Verbotene Lebensmittel beim Abnehmen? Was wirklich bremst
25. September 2026ca. 16 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
Verbotene Lebensmittel gibt es beim Abnehmen nicht. Die ärztliche S3-Leitlinie zu Adipositas, also starkem Übergewicht, empfiehlt zur Vorbeugung, zuckerreiche Getränke und Alkohol zu begrenzen (DAG, 2024). Dazu kommen industriell stark verarbeitete Produkte mit hoher Energiedichte, also hohem Kaloriengehalt je Gramm. Begrenzen heißt dabei tauschen, nicht streichen.
Für zuckerreiche Getränke spricht die Leitlinie ihre Empfehlung mit dem höchsten Empfehlungsgrad A aus (DAG, 2024).
Nüsse und hochwertige Pflanzenöle sind energiedicht, die Leitlinie nimmt sie trotzdem ausdrücklich von ihrer Empfehlung aus.
Welcher Tausch sich für dich lohnt, zeigt ein ehrlicher Blick auf die eigene Woche, nicht eine allgemeine Liste.
In diesem Artikel
Braucht es beim Abnehmen verbotene Lebensmittel?
Nein. Die S3-Leitlinie Adipositas der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG) arbeitet nicht mit Verboten, sondern mit Empfehlungen, bestimmte Gruppen von Lebensmitteln und Getränken zu begrenzen (DAG, 2024).
Wer nach verbotenen Lebensmitteln sucht, wünscht sich eine klare Liste. Der Wunsch ist nachvollziehbar, denn eine Liste nimmt Entscheidungen ab. Vielleicht kennst du aber auch die andere Seite: Ein strenges Verbot hält ein paar Wochen, dann kippt es, und am Ende fühlt es sich an wie ein persönliches Scheitern. Das Wort „verboten“ macht aus einer Ernährungsfrage eine Frage der Disziplin, und genau dort gehört sie nicht hin.
Die Leitlinie formuliert anders. Sie spricht vom Begrenzen, nicht vom Weglassen, und sie nennt dafür konkrete Gruppen. Am deutlichsten wird sie bei zuckerreichen Getränken.
Belegte Fundstelle
„Zur Prävention von Adipositas soll empfohlen werden, den Konsum von Getränken mit hohem Zuckergehalt zu begrenzen.“
Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG)
S3-Leitlinie Adipositas, Empfehlung 4.5a, 2024
Das Wort, auf das es ankommt, heißt „begrenzen“. Die Empfehlung trägt den Empfehlungsgrad A, die stärkste Stufe der Leitlinie, und die Qualität der Evidenz, also die Güte der Studienlage, bewertet sie als hoch (DAG, 2024). Eine Streichliste leitet sie daraus nicht ab.
Wie ein Speiseplan ohne Verbote im Ganzen aussieht, mit Portionen statt Streichlisten, beschreibt der Beitrag Ernährung zum Abnehmen ohne Verzicht. Dieser Ratgeber nimmt einen engeren Ausschnitt: die Gruppen, die die Leitlinie ausdrücklich nennt, und das, womit du sie tauschen kannst.
Er schaut damit auf die andere Seite des Tellers als sein Schwesterartikel. Welche Lebensmittel beim Abnehmen helfen und warum, etwa über Eiweiß oder Ballaststoffe, steht in Lebensmittel, die beim Abnehmen helfen. Hier geht es um das, was bremst.
Eine Einschränkung gehört an den Anfang. Die Empfehlungen, auf die sich die folgenden Abschnitte stützen, sind Empfehlungen zur Vorbeugung von Adipositas. Sie beschreiben, was die Leitlinie zum Schutz vor Übergewicht rät, und keine Kilozahl, die jemand durch Weglassen verliert. Für das Halten eines Gewichts führt die Leitlinie eine eigene Übersicht, die im Kapitel über das, was hilft, wieder auftaucht.
Welche Lebensmittel bremsen beim Abnehmen?
Die Leitlinie empfiehlt zur Vorbeugung, zwei Getränkegruppen zu begrenzen: zuckerreiche Getränke und Alkohol (DAG, 2024). Bei den festen Lebensmitteln geht es um hochverarbeitete Produkte mit hoher Energiedichte, zu denen auch Snacks und Süßwaren gehören.
Die vier Abschnitte darunter sind gleich gebaut und enden jeweils mit einem Vorschlag für den Alltag. Ihre Reihenfolge ist keine Rangfolge: Jede Gruppe steht mit ihren eigenen Belegen für sich, und keine wird hier zum „größten Bremser“ erklärt.
Bremsen Süßgetränke und Fruchtsaft beim Abnehmen?
Zu zuckerreichen Getränken spricht die Leitlinie eine Empfehlung mit Empfehlungsgrad A aus. Sie rät zur Vorbeugung, ihren Konsum zu begrenzen und den Durst bevorzugt mit Wasser und anderen ungesüßten Getränken ohne Alkohol zu löschen (DAG, 2024).
Als Hintergrund nennt die Leitlinie eine Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) von 2022. Deren Metaanalyse, also eine Auswertung, die mehrere Studien zusammenrechnet, umfasste sechs randomisierte Studien, in denen das Los über die Gruppe entscheidet. Darin lag das Körpergewicht mit Süßgetränken um 0,82 kg höher, bei einer Studiendauer von 12 bis 72 Wochen (DAG, 2024, nach EFSA, 2022).
Eine zweite Auswertung stammt von Malik u. a. aus dem Jahr 2013. Sie fasste bei Erwachsenen sieben Kohortenstudien mit zusammen 174.252 Teilnehmenden zusammen; Kohortenstudien beobachten Menschen über längere Zeit. Jede zusätzliche tägliche Portion eines Süßgetränks ging dort mit 0,12 bis 0,22 kg mehr Gewicht in einem Jahr einher, je nach Rechenmodell (Malik u. a., 2013). In den randomisierten Studien derselben Auswertung, in denen Erwachsene zusätzlich Süßgetränke bekamen, stieg das Gewicht um 0,85 kg; mit zusammen 292 Teilnehmenden waren diese Studien klein (Malik u. a., 2013).
Fruchtsaft wirkt auf den ersten Blick wie die gesündere Wahl. Die Leitlinie hält dagegen fest, dass 100 % Fruchtsaft einen ähnlichen Zucker- und Energiegehalt haben kann wie handelsübliche zuckergesüßte Getränke (DAG, 2024). In ihrer Übersicht zum Halten des Gewichts steht die Reduktion zuckergesüßter Getränke und Fruchtsäfte auf der Seite der Faktoren mit positivem Einfluss.
Für den Alltag heißt das: Wasser oder ungesüßter Tee werden zum Standardgetränk. Wer Saft mag, kann ihn gegen das ganze Stück Obst tauschen und das Glas Saft zur bewussten Ausnahme machen. Ob ein Getränk am Abend über Nacht etwas am Gewicht ändert, ordnet der Beitrag Über Nacht abnehmen: was dran ist ein.
Bremst Alkohol beim Abnehmen?
Bei Alkohol lohnt sich Genauigkeit: Die Datenlage ist weniger eindeutig, als die Frage vermuten lässt, und trotzdem rät die Leitlinie zum Begrenzen. Sie empfiehlt zur Vorbeugung, den Konsum alkoholischer Getränke zu begrenzen, mit dem Empfehlungsgrad B (DAG, 2024).
Als Hintergrund nennt sie eine Metaanalyse von 2021 mit 127 Beobachtungsstudien. In den Kohortenstudien darin zeigte sich kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und dem Risiko für Übergewicht. Bei hohem Konsum, definiert als mehr als 28 g Alkohol am Tag, hing der Konsum dagegen mit einem höheren Risiko für Übergewicht und Adipositas zusammen, verglichen mit keinem oder geringem Konsum (DAG, 2024).
Dazu kommt die Energieseite. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt für Alkohol einen Energiegehalt von 7 kcal je Gramm (DGE, 2025). Die Leitlinie beschreibt Alkohol als energiereich bei sehr geringer Nährstoffdichte. Im Vergleich zu fester Nahrung löst er nur ein schwaches Sättigungsgefühl aus, und die Nahrungsaufnahme kann angeregt werden (DAG, 2024).
Praktisch heißt das nicht, dass jedes Glas eine Mahlzeit ersetzt oder verdirbt. Es heißt, Alkohol als das zu sehen, was er laut Leitlinie ist: Energie mit schwacher Sättigung. Wer abends trinkt, kann ein Glas Wasser danebenstellen oder feste Tage ohne Alkohol einplanen. Wie Abnehmen gelingen kann, wenn Alkohol zum Leben dazugehört, beschreibt der Beitrag Abnehmen trotz Alkohol: was geht.
Bremsen Fertigprodukte beim Abnehmen?
Der Knackpunkt ist nicht die Energiedichte allein, sondern ihre Verbindung mit starker industrieller Verarbeitung. Die Leitlinie empfiehlt zur Vorbeugung, den Verzehr hochverarbeiteter Lebensmittel mit hoher Energiedichte zu begrenzen (DAG, 2024). Zu dieser Gruppe zählt sie unter anderem Fertiggerichte und Fastfood.
Ausdrücklich betont die Leitlinie, dass sich die Empfehlung nicht auf energiedichte Lebensmittel im Allgemeinen bezieht, sondern auf hochverarbeitete. Als Hintergrund beschreibt sie eine Metaanalyse von 2021 mit neun Querschnittstudien, die einen einzelnen Zeitpunkt erfassen, und drei Kohortenstudien. Jede Zunahme des Anteils hochverarbeiteter Lebensmittel an der Gesamtenergie um 10 % war dort mit einem um 7 % höheren Risiko für Übergewicht verbunden, für Adipositas mit einem um 6 % höheren Risiko (DAG, 2024). Das sind Beobachtungsdaten: Sie zeigen einen Zusammenhang, keinen Beweis für eine Ursache.
Was hochverarbeitete Kost mit der gegessenen Menge machen kann, zeigt eine kleine Klinikstudie von Hall u. a. (2019). Zwanzig Erwachsene mit stabilem Gewicht lebten am NIH Clinical Center in den USA und aßen je zwei Wochen hochverarbeitete und unverarbeitete Kost, so viel sie wollten. Die angebotenen Mahlzeiten waren in ihren Nährwerten angeglichen, auch in der Energiedichte. Mit der hochverarbeiteten Kost aßen die Teilnehmenden im Mittel rund 500 kcal mehr am Tag und nahmen 0,9 kg zu, mit der unverarbeiteten nahmen sie 0,9 kg ab (Hall u. a., 2019).
Du musst dafür nicht jeden Abend frisch kochen. Ein Anfang ist, ein Fertiggericht pro Woche durch etwas Selbstgekochtes aus gering verarbeiteten Zutaten zu ersetzen, etwa Gemüse mit Kartoffeln. Wie Energiedichte und Sättigung zusammenhängen, erklärt der Beitrag Abnehmen ohne Hungern.
Bremsen Snacks und Süßes beim Abnehmen?
Snacks und Süßes sind in der Leitlinie keine eigene Gruppe, sondern ein Teil der hochverarbeiteten Lebensmittel. Industriell hergestellte Süßwaren und Süßspeisen zählt sie ebenso dazu wie Chips und andere Knabberwaren (DAG, 2024).
In ihrer Übersicht zum Halten des Gewichts steht die Reduktion hochverarbeiteter, energiedichter Lebensmittel bei den Faktoren mit positivem Einfluss. Als Beispiel nennt die Leitlinie dort ausdrücklich zucker- oder fettreiche Snacks (DAG, 2024).
Für Zucker gibt es zusätzlich eine Obergrenze. Die Leitlinie empfiehlt zur Vorbeugung, die Zufuhr freier Zucker auf weniger als 10 % der Gesamtenergie zu begrenzen (DAG, 2024). Freie Zucker meint, vereinfacht gesagt, zugesetzten Zucker und den Zucker in Säften. Was das in Gramm bedeutet, steht weiter unten bei den Fragen.
Süßes darf bleiben, wenn es einen festen Platz bekommt: als geplanter Nachtisch statt als Griff in die Schublade zwischendurch. Als Snack eignet sich ganzes Obst oder eine kleine Handvoll Nüsse. Beides steht auch in der Tabelle im nächsten Kapitel.
Tauschen statt verzichten: Was ersetzt was beim Abnehmen?
Fünf Tauschpaare decken die Gruppen ab, zu denen die Leitlinie Empfehlungen gibt. Keines davon verlangt, ein Lebensmittel für immer zu streichen.

Ein Tausch lässt keine Lücke: An die Stelle des alten Griffs tritt ein neuer. Die Tabelle nennt Paare und zu jedem Paar die Begründung aus den Quellen. Sie ist als Auswahl gedacht, nicht als Pflichtprogramm.
Tauschen im Alltag
| Statt | Lieber | Warum |
|---|---|---|
| Süßgetränk | Wasser oder ungesüßter Tee | Die Leitlinie empfiehlt zur Vorbeugung, den Durst bevorzugt mit Wasser und ungesüßten Getränken zu löschen (DAG, 2024). |
| Fruchtsaft | Ganzes Obst | Saft kann einen ähnlichen Zucker- und Energiegehalt haben wie Limonade; mehr Obst und Gemüse gilt beim Halten des Gewichts als hilfreich (DAG, 2024). |
| Chips und Knabberwaren | Eine kleine Handvoll Nüsse | Chips zählen zu den hochverarbeiteten, energiedichten Lebensmitteln, Nüsse nimmt die Leitlinie ausdrücklich aus (DAG, 2024). |
| Fertiggericht | Selbst gekocht aus gering verarbeiteten Zutaten | Mit hochverarbeiteter Kost aßen Erwachsene in einer kleinen Klinikstudie bei freier Wahl mehr (Hall u. a., 2019). |
| Süßwaren als Snack | Obst | Industriell hergestellte Süßwaren gehören zur begrenzten Gruppe, Obst gilt beim Halten des Gewichts als hilfreich (DAG, 2024). |
Du musst nicht alle fünf Paare auf einmal umsetzen. Nimm das Paar, das am besten zu deiner Woche passt, und beginne dort. Wenn es nach einer Weile selbstverständlich geworden ist, kommt das nächste dazu.
Kapitel auf einen Blick
Tauschen statt verbieten: Jede Zeile der Tabelle ersetzt ein Produkt aus einer Gruppe, die die Leitlinie zur Vorbeugung begrenzen will, durch eine Alternative, die sie nicht einschränkt. Die Begründung kommt jeweils aus der Leitlinie oder einer Studie. Wer mit einem Paar beginnt, ändert eine Gewohnheit, nicht den ganzen Speiseplan.
Was darf beim Abnehmen bleiben, obwohl es energiedicht ist?
Nüsse und Samen dürfen bleiben, ebenso hochwertige Pflanzenöle und fettreicher Fisch. Die Leitlinie nimmt diese Lebensmittel ausdrücklich von ihrer Empfehlung aus (DAG, 2024).
Energiedicht heißt nicht automatisch ungünstig. Die Leitlinie nennt frische oder gering verarbeitete Lebensmittel mit hoher Energiedichte, die sie wegen ihres hohen Gehalts an essenziellen Nährstoffen empfiehlt, also an Stoffen, die der Körper nicht selbst bilden kann. Dazu zählen Nüsse und Samen. Genannt werden außerdem hochwertige Pflanzenöle, zum Beispiel Oliven- oder Rapsöl, und fettreiche Fischsorten.
Der Einwand liegt nahe: Nüsse haben doch einen hohen Kaloriengehalt. Das stimmt, sie sind energiedicht. Entscheidend ist trotzdem etwas anderes. Die Leitlinie begrenzt nicht die Energiedichte an sich, sondern ihre Verbindung mit starker Verarbeitung. Eine Handvoll Nüsse und eine Tüte Chips landen deshalb auf verschiedenen Seiten der Tabelle.
Für das Halten des Gewichts führt die Leitlinie die Portionskontrolle als hilfreichen Faktor (DAG, 2024). Bei Nüssen und Öl heißt das: Sie gehören auf den Teller, in einer Menge, die zu deinem Tag passt. Ein Löffel Öl im Salat und eine kleine Handvoll Nüsse am Nachmittag sind ein anderer Fall als die ganze Packung vor dem Bildschirm.
Ganzes Obst gehört ebenfalls auf diese Seite. Mehr Gemüse und Obst steht in der Übersicht zum Halten auf der Seite der Faktoren mit positivem Einfluss (DAG, 2024). Wer also fürchtet, beim Abnehmen auf alles verzichten zu müssen, kann aufatmen: Die Leitlinie begrenzt einzelne Gruppen, nicht den ganzen Speiseplan.
Selbstcheck: Was bremst dich beim Abnehmen in deiner Woche?
Eine Woche ehrlich aufzuschreiben zeigt, welche der Gruppen in deinem Alltag vorkommen. Die Leitlinie zählt die Kontrolle und Beobachtung der eigenen Nahrungsaufnahme zu den Faktoren, die beim Halten des Gewichts helfen (DAG, 2024).
Ein Einwand liegt nahe: „Ich esse doch gar nicht so viel.“ Das kann stimmen. Genau dann lohnt der Blick auf das, was nebenbei passiert, etwa das Getränk zum Mittagessen oder das Glas am Abend. Solche Posten tauchen in keiner Mahlzeit auf und fallen deshalb leicht aus der eigenen Rechnung.
Die Übersicht der Leitlinie beruht auf 67 Studien, die Menschen über längere Zeit begleitet haben (DAG, 2024). Sie beschreibt Zusammenhänge mit dem Halten des Gewichts und stellt keine Rangfolge auf.
Vier Fragen an deine Woche
Getränke Was trinkst du über den Tag, und welcher Teil davon ist gesüßt oder Saft?
Abende An welchen Abenden der Woche trinkst du Alkohol?
Mahlzeiten Welche Hauptmahlzeiten kommen als Fertiggericht oder vom Imbiss?
Zwischendurch Wann greifst du zu Chips oder Süßem, aus Hunger oder aus Gewohnheit?
Notiere die Antworten eine Woche lang, ohne sie zu bewerten. Danach suchst du dir die Gruppe aus, die am deutlichsten auftaucht, und nimmst das passende Tauschpaar aus der Tabelle. Mehr braucht der Anfang nicht.
Die Übersicht der Leitlinie nennt auch einen Faktor mit negativem Einfluss auf das Halten: problematisches Essverhalten, etwa emotionales Essen (DAG, 2024). Wenn Essen für dich zum Trost oder Ventil geworden ist, ist die Hausarztpraxis eine gute erste Anlaufstelle.
Was hilft beim Abnehmen und beim Halten des Gewichts?
Die Leitlinie nennt für das Halten des Gewichts Faktoren mit mittlerer bis hoher Evidenz. Neben dem Begrenzen der hier besprochenen Gruppen gehören Portionskontrolle und mehr körperliche Aktivität dazu (DAG, 2024).
Liest man die Übersicht als Ganzes, fällt auf: Sie spricht von Reduktion und Zunahme, nicht von Verboten. Weniger Energie aus Lebensmitteln und Getränken steht darin, mehr Gemüse und Obst ebenfalls. Dazu kommt die Beobachtung des eigenen Essens, die im Selbstcheck schon vorkam. Für diesen Ratgeber gilt eine Einschränkung: Die Übersicht betrifft das Halten nach dem Abnehmen und stützt sich auf Beobachtungsstudien.
Was die Leitlinie nicht leisten kann, ist die persönliche Zuordnung. Sie sagt, welche Gruppen sich zu begrenzen lohnen, nicht, welche Lebensmittel zu deinen Anlagen passen. Hier setzt ein DNA-Test an, allerdings mit klaren Grenzen.
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Grenzen: Was dieser Ratgeber zum Abnehmen nicht leisten kann
Die Belege beschreiben Vorbeugung und Zusammenhänge, keine Abnahme durch Weglassen. Ein DNA-Test ergänzt das um die Veranlagung, sagt aber keinen Abnehmerfolg voraus.
Die Empfehlungen der Leitlinie, auf die sich dieser Ratgeber stützt, gelten der Vorbeugung von Adipositas (DAG, 2024). Die Risikozahlen zu hochverarbeiteten Lebensmitteln und zu Alkohol stammen aus Beobachtungsstudien und zeigen Zusammenhänge, keine Ursachen.
Die Auswertung zu Süßgetränken von Malik u. a. (2013) beschreibt eine Gewichtszunahme, wenn Süßgetränke hinzukommen, und keine Abnahme durch Weglassen. Die Klinikstudie von Hall u. a. (2019) war mit 20 Personen und zwei Wochen je Kost sehr klein und kurz. Sie zeigt, dass bei freier Wahl mehr gegessen wurde, aber keinen Langzeiteffekt.
Für den DNA-Test gilt: Er beschreibt Veranlagungen, keine Festlegung. Ein Positionspapier der DGE hielt 2022 fest, dass Belege für den Erfolg genbasierter Ernährungsempfehlungen noch weitgehend fehlen (sinngemäß nach Holzapfel u. a., 2022). Der Test sagt keinen Abnehmerfolg voraus und ersetzt keine ärztliche Beratung.
Wenn du Vorerkrankungen hast oder Medikamente nimmst, ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle, bevor du deine Ernährung stärker umstellst. Das gilt auch, wenn das Thema Gewicht dich seelisch belastet.
Verbotene Lebensmittel beim Abnehmen: Was bleibt von der Liste?
Von der Liste bleiben keine Verbote, sondern vier Gruppen, die sich zu begrenzen lohnen. Für jede davon gibt es einen Tausch.
Die Frage, auf welche Lebensmittel man beim Abnehmen verzichten sollte, hat eine ehrlichere Antwort als eine Liste. Die Leitlinie nennt Gruppen, sie verbietet keine. Zuckerreiche Getränke und Alkohol lassen sich begrenzen, hochverarbeitete Fertigprodukte gegen Selbstgekochtes tauschen. Nüsse und gute Pflanzenöle bleiben auf dem Teller.
Ein Vorschlag für die nächste Woche: Schreib auf, was du trinkst und was zwischendurch auf dem Teller landet. Such dir danach ein einziges Tauschpaar aus der Tabelle aus und bleib dabei, bis es sich nicht mehr wie Verzicht anfühlt.
„Verboten“ war nie das richtige Wort. Begrenzen trifft es besser.
Häufige Fragen
Ist Obst beim Abnehmen erlaubt?
Ja. Ganzes Obst gehört nicht zu den Gruppen, die die S3-Leitlinie zur Vorbeugung begrenzen will. In ihrer Übersicht zum Halten des Gewichts, die auf 67 Studien beruht, steht mehr Gemüse und Obst sogar auf der Seite der Faktoren mit positivem Einfluss (DAG, 2024). Anders sieht es beim Saft aus, weil die Leitlinie Fruchtsäfte zusammen mit zuckergesüßten Getränken nennt. Das ganze Stück Obst ist deshalb auch ein guter Tausch für Süßwaren zwischendurch.
Ist Fruchtsaft besser als Limonade?
Beim Zucker nicht unbedingt. Die S3-Leitlinie hält fest, dass 100 % Fruchtsaft einen ähnlichen Zucker- und Energiegehalt haben kann wie handelsübliche zuckergesüßte Getränke (DAG, 2024). In ihrer Übersicht zum Halten des Gewichts nennt sie die Reduktion zuckergesüßter Getränke und Fruchtsäfte in einem Zug. Wer Saft mag, muss ihn nicht streichen, kann ihn aber als Ausnahme behandeln und im Alltag zum ganzen Obst greifen. Zum Durstlöschen empfiehlt die Leitlinie Wasser und andere ungesüßte Getränke.
Wie viel Zucker am Tag ist in Ordnung?
Für die Allgemeinbevölkerung empfiehlt ein gemeinsames Konsensuspapier der Fachgesellschaften DAG, DDG (Deutsche Diabetes Gesellschaft) und DGE, freie Zucker auf weniger als 10 % der Gesamtenergie zu begrenzen (Konsensuspapier Zuckerzufuhr, 2018). Bei einer geschätzten Gesamtenergiezufuhr von 2.000 kcal am Tag entspricht das höchstens 50 g freien Zuckern (Konsensuspapier Zuckerzufuhr, 2018). Das ist eine Gesundheitsempfehlung, kein Abnehmwert. Die 50 g gelten nur für diese Energiemenge. Die S3-Leitlinie Adipositas nennt dieselbe Grenze von weniger als 10 % zur Vorbeugung (DAG, 2024).
Muss ich beim Abnehmen auf Nüsse verzichten?
Nein. Nüsse und Samen sind energiedicht, die S3-Leitlinie empfiehlt sie wegen ihres hohen Gehalts an essenziellen Nährstoffen trotzdem ausdrücklich (DAG, 2024). Ihre Empfehlung zum Begrenzen gilt nur hochverarbeiteten Lebensmitteln mit hoher Energiedichte, nicht energiedichten Lebensmitteln allgemein. Für den Alltag heißt das: Nüsse haben ihren Platz, in einer Portion, die du bewusst wählst, etwa als kleine Handvoll statt einer Tüte Chips. Portionskontrolle zählt die Leitlinie zu den Faktoren, die beim Halten des Gewichts helfen.
Muss ich beim Abnehmen auf Wurst verzichten?
Verzichten musst du nicht, begrenzen lohnt sich. Die S3-Leitlinie zählt Wurstwaren zu den hochverarbeiteten Lebensmitteln mit hoher Energiedichte, deren Verzehr sie zur Vorbeugung von Adipositas begrenzen will (DAG, 2024). Das ist eine Empfehlung zur Menge, kein Verbot. Wenn Wurst bei dir jeden Tag auf dem Brot liegt, kannst du an einzelnen Tagen zu gering verarbeiteten Belägen greifen. Welche das sind und was dir schmeckt, entscheidest du selbst.
Nächster Schritt
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Zum NutriCare INFINITY DNA-Test Was stattdessen auf den Teller kommt Lebensmittel, die beim Abnehmen helfenWeiterlesen
Quellen
- Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG): S3-Leitlinie Adipositas, Empfehlungen 4.4, 4.5a, 4.5b, 4.7 und 4.9 sowie Tabelle 12 (Stand 2024) – register.awmf.org
- Malik VS u. a.: Sugar-sweetened beverages and weight gain in children and adults, American Journal of Clinical Nutrition (Stand 2013) – europepmc.org
- Hall KD u. a.: Ultra-Processed Diets Cause Excess Calorie Intake and Weight Gain, Cell Metabolism (Stand 2019) – europepmc.org
- DAG/DDG/DGE: Konsensuspapier „Quantitative Empfehlung zur Zuckerzufuhr in Deutschland“ (Stand 2018) – dge.de
Die Empfehlungen und die Übersicht zum Halten des Gewichts stammen aus [1], die Zahlen zu Süßgetränken ergänzend aus [2]. Die Klinikstudie zu hochverarbeiteter Kost ist [3], die Obergrenze für freie Zucker in Gramm stammt aus [4]. Den Energiegehalt von Alkohol nennt die DGE in ihren Fragen und Antworten zu Alkohol (Stand 2025); die Einordnung genbasierter Empfehlungen folgt Holzapfel u. a. (2022). Produktangaben und Preis von mybody®x geprüft am 25.09.2026.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Ernährung Abnehmen
Diesen Ratgeber hat das mybody®x Redaktions- & Fachteam erstellt. Er stützt sich auf die S3-Leitlinie Adipositas und die im Quellenkapitel genannten Arbeiten. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.
Veröffentlicht am 25.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 25.09.2026
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.
Die DNA-Analyse dient der Ernährungs- und Lebensstilberatung. Sie ist kein diagnostisches Verfahren, stellt keine Krankheitsvorhersage dar und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Genetische Varianten beschreiben Wahrscheinlichkeiten in Bevölkerungsgruppen, keine Festlegung für einzelne Personen.
Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.






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