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Aminosäuren: Wirkung und Aufgaben im Körper

7. Oktober 2026ca. 14 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Aminosäuren sind die Bausteine, aus denen der Körper eigene Eiweiße für Wachstum und die Reparatur von Gewebe baut (MedlinePlus, 2025). Außerdem sind sie Ausgangsstoffe für Hormone und andere stickstoffhaltige Stoffe, etwa Schilddrüsenhormone und Serotonin (Wu, 2009). Dabei kommt es auf ein ausgewogenes Verhältnis der Aminosäuren zueinander an (Wu, 2009).

Neun Aminosäuren kann der Körper nicht selbst bilden, sie müssen mit der Nahrung kommen (MedlinePlus, 2025).

Nicht jede Mahlzeit muss alle essenziellen Aminosäuren enthalten, es zählt die Mischung über den ganzen Tag (MedlinePlus, 2025).

Erwachsene, die 4 bis 5 Mal je Woche 30 Minuten mit mittlerer Intensität Sport treiben, brauchen laut DGE (2017) keine erhöhte Proteinzufuhr.

In diesem Artikel

Was sind Aminosäuren?

Aminosäuren sind Moleküle, die sich zu Eiweißen verbinden (MedlinePlus, 2025). MedlinePlus (2025) nennt Aminosäuren und Eiweiße gemeinsam die Bausteine des Lebens.

Das Wort begegnet dir in einem Ernährungsplan oder auf einem Laborbefund, und beide Male bleibt offen, was diese Stoffe im Körper eigentlich tun. Der Anfang ist schlicht: Eiweiß, in der Fachsprache Protein, besteht aus unterschiedlichen Aminosäuren (DGE, 2017). Wenn du Eier oder Linsen isst, zerlegt die Verdauung das enthaltene Eiweiß, und übrig bleiben Aminosäuren (MedlinePlus, 2025). Aus ihnen baut der Körper anschließend seine eigenen Eiweiße.

Aminosäuren und Eiweiß in Zahlen

9

essenzielle Aminosäuren, die mit der Nahrung kommen müssen (MedlinePlus, 2025)

0,8 g

Protein je kg Körpergewicht und Tag empfiehlt die DGE (2017) für Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren

1,0 g

Protein je kg Körpergewicht und Tag empfiehlt die DGE (2017) ab 65 Jahren

Quelle: MedlinePlus (U.S. National Library of Medicine), 2025 · Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Referenzwerte Protein, 2017

Die beiden Zahlen der DGE (2017) sind Referenzwerte, also Empfehlungen für die Zufuhr. Sie gelten für Eiweiß insgesamt, so wie es in Lebensmitteln steckt (DGE, 2017).

Ein Bild aus der Werkstatt macht den Ablauf greifbar. Das Eiweiß aus der Nahrung kommt an wie ein angeliefertes Werkstück, das zuerst in seine Einzelteile zerlegt wird. Aus diesen Teilen, den Aminosäuren, fertigt der Körper neue Werkstücke nach eigenem Plan (MedlinePlus, 2025).

Wofür der Körper diese eigenen Eiweiße einsetzt, fasst MedlinePlus (2025) in einer kurzen Liste zusammen:

  • zum Aufspalten der Nahrung
  • für das Wachstum
  • für die Reparatur von Körpergewebe
  • für viele andere Körperfunktionen (MedlinePlus, 2025)

Daneben können Aminosäuren dem Körper auch als Energiequelle dienen (MedlinePlus, 2025). In der Beschreibung von MedlinePlus (2025) steht diese Möglichkeit am Ende, nach der Rolle als Baustein.

Wer nach der Wirkung von Aminosäuren fragt, fragt deshalb eigentlich, wofür der Körper sie verwendet. Er verbaut sie zu eigenen Eiweißen oder nutzt sie als Ausgangsstoff für andere Stoffe (MedlinePlus, 2025; Wu, 2009). Beides setzt voraus, dass die passenden Bausteine überhaupt ankommen, und genau darum geht es bei der Frage, welche Aminosäuren der Körper selbst bilden kann.

Welche Aminosäuren sind essenziell und welche nicht?

Essenzielle Aminosäuren kann der Körper nicht selbst bilden, sie müssen mit der Nahrung kommen; MedlinePlus (2025) zählt neun davon. Entbehrliche Aminosäuren baut der Stoffwechsel selbst auf, wenn genug Stickstoff vorhanden ist (DGE, 2017).

Essenziell bedeutet hier unentbehrlich, und genau dieses Wort verwendet die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE, 2017) in ihren Referenzwerten für Protein. Die Gegenseite heißt dort entbehrlich: Diese Aminosäuren kann der Körper selbst herstellen (DGE, 2017).

Belegte Fundstelle

„Unentbehrliche Aminosäuren kann der Körper nicht selbst bilden, diese müssen über die Nahrung zugeführt werden.“

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, „Protein“, 2017

Welche neun das sind, zeigt die Tabelle unten (MedlinePlus, 2025). Tryptophan gehört dazu; auch eine Übersicht (Taleb, 2019) bezeichnet es als eine der neun essenziellen Aminosäuren, die mit der Nahrung zugeführt werden.

Der Einwand liegt nahe: Wenn der Körper die nicht-essenziellen Aminosäuren selbst bilden kann, sind sie dann weniger wichtig? Nein. Der Begriff sagt nur, dass der Stoffwechsel sie selbst aufbauen kann, sofern ausreichend Stickstoff vorhanden ist (DGE, 2017). Als Material für körpereigene Eiweiße dienen dem Körper Aminosäuren beider Gruppen (MedlinePlus, 2025).

Zwischen beiden Gruppen steht eine weitere: die bedingt essenziellen Aminosäuren. Sie sind normalerweise nicht essenziell, außer in Zeiten von Krankheit und Stress (MedlinePlus, 2025). Nur in solchen Phasen werden sie unentbehrlich.

Was mit einer Aminosäure im Stoffwechsel weiter geschieht, nachdem sie aus der Nahrung aufgenommen wurde, beschreibt der Beitrag Eiweißstoffwechsel einfach erklärt. Dieser Artikel bleibt bei der Frage, welche Aufgaben sie im Körper übernimmt.

Aminosäuren nach Gruppen

Gruppe Aminosäuren Quelle
Essenziell Histidin
Isoleucin
Leucin
Lysin
Methionin
Phenylalanin
Threonin
Tryptophan
Valin
MedlinePlus (2025)
Nicht-essenziell (Auswahl) Alanin
Arginin
Asparagin
Asparaginsäure
Cystein
Glutaminsäure
Glutamin
Glycin
Prolin
Serin
Tyrosin
MedlinePlus (2025)
Bedingt essenziell sonst entbehrlich, bei Krankheit und Stress unentbehrlich MedlinePlus (2025)

Die Liste der nicht-essenziellen Aminosäuren ist bei MedlinePlus (2025) als Auswahl formuliert, nicht als abschließende Aufzählung. Die Liste der essenziellen dagegen ist vollständig: Es sind genau diese neun (MedlinePlus, 2025).

Welche Wirkung haben Aminosäuren im Körper?

Aminosäuren wirken als Baumaterial und als Ausgangsstoff: Der Körper baut aus ihnen Eiweiße und bildet aus ihnen Hormone und andere stickstoffhaltige Stoffe (Wu, 2009). Einige steuern zusätzlich Stoffwechselwege (Wu, 2009).

Welche Hormone und Stoffe entstehen aus Aminosäuren?

Aminosäuren sind wichtige Ausgangsstoffe für Hormone und für kleinere stickstoffhaltige Stoffe, denen jeweils eine große biologische Bedeutung zukommt (Wu, 2009). Als Beispiele nennt die Übersicht von Wu (2009) Schilddrüsenhormone und Serotonin.

Man kann sich das wie das Lager einer Fabrik vorstellen. Ein Teil der angelieferten Rohstoffe geht in die Montage großer Eiweiße, ein anderer in die Weiterverarbeitung zu kleineren Stoffen mit eigener Aufgabe. Beide Linien greifen auf dieselben Aminosäuren zurück (Wu, 2009).

Welche Aminosäuren sind Vorstufen von Botenstoffen?

Im Gehirn dienen zwei Aminosäuren als Vorstufen von Botenstoffen, in der Fachsprache Neurotransmitter genannt (Fernstrom & Fernstrom, 2007):

  • Tryptophan ist die Vorstufe des Botenstoffs Serotonin.
  • Tyrosin ist die Vorstufe der Katecholamine. So heißt eine Gruppe von Botenstoffen, zu der diese gehören:
    • Dopamin
    • Noradrenalin
    • Adrenalin

Auch Histidin ist eine Vorstufe: Aus ihm entsteht Histamin, das in vielen Geweben des Körpers gebildet wird (Holeček, 2020). Wo Histidin in Lebensmitteln steckt, erklärt der Beitrag Histidin in Lebensmitteln und der Weg zum Histamin. Was Tryptophan ausmacht und wofür der Körper es braucht, steht im Beitrag L-Tryptophan: was die Aminosäure ist.

Fernstrom & Fernstrom (2007) beschreiben noch einen Zusammenhang. Wer mehr Eiweiß isst, ob in einer einzelnen Mahlzeit oder über mehrere Tage, hat danach mehr Tyrosin im Gehirn, und die Bildung von Katecholaminen wird angeregt (Fernstrom & Fernstrom, 2007). Welche Körperfunktionen diese Verbindung nutzen, ist bisher unbekannt (Fernstrom & Fernstrom, 2007).

Ein Grund, mehr Eiweiß zu essen, lässt sich daraus also nicht ableiten.

Steuern Aminosäuren auch Stoffwechselwege?

Ja, das beschreibt eine Übersicht für einen Teil der Aminosäuren (Wu, 2009). Neben ihrer Rolle als Bausteine von Eiweißen steuern einige Aminosäuren zentrale Stoffwechselwege, die der Körper für diese Aufgaben braucht (Wu, 2009):

  • Erhalt des Körpers
  • Wachstum
  • Fortpflanzung
  • Immunabwehr

Aus dieser Liste folgt nicht, dass mehr automatisch besser ist. Entscheidend für das Gleichgewicht des ganzen Körpers ist laut Wu (2009) ein ausgewogenes Verhältnis der Aminosäuren, in der Nahrung ebenso wie im Blutkreislauf.

Kapitel auf einen Blick

Aus Aminosäuren baut der Körper eigene Eiweiße (MedlinePlus, 2025). Sie sind außerdem Ausgangsstoffe für Hormone und andere stickstoffhaltige Stoffe, etwa Schilddrüsenhormone (Wu, 2009). Im Gehirn ist Tryptophan die Vorstufe von Serotonin und Tyrosin die Vorstufe der Katecholamine (Fernstrom & Fernstrom, 2007). Welche Körperfunktionen die Verbindung von Eiweißzufuhr und Tyrosin im Gehirn nutzen, ist bisher unbekannt (Fernstrom & Fernstrom, 2007).

Woher bekommt der Körper seine Aminosäuren?

Aus dem Eiweiß der Nahrung: Beim Verdauen entstehen daraus Aminosäuren (MedlinePlus, 2025). Gute Eiweißlieferanten gibt es auf tierischer und auf pflanzlicher Seite (DGE, 2017).

Lachs, Bohnen und Kichererbsen

Die DGE (2017) nennt als gute Proteinlieferanten diese Lebensmittel:

  • Fleisch und Fisch
  • Milchprodukte und Eier
  • Hülsenfrüchte wie Soja, Linsen und Erbsen
  • Getreideprodukte

Tierisches und pflanzliches Eiweiß sind nicht gleich aufgebaut. Sie unterscheiden sich in der Zusammensetzung der Aminosäuren und in deren Verfügbarkeit für den Körper (DGE, 2017). Durch die gezielte Kombination verschiedener Lebensmittel, zum Beispiel Getreide mit Hülsenfrüchten, lässt sich das laut DGE (2017) ausgleichen.

Für die Menge gelten die Referenzwerte der DGE (2017) vom Anfang dieses Artikels. Sie beziehen sich auf Normalgewicht und auf Protein insgesamt (DGE, 2017). Wie du daraus deine Tagesmenge in Gramm bestimmst, zeigt der Beitrag Eiweißbedarf pro Tag.

Welche Angaben zu Protein erlaubt das EU-Recht?

Für Lebensmittel gibt es eine Liste zugelassener gesundheitsbezogener Angaben, auf Englisch Health Claims, festgelegt in der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 vom 16. Mai 2012. Für Protein sind dort sinngemäß diese Angaben zugelassen (Verordnung (EU) Nr. 432/2012):

  • Protein trägt zu einer Zunahme der Muskelmasse bei.
  • Protein trägt zur Erhaltung der Muskelmasse bei.
  • Protein trägt zur Erhaltung normaler Knochen bei.

Verwendet werden dürfen diese Angaben nur für Lebensmittel, die mindestens eine Proteinquelle im Sinne der Verordnung (EG) Nr. 1924/2006 sind. Sie gelten für Protein als Ganzes, nicht für einzelne Aminosäuren (Verordnung (EU) Nr. 432/2012).

Welche Annahmen über Aminosäuren halten nicht?

Zwei verbreitete Annahmen halten den Quellen nicht stand (DGE, 2017; MedlinePlus, 2025). Weder braucht Breitensport automatisch mehr Eiweiß, noch muss jede Mahlzeit alle essenziellen Aminosäuren enthalten.

Brauchen Sportler mehr Aminosäuren aus Eiweiß?

Annahme: „Wer Sport treibt, braucht mehr Eiweiß.“

Einordnung: Erwachsene Breitensportler, die 4 bis 5 Mal je Woche 30 Minuten mit mittlerer Intensität aktiv sind, benötigen laut DGE (2017) keine erhöhte Proteinzufuhr. Die Aussage betrifft die Eiweißzufuhr über Lebensmittel und gilt für Breitensport in diesem Umfang (DGE, 2017).

Eng verwandt ist die Annahme, mehr Aminosäuren brächten mehr Leistung. Die Quellen stützen sie nicht. Welche Körperfunktionen die Verbindung von Eiweißzufuhr und Tyrosin im Gehirn nutzen, ist bisher unbekannt (Fernstrom & Fernstrom, 2007). Und Wu (2009) betont das ausgewogene Verhältnis der Aminosäuren, nicht eine möglichst große Menge.

Muss jede Mahlzeit alle essenziellen Aminosäuren enthalten?

Annahme: „Jede Mahlzeit muss alle essenziellen Aminosäuren enthalten.“

Einordnung: Essenzielle und nicht-essenzielle Aminosäuren musst du nicht bei jeder Mahlzeit essen; wichtig ist eine ausgewogene Mischung über den ganzen Tag (MedlinePlus, 2025). Das passt zum Hinweis der DGE (2017), dass sich die Unterschiede zwischen pflanzlichem und tierischem Eiweiß durch Kombinationen wie Getreide mit Hülsenfrüchten ausgleichen lassen.

Der Maßstab ist damit der ganze Tag, nicht der einzelne Teller (MedlinePlus, 2025).

Aminosäuren im Blut messen: Was ein Aminogramm zeigt

Ein Aminogramm ist eine Übersicht mehrerer Aminosäurewerte im Blut. Wie jeder Bluttest zeigt es den Zustand jetzt, also zum Zeitpunkt der Probe.

Wer das Wort auf einem Befund liest oder die eigenen Werte kennen will, steht vor einer Reihe einzelner Messgrößen. Was die einzelnen Werte bedeuten, erklärt der Beitrag Was die Werte im Aminogramm zeigen. Für die BCAA, die Abkürzung steht für verzweigtkettige Aminosäuren, gibt es einen eigenen Beitrag dazu, wie sich BCAA im Blut messen lassen.

Von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) gibt es dafür den PerformanceCheck, einen Aminosäuren-Test aus Kapillarblut, das du per Fingerpieks zu Hause selbst entnimmst. Ausgewertet wird in einem Fachlabor in Deutschland. Laut den Produktangaben (Stand 07.10.2026) misst der Test 22 Werte:

  • die neun essenziellen Aminosäuren aus der Tabelle oben (MedlinePlus, 2025)
  • zehn nicht-essenzielle Aminosäuren, darunter Tyrosin (Stand 07.10.2026)
  • drei weitere Werte (Stand 07.10.2026):
    • Taurin
    • Ornithin
    • Citrullin

Was der Test nicht misst: Histamin und Serotonin stehen nicht in der Werteliste. Er zeigt also nicht, wie viel davon dein Körper bildet. Cystein, das MedlinePlus (2025) zu den nicht-essenziellen Aminosäuren zählt, gehört ebenfalls nicht zu den gemessenen Werten.

Für die Messung selbst gibt es eine feste Regel. Aminosäurespiegel schwanken zudem stark mit der letzten Mahlzeit – halte dich an die Nüchternvorgabe in der Anleitung, sonst misst du dein Frühstück.

Was der Aminosäuren-Test nicht kann: Er sagt dir nicht, wie viel Eiweiß du essen sollst, und er macht keinen Muskel größer. Auch die Angaben zu Protein aus der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 gelten nicht für den Test. Ein auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch Krankheit. Das Ergebnis ist eine Vorbereitung auf das Arztgespräch und ersetzt keine ärztliche Abklärung.

PerformanceCheck Aminosäuren-Test von mybody®x

Aus dem mybody®x-Sortiment · Bluttest

PerformanceCheck | Aminosäuren-Test

Misst 22 Werte aus Kapillarblut, darunter alle neun essenziellen Aminosäuren. Aminosäurespiegel schwanken zudem stark mit der letzten Mahlzeit – halte dich an die Nüchternvorgabe in der Anleitung, sonst misst du dein Frühstück. Was der Aminosäuren-Test nicht kann: Er sagt dir nicht, wie viel Eiweiß du essen sollst, und er macht keinen Muskel größer.

Preis 139,00 € Stand 07.10.2026, Änderungen möglich
Probenart Kapillarblut per Fingerpieks, nüchtern zu Hause selbst entnommen
Bearbeitungszeit Kit-Versand 1–3 Werktage
Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
Zum Aminosäuren-Test

Grenzen: Was zur Wirkung von Aminosäuren offen ist

Die größte Lücke betrifft das Gehirn: Welche Körperfunktionen die Verbindung von Eiweißzufuhr und Tyrosin nutzen, ist bisher unbekannt (Fernstrom & Fernstrom, 2007). Daneben gibt es Grenzen, die in den Quellen selbst liegen.

Die Übersichten von Wu (2009) und von Fernstrom & Fernstrom (2007) fließen über ihre veröffentlichten Zusammenfassungen in diesen Artikel ein. Viele der zusammengefassten Befunde stammen aus der Tierernährung (Wu, 2009). Die Aussagen zu Stoffwechselwegen sind hier deshalb bewusst allgemein gehalten, die zur Immunabwehr eingeschlossen.

MedlinePlus (2025) ist ein US-amerikanisches Lexikon für Laien. Es liefert die Liste der neun essenziellen Aminosäuren und die Einteilung in Gruppen (MedlinePlus, 2025). Die Mengenangaben stammen dagegen von der DGE (2017), und ihr Referenzwert gilt für Protein insgesamt.

Die Angaben zu Protein aus der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 sind sinngemäß aus einer englischen Fassung wiedergegeben. Und der PerformanceCheck misst Werte im Blut; wie viel Eiweiß du essen solltest, sagt er nicht.

Was bedeutet die Wirkung der Aminosäuren für deinen Alltag?

Aminosäuren wirken als Material: Der Körper baut aus ihnen eigene Eiweiße und bildet aus ihnen Hormone und Botenstoffe (MedlinePlus, 2025; Wu, 2009). Für deinen Alltag zählt deshalb eine ausgewogene Mischung über den Tag, nicht die einzelne Mahlzeit (MedlinePlus, 2025). Wer die eigenen Werte sehen will, bekommt mit einem Aminogramm einen Ausgangspunkt für das Gespräch in der Praxis. Bausteine wirken dort, wo der Körper sie verbaut.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Protein und Aminosäure?

Eine Aminosäure ist ein einzelner Baustein, ein Protein ist das Eiweiß, das aus solchen Bausteinen besteht. Die DGE (2017) formuliert es so: Proteine bestehen aus unterschiedlichen Aminosäuren. MedlinePlus (2025) beschreibt dieselbe Beziehung von der anderen Seite: Aminosäuren sind Moleküle, die sich zu Proteinen verbinden, und beim Verdauen von Eiweiß entstehen wieder Aminosäuren. Die Referenzwerte der DGE (2017) von 0,8 g je kg Körpergewicht und Tag für Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren beziehen sich deshalb auf Protein insgesamt.

Was sind bedingt essenzielle Aminosäuren?

Bedingt essenzielle Aminosäuren sind normalerweise nicht essenziell, außer in Zeiten von Krankheit und Stress (MedlinePlus, 2025). Im Alltag gehören sie damit zu den Aminosäuren, die der Körper selbst bilden kann. In solchen Belastungsphasen werden sie dagegen unentbehrlich, ähnlich wie die neun essenziellen Aminosäuren, die immer mit der Nahrung kommen müssen (MedlinePlus, 2025). Die Einteilung beschreibt also keinen festen Zustand, sie hängt von der Lage ab, in der sich der Körper gerade befindet.

Können Aminosäuren Energie liefern?

Ja, Aminosäuren können dem Körper auch als Energiequelle dienen (MedlinePlus, 2025). In derselben Beschreibung steht diese Möglichkeit allerdings hinter der Rolle als Baustein: Aus den Aminosäuren, die beim Verdauen von Eiweiß entstehen, baut der Körper eigene Eiweiße, etwa für das Wachstum und die Reparatur von Gewebe (MedlinePlus, 2025). Die Energiegewinnung ist dort als zusätzliche Möglichkeit beschrieben (MedlinePlus, 2025).

Welche Lebensmittel liefern viel Eiweiß?

Gute Proteinlieferanten gibt es laut DGE (2017) auf tierischer und auf pflanzlicher Seite. Tierisch sind das Fleisch und Fisch, dazu Milchprodukte und Eier; pflanzlich nennt die DGE (2017) Hülsenfrüchte wie Soja und Linsen sowie Getreideprodukte. Pflanzliches und tierisches Eiweiß unterscheiden sich in der Zusammensetzung der Aminosäuren; durch die Kombination von Getreide mit Hülsenfrüchten lässt sich das laut DGE (2017) ausgleichen. Dabei zählt die Mischung über den ganzen Tag, nicht die einzelne Mahlzeit (MedlinePlus, 2025).

Wird aus Tryptophan Serotonin?

Ja, im Gehirn ist Tryptophan die Vorstufe des Botenstoffs Serotonin (Fernstrom & Fernstrom, 2007). Vorstufe heißt: Serotonin wird aus Tryptophan gebildet. Auch Wu (2009) nennt Serotonin unter den Stoffen, für die Aminosäuren Ausgangsstoffe sind. Tryptophan selbst ist eine der neun essenziellen Aminosäuren und muss mit der Nahrung kommen (MedlinePlus, 2025). Der PerformanceCheck misst Tryptophan, Serotonin dagegen nicht; wie viel Serotonin dein Körper bildet, zeigt er deshalb nicht.

Nächster Schritt

Deine Aminosäurewerte im Blut

Mit dem PerformanceCheck lässt du deine Aminosäurewerte aus Kapillarblut bestimmen, ausgewertet in einem Fachlabor in Deutschland. Das Ergebnis bereitet das Gespräch in der Praxis vor.

Zum Aminosäuren-Test Was die Werte im Aminogramm zeigen Das Panel Wert für Wert erklärt

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Quellen

  1. MedlinePlus (U.S. National Library of Medicine): Amino acids (Stand 2025) – medlineplus.gov
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Protein (Stand 2017) – dge.de
  3. Wu G.: Amino acids: metabolism, functions, and nutrition. Amino Acids (2009) – europepmc.org
  4. Fernstrom J. D., Fernstrom M. H.: Tyrosine, phenylalanine, and catecholamine synthesis and function in the brain. J Nutr (2007) – europepmc.org

Definition und Einteilung der Aminosäuren stützen sich auf [1], Referenzwerte und Proteinlieferanten auf [2]. Die Rolle als Ausgangsstoff und Stoffwechselregler stammt aus [3], die Vorstufen von Botenstoffen im Gehirn aus [4]. Zusätzlich zitiert sind Taleb (2019, Frontiers in Immunology) zu Tryptophan und Holeček (2020, Nutrients) zu Histidin als Vorstufe von Histamin. Die Angaben zu Protein folgen sinngemäß der Verordnung (EU) Nr. 432/2012 vom 16. Mai 2012. Die Produktangaben stammen von mybody®x. Stand der Angaben: 07.10.2026.

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Aminosäuren Eiweiß

Das mybody®x Redaktions- & Fachteam schreibt über Laborwerte und Ernährung und stützt sich dabei auf die im Quellenkapitel genannten Fachquellen. Mehr über das Team auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 07.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 07.10.2026

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