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Unverträglichkeiten testen: welches Verfahren welche Frage beantwortet

Das Wichtigste in Kürze

Einen Test auf „Unverträglichkeiten“ gibt es nicht. Hinter dem Wort stehen mehrere körperlich verschiedene Vorgänge, und jeder wird anders untersucht: ein fehlendes Enzym über einen Atemtest, eine Zöliakie über Antikörper im Blut und eine Gewebeprobe, eine echte Allergie über spezifisches IgE zusammen mit der Krankengeschichte. Wer das falsche Verfahren wählt, bekommt ein Ergebnis, das seine Frage nicht beantwortet.

Dieser Artikel sortiert die Verfahren nach der Ursache, die sie überhaupt erfassen können. Jede Angabe steht mit Institution und Jahr. Wo eine Fachgesellschaft von einem Verfahren abrät, steht das hier im Wortlaut und nicht in einer Fußnote.

Du liest zuerst, was das Wort zusammenfasst und wie häufig die einzelnen Ursachen sind. Danach folgen die Beweiskraft eines Befundes, die Zeichen, bei denen ein Termin vor jedem Test steht, drei verbreitete Annahmen, die Kapitel zu Laktose, Zöliakie und IgE-vermittelter Allergie, eine Gegenüberstellung der drei Verfahren, die Einordnung der IgG-Tests sowie die Grenzen.

Das erwartet dich in diesem Artikel

1. Was das Wort „Unverträglichkeit“ alles zusammenfasst
2. Wie häufig die einzelnen Ursachen tatsächlich sind
3. Was ein Testergebnis beweist und was nicht
4. Wann Beschwerden zuerst in eine ärztliche Praxis gehören
5. Drei verbreitete Annahmen und was dazu belegt ist
6. Laktose: wenn ein Enzym fehlt
7. Drei Verfahren, drei verschiedene Fragen
8. Zöliakie: warum vor dem Test Gluten auf dem Teller bleibt
9. IgE-vermittelte Allergie: was ein Befund zeigt
10. Für wen ein IgE-Test infrage kommt und für wen nicht
11. IgG-Tests auf Lebensmittel: was dazu gilt
12. Vom Verdacht zu einem brauchbaren Befund
13. Was ein Test aus Kapillarblut zu Hause abdeckt
14. Grenzen: was Testen bei Unverträglichkeiten nicht leistet
15. Worauf es beim Testen am Ende ankommt
Häufige Fragen
Quellen

Was das Wort „Unverträglichkeit“ alles zusammenfasst

Wer Unverträglichkeiten testen will, hat meist eine sehr konkrete Frage im Kopf: Welches Lebensmittel macht mir Beschwerden. Die Frage ist berechtigt. Sie ist nur nicht mit einem einzigen Verfahren zu beantworten, und das liegt am Wort selbst.

„Unverträglichkeit“ ist kein medizinischer Befund, sondern eine Alltagsbeschreibung. Sie sagt, dass nach dem Essen etwas passiert. Sie sagt nichts darüber, was im Körper dabei abläuft. Genau dieser Ablauf entscheidet aber, welche Untersuchung überhaupt etwas findet.

Drei Vorgänge, die im Alltag denselben Namen tragen

Der erste Vorgang ist eine Sache der Verdauung. Ein Zucker aus der Nahrung wird nicht oder nur teilweise aufgespalten und aufgenommen, wandert weiter in den Dickdarm und wird dort von Bakterien vergoren. Das Immunsystem ist daran nicht beteiligt. Bekanntestes Beispiel ist der Milchzucker.

Der zweite Vorgang ist eine Autoimmunerkrankung. Bei der Zöliakie richtet sich die Abwehr nach Kontakt mit Gluten gegen die eigene Dünndarmschleimhaut. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beschreibt das so, dass Gluten nicht vertragen wird „und eine Entzündung der Darmschleimhaut auslöst“ (IQWiG, 2022).

Der dritte Vorgang ist eine echte Allergie. Hier bildet das Immunsystem Antikörper der Klasse E, kurz IgE, gegen ein Eiweiß aus der Nahrung. Die Reaktion setzt meist rasch ein und kann bereits durch kleine Mengen ausgelöst werden.

Diese drei Vorgänge haben außer dem Auslöser wenig gemeinsam. Sie unterscheiden sich in der Menge, die Beschwerden macht, in der Geschwindigkeit der Reaktion und vor allem darin, womit sich überhaupt etwas nachweisen lässt.

Warum die Suchmaschine alles in einen Topf wirft

In der Suche nach einem Test steht am Anfang kein Fachbegriff, sondern ein Bauchgefühl. Deshalb landen unter demselben Suchwort Menschen, deren Beschwerden vier verschiedene Ursachen haben, und alle bekommen dieselben Angebote zu sehen.

Der vierte Fall gehört dazu, obwohl er sich schwerer fassen lässt: eine Empfindlichkeit gegenüber Weizen ohne Zöliakie und ohne Allergie. Das IQWiG beschreibt sie als „Empfindlichkeit gegenüber Bestandteilen des Weizens, die aber nicht zu krankhaften Veränderungen der Darmschleimhaut führt“ (IQWiG, 2022).

Für diesen vierten Fall gibt es kein Laborverfahren, das ihn nachweist. Das IQWiG hält dazu fest: „Wenn eine Weizensensitivität vermutet wird, ist es zunächst wichtig, eine Zöliakie oder Allergie auszuschließen.“ (IQWiG, 2022) Der Weg führt also über den Ausschluss, nicht über einen eigenen Test.

Was daraus für die Testfrage folgt

Die Reihenfolge dreht sich damit um. Nicht der Test sagt dir, welche Ursache vorliegt, sondern die vermutete Ursache entscheidet, welcher Test überhaupt infrage kommt. Das klingt unbequem, spart aber Geld und Wochen.

Wenn die Beschwerden eher aus dem Verdauungstrakt kommen und weniger an einzelne Lebensmittel gebunden sind, lohnt vorher ein anderer Blick. Welche Bakterienarten und Marker in einem Darmbefund überhaupt vorkommen, kannst du im Darm-Lexikon nachschlagen.

Wie häufig die einzelnen Ursachen tatsächlich sind

Die Häufigkeiten liegen weit auseinander, und dieser Abstand ist selbst ein Hinweis darauf, wo eine Abklärung sinnvollerweise beginnt. Drei Zahlen aus drei belegten Quellen stehen nebeneinander, alle als Anteil der Bevölkerung.

Drei Ursachen, drei Größenordnungen

5–15 %

der Menschen aus Europa vertragen keinen Milchzucker (IQWiG, 2024)

1–2 %

der Menschen in Europa haben eine nachgewiesene Zöliakie (IQWiG, 2022)

3,7 %

der Erwachsenen hatten in einer durch Provokation gesicherten Studie eine Nahrungsmittelallergie (DGAKI u. a., 2021)

Quelle: IQWiG 2024 und 2022, DGAKI und weitere Fachgesellschaften 2021

Die Zahl zur Nahrungsmittelallergie stammt aus der Fachleitlinie der allergologischen Gesellschaften. Dort heißt es wörtlich: „Eine Studie von 2004 ergab eine Prävalenz der Nahrungsmittelallergie, gesichert durch doppelblinde, placebokontrollierte Nahrungsmittelprovokation, von 3,7% bei Erwachsenen und von 4,2% bei Kindern.“ (DGAKI und weitere Fachgesellschaften, 2021)

Der Zusatz zur Provokation trägt diesen Satz. Gemeint ist die kontrollierte Gabe des verdächtigen Lebensmittels unter ärztlicher Aufsicht, ohne dass die Beteiligten wissen, wer wann was bekommt. Zahlen aus reinen Befragungen liegen regelmäßig deutlich höher als Zahlen aus solchen Prüfungen.

Warum die Milchzucker-Zahl so stark schwankt

Bei Laktose fällt die Spanne auf, und sie hat einen geografischen Grund. Das IQWiG hält fest: „Etwa 5 bis 15 % der Menschen aus Europa vertragen keinen Milchzucker.“ (IQWiG, 2024) Für andere Weltregionen nennt dieselbe Quelle völlig andere Größenordnungen.

Dort heißt es: „In Afrika oder Ostasien sind dagegen 65 bis über 90 % der Erwachsenen betroffen.“ (IQWiG, 2024) Wer Milchzucker im Erwachsenenalter noch verdauen kann, ist weltweit gesehen also eher die Ausnahme als die Regel.

Für die Testfrage ist das mehr als eine Randnotiz. Eine Beschwerde nach Milchprodukten ist in Europa nicht selten, aber auch nicht der Normalfall. Sie ist häufig genug, um sie zuerst zu prüfen, bevor aufwendigere Verfahren beginnen.

Was ein Testergebnis beweist und was nicht

Ein Laborwert ist eine Messung, keine Diagnose. Diese Unterscheidung ist der wichtigste Satz des ganzen Themas, und sie steht in der Fachleitlinie zur Nahrungsmittelallergie so deutlich, dass sie hier im Wortlaut gehört.

Belegte Fundstelle

„Der Nachweis einer Sensibilisierung mittels spezifischer IgE-Bestimmung oder Haut-Prick-Test beweist nicht die klinische Relevanz des getesteten Nahrungsmittels und soll allein nicht zu einer therapeutischen Elimination führen.“

Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) gemeinsam mit weiteren Fachgesellschaften
Update Leitlinie zum Management IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergien, AWMF-Registernummer 061-031, 2021

Der Satz besteht aus zwei Teilen, und der zweite ist der praktisch wichtigere. Ein positiver Wert beweist nicht, dass dieses Lebensmittel deine Beschwerden macht. Und er ist allein kein Grund, es dauerhaft vom Speiseplan zu streichen.

Sensibilisierung heißt: Das Immunsystem hat Antikörper gebildet. Ob daraus eine Reaktion wird, entscheidet sich am Symptom und nicht im Labor. Menschen können messbare Antikörper tragen und ihr Leben lang beschwerdefrei essen.

Auch der umgekehrte Fall ist nicht eindeutig

Ein unauffälliger Wert ist ebenfalls keine Entwarnung im strengen Sinn. Die Leitlinie formuliert es so: „Der fehlende Nachweis einer Sensibilisierung (negatives spezifisches IgE/Haut-Prick-Test) schließt eine klinisch relevante IgE-vermittelte Nahrungsmittelallergie häufig, aber nicht sicher aus.“ (DGAKI und weitere Fachgesellschaften, 2021)

Häufig, aber nicht sicher. Zwei Wörter, die den Unterschied zwischen einem Anhaltspunkt und einem Beweis markieren. Wer nach einem negativen Befund weiterhin reagiert, hat kein falsches Ergebnis bekommen, sondern eine unvollständige Antwort.

Womit die Abklärung tatsächlich beginnt

Am Anfang steht deshalb kein Röhrchen, sondern ein Gespräch. Die Leitlinie stellt das an den Anfang ihres Diagnostikkapitels: „Eine detaillierte Anamnese soll Grundlage für die Diagnostik der Nahrungsmittelallergie sein.“ (DGAKI und weitere Fachgesellschaften, 2021)

Anamnese meint die Krankengeschichte: was du gegessen hast, wie schnell die Reaktion kam, wie sie aussah, wie oft sie sich wiederholt hat. Ein Test ordnet diese Beobachtungen ein. Er ersetzt sie nicht.

Kernaussage

Ein Antikörperbefund zeigt eine Sensibilisierung an. Ob daraus eine Reaktion auf ein Lebensmittel wird, entscheidet die Krankengeschichte zusammen mit dem Befund, nicht der Wert allein.

Wann Beschwerden zuerst in eine ärztliche Praxis gehören

Bevor irgendein Test bestellt wird, steht die Frage, ob die Beschwerden überhaupt zu einer Unverträglichkeit passen. Einige Zeichen beantworten diese Frage von selbst, und zwar mit Nein.

Blut im Stuhl gehört in eine ärztliche Praxis. Ein ungewollter Gewichtsverlust gehört in eine ärztliche Praxis. Anhaltendes Fieber gehört in eine ärztliche Praxis. Beschwerden, die dich nachts aus dem Schlaf holen, gehören in eine ärztliche Praxis.

Dazu kommt ein Zeichen, das speziell für dieses Thema gilt. Eine Reaktion, die innerhalb von Minuten auftritt und Haut, Atmung oder Kreislauf betrifft, ist kein Fall für einen Test aus dem Internet, sondern ein Notfall. Schwellungen im Mund- und Rachenraum, Atemnot und Kreislaufprobleme nach dem Essen gehören sofort ärztlich abgeklärt.

Diese Zeichen sind kein Anlass für eine Auslassphase und kein Anlass für eine Bestellung. Sie sind ein Anlass für einen Termin. Wer sie bemerkt, testet nicht, sondern geht hin.

Der Grund liegt im Ausschluss

Hinter Bauchbeschwerden nach dem Essen können Erkrankungen stehen, die mit Lebensmitteln nichts zu tun haben. Ein Test auf Antikörper gegen Nahrungsmittel sucht nach etwas anderem und findet sie deshalb nicht.

Das ist der eigentliche Schaden eines Tests zur falschen Zeit: Er beantwortet eine Frage, die niemand gestellt hat, und beruhigt bei einer, die offen bleibt. Ein unauffälliger Befund kann dazu führen, dass ein nötiger Termin um Monate verschoben wird.

Drei verbreitete Annahmen und was dazu belegt ist

Drei Vorstellungen tauchen in Gesprächen zu diesem Thema immer wieder auf. Alle drei sind nachvollziehbar, und alle drei stehen im Widerspruch zu dem, was Fachgesellschaften und Institute dazu veröffentlicht haben.

Annahme und Beleglage

Verbreitet

„Ein Bluttest sagt mir, welche Lebensmittel ich nicht vertrage.“

Belegt

Für Antikörper der Klasse IgG und IgG4 gegen Nahrungsmittel gilt die gemeinsame Bewertung der allergologischen Fachgesellschaften: Der Nachweis ist „zur Abklärung und Diagnostik von Nahrungsmittelunverträglichkeiten ungeeignet und strikt abzulehnen“ (Kleine-Tebbe und Kolleginnen und Kollegen, Allergo Journal, 2009).

Verbreitet

„Laktoseintoleranz ist eine Allergie gegen Milch.“

Belegt

„Eine Laktoseintoleranz ist keine Allergie.“ (IQWiG, 2024) Bei einer Milchallergie reagiert der Körper laut derselben Quelle bereits auf geringste Mengen, während bei einer Laktoseintoleranz bestimmte Mengen vertragen werden.

Verbreitet

„Ich lasse Gluten erst einmal weg und teste später, ob es Zöliakie war.“

Belegt

„Der Test ist nur aussagekräftig, wenn vorher ausreichend Gluten aufgenommen wurde.“ (IQWiG, 2022) Wer vorher streicht, macht die spätere Abklärung schwieriger.

Alle drei Annahmen haben denselben Kern: Sie erwarten vom Labor eine Antwort, die das Labor nicht geben kann. Der Weg führt in jedem der drei Fälle über die Beobachtung des eigenen Alltags und über die Wahl des passenden Verfahrens.

Laktose: wenn ein Enzym fehlt

Milchzucker wird im Dünndarm von einem Enzym gespalten, damit er überhaupt aufgenommen werden kann. Ist zu wenig davon vorhanden, gelangt der Zucker weiter in den Dickdarm. Dort vergären ihn Bakterien, und dabei entstehen Gase.

Das erklärt das typische Beschwerdebild. Das IQWiG beschreibt: „Nach dem Genuss von Milch und milchzuckerhaltigen Produkten haben viele Menschen mit Verdauungsproblemen wie Bauchschmerzen, Blähungen oder Durchfall zu tun.“ (IQWiG, 2024)

Entscheidend ist die Mengenfrage. Das IQWiG hält fest, wer Milchprodukte schwer verdauen kann, verträgt Milchzucker „womöglich nur in kleinen Mengen“ (IQWiG, 2024). Es geht also selten um ein vollständiges Verbot, sondern um eine persönliche Schwelle.

Warum hier ein Atemtest misst und kein Bluttest

Weil kein Antikörper im Spiel ist, gibt es auch keinen Antikörper zu messen. Gemessen wird stattdessen das Gas, das bei der Vergärung entsteht und über die Lunge wieder abgeatmet wird.

Das IQWiG beschreibt das Verfahren so: „Atemtest: Nach Trinken einer Milchzuckerlösung wird der Wasserstoffgehalt in der Atemluft mehrmals gemessen.“ (IQWiG, 2024) Mehrmals ist hier das entscheidende Wort, denn der Verlauf über die Zeit trägt die Aussage, nicht ein einzelner Wert.

Dieser Test findet in einer Praxis statt und braucht Zeit. Das ist der Preis dafür, dass er den Vorgang misst, um den es geht. Ein Antikörperwert aus dem Blut kann diesen Vorgang nicht abbilden, egal wie viele Lebensmittel auf dem Befund stehen.

Wie du der Frage im Alltag nachgehen kannst, bevor ein Termin ansteht, steht in unserem Beitrag Laktoseintoleranz erkennen. Dieser Artikel hier bleibt bei der Frage, welches Verfahren welche Ursache erfasst.

Was zu anderen Zuckern im verwendeten Material steht

Neben Milchzucker wird auch Fruchtzucker regelmäßig genannt, wenn es um Beschwerden nach dem Essen geht. Das für diesen Artikel geprüfte Quellenmaterial enthält dazu keine eigene Angabe mit Institution und Jahr.

Deshalb steht hier keine Zahl und keine Verfahrensbeschreibung dazu. Wenn Fruchtzucker bei dir im Verdacht steht, gehört die Frage in dieselbe Praxis, die auch den Milchzucker-Atemtest anbietet, und nicht in einen Antikörperbefund.

Drei Verfahren, drei verschiedene Fragen

Die folgende Übersicht stellt die drei Wege entlang derselben Kriterien nebeneinander. Sie ordnet nicht nach Aufwand oder Preis, sondern danach, welche Frage jedes Verfahren beantwortet und welche es offen lässt.

Kriterium Enzymmangel, Beispiel Laktose Zöliakie IgE-vermittelte Allergie
Was im Körper abläuft Ein Zucker wird nicht ausreichend gespalten und im Dickdarm vergoren. Das Immunsystem ist nicht beteiligt. Gluten wird nicht vertragen „und eine Entzündung der Darmschleimhaut“ wird ausgelöst (IQWiG, 2022). Das Immunsystem bildet IgE-Antikörper gegen ein Nahrungseiweiß. Reaktion meist rasch und schon bei kleinen Mengen.
Womit untersucht wird „Atemtest: Nach Trinken einer Milchzuckerlösung wird der Wasserstoffgehalt in der Atemluft mehrmals gemessen.“ (IQWiG, 2024) IgA-Antikörper gegen die Gewebstransglutaminase im Blut, dazu „in der Regel über eine Magenspiegelung Gewebeproben aus dem oberen Dünndarm“ (IQWiG, 2022). Anamnese, spezifisches IgE und Haut-Prick-Test, bei Bedarf ein Provokationstest (DGAKI u. a., 2021).
Was vor dem Test zu beachten ist Der Test findet in einer Praxis statt und braucht mehrere Messungen über einen Zeitraum. „Der Test ist nur aussagekräftig, wenn vorher ausreichend Gluten aufgenommen wurde.“ (IQWiG, 2022) Die Krankengeschichte gehört dazu: „Eine detaillierte Anamnese soll Grundlage für die Diagnostik der Nahrungsmittelallergie sein.“ (DGAKI u. a., 2021)
Was der Befund allein aussagt Er beschreibt die Verwertung des Zuckers. Die persönliche Verträglichkeitsmenge klärt er nicht. Die Diagnose entsteht aus Blutwert und Gewebeprobe zusammen, nicht aus einem Wert allein. Er zeigt eine Sensibilisierung. Er „beweist nicht die klinische Relevanz des getesteten Nahrungsmittels“ (DGAKI u. a., 2021).
Wo die Untersuchung stattfindet In einer ärztlichen Praxis, weil über Stunden gemessen wird. Blutentnahme und Magenspiegelung, also ärztlich veranlasst. Ärztlich; die IgE-Bestimmung ist auch aus Kapillarblut möglich, die Einordnung bleibt ärztlich.

Eine vierte Spalte fehlt in dieser Tabelle mit Absicht. Tests auf IgG-Antikörper gegen Lebensmittel gehören nicht neben diese drei Verfahren, weil sie keine Frage beantworten, die diese drei offen lassen. Warum das so ist, steht in Kapitel 11.

Zöliakie: warum vor dem Test Gluten auf dem Teller bleibt

Die Zöliakie ist der Sonderfall unter den drei Ursachen, und sie ist der einzige, bei dem eine falsche Vorbereitung das Ergebnis unbrauchbar macht. Das ist der Grund, warum sie hier ein eigenes Kapitel bekommt.

Zur Häufigkeit hält das IQWiG fest: „Eine nachgewiesene Zöliakie haben etwa 1 bis 2 % der Menschen in Europa.“ (IQWiG, 2022) Das ist selten genug, um übersehen zu werden, und häufig genug, um bei anhaltenden Beschwerden dazuzugehören.

Zwei Untersuchungen, die zusammengehören

Der erste Schritt ist ein Bluttest. Gesucht werden nach Darstellung des IQWiG „Immunglobulin A (IgA)-Antikörper gegen ein bestimmtes Enzym, die sogenannte Gewebstransglutaminase (tTG oder TG2)“ (IQWiG, 2022).

Der zweite Schritt betrifft das Gewebe selbst. Das IQWiG beschreibt: „Zusätzlich zum Bluttest werden in der Regel über eine Magenspiegelung Gewebeproben aus dem oberen Dünndarm entnommen.“ (IQWiG, 2022) Erst beide Schritte zusammen tragen die Diagnose.

Damit ist auch klar, was ein Antikörperwert allein leistet und was nicht. Er ist ein Hinweis, der weiterführt. Eine Diagnose entsteht daraus erst im ärztlichen Zusammenhang, und dieser Zusammenhang lässt sich zu Hause nicht herstellen.

Der Fehler, der am häufigsten passiert

Bei Verdacht auf Gluten liegt es nahe, es sofort wegzulassen. Genau das ist der Fehler. Das IQWiG hält fest: „Der Test ist nur aussagekräftig, wenn vorher ausreichend Gluten aufgenommen wurde.“ (IQWiG, 2022)

Der Grund liegt in der Funktionsweise. Beide Untersuchungen suchen nach der Reaktion auf Gluten. Fehlt der Auslöser über Wochen, gehen die Antikörper zurück und die Schleimhaut erholt sich. Der Befund sieht dann unauffällig aus, obwohl eine Zöliakie vorliegt.

Wer bereits glutenfrei isst und trotzdem Klarheit will, bespricht die Reihenfolge deshalb vor dem Test ärztlich. Eine Wiederaufnahme von Gluten auf eigene Faust ist keine gute Idee, wenn die Beschwerden vorher stark waren. Eine ausführlichere Darstellung steht in unserem Beitrag Zöliakie Test.

Kapitel auf einen Blick

Eine Zöliakie haben laut IQWiG (2022) etwa 1 bis 2 Prozent der Menschen in Europa. Untersucht wird zweistufig: IgA-Antikörper gegen die Gewebstransglutaminase im Blut und zusätzlich Gewebeproben aus dem oberen Dünndarm über eine Magenspiegelung. Beide Untersuchungen setzen voraus, dass vorher ausreichend Gluten gegessen wurde, weil sie die Reaktion auf Gluten suchen. Wer Gluten vorsorglich streicht, macht die spätere Abklärung schwieriger.

IgE-vermittelte Allergie: was ein Befund zeigt

Die echte Nahrungsmittelallergie ist der einzige der drei Wege, bei dem ein Antikörper im Blut tatsächlich zum Vorgang passt. Deshalb ist die IgE-Bestimmung hier anerkannte Diagnostik und kein bloßer Anhaltspunkt.

Die Fachleitlinie beschreibt den Aufbau der Abklärung als Zusammenspiel mehrerer Bausteine: Krankengeschichte, Nachweis einer Sensibilisierung über spezifisches IgE oder Haut-Prick-Test, die Prüfung der klinischen Bedeutung und bei Bedarf ein Provokationstest (DGAKI und weitere Fachgesellschaften, 2021).

Der Nachweis ist also ein Baustein von mehreren. Er steht früh im Ablauf, weil er breit und ohne großen Aufwand messbar ist. Er steht nicht am Ende, weil er die Frage nach der Bedeutung im Alltag nicht allein beantwortet.

Warum ein positiver Wert noch keine Diät begründet

Der Satz aus Kapitel 3 gilt an dieser Stelle noch einmal, weil er hier praktisch wird. Ein Sensibilisierungsnachweis „soll allein nicht zu einer therapeutischen Elimination führen“ (DGAKI und weitere Fachgesellschaften, 2021).

Elimination heißt hier: das Lebensmittel dauerhaft weglassen. Wer das nach einem einzelnen Wert tut, streicht möglicherweise etwas, das er problemlos verträgt. Bei Kindern und bei Grundnahrungsmitteln kann daraus ein eigenes Problem entstehen.

Umgekehrt bedeutet ein Befund mit vielen auffälligen Werten nicht, dass du viele Allergien hast. Er bedeutet zunächst, dass dein Immunsystem auf mehrere Eiweiße reagiert hat. Welche davon im Alltag eine Rolle spielen, entscheidet die Zusammenschau mit deinen Beobachtungen.

Kreuzreaktionen als häufige Erklärung

Ein Teil der auffälligen Werte auf Nahrungsmittel geht auf eine Ähnlichkeit von Eiweißen zurück. Wer auf bestimmte Pollen reagiert, kann auch auf verwandte Eiweiße in Obst oder Nüssen reagieren, weil sich die Strukturen ähneln.

Für dich heißt das: Ein Befund kann erklären, warum ein Apfel im Frühjahr im Mund kribbelt und im Winter nicht. Solche Muster ordnet eine allergologische Praxis ein. Ein Zahlenwert allein tut das nicht.

Für wen ein IgE-Test infrage kommt und für wen nicht

Ob ein Test auf spezifisches IgE dir weiterhilft, hängt weniger von der Stärke der Beschwerden ab als von ihrer Form. Die folgende Gegenüberstellung nennt beide Richtungen mit echten Gründen.

Sinnvoll für dich, wenn …

deine Reaktion rasch nach dem Essen einsetzt und Haut, Schleimhäute oder Atemwege betrifft, also zum Bild einer IgE-vermittelten Reaktion passt.

du bereits einen konkreten Verdacht auf ein bestimmtes Lebensmittel hast und ihn vor dem Arzttermin einordnen möchtest.

du deine Beobachtungen aufgeschrieben hast und den Befund als Vorbereitung eines Gesprächs verstehst, nicht als Ergebnis.

Eher nicht, wenn …

deine Beschwerden ausschließlich den Verdauungstrakt betreffen und Stunden nach der Mahlzeit auftreten. Dann passt eher der Weg über Enzym- oder Aufnahmestörungen.

du Gluten im Verdacht hast. Diese Frage klärt die Zöliakie-Abklärung, und die verlangt eine andere Vorbereitung.

eines der Warnzeichen aus Kapitel 4 auf dich zutrifft. Dann steht ein Termin an und kein Test.

Was ein Allergietest in Praxis und Labor kostet und wie er dort abläuft, steht in unserem Beitrag Wie viel kostet ein Allergietest. Geht es dir um Beschwerden aus dem Darm statt um einzelne Lebensmittel, ordnet Darmtest für zuhause die dortigen Verfahren ein, und Ernährung bei Reizdarm beschreibt, was die Leitlinie zur Ernährung sagt.

IgG-Tests auf Lebensmittel: was dazu gilt

Ein Verfahren fehlt in der Übersicht aus Kapitel 7, und es ist ausgerechnet das, das im Netz am häufigsten beworben wird: die Bestimmung von Antikörpern der Klasse IgG gegen viele Lebensmittel auf einmal. Diese Auslassung ist kein Versehen.

IgG ist eine andere Antikörperklasse als IgE. Beide gehören zum Immunsystem, aber sie stehen für verschiedene Vorgänge und dürfen nicht als zwei Varianten derselben Untersuchung gelesen werden. Ein IgG-Befund ist kein Allergietest, und ein Allergietest ist kein IgG-Befund.

Die allergologischen Fachgesellschaften haben zu diesen Tests gemeinsam Stellung genommen. Ihre Bewertung lautet wörtlich: „Daher ist der allergenspezifische Nachweis von IgG- oder IgG4-Antikörpern gegen Nahrungsmittel zur Abklärung und Diagnostik von Nahrungsmittelunverträglichkeiten ungeeignet und strikt abzulehnen.“ (Kleine-Tebbe und Kolleginnen und Kollegen, Allergo Journal, 2009)

Die Stellungnahme geht auf einen Bericht einer Arbeitsgruppe der Europäischen Akademie für Allergologie und klinische Immunologie zurück und wurde von den Fachgesellschaften in Deutschland, Österreich und der Schweiz übernommen. Es handelt sich also nicht um eine Einzelmeinung.

Der Pflichthinweis, den wir jedem Text zu diesem Thema voranstellen

Die allergologischen Fachgesellschaften empfehlen IgG-Tests nicht zur Diagnostik von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Erhöhte IgG-Werte zeigen Kontakt mit einem Lebensmittel an, nicht zwangsläufig eine Unverträglichkeit.

Das ist der entscheidende Punkt für die Lesbarkeit eines solchen Befundes. Ein erhöhter Wert dokumentiert, dass dein Körper das Lebensmittel kennt. Bei Lebensmitteln, die du oft isst, ist das der Normalfall und kein Warnzeichen.

Was ein solcher Befund allenfalls sein kann, ist ein Ausgangspunkt für ein strukturiertes Ernährungstagebuch: ein Anhaltspunkt, welche Lebensmittel du in einer Auslassphase zuerst beobachtest. Am sinnvollsten ist das in Begleitung einer Ernährungsfachkraft. Er stellt nichts fest, und er weist nichts nach.

Aus dieser Einordnung folgt eine redaktionelle Entscheidung, die hier offen stehen soll: In diesem Artikel gibt es zu IgG-Tests kein Angebot und keinen Link. Ein Text, der die Bewertung der Fachgesellschaften zitiert und daneben das passende Produkt anbietet, hebt seine eigene Aussage auf.

Vom Verdacht zu einem brauchbaren Befund

Zwischen dem ersten Verdacht und einer belastbaren Antwort liegen mehrere Wochen. Das ist kein Zeichen für ein umständliches Vorgehen, sondern der Preis dafür, dass am Ende ein Befund steht, mit dem sich etwas anfangen lässt.

Schritt 1

Aufschreiben statt weglassen

Mehrere Wochen notieren, was du isst, wann die Beschwerde kommt und wie sie aussieht. Ohne Uhrzeiten lässt sich später keine Mahlzeit zuordnen.

Schritt 2

Krankengeschichte besprechen

„Eine detaillierte Anamnese soll Grundlage für die Diagnostik der Nahrungsmittelallergie sein.“ (DGAKI u. a., 2021) Sie entscheidet, welcher Weg überhaupt passt.

Schritt 3

Verfahren nach Ursache wählen

Atemtest bei Verdacht auf einen Enzymmangel, Serologie und Gewebeprobe bei Verdacht auf Zöliakie, spezifisches IgE bei Verdacht auf eine Allergie.

Schritt 4

Befund und Alltag zusammenlegen

Erst die Zusammenschau von Wert und Beobachtung ergibt eine Aussage. Ein Wert allein begründet keine dauerhafte Streichung.

Der zweite Schritt ist der, den viele überspringen, weil er nach Umweg aussieht. Er ist der kürzeste Weg zum passenden Verfahren, denn er sortiert drei Möglichkeiten auf eine herunter.

Ein Tagebuch, das nur Lebensmittel auflistet, hilft dabei wenig. Brauchbar wird es, wenn neben dem Essen die Uhrzeit steht, die Art der Beschwerde, ihre Stärke und alles, was den Tag sonst geprägt hat. Vier Wochen sind ein guter Zeitraum, weil sich darin auch Schwankungen zeigen, die nichts mit dem Essen zu tun haben.

Was ein Test aus Kapillarblut zu Hause abdeckt

mybody®x (MYBODY Lab GmbH) bietet für den dritten der drei Wege einen Test aus Kapillarblut an, also für die IgE-vermittelte Allergie. Bevor die Karte dazu kommt, gehört die Einschränkung nach vorn.

Der Test misst spezifisches IgE. Er beantwortet damit weder die Frage nach einem Enzymmangel noch die Frage nach einer Zöliakie. Für den Milchzucker-Atemtest gibt es im Sortiment kein Gegenstück, und ein Selbsttest auf Zöliakie ersetzt die zweistufige ärztliche Abklärung aus Blutwert und Gewebeprobe nicht.

Und der Satz aus Kapitel 3 gilt auch für diesen Befund: Ein Sensibilisierungsnachweis beweist nicht die klinische Bedeutung des getesteten Lebensmittels. Der Preis steht mit Stand vom 27.08.2026.

AllergoCheck | Nahrungsmittel- und Allergietest von mybody®x (MYBODY Lab GmbH)

Bluttest aus Kapillarblut

AllergoCheck | Nahrungsmittel- und Allergietest

Misst spezifisches IgE gegen 54 der häufigsten Allergene, darunter Nahrungsmittel, Pollen, Hausstaub und Tierhaare. Angabe der Produktseite, abgerufen am 27.08.2026. Was der Test nicht leistet: Er stellt keine Diagnose, er erfasst keinen Enzymmangel wie eine Laktoseintoleranz und keine Zöliakie, und ein auffälliger Wert bedeutet eine Sensibilisierung, nicht zwangsläufig Beschwerden. Ob daraus eine Allergie wird, entscheidet sich laut Produktseite am Symptom und gehört in ärztliche Hände.

Preis 129,00 € Stand 27.08.2026, Änderungen möglich
Probenart Kapillarblut aus der Fingerbeere
Bearbeitungszeit Kit-Versand 1–3 Werktage
Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
Labor ISO-zertifizierte Laboranalyse
Angabe der Produktseite, abgerufen 27.08.2026
Zum AllergoCheck

Wofür so ein Befund im Alltag taugt

Am ehesten als Vorbereitung. Wer mit einem Befund und einem Tagebuch in eine Praxis geht, bringt zwei Dinge mit, die dort sonst erst erhoben werden müssen. Das verkürzt keinen Termin, macht ihn aber inhaltlich dichter.

Was er nicht ersetzt, ist die Einordnung selbst. Die Fachleitlinie sieht dafür die Zusammenschau von Anamnese, Sensibilisierungsnachweis und, wo nötig, Provokationstest vor. Der letzte Schritt findet aus gutem Grund unter ärztlicher Aufsicht statt.

Grenzen: was Testen bei Unverträglichkeiten nicht leistet

Die erste Grenze steht am Anfang jeder ehrlichen Einordnung. Kein Verfahren aus diesem Artikel ist eine Behandlung. Ein Test misst, und was aus der Messung folgt, entscheidet sich danach.

Die zweite Grenze liegt in der Reichweite. Jedes der drei Verfahren erfasst genau einen Vorgang. Es gibt kein Verfahren, das alle vier Fälle aus Kapitel 1 auf einmal abdeckt, und der Anspruch, es zu tun, ist selbst ein Warnzeichen.

Die dritte Grenze betrifft die Bedeutung eines Wertes. Ein Sensibilisierungsnachweis beweist laut Fachleitlinie nicht die klinische Bedeutung des getesteten Lebensmittels (DGAKI und weitere Fachgesellschaften, 2021). Ein Befund ohne Krankengeschichte ist deshalb eine halbe Information.

Die vierte Grenze betrifft die Weizensensitivität. Für sie gibt es kein Laborverfahren, sondern nur den Weg über den Ausschluss von Zöliakie und Allergie (IQWiG, 2022). Wer für diesen Fall einen Test sucht, sucht etwas, das es nicht gibt.

Kernaussage

Jedes Verfahren beantwortet genau eine Frage. Ein Test, der verspricht, alle Unverträglichkeiten auf einmal zu klären, verspricht etwas, das keine der zitierten Fachquellen für möglich hält.

Worauf es beim Testen am Ende ankommt

Aus vier Ursachen und drei Verfahren lässt sich eine kurze Reihenfolge ableiten. Beobachten vor Testen. Ursache vor Verfahren. Gespräch vor Bestellung. Zusammenschau vor Streichliste.

Was dabei auffällt, steht in keiner der zitierten Quellen und ergibt sich trotzdem aus allen: Die Fachgesellschaften interessieren sich weniger für das Ergebnis als für die Frage davor. Sie sagen nicht, welcher Wert stimmt. Sie sagen, welche Frage ein Wert überhaupt beantworten kann.

Der konkrete nächste Schritt ist deshalb kleiner als erwartet und kostet nichts. Nimm ein Heft und schreib vier Wochen lang auf, was du isst, wann Beschwerden kommen und wie sie aussehen. Dieses Heft entscheidet, welches der drei Verfahren für dich überhaupt infrage kommt.

Am Anfang stand die Frage, welcher Test dir sagt, was du nicht verträgst. Genau deshalb lohnt sich der Umweg über das Heft: Am Ende steht eine Antwort, aber sie kommt nicht allein aus dem Labor.

Wenn du nicht sicher bist, welcher der drei Wege zu deinen Beschwerden passt: Die Beratung kostet nichts, und sie verkauft dir nichts.

Häufige Fragen

Wie kann ich Unverträglichkeiten testen lassen?

Nicht mit einem Verfahren, sondern mit dem, das zur vermuteten Ursache passt. Bei Verdacht auf einen Enzymmangel wird gemessen, was bei der Vergärung entsteht: „Nach Trinken einer Milchzuckerlösung wird der Wasserstoffgehalt in der Atemluft mehrmals gemessen.“ (IQWiG, 2024) Bei Verdacht auf Zöliakie werden IgA-Antikörper gegen die Gewebstransglutaminase bestimmt und zusätzlich Gewebeproben aus dem oberen Dünndarm entnommen (IQWiG, 2022). Bei Verdacht auf eine echte Allergie beruht die Abklärung auf Krankengeschichte, spezifischem IgE oder Haut-Prick-Test und bei Bedarf einem Provokationstest (DGAKI und weitere Fachgesellschaften, 2021).

Zeigt ein Bluttest, welche Lebensmittel ich nicht vertrage?

Nein. Die allergologischen Fachgesellschaften empfehlen IgG-Tests nicht zur Diagnostik von Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Erhöhte IgG-Werte zeigen Kontakt mit einem Lebensmittel an, nicht zwangsläufig eine Unverträglichkeit. Auch ein IgE-Befund liefert diese Liste nicht: Der Nachweis einer Sensibilisierung „beweist nicht die klinische Relevanz des getesteten Nahrungsmittels und soll allein nicht zu einer therapeutischen Elimination führen“ (DGAKI und weitere Fachgesellschaften, 2021).

Muss ich vor einem Zöliakie-Test weiter Gluten essen?

Ja. Das IQWiG hält dazu fest: „Der Test ist nur aussagekräftig, wenn vorher ausreichend Gluten aufgenommen wurde.“ (IQWiG, 2022) Beide Untersuchungen suchen nach der Reaktion auf Gluten. Fehlt der Auslöser über Wochen, kann der Befund unauffällig aussehen, obwohl eine Zöliakie besteht. Wer bereits glutenfrei isst und trotzdem Klarheit möchte, bespricht die Reihenfolge vorher ärztlich.

Ist eine Laktoseintoleranz eine Allergie?

Nein. „Eine Laktoseintoleranz ist keine Allergie.“ (IQWiG, 2024) Bei einer Milchallergie reagiert der Körper laut derselben Quelle bereits auf geringste Mengen von Milch oder Milchprodukten, während Menschen mit Laktoseintoleranz bestimmte Mengen an Milchzucker ohne Beschwerden vertragen. Etwa 5 bis 15 Prozent der Menschen aus Europa vertragen keinen Milchzucker (IQWiG, 2024). Weil kein Antikörper beteiligt ist, ist ein Antikörpertest hier das falsche Verfahren.

Wann gehören Beschwerden nach dem Essen sofort in eine ärztliche Praxis?

Bei Blut im Stuhl, ungewolltem Gewichtsverlust, anhaltendem Fieber und bei Beschwerden, die dich nachts aus dem Schlaf holen. Dasselbe gilt für Reaktionen, die innerhalb von Minuten einsetzen und Haut, Atmung oder Kreislauf betreffen, etwa Schwellungen im Mund- und Rachenraum oder Atemnot. In diesen Fällen steht ein Termin an und kein Test, weil ein unauffälliger Befund eine nötige Abklärung um Monate verschieben kann.

Nächster Schritt

Wenn dein Verdacht in Richtung Allergie geht

Der AllergoCheck misst spezifisches IgE aus Kapillarblut und deckt damit den dritten der drei Wege ab. Er stellt keine Diagnose und ersetzt kein ärztliches Gespräch. Wenn deine Beschwerden eher nach Milchzucker aussehen, kommst du ohne diesen Test weiter.

AllergoCheck ansehen Erst der Milchzucker-Weg

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Zum Nachschlagen, wenn die Beschwerden weniger an einzelnen Lebensmitteln hängen als am Darm selbst.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Allergologie und klinische Immunologie (DGAKI) gemeinsam mit weiteren Fachgesellschaften, Worm M, Reese I, Ballmer-Weber B, Beyer K und weitere: Update Leitlinie zum Management IgE-vermittelter Nahrungsmittelallergien, AWMF-Registernummer 061-031, Allergologie Jahrgang 44, Heft 7, 2021 – register.awmf.org
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laktoseintoleranz, gesundheitsinformation.de, Stand 06.11.2024 – gesundheitsinformation.de
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Zöliakie (Glutenunverträglichkeit), gesundheitsinformation.de, Stand 14.12.2022 – gesundheitsinformation.de
  4. Kleine-Tebbe J, Reese I, Ballmer-Weber BK, Beyer K, Erdmann S und weitere: Keine Empfehlung für IgG- und IgG4-Bestimmungen gegen Nahrungsmittel. Stellungnahme von DGAKI, ÄDA, GPA, ÖGAI und SGAI nach Übernahme des Task-Force-Berichts der European Academy of Allergology and Clinical Immunology, Allergo Journal 2009 – gpau.de

Die Sätze zur Sensibilisierung, zur Anamnese, zum negativen Befund, zum Aufbau der Diagnostik sowie die Prävalenzangabe von 3,7 Prozent bei Erwachsenen und 4,2 Prozent bei Kindern stammen aus [1]. Die Angaben zu Milchzucker, zur Abgrenzung von der Allergie, zum Atemtest und zu den Anteilen von 5 bis 15 Prozent sowie 65 bis über 90 Prozent stammen aus [2]. Die Angaben zur Zöliakie, zur Gewebstransglutaminase, zur Gewebeprobe, zur Glutenzufuhr vor dem Test und der Anteil von 1 bis 2 Prozent stammen aus [3]; die Beschreibungen zur Weizensensitivität stammen aus der Übersicht „Gluten und Weizen: Sensitivität, Allergie oder Unverträglichkeit?“ desselben Instituts, Stand 14.12.2022. Die Bewertung der IgG- und IgG4-Bestimmung stammt aus [4]. Angaben zu Preis, Untersuchungsumfang, Probenart und Labor stammen von der Produktseite von mybody®x, abgerufen am 27.08.2026; die Bearbeitungszeiten folgen der zentralen Vorgabe für Bluttests. Alle Quellen wurden am 28.08.2026 aufgerufen und geprüft.

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mybody®x Redaktions- & Fachteam

Labordiagnostik Allergologische Leitlinienarbeit Ernährungswissenschaft Blutanalyse-Interpretation

Dieser Artikel entstand im Redaktions- und Fachteam von mybody®x. Das Team verbindet Labordiagnostik, Ernährungswissenschaft und die Einordnung von Befunden. Wer daran mitarbeitet, steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 21.07.2025 · Zuletzt aktualisiert am 27.08.2026

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Die wiedergegebenen Empfehlungen geben den Stand der genannten Leitlinien und Institutsveröffentlichungen wieder; maßgeblich sind die ärztliche Einschätzung im Einzelfall und die geltenden Leitlinien.

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