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Adipositas Grad 1, 2 und 3: Was die Einteilung bedeutet

Aktualisiert am 23.09.2026 · Geprüft vom mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Adipositas beginnt laut Leitlinie der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG, 2024) bei einem Body-Mass-Index (BMI) von 30. Der BMI ist dein Körpergewicht in Kilogramm geteilt durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. Grad 1 umfasst BMI 30 bis 34,9. Grad 2 beginnt bei 35, Grad 3 bei 40. Schon ab 30 nennt die Leitlinie eine Behandlung als angezeigt.

Die Einteilung beschreibt Messwerte und keine Charakterfrage: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) führt Adipositas als chronische, wiederkehrende Krankheit (Faktenblatt, Stand 2025).

Der BMI erfasst Körperfett nur ungefähr, deshalb zieht die Leitlinie auch den Taillenumfang heran, mit Grenzwerten von 102 cm bei Männern und 88 cm bei Frauen (DAG, 2024).

Gene tragen zum Risiko bei, doch die 97 in einer großen Studie gefundenen Genorte, also Abschnitte im Erbgut, erklären zusammen nur etwa 2,7 % der BMI-Unterschiede (Locke et al., 2015).

Ab welchem BMI beginnt Adipositas Grad 1?

Adipositas Grad 1 beginnt bei einem BMI von 30,0 und reicht bis 34,9. So steht es in der Leitlinie Adipositas der DAG von 2024.

Eine Leitlinie ist die fachliche Handlungsempfehlung, an der sich Ärztinnen und Ärzte orientieren. Die DAG definiert Adipositas darin als eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts, die mit gesundheitlichen Risiken einhergeht. Für die Einteilung verwendet sie den BMI. Die Leitlinie zur chirurgischen Behandlung von 2018 nennt dieselben Grenzen und beruft sich dabei auf die WHO.

Ein Rechenbeispiel zeigt, wie der Wert entsteht. Wer 1,70 Meter groß ist, rechnet zuerst 1,70 mal 1,70, das ergibt 2,89. Bei 90 Kilogramm Körpergewicht teilst du 90 durch 2,89 und kommst auf einen BMI von rund 31,1. Das liegt im Bereich von Grad 1.

Die Zahl ordnet ein, sie urteilt nicht. Sie sagt nichts darüber, warum jemand bei diesem Wert liegt. Das gilt auch für Gentests: Ein DNA-Test erklärt keine Adipositas und ersetzt keine Therapie. Was die Veranlagung tatsächlich beiträgt, ordnen die Kapitel 6 und 7 ein.

Kernaussage

Ab einem BMI von 30 spricht die Leitlinie von Adipositas, und ab diesem Wert ist laut Leitlinie eine Behandlung angezeigt (DAG, 2024).

Adipositasgrade im Überblick: Welche BMI-Werte gelten?

Die Leitlinie teilt ab BMI 30 in drei Grade ein, jeweils in Schritten von fünf BMI-Punkten. Darunter liegen Normalgewicht und Präadipositas, die Vorstufe zur Adipositas.

Die Tabelle zeigt die Klassen für Erwachsene nach der Leitlinie der DAG von 2024, ergänzt um die chirurgische Leitlinie von 2018. Präadipositas heißt in der Leitlinie auch Übergewicht. Die Leitlinien schreiben die Grade mit römischen Ziffern, also Grad I bis III; gemeint ist dasselbe wie Grad 1 bis 3.

BMI-Klassen für Erwachsene · DAG 2024

Klasse BMI in kg/m² Leitlinie
Normalgewicht 18,5 bis 24,9 Die Leitlinie nennt hier keinen Anlass, wegen des Gewichts zu behandeln.
Präadipositas 25,0 bis 29,9 Vorstufe. Behandlung angezeigt, wenn etwas hinzukommt, etwa Bluthochdruck oder ein erhöhter Taillenumfang.
Adipositas Grad I 30,0 bis 34,9 Behandlung angezeigt. Gewichtsziel: mindestens 5 % des Ausgangsgewichts in sechs bis zwölf Monaten.
Adipositas Grad II 35,0 bis 39,9 Behandlung angezeigt. Gewichtsziel: mindestens 10 % in sechs bis zwölf Monaten. Eine Operation nur mit Begleiterkrankung und erst, wenn die Behandlung ohne Operation ausgeschöpft ist.
Adipositas Grad III ab 40 Behandlung angezeigt. Gewichtsziel wie bei Grad II. Eine Operation nennt die chirurgische Leitlinie (DAG u. a., 2018) in der Regel erst, wenn die Behandlung ohne Operation ausgeschöpft ist.

Die Vorstufe mit BMI 25 bis 29,9 hat einen eigenen Artikel: Was Präadipositas bedeutet erklärt, was der Begriff heißt und was ohne Programm möglich ist. Hier geht es um die Klassen ab 30.

Wie verbreitet ist Adipositas in Deutschland?

Laut Selbstauskunft haben 19,0 % der Erwachsenen in Deutschland Adipositas. Das zeigt die Befragung „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA 2019/2020) des Robert Koch-Instituts (RKI), veröffentlicht 2022.

Selbstauskunft heißt: Die Befragten haben Größe und Gewicht selbst angegeben. Die Leitlinie weist ausdrücklich darauf hin, dass die Anteile bei standardisiert gemessenen Daten höher liegen (DAG, 2024). Wer die 19,0 % liest, sollte das mitdenken.

Beide Anteile steigen laut RKI mit dem Alter. Gegenüber der Befragung von 2012 ist der Anteil mit Übergewicht gleich geblieben, der Anteil mit Adipositas hat weiter zugenommen, vor allem bei den 45- bis 64-Jährigen (Schienkiewitz et al., RKI, 2022). Wer sich in der Tabelle oben wiederfindet, steht damit nicht am Rand, sondern mitten in einer großen Gruppe.

Adipositas in Zahlen

19,0 %

der Erwachsenen in Deutschland haben laut Selbstauskunft Adipositas, gemessen liegt der Anteil höher (GEDA 2019/2020)

53,5 %

haben laut Selbstauskunft Übergewicht, Adipositas eingeschlossen (GEDA 2019/2020)

16 %

der Erwachsenen weltweit lebten 2022 mit Adipositas (WHO)

40–70 %

Heritabilität je nach Studie, also der Anteil der Unterschiede zwischen Menschen, den Familienstudien den Erbanlagen zuschreiben

Quelle: Robert Koch-Institut, GEDA 2019/2020, veröffentlicht 2022 · WHO, Faktenblatt „Obesity and overweight“, Stand 2025 · Loos und Yeo, Nature Reviews Genetics, 2022

Was bedeuten die Adipositasgrade im Einzelnen?

Grad 1 und Grad 2 umfassen je fünf BMI-Punkte, Grad 3 ist nach oben offen. Ab Grad 2 hebt die Leitlinie das Gewichtsziel an, und die Begleitung richtet sich nach dem Schweregrad.

Die drei Abschnitte sind gleich aufgebaut, damit du die Grade direkt vergleichen kannst. Die Kilogramm-Angaben gelten beispielhaft für 1,70 Meter Körpergröße.

Adipositas Grad 1: BMI 30 bis 34,9

BMI-Bereich: 30,0 bis 34,9 kg/m² (DAG, 2024). Bei 1,70 Metern entspricht das etwa 87 bis 101 Kilogramm.

Was die Leitlinie sagt: Ab einem BMI von 30 ist eine Behandlung angezeigt (DAG, 2024). Als Gewichtsziel nennt die Leitlinie für einen BMI von 25 bis 34,9 mindestens 5 % des Ausgangsgewichts innerhalb von sechs bis zwölf Monaten. Bei 90 Kilogramm läge dieses Ziel bei mindestens 4,5 Kilogramm.

Nächster Schritt: Ein Gespräch in der Hausarztpraxis, in dem Begleitumstände und ein passendes Ziel geklärt werden. Grundlage jeder Behandlung ist die Basistherapie, also die Grundbehandlung ohne Medikamente und Operation, die Kapitel 5 beschreibt.

Adipositas Grad 2: BMI 35 bis 39,9

BMI-Bereich: 35,0 bis 39,9 kg/m² (DAG, 2024). Bei 1,70 Metern entspricht das etwa 101 bis 115 Kilogramm.

Was die Leitlinie sagt: Ab einem BMI von 35 nennt die Leitlinie als Ziel mindestens 10 % des Ausgangsgewichts in sechs bis zwölf Monaten (DAG, 2024). Liegt zusätzlich eine Begleiterkrankung wie Typ-2-Diabetes vor, sollte laut chirurgischer Leitlinie von 2018 eine Operation angeboten werden, wenn die konservative Therapie erschöpft ist. Konservativ heißt hier: Behandlung ohne Operation.

Nächster Schritt: Ab Grad 2 ist ein ärztlich begleitetes Programm der passende Rahmen. Die Leitlinie richtet die Ausgestaltung der Basistherapie ausdrücklich nach dem Schweregrad aus (DAG, 2024).

Adipositas Grad 3: BMI ab 40, auch „per magna“ genannt

BMI-Bereich: ab 40 kg/m² (DAG, 2024), bei 1,70 Metern ab etwa 116 Kilogramm. Die Suchbegriffe „Adipositas per magna“ und „Adipositas permagna“ meinen genau diesen Grad. Das DocCheck Flexikon definiert Adipositas permagna als „den Grad III einer Adipositas mit einem BMI von ≥ 40“ (abgerufen 2026). Die Leitlinien selbst verwenden den Begriff nicht, sie sprechen von Grad III.

Was die Leitlinie sagt: Das Gewichtsziel liegt wie bei Grad 2 bei mindestens 10 % des Ausgangsgewichts in sechs bis zwölf Monaten (DAG, 2024). Die chirurgische Leitlinie von 2018 nennt ab einem BMI von 40 eine Operation als angezeigt, auch ohne Begleiterkrankung, nach Erschöpfung der konservativen Therapie und nach umfassender Aufklärung.

Nächster Schritt: Ein ärztlich begleitetes Programm, in dem alle Behandlungswege besprochen werden, die die Leitlinien nennen. Keine Entscheidung fällt hier allein anhand einer Zahl.

Wie wird Adipositas laut Leitlinie behandelt?

Grundlage ist eine Basistherapie aus Ernährungsumstellung und mehr Bewegung. Dazu kommt die Arbeit an Gewohnheiten, die die Leitlinie Verhaltensmodifikation nennt (DAG, 2024).

Die Leitlinie nennt diese Kombination die Grundlage jedes Gewichtsmanagements. Gemeint ist damit sowohl die Phase der Abnahme als auch die langfristige Stabilisierung danach. Die multimodale Basistherapie, also die grundlegende Behandlung aus mehreren ineinandergreifenden Bausteinen, richtet sich nach dem Schweregrad der Adipositas und nach den Versorgungsbedingungen vor Ort (DAG, 2024).

Medikamente können laut Leitlinie ab einem BMI von 27 eingesetzt werden, wenn zusätzliche Risikofaktoren oder Begleiterkrankungen bestehen. Ab einem BMI von 30 können sie auch eingesetzt werden, um eine erreichte Abnahme zu halten (DAG, 2024). Welche Mittel infrage kommen, klärt das ärztliche Gespräch.

Eine Operation nennt die chirurgische Leitlinie ab einem BMI von 40, ab 35 bei Begleiterkrankungen, in der Regel erst nach erschöpfter konservativer Therapie (DAG u. a., 2018). Die Leitlinie Adipositas von 2024 übernimmt diese Empfehlungen nicht selbst, sondern verweist auf die chirurgische Leitlinie von 2018. Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), die Leitlinien in einem Register führt, listet diese als abgelaufen; die Leitlinie von 2024 nennt sie weiterhin gültig.

Die Gewichtsziele gelten über sechs bis zwölf Monate. Wie schnell eine Abnahme Woche für Woche realistisch verläuft, beantwortet der Artikel Wie viel kann man in einem Monat abnehmen?

Welche Rolle spielen die Gene bei Adipositas?

Eine große: Zwillings- und Familienstudien schätzen die Heritabilität der Adipositas auf 40 bis 70 %, je nach Studie (Loos und Yeo, 2022). Das beschreibt Unterschiede in einer Bevölkerung, keine Festlegung für einzelne Personen.

Auch die Leitlinie misst den Genen Gewicht bei. Sie stützt sich dabei auf zwei Arten von Belegen.

Belegte Fundstelle

„Für das individuelle Risiko sind genetische Faktoren von maßgeblicher Bedeutung, wie sowohl Familien- und Adoptionsstudien als auch molekulargenetische Analysen mit polygenen Risikoscores zeigen.“

Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V.
S3-Leitlinie Adipositas – Prävention und Therapie, Version 5.0, 2024

Polygene Risikoscores fassen die Wirkung von Genvarianten an verschiedenen Stellen des Erbguts zu einem Wert zusammen. Genvarianten sind Stellen im Erbgut, an denen sich Menschen unterscheiden. Direkt neben dem Zitat stellt die Leitlinie klar, dass Adipositas nicht ausschließlich die Folge einer Ernährung mit zu viel Energie und von Bewegungsmangel ist, sondern eine komplexe Interaktion zwischen Biologie und Umwelt (DAG, 2024).

Das bekannteste Beispiel ist FTO, das erste Adipositas-Gen, das eine genomweite Studie fand, also eine Studie, die das gesamte Erbgut nach Unterschieden absucht (Loos und Yeo, 2022). In 13 Studiengruppen mit 38.759 Menschen wogen die 16 % der Erwachsenen, die die Risikovariante von beiden Eltern geerbt hatten, etwa 3 Kilogramm mehr als Menschen ohne Risikovariante (Frayling et al., 2007).

Drei Kilogramm entsprechen bei 1,70 Metern rund einem BMI-Punkt. Und alle 97 in einer großen Studie gefundenen Genorte zusammen erklären etwa 2,7 % der BMI-Unterschiede (Locke et al., 2015). Was im Körper gegen das Abnehmen arbeitet, erklärt der Artikel Warum ist Abnehmen so schwer?

Was erklären die Gene bei Adipositas nicht?

Sie erklären nicht, warum ein einzelner Mensch Adipositas hat. Die 97 bekannten Genorte erklären zusammen etwa 2,7 % der BMI-Unterschiede, alle verbreiteten Varianten im Erbgut zusammen dürften über 20 % erklären (Locke et al., 2015).

Frau mit blondem Haar geht im Morgenlicht auf einem Sandweg zwischen Dünen

Zwischen den 40 bis 70 % aus Familienstudien und den etwa 2,7 % der bekannten Genorte liegt ein großer Abstand. Für dich heißt das: Aus einzelnen Genvarianten lässt sich dein Gewicht nicht ablesen. Die Studie von 2015 stützt zudem eine Rolle des zentralen Nervensystems, also von Gehirn und Rückenmark, für die Anfälligkeit (Locke et al., 2015).

Anders liegt der Fall bei den genetischen Formen der Adipositas, die auf ein einzelnes Gen zurückgehen. Die Leitlinie nennt sie „selten, aber klinisch relevant, da die Therapie in der Regel schwierig ist“ (DAG, 2024). Das bekannteste Beispiel betrifft MC4R, das Gen für den Melanocortin-4-Rezeptor, eine Empfangsstelle für Botenstoffe. Mutationen darin sind die führende Ursache monogener, also durch ein einzelnes Gen verursachter, schwerer Adipositas mit Beginn in der Kindheit (Loos et al., 2008). Sie finden sich bei bis zu 0,3 % der Bevölkerung (Loos und Yeo, 2022).

Um einen solchen Defekt nachzuweisen, sind laut Leitlinie molekulargenetische Untersuchungen in Spezialeinrichtungen notwendig, also gezielte Analysen des Erbguts (DAG, 2024). Verbreitete Varianten in der Nähe von MC4R wirken dagegen auf Bevölkerungsebene auf Fettmasse und Gewicht (Loos et al., 2008). Das ist etwas anderes als ein Defekt, und die beiden dürfen nicht verwechselt werden.

Auf einen Blick: Was Veranlagung erklärt, und was nicht

Veranlagung erklärt einen Teil der Unterschiede zwischen Menschen, Familienstudien schätzen ihn auf 40 bis 70 % (Loos und Yeo, 2022). Die bekannten Genorte erklären zusammen dagegen nur etwa 2,7 % der BMI-Unterschiede (Locke et al., 2015). Seltene Einzelgendefekte wie bei MC4R lassen sich nur mit Spezialdiagnostik nachweisen. Über den Verlauf bei einem einzelnen Menschen entscheidet die Anlage nicht allein, denn die Leitlinie beschreibt Adipositas als Zusammenspiel von Biologie und Umwelt.

Ist Adipositas eine Frage des Willens?

Nein. Die WHO stuft Adipositas als chronische, wiederkehrende Krankheit ein, die sinngemäß aus dem Zusammenspiel von Erbanlagen und Umwelt entsteht (Faktenblatt, Stand 2025).

Zwei Behauptungen sind trotzdem verbreitet, und beide gehen am Stand der Forschung vorbei. Hinter beiden steckt eine ernste Frage: ob sich überhaupt etwas ändern lässt.

Zwei Behauptungen im Faktencheck

Verbreitet

„Adipositas ist eine Frage des Willens.“

Belegt

Die WHO führt Adipositas als chronische Krankheit, an der neben Erbanlagen auch die Umwelt beteiligt ist (WHO, 2025). Die Leitlinie nennt genetische Faktoren für das individuelle Risiko von maßgeblicher Bedeutung (DAG, 2024).

Verbreitet

„Wer die Gene hat, kann nichts tun.“

Belegt

Mehr Bewegung oder eine gesunde Ernährung kann den Effekt des FTO-Genorts auf das Adipositasrisiko um 30 bis 40 % abschwächen (Loos und Yeo, 2022). Und die 97 bekannten Genorte erklären zusammen nur etwa 2,7 % der BMI-Unterschiede (Locke et al., 2015).

Was kann ein DNA-Test bei Adipositas leisten?

Er kann zeigen, welche Varianten du in Genen trägst, die mit dem Körpergewicht in Verbindung gebracht werden. Eine Adipositas erklärt er nicht, und eine Therapie ersetzt er nicht.

mybody®x (MYBODY Lab GmbH) bietet mit dem WeightLoss | SLIM DNA-Test eine solche Analyse aus einer Speichelprobe an. Der Bericht „Risiko für die Entwicklung von Übergewicht“ wertet neun Gene zur Veranlagung aus, darunter FTO und MC4R. Auch TMEM18 gehört dazu, einer der Genorte, die eine Studie von 2009 neu mit dem BMI in Verbindung brachte (Willer et al., 2009).

Direkt daneben gehört die Einordnung aus Kapitel 7. Die 97 bekannten Genorte erklären zusammen etwa 2,7 % der BMI-Unterschiede (Locke et al., 2015). Ein seltener MC4R-Defekt lässt sich laut Leitlinie nur mit Spezialdiagnostik nachweisen (DAG, 2024). Der Speicheltest ist keine solche Untersuchung. Ein DNA-Test erklärt keine Adipositas und ersetzt keine Therapie.

Was bleibt dann? Ein Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hielt 2022 fest, dass Belege für den Erfolg genbasierter Ernährungsempfehlungen noch weitgehend fehlen (sinngemäß nach Holzapfel u. a., 2022). Den Nutzen sehen wir deshalb in Struktur und Einordnung: Du siehst schriftlich, wo deine Anlage liegt, und kannst das Gespräch in der Praxis damit vorbereiten. Die Anlage ist keine Festlegung.

Wie sich ein DNA-Test bei Übergewicht einordnen lässt, beschreibt der Artikel Kann ein DNA-Test beim Abnehmen helfen?

Produktbild WeightLoss | SLIM DNA-Test von mybody®x

Aus dem mybody®x-Sortiment · DNA-Test

WeightLoss | SLIM DNA-Test

Die Analyse wertet aus einer Speichelprobe über 80 Genvariationen aus, also Stellen im Erbgut, an denen sich Menschen unterscheiden. Die Ergebnisse stehen in 24 Analyseberichten in 5 Kapiteln, darunter „Risiko für die Entwicklung von Übergewicht“ mit neun Genen. Der Test stellt keine Diagnose und ersetzt keine Therapie; einen Abnehmerfolg sagt er nicht voraus.

Preis 169,00 € Stand 23.09.2026, Änderungen möglich
Probenart Speichel
Umfang über 80 Genvariationen
24 Analyseberichte in 5 Kapiteln
Testintervall einmal im Leben
Angabe der Produktseite, Stand 23.09.2026
Zum WeightLoss SLIM DNA-Test

Wie aussagekräftig ist der BMI bei Adipositas?

Nur begrenzt: Der BMI beschreibt den Körperfettanteil laut Leitlinie nur ungenau. Er unterscheidet überschüssiges Fett nicht von Muskel- oder Knochenmasse und sagt nichts über die Verteilung des Fettgewebes (DAG, 2024).

Alter und Geschlecht verschieben die Beziehung zwischen BMI und Körperfett, ebenso Herkunft und Muskelmasse. Ältere Erwachsene haben bei gleichem BMI mehr Körperfett als jüngere. Muskulöse Sportlerinnen und Sportler können dagegen allein wegen ihrer Muskelmasse einen hohen BMI haben (DAG, 2024).

Deshalb lohnt der Blick auf die Taille. Die Leitlinie nennt einen Taillenumfang ab 102 cm bei Männern und ab 88 cm bei Frauen als Zeichen einer stammbetonten Fettverteilung, also von Fett, das sich vor allem am Bauch sammelt (DAG, 2024). Auch die WHO beschreibt den BMI als Ersatzmaß für Körperfett und sieht in weiteren Messungen wie dem Taillenumfang eine Hilfe für die Diagnose (Faktenblatt, Stand 2025).

Ein einfaches Zusatzmaß ist das Verhältnis von Taillenumfang zu Körpergröße, beides in Zentimetern. Dafür nennt die Leitlinie einen vorgeschlagenen Grenzwert von 0,5, für Männer und Frauen gleich (DAG, 2024). Bei 170 Zentimetern Körpergröße entspricht das 85 Zentimetern Taille.

Keine dieser Zahlen entscheidet allein. Laut Leitlinie reichen BMI und Taillenumfang nicht aus, um im Einzelfall über eine Behandlung zu entscheiden (DAG, 2024).

Adipositas Grad 1 im Befund: Was kannst du jetzt tun?

Nimm die Zahl als Ausgangspunkt für ein Gespräch, nicht als Urteil. Wenn Essen und Gewicht deinen Alltag bestimmen, ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle.

Zwei Messwerte bringst du am besten mit: deinen BMI, den du wie im Rechenbeispiel aus Kapitel 1 ermittelst, und deinen Taillenumfang, gemessen mit einem Maßband. Frag in der Praxis, welche Begleitumstände bei dir eine Rolle spielen und welches Ziel zu dir passt.

Die Leitlinie nennt für Grad 1 mindestens 5 % des Ausgangsgewichts in sechs bis zwölf Monaten als Orientierung, ab Grad 2 mindestens 10 % (DAG, 2024). Das ist ein Ziel für die Behandlung, kein Versprechen. Wer schon einiges versucht hat, darf das Ziel gemeinsam mit der Praxis festlegen, statt es sich allein aufzuladen.

Für den Alltag zwischen den Terminen findest du unten zwei weiterführende Artikel: wie du satt wirst und trotzdem abnimmst, und wie eine Umstellung zur Gewohnheit wird.

Ein BMI von 30 ist eine Grenze in der Tabelle der Leitlinie (DAG, 2024). Was danach kommt, entscheidest du mit deiner Praxis.

Häufige Fragen

Ab wann spricht man von Adipositas?

Bei Erwachsenen spricht man ab einem BMI von 30 von Adipositas. Diese Grenze nennen die Leitlinie der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG, 2024) und die WHO (Faktenblatt, Stand 2025) gleichermaßen. Die Leitlinie definiert Adipositas als eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts, die mit gesundheitlichen Risiken einhergeht. Zwischen 25 und 29,9 liegt die Vorstufe, die Präadipositas.

Was ist Adipositas per magna?

Adipositas per magna, auch permagna geschrieben, bezeichnet Adipositas Grad III, also einen BMI ab 40. So definiert es das DocCheck Flexikon (abgerufen 2026). Die ärztlichen Leitlinien verwenden den Begriff nicht; sie sprechen von Adipositas Grad III und setzen die Grenze ebenfalls bei einem BMI von 40 (DAG, 2024). Bei 1,70 Metern Körpergröße entspricht das rund 116 Kilogramm.

Welche Symptome hat Adipositas?

Adipositas wird nicht an Symptomen erkannt, sondern über Messwerte: einen BMI ab 30 und ergänzend den Taillenumfang (DAG, 2024; WHO, 2025). Beschwerden, die mit dem Gewicht zusammenhängen, spielen für die Behandlung trotzdem eine Rolle. Die Leitlinie nennt bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 zum Beispiel Bluthochdruck oder Typ-2-Diabetes als Gründe für eine Behandlung. Solche Beschwerden gehören in die Hausarztpraxis.

Welcher Taillenumfang zählt neben den Adipositasgraden?

Die Leitlinie nennt einen Taillenumfang ab 102 cm bei Männern und ab 88 cm bei Frauen als Zeichen einer stammbetonten Fettverteilung (DAG, 2024). Bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 kann schon dieser Wert eine Behandlung begründen. Als Zusatzmaß nennt die Leitlinie für das Verhältnis von Taille zu Körpergröße einen Grenzwert von 0,5. Die Adipositasgrade selbst richten sich allein nach dem BMI.

Wer ist die erste Anlaufstelle bei Adipositas?

Die erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis, und ab einem BMI von 30 nennt die Leitlinie eine Behandlung als angezeigt (DAG, 2024). In der Praxis lassen sich BMI und Taillenumfang messen und Begleitumstände klären. Die Leitlinie betont, dass diese Messwerte allein nicht ausreichen, um über eine Behandlung zu entscheiden. Ab Grad 2 ist ein ärztlich begleitetes Programm der passende Rahmen.

Nächster Schritt

Deine Veranlagung kennen, ohne sie zu überschätzen

Der WeightLoss | SLIM DNA-Test zeigt dir deine Anlage in 24 Analyseberichten. Er ersetzt keine ärztliche Begleitung und sagt keinen Abnehmerfolg voraus.

Zum WeightLoss SLIM DNA-Test Kann ein DNA-Test beim Abnehmen helfen? Was die Analyse bei Übergewicht zeigt und wo sie endet

Weiterlesen

Quellen

  1. Deutsche Adipositas-Gesellschaft (DAG) e.V.: S3-Leitlinie Adipositas – Prävention und Therapie, Version 5.0, AWMF 050-001 (Stand 2024) – register.awmf.org
  2. AWMF-Register 088-001: S3-Leitlinie Chirurgie der Adipositas und metabolischer Erkrankungen (Stand 2018) – register.awmf.org
  3. Loos RJF, Yeo GSH: The genetics of obesity: from discovery to biology. Nature Reviews Genetics (Stand 2022) – europepmc.org
  4. Robert Koch-Institut, Schienkiewitz A et al.: Overweight and obesity among adults in Germany – Results from GEDA 2019/2020-EHIS. Journal of Health Monitoring (Stand 2022) – europepmc.org

BMI-Klassen, Behandlungsanlass, Gewichtsziele, Basistherapie, Medikamente, Grenzen des BMI, Taillenumfang und das Zitat zu den Genen stützen sich auf [1], die Operation auf [2]. Heritabilität, FTO und Lebensstil sowie der Anteil der MC4R-Mutationen stützen sich auf [3], die Zahlen für Deutschland auf [4]. Weitere Belege im Text: WHO, Faktenblatt „Obesity and overweight“ (Stand 2025); Locke et al., Nature (2015); Frayling et al., Science (2007); Loos et al., Nature Genetics (2008); Willer et al., Nature Genetics (2009); DocCheck Flexikon, Eintrag „Adipositas permagna“ (abgerufen am 23.09.2026); Holzapfel u. a., DGE-Positionspapier, Molecular Nutrition and Food Research (2022). Produktangaben nach der Produktseite von mybody®x, Preis geprüft am 23.09.2026.

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mybody®x Redaktions- & Fachteam

Adipositas Genetik des Körpergewichts

Das Redaktions- und Fachteam von mybody®x stützt diesen Artikel auf die Leitlinie Adipositas der Deutschen Adipositas-Gesellschaft von 2024 und auf Originalstudien zur Genetik des Körpergewichts. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 23.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 23.09.2026

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.

Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.

Die DNA-Analyse dient der Ernährungs- und Lebensstilberatung. Sie ist kein diagnostisches Verfahren, stellt keine Krankheitsvorhersage dar und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Genetische Varianten beschreiben Wahrscheinlichkeiten in Bevölkerungsgruppen, keine Festlegung für einzelne Personen.

Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.

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