (2012) zum Gewicht und Thorgeirsson u. a. (2008) zur Genvariante; Erreichbarkeit und Angebot der Telefonberatung nennt das BIÖG auf seiner Beratungsseite (BIÖG, 2026). Die Produktangaben entsprechen dem Sortiment von mybody®x. Stand der Angaben: 05.10.2026.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Rauchentwöhnung Genetik
Dieser Beitrag stammt vom mybody®x Redaktions- & Fachteam. Er stützt sich vor allem auf Cochrane-Übersichten und die deutsche S3-Leitlinie (Stand 2021). Mehr über das Team auf der Autorenseite.
Veröffentlicht am 05.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 05.10.2026
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.
Die DNA-Analyse dient der Ernährungs- und Lebensstilberatung. Sie ist kein diagnostisches Verfahren, stellt keine Krankheitsvorhersage dar und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Genetische Varianten beschreiben Wahrscheinlichkeiten in Bevölkerungsgruppen, keine Festlegung für einzelne Personen.
Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.





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