Vitamin K2: Nebenwirkungen und warum es keine Obergrenze gibt
28. September 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
Vitamin K2 in der Form MK-7 (Menachinon-7) ist als Nahrungsergänzung mit keinem ernsten Gesundheitsrisiko verbunden (US Pharmacopeia; Marles u. a., Nutrition Reviews, 2017). Eine tolerierbare Obergrenze, also eine amtlich abgeleitete Tagesmenge ohne erwartbares Risiko, gibt es nicht, weil die Daten dafür nicht ausreichen (BfR, 2021). „Zu viel“ heißt bei K2 vor allem: Es kann Gerinnungshemmer stören (BfR, 2021).
In einer gemeinsamen Auswertung von 14 Studien mit 1.533 Teilnehmenden unterschieden sich gesundheitliche Zwischenfälle unter Vitamin K nicht belastbar von denen in den Vergleichsgruppen (Li u. a., Frontiers in Nutrition, 2023).
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) schlägt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 25 µg Vitamin K2 je Tagesverzehrempfehlung vor, also je Tagesmenge laut Packung – ein Vorschlag, kein geltendes Recht (BfR, 2021).
Wer gerinnungshemmende Medikamente nimmt, sollte laut BfR vor Vitamin-K-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln ärztlichen Rat einholen (BfR, 2021).
In diesem Artikel
Hat Vitamin K2 Nebenwirkungen? Was Studien zeigen
Die US Pharmacopeia sieht bei MK-7 als Nahrungsergänzung kein ernstes Gesundheitsrisiko (US Pharmacopeia; Marles u. a., Nutrition Reviews, 2017). In 14 Studien mit 1.533 Teilnehmenden kamen unerwünschte Ereignisse, also gesundheitliche Zwischenfälle während einer Studie, unter Vitamin K nicht vermehrt vor (Li u. a., Frontiers in Nutrition, 2023).
Hinter der Abkürzung MK-7 steht Menachinon-7, eine Form von Vitamin K2. Menachinone heißen die K2-Formen, Phyllochinon ist der Fachname für Vitamin K1 (EFSA, 2017). Wie sich die beiden grundsätzlich unterscheiden, erklärt der Beitrag Was ist Vitamin K? K1 und K2 im Überblick. Hier geht es darum, was die Studien zur Verträglichkeit von K2 hergeben.
Eine Sicherheitsbewertung von MK-7 hat die US Pharmacopeia vorgelegt, das Gremium hinter dem US-amerikanischen Arzneibuch. Ihr Ergebnis: MK-7, als Nahrungsergänzung eingenommen, ist nach den ausgewerteten Daten weder mit einem ernsten Gesundheitsrisiko verbunden noch mit anderen Bedenken für die öffentliche Gesundheit (US Pharmacopeia; Marles u. a., Nutrition Reviews, 2017). Diese Einschätzung gilt nicht für Menschen, die bestimmte Gerinnungshemmer nehmen – dazu gleich mehr.
Die zweite Quelle ist eine Meta-Analyse, also eine Auswertung, die die Ergebnisse mehrerer Studien zusammenführt. Li u. a. haben 14 randomisierte Studien mit zusammen 1.533 Teilnehmenden ausgewertet (Li u. a., Frontiers in Nutrition, 2023). Randomisiert heißt: Das Los entscheidet, wer Vitamin K bekommt und wer in die Vergleichsgruppe kommt. Bei den unerwünschten Ereignissen fanden die Autoren keinen signifikanten, also keinen statistisch belastbaren Unterschied zwischen den Gruppen.
Zur Einordnung gehört, was diese Studien untersucht haben. Es ging um Vitamin K bei Gefäßverkalkung, und zwar vor allem in Patientengruppen wie Menschen mit Nierenerkrankungen (Li u. a., Frontiers in Nutrition, 2023). Gemessen wurden Ersatzmesswerte, also Befunde wie der Kalkwert der Herzkranzgefäße statt Krankheitsverläufen. Ob Vitamin K die Verkalkung bremst, müssen nach den Autoren erst strenger angelegte Studien zeigen.
Die dritte Quelle betrifft das Blut gesunder Menschen. In einer Studie mit 42 Gesunden zwischen 18 und 45 Jahren erhielten die Teilnehmenden täglich MK-7 in unterschiedlicher Menge oder ein Placebo, also ein Scheinpräparat ohne Wirkstoff (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012). Nachteilige Effekte auf die Thrombinbildung fanden die Forschenden nicht. Thrombin ist ein Enzym der Blutgerinnung; wie viel davon im Labor entsteht, gilt als Maß dafür, wie bereit das Blut zum Gerinnen ist.
Die Aussagekraft hat Grenzen: Je Gruppe waren es sechs Personen, und gemessen wurde ein Laborwert, keine Thrombose (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012). Der Befund trägt also den Satz, dass MK-7 die Gerinnungsbereitschaft gesunden Blutes im Labor nicht erhöhte. Mehr nicht.
Die Belege in Zahlen
14 Studien
randomisiert, mit 1.533 Teilnehmenden, gemeinsam ausgewertet; unerwünschte Ereignisse ohne signifikanten Unterschied (Li u. a., Frontiers in Nutrition, 2023)
42 Gesunde
zwischen 18 und 45 Jahren; die Thrombinbildung zeigte unter MK-7 keine nachteiligen Effekte (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012)
25 µg
Vitamin K2 je Tagesverzehrempfehlung eines Nahrungsergänzungsmittels als Höchstmengenvorschlag, also als vorgeschlagene Grenze für den Gehalt eines Produkts, kein geltendes Recht (BfR, 2021)
Quelle: Li u. a., Frontiers in Nutrition, 2023 · Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012 · BfR, 2021
Gelten die Befunde zu Vitamin K2 für jeden?
Nein. Für Menschen, die Vitamin-K-Antagonisten nehmen, gilt etwas anderes. Das sind Gerinnungshemmer, die der Wirkung von Vitamin K entgegenarbeiten, etwa mit den Wirkstoffen Phenprocoumon oder Warfarin. In einer Studie mit Gesunden, die dafür einen solchen Wirkstoff erhielten, veränderten schon kleine MK-7-Mengen bei einzelnen Teilnehmenden, wie stark das Medikament wirkte (Theuwissen u. a., Journal of Thrombosis and Haemostasis, 2013). Was daraus folgt, steht im Kapitel zu Gerinnungshemmern.
Warum gibt es für Vitamin K2 keine Obergrenze?
Weil die Daten nicht ausreichten: Für Vitamin K wurde keine tolerierbare Obergrenze abgeleitet, und das gilt damit auch für K2 (BfR, 2021).
Eine tolerierbare Obergrenze, international Tolerable Upper Intake Level oder kurz UL, ist die höchste tägliche Gesamtzufuhr eines Nährstoffs, bei der eine Fachbehörde noch keine gesundheitlichen Schäden erwartet. Für Vitamin K gibt es keinen solchen Wert. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt den Grund in einem einzigen Satz (BfR, 2021).
Belegte Fundstelle
„Ein Tolerable Upper Intake Level wurde von der Vorgängerinstitution der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), dem Wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss der EU-Kommission (Scientific Committee on Food; SCF), auf Grund unzureichender Daten nicht abgeleitet.“
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Höchstmengenvorschläge für Vitamin K in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln (BfR, 2021)
Das Fehlen einer Obergrenze heißt nicht, dass Vitamin K in jeder Menge harmlos ist. Es heißt, dass die Daten nicht ausreichten, um eine Grenze zu ziehen. Zur Giftigkeit hält das BfR fest: „Die verfügbaren Studien sprechen für eine geringe akute und chronische Toxizität von oral verabreichtem Vitamin K.“ (BfR, 2021) Toxizität meint Giftigkeit; akut bezieht sich auf eine einmalige Aufnahme, chronisch auf eine Einnahme über lange Zeit.
Warum hat die EFSA für Vitamin K2 keinen Referenzwert?
Weil das Wissen über K2 dafür nach Ansicht ihres Fachgremiums nicht reicht: Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) setzt einen Referenzwert nur für Vitamin K1 (EFSA, 2017). Die Daten zu den Menachinonen, also den K2-Formen, hält das Gremium für unzureichend.
Der Wert für K1 ist ein Schätzwert, auf Englisch Adequate Intake: eine Tagesmenge, die nach Einschätzung der Behörde für eine angemessene Versorgung genügt. Er liegt bei 1 µg je Kilogramm Körpergewicht und Tag, für Erwachsene bei 70 µg täglich (EFSA, 2017). Für K2 gibt es damit weder einen eigenen Tagesbedarf noch eine Obergrenze (EFSA, 2017; BfR, 2021). Beide Lücken haben denselben Grund, eine unzureichende Datenlage.
Was heißt Überdosierung bei Vitamin K2?
Überdosierung heißt bei Vitamin K2 vor allem, dass es die Wirkung von Gerinnungshemmern abschwächen kann (BfR, 2021). Die Höchstmengenvorschläge des BfR leiten sich aus dieser Wechselwirkung ab, nicht aus einer Giftigkeit.

Damit verschiebt sich die Frage nach dem „zu viel“. Sie lautet bei K2 nicht, ab welcher Menge der Körper Schaden nimmt, sondern ob ein Medikament im Spiel ist, dessen Wirkung Vitamin K abschwächen kann. Für Menschen ohne solche Medikamente beschreiben die Quellen aus dem ersten Kapitel kein ernstes Gesundheitsrisiko (US Pharmacopeia; Marles u. a., Nutrition Reviews, 2017).
Wie stark K2 im Vergleich zu K1 wirkt, beziffert das BfR mit Daten zu Acenocoumarol, einem Wirkstoff aus der Gruppe der Vitamin-K-Antagonisten: „Die Wirkstärke von Vitamin K2 bei der Abschwächung des therapeutischen Effektes von Acenocoumarol war damit ca. 3,5-mal so hoch wie die Wirkstärke von Vitamin K1.“ (BfR, 2021) Entsprechend liegt der Höchstmengenvorschlag für K2 niedriger als der für K1.
Reichert sich Vitamin K2 im Blut an?
In der Form MK-7 ja, bei längerer Einnahme sieben- bis achtfach (Schurgers u. a., Blood, 2007). Die Forschenden verglichen K1 mit MK-7 und beschreiben für MK-7 eine sehr lange Halbwertszeit, also eine lange Zeit, bis die Hälfte des Stoffs aus dem Blut verschwunden ist. Die Folge sind deutlich stabilere Blutspiegel.
Bei Gesunden fand die Studie von Theuwissen u. a. unter täglichem MK-7 keine nachteiligen Effekte auf die Thrombinbildung (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012). Für Menschen unter Vitamin-K-Antagonisten gehört die lange Verweildauer von MK-7 dagegen in das Gespräch mit der Praxis.
Welche Höchstmenge schlägt das BfR für Vitamin K2 vor?
Das BfR schlägt für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 25 µg Vitamin K2 und 80 µg Vitamin K1 je Tagesverzehrempfehlung eines Produkts vor (BfR, 2021). Das ist der Vorschlag einer Fachbehörde, kein geltendes Recht.
Ein Höchstmengenvorschlag nennt, wie viel eines Nährstoffs ein einzelnes Produkt nach Ansicht der Behörde höchstens enthalten sollte, bezogen auf die Tagesverzehrempfehlung. Das ist die Tagesmenge, die der Hersteller auf der Packung angibt. Der Vorschlag betrifft also den Gehalt eines Produkts, nicht alles, was du über den Tag an Vitamin K aufnimmst (BfR, 2021). Eine Einnahmeempfehlung ist er ebenso wenig.
Hergeleitet hat das BfR die Werte aus der Wechselwirkung mit Gerinnungshemmern, nicht aus einer Giftigkeit (BfR, 2021). Ausgangspunkt ist die Tagesmenge, ab der sich der INR-Wert messbar senkt: 150 µg Vitamin K1 oder 45 µg Vitamin K2 (BfR, 2021). Der INR, die International Normalized Ratio, ist ein standardisierter Laborwert für die Gerinnungszeit des Blutes. Sinkt er unter einem Gerinnungshemmer, gerinnt das Blut schneller: Das Medikament wirkt schwächer. Auf diese Schwelle rechnet das BfR einen Unsicherheitsfaktor von ca. 2 an, einen Sicherheitsabstand für das, was die Daten nicht genau erfassen (BfR, 2021).
Höchstmengen und Referenzwert · Quelle: BfR, 2021; EFSA, 2017
| Merkmal | Vitamin K1 | Vitamin K2 |
|---|---|---|
| Höchstmengenvorschlag je Tagesverzehrempfehlung (BfR, 2021) | 80 µg (BfR, 2021) | 25 µg (BfR, 2021) |
| Schwelle für messbare INR-Senkung (BfR, 2021) | 150 µg täglich (BfR, 2021) | 45 µg täglich (BfR, 2021) |
| Referenzwert der EFSA, Schätzwert für Erwachsene (EFSA, 2017) | 70 µg täglich (EFSA, 2017) | kein Wert, Datenlage unzureichend (EFSA, 2017) |
Für sonstige Lebensmittel, denen Vitamine zugesetzt werden, lautet der Vorschlag: kein Zusatz von Vitamin K (BfR, 2021). Bei der Aktualisierung seiner Höchstmengenvorschläge im Jahr 2024 hat das BfR die Werte für andere Nährstoffe angepasst, die für Vitamin K nicht (BfR, 2024).
Um die Kombination mit Vitamin D3 und deren Dosierung geht es im Beitrag Vitamin D3 und K2 in Kombination. Hier bleibt es bei Vitamin K.
Kapitel auf einen Blick
Das BfR schlägt je Tagesverzehrempfehlung eines Nahrungsergänzungsmittels höchstens 25 µg Vitamin K2 und 80 µg Vitamin K1 vor (BfR, 2021). Die Werte leiten sich aus der Wechselwirkung mit Gerinnungshemmern ab, nicht aus einer Giftigkeit. Es sind Vorschläge einer Fachbehörde, kein geltendes Recht, und bei der Aktualisierung von 2024 blieben sie unverändert (BfR, 2024).
Was gilt bei Vitamin K2 und Gerinnungshemmern?
Wer gerinnungshemmende Medikamente nimmt, klärt jede Frage zu Vitamin K mit der behandelnden Praxis. Das BfR formuliert es so: „Personen, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, sollten vor dem Verzehr von Vitamin K-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln ärztlichen Rat einholen.“ (BfR, 2021)
Ob Vitamin K2 das Blut dicker oder dünner macht, erklärt der Beitrag Vitamin K und Blutgerinnung. Dort geht es um Gerinnung und Thrombose, hier um Nebenwirkungen und Höchstmengen.
Der Mechanismus in Kürze: Vitamin K wird in der Leber für die Bildung von Gerinnungsfaktoren gebraucht, also von Eiweißen, die das Blut zum Gerinnen braucht (Schurgers u. a., Blood, 2007). Vitamin-K-Antagonisten arbeiten genau dieser Funktion entgegen und hemmen so die Gerinnung. Zusätzliches Vitamin K kann ihre Wirkung abschwächen (BfR, 2021).
Wie fein dieses Gleichgewicht reagiert, zeigt eine Studie mit 18 Gesunden, die für die Untersuchung den Vitamin-K-Antagonisten Acenocoumarol erhielten (Theuwissen u. a., Journal of Thrombosis and Haemostasis, 2013). Schon kleine MK-7-Mengen veränderten bei einzelnen Teilnehmenden die Wirkung des Gerinnungshemmers (Theuwissen u. a., Journal of Thrombosis and Haemostasis, 2013). Theuwissen u. a. folgern daraus, dass MK-7-Präparate unter Vitamin-K-Antagonisten gemieden werden sollten.
Die Studie arbeitete mit Acenocoumarol, nicht mit Phenprocoumon (Theuwissen u. a., Journal of Thrombosis and Haemostasis, 2013). Der Warnhinweis des BfR gilt unabhängig davon für alle, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen (BfR, 2021).
Ob ein Vitamin-K-haltiges Präparat zu deiner Medikation passt, klärst du gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, und zwar vorher. An der laufenden Medikation änderst du nichts ohne Rücksprache. Bemerkst du Beschwerden oder bist du unsicher, ob eines deiner Medikamente betroffen ist, ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle.
Wie viel Vitamin K2 kommt aus Lebensmitteln?
In der Heidelberger EPIC-Studie lag die tägliche Zufuhr im Median bei 93,6 µg Vitamin K1 und 34,7 µg Vitamin K2 (BfR, 2021). EPIC Heidelberg ist der Heidelberger Teil einer europäischen Ernährungsstudie; das BfR zieht die Daten in seiner Stellungnahme heran.
Median heißt: Die eine Hälfte der Teilnehmenden lag darüber, die andere darunter. Der Wert beschreibt die Mitte der Gruppe, nicht den Durchschnitt und nicht die Zufuhr eines einzelnen Menschen.
Zur Versorgung hält das BfR fest: „Aus den Verzehrdaten in Deutschland ergibt sich kein Hinweis für eine unzureichende Versorgung mit Vitamin K in der allgemeinen Bevölkerung und/oder in spezifischen Altersgruppen.“ (BfR, 2021) Für K2 gibt es dabei keinen eigenen Tagesbedarf, an dem sich die 34,7 µg messen ließen (EFSA, 2017; BfR, 2021).
Welche Lebensmittel wie viel Vitamin K1 und K2 liefern, zeigt die Tabelle zu Vitamin K in Lebensmitteln.
Was darf ein Vitamin-K2-Präparat versprechen?
Nur gesundheitsbezogene Angaben, die nach der EU-Verordnung 432/2012 zugelassen sind, und zwar im vorgegebenen Wortlaut. Für Vitamin K in Kombination mit Vitamin D lautet eine davon: „Vitamin D und Vitamin K tragen zur Erhaltung normaler Knochen bei.“
Gesundheitsbezogene Angaben, im Fachjargon Health Claims, sind Aussagen über die Wirkung eines Nährstoffs, die ein Hersteller in der Werbung verwenden darf. Zugelassen sind nur bestimmte Formulierungen wie „trägt bei zu“; alles darüber hinaus ist eine unzulässige Werbeaussage. Ein K2-Präparat, das mehr verspricht, verlässt diesen Rahmen.
Bei mybody®x (MYBODY Lab GmbH) gibt es Vitamin K2 im Vitamin D3 K2 Komplex Shield: Mizellen-Drops mit Vitamin D3 und Vitamin K2, ergänzt um Selen. Der Shield ist ein Nahrungsergänzungsmittel. Gegen Nebenwirkungen oder für die Gerinnung ist er nicht gedacht. Für Menschen, die gerinnungshemmende Medikamente nehmen, gilt auch hier der Hinweis des BfR, vorher ärztlichen Rat einzuholen (BfR, 2021).
Aus dem mybody®x-Sortiment · Nahrungsergänzungsmittel
Vitamin D3 K2 Komplex Shield
Mizellen-Drops mit Vitamin D3 und Vitamin K2, ergänzt um Selen. Vitamin D und Vitamin K tragen zur Erhaltung normaler Knochen bei. Der Shield ist kein Mittel gegen Nebenwirkungen und ersetzt bei Gerinnungshemmern nicht die ärztliche Rücksprache.
Für wen sind Vitamin-K2-Nebenwirkungen ein Thema?
Vor allem für Menschen, die Vitamin-K-Antagonisten nehmen: Aus der Wechselwirkung mit diesen Medikamenten leitet das BfR seine Höchstmengenvorschläge ab (BfR, 2021).
Für Gesunde zeichnen die Quellen ein ruhiges Bild. Die US Pharmacopeia sieht bei MK-7 kein ernstes Gesundheitsrisiko (US Pharmacopeia; Marles u. a., Nutrition Reviews, 2017), und bei Gesunden zeigte die Thrombinbildung unter MK-7 keine nachteiligen Effekte (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012). Dass es keine tolerierbare Obergrenze gibt, liegt an der Datenlage und ist kein Freibrief (BfR, 2021).
Eine Zahl, ab der eine Überdosierung beginnt, gibt es deshalb nicht. Für Produkte gibt es den Vorschlag des BfR, bezogen auf die Tagesverzehrempfehlung eines Präparats und nicht auf deine gesamte Zufuhr (BfR, 2021). Unter Gerinnungshemmern zählt die Absprache mit der Praxis. Wenn du unsicher bist, nimm die Packung deines Präparats mit in die Hausarztpraxis. Dort lässt sich klären, was für dich gilt.
Häufige Fragen
Kann man Vitamin K2 überdosieren?
Eine festgelegte Überdosis gibt es nicht, weil für Vitamin K keine tolerierbare Obergrenze abgeleitet wurde; die Daten reichten dafür nicht (BfR, 2021). Zugleich beschreibt das BfR eine geringe akute und chronische Toxizität von oral eingenommenem Vitamin K. Kritisch wird „zu viel“ bei Menschen, die Vitamin-K-Antagonisten nehmen, weil zusätzliches K2 die Wirkung ihres Medikaments abschwächen kann. Aus dieser Wechselwirkung leitet das BfR seinen Vorschlag ab, Nahrungsergänzungsmittel auf 25 µg K2 je Tagesverzehrempfehlung zu begrenzen (BfR, 2021).
Hat Vitamin K Nebenwirkungen auf Herz und Gefäße?
In den Studien zu Vitamin K und Gefäßverkalkung zeigte sich bei den unerwünschten Ereignissen kein Nachteil: Eine Meta-Analyse von 14 randomisierten Studien mit 1.533 Teilnehmenden fand zwischen Vitamin-K- und Vergleichsgruppen keinen signifikanten Unterschied (Li u. a., Frontiers in Nutrition, 2023). Untersucht wurden vor allem Patientengruppen wie Menschen mit Nierenerkrankungen, gemessen an Ersatzmesswerten wie dem Kalkwert der Herzkranzgefäße (Li u. a., Frontiers in Nutrition, 2023). Ob Vitamin K die Verkalkung bremst, müssen nach den Autoren erst strenger angelegte Studien zeigen.
Wie lange bleibt Vitamin K2 im Körper?
MK-7, die in den Studien untersuchte K2-Form, bleibt deutlich länger im Blut als Vitamin K1: Schurgers u. a. beschreiben eine sehr lange Halbwertszeit und stabilere Blutspiegel (Schurgers u. a., Blood, 2007). Den höchsten Wert im Blut erreichten beide Formen nach 4 Stunden (Schurgers u. a., Blood, 2007). Bei längerer Einnahme reicherte sich MK-7 sieben- bis achtfach an (Schurgers u. a., Blood, 2007). Für Menschen unter Vitamin-K-Antagonisten ist diese lange Verweildauer ein Thema für die behandelnde Praxis.
Ist Vitamin K1 verträglicher als K2?
Für Menschen unter Gerinnungshemmern macht die Form einen Unterschied: Beim Abschwächen der Wirkung von Acenocoumarol war K2 nach Angaben des BfR ca. 3,5-mal so wirkstark wie K1 (BfR, 2021). Entsprechend liegen die Höchstmengenvorschläge auseinander, mit 80 µg K1 und 25 µg K2 je Tagesverzehrempfehlung eines Nahrungsergänzungsmittels (BfR, 2021). Hinzu kommt, dass MK-7 länger im Blut bleibt und sich bei längerer Einnahme anreichert (Schurgers u. a., Blood, 2007). Für Gesunde beschreibt das BfR bei Vitamin K insgesamt eine geringe Toxizität (BfR, 2021).
Höchstmenge und Obergrenze bei Vitamin K2: Was ist der Unterschied?
Die tolerierbare Obergrenze (UL) beschreibt die höchste tägliche Gesamtzufuhr aus allen Quellen ohne erwartbares Gesundheitsrisiko; für Vitamin K wurde sie wegen unzureichender Daten nicht abgeleitet (BfR, 2021). Ein Höchstmengenvorschlag betrifft dagegen ein einzelnes Produkt: Er nennt, wie viel ein Nahrungsergänzungsmittel je Tagesverzehrempfehlung höchstens enthalten sollte, beim BfR 25 µg K2 und 80 µg K1 (BfR, 2021). Er ist ein Vorschlag der Behörde, kein geltendes Recht, und bei Vitamin K aus der Wechselwirkung mit Gerinnungshemmern hergeleitet.
Nächster Schritt
Vitamin D3 K2 Komplex Shield ansehen
Mizellen-Drops mit Vitamin D3 und Vitamin K2, ergänzt um Selen. Wer gerinnungshemmende Medikamente nimmt, klärt vorher mit der Praxis, ob ein Vitamin-K-haltiges Präparat passt.
Zum Shield Woran sich ein Vitamin-K-Mangel zeigt Anzeichen und Ursachen im ÜberblickWeiterlesen
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Höchstmengenvorschläge für Vitamin K in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln (Stand 2021) – bfr.bund.de
- Marles u. a., US Pharmacopeia: Sicherheit von Menachinon-7, Nutrition Reviews (Stand 2017) – europepmc.org
- Li u. a.: Vitamin K und Gefäßverkalkung, Frontiers in Nutrition (Stand 2023) – europepmc.org
- Theuwissen u. a.: MK-7 unter Gerinnungshemmern, Journal of Thrombosis and Haemostasis (Stand 2013) – europepmc.org
Auf [1] stützen sich die Höchstmengenvorschläge mit ihrer Herleitung sowie der Satz zur fehlenden Obergrenze. Aus derselben Stellungnahme stammen der Warnhinweis zu Gerinnungshemmern und die Zufuhrdaten aus EPIC Heidelberg. Die Sicherheitsbewertung von MK-7 stammt aus [2]. Die Auswertung der unerwünschten Ereignisse stammt aus [3], die Studie unter Gerinnungshemmern ist [4]. Den Referenzwert für Vitamin K1 nennt das EFSA Journal (EFSA, 2017), die Halbwertszeit von MK-7 eine Studie in Blood (Schurgers u. a., Blood, 2007). Die Thrombinbildung bei Gesunden stammt aus dem British Journal of Nutrition (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012), der unveränderte Stand der Vorschläge aus der Aktualisierung des BfR (BfR, 2024). Alle Quellen abgerufen am 28.09.2026. Produktangaben zum Vitamin D3 K2 Komplex Shield: Stand 28.09.2026, Änderungen möglich.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Vitamine und Nährstoffe Nahrungsergänzung
Das mybody®x Redaktions- & Fachteam schreibt über Nährstoffe und Labortests, gestützt auf Studien und Stellungnahmen von Fachbehörden. Wer dahintersteht, zeigt die Autorenseite.
Veröffentlicht am 28.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 28.09.2026
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.
Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.
Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.






Jetzt teilen:
Macht Vitamin K2 das Blut dicker oder dünner?