DNA des Menschen in Zahlen: Basenpaare und Länge je Zelle
3. Oktober 2026ca. 17 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
Die menschliche DNA umfasst etwa 3 Milliarden Basen (MedlinePlus Genetics, NLM, 2021), die erste vollständige Sequenz zählt 3,055 Milliarden Basenpaare, also Paare aus zwei zueinander passenden Basen (Nurk u. a., 2022). Ein Zellkern enthält seine Chromosomen, die Verpackungseinheiten der DNA, im doppelten Satz; eine weitere Studie zählt dafür 6,27 Milliarden Basenpaare beim Mann und 6,37 Milliarden bei der Frau (Piovesan u. a., 2019).
Aneinandergelegt misst die DNA im Zellkern einer solchen Zelle 205,00 cm beim Mann und 208,23 cm bei der Frau (Piovesan u. a., 2019).
Sie wiegt 6,41 Pikogramm beim Mann und 6,51 Pikogramm bei der Frau, wobei ein Pikogramm ein billionstel Gramm ist (Piovesan u. a., 2019).
Die DNA aus den Zellkernen aller rund 3 × 10¹² kernhaltigen Zellen eines Menschen ergibt zusammen etwa 6,20 Milliarden Kilometer und etwa 19,39 Gramm (Piovesan u. a., 2019).
In diesem Artikel
Anzahl der Basenpaare: Welche Zahl gilt beim Menschen?
Zwei Angaben sind belegt: etwa 3 Milliarden Basen laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) und 3,055 Milliarden Basenpaare für die erste vollständige Sequenz (Nurk u. a., 2022).
Ein Basenpaar besteht aus zwei Basen, die sich in der DNA gegenüberliegen: Adenin paart mit Thymin, Cytosin mit Guanin (MedlinePlus Genetics, NLM, 2021). An jeder Base hängen ein Zuckermolekül und ein Phosphatmolekül, und zusammen heißen diese Teile Nukleotid, der einzelne Baustein der DNA. Die Information der DNA ist als Code aus vier Basen gespeichert (MedlinePlus Genetics, NLM, 2021).
Der größte Teil der DNA liegt im Zellkern und heißt deshalb Kern-DNA; ein kleiner Teil steckt in den Mitochondrien (MedlinePlus Genetics, NLM, 2021). Mitochondrien sind kleine Bestandteile der Zelle in der Flüssigkeit um den Zellkern (MedlinePlus Genetics, NLM, 2018). Fast jede Körperzelle eines Menschen trägt dieselbe DNA (MedlinePlus Genetics, NLM, 2021). Alle Zahlen in diesem Artikel beziehen sich deshalb auf eine bestimmte Zelle, einen bestimmten Chromosomensatz oder den ganzen Körper.
Belegte Fundstelle
„Die menschliche DNA besteht aus etwa 3 Milliarden Basen; mehr als 99 Prozent davon sind bei allen Menschen gleich.“ (MedlinePlus Genetics, NLM, 2021)
MedlinePlus Genetics, National Library of Medicine (NLM)
What is DNA?, Help Me Understand Genetics, 2021, aus dem Englischen übertragen
Das Zitat nennt eine runde Größenordnung. Es spricht von Basen, nicht von Basenpaaren, und sagt nicht, ob ein einfacher oder ein doppelter Chromosomensatz gemeint ist. Für ein Referat reicht es als Einstieg, für eine Rechnung braucht es eine genauere Zahl.
Die liefert die erste lückenlose Sequenz. Das Referenzgenom, also die Standardsequenz, mit der die Forschung arbeitet, deckte seit seiner ersten Fassung im Jahr 2000 nicht alle Abschnitte des Genoms ab (Nurk u. a., 2022). Das Genom ist dabei die gesamte DNA-Information eines Menschen. Das Telomere-to-Telomere-Konsortium schloss die restlichen 8 % und legte die Sequenz T2T-CHM13 mit 3,055 Milliarden Basenpaaren vor, lückenlos für alle Chromosomen außer Y (Nurk u. a., 2022). Neu hinzu kamen dabei fast 200 Millionen Basenpaare (Nurk u. a., 2022).
Basenpaare sind nicht dasselbe wie Gene. Die Zahl der Gene des Menschen ist eine eigene Frage: Dort geht es um Gene, hier um die Basenpaare und das, was sich aus ihnen messen und rechnen lässt.
Diploides Genom: Was zählt der doppelte Chromosomensatz?
Je ein Exemplar der Chromosomen 1 bis 22 plus X und Y ergibt zusammen 3.088.269.832 Basenpaare (Piovesan u. a., 2019). Für den doppelten Satz im Zellkern nennt die Studie 6,27 Milliarden Basenpaare beim Mann und 6,37 Milliarden bei der Frau (Piovesan u. a., 2019).
Im Zellkern ist die DNA in Chromosomen verpackt (MedlinePlus Genetics, NLM, 2018). Ein Chromosomensatz ist die vollständige Reihe dieser Chromosomen, jedes einmal gezählt. Diploid heißt: Der Zellkern enthält diesen Satz doppelt. Wie die Chromosomen aufgebaut und nummeriert sind, steht im Artikel über die Chromosomen des Menschen.
Die genaue Zahl für den einfachen Satz stammt aus einer Studie von Piovesan und Kollegen auf Grundlage der Referenzsequenz GRCh38 (Piovesan u. a., 2019). Gerundet sind das rund 3,09 Milliarden Basenpaare (Piovesan u. a., 2019). Für den doppelten Satz nennt die Studie einen Mittelwert aus Mann und Frau von 6.320.012.150 Basenpaaren (Piovesan u. a., 2019).
Kernaussage
Eine DNA-Zahl ist erst vollständig, wenn ihr Bezug dabeisteht, zum Beispiel der einfache oder der doppelte Chromosomensatz.
Die beiden Studien liegen nah beieinander und sind trotzdem nicht austauschbar. T2T-CHM13 ist lückenlos, enthält aber kein Y-Chromosom (Nurk u. a., 2022). Piovesan und Kollegen zählen das Y-Chromosom mit, rechnen aber auf GRCh38 und nicht auf der neuen lückenlosen Sequenz.
Nebenbei nennt die Studie den GC-Gehalt, also den Anteil der Basen Guanin und Cytosin: Er liegt bei 40,9 % (Piovesan u. a., 2019). Für die Frage nach der Größe des Genoms spielt er keine Rolle, er zeigt aber, dass sich die vier Basen nicht gleichmäßig verteilen.
DNA-Länge beim Menschen: Wie lang ist die DNA einer Zelle?
Aneinandergelegt misst die Kern-DNA einer diploiden Zelle 205,00 cm beim Mann und 208,23 cm bei der Frau, im Mittel 206,62 cm (Piovesan u. a., 2019).
Aneinandergelegt heißt: Alle DNA-Moleküle eines Zellkerns werden gedanklich gestreckt und hintereinandergelegt. Für den Mittelwert gibt die Studie eine Abweichung von plus oder minus 1,99 cm an (Piovesan u. a., 2019). Die Faustzahl „rund zwei Meter je Zelle“ passt damit zu den Werten der Studie, 205,00 cm beim Mann und 208,23 cm bei der Frau, solange klar ist, dass sie die Kern-DNA eines doppelten Satzes meint (Piovesan u. a., 2019).
Rechnerisch lässt sich der Mittelwert nachprüfen: 205,00 cm plus 208,23 cm, geteilt durch zwei, ergibt 206,615 cm, gerundet 206,62 cm, beide Ausgangswerte nach Piovesan u. a. (2019). Für eine Übung eignet sich diese Probe gut, weil sie zeigt, woher der Mittelwert kommt.
Kern-DNA je diploider Zelle
205,00 cm
Länge beim Mann, aneinandergelegt (Piovesan u. a., 2019)
208,23 cm
Länge bei der Frau, aneinandergelegt (Piovesan u. a., 2019)
6,46 pg
Masse im Mittel aus Mann und Frau, in Pikogramm (Piovesan u. a., 2019)
Quelle: Piovesan u. a., BMC Research Notes, 2019
Die Länge sagt noch nichts darüber, wie die DNA in der Doppelhelix gewunden ist. Diese Frage behandelt der Artikel über die Formen der DNA-Doppelhelix. Hier bleibt es bei der gestreckten Länge je Zelle.
Molare Masse der DNA: Was wiegt ein Basenpaar?
Die Kern-DNA einer diploiden Zelle wiegt 6,41 Pikogramm beim Mann und 6,51 Pikogramm bei der Frau, im Mittel 6,46 Pikogramm (Piovesan u. a., 2019). Daraus ergibt sich rechnerisch eine molare Masse von rund 616 Gramm je Mol und Basenpaar (Piovesan u. a., 2019; NIST, 2022).

Die molare Masse gibt an, was ein Mol eines Stoffes wiegt, in Gramm je Mol. Ein Mol ist eine feste Teilchenzahl, festgelegt durch die Avogadro-Konstante: 6,022 140 76 × 10²³ Teilchen je Mol, ein exakter Wert ohne Unsicherheit (NIST, 2022). Ein Pikogramm entspricht 10⁻¹² Gramm.
Die folgende molare Masse ist eine eigene Rechnung der Redaktion. Sie nutzt zwei Werte aus derselben Studie, die Masse der DNA je Zelle und die Zahl ihrer Basenpaare, und dazu die Avogadro-Konstante (Piovesan u. a., 2019; NIST, 2022). Jeder Schritt steht unten, damit du ihn nachrechnen kannst.
Rechenweg, Schritt für Schritt
Masse in Gramm. Die 6,41 Pikogramm Kern-DNA einer Zelle des Mannes sind 6,41 × 10⁻¹² Gramm (Piovesan u. a., 2019).
Durch die Basenpaare teilen. 6,41 × 10⁻¹² Gramm geteilt durch 6,27 × 10⁹ Basenpaare (Piovesan u. a., 2019) ergibt rechnerisch etwa 1,0223 × 10⁻²¹ Gramm je Basenpaar.
Mit der Avogadro-Konstante malnehmen. 1,0223 × 10⁻²¹ Gramm mal 6,022 140 76 × 10²³ je Mol (NIST, 2022) ergibt rechnerisch rund 616 Gramm je Mol und Basenpaar.
Gegenprobe mit der Frau. 6,51 × 10⁻¹² Gramm geteilt durch 6,37 × 10⁹ Basenpaare (Piovesan u. a., 2019), mal Avogadro-Konstante (NIST, 2022), ergibt rechnerisch rund 615 Gramm je Mol und Basenpaar.
Dass beide Rechnungen fast gleich ausgehen, ist die eigentliche Probe. Masse und Basenpaare passen in der Studie bei Mann und Frau zusammen: Rechnerisch kommen beide auf etwa 1,02 × 10⁻²¹ Gramm je Basenpaar (Piovesan u. a., 2019).
Der Wert ist ein Rechenergebnis aus zwei Studienwerten und einer Konstante. Er ist keine Angabe für ein einzelnes Basenpaar und kein Lehrbuchwert für DNA im Allgemeinen. Wer ihn in einer Arbeit verwendet, schreibt „rechnerisch“ dazu und nennt beide Ausgangsquellen.
Die Rechnung lässt sich auch umdrehen: 6,27 × 10⁹ Basenpaare mal rund 616 Gramm je Mol, geteilt durch die Avogadro-Konstante, führt rechnerisch zurück zu etwa 6,41 Pikogramm (Piovesan u. a., 2019; NIST, 2022). So prüfst du, ob dir beim Umgang mit den Zehnerpotenzen ein Fehler unterlaufen ist.
DNA im ganzen Körper: Wie lang und wie schwer ist sie zusammen?
Die Kern-DNA aller kernhaltigen Zellen eines Menschen ergibt aneinandergelegt etwa 6,20 Milliarden Kilometer, mehr als 41-mal die Strecke von der Erde zur Sonne, und wiegt zusammen etwa 19,39 Gramm (Piovesan u. a., 2019).
Grundlage ist eine Zellzählung für einen Referenzmenschen, also ein Rechenmodell: Sender und Kollegen schätzen ihn bei 70 Kilogramm auf 3,0 × 10¹³ menschliche Zellen, rund 30 Billionen (Sender u. a., 2016). Die Schätzung gilt für einen Mann im Alter von 20 bis 30 Jahren (Sender u. a., 2016).
Nicht jede dieser Zellen trägt Kern-DNA. Rote Blutkörperchen stellen 84 % aller Zellen, und sie haben keinen Zellkern (Sender u. a., 2016). Fast 90 % der Zellen sind kernlos, darunter rote Blutkörperchen und Blutplättchen; übrig bleiben rund 3 × 10¹² Zellen mit Kern (Sender u. a., 2016).
Mit diesen 3 × 10¹² kernhaltigen Zellen und im Mittel 206,62 cm je Zelle rechnet die Studie die Gesamtlänge hoch (Piovesan u. a., 2019). Rechnerisch lässt sich das nachvollziehen: 2,0662 Meter mal 3 × 10¹² ergibt rund 6,20 × 10¹² Meter, also etwa 6,20 Milliarden Kilometer (Piovesan u. a., 2019). Für die Masse gilt derselbe Weg: 6,46 Pikogramm je Zelle mal 3 × 10¹² kernhaltige Zellen führt rechnerisch zu den etwa 19,39 Gramm, die die Studie für den ganzen Körper nennt (Piovesan u. a., 2019).
Wo genau die DNA in der Zelle liegt und wie sie verpackt ist, erklärt der Artikel Wo befindet sich die DNA?. Die Übersicht unten fasst die Kernzahlen dieses Artikels zusammen.
Die DNA des Menschen in Zahlen
| Größe | Wert | Quelle und Jahr |
|---|---|---|
| Basen der menschlichen DNA | etwa 3 Milliarden | MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) |
| Vollständige Sequenz T2T-CHM13, ohne Y-Chromosom | 3,055 Milliarden Basenpaare | Nurk u. a. (2022) |
| Einfacher Satz: Chromosomen 1 bis 22 plus X und Y | 3.088.269.832 Basenpaare | Piovesan u. a. (2019) |
| Doppelter Satz im Zellkern, Mann | 6,27 Milliarden Basenpaare | Piovesan u. a. (2019) |
| Doppelter Satz im Zellkern, Frau | 6,37 Milliarden Basenpaare | Piovesan u. a. (2019) |
| Länge der Kern-DNA je Zelle, Mittel | 206,62 cm | Piovesan u. a. (2019) |
| Masse der Kern-DNA je Zelle, Mittel | 6,46 Pikogramm | Piovesan u. a. (2019) |
| Kernhaltige Zellen im Referenzmenschen | rund 3 × 10¹² | Sender u. a. (2016) |
| Kern-DNA des ganzen Körpers | etwa 6,20 Milliarden km und etwa 19,39 g | Piovesan u. a. (2019) |
| Molare Masse je Basenpaar | rechnerisch rund 616 g je Mol (Mann) und rund 615 g je Mol (Frau) | eigene Rechnung aus Piovesan u. a. (2019) und NIST (2022) |
Quelle und Jahr stehen in jeder Zeile. Werte je Zelle beziehen sich auf die DNA im Zellkern einer diploiden Körperzelle.
Mitochondrien-DNA: Wie groß ist ihr Anteil an der DNA?
Die Mitochondrien-DNA umfasst 16.569 Basenpaare, rund 1/195.663 des einfachen Kerngenoms, macht aber etwa 0,90 bis 1,21 % der DNA einer diploiden Körperzelle aus (Piovesan u. a., 2019).
Die Mitochondrien liegen im Zytoplasma, der Flüssigkeit um den Zellkern, und haben eine kleine eigene DNA, die mitochondriale DNA oder kurz mtDNA (MedlinePlus Genetics, NLM, 2018). Laut MedlinePlus Genetics enthält eine Zelle Hunderte bis Tausende Mitochondrien (NLM, 2018). Rote Blutkörperchen gehören nach Sender u. a. (2016) nicht dazu.
Zur Größe stehen zwei Angaben nebeneinander: MedlinePlus Genetics nennt etwa 16.500 Basenpaare (NLM, 2018), Piovesan u. a. (2019) die genaue Zahl von 16.569 Basenpaaren. Der Unterschied ist Rundung, keine Unstimmigkeit, denn die Sequenz der mtDNA ist laut Piovesan u. a. (2019) exakt bestimmt.
Der Anteil von etwa 0,90 bis 1,21 % erklärt sich über die Kopienzahl: Jedes Mitochondrium trägt eine oder mehrere Kopien der mtDNA (MedlinePlus Genetics, NLM, 2018). Je nach Kopienzahl enthält eine Zelle rund 2,8 bis 110,7 Millionen Basenpaare mtDNA, und diese Kopienzahl ist laut den Autoren schwer zu schätzen (Piovesan u. a., 2019). In einer reifen Eizelle stellt die mtDNA mindestens 52,03 % der DNA (Piovesan u. a., 2019).
Die mtDNA enthält 37 Gene; 13 davon liefern Bauanleitungen für Enzyme der oxidativen Phosphorylierung, eines Wegs der Energiegewinnung (MedlinePlus Genetics, NLM, 2018). Die übrigen Gene stehen für Transfer-RNA und ribosomale RNA, Moleküle, die MedlinePlus Genetics als chemische Verwandte der DNA beschreibt (NLM, 2018).
Kapitel auf einen Blick
Mit 16.569 Basenpaaren ist die Mitochondrien-DNA klein (Piovesan u. a., 2019). Weil eine Zelle sie in mehreren Kopien trägt, stellt sie trotzdem etwa 0,90 bis 1,21 % der DNA einer diploiden Körperzelle (Piovesan u. a., 2019). Die Gesamtlänge von etwa 6,20 Milliarden Kilometern bezieht sich allein auf die Kern-DNA (Piovesan u. a., 2019).
DNA-Test und Genom: Welchen Teil liest ein Speicheltest?
Ein DNA-Test mit SNP-Genotypisierung prüft vorab festgelegte Einzelpositionen, nicht das ganze Genom. Gängige Chips erfassen 600.000 bis 800.000 SNPs, weniger als 1 % der über 100 Millionen bestätigten Varianten in der Datenbank dbSNP (Lu u. a., 2021).
Ein SNP, kurz für single nucleotide polymorphism und gesprochen „Snip“, ist ein Unterschied in einem einzelnen DNA-Baustein, einem Nukleotid (MedlinePlus Genetics, NLM, 2022). Als SNP gilt eine Variante, die bei mindestens 1 Prozent der Bevölkerung vorkommt (MedlinePlus Genetics, NLM, 2022). Im Durchschnitt tritt fast einmal je 1.000 Nukleotide ein SNP auf, das ergibt rund 4 bis 5 Millionen SNPs im Genom eines Menschen; weltweit wurden mehr als 600 Millionen gefunden (MedlinePlus Genetics, NLM, 2022).
Daraus folgen zwei Verfahren. Eine Ganzgenomsequenzierung liest das gesamte Genom, eine SNP-Genotypisierung prüft vorab festgelegte Einzelpositionen. Was an einer solchen Position vorliegt, heißt Genotyp. Den Unterschied beider Verfahren im Detail beschreibt der Artikel über Genotypisierung und Sequenzierung.
Gängige Chips für die Genotypisierung prüfen laut einer Übersicht von Lu u. a. (2021) 600.000 bis 800.000 SNPs, praktisch liegt die Obergrenze bei rund einer Million. Bezugsgröße sind dabei die über 100 Millionen bestätigten Varianten in dbSNP, nicht das Genom (Lu u. a., 2021). Die Wiederholbarkeit solcher Chips schätzen die Autoren auf über 99,9 % (Lu u. a., 2021).
Gemessen am Genom ergibt sich ein anderes Bild. Rechnerisch entsprechen 600.000 bis 800.000 geprüfte Positionen (Lu u. a., 2021) rund 0,02 bis 0,03 Prozent der 3,055 Milliarden Basenpaare der vollständigen Sequenz (Nurk u. a., 2022). Gegenüber den rund 4 bis 5 Millionen SNPs im Genom eines Menschen (MedlinePlus Genetics, NLM, 2022) ist ein solcher Chip eine Auswahl, keine Abschrift.
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Grenzen: Warum nennt jede Quelle eine andere DNA-Zahl?
Weil jede Zahl einen eigenen Bezug hat. Die eine zählt Basen, die andere Basenpaare; die eine den einfachen Satz, die andere den doppelten.
MedlinePlus Genetics spricht von etwa 3 Milliarden Basen und lässt offen, welcher Satz gemeint ist (MedlinePlus Genetics, NLM, 2021). Die vollständige Sequenz T2T-CHM13 kommt ohne Y-Chromosom auf 3,055 Milliarden Basenpaare (Nurk u. a., 2022). Piovesan und Kollegen rechnen auf der Referenzsequenz GRCh38 und zählen das Y-Chromosom mit. Wer zwei Seiten mit verschiedenen Zahlen vergleicht, sucht den Grund zuerst im Bezug und erst danach im Rechenfehler.
Die Hochrechnung auf den ganzen Körper hängt an einer Schätzung. Die Zellzahl gilt für einen Referenzmann von 70 Kilogramm im Alter von 20 bis 30 Jahren (Sender u. a., 2016). Sie beschreibt also ein Modell, nicht deinen Körper.
Die molare Masse je Basenpaar in diesem Artikel ist eine eigene Rechnung aus zwei Studienwerten und einer Konstante (Piovesan u. a., 2019; NIST, 2022). Bei der Mitochondrien-DNA nennen Piovesan und Kollegen eine weite Spanne, weil sich die Kopienzahl je Zelle schwer schätzen lässt.
Für den DNA-Test gilt: Er ist kein diagnostisches Verfahren und ersetzt keine ärztliche Beratung. Er schreibt dir nichts vor. Seine Auswertung beschreibt Veranlagungen, und die Anlage ist keine Festlegung.
DNA in Zahlen: Welche Angabe passt zu welcher Frage?
Für das Genom als Ganzes passt die Zahl der vollständigen Sequenz, für die einzelne Zelle passen die Werte des doppelten Satzes.
Die Zahlen zur DNA des Menschen widersprechen sich weniger, als es auf den ersten Blick scheint. Sie messen Verschiedenes. Wer für ein Referat oder eine Rechenaufgabe eine Zahl braucht, schreibt den Bezug dazu und nennt Quelle und Jahr.
Für die molare Masse gilt dasselbe. Sie ist hier ein Rechenergebnis aus belegten Werten, und so gehört sie auch ins Heft: mit dem Wort „rechnerisch“ und mit beiden Ausgangsquellen.
Und wer wissen will, was ein Speicheltest davon liest: eine vorab festgelegte Auswahl an Positionen. Das ist eine bewusste Auswahl, kein Abbild des ganzen Genoms.
Häufige Fragen
Wie viele Basenpaare hat die DNA?
Das hängt am Bezug. Je ein Exemplar der Chromosomen 1 bis 22 plus X und Y umfasst 3.088.269.832 Basenpaare (Piovesan u. a., 2019). Die erste vollständige Sequenz eines menschlichen Genoms, T2T-CHM13, zählt 3,055 Milliarden Basenpaare, allerdings ohne Y-Chromosom (Nurk u. a., 2022). Für den doppelten Satz im Zellkern nennt die zuerst genannte Studie 6,27 Milliarden Basenpaare beim Mann und 6,37 Milliarden bei der Frau (Piovesan u. a., 2019). Für eine Rechenaufgabe nimmst du den Wert, der zum gefragten Bezug passt.
Wie lang ist ein DNA-Strang ausgestreckt?
Die DNA im Zellkern besteht aus einzelnen Molekülen, die in Chromosomen verpackt sind (MedlinePlus Genetics, NLM, 2018). Legt man alle diese Moleküle einer diploiden Zelle gedanklich hintereinander, ergibt das 205,00 cm beim Mann und 208,23 cm bei der Frau (Piovesan u. a., 2019). Summiert über die rund 3 × 10¹² kernhaltigen Zellen eines Referenzmenschen kommt die Studie auf etwa 6,20 Milliarden Kilometer (Piovesan u. a., 2019).
Was bedeuten bp und Gbp bei der Anzahl der DNA-Basenpaare?
bp steht für base pairs, also Basenpaare; so kürzen Piovesan u. a. (2019) die Einheit ab. Gbp heißt Gigabasenpaare, eine Milliarde Basenpaare: Die 6,27 Gbp des doppelten Kerngenoms eines Mannes sind 6,27 Milliarden Basenpaare (Piovesan u. a., 2019). Die Mitochondrien-DNA liegt mit 16.569 bp weit darunter, bei rund 1/195.663 des einfachen Kerngenoms (Piovesan u. a., 2019). Beim Umrechnen hilft es, die Einheit in jedem Rechenschritt mitzuschreiben.
Ist die DNA bei allen Menschen gleich?
Fast. Mehr als 99 Prozent der etwa 3 Milliarden Basen sind bei allen Menschen gleich (MedlinePlus Genetics, NLM, 2021). Ein Teil der Unterschiede liegt in SNPs, einzelnen abweichenden Nukleotiden: Rund 4 bis 5 Millionen davon trägt das Genom eines Menschen, weltweit wurden mehr als 600 Millionen gefunden (MedlinePlus Genetics, NLM, 2022). Innerhalb eines Körpers trägt fast jede Zelle dieselbe DNA (MedlinePlus Genetics, NLM, 2021).
Haben Männer und Frauen gleich lange DNA?
Nein, die Werte unterscheiden sich leicht. Die Kern-DNA einer diploiden Zelle ist bei der Frau 208,23 cm lang, beim Mann 205,00 cm (Piovesan u. a., 2019); rechnerisch sind das 3,23 cm Unterschied. Bei den Basenpaaren liegt die Frau mit 6,37 Milliarden vor dem Mann mit 6,27 Milliarden (Piovesan u. a., 2019). Wer in einem Referat eine einzige Zahl nennt, sagt deshalb dazu, auf wen sie sich bezieht.
Nächster Schritt
Welche Stellen deiner DNA liest ein Speicheltest?
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Quellen
- Piovesan A. u. a.: On the length, weight and GC content of the human genome, BMC Research Notes (2019) – europepmc.org
- Nurk S. u. a.: The complete sequence of a human genome, Science (2022) – europepmc.org
- Sender R., Fuchs S., Milo R.: Revised Estimates for the Number of Human and Bacteria Cells in the Body, PLoS Biology (2016) – europepmc.org
- MedlinePlus Genetics: What is DNA? (NLM, 2021) und What are single nucleotide polymorphisms (SNPs)? (NLM, 2022) – medlineplus.gov · medlineplus.gov
Die Werte je Zelle und für den ganzen Körper stammen aus [1]. Die vollständige Sequenz stammt aus [2], die Zellzahlen aus [3]. Die Basenzahl und die Angaben zu SNPs stammen aus [4]. Die Angaben zu Genen und Größe der Mitochondrien-DNA ergänzt MedlinePlus Genetics, Mitochondrial DNA (NLM, 2018). Die Chipgrößen stammen aus Lu u. a., Computational and Structural Biotechnology Journal (2021). Die Avogadro-Konstante ist der CODATA-Wert des NIST (2022). Die molare Masse je Basenpaar ist eine eigene Rechnung aus [1] und dem NIST-Wert. Angaben zum NutriCare | INFINITY DNA-Test von mybody®x: Stand der Angaben 03.10.2026; alle Quellen abgerufen am 03.10.2026.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Genetik Molekularbiologie
Das mybody®x Redaktions- & Fachteam schreibt über Genetik und Ernährung und belegt jede Zahl mit Quelle und Jahr. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.
Veröffentlicht am 03.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 03.10.2026
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Die DNA-Analyse dient der Ernährungs- und Lebensstilberatung. Sie ist kein diagnostisches Verfahren, stellt keine Krankheitsvorhersage dar und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Genetische Varianten beschreiben Wahrscheinlichkeiten in Bevölkerungsgruppen, keine Festlegung für einzelne Personen.
Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.






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