Laboranalyses certificadas por ISO 🇩🇪

Genetischer Code einfach erklärt: vom Codon zur Aminosäure

03. Oktober 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Der genetische Code ist die Zuordnung, mit der eine Zelle die Boten-RNA (mRNA) in Aminosäuren übersetzt, die Bausteine der Proteine. Je drei Nukleotide, die Kettenglieder der mRNA, bilden ein Codon, das laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) in der Regel für eine bestimmte Aminosäure steht. Es gibt 64 Codons für 20 Aminosäuren und Start- oder Stoppsignale (Koonin und Novozhilov, 2009).

Der Code gilt als nahezu universell, auch wenn Fachleute über 20 alternative Codes zählen (Koonin und Novozhilov, 2009).

Er ist degeneriert: 61 Codons stehen für 20 Aminosäuren, eine Aminosäure kann also mehr als ein Codon haben (Koonin und Novozhilov, 2009).

Schon ein einzelner getauschter DNA-Baustein, eine sogenannte Variante, kann aus einem Codon ein anderes machen: Bei MTHFR 677C>T wird aus Alanin Valin (Raghubeer und Matsha, 2021).

In diesem Artikel

Was ist der genetische Code?

Der genetische Code ist die Zuordnung von Codons zu Aminosäuren: Je drei Nukleotide der mRNA bilden ein Codon, das laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) in der Regel für eine bestimmte Aminosäure steht. Aminosäuren sind die Bausteine, aus denen die Zelle ihre Proteine zusammensetzt.

Der Weg vom Gen zum Protein hat zwei Hauptschritte, Transkription und Translation; zusammen heißen sie Genexpression (MedlinePlus Genetics, NLM, 2021). Bei der Transkription wird die Information der DNA im Zellkern auf ein ähnliches Molekül übertragen, die RNA. Die RNA, die die Bauanleitung für ein Protein trägt, heißt Boten-RNA oder mRNA, weil sie die Nachricht aus dem Kern ins Zytoplasma bringt, also in den Zellraum außerhalb des Kerns.

Bei der Translation liest ein Ribosom, ein spezialisierter Komplex im Zytoplasma, die Folge der Nukleotide in der mRNA (MedlinePlus Genetics, NLM, 2021). Nukleotide sind die Kettenglieder, aus denen DNA und RNA gleichermaßen bestehen. Der genetische Code ist die Regel, nach der diese Folge in Aminosäuren übersetzt wird. Der Fluss von der DNA über die RNA zum Protein gilt als Grundprinzip der Molekularbiologie, für das auch der Name „zentrales Dogma“ verwendet wird (MedlinePlus Genetics, NLM, 2021).

Geschrieben wird mit einem kleinen Alphabet: Koonin und Novozhilov gehen in ihrer Übersicht von vier Nukleotiden aus (Koonin und Novozhilov, 2009). In der mRNA steht dabei Uracil (U) statt Thymin (T), das die DNA trägt (Paladino und Zangi, 2013). Was RNA und DNA sonst trennt, erklärt der Beitrag zum Unterschied zwischen DNA und RNA. Wie die Basen, also die Buchstaben selbst, und die Doppelhelix gebaut sind, steht unter Wie ist die DNA aufgebaut?

Je drei Nukleotide bilden ein Codon, auch Triplett genannt (Koonin und Novozhilov, 2009). Mit vier möglichen Buchstaben an jeder der drei Stellen ergeben sich rechnerisch 4 × 4 × 4 = 64 Kombinationen, genau die 64 Codons der Standardtabelle (Koonin und Novozhilov, 2009). Für 20 Aminosäuren sind das mehr Codons als nötig, und genau daraus folgt eine der Eigenschaften, um die es weiter unten geht (Koonin und Novozhilov, 2009).

Ein Bild hilft beim Merken: Der genetische Code ist nicht der Text, sondern das Wörterbuch. Die DNA liefert den Text, und das Wörterbuch sagt, welche Aminosäure zu welchem Wort aus drei Buchstaben gehört.

Der Standardcode in Zahlen

64

Codons gibt es im Standardcode, jedes ein Triplett aus Nukleotiden (Koonin und Novozhilov, 2009).

20

Aminosäuren werden über diese Codons verschlüsselt (Koonin und Novozhilov, 2009).

61

Codons stehen für Aminosäuren (Koonin und Novozhilov, 2009).

3

Stoppcodons beenden die Kette (Koonin und Novozhilov, 2009).

Quelle: Koonin und Novozhilov, IUBMB Life, 2009

Wie markiert der genetische Code Start und Stopp?

Den Start markiert in der Regel das Codon AUG, das zugleich für die Aminosäure Methionin steht (NCBI, 2024). Das Ende markiert ein Stoppcodon, das für keine Aminosäure steht (MedlinePlus Genetics, NLM, 2021).

Bei Eukaryoten, also Lebewesen, deren Zellen einen Zellkern haben, wird das Startcodon in der Regel durch Abtasten gefunden (Hinnebusch, 2014). Ein Vorstartkomplex, der die Übersetzung vorbereitet, setzt am 5′-Ende der mRNA an, dort, wo ihr Vorspann liegt (Hinnebusch, 2014). Dann wird jedes Triplett im Vorspann darauf geprüft, ob es zum Anticodon der Initiator-tRNA passt, also zur Paarungsstelle der Transfer-RNA, die den Start einleitet (Hinnebusch, 2014).

Zwei Begriffe dazu. Die Transfer-RNA, kurz tRNA, baut das Protein Aminosäure für Aminosäure auf (MedlinePlus Genetics, NLM, 2021). Das Anticodon ist die Stelle der tRNA, die sich mit dem passenden Codon paart; die Initiator-tRNA ist die tRNA für den Start und trägt Methionin. Am Startcodon AUG paart sie sich mit dem Codon (Hinnebusch, 2014). Der Vorstartkomplex arbeitet also wie eine Kontrolleurin am Band, die jedes Teil prüft, bis eines passt.

Ganz starr ist der Start nicht: Neben AUG lässt der Standardcode auch UUG und CUG als Startcodon zu (NCBI, 2024). Am anderen Ende der Kette steht das Stoppsignal, und MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) beschreibt es so:

Belegte Fundstelle

„Der Aufbau des Proteins geht weiter, bis das Ribosom auf ein Stoppcodon trifft – eine Folge aus drei Nukleotiden, die für keine Aminosäure codiert.“

National Library of Medicine, MedlinePlus Genetics
„How do genes direct the production of proteins?“, aus dem Englischen übertragen, MedlinePlus Genetics (NLM, 2021)

Die Codontabelle (NCBI, 2024) kennzeichnet Stoppcodons mit einem Sternchen und dem Kürzel „Ter“. Zwei davon beginnen mit UA (UAA und UAG), das dritte heißt UGA (NCBI, 2024). In der DNA-Schreibweise der Tabelle steht bei allen T statt U.

Wie du eine DNA-Sequenz Schritt für Schritt in mRNA umschreibst und Codon für Codon übersetzt, übst du im Beitrag DNA in mRNA umschreiben und übersetzen. Dort steht der Ablauf als Übung, hier stehen die Regeln, nach denen übersetzt wird.

Welche Eigenschaften hat der genetische Code?

Der genetische Code ist ein Triplett-Code und nahezu universell (Koonin und Novozhilov, 2009). Dazu kommen Eigenschaften, die sich auf den ersten Blick widersprechen: Er ist degeneriert und laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) trotzdem in der Regel eindeutig.

Reihe heller Keramikbecher, einige mit Linsen gefüllt

Was heißt Triplett beim genetischen Code?

Triplett heißt: Jedes Codon besteht aus drei Nukleotiden (Koonin und Novozhilov, 2009). Bedeutung trägt also nicht der einzelne Buchstabe, sondern erst die Dreiergruppe. Zwei Beispiele aus der Standardtabelle: UUU steht für Phenylalanin (Phe), UGG für Tryptophan (Trp) (NCBI, 2024).

Ist der genetische Code universell?

Nahezu. Kurz nach der Entschlüsselung des Codes beim Bakterium Escherichia coli erkannte man, dass diese Zuordnung von 64 Codons zu 20 Aminosäuren mit relativ geringen Abwandlungen bei allen bekannten Lebewesen gilt (Koonin und Novozhilov, 2009). Wörtlich universell ist der Standardcode trotzdem nicht; er kann deutlich abgewandelt sein, ohne dass sich seine Grundordnung ändert (Koonin und Novozhilov, 2009).

Die erste Abweichung fand man in Genen menschlicher Mitochondrien, Zellbestandteilen mit eigenem Erbgut (Koonin und Novozhilov, 2009). Später kamen weitere hinzu, vor allem in Organellen, also eigenen Bauteilen der Zelle wie den Mitochondrien; zuletzt zählte man über 20 alternative Codes (Koonin und Novozhilov, 2009). Spitzenreiter unter den Abweichungen ist das Stoppcodon UGA, das dort für Tryptophan steht (Koonin und Novozhilov, 2009). Das NCBI führt solche Codes in eigenen Tabellen, etwa für die Mitochondrien der Wirbeltiere, in denen UGA Tryptophan bedeutet (NCBI, 2024).

Warum heißt der genetische Code degeneriert?

Degeneriert, auch entartet, heißt hier: Für dieselbe Aminosäure kann es mehr als ein Codon geben. Für 20 Aminosäuren stehen 61 Codons bereit, zusammen mit den drei Stoppcodons sind das die 64 der Tabelle (Koonin und Novozhilov, 2009). Das Wort klingt nach Defekt, beschreibt aber nur diesen Überschuss.

Am deutlichsten zeigt es Alanin: Alle vier Codons, die mit GC beginnen, stehen dafür, von GCU bis GCG (NCBI, 2024). Bei Valin gilt dasselbe für die vier Codons mit GU am Anfang (NCBI, 2024). Der dritte Buchstabe lässt sich bei diesen beiden Aminosäuren tauschen, ohne dass sich die Bedeutung ändert, so wie Synonyme verschiedene Wörter für dieselbe Sache sind.

Ist der genetische Code eindeutig?

In der Regel ja, so MedlinePlus Genetics (NLM, 2021): Ein Codon steht für eine bestimmte Aminosäure, nicht wahlweise für die eine oder die andere. GCU etwa bedeutet im Standardcode Alanin und nichts anderes (NCBI, 2024).

Degeneriert und eindeutig widersprechen sich also nicht, sie beschreiben zwei Blickrichtungen. Von der Aminosäure aus gesehen kann es mehr als ein Codon geben, vom Codon aus gesehen laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) in der Regel nur eine Aminosäure. Wer diese Blickrichtung behält, verwechselt die beiden Begriffe nicht mehr.

Die Eigenschaften im Überblick

Eigenschaft Bedeutung Beispiel
Triplett Jedes Codon besteht aus drei Nukleotiden (Koonin und Novozhilov, 2009). AUG steht für Methionin (NCBI, 2024).
Nahezu universell Mit relativ geringen Abwandlungen bei allen bekannten Lebewesen gleich; gezählt sind über 20 alternative Codes (Koonin und Novozhilov, 2009). In den Mitochondrien der Wirbeltiere bedeutet UGA Tryptophan statt Stopp (NCBI, 2024).
Degeneriert 61 Codons für 20 Aminosäuren, also mehr als ein Codon je Aminosäure möglich (Koonin und Novozhilov, 2009). Alanin hat vier Codons, von GCU bis GCG (NCBI, 2024).
Eindeutig Ein Codon steht in der Regel für eine bestimmte Aminosäure (MedlinePlus Genetics, NLM, 2021). GCU bedeutet im Standardcode nur Alanin (NCBI, 2024).

Quellen der Tabelle: Koonin und Novozhilov, IUBMB Life, 2009; MedlinePlus Genetics (NLM, 2021); NCBI, The Genetic Codes, 2024.

Wie wurde der genetische Code entschlüsselt?

In weniger als fünf Jahren: Nirenberg berichtete im August 1961 erste Ergebnisse, danach klärten vor allem Nirenberg und Khorana alle Einzelheiten des genetischen Codes (Laudatio zum Nobelpreis, 1968).

Die Laudatio zum Nobelpreis 1968 griff zu einem Bild aus der Sprache: Vergleicht man eine Nukleinsäure mit einer Sprache, sind ihre Bausteine die Buchstaben des Alphabets (sinngemäß nach der Laudatio zum Nobelpreis, 1968). Nukleinsäure ist der Oberbegriff für DNA und RNA. Den Code zu entschlüsseln hieß in diesem Bild, herauszufinden, welches Wort aus Buchstaben welche Bedeutung trägt.

Der Biochemiker Nirenberg war dabei dem Archäologen voraus, weil er im Reagenzglas ein System bauen konnte, in dem eine Nukleinsäure als Vorlage für die Bildung eines Proteins dient (sinngemäß nach der Laudatio zum Nobelpreis, 1968). Statt nur vorhandene Texte zu deuten, konnte er selbst einen Text vorgeben und nachsehen, welches Protein daraus wird.

Zur Übersetzung gehört die Transfer-RNA. Holley gewann eine tRNA in reiner Form und bestimmte 1965 ihre genaue chemische Struktur (Laudatio zum Nobelpreis, 1968). Den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1968 erhielten Nirenberg und Khorana (Laudatio zum Nobelpreis, 1968). Mit ihnen ausgezeichnet wurde Holley (Laudatio zum Nobelpreis, 1968).

Kapitel auf einen Blick

Entschlüsselt wurde der Code im Reagenzglas, mit einer Nukleinsäure als Vorlage für ein Protein. Nirenberg berichtete im August 1961 erste Ergebnisse, und weniger als fünf Jahre später war der Code in allen Einzelheiten geklärt (Laudatio zum Nobelpreis, 1968). Holley bestimmte 1965 die Struktur einer tRNA; 1968 folgte der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin (Laudatio zum Nobelpreis, 1968).

Was bewirkt ein Basentausch im genetischen Code?

Ein getauschter Baustein kann ein Codon in ein anderes verwandeln, das für eine andere Aminosäure steht. Bei der Variante MTHFR 677C>T wird so aus Alanin Valin (Raghubeer und Matsha, 2021).

Eine Variante ist eine Stelle, an der sich die DNA-Folge zwischen Menschen unterscheidet. Die am besten untersuchte Variante im Gen MTHFR tauscht einen einzigen DNA-Baustein: An Position 677 steht Thymin statt Cytosin, geschrieben 677C>T (MedlinePlus Genetics, NLM, 2019). Die Zahl nennt die Position im Gen, die Buchstaben davor und danach den Tausch.

MTHFR enthält die Bauanleitung für das Enzym Methylentetrahydrofolat-Reduktase, ein Protein, das eine Form des Vitamins Folat in eine andere umwandelt (MedlinePlus Genetics, NLM, 2019). Im Protein macht die Variante aus der Aminosäure Alanin die Aminosäure Valin (Raghubeer und Matsha, 2021).

Die Codontabelle zeigt, wie wenig dafür nötig ist: Alanin-Codons beginnen mit GC, Valin-Codons mit GU (NCBI, 2024). Ein einziger getauschter Buchstabe kann aus einem Alanin-Codon ein Valin-Codon machen. In der DNA-Schreibweise der Tabelle beginnen die Valin-Codons mit GT, der Unterschied zu GC ist also ein Tausch von Cytosin gegen Thymin (NCBI, 2024). Einen solchen Tausch beschreibt auch die Schreibweise 677C>T (MedlinePlus Genetics, NLM, 2019).

Das veränderte Enzym ist bei höheren Temperaturen weniger aktiv; Fachleute nennen es thermolabil, also wärmeempfindlich (MedlinePlus Genetics, NLM, 2019). Raghubeer und Matsha beschreiben, dass es bei Temperaturen über 37 °C nicht optimal arbeitet (Raghubeer und Matsha, 2021). In der Erstbeschreibung wurde diese Wärmeempfindlichkeit in Zellextrakten gemessen und im Reagenzglas bestätigt (Frosst u. a., 1995). Dort trugen etwa 38 % der untersuchten Chromosomen, also der einzelnen Genkopien, die Variante; der Wert gilt für die damals untersuchte Gruppe, nicht für Deutschland (Frosst u. a., 1995).

Ein einziger getauschter Buchstabe kann aus einem Alanin-Codon ein Valin-Codon machen.

Was ein solcher Tausch für einen Menschen bedeutet, steht nicht im Codon. Der Genotyp, also die Buchstabenfolge an einer Stelle, ist etwas anderes als der Phänotyp, das, was sich am Körper tatsächlich zeigt; mehr dazu im Beitrag Gleiche Genvariante, andere Wirkung. Die Anlage ist keine Festlegung. Varianten dieser Bauart, ein einzelner Buchstabe an einer bekannten Stelle, sind auch das, was ein DNA-Test aus Speichel ausliest.

Was liest ein DNA-Test vom genetischen Code?

Keinen Code, sondern einzelne Buchstaben: Ein DNA-Test aus Speichel bestimmt an vorab festgelegten Stellen, welche Variante deine DNA trägt, also deinen Genotyp.

Das Verfahren heißt SNP-Genotypisierung. SNPs sind Varianten eines einzelnen DNA-Bausteins, und die Genotypisierung prüft vorab festgelegte Einzelpositionen. Eine Ganzgenomsequenzierung liest dagegen das gesamte Genom, also die vollständige DNA. Wie sich beide Verfahren unterscheiden, zeigt der Beitrag Genotypisierung oder Sequenzierung: der Unterschied.

Beim NutriCare | INFINITY DNA-Test von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) ist das Verfahren eine SNP-Genotypisierung mit über 700.000 SNPs, keine Ganzgenomsequenzierung; ausgewertet werden 140 Genvariationen (Stand 03.10.2026). Er übersetzt keinen Code und misst kein Protein. Auch Genaktivität oder RNA erfasst er nicht, er liest die Buchstabenfolge an den festgelegten Stellen. Das Beispiel MTHFR aus dem vorigen Kapitel zeigt die Mechanik eines Basentauschs, es beschreibt nicht den Inhalt eines Tests.

NutriCare | INFINITY DNA-Test von mybody®x

Aus dem mybody®x-Sortiment · DNA-Test

NutriCare | INFINITY DNA-Test

Liest per SNP-Genotypisierung mit über 700.000 SNPs Varianten deiner DNA aus einer Speichelprobe und wertet 140 Genvariationen aus, etwa zur Veranlagung bei der Reaktion auf Kohlenhydrate; ausgewertet in einem Fachlabor in Deutschland. Der Test ist kein diagnostisches Verfahren und ersetzt keine ärztliche Beratung. Eine Ganzgenomsequenzierung ist er nicht.

Preis 269,00 € Stand 03.10.2026, Änderungen möglich
Probenart Speichelprobe
Bearbeitungszeit Kit-Versand 1–3 Werktage
Laborauswertung 15–25 Werktage nach Probeneingang

Stand der Angaben: 03.10.2026

Zum INFINITY DNA-Test

Grenzen: Was der genetische Code nicht erklärt

Der Code legt fest, welche Aminosäure ein Codon bedeutet. Welche Gene eine Zelle wann abliest, steht nicht in dieser Zuordnung.

Auch die runden Zahlen haben Ränder. Für Selenocystein und Pyrrolysin, zwei Aminosäuren außerhalb der 20, haben Teilgruppen von Organismen eigene Codierungen entwickelt (Koonin und Novozhilov, 2009). In Mitochondrien weicht die Zuordnung ab, vor allem bei einem der drei Stoppcodons (Koonin und Novozhilov, 2009). Wer dort liest, braucht eine eigene Tabelle, und das NCBI führt sie getrennt vom Standardcode (NCBI, 2024).

Auch der Test hat Grenzen. Ein DNA-Test aus Speichel ist kein diagnostisches Verfahren und ersetzt keine ärztliche Beratung. Er liest Varianten, er stellt keine Krankheit fest. Wer eine erbliche Erkrankung abklären will, ist in einer humangenetischen oder ärztlichen Beratung richtig.

Was bleibt vom genetischen Code?

Der genetische Code ist nicht der Text, sondern das Wörterbuch, mit dem die Zelle den Text der mRNA in Aminosäuren übersetzt. Wer sich die Dreiergruppe als Wortlänge und die Doppelrolle von AUG merkt, hat das Gerüst. Der Rest ist Tabelle. Und wer seinen Genotyp kennt, weiß, welche Buchstaben an einzelnen Stellen stehen; was sie bedeuten, bleibt eine Frage der Einordnung.

Häufige Fragen

Ist der genetische Code bei jedem Menschen gleich?

Ja, die Zuordnung selbst ist dieselbe: Der Standardcode ordnet 64 Codons 20 Aminosäuren sowie den Start- und Stoppsignalen zu und gilt mit relativ geringen Abwandlungen bei allen bekannten Lebewesen (Koonin und Novozhilov, 2009). Verschieden ist der Text, nicht das Wörterbuch. An einzelnen Stellen der DNA tragen Menschen unterschiedliche Buchstaben, etwa bei der Variante 677C>T im Gen MTHFR (MedlinePlus Genetics, NLM, 2019). Eine Ausnahme im eigenen Körper bilden die Mitochondrien, deren Gene eine abweichende Zuordnung nutzen (Koonin und Novozhilov, 2009).

Was bedeutet „redundant“ beim genetischen Code?

Gemeint ist derselbe Überschuss, den die Fachliteratur Degeneration oder Entartung des Codes nennt: Es gibt mehr Codons als Aminosäuren. Im Standardcode stehen 61 Codons für 20 Aminosäuren (Koonin und Novozhilov, 2009). Eine Aminosäure kann deshalb mehr als ein Codon haben, Alanin etwa die vier Codons von GCU bis GCG (NCBI, 2024). Fehlerhaft ist daran nichts. Das Wort beschreibt nur, dass dieselbe Bedeutung auf mehr als einem Weg geschrieben werden kann.

Welche Aminosäuren haben im genetischen Code nur ein Codon?

Im Standardcode sind das Methionin und Tryptophan: Für Methionin steht allein AUG, für Tryptophan allein UGG (NCBI, 2024). AUG hat dabei eine Doppelrolle, denn an diesem Codon paart sich in der Regel die Initiator-tRNA, und die Übersetzung beginnt (Hinnebusch, 2014). Alle anderen Aminosäuren haben laut Standardtabelle mehr als ein Codon (NCBI, 2024). In der eigenen NCBI-Tabelle für die Mitochondrien der Wirbeltiere steht UGA für Tryptophan (NCBI, 2024).

Warum lesen Mitochondrien den genetischen Code anders?

Die Übersicht von Koonin und Novozhilov nennt dafür eine Hypothese: Der Druck der Evolution, das Erbgut der Mitochondrien klein zu halten, führe dazu, dass bestimmte Codons umgedeutet werden, vor allem eines der drei Stoppcodons (Koonin und Novozhilov, 2009). Den Spitzenplatz unter allen Abweichungen hat UGA, das dann Tryptophan bedeutet statt Stopp (Koonin und Novozhilov, 2009). Seit der Entdeckung in Genen menschlicher Mitochondrien zählte man über 20 alternative Codes (Koonin und Novozhilov, 2009).

Wie merke ich mir Definition und Eigenschaften des genetischen Codes?

Als Definition genügt ein Satz: Der genetische Code ist die Zuordnung, nach der ein Codon aus je drei Nukleotiden der mRNA laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) in der Regel für eine bestimmte Aminosäure steht. Für die Eigenschaften hilft das Bild vom Wörterbuch. Jedes Wort hat genau drei Buchstaben, das ist der Triplett-Code (Koonin und Novozhilov, 2009). Das Wörterbuch gilt nahezu überall, mit über 20 bekannten Sonderausgaben (Koonin und Novozhilov, 2009). Für eine Bedeutung kann es mehr als ein Wort geben, das heißt degeneriert. Ein Codon steht laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) in der Regel für nur eine Aminosäure, das heißt eindeutig.

Nächster Schritt

Den eigenen Genotyp an festgelegten Stellen lesen lassen

Der NutriCare | INFINITY DNA-Test liest Varianten deiner DNA aus einer Speichelprobe. Wir liefern die Daten. Was du damit machst, entscheidest du.

Zum INFINITY DNA-Test Wie ein DNA-Test aus der Speichelprobe Varianten liest Das Verfahren hinter dem Speicheltest, einfach erklärt

Weiterlesen

Quellen

  1. Koonin E. V., Novozhilov A. S.: Origin and evolution of the genetic code: the universal enigma. IUBMB Life (2009) – europepmc.org
  2. National Library of Medicine, MedlinePlus Genetics: How do genes direct the production of proteins? (Stand 2021) – medlineplus.gov
  3. National Center for Biotechnology Information: The Genetic Codes, Standard Code (Stand 2024) – ncbi.nlm.nih.gov
  4. NobelPrize.org: Laudatio zum Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 1968 (abgerufen 2026) – nobelprize.org

Die Zahlen zum Aufbau des Codes und zu den alternativen Codes stützen sich auf [1]. Die Definition von Codon und Stoppcodon folgt [2], die Codonbeispiele stammen aus der Standardtabelle [3], die Geschichte der Entschlüsselung aus [4]. Weitere Angaben tragen ihre Quelle im Text: Hinnebusch (Annual Review of Biochemistry, 2014) zum Startcodon, Paladino und Zangi (Journal of Chemical Theory and Computation, 2013) zu Uracil und Thymin. Zur Variante MTHFR 677C>T stützt sich der Text auf MedlinePlus Genetics (NLM, 2019) und Frosst u. a. (Nature Genetics, 1995), zum Tausch von Alanin gegen Valin auf Raghubeer und Matsha (Nutrients, 2021). Die Produktangaben entsprechen dem Stand vom 03.10.2026.

mybody®x (MYBODY Lab GmbH) Zertifikat / Qualitätssiegel

mybody®x Redaktions- & Fachteam

Molekularbiologie Genetik

Diesen Beitrag hat das mybody®x Redaktions- & Fachteam recherchiert und geschrieben; jede Zahl steht mit ihrer Quelle im Text. Mehr über das Team auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 03.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 03.10.2026

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.

Die DNA-Analyse dient der Ernährungs- und Lebensstilberatung. Sie ist kein diagnostisches Verfahren, stellt keine Krankheitsvorhersage dar und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Genetische Varianten beschreiben Wahrscheinlichkeiten in Bevölkerungsgruppen, keine Festlegung für einzelne Personen.

Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.

mybody®x (MYBODY Lab GmbH) Zertifikat / Qualitätssiegel

Publicaciones recientes

Mostrar todo

Vitamin-D-Mangel bei Frauen: Symptome erkennen und einordnen

Vitamin-D-Mangel bei Frauen: Symptome erkennen und einordnen

Vitamin-D-Mangel bei Frauen: Symptome erkennen und einordnen 28. September 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam Das Wichtigste in Kürze Als Folge eines länger bestehenden Vitamin-D-Mangels ist bei Erwachsenen die Osteomalazie belegt, eine Knochenerweichung (BfR, 2025). Mit erhöhter Infektanfälligkeit und...

Leer más

Macht Vitamin E dick? Was Studien zum Gewicht zeigen

Macht Vitamin E dick? Was Studien zum Gewicht zeigen

Macht Vitamin E dick? Was Studien zum Gewicht zeigen 26. September 2026ca. 14 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam Das Wichtigste in Kürze Nein, nach heutiger Studienlage nicht. Eine Metaanalyse, also eine Auswertung, die Einzelstudien zusammenfasst, fand über 24 Studien keinen...

Leer más

B-Vitamine in Lebensmitteln: Tabelle mit Mengen für alle acht

B-Vitamine in Lebensmitteln: Tabelle mit Mengen für alle acht

B-Vitamine in Lebensmitteln: Tabelle mit Mengen für alle acht 26. September 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam Das Wichtigste in Kürze B-Vitamine stecken in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln, aber ungleich verteilt. In der US-Datenbank FoodData Central (USDA, Stand 04/2019)...

Leer más