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Zu viel Eiweiß: was es für Nieren und Verdauung bedeutet

21. Oktober 2026ca. 14 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Als „viel“ Eiweiß gilt in Studien eine Zufuhr ab 1,5 g je kg Körpergewicht oder ab 100 g am Tag (Devries u. a., 2018), ein Grenzwert ist das nicht. Bei gesunden Erwachsenen wurde damit keine schlechtere Nierenfunktion gemessen (Devries u. a., 2018). Wer eine eingeschränkte Nierenfunktion hat, bespricht eiweißreiche Kost vorher ärztlich (Ko u. a., 2020).

Als Bezugsgröße nennt die DGE (2017) für Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren 0,8 g Eiweiß je kg Körpergewicht am Tag.

Unverdautes Eiweiß wird vor allem im hinteren Dickdarm vergoren, und wie das mit der Darmgesundheit zusammenhängt, ist laut Windey u. a. (2012) nicht gründlich erforscht.

Ein erhöhter Harnstoffwert, ein Nierenwert aus dem Eiweißabbau, kann laut MedlinePlus (2024) von eiweißreicher Kost kommen, ebenso von zu wenig Flüssigkeit, und ist deshalb kein Maß für deine Eiweißmenge.

In diesem Artikel

Wie viel Eiweiß ist zu viel?

In der Forschung gilt eine Zufuhr ab 1,5 g Eiweiß je kg Körpergewicht oder ab 100 g am Tag als „viel“ (Devries u. a., 2018). Das ist eine Definition, mit der Studien arbeiten, kein Grenzwert.

Kernaussage

Der Referenzwert der DGE (2017) beschreibt die empfohlene Zufuhr für Gesunde, die Studiendefinition für „viel“ Eiweiß beginnt bei 1,5 g je kg Körpergewicht (Devries u. a., 2018).

Wer jeden Morgen Quark löffelt und nach dem Training einen Eiweißshake trinkt, stellt sich diese Frage irgendwann. Die Antwort hat zwei Teile: einen Maßstab dafür, was gesunde Menschen brauchen, und einen dafür, was Studien als eiweißreich bezeichnen. Beide sind nützlich, solange man sie nicht verwechselt. Eiweiß und Protein meinen dabei dasselbe.

Welcher Eiweißwert dient als Bezugsgröße?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt für Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren einen Referenzwert von 0,8 g Eiweiß je kg Körpergewicht am Tag (DGE, 2017). Ab 65 Jahren sind es 1,0 g je kg, und die DGE (2017) spricht dabei ausdrücklich von Schätzwerten. In Gramm entspricht das laut DGE (2017) 57 g am Tag für Männer und 48 g für Frauen von 19 bis unter 65 Jahren.

Dieser Referenzwert beschreibt die empfohlene Zufuhr für gesunde Menschen. Eine Vorgabe fürs Abnehmen ist er nicht. Wie du deinen eigenen Bedarf einordnest, steht im Beitrag zum Eiweißbedarf pro Tag. Hier geht es um die andere Seite, um das Zuviel und seine Folgen für Nieren und Darm. Speziell für Frauen gibt es einen eigenen Beitrag zum Eiweißbedarf von Frauen.

Ab wann spricht die Forschung von viel Eiweiß?

Eine klare Definition liefert eine Metaanalyse, also eine gemeinsame Auswertung von 28 Studien (Devries u. a., 2018). Als eiweißreich galt dort eine Kost ab 1,5 g je kg Körpergewicht oder ab 100 g Eiweiß am Tag (Devries u. a., 2018). Der Kasten unten zeigt alle Kriterien auf einen Blick.

Die Forschenden brauchten diese Schwelle, um Gruppen miteinander zu vergleichen. Die Vergleichsgruppen aßen normal viel oder weniger Eiweiß, mit mindestens 5 % weniger Energie aus Eiweiß als die eiweißreiche Gruppe (Devries u. a., 2018). Die Schwelle trennt also Studiengruppen voneinander. Ein Urteil über deinen Teller ist sie nicht.

Das Wichtigste in Zahlen und Fakten

0,8 g

Eiweiß je kg Körpergewicht am Tag als Referenzwert für Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren, ab 65 Jahren 1,0 g je kg als Schätzwert (DGE, 2017).

ab 1,5 g

Eiweiß je kg Körpergewicht am Tag galt in Studien als „viel“ (Devries u. a., 2018).

ab 20 %

der Energie aus Eiweiß war ein weiteres mögliches Kriterium (Devries u. a., 2018).

ab 100 g

Eiweiß am Tag reichte ebenfalls für die Einstufung als „viel“ (Devries u. a., 2018).

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2017; Devries u. a., 2018

Brauchen Sportler mehr Eiweiß?

Im Breitensport nicht: Erwachsene, die 4 bis 5 Mal je Woche 30 Minuten bei mittlerer Intensität aktiv sind, brauchen laut DGE (2017) keine erhöhte Eiweißzufuhr.

Der Gedanke liegt nahe, dass mehr Bewegung automatisch mehr Eiweiß verlangt. Die DGE zieht die Linie aber ausdrücklich beim Breitensport und beschreibt ihn genau: 4 bis 5 Mal pro Woche 30 Minuten körperliche Aktivität bei mittlerer Intensität (DGE, 2017). Wer sich in diesem Rahmen bewegt, braucht laut DGE (2017) keine höhere Zufuhr als andere Erwachsene.

Woher das Eiweiß kommt, darfst du dabei mischen. Pflanzliche und tierische Proteine unterscheiden sich zwar in der Zusammensetzung ihrer Aminosäuren, der Bausteine des Eiweißes, doch eine gezielte Kombination gleicht das laut DGE (2017) aus, etwa Getreide mit Hülsenfrüchten.

Anders liegt der Fall, wenn du gezielt Muskeln aufbauen willst. Diese Frage behandelt der Beitrag zu Protein und Muskelaufbau. Hier bleibt es beim Breitensport, und für ihn ist die Antwort der DGE (2017) eindeutig.

Schadet zu viel Eiweiß den Nieren?

Bei gesunden Erwachsenen wurde mit eiweißreicher Kost keine schlechtere Nierenfunktion gemessen, so das Ergebnis einer Auswertung von 28 Studien (Devries u. a., 2018). Bei eingeschränkter Nierenfunktion ist dagegen Vorsicht angebracht (Ko u. a., 2020).

Rohes Lachsfilet, Hüttenkäse, Mandeln und Spinat auf Schiefer

Die Sorge hat einen nachvollziehbaren Hintergrund. Beim Abbau von Eiweiß entsteht Harnstoff, ein Abfallprodukt, das mit dem Blut transportiert und über die Nieren mit dem Urin ausgeschieden wird (MedlinePlus, 2024). Daraus wird schnell die Annahme, viel Eiweiß schade den Nieren immer. Für gesunde Nieren hat die Auswertung von Devries u. a. (2018) das so nicht gefunden.

Was hat die Forschung zu viel Eiweiß und gesunden Nieren gemessen?

Devries und Kollegen werteten 28 Studien mit zusammen 1358 Teilnehmenden aus (Devries u. a., 2018). Aufgenommen wurden nur Studien mit Erwachsenen ohne Nierenkrankheit, die länger als 4 Tage dauerten (Devries u. a., 2018). Jede davon verglich eine eiweißreiche Kost mit normaler oder niedrigerer Eiweißzufuhr.

Gemessen wurde die GFR, die glomeruläre Filtrationsrate, ein Maß der Nierenfunktion. Am Ende der Studien lag sie nach eiweißreicher Kost höher (Devries u. a., 2018). Verglichen die Forschenden dagegen, wie sich die GFR im Lauf der Studien verändert hatte, machte die Eiweißmenge keinen Unterschied (Devries u. a., 2018). Auf diesen Vergleich der Veränderung stützt sich ihr Ergebnis.

Belegte Fundstelle

„Our analysis indicates that HP intakes do not adversely influence kidney function on GFR in healthy adults.“

Devries M. C. u. a.
The Journal of Nutrition, 2018

Sinngemäß nach Devries u. a. (2018): Eine eiweißreiche Kost, im Original mit „HP“ abgekürzt, beeinträchtigt bei gesunden Erwachsenen die Nierenfunktion nicht, gemessen an der GFR.

Die Aussage hat einen klaren Rahmen. Sie gilt für Erwachsene ohne Nierenkrankheit und für die GFR als Messgröße; Langzeitfolgen wie ein Nierenversagen hat die Auswertung nicht untersucht (Devries u. a., 2018). Weil schon Studien ab fünf Tagen Dauer mitzählten, sagt sie über Jahrzehnte nichts (Devries u. a., 2018). Welche Werte auf dem Befund die Nierenfunktion beschreiben, erklärt der Beitrag zu Nierenwerten im Blut.

Viel Eiweiß bei eingeschränkter Nierenfunktion: Was gilt?

Hier ist Vorsicht angebracht: Bei eingeschränkter Nierenfunktion kann sich die Nierenfunktion unter eiweißreicher Kost möglicherweise verschlechtern (Ko u. a., 2020). Eine solche Kost gehört dann vorher in das Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Die Grundlage ist eine Übersichtsarbeit, also eine Zusammenfassung vorhandener Forschung ohne eigene Studie (Ko u. a., 2020). Ihr Ausgangspunkt ist eine Beobachtung: Eiweißreiche Kost ist zum Abnehmen beliebt, ebenso bei Typ-2-Diabetes (Ko u. a., 2020).

Der Befund ist vorsichtig formuliert. Nach den vorliegenden Hinweisen kann sich die Nierenfunktion bei Menschen mit eingeschränkter Nierenfunktion möglicherweise verschlechtern, womöglich auch bei Menschen ohne Einschränkung (Ko u. a., 2020). Im Original stehen dafür die Wörter „may“ und „perhaps“, also ein Kann und ein Vielleicht.

Der zweite Halbsatz steht in Spannung zur Auswertung von Devries u. a. (2018), die bei Gesunden keine schlechtere GFR fand. Ko und Kollegen nennen selbst widersprüchliche Ergebnisse früherer Studien und halten Langzeitstudien mit großen Teilnehmerzahlen für nötig (Ko u. a., 2020). Zusammen ergeben Devries u. a. (2018) und Ko u. a. (2020) dieses Bild: bei gesunden Nieren kein gemessener Schaden, bei eingeschränkter Funktion Vorsicht.

Wann gehört eiweißreiche Kost in das Arztgespräch?

Wenn deine Nierenfunktion eingeschränkt ist oder dein Risiko für eine Nierenkrankheit hoch ist. Ko u. a. (2020) empfehlen, eiweißreiche Kost zum Abnehmen oder zur Einstellung des Blutzuckers in diesem Fall nur mit Vorsicht zu erwägen.

Für das Gespräch in der Praxis reichen zwei Fragen. Passt eine eiweißreiche Ernährung zu meinen aktuellen Nierenwerten? Und wann sollten die Werte erneut kontrolliert werden, wenn ich meine Ernährung umstelle? Damit liegt auf dem Tisch, was die Ärztin oder der Arzt zum Einordnen braucht: dein Plan und dein Befund.

Die Tabelle stellt beide Lagen nebeneinander, jeweils mit ihrer Quelle.

Viel Eiweiß und die Nieren im Vergleich

Frage Gesunde Nieren Eingeschränkte Nierenfunktion oder hohes Risiko
Was die Forschung zeigt Die GFR wurde unter eiweißreicher Kost nicht schlechter (Devries u. a., 2018). Eine schlechtere Nierenfunktion ist möglich (Ko u. a., 2020).
Art der Quelle Auswertung von 28 Studien mit 1358 Teilnehmenden (Devries u. a., 2018). Übersichtsarbeit ohne eigene Studie (Ko u. a., 2020).
Was das für dich heißt Kein Schaden an der GFR gemessen (Devries u. a., 2018). Eiweißreiche Kost vorher ärztlich besprechen (Ko u. a., 2020).

Zu viel Protein im Darm: Was passiert bei der Verdauung?

Unverdautes Eiweiß wird vor allem im hinteren Dickdarm vergoren, wenn dort kaum noch Kohlenhydrate ankommen (Windey u. a., 2012). Was das für die Darmgesundheit bedeutet, ist laut Windey u. a. (2012) nicht gründlich erforscht.

Fachleute nennen den Vorgang Eiweißfermentation: Eiweiß, das bis dahin unverdaut geblieben ist, wird im hinteren Teil des Dickdarms vergoren (Windey u. a., 2012). Ein Bild dafür ist das Ende eines Fließbands. Was an den vorderen Stationen nicht verarbeitet wurde, kommt hinten an, und dort setzt die Gärung ein, sobald die Kohlenhydrate knapp werden.

Bei dieser Gärung entstehen Stoffe, die möglicherweise schädlich sind, etwa Ammoniak und Schwefelverbindungen (Windey u. a., 2012). Das Wort „möglicherweise“ trägt hier Gewicht. Die Wirkung dieser Stoffe wurde vor allem in Laborversuchen untersucht (Windey u. a., 2012).

Die Autoren ziehen daraus selbst eine vorsichtige Linie: Der Zusammenhang zwischen Eiweißfermentation und Darmgesundheit ist nicht gründlich erforscht (Windey u. a., 2012). Ein Satz wie „viel Eiweiß schadet dem Darm“ lässt sich aus dieser Arbeit deshalb nicht ableiten. Das Gegenteil allerdings auch nicht.

Kapitel auf einen Blick

Unverdautes Eiweiß wird vor allem im hinteren Dickdarm vergoren, wenn dort kaum noch Kohlenhydrate ankommen (Windey u. a., 2012). Dabei entstehen möglicherweise schädliche Stoffe wie Ammoniak und Schwefelverbindungen (Windey u. a., 2012). Ihre Wirkung wurde vor allem im Labor untersucht (Windey u. a., 2012). Wie Eiweißfermentation und Darmgesundheit zusammenhängen, ist laut Windey u. a. (2012) nicht gründlich erforscht.

Welche Blutwerte zeigen, wie der Körper Eiweiß verarbeitet?

Harnstoff entsteht beim Abbau von Eiweiß und kann bei eiweißreicher Kost steigen (MedlinePlus, 2024). Er ist aber wie Kreatinin ein Nierenwert und kein Maß dafür, wie viel Eiweiß du isst.

Was sagt der Harnstoff über die Eiweißmenge?

Für sich genommen wenig. Harnstoff ist ein Abfallprodukt aus dem Eiweißabbau, das die Nieren mit dem Urin ausscheiden (MedlinePlus, 2024). Auf dem Laborbefund zählt er deshalb zu den Nierenwerten.

Ein höherer Harnstoffwert kann laut MedlinePlus (2024) unter anderem mit eiweißreicher Kost zusammenhängen, ebenso mit zu wenig Flüssigkeit im Körper. Ein niedrigerer Wert kann umgekehrt mit zu wenig Eiweiß in der Ernährung zu tun haben, aber auch mit einer Lebererkrankung (MedlinePlus, 2024).

Im Allgemeinen gilt ein hoher Harnstoffwert als Zeichen, dass die Nieren nicht gut arbeiten (MedlinePlus, 2024). Ein auffälliges Ergebnis bedeutet laut MedlinePlus (2024) aber nicht immer eine Erkrankung, die behandelt werden muss. Für die Frage nach dem Zuviel heißt das: Der Harnstoffwert mischt mehrere Einflüsse, und ob jemand zu viel Eiweiß isst, lässt sich aus ihm allein nicht ablesen.

Ist Kreatinin ein Eiweißwert?

Nein. Kreatinin ist ein normales Abfallprodukt, das entsteht, wenn du deine Muskeln benutzt und dabei ein Teil des Muskelgewebes abgebaut wird (MedlinePlus, 2023). Fleisch kann den Wert vorübergehend erhöhen (MedlinePlus, 2023).

Ein hoher Kreatininwert bedeutet laut MedlinePlus (2023) nicht immer ein Nierenproblem. Als mögliche andere Ursachen nennt MedlinePlus (2023) unter anderem:

  • zu wenig Flüssigkeit im Körper
  • Erkrankungen und Verletzungen der Muskeln
  • intensives Training
  • eine fleischreiche Ernährung

Ähnlich klingt Kreatin, gemeint ist aber etwas anderes. Ob Kreatin die Nierenwerte verändert, behandelt ein eigener Beitrag zu Kreatin und den Nierenwerten.

Was zeigt ein Aminosäuren-Test über Eiweiß, und was nicht?

Ein Aminosäuren-Test misst die Bausteine des Eiweißes im Blut, also den Zustand jetzt. Wie viel Eiweiß du isst, zeigt er nicht.

Aminosäuren sind die Bausteine, aus denen Eiweiß zusammengesetzt ist. Der PerformanceCheck | Aminosäuren-Test von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) misst aus Kapillarblut 22 Werte rund um Aminosäuren, darunter die neun essenziellen. Das Blut nimmst du per Fingerpieks zu Hause selbst ab, und zwar nüchtern. Aminosäurespiegel schwanken stark mit der letzten Mahlzeit; halte dich an die Nüchternvorgabe in der Anleitung, sonst misst du dein Frühstück.

Die Probe geht in der beiliegenden Rücksendetasche zurück, den Bericht bekommst du als PDF im Kundenportal. Ob du zu viel Eiweiß isst, lässt sich daraus nicht ablesen. Harnstoff und Kreatinin gehören nicht zu den gemessenen Werten.

Was der Aminosäuren-Test nicht kann: Er sagt dir nicht, wie viel Eiweiß du essen sollst, und er macht keinen Muskel größer. Ein auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch Krankheit. Der Befund dient als Orientierung und als Vorbereitung auf das Arztgespräch; eine ärztliche Abklärung ersetzt er nicht.

PerformanceCheck | Aminosäuren-Test von mybody®x

Aus dem mybody®x-Sortiment · Bluttest

PerformanceCheck | Aminosäuren-Test

Misst aus Kapillarblut 22 Werte rund um Aminosäuren, darunter die neun essenziellen. Die Probe entnimmst du nüchtern zu Hause selbst. Harnstoff und Kreatinin misst er nicht, und wie viel Eiweiß du isst, zeigt er auch nicht.

Preis 139,00 € Stand 20.10.2026, Änderungen möglich
Probenart Kapillarblut per Fingerpieks, nüchtern zu Hause selbst entnommen
Bearbeitungszeit Kit-Versand 1–3 Werktage
Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
Zum Aminosäuren-Test

Grenzen: Was ist über zu viel Eiweiß nicht sicher belegt?

Die Quellen benennen ihre Einschränkungen selbst. Wer sie kennt, kann die Ergebnisse richtig gewichten.

Beim Referenzwert ab 65 Jahren spricht die DGE (2017) von Schätzwerten, weil sich der Proteinbedarf älterer Erwachsener nicht mit wünschenswerter Genauigkeit bestimmen lässt.

Die Auswertung zu gesunden Nieren nennt als Hauptschwäche ein unklares Risiko einer Verzerrung bei der Auswahl (Devries u. a., 2018). Sie misst die GFR und schließt schon Studien ab fünf Tagen ein, eine Aussage über Langzeitfolgen trägt sie deshalb nicht (Devries u. a., 2018).

Die Arbeit zu eingeschränkter Nierenfunktion fasst vorhandene Forschung zusammen und bleibt bei „may“ und „perhaps“ (Ko u. a., 2020). Ein sicherer Befund ist das nicht, ein Grund zur Vorsicht schon.

Die Stoffe aus der Eiweißfermentation sind vor allem im Labor untersucht (Windey u. a., 2012). Ein erhöhter Harnstoffwert hat mehrere mögliche Ursachen (MedlinePlus, 2024), ein erhöhter Kreatininwert ebenso (MedlinePlus, 2023). Und der PerformanceCheck zeigt Aminosäuren im Blut zum Zeitpunkt der Probe, keine Eiweißmenge.

Zu viel Eiweiß: Was zählt am Ende für dich?

Die Schwelle aus den Studien (Devries u. a., 2018) ist kein Grenzwert, sie trennt Studiengruppen voneinander. Bei gesunden Erwachsenen wurde mit eiweißreicher Kost kein Schaden an der GFR gemessen (Devries u. a., 2018), bei eingeschränkter Nierenfunktion gehört eine solche Kost vorher in die Praxis (Ko u. a., 2020). Was im Darm mit unverdautem Eiweiß geschieht, ist beschrieben, seine Folgen für die Darmgesundheit sind laut Windey u. a. (2012) nicht gründlich erforscht. Harnstoff und Kreatinin sind Nierenwerte, aber kein Maß dafür, wie viel Eiweiß auf deinem Teller lag.

Häufige Fragen

Sind 100 g Eiweiß am Tag zu viel?

In Studien gelten 100 g Eiweiß am Tag bereits als „viel“ (Devries u. a., 2018). Ein Grenzwert ist das nicht, sondern eine Definition, mit der Forschende Gruppen vergleichen. In der Auswertung von 28 Studien mit gesunden Erwachsenen unterschied sich die Veränderung der GFR unter eiweißreicher Kost nicht von der unter normaler oder niedrigerer Zufuhr (Devries u. a., 2018). Bei eingeschränkter Nierenfunktion oder hohem Risiko für eine Nierenkrankheit raten Ko u. a. (2020) dagegen zur Vorsicht; dann gehört die Frage in die ärztliche Praxis.

Brauchen ältere Menschen mehr Eiweiß?

Die DGE (2017) nennt für Menschen ab 65 Jahren 1,0 g Eiweiß je kg Körpergewicht am Tag, für Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren 0,8 g je kg. Der Wert für Ältere ist ausdrücklich ein Schätzwert. Die DGE (2017) begründet das so: „der Proteinbedarf für ältere Erwachsene lässt sich nicht mit wünschenswerter Genauigkeit bestimmen, daher kann keine empfohlene Zufuhr abgeleitet werden.“ Der höhere Wert ist also eine vorsichtige Orientierung, keine exakt abgeleitete Empfehlung.

Ist pflanzliches Eiweiß genauso gut?

Nicht von vornherein, aber der Unterschied lässt sich ausgleichen. Pflanzliche und tierische Proteine unterscheiden sich laut DGE (2017) in der Zusammensetzung ihrer Aminosäuren. Die DGE (2017) schreibt dazu: „Durch die gezielte Kombination unterschiedlicher Lebensmittel wie z. B. Getreide mit Hülsenfrüchten kann dies jedoch ausgeglichen werden.“ Wer sich pflanzlich ernährt, kann den Unterschied laut DGE (2017) also über die Auswahl auf dem Teller ausgleichen.

Warum soll man vor dem Kreatinintest kein Fleisch essen?

Weil Fleisch den Kreatininwert vorübergehend erhöhen kann (MedlinePlus, 2023). Womöglich wirst du deshalb gebeten, 24 Stunden vor dem Test kein Fleisch zu essen (MedlinePlus, 2023). Kreatinin entsteht laut MedlinePlus (2023), wenn du deine Muskeln benutzt und dabei ein Teil des Muskelgewebes abgebaut wird. Ein hoher Wert bedeutet laut MedlinePlus (2023) nicht immer ein Nierenproblem. Halte dich an die Vorgabe deiner Praxis, dann lässt sich dein Wert besser einordnen.

Steigt der Harnstoff, wenn man viel Eiweiß isst?

Das kann sein: MedlinePlus (2024) nennt eiweißreiche Kost als einen möglichen Grund für einen höheren Harnstoffwert. Ein zweiter Grund aus derselben Aufzählung ist zu wenig Flüssigkeit im Körper (MedlinePlus, 2024). Harnstoff entsteht laut MedlinePlus (2024) beim Abbau von Eiweiß und wird über die Nieren ausgeschieden, deshalb steht er auf dem Befund bei den Nierenwerten. Ein auffälliger Wert bedeutet laut MedlinePlus (2024) nicht immer eine behandlungsbedürftige Erkrankung, und wie viel Eiweiß du isst, verrät er allein nicht.

Nächster Schritt

Aminosäuren im Blut nüchtern messen

Der PerformanceCheck misst 22 Werte rund um Aminosäuren aus einer nüchternen Kapillarblutprobe. Wie viel Eiweiß du essen solltest, beantwortet er nicht.

Zum Aminosäuren-Test Was Nierenwerte im Blut zeigen Harnstoff und Kreatinin auf dem Befund einordnen

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Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Protein (Stand 2017) – dge.de
  2. Devries M. C. u. a., The Journal of Nutrition (2018); Ko G. J. u. a., Journal of the American Society of Nephrology (2020) – europepmc.org (Devries) · europepmc.org (Ko)
  3. Windey K. u. a., Molecular Nutrition & Food Research (2012) – europepmc.org
  4. MedlinePlus (U.S. National Library of Medicine): BUN (Stand 2024) und Creatinine Test (Stand 2023) – medlineplus.gov (BUN) · medlineplus.gov (Kreatinin)

Die Referenzwerte und die Angaben zum Breitensport stützen sich auf [1]. Die Aussagen zu gesunden Nieren und zu eingeschränkter Nierenfunktion beruhen auf [2]. Die Eiweißfermentation im Dickdarm beschreibt [3]. Harnstoff und Kreatinin erklärt [4]. Die Angaben zum PerformanceCheck | Aminosäuren-Test entsprechen dem mybody®x-Sortiment. Stand der Angaben: 20.10.2026.

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Ernährung Nierenwerte

Diesen Beitrag hat das mybody®x Redaktions- & Fachteam erstellt und gegen die genannten Quellen geprüft. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 21.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 21.10.2026

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