Vitamin-D-Mangel und Eisenmangel: Wie hängen sie zusammen?
28. September 2026ca. 14 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
Ja, ein Zusammenhang ist beobachtet, eine Ursache aber nicht belegt. Beobachtungsdaten zeigen einen gleichgerichteten Zusammenhang zwischen Eisenstatus und Vitamin D (Azizi-Soleiman u. a., 2016). In Studien mit Gaben veränderte Vitamin D den roten Blutfarbstoff und den Eisenspeicherwert nicht (Arabi u. a., 2020), und Eisengaben verbesserten den Vitamin-D-Status nicht (Azizi-Soleiman u. a., 2016).
Der beobachtete Zusammenhang betrifft laut einer Übersicht wahrscheinlich vor allem die Blutarmut bei Entzündungen, nicht den Eisenmangel im engeren Sinn (Smith & Tangpricha, 2015).
Über den Eisenregler Hepcidin gibt es einen möglichen Mechanismus, gezeigt in Zellversuchen und einer kleinen Pilotstudie mit einer einmaligen hohen Gabe (Bacchetta u. a., 2014).
Eine Quelle zu einer Wechselwirkung bei gleichzeitiger Einnahme von Eisen und Vitamin D haben wir nicht gefunden, Menge und Zeitpunkt klärst du in der Hausarztpraxis.
In diesem Artikel
Eisenmangel und Vitamin-D-Mangel: Worum geht es genau?
Es geht um zwei getrennte Mängel, die in Studien miteinander in Verbindung gebracht werden: zu wenig Eisen und zu wenig Vitamin D. Für Frauen vor den Wechseljahren gibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung eine empfohlene Eisenzufuhr von 16 mg pro Tag an (DGE, 2023).
Angenommen, auf deinem Befund sind zwei Werte niedrig: das Ferritin, der Speicherwert für Eisen, und das Vitamin D. Dann liegt die Frage nahe, ob das eine das andere verursacht und ob sich mit dem einen auch das andere ändert. Die Antwort braucht zwei Schritte, erst die Beobachtung, dann die Studien mit Gaben.
Eisen ist laut DGE ein wichtiger Baustein des Hämoglobins, des roten Blutfarbstoffs, und am Sauerstofftransport im Körper beteiligt (DGE, 2023). Ein Eisenmangel kann die körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und die Wärmeregulation des Körpers stören (DGE, 2023). Außerdem nennt die DGE eine erhöhte Infektanfälligkeit (DGE, 2023). Eine dauerhaft erniedrigte Eisenzufuhr führt laut DGE zu Blutarmut, in der Fachsprache Anämie (DGE, 2023).
Beim Vitamin D wird der Status am Blutwert 25(OH)D abgelesen, dem 25-Hydroxy-Vitamin-D (RKI, 2016). Werte unter 30 nmol/l weisen laut Robert Koch-Institut auf eine mangelhafte Versorgung hin, und in einer Untersuchung des Instituts lagen 30,2 Prozent der Erwachsenen darunter (RKI, 2016).
Im Beitrag über Symptome bei Eisen- und Vitamin-B12-Mangel steht ein anderes Paar im Mittelpunkt: Dort geht es um Eisen und Vitamin B12, hier um Eisen und Vitamin D.
Eisen und Vitamin D in Zahlen
16 mg
Eisen pro Tag empfiehlt die DGE Frauen vor den Wechseljahren (DGE, 2023).
11 mg
Eisen pro Tag gibt die DGE für Männer an (DGE, 2023).
30,2 %
der Erwachsenen in Deutschland hatten einen 25(OH)D-Wert unter 30 nmol/l (RKI, 2016).
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung, 2023 · Robert Koch-Institut, 2016
Hängen Vitamin-D-Mangel und Eisenmangel in Studien zusammen?
In Beobachtungsstudien ja: Niedrige Eisenwerte gehen dort eher mit niedrigem Vitamin D einher, der Zusammenhang ist gleichgerichtet (Azizi-Soleiman u. a., 2016). Eine Ursache belegt das nicht.
Zuerst ein Begriff, der alles Weitere trägt. Eine Beobachtungsstudie misst Werte so, wie sie in einer Gruppe vorkommen, und sucht nach Zusammenhängen; niemand bekommt dabei gezielt ein Präparat. Eine randomisierte Studie dagegen teilt die Teilnehmenden per Zufall in Gruppen mit und ohne Gabe ein. Erst so lässt sich prüfen, ob eine Gabe einen Wert verändert.
Aus der Richtung Vitamin D blickt eine Übersicht von Smith und Tangpricha: Vitamin D wurde in verschiedenen gesunden und kranken Gruppen mit Blutarmut in Verbindung gebracht (Smith & Tangpricha, 2015). Der Zusammenhang kann sich je nach Herkunftsgruppe unterscheiden und betrifft wahrscheinlich vor allem die Entzündungsanämie, eine Blutarmut im Zusammenhang mit Entzündungen (Smith & Tangpricha, 2015). Um Eisenmangel im engeren Sinn geht es in dieser Übersicht also nicht.
Aus der Gegenrichtung blickt eine systematische Übersicht, also eine Arbeit, die Studien zu einer Frage nach festen Regeln sammelt und bewertet. Azizi-Soleiman und Kollegen werteten zehn Studien aus, darunter drei Querschnittsstudien mit einer Messung zu einem Zeitpunkt und sieben Studien mit Eisengaben (Azizi-Soleiman u. a., 2016). Untersucht wurden Menschen mit Eisenmangelanämie, einer Blutarmut durch Eisenmangel (Azizi-Soleiman u. a., 2016).
Belegte Fundstelle
„Observational data indicated a positive relationship between iron status and Vitamin D, while trials did not support the effectiveness of iron supplementation on improving Vitamin D status.“
Übertragung: Beobachtungsdaten zeigen einen gleichgerichteten Zusammenhang zwischen Eisenstatus und Vitamin D; Studien mit Eisengaben stützen aber nicht, dass sich der Vitamin-D-Status dadurch verbessert.
Azizi-Soleiman F. u. a.
Effects of Iron on Vitamin D Metabolism: A Systematic Review, International Journal of Preventive Medicine, 2016
Beide Übersichten beschreiben Zusammenhänge, gesehen aus zwei Richtungen. Welcher Wert den anderen beeinflusst, und ob überhaupt, lässt sich aus Beobachtungen nicht ablesen. Die Übersicht von Azizi-Soleiman und Kollegen stützt sich zudem auf kleine Studien (Azizi-Soleiman u. a., 2016).
Hepcidin: Wie verbindet der Eisenregler Vitamin D und Eisen?
Hepcidin ist ein Eiweiß, das den Eisenhaushalt steuert, und Vitamin D senkte es in einer kleinen Pilotstudie nach einer einmaligen hohen Gabe (Bacchetta u. a., 2014). Das beschreibt einen möglichen Mechanismus, keine Wirkung auf Eisenmangel.

Stell dir Hepcidin als Pförtner vor, der entscheidet, ob Eisen die Zellen verlassen darf. Das Eiweiß bremst den Export von Eisen aus den Zellen über Ferroportin, das Transporteiweiß, durch das Eisen die Zelle verlässt (Bacchetta u. a., 2014). So regelt Hepcidin die Aufnahme von Eisen und seine Verteilung im Gewebe (Bacchetta u. a., 2014).
In Versuchen an Zellen senkte Vitamin D die Bildung von Hepcidin (Bacchetta u. a., 2014). In einer Pilotstudie, einer kleinen Vorstudie mit gesunden Freiwilligen, stieg nach einer einmaligen hohen Gabe der 25(OH)D-Wert von 27 auf 44 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter, eine andere Einheit als das oben genannte nmol/l), und innerhalb von 24 Stunden lag das Hepcidin im Blut um 34 Prozent niedriger (Bacchetta u. a., 2014).
Die Übersicht von Smith und Tangpricha nennt als Mechanismus hinter dem beobachteten Zusammenhang zweierlei: weniger entzündungsfördernde Botenstoffe durch Vitamin D und eine direkte Hemmung der Hepcidin-Bildung (Smith & Tangpricha, 2015). Weitere Forschung hält die Übersicht für nötig.
Mehr trägt der Befund nicht. Es war eine einzige hohe Gabe bei Gesunden, und eine Wirkung auf Eisenmangel oder Blutarmut zeigt die Pilotstudie nicht (Bacchetta u. a., 2014).
Kernaussage
Hepcidin beschreibt einen möglichen Weg zwischen Vitamin D und Eisen, keine belegte Wirkung auf Eisenmangel (Bacchetta u. a., 2014).
Hepcidin reagiert auch auf Eisen selbst. In Studien mit 54 jungen Frauen mit leeren Eisenspeichern, aber ohne Blutarmut, war das Hepcidin 24 Stunden nach den höheren Eisengaben erhöht, und der aufgenommene Anteil des Eisens lag um 35 bis 45 Prozent niedriger (Moretti u. a., 2015). Im Bild gesprochen: Nach einer Eisengabe hält der Pförtner die Tür eine Weile enger.
Für die Gegenrichtung, vom Eisen zum Vitamin D, gibt es eine Erklärung mit Vorbehalt. Als Mechanismus kommt laut der Übersicht von Azizi-Soleiman und Kollegen infrage, dass die Enzyme, die die aktive Form von Vitamin D bilden, weniger aktiviert werden (Azizi-Soleiman u. a., 2016). Diese Enzyme heißen Hydroxylasen, die aktive Form heißt Calcitriol.
Vitamin-D-Gaben und Eisenwerte: Was zeigen die Studien?
In einer Metaanalyse von 14 randomisierten Studien hatten Vitamin-D-Gaben keine signifikante Wirkung auf Hämoglobin und Ferritin (Arabi u. a., 2020). Umgekehrt verbesserten Eisengaben den Vitamin-D-Status nicht (Azizi-Soleiman u. a., 2016).
Eine Metaanalyse fasst die Ergebnisse einzelner Studien rechnerisch zusammen. Die Auswertung von Arabi und Kollegen umfasste 1.385 Teilnehmende zwischen 17,5 und 68 Jahren, und die Studien dauerten zwischen drei Stunden und sechs Monaten (Arabi u. a., 2020). So unterschiedlich lange Studien schränken die Aussage ein.
Einen positiven Effekt fand die Auswertung bei der Transferrinsättigung, dem Anteil des Transporteiweißes Transferrin, der mit Eisen beladen ist (Arabi u. a., 2020). Hämoglobin und Ferritin, an denen Blutarmut und Eisenspeicher abgelesen werden, blieben dagegen ohne signifikante Veränderung (Arabi u. a., 2020).
Nebeneinandergestellt sieht die Studienlage so aus.
Beobachtung und Studien mit Gaben im Vergleich
| Frage | Beobachtung | Studien mit Gaben |
|---|---|---|
| Vitamin D und Blutarmut | Zusammenhang in gesunden und kranken Gruppen, wahrscheinlich vor allem bei Entzündungsanämie (Smith & Tangpricha, 2015) | Keine signifikante Wirkung auf Hämoglobin und Ferritin in 14 randomisierten Studien (Arabi u. a., 2020) |
| Eisenstatus und Vitamin D | Gleichgerichteter Zusammenhang (Azizi-Soleiman u. a., 2016) | Eisengaben verbesserten den Vitamin-D-Status nicht (Azizi-Soleiman u. a., 2016) |
| Vitamin D und Hepcidin | Gesenkt in Zellversuchen und in einer kleinen Pilotstudie nach einer einmaligen hohen Gabe (Bacchetta u. a., 2014) | Längere Studien dazu lagen unserer Recherche nicht vor |
Quellen: Smith & Tangpricha, 2015 · Azizi-Soleiman u. a., 2016 · Arabi u. a., 2020 · Bacchetta u. a., 2014
Für einen eigenen Befund heißt das: Ein niedriges Vitamin D neben einem niedrigen Ferritin sind zwei Befunde, die jeder für sich besprochen werden. Dass eine Vitamin-D-Gabe das Ferritin hebt, darauf deuten die Studien mit Gaben nicht hin (Arabi u. a., 2020).
Eisen und Vitamin D bei Frauen: Wer sollte genauer hinsehen?
Frauen vor den Wechseljahren haben wegen menstrueller Eisenverluste einen höheren Bedarf: Die DGE gibt für sie 16 mg Eisen pro Tag an, für Männer 11 mg (DGE, 2023).
Nach den Wechseljahren nennt die DGE 14 mg pro Tag (DGE, 2023). Für Frauen, die nicht menstruieren, etwa bei durchgängiger Einnahme der Pille ohne Pause, gibt die DGE in einer Fußnote 11 mg pro Tag an (DGE, 2023). Für Schwangere liegt der Referenzwert bei 27 mg pro Tag (DGE, 2023); ob in der Schwangerschaft etwas ergänzt wird, gehört in die frauenärztliche Praxis.
Die DGE nennt Schwangere und menstruierende Frauen als Gruppen, die auf eine adäquate Eisenzufuhr achten sollten; dasselbe gilt laut DGE für Menschen, die sich vegetarisch oder vegan ernähren (DGE, 2023). Welche Beschwerden bei Frauen mit Eisenmangel in Verbindung gebracht werden, beschreibt der Beitrag Eisenmangel bei Frauen: Symptome.
Beim Vitamin D bezieht sich die Zahl des RKI auf Erwachsene insgesamt: 30,2 Prozent lagen unter 30 nmol/l (RKI, 2016).
Wenn du müde bist und dein Befund niedrige Werte zeigt, ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle. Dort lässt sich klären, woher die Werte kommen und ob weitere Untersuchungen sinnvoll sind.
Eisen und Vitamin D einnehmen: Was ist belegt, was nicht?
Eine Quelle, die eine Wechselwirkung zwischen Eisen und Vitamin D bei gleichzeitiger Einnahme beschreibt, haben wir nicht gefunden. Belegt sind nur Befunde zu jedem der beiden Nährstoffe für sich.
Das ist eine Aussage über unsere Recherche, keine Entwarnung. Wer beides nimmt oder nehmen möchte, bespricht Menge und Zeitpunkt in der Hausarztpraxis, denn ob und wie Eisen ergänzt wird, ist eine ärztliche Entscheidung. Wer zusätzlich Arzneimittel nimmt, klärt die Abstände zu Präparaten in der Arztpraxis oder Apotheke.
Für Vitamin D gibt es einen Befund zur Mahlzeit. In einer Studie mit 50 gesunden älteren Erwachsenen lag der Spitzenwert von Vitamin D3 im Plasma, dem flüssigen Anteil des Blutes, nach zwölf Stunden um 32 Prozent höher, wenn das Präparat zu einer fetthaltigen Mahlzeit eingenommen wurde, als nach einer fettfreien (Dawson-Hughes u. a., 2015). Gemessen wurde nach einer einmaligen Gabe das Vitamin D3 selbst, nicht der Langzeitwert 25(OH)D (Dawson-Hughes u. a., 2015).
Für Eisen stammen die Befunde aus kleinen Studien mit Frauen, deren Eisenspeicher leer waren. In einer Studie mit 20 Frauen bekamen die Teilnehmerinnen ihr Eisen entweder als Einzelgabe um 8 Uhr oder aufgeteilt auf 8 und 17 Uhr; die Eisenaufnahme unterschied sich nicht signifikant, das Hepcidin war bei zwei Gaben aber höher (Stoffel u. a., 2017). In den Studien von Moretti und Kollegen fanden die Gaben um 8 Uhr nüchtern statt (Moretti u. a., 2015).
Verglichen wurde also eine Morgengabe mit einer aufgeteilten Gabe, nicht morgens mit abends (Stoffel u. a., 2017). Eine Regel für die Uhrzeit lässt sich daraus nicht ableiten.
Für pflanzliches Eisen nennt die DGE einen Grundsatz: Vitamin C, etwa aus Zitrusfrüchten und Paprika, kann seine Aufnahme und Verwertung verbessern (DGE, 2023). Welche Präparate sich bei gleichzeitiger Einnahme stören und welche sich ergänzen, ordnet der Beitrag über Vitamine, die sich bei der Einnahme stören ein.
Kapitel auf einen Blick
Zu einer Wechselwirkung bei gleichzeitiger Einnahme von Eisen und Vitamin D haben wir keine Quelle gefunden. Ein Vitamin-D3-Präparat wurde in einer Studie zu einer fetthaltigen Mahlzeit besser aufgenommen (Dawson-Hughes u. a., 2015). In den Eisenstudien lag die Einnahme am Morgen, verglichen wurde aber nicht mit dem Abend (Stoffel u. a., 2017). Menge und Zeitpunkt gehören ins Gespräch mit der Hausarztpraxis.
Eisen und Vitamin D im Bluttest: Was zeigt die Messung?
Ein Bluttest zeigt, ob Eisenwerte und Vitamin D zum Zeitpunkt der Probe auffällig sind. Über die richtige Tageszeit einer Einnahme sagt er so wenig wie darüber, ob der eine Wert den anderen beeinflusst.
Für Vitamin D gibt das Bundesinstitut für Risikobewertung eine Einteilung des Institute of Medicine aus den USA wieder: Ab 50 nmol/l, also 20 ng/ml, gilt der 25(OH)D-Wert als ausreichend für die Knochengesundheit (BfR, 2023). Werte von 30 bis unter 50 nmol/l stuft die Einteilung als suboptimal ein, Werte unter 30 nmol/l als Mangel (BfR, 2023). Mehr zu diesem Messwert steht im Beitrag über Vitamin D3 und den 25(OH)D-Wert.
Beim Eisen messen die Werte Verschiedenes: Ferritin steht für den Speicher, Transferrin ist das Transporteiweiß im Blut. Worin sich Ferritin und das Eisen im Blut unterscheiden, erklärt der Beitrag Ferritin und Eisen: der Unterschied.
mybody®x (MYBODY Lab GmbH) bietet dafür den VitalCheck Nährstoff & Mineralstoff-Test Complete an, einen Bluttest für zuhause mit selbst entnommener Probe, ausgewertet in einem Fachlabor in Deutschland. Den Eisenhaushalt erfasst er über Ferritin und Transferrin zusammen mit dem Eisenwert; außerdem misst er Vitamin D3.
Der Test liefert eine Momentaufnahme, keine Diagnose. Ein auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung, sondern dass sich ein zweiter Blick lohnt, am besten gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
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Vitamin-D-Mangel und Eisenmangel: Was bleibt vom Zusammenhang?
Es bleibt ein beobachteter Zusammenhang mit einem möglichen Mechanismus über Hepcidin. In Studien mit Gaben veränderten Vitamin-D-Gaben Hämoglobin und Ferritin nicht, und Eisengaben verbesserten den Vitamin-D-Status nicht (Arabi u. a., 2020; Azizi-Soleiman u. a., 2016).
Wichtig ist dabei der Blickwinkel: Die Forschung bringt Vitamin D am ehesten mit der Blutarmut bei Entzündungen in Verbindung, nicht mit dem Eisenmangel im engeren Sinn (Smith & Tangpricha, 2015). Ob hinter einem niedrigen Hämoglobin eine Entzündung oder ein Eisenmangel steckt, gehört in die ärztliche Abklärung.
Bei Müdigkeit oder Blässe ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle, ebenso bei einem auffälligen Befund. Bring beide Werte mit, dann lässt sich jeder für sich einordnen.
Zusammenhang heißt hier: gemeinsam beobachtet, nicht gemeinsam gelöst.
Häufige Fragen
Kann man Eisen und Vitamin D gleichzeitig einnehmen?
Eine Quelle, die eine Wechselwirkung zwischen Eisen und Vitamin D bei gleichzeitiger Einnahme beschreibt, haben wir für diesen Artikel nicht gefunden. Das ist weder eine Freigabe noch eine Warnung, sondern der Stand unserer Recherche. Belegt ist nur, was für jeden Nährstoff einzeln gilt: Vitamin D3 aus einem Präparat wurde zu einer fetthaltigen Mahlzeit besser aufgenommen, und Eisen wurde in den ausgewerteten Studien morgens als Einzelgabe genommen. Wie du beides kombinierst, besprichst du mit deiner Hausarztpraxis.
Warum brauchen Frauen mehr Eisen als Männer?
Die DGE begründet den höheren Wert mit den menstruellen Eisenverlusten und gibt für Frauen vor den Wechseljahren eine empfohlene Zufuhr von 16 mg Eisen pro Tag an, für Männer 11 mg (DGE, 2023). Nach den Wechseljahren sinkt der Referenzwert auf 14 mg pro Tag (DGE, 2023). Für Frauen, die nicht menstruieren, gibt die DGE in einer Fußnote auf Basis der Werte für Männer 11 mg pro Tag an (DGE, 2023).
Welcher Vitamin-D-Wert gilt als ausreichend?
Nach der Einteilung, die das Bundesinstitut für Risikobewertung wiedergibt, gilt ein 25(OH)D-Wert ab 50 nmol/l, das sind 20 ng/ml, als ausreichend für die Knochengesundheit (BfR, 2023). Auch das Robert Koch-Institut geht bei Werten über 50 nmol/l von einer ausreichenden Versorgung aus (RKI, 2016). Für deinen eigenen Wert zählen die Referenzbereiche auf deinem Befund, denn sie hängen von Labor und Methode ab.
Verbessert Vitamin C die Eisenaufnahme?
Bei pflanzlichem Eisen ja: Laut DGE kann Vitamin C, etwa aus Zitrusfrüchten oder Paprika, die Aufnahme und Verwertung von pflanzlichem Eisen verbessern (DGE, 2023). Hemmen können sie Pflanzenbestandteile wie Phytate aus Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten sowie Polyphenole aus Kaffee und schwarzem Tee (DGE, 2023). Eisen aus tierischen Lebensmitteln kann der Körper laut DGE besser verwerten als pflanzliches Eisen (DGE, 2023).
Wie verbreitet ist ein niedriger Vitamin-D-Wert in Deutschland?
In einer Untersuchung des Robert Koch-Instituts mit 6.995 Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren lagen 30,2 Prozent unter 30 nmol/l, was auf eine mangelhafte Versorgung hinweist (RKI, 2016). Einen Wert ab 50 nmol/l erreichten 38,4 Prozent (RKI, 2016). Die Daten stammen aus den Jahren 2008 bis 2011 (RKI, 2016). Den größten Teil der Versorgung trägt nach Schätzung des RKI die körpereigene Bildung mit einem Anteil von 80 bis 90 Prozent (RKI, 2016).
Nächster Schritt
Eisenhaushalt und Vitamin D3 in einer Blutprobe
Der VitalCheck misst den Eisenhaushalt und Vitamin D3 aus einer selbst entnommenen Blutprobe. Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme für das Gespräch mit deiner Praxis.
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Quellen
- Smith E. M., Tangpricha V.: Vitamin D and anemia: insights into an emerging association (Stand 2015) – europepmc.org
- Bacchetta J. u. a.: Suppression of iron-regulatory hepcidin by vitamin D (Stand 2014) – europepmc.org
- Arabi S. M. u. a.: Vitamin-D-Gaben und Hämoglobin, systematische Übersicht mit Metaanalyse (Stand 2020) – europepmc.org
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Eisen (Stand 2023) – dge.de
Zusammenhang von Vitamin D und Blutarmut sowie der Mechanismus über Hepcidin: [1] und [2]. Vitamin-D-Gaben und Hämoglobin: [3]. Eisenbedarf und Eisenaufnahme: [4]. Die weiteren Studien und Institutionen sind im Text an der Fundstelle mit Autor oder Institution und Jahr genannt. Stand der Produktangaben zum VitalCheck: 28.09.2026.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Eisenhaushalt Vitamin D
Dieser Beitrag stammt vom mybody®x Redaktions- & Fachteam und stützt sich auf die genannten Studien und Referenzwerte. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.
Veröffentlicht am 28.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 28.09.2026
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.
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Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.






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