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DNA und Gene: Was ist der Unterschied?

Das Wichtigste in Kürze

Der Unterschied zwischen DNA und Genen ist ein Größenunterschied: Die DNA ist das Molekül, ein Gen ist ein einzelner Abschnitt darauf. Der Datenträger und die Datei darauf sind eben nicht dasselbe. Im Alltag werden beide Wörter trotzdem synonym benutzt – und daraus entstehen die meisten Missverständnisse.

Dazwischen liegen weitere Begriffe: Ein Chromosom ist ein verpacktes DNA-Molekül, das Genom die gesamte DNA einer Zelle, ein Allel eine Variante eines Gens und ein SNP der Austausch eines einzigen Buchstabens.

Dieser Artikel sortiert die Begriffsleiter von der Base bis zum Genom, zeigt, wie aus einem Gen ein Merkmal wird, und benennt, was eine Genvariante über einen einzelnen Menschen aussagt – und was nicht.

Das erwartet dich in diesem Artikel

Was ist der Unterschied zwischen DNA und Genen?

Die DNA ist ein Molekül, ein Gen ist ein Stück davon. Beide Begriffe beschreiben also nicht zwei Dinge nebeneinander, sondern zwei Ebenen übereinander. Wer „DNA" sagt, meint das Material; wer „Gen" sagt, meint eine funktionale Einheit auf diesem Material. Das Bild vom Text trägt weit: Die DNA ist das Papier samt Buchstaben, ein Gen ein Absatz mit eigener Aussage.

Der Größenunterschied ist beträchtlich. Laut MedlinePlus Genetics der U.S. National Library of Medicine (2024) reicht die Länge menschlicher Gene von wenigen hundert Basenpaaren bis zu mehr als zwei Millionen Basenpaaren. Alle Gene zusammen belegen dabei nur einen kleinen Teil der vorhandenen DNA – der Rest hat andere Aufgaben.

Kernaussage: DNA und Gen sind keine Gegensätze, sondern Ebenen: Die DNA ist der Träger, das Gen ein funktionaler Abschnitt auf diesem Träger. Alle Gene bestehen aus DNA – aber längst nicht jede DNA ist ein Gen.

Was ist ein Gen genau?

Ein Gen ist der DNA-Abschnitt, der die Information für ein bestimmtes Produkt enthält – in den meisten Fällen für ein Protein oder einen Proteinbaustein. Es ist zugleich die kleinste Einheit, die als Ganzes weitergegeben wird. Deshalb gilt das Gen in der Genetik als Grundeinheit der Vererbung.

„The gene is considered the basic unit of inheritance. Genes are passed from parents to offspring and contain the information needed to specify physical and biological traits. Most genes code for specific proteins, or segments of proteins, which have differing functions within the body.“

National Human Genome Research Institute (NHGRI), National Institutes of Health
Talking Glossary of Genomic and Genetic Terms, Eintrag „Gene“, abgerufen 2026

Übersetzt heißt das: Das Gen gilt als Grundeinheit der Vererbung; Gene werden von den Eltern an die Nachkommen weitergegeben und enthalten die Information, die körperliche und biologische Merkmale festlegt. Die meisten Gene codieren für bestimmte Proteine oder Proteinabschnitte mit unterschiedlichen Funktionen im Körper.

Wie ein Gen innen aufgebaut ist

Ein Gen ist kein durchgehender Block. Es besteht aus Exons – den Abschnitten, deren Information am Ende im Protein landet – und aus Introns, die zwar abgelesen, aber vor der Proteinherstellung wieder herausgeschnitten werden. Davor liegt der Promotor, eine Startregion, an der die Ablesemaschinerie andockt. Weiter entfernt sitzen Enhancer, die das Ablesen verstärken, und Silencer, die es unterdrücken.

Die Stelle, an der ein Gen auf einem Chromosom sitzt, heißt Locus. Dieser Ort ist bei allen Menschen derselbe – unterschiedlich ist nur der Text dort. Genau das ist der Ansatzpunkt jeder genetischen Analyse.

Woraus besteht die DNA und wie ist sie aufgebaut?

Die DNA – ausgeschrieben Desoxyribonukleinsäure, im Deutschen auch DNS – ist ein langes Kettenmolekül aus vier Bausteinen. Diese vier Basen heißen Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G) und Cytosin (C). Ihre Reihenfolge ist die eigentliche Information. MedlinePlus Genetics (National Library of Medicine, 2021) beschreibt die DNA als das Erbmaterial im Menschen und in nahezu allen anderen Organismen.

Zwei solcher Ketten liegen einander gegenüber und winden sich zur bekannten Doppelhelix. Dabei paart sich A immer mit T und G immer mit C. Diese feste Regel ist der Grund, warum sich die DNA überhaupt verdoppeln lässt: Jeder Strang enthält die vollständige Bauanleitung für seinen Gegenstrang.

Ebene 1

Base

Der einzelne Buchstabe: A, T, G oder C. Zwei gegenüberliegende Basen bilden ein Basenpaar.

Ebene 2

DNA

Der Text: eine Doppelhelix aus Millionen aneinandergereihter Basenpaare.

Ebene 3

Gen

Der Absatz: ein abgegrenzter Abschnitt mit eigener Funktion, meist eine Proteinbauanleitung.

Ebene 4

Chromosom

Das Kapitel: ein einzelnes, um Proteine gewickeltes und dicht verpacktes DNA-Molekül.

Ebene 5

Genom

Das ganze Buch: die vollständige DNA-Ausstattung einer Zelle, alle Chromosomen zusammen.

Warum die meiste DNA kein Gen ist

Der Anteil der DNA, der tatsächlich Proteine codiert, ist überraschend klein. Laut MedlinePlus Genetics (National Library of Medicine, 2021) bestehen nur etwa ein Prozent der DNA aus proteincodierenden Genen; die übrigen 99 Prozent sind nicht-codierend. Der Begriff „Junk-DNA", der dafür lange kursierte, ist irreführend.

Zur nicht-codierenden DNA gehören nach derselben Quelle Promotoren, Enhancer, Silencer und Insulatoren, Gene für tRNA, rRNA und microRNA sowie Telomere. Vieles davon steuert, wann und wie stark ein Gen abgelesen wird – die Regie also, nicht der Text.

Wie hängen Chromosom, Genom und Erbgut zusammen?

Ein Chromosom ist kein eigener Stoff, sondern eine Verpackungsform: ein einzelnes, sehr langes DNA-Molekül, das um Histon-Proteine gewickelt und dadurch stark verdichtet wird. Ohne diese Verpackung würde die DNA einer einzigen Zelle nicht in deren Kern passen.

Diese Chromosomen liegen paarweise vor – eines vom Vater, eines von der Mutter. Laut MedlinePlus Genetics (National Library of Medicine, 2021) enthält jede menschliche Zelle normalerweise 23 Chromosomenpaare, insgesamt also 46 Chromosomen. 22 Paare sind Autosomen, das 23. Paar sind die Geschlechtschromosomen.

ca. 3 Mrd.

Basen umfasst die menschliche DNA – und mehr als 99 Prozent davon sind bei allen Menschen gleich.

ca. 19.900

Gene enthält das menschliche Genom nach aktuellen Schätzungen, die für Proteine genutzt werden.

ca. 1 %

der DNA besteht aus proteincodierenden Genen; die übrigen 99 Prozent sind nicht-codierend.

Quelle: MedlinePlus Genetics, U.S. National Library of Medicine (National Institutes of Health), 2021 und 2024

Wer „DNA" und „Gene" gleichsetzt, unterschlägt rund 99 Prozent des Materials.

Genom und Erbgut – wo der Unterschied liegt

Das Genom ist die vollständige DNA-Ausstattung einer Zelle: alle 46 Chromosomen im Zellkern plus die kleine, ringförmige DNA in den Mitochondrien. Erbgut ist das deutsche Alltagswort dafür und meint im Kern dasselbe, betont aber die Weitergabe an die nächste Generation.

Kernaussage: Base, DNA, Gen, Chromosom, Genom sind fünf Zoomstufen desselben Materials – vom einzelnen Buchstaben bis zur kompletten Bibliothek. Kein Begriff ersetzt einen anderen.

Wie wird aus einem Gen ein Merkmal?

Zwischen Buchstabenfolge und sichtbarem Merkmal liegen zwei Übersetzungsschritte. Im ersten, der Transkription, wird der Genabschnitt in eine mobile Arbeitskopie umgeschrieben, die Boten-RNA. Sie verlässt den Zellkern. Im zweiten Schritt, der Translation, lesen die Ribosomen diese Kopie ab und reihen Aminosäuren zu einer Kette. Jeweils drei Basen bilden dabei ein Codewort für eine Aminosäure.

Genotyp und Phänotyp sind zwei verschiedene Dinge

Der Genotyp ist die genetische Ausstattung an einer bestimmten Stelle – also welche Variante jemand trägt. Der Phänotyp ist das, was sich davon tatsächlich zeigt: Körpergröße, Enzymaktivität, Haarfarbe, Laborwert. Zwischen beiden liegt alles, was das Ablesen beeinflusst.

Ein alltagsnahes Beispiel ist die Verdauung von Milchzucker: Das LCT-Gen enthält laut MedlinePlus Genetics (National Library of Medicine, 2023) die Bauanleitung für das Enzym Laktase. Bei vielen Menschen nimmt seine Aktivität nach dem Säuglingsalter ab – der Genotyp bleibt gleich, der Phänotyp ändert sich.

Zwei Größen kommen hinzu: Die Penetranz beschreibt, bei welchem Anteil der Trägerinnen und Träger das erwartete Merkmal überhaupt auftritt, die Expressivität, wie stark es ausfällt. Beide sind selten hundert Prozent – deshalb ist der Sprung vom Befund zur Vorhersage so heikel.

DNA, Gen, Chromosom, Genom und Allel im Vergleich

Fünf Begriffe, vier immer gleiche Fragen: Was ist es, wie groß ist es, wo sitzt es und wofür ist es relevant? Die Gegenüberstellung zeigt: Das sind keine konkurrierenden Konzepte, sondern ineinander liegende Ebenen.

Begriff Was ist es? Größenordnung Wo im Körper Wofür relevant
DNA Das Molekül selbst: eine Doppelhelix aus den Basen A, T, G und C ca. 3 Milliarden Basen je Zellkern-Ausstattung (NLM, 2021) Im Zellkern nahezu jeder Körperzelle, zusätzlich in den Mitochondrien Trägermaterial der gesamten Information; Grundlage jeder Sequenzierung
Gen Ein funktionaler DNA-Abschnitt mit einer Bauanleitung, meist für ein Protein Wenige hundert bis über 2 Millionen Basenpaare (NLM, 2024) An einem festen Ort (Locus) auf einem bestimmten Chromosom Kleinste vererbte Funktionseinheit; Bezugspunkt bei Befunden
Chromosom Ein einzelnes, um Histone gewickeltes und dicht verpacktes DNA-Molekül 23 Paare, zusammen 46 Chromosomen je Zelle (NLM, 2021) Im Zellkern; bei der Zellteilung unter dem Mikroskop sichtbar Ordnet Gene räumlich; erklärt, warum Anlagen paarweise vorliegen
Genom Die vollständige DNA-Ausstattung einer Zelle, alle Chromosomen zusammen Enthält ca. 19.900 proteincodierende Gene (NLM, 2024) In praktisch jeder Körperzelle identisch vorhanden Bezugsrahmen für Aussagen wie „ein Prozent der DNA codiert Proteine"
Allel Eine von mehreren möglichen Textfassungen desselben Gens Unterschied oft nur eine einzige Base; je Locus zwei Allele Am selben Locus auf den beiden Chromosomen eines Paares Erklärt individuelle Unterschiede; das, was ein DNA-Test bestimmt

Daraus folgt eine Faustregel: Ein Test „liest" kein Gen, sondern bestimmt an definierten Stellen, welches Allel vorliegt. Die Ebene, auf der Menschen sich unterscheiden, ist die unterste Zeile.

Was sind Allele und SNPs?

Ein Allel ist eine Variante eines Gens. Weil Chromosomen paarweise vorliegen, trägt jeder Mensch an jedem Locus zwei Allele – eines vom Vater, eines von der Mutter. Sind beide gleich, spricht man von homozygot; sind sie verschieden, von heterozygot.

Welches Allel sich im Merkmal durchsetzt, hängt vom Erbgang ab. Ein dominantes Allel prägt das Merkmal schon in einfacher Ausführung, ein rezessives nur, wenn es doppelt vorliegt. Bei vielen Merkmalen wirken beide Allele allerdings anteilig zusammen – die strenge Dominanz aus dem Schulbuch ist eher der Sonderfall als die Regel.

SNPs: der Austausch eines einzelnen Buchstabens

Ein SNP (Single Nucleotide Polymorphism, gesprochen „Snip") ist die kleinste denkbare Form einer Variante: An einer bestimmten Position steht bei manchen Menschen ein anderer Buchstabe als bei anderen. Ein einziges Zeichen im Milliardentext – das aber, je nach Ort, spürbare Folgen haben kann oder gar keine.

Laut MedlinePlus Genetics (National Library of Medicine, 2022) sind SNPs die häufigste Form genetischer Variation beim Menschen; im Genom einer Person kommen rund vier bis fünf Millionen SNPs vor, im Schnitt etwa einer je 1.000 Nukleotide. Die meisten davon liegen in nicht-codierenden Bereichen.

Kurz zusammengefasst

Ein Allel ist eine Variante eines Gens; jeder Mensch trägt an jedem Locus zwei davon, eines je Elternteil.

Ein SNP ist die kleinste Variante überhaupt: der Austausch einer einzigen Base. Rund vier bis fünf Millionen SNPs finden sich im Genom eines Menschen (National Library of Medicine, 2022).

SNPs sind Marker für statistische Zusammenhänge auf Gruppenebene – sie sind keine Diagnose und keine Vorhersage für eine einzelne Person.

Genetik oder Epigenetik – wo liegt der Unterschied?

Die Genetik beschäftigt sich mit dem Text: welche Basenfolge vorliegt und wie sie weitergegeben wird. Die Epigenetik beschäftigt sich mit der Regie: welche Abschnitte in einer bestimmten Zelle zu einem bestimmten Zeitpunkt abgelesen werden. Der entscheidende Punkt – die Basenfolge selbst bleibt dabei unverändert.

Als Epigenom bezeichnet MedlinePlus Genetics (National Library of Medicine, 2021) die Gesamtheit der Modifikationen, die die Aktivität – also die Expression – der Gene regulieren. Zwei Mechanismen stehen dabei im Vordergrund.

Bei der DNA-Methylierung werden Methylgruppen an die DNA angelagert. Nach Darstellung derselben Quelle wird ein Gen, an dem Methylgruppen sitzen, abgeschaltet oder stillgelegt, sodass von diesem Gen kein Protein hergestellt wird. Bei der Histon-Modifikation werden die Verpackungsproteine chemisch verändert; das beeinflusst, wie fest die DNA um die Histone gewickelt ist – und damit, ob ein Gen an- oder abgeschaltet werden kann.

Kernaussage: Genetik ist der Text, Epigenetik die Regieanweisung. Lebensstil wirkt auf die Regie, nicht auf den Text – die Basenfolge selbst bleibt ein Leben lang dieselbe.

Welche Irrtümer über DNA und Gene halten sich hartnäckig?

Drei Vorstellungen tauchen immer wieder auf. Alle drei klingen plausibel und greifen zu kurz – meist, weil sie eine Ebene der Begriffsleiter überspringen.

MYTHOS

„Ein Gen steht für eine Eigenschaft – es gibt ein Gen für Körpergröße, eines für Sportlichkeit, eines für Übergewicht.“

FAKT

Komplexe Merkmale sind polygen. Yengo et al. (Nature, 2022) werteten Daten von rund 5,4 Millionen Menschen aus und identifizierten 12.111 unabhängige genetische Varianten, die mit der Körpergröße zusammenhängen – für ein einziges Merkmal.

MYTHOS

„Die Gene sind Schicksal – wer die passende Variante hat, nimmt mit der richtigen Diät zuverlässig ab.“

FAKT

In der DIETFITS-Studie mit 609 Erwachsenen fanden Gardner et al. (JAMA, 2018) nach zwölf Monaten keine bedeutsame Wechselwirkung zwischen Diätform und Genotyp-Muster. Häufige Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes oder Adipositas haben laut National Library of Medicine (2021) keine einzelne genetische Ursache.

MYTHOS

„Der Großteil unserer DNA ist funktionsloser Ballast – sogenannte Junk-DNA.“

FAKT

Nur etwa ein Prozent der DNA codiert Proteine (National Library of Medicine, 2021). Zur übrigen nicht-codierenden DNA zählt dieselbe Quelle aber Promotoren, Enhancer, Silencer, Insulatoren, Gene für tRNA, rRNA und microRNA sowie Telomere – also Steuerung und Struktur.

Die wichtigsten Begriffe in je einem Satz

Kleines Glossar der Genetik

  • Base – einer der vier Buchstaben A, T, G oder C, aus denen die DNA aufgebaut ist
  • DNA – Desoxyribonukleinsäure, das Molekül, das die Erbinformation trägt
  • Gen – ein funktionaler DNA-Abschnitt, meist mit der Bauanleitung für ein Protein
  • Allel – eine von mehreren möglichen Fassungen desselben Gens
  • SNP – Variante, bei der genau eine Base ausgetauscht ist
  • Chromosom – ein dicht verpacktes DNA-Molekül; der Mensch hat 23 Paare
  • Genom – die gesamte DNA-Ausstattung einer Zelle
  • Epigenetik – die Steuerung der Genaktivität ohne Änderung der Basenfolge

Wo dieser Artikel aufhört – und welcher weiterführt

Dieser Beitrag klärt die Begriffe. Er beantwortet bewusst nicht, was ein Test liefert oder kostet – dafür gibt es zwei eigene Artikel.

Was eine Analyse konkret auswertet und wie belastbar die Ergebnisse sind, steht im Beitrag Was bringt ein DNA-Stoffwechseltest?.

Wie sich Preise zusammensetzen und woran sich Angebote unterscheiden, ordnet der Beitrag DNA-Analyse zum Abnehmen: Kosten ein. Der vorliegende Artikel bleibt bei der Frage, was die Begriffe bedeuten.

Wie mybody® diese Begriffe im DNA-Test anwendet

In der Praxis bedeutet eine genetische Analyse genau das, was die Begriffsleiter nahelegt: Aus einer Probe wird die DNA gewonnen, an definierten Loci wird bestimmt, welche Allele vorliegen, und diese Genotypen werden eingeordnet. mybody® (MYBODY Lab GmbH) bietet dafür den NutriCare | INFINITY DNA-Test an.

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Wichtig: Untersucht werden einzelne, vorab ausgewählte Varianten – nicht das gesamte Genom und keine kompletten Gene. Weitere Analysen zeigt die Kollektion DNA-Stoffwechsel-Tests. Welche Grenzen ein solcher Test hat, steht im nächsten Kapitel – und sie sind erheblich.

Angaben zu Preis, Probenart, Bearbeitungszeit und Umfang stammen von der mybody®-Produktseite (Stand: Juli 2026) und können sich ändern.

Einordnung: Was eine Genvariante aussagt – und was nicht

Eine genetische Analyse zeigt, welche Allele an den untersuchten Stellen vorliegen und welche Zusammenhänge die Forschung dazu beschrieben hat. Das ist eine Bestandsaufnahme – und sie ist ehrlich genommen nicht mehr als das.

Genvarianten sind Wahrscheinlichkeiten auf Gruppenebene, keine Diagnosen und keine individuellen Prognosen. Ein Befund beschreibt, wie häufig ein Merkmal bei Menschen mit dieser Variante beobachtet wurde – nicht, was bei einer bestimmten Person eintreten wird. Zwischen Genotyp und Phänotyp liegen Penetranz, Expressivität, weitere Gene, Epigenetik, Alter, Ernährung und Lebensumstände.

Besonders klar ist die Studienlage bei genotyp-angepassten Diäten. Die DIETFITS-Studie untersuchte 609 übergewichtige Erwachsene über zwölf Monate mit einer fettarmen oder einer kohlenhydratarmen Ernährung und prüfte zugleich, ob ein genetisches Muster den Erfolg vorhersagt.

Laut Gardner et al. (JAMA, 2018) betrug der Gewichtsverlust nach zwölf Monaten durchschnittlich 5,3 Kilogramm in der fettarmen und 6,0 Kilogramm in der kohlenhydratarmen Gruppe; eine signifikante Wechselwirkung zwischen Diätform und Genotyp-Muster fand sich nicht. Ein SNP-Befund sagt also nichts über den individuellen Abnehmerfolg aus.

Ein DNA-Test ist deshalb ein Informationsangebot, kein Steuerungsinstrument – und er ersetzt keine Diagnostik. Bei Beschwerden wie anhaltender Müdigkeit, unerklärlicher Gewichtsveränderung oder Verdauungsproblemen ist der erste Schritt eine ärztliche Abklärung. Auch eine vermutete Unverträglichkeit gegenüber Laktose oder Gluten gehört medizinisch abgeklärt.

Fazit

Der Unterschied zwischen DNA und Genen ist schnell gesagt und trotzdem folgenreich: Die DNA ist das Molekül, ein Gen ein funktionaler Abschnitt darauf. Alles, was Menschen genetisch unterscheidet, spielt sich auf der Ebene darunter ab – bei den Allelen und den einzelnen ausgetauschten Basen.

Die Begriffsleiter hilft dabei, Aussagen einzuordnen: Base, DNA, Gen, Chromosom, Genom sind fünf Zoomstufen desselben Materials. Rund drei Milliarden Basen, etwa 19.900 proteincodierende Gene und ungefähr ein Prozent codierende DNA (National Library of Medicine, 2021 und 2024) machen die Verhältnisse greifbar.

Und für die Praxis bleibt der wichtigste Satz: Eine Genvariante beschreibt eine Wahrscheinlichkeit in einer Gruppe, keine Festlegung für einen einzelnen Menschen. Wer die Begriffe sauber trennt, erkennt überzogene Versprechen leichter – und kann mit einem Befund realistisch umgehen.

Häufige Fragen (FAQ)

Ist ein Gen dasselbe wie DNA?
Wie viele Gene hat der Mensch?
Was ist der Unterschied zwischen Genom und Erbgut?
Was ist ein Allel – einfach erklärt?
Was bedeutet SNP?
Verändert der Lebensstil meine Gene?
Gibt es ein Gen für Übergewicht?
Kann ein DNA-Test vorhersagen, wie ich abnehme?

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Quellen

  1. National Human Genome Research Institute (NHGRI), National Institutes of Health: Talking Glossary of Genomic and Genetic Terms, Eintrag „Gene". genome.gov
  2. MedlinePlus Genetics, U.S. National Library of Medicine (2021): „What is DNA?" medlineplus.gov
  3. MedlinePlus Genetics, U.S. National Library of Medicine (2024): „What is a gene?" medlineplus.gov
  4. MedlinePlus Genetics, U.S. National Library of Medicine (2021): „What is noncoding DNA?" medlineplus.gov
  5. MedlinePlus Genetics, U.S. National Library of Medicine (2021): „How many chromosomes do people have?" medlineplus.gov
  6. MedlinePlus Genetics, U.S. National Library of Medicine (2022): „What are single nucleotide polymorphisms (SNPs)?" medlineplus.gov
  7. MedlinePlus Genetics, U.S. National Library of Medicine (2021): „What is the epigenome?", (2021) „What are complex or multifactorial disorders?" und (2023) „LCT gene". Epigenom · Komplexe Merkmale · LCT-Gen
  8. Yengo, L. et al. (2022): „A saturated map of common genetic variants associated with human height", Nature 610:704–712. nature.com
  9. Gardner, C. D. et al. (2018): „Effect of Low-Fat vs Low-Carbohydrate Diet on 12-Month Weight Loss in Overweight Adults and the Association With Genotype Pattern or Insulin Secretion" (DIETFITS), JAMA 319(7):667–679. jamanetwork.com

Gen-Definition [1] und [3], DNA-Aufbau [2], nicht-codierende DNA [4], Chromosomenzahl [5], Allele und SNPs [6], Epigenetik, komplexe Merkmale und LCT [7], Körpergröße [8], genotyp-angepasste Diäten [9]. Alle Quellen wurden am 28.07.2026 geprüft; das Zitat in Kapitel 2 steht im englischen Original, die deutsche Fassung darunter ist eine redaktionelle Übersetzung. Produktangaben stammen von mybody-x.com und können sich ändern.

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Dieser Beitrag wurde vom mybody® Redaktions- und Fachteam erstellt, das Fachwissen aus Labordiagnostik, Genetik, Ernährungswissenschaft und Nutrigenetik bündelt. Mehr über uns auf der Redaktions- und Autorenseite.

Veröffentlicht am 28. Juli 2026 · Zuletzt aktualisiert am 28. Juli 2026

Medizinischer Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt.

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