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Angst vor der Blutabnahme: was vorher und währenddessen hilft

29. September 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Gegen die Angst vor der Blutabnahme kannst du selbst etwas tun: sie beim Termin offen ansprechen und dich vorbereiten. Am besten untersucht ist die Anspannungstechnik, also wiederholtes Anspannen großer Muskelgruppen: Bei Blutspendenden waren Kreislaufreaktionen damit etwa halbiert (Wang u. a., 2022). Eine echte Ohnmacht ist bei der Blutabnahme selten (Deacon & Abramowitz, 2006).

Nadelangst ist verbreitet: Bei jungen Erwachsenen reichten die Schätzungen von 20 bis 30 % (McLenon & Rogers, 2019).

In einer Auswertung von 677.956 Blutabnahmen in Tokio kam es bei 0,004 % der Abnahmen zu einer echten Ohnmacht (Yoshimoto u. a., 2020).

Wegsehen und ruhiges Atmen sind allgemeine Ratschläge, die in den Quellen dieses Artikels nicht untersucht wurden.

In diesem Artikel

Angst vor der Blutabnahme: Wie verbreitet ist sie?

Angst vor der Nadel ist verbreitet. Eine große Übersichtsarbeit fand Schätzungen von 20 bis 50 % bei Jugendlichen und von 20 bis 30 % bei jungen Erwachsenen (McLenon & Rogers, 2019).

Die Arbeit von McLenon und Rogers ist eine Metaanalyse, also eine Auswertung, die die Daten verschiedener Studien gemeinsam berechnet: Von 119 eingeschlossenen Arbeiten flossen 35 in die Berechnung ein (McLenon & Rogers, 2019). Bei Kindern zeigte die Mehrheit Nadelangst (McLenon & Rogers, 2019). Im Allgemeinen nahm die Angst mit dem Alter ab, und Frauen waren häufiger betroffen als Männer, bei der Nadelangst ebenso wie bei der Nadelphobie (McLenon & Rogers, 2019). Die Zahlen gelten für Jugendliche und junge Erwachsene; auf alle Erwachsenen lassen sie sich nicht hochrechnen.

Die Übersicht nennt ausdrücklich die Situation, um die es hier geht: die Venenpunktion, also die Blutabnahme aus der Vene mit einer Nadel.

Belegte Fundstelle

„Nadelangst war häufig bei der Blutabnahme aus der Vene, bei der Blutspende und bei chronisch Kranken, die Spritzen brauchen.“ (McLenon & Rogers, 2019)

McLenon & Rogers
The fear of needles: A systematic review and meta-analysis, Journal of Advanced Nursing, 2019 · aus dem Englischen übertragen

Eine zweite Studie schaut direkt in die Blutentnahmestellen von Kliniken: Deacon und Abramowitz untersuchten 3315 Menschen, denen dort Blut abgenommen wurde (Deacon & Abramowitz, 2006). Deutliche Angstsymptome während der Abnahme hatte nur eine kleine Minderheit (Deacon & Abramowitz, 2006). Die Zahlen beider Arbeiten stammen aus verschiedenen Gruppen und lassen sich nicht direkt gegeneinander rechnen.

Vielleicht denkst du jetzt: Mir kann man das nicht ausreden. Das stimmt, und dieser Artikel versucht es auch nicht. Er sammelt Werkzeuge für die Zeit vor dem Termin und für die Minuten im Stuhl, und bei jedem steht dabei, ob es dazu eine Studie gibt.

Schwindel bei der Blutabnahme und die Abnahme im Liegen behandelt der Artikel Nüchtern zur Blutabnahme: was erlaubt ist. Dort steht der Kreislauf im Mittelpunkt, hier die Angst vor der Nadel.

Woher kommt die Angst vor der Blutabnahme?

Die Angst vor der Blutabnahme hängt mit dem zusammen, was du bei Spritzen sonst erlebst. Wer bei Spritzen zu bestimmten Empfindungen neigt, reagierte bei der Venenpunktion eher ängstlich (Deacon & Abramowitz, 2006).

Aus der Studie von Deacon und Abramowitz stammen die ersten Punkte unten, aus einer Studie aus Japan der letzte: die Zahl der Röhrchen. Jeder dieser Punkte bietet einen eigenen Ansatz für die Vorbereitung, deshalb stehen sie hier einzeln.

Der Schmerz: Angst vor dem Einstich

Der erwartete Schmerz hängt mit Angst bei der Blutabnahme zusammen: Wer bei Spritzen zu Schmerz neigt, reagierte bei der Venenpunktion eher ängstlich (Deacon & Abramowitz, 2006). Du kannst die Person an der Nadel bitten, den Einstich anzusagen, oder ausdrücklich darum, es nicht zu tun. Welche Variante dir besser liegt, weißt du selbst; untersucht ist in den Quellen dieses Artikels keine von beiden.

Der Ekel: Angst vor dem Anblick von Blut

Ekel vor Blut ist die zweite Spur: Auch wer bei Spritzen zu Ekel neigt, reagierte bei der Blutabnahme eher ängstlich (Deacon & Abramowitz, 2006). Ekel ist eine Reaktion, die du dir nicht ausgesucht hast, und kein Zeichen von Schwäche. Praktisch heißt das: Du musst nicht hinsehen. Das Röhrchen füllt sich auch, wenn dein Blick auf dem Fenster liegt.

Die Ohnmacht: Angst, das Bewusstsein zu verlieren

Auch die Angst, ohnmächtig zu werden, geht mit ängstlichem Reagieren bei der Blutabnahme einher (Deacon & Abramowitz, 2006). Fachleute sprechen von einer vasovagalen Reaktion, einer Kreislaufreaktion mit Schwindel bis Ohnmacht; die Ohnmacht selbst heißt Synkope, ein kurzer Verlust des Bewusstseins.

Die Daten dazu beruhigen. In der Studie von Deacon und Abramowitz waren vasovagale Reaktionen und Ohnmachten äußerst selten (Deacon & Abramowitz, 2006). Eine Auswertung von 677.956 Blutabnahmen an einer Universitätsklinik in Tokio kam auf Ohnmachten bei 0,004 % der Abnahmen (Yoshimoto u. a., 2020). Die Zahl gilt für echte Ohnmachten, nicht für Schwindel oder ein flaues Gefühl.

Wer schon einmal kurz weggetreten ist, trägt diese Erinnerung mit in den nächsten Termin. Das ist verständlich, und es ist ein guter Grund, es vorher anzusprechen.

Die Röhrchen: Angst vor dem Blutverlust

Die Zahl der Röhrchen entspricht vermutlich dem gefühlten Blutverlust, schreiben die Autorinnen und Autoren der Studie aus Tokio (Yoshimoto u. a., 2020). Tatsächlich ist die Menge klein: Für Laboruntersuchungen wurden dort 4 bis 20 ml abgenommen, weniger als bei einer Blutspende mit 500 ml (Yoshimoto u. a., 2020).

Bei einem Röhrchen waren es im Mittel 4,1 ml, bei mehr als sechs Röhrchen im Mittel 19,9 ml (Yoshimoto u. a., 2020). Mehr als fünf Röhrchen gingen in derselben Auswertung mit einem höheren Ohnmachtsrisiko einher (Yoshimoto u. a., 2020). Röhrchen in Japan können anders bemessen sein als in Deutschland; die Mengen je Röhrchen erklärt der Artikel zur Blutmenge bei der Blutabnahme.

Was hilft vor der Blutabnahme gegen die Angst?

Vor der Blutabnahme helfen ein offenes Wort und etwas Übung. Die Anspannungstechnik ist der einzige Schritt in diesem Kapitel, zu dem es Studien gibt, untersucht bei Blutspendenden (Ditto u. a., 2003).

Eine Frau sitzt mit geschlossenen Augen auf einem hellgrauen Sofa, eine Hand auf der Brust, und atmet ruhig

Die anderen Schritte sind allgemeine Ratschläge. Das macht sie nicht wertlos. Es heißt nur, dass du sie ausprobierst, statt dich auf eine Zahl zu verlassen.

Die Angst beim Termin offen sagen

Ein Satz genügt: „Ich habe Angst vor der Nadel.“ Wer Blut abnimmt, kann sich darauf einstellen, etwa mit einer ruhigen Ansage oder einer Liege. Du musst die Angst dafür weder begründen noch kleinreden. Wenn dir bei einer früheren Abnahme schon einmal schwindelig wurde, gehört das in denselben Satz.

Nach der Zahl der Röhrchen fragen

Frag vor dem Einstich nach der Zahl der Röhrchen und danach, wofür sie gebraucht werden. Wenn du die Zahl kennst, kannst du mitzählen und abhaken, statt dich zu fragen, wann es vorbei ist. Eine Überraschung weniger ist an diesem Tag schon etwas wert.

Im Liegen fragen

Wenn dir bei früheren Abnahmen schwindelig wurde, frag, ob du im Liegen drankommen kannst. Was es mit dem Liegen auf sich hat, steht im oben verlinkten Artikel zur nüchternen Blutabnahme; hier reicht der Hinweis, dass du fragen darfst.

Den Termin früh legen

Ein Termin am Morgen verkürzt die Zeit, in der du an die Nadel denkst. Das ist ein Praxistipp und kein Studienergebnis, und er kostet dich nur einen Anruf in der Praxis.

Die Anspannungstechnik vorher üben

Die Anspannungstechnik, englisch „applied tension“, besteht aus wiederholtem Anspannen großer Muskelgruppen (Ditto u. a., 2003). In einer randomisierten Studie, bei der 605 Blutspendende zufällig auf drei Gruppen verteilt wurden, lernte eine Gruppe die Technik per Lehrvideo (Ditto u. a., 2003).

Üben kannst du sie zu Hause: große Muskeln wiederholt anspannen und wieder lösen, bis sich die Bewegung vertraut anfühlt. Im Stuhl ist sie dann kein neues Manöver mehr, sondern etwas, das du schon kennst.

Der Befund hat Grenzen, die du kennen solltest. Er stammt von Blutspendenden und nicht aus der Laborblutabnahme, und bei Männern zeigte sich in dieser Studie kein Unterschied (Ditto u. a., 2003). Frauen mit Anspannungstechnik berichteten dagegen deutlich weniger Beschwerden und mussten seltener zurückgelehnt werden (Ditto u. a., 2003).

Was hilft während der Blutabnahme gegen die Angst?

Für die Minuten im Stuhl hat die Anspannungstechnik den besten Beleg, untersucht bei Blutspendenden: weiter anspannen, solange die Nadel sitzt. Bei Blutspendenden profitierte in einer Studie die Gruppe, die bis kurz vor dem Aufstehen anspannte (Ditto & France, 2006).

Anspannungstechnik während der ganzen Abnahme

Ditto und France teilten 467 junge erwachsene Blutspendende zufällig auf drei Gruppen auf (Ditto & France, 2006). Wer die Technik vom Hinsetzen bis kurz vor dem Aufstehen übte, berichtete deutlich weniger Beschwerden als die Vergleichsgruppen; eine Scheingruppe übte nur bis zum Einstich (Ditto & France, 2006). Übertragen auf die Blutabnahme in der Praxis, mit dem Vorbehalt, dass es Spendende waren, heißt das: weiter anspannen, bis die Nadel draußen ist.

Eine Metaanalyse von Wang und Kollegen fasste sechs Studien aus 51 gefundenen zusammen (Wang u. a., 2022). Das relative Risiko für vasovagale Reaktionen lag mit Anspannungstechnik bei 0,52 (Wang u. a., 2022). Das relative Risiko setzt die Rate in der einen Gruppe ins Verhältnis zur anderen; ein Wert von 0,52 heißt, dass Kreislaufreaktionen bei Blutspendenden etwa halbiert waren (Wang u. a., 2022).

Die Autorinnen und Autoren halten größere multizentrische Studien, also Studien an verschiedenen Standorten, für nötig, um das Ergebnis zu bestätigen (Wang u. a., 2022). Die eingeschlossenen Studien stammen ausschließlich aus der Blutspende.

Wegsehen und Ablenkung

Wegsehen und Ablenkung kennst du vermutlich als Ratschläge. Du kannst den Blick auf einen festen Punkt an der Wand richten oder dich in ein Gespräch verwickeln lassen. In den Quellen dieses Artikels ist beides nicht untersucht; es sind allgemeine Ratschläge, die du ausprobieren kannst.

Ruhig atmen

Ruhiges, gleichmäßiges Atmen ist ein weiterer allgemeiner Rat für die Minuten im Stuhl. Auch dazu enthalten die Quellen dieses Artikels keine Untersuchung. Nimm ihn als Angebot: Wenn es dir hilft, den Atem zu spüren, während die Muskeln arbeiten, ist das ein guter Anker.

Die Tabelle stellt die Werkzeuge nebeneinander und nennt bei jedem, was dazu belegt ist.

Werkzeuge rund um die Blutabnahme · Beleg zur Anspannungstechnik: Wang u. a., 2022

Was du tust So geht es Was dazu belegt ist
Anspannungstechnik Große Muskelgruppen wiederholt anspannen, auch während die Nadel sitzt Bei Blutspendenden Kreislaufreaktionen etwa halbiert (Wang u. a., 2022)
Wegsehen Den Blick auf einen festen Punkt abseits des Arms richten In den Quellen dieses Artikels nicht untersucht
Ablenkung Ein Gespräch führen oder an etwas Bestimmtes denken In den Quellen dieses Artikels nicht untersucht
Ruhig atmen Gleichmäßig ein- und ausatmen, im eigenen Tempo In den Quellen dieses Artikels nicht untersucht
Termin früh legen Einen Termin am Morgen wählen Praxistipp, kein Studienergebnis

Beleg zur Anspannungstechnik: Metaanalyse an Blutspendenden (Wang u. a., 2022). Die übrigen Zeilen sind allgemeine Ratschläge ohne Studie in den Quellen dieses Artikels.

Kapitel auf einen Blick

Die Anspannungstechnik ist in den Quellen dieses Artikels das einzige Werkzeug mit Studien, untersucht bei Blutspendenden. Dort waren Kreislaufreaktionen mit der Technik etwa halbiert (Wang u. a., 2022). Die wirksame Gruppe übte bis kurz vor dem Aufstehen und hörte nicht beim Einstich auf (Ditto & France, 2006). Wegsehen und Ablenkung bleiben allgemeine Ratschläge, ruhiges Atmen ebenso.

Ist der Fingerpieks eine Alternative zur Blutabnahme?

Für Nährstoffwerte kann der Fingerpieks eine Alternative sein, als Ersatz für jede Blutabnahme taugt er nicht. Er liefert Kapillarblut, also Blut aus den feinen Haargefäßen, und damit eine andere Probe als die Venenpunktion.

Die Bluttests von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) arbeiten mit Kapillarblut per Fingerpieks, das du zu Hause selbst entnimmst. Die Probe schickst du in der beiliegenden Rücksendetasche zurück; ausgewertet wird sie in einem Fachlabor in Deutschland. Eine Vene wird dabei nicht punktiert, und niemand sitzt mit einer Nadel neben dir.

Kapillarblut ist nicht dasselbe wie venöses Blut. Worin sich beides unterscheidet, steht im Artikel Bluttest für zu Hause: Erfahrungen. Wie ein Trockenbluttest abläuft und wo er sich von der Entnahme aus der Vene abgrenzt, erklärt der Artikel Trockenbluttest: Ablauf und Schritte.

Auch ein kleiner Pieks kann Angst machen, nur an anderer Stelle. Um genau diese Angst beim Heimtest geht es im Artikel Eisenmangel-Selbsttest.

Welche Werte nur aus Venenblut bestimmt werden können, klärst du am besten mit deiner Praxis. Kein Test von mybody®x enthält ein Blutbild, also die Zählung der Blutzellen. Braucht deine Ärztin oder dein Arzt ein Blutbild oder andere Werte aus der Vene, bleibt der Termin, und dafür sind die Tipps oben gedacht.

Der VitalCheck bestimmt Nährstoffwerte wie Vitamin D und Ferritin, den Speicherwert für Eisen. Er liefert eine Momentaufnahme, keine Diagnose. Ein auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung – er bedeutet, dass sich ein zweiter Blick lohnt, am besten gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Ein Bluttest wie der VitalCheck passt, wenn …

du Nährstoffwerte wie Vitamin D, Ferritin und B12 im Blick haben willst, ohne dass eine Vene punktiert wird.

du die Probe lieber zu Hause selbst entnimmst als in der Praxis.

Eher nicht, wenn …

deine Praxis Werte braucht, die er nicht misst. Dann hilft der Termin mit den Tipps oben.

ein Blutbild gebraucht wird, denn kein Test von mybody®x enthält eines.

Der Test ist ein Weg für den Teil deiner Fragen, der sich um Nährstoffe dreht. Die Angst vor der Nadel beim nächsten Praxistermin nimmt er dir nicht ab.

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Bestimmt Nährstoffwerte wie Vitamin D und Vitamin B12 aus Kapillarblut, also Blut aus den feinen Haargefäßen, das du zu Hause selbst per Fingerpieks entnimmst. Er liefert eine Momentaufnahme und keine Diagnose. Eine Blutabnahme, die deine Praxis für andere Werte braucht, ersetzt er nicht.

Preis 169,00 € Stand 29.09.2026, Änderungen möglich
Probenart Kapillarblut per Fingerpieks, zu Hause selbst entnommen
Bearbeitungszeit Kit-Versand 1–3 Werktage
Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
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Grenzen: Wo Tipps gegen die Blutabnahme-Angst aufhören

Die Tipps in diesem Artikel ersetzen kein Gespräch in der Praxis, und untersucht ist nur die Anspannungstechnik. Deren Studien stammen von Blutspendenden, bei denen 500 ml abgenommen werden; bei den Laboruntersuchungen in Tokio waren es je nach Zahl der Röhrchen etwa 4 bis 20 ml (Yoshimoto u. a., 2020).

Auch innerhalb der Blutspende-Studien gibt es Einschränkungen. Bei Ditto und Kollegen zeigte sich die Wirkung nur bei Frauen (Ditto u. a., 2003). Die Autorinnen und Autoren schreiben selbst, dass die Technik nicht bei allen wirkte und ihr Mechanismus unklar ist (Ditto u. a., 2003). Die Metaanalyse von Wang und Kollegen beruht auf sechs Studien (Wang u. a., 2022).

Wenn die Angst so groß ist, dass du nötige Untersuchungen ausfallen lässt, ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle. Dass Angst vor der Nadel zu Vermeidung führen kann, zeigt eine Zahl aus der Übersicht von McLenon und Rogers: 16 % der erwachsenen Patientinnen und Patienten ließen wegen Nadelangst die Grippeimpfung aus (McLenon & Rogers, 2019).

Die Ohnmachtsrate von 0,004 % beschreibt echte Ohnmachten bei Blutabnahmen in einer Klinik in Tokio (Yoshimoto u. a., 2020). Schwindel oder Übelkeit erfasst sie nicht. Und der VitalCheck ersetzt keine Blutabnahme, die deine Praxis für andere Werte braucht; ein Blutbild enthält er nicht.

Wie wird die nächste Blutabnahme trotz Angst leichter?

Die nächste Blutabnahme wird leichter durch das, was du vorher festlegst: einen Satz für die Person an der Nadel und eine geübte Anspannungstechnik.

Am Anfang stand der Einwand, dass man dir die Angst nicht ausreden kann. Das muss auch niemand. Die Angst darf mitkommen; sie muss nur nicht allein entscheiden, ob du hingehst.

Ein kleiner Plan hilft beim Umsetzen. Schreib dir den Satz auf, den du beim Termin sagen willst, und üb die Anspannung am Abend davor, bis sie sich vertraut anfühlt. Frag am Tag selbst nach der Zahl der Röhrchen und nach der Liege, wenn dir schon einmal schwindelig wurde. Und wenn du den Termin seit Monaten vor dir herschiebst, ist das ein Thema für die Hausarztpraxis und nicht für noch einen Ratgeber.

Die Nadel bleibt eine Nadel. Wie vorbereitet du ihr begegnest, entscheidest du.

Häufige Fragen

Ist Angst vor Spritzen normal?

Ja, Angst vor Spritzen ist verbreitet und nichts, wofür du dich schämen musst. Bei Kindern zeigte die Mehrheit Nadelangst, bei Jugendlichen reichten die Schätzungen von 20 bis 50 % (McLenon & Rogers, 2019). Normal heißt aber nicht, dass du sie still aushalten musst. Du kannst sie beim Termin ansprechen und vorher die Anspannungstechnik üben, die bei Blutspendenden untersucht ist.

Wie wahrscheinlich ist eine Ohnmacht bei der Blutabnahme?

Die Wahrscheinlichkeit ist gering: In einer Auswertung von 677.956 Blutabnahmen an einer Universitätsklinik in Tokio kam es bei 0,004 % der Abnahmen zu einer Ohnmacht (Yoshimoto u. a., 2020). Die Zahl gilt für echte Ohnmachten, nicht für Schwindel. Mehr als fünf Röhrchen gingen dort mit einem höheren Risiko einher (Yoshimoto u. a., 2020). Wenn dir schon einmal schwindelig wurde, sag es vorher und frag nach einer Liege.

Was ist über das Anspannen bei Schwindel bekannt?

Warum die Anspannungstechnik wirkt, ist unklar; das schreiben Ditto und Kollegen selbst (Ditto u. a., 2003). Belegt ist bei Blutspendenden das Ergebnis: Kreislaufreaktionen waren mit der Technik etwa halbiert (Wang u. a., 2022). In der Studie von Ditto und Kollegen zeigte sich die Wirkung zudem nur bei Frauen (Ditto u. a., 2003). Eine Erklärung, die über diese Befunde hinausgeht, wäre an dieser Stelle geraten.

Wird die Angst vor Nadeln mit dem Alter weniger?

Im Allgemeinen ja: In der Übersicht von McLenon und Rogers nahm die Nadelangst mit dem Alter ab (McLenon & Rogers, 2019). Bei jungen Erwachsenen reichten die Schätzungen noch von 20 bis 30 % (McLenon & Rogers, 2019). Ob die Angst bei dir persönlich nachlässt, lässt sich daraus nicht ablesen, denn die Zahlen beschreiben Gruppen und keine Einzelnen. Warten ist deshalb kein Plan, Üben schon.

Tut der Fingerpieks weniger weh als die Blutabnahme?

Das kann dieser Artikel nicht belegen, denn seine Quellen vergleichen den Schmerz von Fingerpieks und Venenpunktion nicht. Belegt ist nur ein Zusammenhang: Wer bei Spritzen zu Schmerz neigt, reagierte bei der Blutabnahme eher ängstlich (Deacon & Abramowitz, 2006). Um die Angst vor dem kleinen Pieks beim Heimtest geht es im oben verlinkten Artikel zum Eisenmangel-Selbsttest.

Nächster Schritt

Nährstoffwerte ohne Venenpunktion im Blick

Wenn es dir um Nährstoffwerte geht, entnimmst du die Probe für den VitalCheck zu Hause selbst per Fingerpieks. Für Werte, die deine Praxis aus der Vene braucht, bleibt der Termin mit den Tipps aus diesem Artikel.

Zum VitalCheck Wie die Messung aus Kapillarblut funktioniert Aus dem Wissenschaftsportal von mybody®x

Weiterlesen

Quellen

  1. McLenon & Rogers: The fear of needles: A systematic review and meta-analysis, Journal of Advanced Nursing (Stand 2019) – europepmc.org
  2. Deacon & Abramowitz: Fear of needles and vasovagal reactions among phlebotomy patients, Journal of Anxiety Disorders (Stand 2006) – europepmc.org
  3. Yoshimoto u. a.: Analysis of vasovagal syncope in the blood collection room, Scientific Reports (Stand 2020) – europepmc.org
  4. Wang u. a.: Prevention of Blood Donation-related Vasovagal Response by Applied Muscle Tension: a Meta-analysis, Journal of International Medical Research (Stand 2022) – europepmc.org

Die Angaben zur Verbreitung der Nadelangst stützen sich auf [1], zu Angst und Kreislaufreaktionen in Blutentnahmestellen auf [2], zu Ohnmachten und Blutmengen je Röhrchen auf [3] und zur Wirkung der Anspannungstechnik bei Blutspendenden auf [4]. Die Einzelbefunde zur Anspannungstechnik stammen ergänzend aus den randomisierten Studien von Ditto u. a. (Transfusion, 2003) und Ditto & France (Health Psychology, 2006), beide abgerufen über europepmc.org. Alle Quellen geprüft am 29.09.2026; Produktangaben zum VitalCheck mit Stand 29.09.2026, Änderungen möglich.

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Blutabnahme Bluttest

Dieser Ratgeber stammt vom mybody®x Redaktions- & Fachteam und stützt sich auf die Studien zur Nadelangst und zur Anspannungstechnik aus dem Quellenkapitel. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 29.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 29.09.2026

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