Zu viel an Vitaminen: Nebenwirkungen und Haarausfall
28. September 2026ca. 17 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
Im Übermaß schaden können Vitamine, die sich in Fett lösen, wie A und D, aber auch solche, die sich in Wasser lösen, wie B6 und Folsäure. Für jedes davon gibt es eine Höchstmenge für Erwachsene, bei Vitamin D sind es 100 Mikrogramm (µg) am Tag (EFSA, 2023). Haarausfall ist belegt für zu viel Vitamin A (DGE, 2025) und zu viel Selen (EFSA, 2023).
Fettlösliche Vitamine speichert der Körper, deshalb kann sich ein Zuviel anreichern und schaden (MedlinePlus, 2025).
Auch ein wasserlösliches Vitamin kann schaden: Für Vitamin B6 liegt die Höchstmenge bei 12 Milligramm (mg) am Tag, weil ein Zuviel die Nerven schädigen kann (EFSA, 2023).
Für Nahrungsergänzungsmittel (NEM), also Präparate wie Vitamintabletten, schlägt das Bundesinstitut für Risikobewertung Höchstmengen je Tagesportion vor, die keine gesetzlichen Grenzen sind (BfR, 2024).
In diesem Artikel
Fettlöslich oder wasserlöslich: Welche Vitamine bleiben?
Fettlösliche Vitamine speichert der Körper, wasserlösliche nach der üblichen Einteilung nicht. Zu den fettlöslichen zählen laut der US-Gesundheitsbibliothek MedlinePlus die Vitamine A, D, E und K, zu den wasserlöslichen Vitamin C und die B-Vitamine (MedlinePlus, 2025).
Fettlöslich heißt, dass sich ein Vitamin in Fett löst. Mit Nahrungsfett nimmt der Körper es leichter auf und legt es unter anderem in der Leber ab (MedlinePlus, 2025). Für Vitamin D beschreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) das genauer: „Da Vitamin D fettlöslich ist, kann es sehr gut im Körper gespeichert werden“, Hauptspeicher sind das Fett- und Muskelgewebe (BfR, 2025).
Wasserlöslich heißt, dass sich ein Vitamin in Wasser löst. MedlinePlus schreibt, diese Vitamine würden nicht gespeichert und Überschüsse verließen den Körper über den Urin (MedlinePlus, 2025). Im selben Absatz nennt die Seite eine Ausnahme: Vitamin B12 kann über Jahre in der Leber gespeichert werden.
Wozu die Unterscheidung taugt, zeigt ein weiterer Satz derselben Quelle. Bei großen Mengen fettlöslicher Vitamine sei Vorsicht geboten, weil sie sich im Körper anreichern und schaden können (MedlinePlus, 2025). Was gespeichert wird, kann sich aufbauen.
Der Einwand liegt nahe: Wasserlösliche Vitamine scheidet man doch einfach aus. Genauer gesagt gilt das nicht für jede Menge. Vitamin B6 und Folsäure führt das BfR unter den wasserlöslichen Vitaminen (BfR, 2024), und für beide hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) Höchstmengen festgelegt, weil ein Zuviel die Nerven betreffen kann, bei Folsäure dann, wenn ein Vitamin-B12-Mangel besteht (EFSA, 2023).
Eine solche tolerierbare Höchstmenge, kurz UL nach dem englischen Tolerable Upper Intake Level, ist laut BfR „die Menge, die bei chronischer täglicher Zufuhr eines Nährstoffes aus allen Quellen nach derzeitigem Wissen nicht mit negativen gesundheitlichen Wirkungen einhergeht“ (BfR, 2024). Sie gilt für die Gesamtzufuhr aus Lebensmitteln und Präparaten (EFSA, 2023). Drei dieser Werte zeigen, wie weit die Spanne reicht.
Tolerierbare Höchstmengen für Erwachsene (EFSA, 2023)
100 µg (EFSA, 2023)
Vitamin D am Tag. Grundlage ist eine anhaltend erhöhte Calciumausscheidung im Urin (EFSA, 2023).
12 mg (EFSA, 2023)
Vitamin B6 am Tag. Grundlage sind Schäden an Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark (EFSA, 2023).
255 µg (EFSA, 2023)
Selen am Tag. Grundlage ist Haarausfall als frühes, sichtbares Zeichen (EFSA, 2023).
Quelle: European Food Safety Authority (EFSA), Stellungnahmen von 2023 · µg = Mikrogramm, mg = Milligramm
Nebenwirkungen je Vitamin: Was bewirkt ein Zuviel?
Belegte Folgen eines Zuviels nennen die Behörden für fünf Vitamine, nämlich A, D, E, B6 und Folsäure; die Höchstmenge für Vitamin E hat die EFSA zuletzt 2024 bestätigt (EFSA, 2024). Bei den übrigen Vitaminen dieses Überblicks stehen nur die Höchstmengenvorschläge des BfR, also Werte, die das Institut für ein einzelnes Präparat vorschlägt (BfR, 2021).
Belegte Fundstelle
„Internationale wissenschaftliche Studien belegen zudem, dass von einer zusätzlichen, über den Bedarf hinausgehenden Aufnahme von Mikronährstoffen keine positiven gesundheitlichen Wirkungen zu erwarten sind.“
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Stellungnahme 006/2024 „Aktualisierte Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe“, 22. Februar 2024
Mikronährstoffe sind Vitamine und Mineralstoffe. Was ein Zuviel je Vitamin anrichten kann, steht in den folgenden Abschnitten, jeweils mit der Höchstmenge für Erwachsene.
Zu viel Vitamin A: Was ist belegt?
Zu viel Vitamin A kann langfristig eine Vergiftung mit Leberschäden verursachen, die tolerierbare Gesamtzufuhr für Erwachsene liegt bei 3.000 µg am Tag (DGE, 2025). Der Wert gilt nur für vorgebildetes Vitamin A, also Retinol und Retinsäure.
Über normale Lebensmittel ist eine Überversorgung laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung kaum möglich (DGE, 2025). Riskant sind eine unsachgemäße Einnahme von Präparaten oder ein übermäßiger Verzehr von Leber, dem Lebensmittel mit dem höchsten Gehalt an vorgebildetem Vitamin A (DGE, 2025). Die Zeichen im Einzelnen beschreibt der Artikel zu Vitamin-A-Überdosierung und ihren Symptomen.
Zu viel Vitamin D: Was ist belegt?
Eine Überdosierung von Vitamin D ist laut BfR erst bei einer überhöhten Zufuhr von langfristig mehr als 100 µg am Tag möglich, etwa durch Präparate, nicht durch die körpereigene Bildung (BfR, 2025). Die EFSA setzt die Höchstmenge für Erwachsene ebenfalls bei 100 µg an (EFSA, 2023).
Die mögliche Folge ist eine Hypercalcämie, also zu viel Calcium im Blut. Zu ihren Zeichen zählt das BfR Müdigkeit und Muskelschwäche sowie Übelkeit und Gewichtsverlust, auch Herzrhythmusstörungen sind möglich (BfR, 2025). Hält sie länger an, kann es zu Nierensteinen und einer Nierenverkalkung bis hin zu einer bleibenden Abnahme der Nierenfunktion kommen (BfR, 2025). Als weitere unerwünschte Wirkungen nennt das BfR eine Abnahme der Knochendichte bei älteren Frauen und ein erhöhtes Sturzrisiko (BfR, 2025). Bei herzkranken Menschen kann sich zudem die Herzfunktion verschlechtern.
Zu viel Vitamin E: Was ist belegt?
Bei Vitamin E ist die Wirkung auf die Blutgerinnung mit einem höheren Blutungsrisiko der kritische Effekt, also die Wirkung, auf die sich die Höchstmenge stützt; für Erwachsene bleibt sie bei 300 mg am Tag (EFSA, 2024). Für Menschen, die Medikamente zur Hemmung der Blutgerinnung nehmen, gilt dieser Wert laut EFSA nicht (EFSA, 2024).
Das BfR regt zudem an, Männer ab 55 Jahren dafür zu sensibilisieren, dass eine unkontrollierte Einnahme von Vitamin E das Risiko für Prostatakrebs erhöhen kann (BfR, 2021). Das ist ein Vorsichtshinweis, keine belegte Folge: Die EFSA hat Prostatakrebs geprüft, ihre Höchstmenge aber nicht darauf gestützt (EFSA, 2024).
Zu viel Vitamin B6: Was ist belegt?
Zu viel Vitamin B6 kann die Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark schädigen, eine sogenannte periphere Neuropathie. Die EFSA nennt diesen Zusammenhang gut belegt und setzt die Höchstmenge für Erwachsene bei 12 mg am Tag an (EFSA, 2023).
Ausgangspunkt waren 50 mg am Tag aus einer Fall-Kontroll-Studie, die Erkrankte mit Gesunden vergleicht (EFSA, 2023). Diesen Wert teilt das Gremium durch einen Unsicherheitsfaktor von 4, weil Beschwerden bei höherer Dosis früher auftreten und die Daten begrenzt sind (EFSA, 2023). Wie es bei einem zu hohen B6-Wert weitergeht, beschreibt der Artikel zu viel Vitamin B6.
Zu viel Folsäure: Was ist belegt?
Zu viel zugesetzte Folsäure kann bei einem Vitamin-B12-Mangel das Fortschreiten von Nervenbeschwerden begünstigen (sinngemäß nach EFSA, 2023). Die Höchstmenge für Erwachsene bleibt bei 1.000 µg am Tag (EFSA, 2023).
Sie gilt nur für Folsäure und zugelassene Methylfolat-Salze, eine weitere Form in Präparaten, nicht für das Folat, das von Natur aus in Lebensmitteln steckt (EFSA, 2023). Für einen ursächlichen Zusammenhang mit schlechterer geistiger Leistung oder mit Darm- und Prostatakrebs reichen die Belege laut EFSA nicht aus (EFSA, 2023).
Zu viel Vitamin B12: Was ist belegt?
Für Vitamin B12 schlägt das BfR für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 25 µg je Tagesverzehrempfehlung vor, also je Tagesportion, die der Hersteller auf der Packung angibt (BfR, 2021). Anders als die übrigen wasserlöslichen Vitamine kann B12 laut MedlinePlus über Jahre in der Leber gespeichert werden (MedlinePlus, 2025).
Was ein hoher B12-Wert im Befund bedeutet, beantwortet der Artikel Zu viel Vitamin B12: was ein hoher Wert bedeutet. Dort geht es um B12 im Detail, hier um den Überblick über die Vitamine.
Zu viel Niacin oder Vitamin C: Was ist belegt?
Für Niacin, ein B-Vitamin, schlägt das BfR je Tagesverzehrempfehlung höchstens 160 mg Nikotinamid oder 4,0 mg Nikotinsäure vor, je nach Form im Präparat (BfR, 2021). Für Vitamin C liegt der Vorschlag bei 250 mg (BfR, 2021).
Beide Vitamine sind wasserlöslich (BfR, 2024). Der Abstand zwischen den beiden Niacin-Formen zeigt, warum sich auf dem Etikett der Blick auf die genaue Form lohnt und nicht nur auf die Menge.
Die Tabelle stellt die Höchstmengen und die belegten Folgen nebeneinander. Selen, ein Mineralstoff, steht mit darin, weil Haarausfall bei ihm die Grundlage der Höchstmenge ist (EFSA, 2023).
Höchstmengen für Erwachsene und mögliche Folgen · Quelle und Jahr je Zelle
| Nährstoff | Höchstmenge (EFSA, Jahr) | Mögliche Folge laut Quelle |
|---|---|---|
| Vitamin A (vorgebildet) | 3.000 µg am Tag (DGE, 2025, nach EFSA) | Vergiftung mit Leberschäden, als Zeichen unter anderem Haarausfall (DGE, 2025) |
| Vitamin D | 100 µg am Tag (EFSA, 2023) | Hypercalcämie, bei längerer Dauer Nierensteine möglich (BfR, 2025) |
| Vitamin E | 300 mg am Tag (EFSA, 2024) | Wirkung auf die Blutgerinnung, höheres Blutungsrisiko (EFSA, 2024) |
| Vitamin B6 | 12 mg am Tag (EFSA, 2023) | Schäden an Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark (EFSA, 2023) |
| Folsäure (zugesetzt) | 1.000 µg am Tag (EFSA, 2023) | bei B12-Mangel Fortschreiten von Nervenbeschwerden (EFSA, 2023) |
| Selen | 255 µg am Tag (EFSA, 2023) | Haarausfall als frühes Zeichen (EFSA, 2023) |
Haarausfall durch Vitamine: Welches Zuviel ist belegt?
Belegt ist Haarausfall als Folge von zu viel Vitamin A (DGE, 2025) und von zu viel Selen, bei dem er die Grundlage der Höchstmenge ist (EFSA, 2023). Weitere Nährstoffe nennen die ausgewerteten Quellen nicht als Auslöser.

Bei Vitamin A steht Haarausfall in einer längeren Liste. Die Zeichen einer Vergiftung umfassen laut DGE „u. a. Übelkeit, Erbrechen, Kopfschmerzen und verschwommenes Sehen sowie Muskelschmerzen, trockene und gerötete Haut, Haarausfall sowie brüchige Fingernägel“ (DGE, 2025). Die DGE nennt diese Zeichen unspezifisch, also keiner Ursache eindeutig zuzuordnen. Haarausfall allein sagt deshalb nicht, dass Vitamin A dahintersteckt.
Beim Selen ist der Zusammenhang enger. Die EFSA bezeichnet Haarausfall als frühes, sichtbares Zeichen und gut belegte unerwünschte Wirkung zu hoher Selenzufuhr und stützt die Höchstmenge von 255 µg am Tag genau darauf (EFSA, 2023). Selen ist kein Vitamin, sondern ein Mineralstoff; das BfR führt es in denselben Höchstmengenvorschlägen wie die Vitamine (BfR, 2024).
Die Zahl stammt aus einer großen randomisierten Studie namens SELECT, in der das Los über die Gruppen entschied. Die niedrigste Menge mit beobachteter Schadwirkung lag dort bei 330 µg am Tag, und mit einem Unsicherheitsfaktor von 1,3 ergibt sich die Höchstmenge (EFSA, 2023). Überschritten wird sie laut EFSA kaum, außer von Menschen, die regelmäßig hoch dosierte Selenpräparate nehmen oder regelmäßig Paranüsse essen (EFSA, 2023).
Wer Haare in der Bürste findet und Präparate nimmt, kann auf den Etiketten nachsehen, ob Vitamin A oder Selen enthalten ist und in welcher Menge je Tagesverzehrempfehlung. Die Ursache klärt die Hausarztpraxis als erste Anlaufstelle, und die Liste deiner Präparate gehört ins Gespräch. Welche anderen Gründe für Haarausfall infrage kommen, ordnet der Artikel Haarausfall bei Frauen: Ursachen einordnen ein.
Höchstmengen für Vitamine: Was gilt als zu viel?
Zwei Arten von Werten stehen nebeneinander: die tolerierbaren Höchstmengen der EFSA für die Gesamtzufuhr und die Höchstmengenvorschläge des BfR für ein einzelnes Nahrungsergänzungsmittel (BfR, 2024). Keiner der beiden Werte ist eine Empfehlung, so viel zu nehmen.
Die EFSA-Werte sind Bewertungsgrößen. Sie beschreiben, was nach derzeitigem Wissen bei täglicher Zufuhr nicht schadet, und sie gelten für Lebensmittel und Präparate zusammen (BfR, 2024).
Das BfR schlägt dagegen Werte je Tagesverzehrempfehlung eines Produkts vor, für Personen ab 15 Jahren (BfR, 2021). Diese Höchstmengenvorschläge sollen laut BfR „dem Risikomanagement als Diskussionsgrundlage und letztlich als Basis für die Schaffung von gesetzlichen Höchstmengenregelungen auf EU-Ebene dienen“ (BfR, 2024). Geltendes Recht sind sie damit nicht. Für Vitamin B6, Vitamin D, Selen und Folsäure hat das BfR die Vorschläge an die EFSA-Bewertungen von 2023 angepasst (BfR, 2024).
Warum das zählt: Etwa ein Drittel der Erwachsenen greift regelmäßig zu NEM (BfR, 2024). „Werden hoch dosierte NEM eingenommen und zusätzlich angereicherte Lebensmittel verzehrt, kann es zu hohen Zufuhren kommen, durch die das Risiko für eine Überversorgung mit den betreffenden Mikronährstoffen steigt“, schreibt das BfR (BfR, 2024). Angereichert heißt, dass dem Lebensmittel Vitamine oder Mineralstoffe zugesetzt wurden.
Bei den fettlöslichen Vitaminen schlägt das BfR je Tagesverzehrempfehlung für Vitamin D höchstens 20 µg vor (BfR, 2023) und für Vitamin E höchstens 30 mg, ein Vorschlag in Überarbeitung (BfR, 2021). Für Vitamin A nennt es zwei Optionen, gar keinen Zusatz oder höchstens 0,2 mg, und der Vorschlag ist in Überarbeitung (BfR, 2021). Für Vitamin K, das es in den Formen K1 und K2 gibt, sind es 80 µg K1 oder 25 µg K2 (BfR, 2021); wer gerinnungshemmende Medikamente nimmt, soll laut BfR vor der Einnahme Vitamin-K-haltiger NEM ärztlichen Rat einholen.
Bei Vitamin B6 liegt der Vorschlag bei 0,9 mg (BfR, 2023), also weit unter der EFSA-Höchstmenge von 12 mg für die Gesamtzufuhr (EFSA, 2023). Für Folsäure schlägt das BfR höchstens 200 µg vor (BfR, 2024). Bei den Mineralstoffen sind es 6,5 mg Zink (BfR, 2021) und 40 µg Selen (BfR, 2023).
Die Höchstmengen der einzelnen B-Vitamine vertieft der Artikel zum Vitamin-B-Komplex. Wann eine Nährstoffversorgung selbst zum Risiko werden kann, beschreibt der Gefahrenabschnitt im Guide zum Nährstoffprofil.
Kapitel auf einen Blick
Die EFSA setzt Höchstmengen für die Gesamtzufuhr aus Lebensmitteln und Präparaten, das BfR schlägt Werte für ein einzelnes NEM vor (BfR, 2024). Beide Zahlen sind Grenzen der Vorsicht und keine Einnahmeempfehlung. Die Vorschläge des BfR haben keine Gesetzeskraft. Wer mehrere Präparate nimmt, zählt die Mengen je Nährstoff zusammen.
Vitamine im Übermaß: Welche Behauptungen halten nicht?
Zwei Annahmen halten dem Abgleich mit den Quellen nicht stand: dass sich wasserlösliche Vitamine nicht überdosieren lassen und dass mehr Vitamin mehr Nutzen bringt. Die zweite greift MedlinePlus ausdrücklich auf und widerspricht ihr (MedlinePlus, 2025).
Zwei Annahmen im Abgleich
Behauptung
„Wasserlösliche Vitamine kann man nicht überdosieren.“
Was die Quelle zeigt
Für Vitamin B6 gilt eine Höchstmenge von 12 mg am Tag, für Folsäure von 1.000 µg, beide wegen möglicher Folgen für die Nerven, bei Folsäure im Fall eines Vitamin-B12-Mangels (EFSA, 2023). Auch die vereinfachte Regel „wird nicht gespeichert“ kennt laut MedlinePlus eine Ausnahme, nämlich Vitamin B12 (MedlinePlus, 2025).
Behauptung
„Viel hilft viel.“
Was die Quelle zeigt
Von einer Aufnahme über den Bedarf hinaus sind laut BfR keine positiven gesundheitlichen Wirkungen zu erwarten (BfR, 2024). Hohe Dosen einzelner Vitamine können laut MedlinePlus sogar giftig sein (MedlinePlus, 2025).
Als Faustregel hält das BfR fest, „dass eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung den gesunden Körper ausreichend mit lebensnotwendigen Stoffen versorgt“ (BfR, 2024). Ein Urteil über einzelne Präparate ist das nicht. Wo ein Mangel festgestellt ist, sieht die Lage anders aus, und die Einordnung gehört in die Praxis.
Was zeigt ein Bluttest bei zu viel an Vitaminen?
Ein Bluttest zeigt, wie hoch einzelne Werte am Tag der Probe sind, er liefert eine Momentaufnahme, keine Diagnose. Für ein mögliches Zuviel ist er ein Ausgangspunkt für das Gespräch in der Praxis, der erste Schritt liegt aber davor.
Dieser erste Schritt braucht kein Labor. Leg die Präparate nebeneinander, die du nimmst, und lies auf jedem Etikett die Menge je Tagesverzehrempfehlung ab. Steht derselbe Nährstoff auf mehreren Packungen, addieren sich die Mengen, und angereicherte Lebensmittel kommen hinzu (BfR, 2024). Der Vergleich mit den Vorschlägen des BfR aus dem Kapitel zu den Höchstmengen zeigt, wo ein Produkt darüber liegt.
Bemerkst du Beschwerden, während du Präparate nimmst, ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle. Nimm die Liste deiner Präparate mit, sie erleichtert die Einordnung.
Einzelne Werte lassen sich im Blut messen. mybody®x (MYBODY Lab GmbH) bietet dafür den VitalCheck Nährstoff & Mineralstoff-Test Complete an, einen Bluttest mit selbst entnommener Probe, ausgewertet in einem Fachlabor in Deutschland. Er nennt unter anderem die Vitamine D3 und B12 sowie Folsäure und dazu die Mineralstoffe Selen und Zink. Vitamin A misst er nicht und kann einen Vitamin-A-Mangel weder zeigen noch ausschließen, für ein Zuviel gilt dasselbe; Vitamin E und Vitamin B6 nennt seine Produktbeschreibung nicht.
Ein Wert über dem Referenzbereich, also über dem Bereich, den das Labor als üblich angibt, ist ein Anlass, ihn in der Praxis einordnen zu lassen, und keine Diagnose einer Überdosierung. Ein auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung.
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Bluttest für zuhause mit selbst entnommener Probe, ausgewertet in einem Fachlabor in Deutschland. Er nennt unter anderem die Vitamine D3 und B12 sowie Folsäure und dazu die Mineralstoffe Selen und Zink. Vitamin A misst er nicht, und er liefert eine Momentaufnahme, keine Diagnose.
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Grenzen: Was sagen Höchstmengen und Bluttest nicht?
Höchstmengen beschreiben, was nach derzeitigem Wissen bei täglicher Zufuhr nicht schadet (BfR, 2024). Ab wann bei einem einzelnen Menschen Beschwerden beginnen, sagen sie nicht.
Dieser Überblick nennt nur Werte für Erwachsene, die Vorschläge des BfR gelten für Personen ab 15 Jahren (BfR, 2021). Werte für Kinder sowie für Schwangerschaft und Stillzeit stehen hier bewusst nicht, das gehört in die Praxis.
Die ausgewerteten Stellungnahmen beschreiben, was ein Zuviel auslösen kann, nicht den Verlauf danach. Ob sich etwa Nervenschäden nach zu viel Vitamin B6 zurückbilden, bleibt in der Zusammenfassung der EFSA offen (EFSA, 2023).
Der VitalCheck deckt nur einen Teil der Nährstoffe dieses Artikels ab und zeigt den Stand am Tag der Probe. Wie viel du über Wochen aufgenommen hast, rechnet er nicht zurück. Haarausfall kann andere Gründe haben als ein Zuviel an Vitaminen oder Selen, und die Ursache klärt die Praxis, nicht das Etikett.
Zu viel an Vitaminen: Wo beginnt die Vorsicht?
Die Vorsicht beginnt beim Zusammenzählen, dort, wo sich hoch dosierte Präparate und angereicherte Lebensmittel summieren (BfR, 2024). In den fünf Stellungnahmen der EFSA, auf die sich dieser Artikel stützt, steht fast wortgleich derselbe Satz: Die Höchstmenge wird kaum überschritten, außer von Menschen, die regelmäßig hoch dosierte Präparate nehmen (EFSA, 2023; EFSA, 2024).
Das Risiko liegt nach diesen Quellen weniger im Essen als in der Dose. Wer das weiß, liest Etiketten anders: nicht als Versprechen, sondern als Mengenangabe, die sich mit der nächsten Packung addiert.
Der Blick auf die Etiketten kostet nichts. Er zeigt dir, welche Mengen du ins Gespräch in der Praxis mitnimmst.
Häufige Fragen
Kann zu viel Vitamin D Haarausfall machen?
Einen Beleg dafür gibt es in den ausgewerteten Quellen nicht. Das BfR nennt Haarausfall bei Vitamin D nur im Zusammenhang mit niedrigen Spiegeln, und selbst dort ist eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung ausdrücklich nicht belegt (BfR, 2025). Als Zeichen einer Hypercalcämie nach einer Überdosierung, die das BfR erst bei langfristig mehr als 100 µg am Tag für möglich hält, nennt es unter anderem Müdigkeit und Übelkeit (BfR, 2025). Belegt ist Haarausfall durch ein Zuviel bei Vitamin A (DGE, 2025) und bei Selen (EFSA, 2023).
Welche Vitamine kann man überdosieren?
Überdosieren lassen sich fettlösliche wie wasserlösliche Vitamine. Bei den fettlöslichen nennen die Quellen Folgen für Vitamin A (DGE, 2025) und Vitamin D (BfR, 2025), für Vitamin E gilt eine Höchstmenge von 300 mg am Tag (EFSA, 2024). Bei den wasserlöslichen sind es Vitamin B6 und Folsäure, deren Höchstmengen für Erwachsene bei 12 mg und 1.000 µg am Tag liegen (EFSA, 2023). Über normale Lebensmittel ist eine Vitamin-A-Überversorgung laut DGE kaum möglich (DGE, 2025), eine Vitamin-D-Überdosierung über die körpereigene Bildung laut BfR gar nicht (BfR, 2025).
Was passiert bei zu viel Vitamin C?
Für Vitamin C schlägt das BfR für Nahrungsergänzungsmittel höchstens 250 mg je Tagesverzehrempfehlung vor (BfR, 2021). Vitamin C zählt laut MedlinePlus zu den wasserlöslichen Vitaminen (MedlinePlus, 2025). Folgen einer Überversorgung nennt die Höchstmengentabelle des BfR nicht. Wer unter einem hoch dosierten Präparat Beschwerden bemerkt, bespricht das mit der Hausarztpraxis und nimmt die Packung mit.
Ist ein Multivitamin gefährlich?
Entscheidend ist die Menge, die insgesamt zusammenkommt. Das BfR beschreibt das Risiko so: Werden hoch dosierte NEM eingenommen und zusätzlich angereicherte Lebensmittel verzehrt, kann es zu hohen Zufuhren kommen, und das Risiko einer Überversorgung steigt (sinngemäß nach BfR, 2024). Ein Multivitamin lässt sich einordnen, indem du die Menge je Tagesverzehrempfehlung mit den Höchstmengenvorschlägen des BfR vergleichst; bei Vitamin D schlägt das BfR für ein einzelnes Präparat höchstens 20 µg vor (BfR, 2023), eine Vorsichtsgrenze und keine Empfehlung, so viel zu nehmen. Nimmst du mehrere Präparate, gehört die Liste in die Hausarztpraxis.
Wächst das Haar nach einer Überdosierung nach?
Darauf geben die ausgewerteten Quellen keine Antwort. Die DGE (2025) und die EFSA (2023) beschreiben Haarausfall als Zeichen eines Zuviels an Vitamin A oder Selen, den Verlauf danach beschreiben sie nicht. Ob und wann das Haar nachwächst, lässt sich deshalb nur im Einzelfall einschätzen, und das gehört in die Hausarztpraxis. Bring die Liste deiner Präparate mit, auch solche für Haut und Haare, damit die Praxis sieht, was zusammenkommt.
Nächster Schritt
Vitaminwerte im Blut einordnen lassen
Der VitalCheck Complete nennt unter anderem die Vitamine D3 und B12 sowie Folsäure und die Mineralstoffe Selen und Zink aus einer selbst entnommenen Blutprobe. Den Befund besprichst du mit deiner Praxis.
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Quellen
- European Food Safety Authority (EFSA): Stellungnahmen zu tolerierbaren Höchstmengen (Stand 2023 und 2024) – Vitamin D · Vitamin B6 · Folsäure · Selen · Vitamin E
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Höchstmengenvorschläge für Vitamine und Mineralstoffe (Stand 2021 bis 2024) – Stellungnahme 006/2024 · Gesamttabelle
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin A (Stand 2025) – dge.de
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D (Stand 2025) – bfr.bund.de
Die Höchstmengen der EFSA und die Folgen eines Zuviels an Vitamin B6, Vitamin E, Folsäure und Selen stützen sich auf [1], die Vorschläge je Präparat und das Zitat des BfR auf [2], Vitamin A mit seinen Zeichen auf [3], Speicherung und Überdosierung von Vitamin D auf [4]. Die Einteilung in fett- und wasserlösliche Vitamine und die Ausnahme Vitamin B12 folgen MedlinePlus, U.S. National Library of Medicine (2025), medlineplus.gov. Die Angaben zum VitalCheck geben den Stand vom 28.09.2026 wieder.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Vitamine Nahrungsergänzung Blutwerte
Das mybody®x Redaktions- & Fachteam stützt diesen Artikel auf die im Quellenkapitel genannten Veröffentlichungen. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.
Veröffentlicht am 28.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 28.09.2026
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.
Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.
Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.






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