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Nährstoffverteilung zum Abnehmen: Welche Aufteilung wirklich trägt

Das Wichtigste in Kürze

Zum Abnehmen zählt zuerst, wie viel Energie du insgesamt aufnimmst, und erst danach, wie sich diese Energie auf die drei Makronährstoffe verteilt. In einer Studie mit 811 übergewichtigen Erwachsenen nahmen vier sehr verschiedene Aufteilungen ähnlich ab: nach sechs Monaten im Mittel 6 kg je Gruppe (Sacks u. a., New England Journal of Medicine, 2009).

Makronährstoffe sind die drei Energielieferanten im Essen. Dieser Text zeigt dir, welche Werte die Deutsche Gesellschaft für Ernährung für gesunde Erwachsene nennt, was zwei große Vergleichsstudien gemessen haben, welcher einzige Wert nicht in Prozent steht und wie du eine Prozentangabe in Gramm umrechnest.

Wenn du es eilig hast: Kapitel 5 trägt die Tabelle mit allen vier Aufteilungen nebeneinander, Kapitel 8 den Rechenweg samt einem durchgerechneten Beispiel.

Das erwartet dich in diesem Artikel

1. Wie teile ich zum Abnehmen auf?
2. Was Nährstoffverteilung heißt
3. Was die Referenzwerte für Erwachsene sagen
4. Vier Aufteilungen, zwei Jahre, ein Ergebnis
5. Die Aufteilungen im Vergleich
6. Eiweiß je Kilogramm: der feste Punkt
7. Gilt für Frauen etwas anderes?
8. So rechnest du Prozent in Gramm um
9. Was ein DNA-Test zum Diät-Typ sagt
10. Grenzen der Prozentrechnerei
11. Was du jetzt tun kannst
Häufige Fragen
Quellen

Nährstoffverteilung zum Abnehmen: Wie teile ich Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett auf?

Als Ausgangspunkt dienen die Referenzwerte für gesunde Erwachsene: mehr als 50 % der Energiezufuhr, also der Energie aus Essen und Trinken, aus Kohlenhydraten und 30 % aus Fett (DGE, 2000), dazu 0,8 g Eiweiß je Kilogramm Körpergewicht am Tag (DGE, 2017). Über den Abnehmerfolg entschied diese Aufteilung in der Zwei-Jahres-Studie mit 811 Erwachsenen nicht (Sacks u. a., 2009).

Wer eine Tracking-App öffnet, findet dort fertige Voreinstellungen mit Prozentzahlen und soll eine davon anklicken. Woher die Werte stammen, steht selten dabei. Deshalb fängt dieser Text bei den Zahlen an, hinter denen eine Institution mit Jahreszahl steht.

Die vier belegten Zahlen dieses Artikels

mehr als 50 %

der Energiezufuhr aus Kohlenhydraten, Richtwert für eine vollwertige Mischkost (DGE, 2000)

30 %

Richtwert für Fett, belegt für Erwachsene zwischen 25 und 51 Jahren (DGE, 2000)

0,8 g

Eiweiß je Kilogramm Körpergewicht am Tag, empfohlene Zufuhr für 19 bis unter 65 Jahre (DGE, 2017)

im Mittel 6 kg

Gewichtsverlust nach sechs Monaten in jeder der vier Diätgruppen (Sacks u. a., 2009)

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte 2000 und 2017; Sacks u. a., New England Journal of Medicine, 2009

Was heißt Nährstoffverteilung beim Abnehmen genau?

Nährstoffverteilung heißt: Welcher Anteil deiner täglichen Energiezufuhr kommt aus welchem der drei Makronährstoffe. Energiezufuhr ist die Energie, die du über das Essen aufnimmst, gemessen in Kilokalorien.

Der Begriff beschreibt also einen Anteil, keine Menge. Zwei Menschen können beide den Fett-Richtwert von 30 % treffen (DGE, 2000) und trotzdem völlig unterschiedlich viel auf dem Teller haben, weil ihre Tagesenergie unterschiedlich hoch ist. Ein Prozentwert allein sagt dir deshalb nie, wie groß die Portion wird.

Davon zu trennen ist die reine Menge eines einzelnen Nährstoffs. Wie viel Gramm Kohlenhydrate am Tag sinnvoll sind und welche Lebensmittel dahinterstehen, steht in einem eigenen Text: wie viel Kohlenhydrate am Tag zum Abnehmen. Hier geht es um das Verhältnis der Anteile zueinander.

Kernaussage

Die Verteilung sagt, woher deine Energie kommt. Sie sagt nicht, wie viel Energie insgesamt auf dem Teller liegt.

Was die einzelnen Nährstoffe im Körper überhaupt leisten, ist eine eigene Frage. Eine Übersicht dazu findest du bei den Grundlagen zu den Makronährstoffen, eine alltagsnähere Einordnung unter was Fett im Körper leistet.

Welche Nährstoffverteilung empfehlen die Referenzwerte für Erwachsene?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für eine vollwertige Mischkost mehr als 50 % der Energiezufuhr aus Kohlenhydraten und begrenzte Fettmengen (DGE, 2000). Das sind Richtwerte für gesunde Erwachsene, keine Zielwerte für eine Gewichtsabnahme.

Beim Fett steht ein Richtwert von 30 % der Energie in der Tabelle, belegt für Erwachsene zwischen 25 und 51 Jahren (DGE, 2000). Sinngemäß empfiehlt dieselbe Quelle, weniger gesättigte Fettsäuren und dafür mehr ungesättigte aufzunehmen; einen Zahlenwert für die gesättigten Fettsäuren nennt der Text nicht, und deshalb steht hier auch keiner.

Beim Eiweiß verlässt die Empfehlung die Prozentebene. Sie lautet 0,8 g je Kilogramm Körpergewicht am Tag für Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren (DGE, 2017). Dazu gleich mehr in Kapitel 6.

Zur Frage, welche Kohlenhydrate gemeint sind, wird die Quelle deutlich: „Zu den empfehlenswerten Kohlenhydratlieferanten zählen Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Kartoffeln.“ Zuckergesüßte Lebensmittel und Getränke seien in der Regel nährstoffarm (DGE, 2000). Was das für den Einkauf bedeutet, steht unter was gesunde Kohlenhydrate sind.

Diese Werte beschreiben eine Dauerkost für die Allgemeinbevölkerung. Für das Abnehmen gibt es einen eigenen Befund, und der fällt knapper aus, als die Prozentdebatte vermuten lässt.

Belegte Fundstelle

„Reduced-calorie diets result in clinically meaningful weight loss regardless of which macronutrients they emphasize.“

Sacks FM und Mitautoren, New England Journal of Medicine
PMID 19246357, 2009

Sinngemäß übersetzt: Kalorienreduzierte Kostformen führen zu einem klinisch bedeutsamen Gewichtsverlust, unabhängig davon, welchen Makronährstoff sie betonen (Sacks u. a., 2009).

Welche Aufteilung nahm in zwei Jahren am besten ab?

Keine. 811 übergewichtige Erwachsene wurden zufällig auf vier Kostformen verteilt, deren Zielwerte von 20 bis 40 % Fett, 15 bis 25 % Eiweiß und 35 bis 65 % Kohlenhydraten reichten. Nach sechs Monaten hatte jede Gruppe im Mittel 6 kg verloren, also 7 % des Ausgangsgewichts (Sacks u. a., 2009).

Nach zwei Jahren war von diesem Gewicht ein Teil zurück. Die Gruppen mit 15 % Eiweiß lagen bei 3,0 kg unter dem Ausgangsgewicht, die Gruppen mit 25 % Eiweiß bei 3,6 kg (Sacks u. a., 2009). Der Abstand zwischen den Aufteilungen blieb klein. Der Abstand zum Ausgangsgewicht war das eigentliche Ergebnis.

Eine zweite Studie hat den Streit zwischen den beiden Lagern direkt geprüft. 609 Erwachsene zwischen 18 und 50 Jahren ohne Diabetes, mit einem Körpermassenindex (Gewicht im Verhältnis zur Körpergröße) zwischen 28 und 40, aßen zwölf Monate lang entweder gesund und fettarm oder gesund und kohlenhydratarm. Am Ende standen −5,3 kg gegen −6,0 kg, ein Unterschied ohne statistische Bedeutung (Gardner u. a., JAMA, 2018).

In der Zwei-Jahres-Studie war der gemeinsame Nenner aller vier Gruppen nicht ein Nährstoff, sondern die reduzierte Kalorienzufuhr (Sacks u. a., 2009); die zweite Studie fand zwischen den beiden Lagern keinen bedeutsamen Unterschied. Die Verteilung ist ein Werkzeug. Der Wirkstoff ist das Defizit, das du aushältst.

Kapitel auf einen Blick

Vier Aufteilungen, ein Ergebnis: In der Zwei-Jahres-Studie mit 811 Erwachsenen lagen alle vier Gruppen nach sechs Monaten bei im Mittel 6 kg weniger (Sacks u. a., 2009). Nach zwei Jahren lagen die Gruppen bei 3,0 und 3,6 kg. Eine zweite Untersuchung fand nach zwölf Monaten zwischen fettarm und kohlenhydratarm keinen bedeutsamen Unterschied (Gardner u. a., 2018). Wer also die perfekte Prozentkombination sucht, sucht an einer Stelle, an der die Studienlage wenig hergibt.

Die vier Aufteilungen im Vergleich: welche Zahl steht wofür?

Die Tabelle stellt die Richtwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung neben die vier Zielaufteilungen der Zwei-Jahres-Studie. Die letzte Spalte ist die wichtigste: Sie sagt, was die Zahl gerade nicht belegt.

Aufteilung Fett Eiweiß Kohlenhydrate Ergebnis laut Quelle Was die Zahl nicht sagt
Richtwerte für gesunde Erwachsene 30 % (belegt für 25 bis unter 51 Jahre) 0,8 g je Kilogramm Körpergewicht am Tag mehr als 50 % Richtwert für eine vollwertige Mischkost (DGE, 2000 und 2017) Nichts über eine Gewichtsabnahme. Die Werte sind für eine Dauerkost abgeleitet.
Diät 1 der Studie 20 % 15 % 65 % nach 6 Monaten im Mittel 6 kg; nach 2 Jahren 3,0 kg in den Gruppen mit 15 % Eiweiß (Sacks u. a., 2009) Nichts darüber, wie du persönlich reagierst. Es sind Mittelwerte einer Gruppe.
Diät 2 der Studie 20 % 25 % 55 % nach 6 Monaten im Mittel 6 kg; nach 2 Jahren 3,6 kg in den Gruppen mit 25 % Eiweiß (Sacks u. a., 2009) Nichts darüber, ob die Zielwerte im Alltag auch erreicht wurden.
Diät 3 der Studie 40 % 15 % 45 % nach 6 Monaten im Mittel 6 kg; nach 2 Jahren 3,0 kg in den Gruppen mit 15 % Eiweiß (Sacks u. a., 2009) Nichts über die Lebensmittelauswahl innerhalb dieser Prozente.
Diät 4 der Studie 40 % 25 % 35 % nach 6 Monaten im Mittel 6 kg; nach 2 Jahren 3,6 kg in den Gruppen mit 25 % Eiweiß (Sacks u. a., 2009) Nichts über andere Aufteilungen. Geprüft wurden genau diese vier.

Zwischen Diät 1 und Diät 4 liegen 20 Prozentpunkte Fett und 30 Prozentpunkte Kohlenhydrate. Zwischen ihren Ergebnissen lag nach zwei Jahren weniger als ein Kilogramm (Sacks u. a., 2009). Wenn dir eine App eine bestimmte Kombination als die richtige anbietet, ist das eine Voreinstellung, kein Befund.

Wie viel Eiweiß am Tag brauche ich beim Abnehmen?

Die empfohlene Zufuhr liegt bei 0,8 g je Kilogramm Körpergewicht am Tag für Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren (DGE, 2017). Das ist der einzige Wert in diesem Artikel, der nicht in Prozent steht, und genau deshalb ist er der brauchbarste.

Ein Prozentwert verschiebt sich mit, sobald du weniger isst. Ein Wert je Kilogramm Körpergewicht bleibt stehen. Wer die Energiezufuhr senkt und dabei einen festen Eiweißwert hält, verändert nur zwei Stellschrauben statt drei.

Die Eiweißwerte der Referenztabelle

19 bis unter 65 Jahre: 0,8 g je Kilogramm am Tag

Empfohlene Zufuhr, bezogen auf das Körpergewicht (DGE, 2017).

65 Jahre und älter: 1,0 g je Kilogramm am Tag

Hier handelt es sich ausdrücklich um einen Schätzwert. Der Proteinbedarf älterer Erwachsener lässt sich laut Quelle nicht mit wünschenswerter Genauigkeit bestimmen, deshalb wurde keine empfohlene Zufuhr abgeleitet (DGE, 2017).

Was dieser Wert nicht ist

Keine Abnehmempfehlung. Die Referenzwerte beschreiben die Zufuhr für gesunde Erwachsene, nicht eine Kostform zur Gewichtsabnahme.

Ob dich eine eiweißreichere Mahlzeit länger satt hält, ist eine Alltagsbeobachtung, die du an dir selbst prüfen kannst. Eine Zahl dazu steht in den Quellen dieses Artikels nicht, und deshalb steht hier auch keine.

Makroverteilung zum Abnehmen für Frauen: gilt etwas anderes?

Nein, jedenfalls nicht in den Referenzwerten. Die empfohlene Eiweißzufuhr von 0,8 g je Kilogramm Körpergewicht gilt für Erwachsene beider Geschlechter (DGE, 2017). Eine eigene Frauenquote für die Verteilung der Makronährstoffe steht dort nicht.

Der Unterschied entsteht trotzdem, nur an anderer Stelle. Weil der Eiweißwert am Körpergewicht hängt, ergibt er bei 60 kg eine andere Grammzahl als bei 90 kg. Und weil der Prozentwert an der Tagesenergie hängt, ergibt er bei einem kleineren Energiebedarf kleinere Portionen. Die Formel bleibt gleich, das Ergebnis nicht.

Auch die beiden Studien rechnen mit Erwachsenen, nicht mit einer Frauen- und einer Männerformel. Wer im Netz eine spezielle Makroverteilung für Frauen findet, sollte nachsehen, welche Institution mit welchem Jahr dahintersteht. Steht dort nichts, ist es eine Meinung.

Wie rechne ich meine Nährstoffverteilung in Gramm um?

Mit drei Zahlen, die feststehen: Kohlenhydrate liefern 4 kcal je Gramm, Eiweiß ebenfalls 4 kcal je Gramm, Fett 9 kcal je Gramm (IQWiG, das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, 2022). Damit wird aus jedem Prozentwert eine Grammzahl, sobald du eine Tagesenergie einsetzt.

Schritt 1

Tagesenergie festlegen

Diese Zahl kommt nicht aus diesem Artikel und steht in keiner der hier verwendeten Quellen. Für das Beispiel unten wird sie als Annahme gesetzt.

Schritt 2

Prozent in Kilokalorien

Tagesenergie mal Anteil. Als Anteile dienen die Richtwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Stand der Ableitung 2000.

Schritt 3

Kilokalorien in Gramm

Geteilt durch 4 bei Kohlenhydraten, geteilt durch 4 bei Eiweiß, geteilt durch 9 bei Fett (IQWiG, 2022).

Schritt 4

Eiweiß gegenrechnen

Körpergewicht mal 0,8 g ergibt den Referenzwert für 19 bis unter 65 Jahre (DGE, 2017). Er hat Vorrang vor dem Prozentwert.

Ein durchgerechnetes Beispiel, mit zwei ausdrücklich angenommenen Zahlen: Tagesenergie 1.800 kcal, Körpergewicht 70 kg. Beide Werte sind für die Rechnung gesetzt, sie sind keine Empfehlung und stammen aus keiner Quelle dieses Artikels. Deinen eigenen Energiebedarf bekommst du nicht aus diesem Text, sondern aus einer Ernährungsberatung oder deiner hausärztlichen Praxis.

Kohlenhydrate mit einem hier gesetzten Anteil von 50 % (der Richtwert sagt „mehr als 50 %“) ergeben 900 kcal, geteilt durch 4 kcal je Gramm sind das 225 g. Fett mit 30 % ergibt 540 kcal, geteilt durch 9 kcal je Gramm sind das 60 g (Richtwerte DGE, 2000; Energiefaktoren IQWiG, 2022). Das Eiweiß rechnest du nicht in Prozent, sondern über das Gewicht: 70 kg mal 0,8 g ergibt 56 g, das entspricht 224 kcal (DGE, 2017).

Wer nun nachrechnet, merkt: Die drei Posten ergeben zusammen 1.664 kcal statt 1.800. Genau das ist der Punkt, an dem die Prozentrechnerei ihre Grenze zeigt. Rundungen, Referenzwerte für eine Dauerkost und eine angenommene Tagesenergie passen nicht auf die Nachkommastelle zusammen.

Die Verteilung ist ein Werkzeug. Der Wirkstoff ist das Defizit, das du aushältst.

Was sagt ein DNA-Test zum Diät-Typ, und was sagt er nicht?

Er beschreibt deine Anlage, nicht dein Ergebnis. Ein DNA-Test liest Genvariationen aus, also Stellen im Erbgut, an denen sich Menschen voneinander unterscheiden; in der Fachsprache heißt so eine Stelle SNP, ein Austausch eines einzelnen Bausteins.

Für die Frage nach der Aufteilung sind zwei Berichte interessant. Der eine beschreibt einen Diät-Typ mit personalisierten Nährstoff-Prozentsätzen, der andere die Reaktion auf Kohlenhydrate anhand der Genvariationen FTO und KCTD10. Damit hast du einen Ausgangspunkt, der aus dir selbst kommt, statt aus der Voreinstellung einer App.

Bei mybody®x (MYBODY Lab GmbH) ist das der NutriCare INFINITY DNA-Test. Was er nicht leistet, gehört in denselben Absatz: Er sagt dir nicht voraus, wie viel du abnimmst, und er ersetzt das Kaloriendefizit nicht. Er ordnet deine Anlage ein, damit du deine Ernährungsweise daran ausrichten kannst.

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Grenzen: Was die Nährstoffverteilung nicht leistet

Prozentwerte sagen nichts über die Lebensmittel dahinter. 55 % Kohlenhydrate lassen sich aus Hülsenfrüchten decken oder aus Weißmehl, und die Zahl in der App sieht in beiden Fällen gleich aus (Richtwerte DGE, 2000). Die Aufteilung ist eine Buchhaltung, keine Auswahl.

Auch die Studienergebnisse haben Ränder. Sie beschreiben Mittelwerte von Gruppen über sechs Monate bis zwei Jahre (Sacks u. a., 2009; Gardner u. a., 2018). Innerhalb dieser Gruppen gab es Menschen, die deutlich mehr verloren, und Menschen, die kaum etwas verloren. Aus einem Gruppenmittelwert wird keine Vorhersage für dich.

Dieser Text ist kein Ernährungsplan. Er nennt keine Mahlzeiten und keine Rezepte, weil sich daraus ohne deinen Energiebedarf nichts Sinnvolles ableiten lässt.

Wenn du eine Erkrankung hast, Medikamente nimmst oder schwanger bist, gehört die Frage nach deiner Nährstoffverteilung in deine hausärztliche Praxis, bevor du etwas umstellst.

Was du mit deiner Nährstoffverteilung jetzt tun kannst

Setz den Eiweißwert zuerst, weil er als einziger an deinem Körper hängt und nicht an einer Prozentskala: 0,8 g je Kilogramm Körpergewicht für Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren, ab 65 Jahren 1,0 g als Schätzwert (DGE, 2017). Den Rest der Energie verteilst du auf Kohlenhydrate und Fett so, dass du es über Monate durchhältst.

Das ist die eigentliche Auswahlregel, und sie steht in keiner Tabelle: Von zwei Aufteilungen, die gleich gut belegt sind, gewinnt die, bei der du abends nicht vor dem Kühlschrank stehst. Die Studie hat vier Varianten verglichen und bei allen dasselbe gefunden (Sacks u. a., 2009). Damit ist die Entscheidung wieder deine.

Am Anfang stand die Frage, welche Voreinstellung in der App die richtige ist. Die ehrliche Antwort: Die App kennt deine Anlage nicht, und die Referenzwerte kennen dein Leben nicht. Beides lässt sich nachholen, eines davon mit einer Speichelprobe.

Häufige Fragen

Ist Low Carb besser als Low Fat zum Abnehmen?

In der Studie, die genau das geprüft hat, nicht. 609 Erwachsene zwischen 18 und 50 Jahren ohne Diabetes aßen zwölf Monate lang entweder gesund und fettarm oder gesund und kohlenhydratarm. Am Ende standen −5,3 kg gegen −6,0 kg, und dieser Abstand war statistisch ohne Bedeutung (Gardner u. a., JAMA, 2018). Die Entscheidung zwischen den beiden Lagern ist damit eher eine Frage dessen, was du im Alltag durchhältst, als eine Frage der Wirksamkeit.

Kann ich die Prozentwerte aus meiner Tracking-App einfach übernehmen?

Du kannst, aber du solltest wissen, dass diese Voreinstellungen keine Referenzwerte sind. Welche Institution eine bestimmte Kombination abgeleitet hat und in welchem Jahr, steht in den Apps üblicherweise nicht dabei. Belegt sind die Richtwerte der Deutschen Gesellschaft für Ernährung: mehr als 50 % der Energiezufuhr aus Kohlenhydraten sowie 30 % aus Fett für Erwachsene zwischen 25 und 51 Jahren (DGE, 2000). Diese Werte beschreiben eine Dauerkost, keine Abnehmvorgabe; sie taugen als Ausgangspunkt, nicht als Zielwert. Das Eiweiß rechnest du über dein Körpergewicht.

Muss ich meine Nährstoffverteilung jeden Tag genau treffen?

Die Studien geben dafür keinen Anlass. In der Zwei-Jahres-Untersuchung lagen vier Gruppen mit Zielwerten von 20 bis 40 % Fett und 35 bis 65 % Kohlenhydraten nach sechs Monaten bei im Mittel 6 kg weniger, also beim selben Ergebnis (Sacks u. a., 2009). Wenn schon Unterschiede von 20 und 30 Prozentpunkten zwischen den Gruppen nichts ausmachten, macht eine Abweichung von einem Tag zum nächsten ebenfalls wenig aus. Entscheidend bleibt die Energiemenge über Wochen.

Ändert sich die Eiweißmenge, wenn ich älter als 65 bin?

Ja, der Referenzwert steigt auf 1,0 g je Kilogramm Körpergewicht am Tag. Dabei ist eine Einschränkung mitzulesen, die in der Quelle selbst steht: Es handelt sich um einen Schätzwert. Der Proteinbedarf älterer Erwachsener lässt sich nicht mit wünschenswerter Genauigkeit bestimmen, deshalb wurde keine empfohlene Zufuhr abgeleitet (DGE, 2017). Für Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren gilt dagegen die empfohlene Zufuhr von 0,8 g je Kilogramm am Tag.

Reicht es, nur auf die Kalorien zu achten?

Für die Gewichtsabnahme war in der Zwei-Jahres-Studie die Kalorienreduktion der entscheidende Teil: Kalorienreduzierte Kostformen führten zu einem klinisch bedeutsamen Gewichtsverlust, unabhängig davon, welchen Makronährstoff sie betonten (Sacks u. a., 2009). Für die Nährstoffversorgung reicht das allein trotzdem nicht. Die Referenzwerte beschreiben, welche Anteile eine vollwertige Mischkost tragen sollte, und sie gelten unabhängig davon, ob du gerade abnimmst (DGE, 2000).

Nächster Schritt

Deine Anlage als Ausgangspunkt statt einer Voreinstellung

Der NutriCare INFINITY DNA-Test beschreibt einen Diät-Typ und deine Reaktion auf Kohlenhydrate. Wenn du lieber zuerst verstehen willst, was die einzelnen Nährstoffe im Körper tun, führt der zweite Weg zu den Grundlagen.

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Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte Kohlenhydrate (Stand der Ableitung 2000), abgerufen am 22.09.2026 – dge.de
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte Fett und essenzielle Fettsäuren (Stand der Ableitung 2000), abgerufen am 22.09.2026 – dge.de
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte Protein (Stand der Ableitung 2017), abgerufen am 22.09.2026 – dge.de
  4. Sacks FM und Mitautoren, New England Journal of Medicine (2009), PMID 19246357 – europepmc.org
  5. Gardner CD und Mitautoren, JAMA (2018), PMID 29466592 – europepmc.org
  6. IQWiG, gesundheitsinformation.de: Was sind Kalorien? (aktualisiert 2022), abgerufen am 22.09.2026 – gesundheitsinformation.de

Die Richtwerte für Kohlenhydrate und Fett stammen aus [1] und [2], die Eiweißwerte je Kilogramm Körpergewicht samt Schätzwert ab 65 Jahren aus [3]. Die vier Diätgruppen, die 6 kg nach sechs Monaten und die Werte nach zwei Jahren stehen in [4], die Gegenüberstellung von fettarm und kohlenhydratarm in [5]. Die Energiefaktoren je Gramm kommen aus [6]. Preis und Bild des genannten Tests am 22.09.2026 live aus dem Shop von mybody®x, Umfang aus der Produktbeschreibung von mybody®x (Stand 10.08.2026).

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Ernährung Abnehmen DNA-Analyse

Hinter diesem Text steht das Redaktions- und Fachteam von mybody®x. Wer daran mitgeschrieben hat und welche Qualifikationen dahinterstehen, steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 22.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 22.09.2026

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Die DNA-Analyse dient der Ernährungs- und Lebensstilberatung. Sie ist kein diagnostisches Verfahren, stellt keine Krankheitsvorhersage dar und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Genetische Varianten beschreiben Wahrscheinlichkeiten in Bevölkerungsgruppen, keine Festlegung für einzelne Personen.

Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.

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