Haarausfall durch die Schilddrüse: woran man ihn erkennt und welche Werte zählen
28. Oktober 2026ca. 16 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
Ja, Haarausfall kann bei einer Unterfunktion wie bei einer Überfunktion der Schilddrüse auftreten (IQWiG, 2024). Sichtbar wird er zwei bis vier Monate nach dem Auslöser (Wolff u. a., 2016). Ob die Schilddrüse dahintersteckt, zeigen erst Blutwerte: Bei unklarer Ursache soll das Labor vor allem Ferritin und die Schilddrüsenwerte prüfen (sinngemäß nach Wolff u. a., 2016).
Haarausfall heißt nicht automatisch Schilddrüse: Auch Eisenmangel und Medikamente kommen als Auslöser infrage (Wolff u. a., 2016).
Liegt der TSH-Wert im Referenzbereich, reicht das laut IQWiG (2025) aus, um eine Funktionsstörung der Schilddrüse auszuschließen.
Kreisrunder Haarausfall ist eine eigene Form, die gehäuft zusammen mit Hashimoto und Basedow auftritt (Wolff u. a., 2016).
In diesem Artikel
Kann die Schilddrüse Haarausfall auslösen?
Ja, und zwar in beide Richtungen: Haarausfall gehört zu den möglichen Beschwerden einer Unterfunktion und ebenso zu denen einer Überfunktion (IQWiG, 2024). Das macht die Schilddrüse zu einer Ursache, an die man denken sollte, aber nicht zur einzigen.
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion, in der Fachsprache Hypothyreose, fehlen dem Körper Schilddrüsenhormone, und der Stoffwechsel verlangsamt sich (IQWiG, 2024). Unter den körperlichen Veränderungen, die dann auftreten können, nennt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ausdrücklich „trockenes Haar, Haarausfall“ (IQWiG, 2024). Das ist eine Möglichkeit, keine Regel.
Bei einer Überfunktion, der Hyperthyreose, liegt der Fall umgekehrt. Die Basedow-Krankheit ist der häufigste Grund einer Überfunktion, vor allem bei Frauen (IQWiG, 2024). Weil die Schilddrüse dabei mehr Hormone bildet als nötig, kommt es zu den typischen Beschwerden einer Überfunktion, und Haarausfall gehört laut IQWiG (2024) dazu.
Dass beide Richtungen das Haar betreffen können, ist auch der Ausgangspunkt einer Laborarbeit zu Haarfollikeln. Zu wenig wie zu viel Schilddrüsenhormon kann demnach Struktur und Funktion von Haar und Haut verändern, etwa als vermehrter Haarausfall (sinngemäß nach van Beek u. a., 2008).
Schilddrüsenstörungen sind dabei kein Randthema. In Ländern wie Deutschland haben ungefähr 5 von 100 Menschen eine Schilddrüsenunterfunktion (IQWiG, 2024). Frauen und ältere Menschen sind besonders häufig betroffen (IQWiG, 2024).
Der Umkehrschluss gilt trotzdem nicht. Wer Haare verliert, hat damit noch keine Schilddrüsenstörung, denn vermehrter Haarausfall hat auch andere Auslöser, etwa Eisenmangel oder Medikamente (sinngemäß nach Wolff u. a., 2016). Genau deshalb setzt die Abklärung beim Blut an und nicht beim Blick in die Bürste.
Wie wirken Schilddrüsenhormone auf das Haarwachstum?
Menschliche Haarfollikel, aus denen die Haare wachsen, sind direkte Ziele der Schilddrüsenhormone T3 und T4 (van Beek u. a., 2008). Im Labor verlängerte T4 die Wachstumsphase des Haares (van Beek u. a., 2008).
Um das einzuordnen, hilft ein Blick auf den Haarzyklus. Auf dem Kopf wachsen etwa 100.000 Haare (Wolff u. a., 2016). Die Wachstumsphase, in der Fachsprache Anagen, dauert 3 bis 6 Jahre (Wolff u. a., 2016). Ihr folgt eine Übergangsphase von 1 bis 2 Wochen, das Katagen (Wolff u. a., 2016). Danach steht das Haar 2 bis 4 Monate in der Ruhephase, dem Telogen (Wolff u. a., 2016).
Innere oder äußere Auslöser können viele Haarfollikel gleichzeitig vorzeitig aus der Wachstums- in die Ruhephase schicken (Wolff u. a., 2016). Sichtbar wird der Ausfall erst zwei bis vier Monate später (Wolff u. a., 2016). Man kann sich das vorstellen wie einen Betrieb im Schichtdienst, in dem plötzlich ganze Schichten zur selben Zeit in die Pause gehen: Die Lücke fällt erst auf, wenn ihre Arbeit fehlt.
Für dich heißt das: Was heute in der Bürste landet, kann seinen Anlass Monate früher haben (Wolff u. a., 2016). Wer verstehen will, warum das Haar dünner wird, schaut deshalb über die letzten Tage hinaus auf die Zeit davor.
Wie die Hormone am Haar ansetzen, hat eine Forschungsgruppe an Haarfollikeln untersucht, die im Labor in Kultur weiterwuchsen (van Beek u. a., 2008). Die Follikel stammten von Frauen ohne Schilddrüsenstörung im Alter von 40 bis 69 Jahren (van Beek u. a., 2008). T4 verlängerte dort die Wachstumsphase, möglicherweise über einen Wachstumsfaktor (van Beek u. a., 2008). Die Autorinnen und Autoren folgern, dass T3 und T4 unter anderem den Haarzyklus beeinflussen (van Beek u. a., 2008).
Das ist ein Laborbefund an einzelnen Follikeln. Eine Beobachtung an Menschen mit einer Schilddrüsenerkrankung ist es nicht.
Der Haarzyklus in Zahlen
100.000
Kopfhaare, etwa (Wolff u. a., 2016)
3–6 Jahre
Wachstumsphase (Wolff u. a., 2016)
2–4 Monate
bis der Ausfall sichtbar wird (Wolff u. a., 2016)
Quelle: Wolff u. a., Deutsches Ärzteblatt, 2016
Woran erkennt man Haarausfall durch die Schilddrüse?
Vor allem an den Zeichen, die dazukommen. Das Haar selbst kann fleckig oder über den ganzen Kopf verteilt ausfallen (MedlinePlus, 2025), ein Hinweis auf die Schilddrüse sind zusätzliche Beschwerden einer Unter- oder Überfunktion, und Gewissheit bringen erst Blutwerte (IQWiG, 2024).
Ein gewisser Haarverlust ist normal, grob 50 bis 200 Haare am Tag (MedlinePlus, 2025). Den vermehrten täglichen Haarausfall nennen Fachleute Effluvium (Wolff u. a., 2016). Er kann natürliche Gründe haben oder krankhafte, etwa eine Schilddrüsenstörung oder einen Eisenmangel (sinngemäß nach Wolff u. a., 2016).
Wie sich der Ausfall verteilt, ist unterschiedlich: Er kann in Flecken auftreten oder über den ganzen Kopf verteilt, also diffus (MedlinePlus, 2025). Mehr Hinweise auf die Schilddrüse geben die Beschwerden, die neben dem Haarausfall auftreten. Sie unterscheiden sich je nach Richtung der Störung.
Haarausfall bei Unterfunktion: Welche Zeichen kommen dazu?
Neben trockenem Haar und Haarausfall nennt das IQWiG (2024) für die Unterfunktion weitere Beschwerden. Dazu gehören:
- trockene, vor allem im Gesicht teigig verdickte Haut
- leichte bis mäßige Gewichtszunahme
- Kälteempfindlichkeit, Frieren
- Schwäche und Müdigkeit
Haarausfall bei Überfunktion: Welche Zeichen kommen dazu?
Bei der Basedow-Krankheit zählt Haarausfall zu den typischen Beschwerden einer Überfunktion (IQWiG, 2024). Daneben nennt das IQWiG (2024) unter anderem:
- Schwitzen, warme und feuchte Haut
- Zittern, nervöse Unruhe
- Gewichtsverlust trotz Heißhunger
Schwäche und Müdigkeit stehen bei beiden Formen auf der Liste (IQWiG, 2024). Gerade dieses Zeichen trennt Unter- und Überfunktion also nicht.
Eine solche Liste ist kein Selbsttest. Wer sich darin wiederfindet, hat damit keine Diagnose, sondern einen Anlass, die Blutwerte bestimmen zu lassen. Erst sie erlauben eine Einordnung, denn die Beschwerden einer Unterfunktion können auch andere Ursachen haben (IQWiG, 2024).
Schilddrüse, Eisen oder Gene: Welche Ursachen kommen noch infrage?
Neben der Schilddrüse kommen unter anderem Eisenmangel und Medikamente als Auslöser eines vermehrten Haarausfalls infrage (Wolff u. a., 2016). Dazu kommt der erblich-hormonelle Haarausfall mit seinem eigenen Muster (Wolff u. a., 2016).
Dieser Beitrag bleibt bei der Schilddrüse. Wer als Frau alle denkbaren Gründe im Überblick sucht, findet sie im Beitrag zu den Ursachen von Haarausfall bei Frauen. Hier geht es darum, wie sich die Schilddrüse von den übrigen Ursachen abgrenzen lässt.
Eisenmangel nennt die Übersicht im Deutschen Ärzteblatt ausdrücklich als Ursache eines Effluviums (Wolff u. a., 2016). Im Labor wird er über Ferritin erfasst, den Laborwert für den Eisenmangel (Wolff u. a., 2016). Was dabei zu beachten ist, steht im Beitrag Eisenmangel und diffuser Haarausfall.
Der erblich-hormonelle Haarausfall, in der Fachsprache androgenetische Alopezie, hat ein eigenes Bild. Bei Frauen zeigt er sich meist als diffuses Lichterwerden auf dem Oberkopf, bei Männern als Geheimratsecken und Lichtung am Hinterkopf (Wolff u. a., 2016). Bei Frauen richtet sich die weitere Laboruntersuchung nach Vorgeschichte und Befund (sinngemäß nach Wolff u. a., 2016).
Unter den weiteren Ursachen nennt MedlinePlus (2025) Blutarmut und hormonelle Veränderungen. Haarausfall nach den Wechseljahren geht laut MedlinePlus (2025) oft nach sechs Monaten bis zwei Jahren zurück. Wie sich Wechseljahre und Schilddrüse auseinanderhalten lassen, ordnet der Beitrag zu Östrogenmangel und Schilddrüse in den Wechseljahren ein.
Auch Medikamente gehören zu den Auslösern (Wolff u. a., 2016). Die Übersicht rät, im ärztlichen Gespräch nach eingenommenen Medikamenten zu fragen, auch nach Beginn oder Absetzen einer hormonellen Verhütung (sinngemäß nach Wolff u. a., 2016). Wirklich bedeutsam sind laut den Autoren nur wenige Medikamente (sinngemäß nach Wolff u. a., 2016).
Die Tabelle stellt die Ursachen nebeneinander, die bei Haarausfall am ehesten mit der Schilddrüse verwechselt werden können, und nennt, worauf die Abklärung jeweils schaut.
Haarausfall: Ursachen und Abklärung
| Ursache | Zeigt sich | Abklärung |
|---|---|---|
| Unterfunktion | trockenes Haar, Haarausfall (IQWiG, 2024) | TSH erhöht (IQWiG, 2025) |
| Überfunktion | Haarausfall als typische Beschwerde bei Basedow (IQWiG, 2024) | TSH erniedrigt (IQWiG, 2025) |
| Eisenmangel | vermehrter täglicher Haarausfall (Wolff u. a., 2016) | Ferritin (Wolff u. a., 2016) |
| Erblich-hormonell | Frauen: Lichterwerden auf dem Oberkopf; Männer: Geheimratsecken (Wolff u. a., 2016) | bei Frauen weitere Laborwerte je nach Vorgeschichte und Befund (sinngemäß nach Wolff u. a., 2016) |
| Kreisrund | kahle Stellen (MedlinePlus, 2025) | tritt gehäuft zusammen mit Hashimoto und Basedow auf (Wolff u. a., 2016) |
Kreisrunder Haarausfall und Schilddrüse: Wie hängen sie zusammen?
Sie treten gehäuft gemeinsam auf: Kreisrunder Haarausfall kommt zusammen mit der Hashimoto-Thyreoiditis und der Basedow-Krankheit vor (Wolff u. a., 2016). Dass die Schilddrüse ihn auslöst, ist damit nicht gesagt.

Kreisrunder Haarausfall, in der Fachsprache Alopecia areata, ist eine eigene Form. Typisch sind kahle Stellen auf der Kopfhaut oder im Bart (MedlinePlus, 2025). Möglicherweise sind auch die Augenbrauen betroffen (MedlinePlus, 2025).
Im Laufe des Lebens trifft er 1 bis 2 % der Menschen (Wolff u. a., 2016). Er ist nach dem erblich-hormonellen und dem diffusen Haarausfall die dritthäufigste Form (Wolff u. a., 2016).
Die Übersicht im Deutschen Ärzteblatt beschreibt, dass kreisrunder Haarausfall gehäuft zusammen mit anderen entzündlichen und Autoimmunerkrankungen auftritt, darunter die Hashimoto-Thyreoiditis und die Basedow-Krankheit (Wolff u. a., 2016). Das ist ein gemeinsames Auftreten. Es heißt nicht, dass eine Schilddrüsenerkrankung die kahlen Stellen verursacht.
Kahle runde Stellen können ein Hinweis auf kreisrunden Haarausfall sein, eine eigene Form, die zusammen mit einer Schilddrüsenerkrankung vorkommen kann. Beides lässt sich in der Praxis gemeinsam ansprechen.
Wer bereits weiß, dass eine Hashimoto-Thyreoiditis vorliegt, findet die übrigen Beschwerden im Beitrag zu den Beschwerden bei Hashimoto.
Haarausfall trotz L-Thyroxin: Kann das Medikament dahinterstecken?
Das ist möglich. Laut US-Arzneimittelinformation kann Levothyroxin Nebenwirkungen haben, darunter Haarausfall (MedlinePlus, 2019).
L-Thyroxin ist Schilddrüsenhormon in Tablettenform, der Wirkstoff heißt Levothyroxin. Wer es einnimmt und Haare verliert, steht vor einer doppelten Frage.
Zum einen kann fehlendes Schilddrüsenhormon selbst zu Haarausfall führen. Die US-Arzneimittelinformation zählt ihn zu den Folgen, wenn dem Körper Schilddrüsenhormon fehlt, neben Antriebsmangel und Kälteempfindlichkeit (MedlinePlus, 2019).
Zum anderen kann das Medikament selbst Nebenwirkungen haben (MedlinePlus, 2019). Unter den Beschwerden, die man ärztlich melden soll, wenn sie stark sind oder nicht vergehen, nennt die Information neben Haarausfall auch Wärmeempfindlichkeit und Veränderungen des Zyklus (MedlinePlus, 2019).
Was davon im Einzelfall zutrifft, lässt sich von außen nicht entscheiden. Die Einnahme bleibt Sache der behandelnden Praxis. Starker oder anhaltender Haarausfall unter L-Thyroxin ist ein Grund, ihn dort anzusprechen (MedlinePlus, 2019).
Die übrigen Ursachen bleiben dabei möglich, etwa ein Eisenmangel (Wolff u. a., 2016). Die Angaben zu den Nebenwirkungen stammen aus einer US-Arzneimittelinformation mit Stand 2019.
Haarausfall: Welche Blutwerte zählen bei Verdacht auf die Schilddrüse?
Bei Haarausfall unklarer Ursache soll das Labor vor allem einen Eisenmangel über Ferritin ausschließen und eine Schilddrüsenfehlfunktion über TSH sowie T3 und T4 (sinngemäß nach Wolff u. a., 2016). Beim TSH-Wert entscheidet der Referenzbereich auf deinem Befund (IQWiG, 2025).
Bluttests werden gemacht, weil viele Symptome einer Unterfunktion auch andere Ursachen haben können (IQWiG, 2024). Haarausfall ist ein gutes Beispiel dafür, wie die Tabelle weiter oben zeigt.
TSH bei Haarausfall: Was sagt der Wert?
Erhöhte TSH-Werte deuten auf eine Unterfunktion hin, erniedrigte können auf eine Überfunktion hinweisen (IQWiG, 2025). TSH steht für Thyreoidea-stimulierendes Hormon.
Als Referenzbereich nennt das IQWiG (2025) für Erwachsene 0,3 bis 3,5 mU/l (Milli-Einheiten je Liter), ab 50 Jahren 0,3 bis 4,5 mU/l. Jedes Labor gibt allerdings eigene Referenzbereiche an (IQWiG, 2025). Maßgeblich sind die Angaben auf deinem Befund. Was hinter einem erhöhten TSH-Wert stecken kann, ordnet ein eigener Beitrag ein.
fT3 und fT4 bei Haarausfall: Wann zählen die freien Werte?
Die freien Schilddrüsenhormone fT3 und fT4 ergänzen den TSH-Wert, vor allem wenn er auffällig ist (sinngemäß nach IQWiG, 2025). Die Übersicht von Wolff u. a. (2016) nennt für die Abklärung neben dem TSH auch T3 und T4.
fT3 steht für freies Trijodthyronin, fT4 für freies Thyroxin. Wie die freien Werte zusammen mit dem TSH gelesen werden, erklärt der Beitrag fT3 und fT4 neben dem TSH. Ferritin, der Laborwert für den Eisenmangel, gehört laut derselben Übersicht ebenfalls zur Abklärung (Wolff u. a., 2016).
Belegte Fundstelle
„Wenn der TSH-Wert im Referenzbereich liegt, reicht das aus, um eine Funktionsstörung der Schilddrüse auszuschließen.“
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
gesundheitsinformation.de, „Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH)“, 2025
Ein auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch Krankheit. Er ist ein Befund, der in der Praxis eingeordnet wird, zusammen mit den Beschwerden und der Vorgeschichte.
Der Women’s Wellness Check von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) misst aus Kapillarblut neben TSH auch fT3 und fT4, dazu Ferritin als Wert für den Eisenspeicher. Eisen und Transferrin misst er nicht, Schilddrüsen-Antikörper ebenfalls nicht. Er kann ein Gespräch in der Arztpraxis vorbereiten, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung, woher der Haarausfall kommt.
Kapillarblut entnimmst du per Fingerpieks zu Hause selbst, ausgewertet wird die Probe in einem Fachlabor in Deutschland. Ein Bluttest zeigt den Zustand jetzt.
Aus dem mybody®x-Sortiment · Bluttest
Women’s Wellness Check | Frauen-Gesundheits-Test
Bluttest aus Kapillarblut, der neben TSH auch fT3 und fT4 misst, dazu Ferritin. Eisen selbst misst er nicht, Schilddrüsen-Antikörper auch nicht. Ausgewertet in einem Fachlabor in Deutschland, als Vorbereitung auf das Gespräch in der Arztpraxis.
Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
Stand der Angaben: 28.10.2026
Haarausfall: Wann solltest du die Schilddrüse untersuchen lassen?
Wenn zum Haarausfall weitere Beschwerden kommen oder seine Ursache unklar bleibt. Haarausfall unklarer Ursache gehört laut der Übersicht von Wolff u. a. (2016) ins Labor.
MedlinePlus (2025) nennt Begleitbeschwerden, bei denen Haarausfall ein Grund ist, ärztlich nachzufragen. Zusammen mit den Hinweisen aus den übrigen Quellen ergibt sich dieses Bild:
Wann in die Praxis
Gewichtszunahme oder Muskelschwäche kommt zum Haarausfall hinzu (sinngemäß nach MedlinePlus, 2025).
Kälteempfindlichkeit oder Müdigkeit begleiten den Haarausfall (sinngemäß nach MedlinePlus, 2025).
Keine erkennbare Ursache für den vermehrten Haarausfall: dann gehört er ins Labor (Wolff u. a., 2016).
Haarausfall unter L-Thyroxin ist stark oder geht nicht weg (MedlinePlus, 2019).
Niemand muss auf weitere Beschwerden warten, um nachzufragen. Haarausfall belastet, und die Belastung allein ist ein legitimer Grund für ein Gespräch in der Praxis.
Für dieses Gespräch lohnt es sich, ein paar Punkte vorab zu notieren:
- seit wann das Haar dünner wird und was zwei bis vier Monate davor los war (Wolff u. a., 2016)
- ob der Ausfall fleckig ist oder über den ganzen Kopf verteilt (MedlinePlus, 2025)
- welche Medikamente du nimmst, auch eine hormonelle Verhütung (sinngemäß nach Wolff u. a., 2016)
- frühere Schilddrüsenwerte und Ferritinwerte, falls vorhanden
Kapitel auf einen Blick
Kommen zum Haarausfall Kälteempfindlichkeit oder Müdigkeit hinzu, ist das laut MedlinePlus (2025) ein Grund, ärztlich nachzufragen. Haarausfall unklarer Ursache gehört ins Labor (Wolff u. a., 2016). Unter L-Thyroxin gehört starker oder anhaltender Haarausfall in die Praxis (MedlinePlus, 2019). Ein auffälliger Wert ist ein Anlass für das Gespräch, keine Diagnose.
Grenzen: Wie belastbar ist das Wissen über Haarausfall und Schilddrüse?
Belastbar ist, dass Haarausfall zu den möglichen Beschwerden einer Unter- und einer Überfunktion gehört (IQWiG, 2024). Die Aussagen zum Wirkweg am Haar stützen sich hier auf eine Laborstudie an Haarfollikeln (van Beek u. a., 2008).
Die Arbeit von van Beek u. a. (2008) untersuchte Haarfollikel in Kultur, die aus der Kopfhaut von Frauen ohne Schilddrüsenstörung stammten. Sie zeigt, was die Hormone am einzelnen Follikel bewirken können, nicht, wie Haarausfall bei einer Unter- oder Überfunktion im Körper abläuft.
Die Übersicht von Wolff u. a. (2016) beruht auf einer selektiven Literatursuche, ergänzt um deutsche und europäische Leitlinien und die Erfahrung der Autoren. Sie ist eine fachliche Einordnung, keine systematische Auswertung aller Studien.
MedlinePlus ist ein US-Laienlexikon. Die Seite zum Haarausfall wurde 2025 überprüft (MedlinePlus, 2025), die Arzneimittelinformation zu Levothyroxin stammt von 2019 (MedlinePlus, 2019).
Auch der Test hat Grenzen. Der Women’s Wellness Check misst kein Eisen und kein Transferrin. Schilddrüsen-Antikörper misst kein Test von mybody®x, und keiner ersetzt den Ultraschall der Schilddrüse. Ein Selbsttest ersetzt keine Diagnose.
Haarausfall durch die Schilddrüse: Was heißt das für dich?
Haare in der Bürste können von der Schilddrüse kommen, bei einer Unter- wie bei einer Überfunktion (IQWiG, 2024). Ob sie es tun, zeigt kein Blick in den Spiegel, sondern der Blick auf die Begleitzeichen und auf die Blutwerte. Wer im Gespräch weiß, seit wann das Haar dünner wird, und die eigenen Werte mitbringt, macht aus einer Sorge eine Frage, die sich beantworten lässt.
Häufige Fragen
Wie hoch ist der normale Haarverlust am Tag?
Normal ist ein Verlust von grob 50 bis 200 Haaren am Tag (MedlinePlus, 2025). Auf dem Kopf wachsen etwa 100.000 Haare (Wolff u. a., 2016). Fallen täglich mehr Haare aus als normal, sprechen Fachleute von einem Effluvium, also einem vermehrten täglichen Haarausfall (Wolff u. a., 2016). Dann lohnt die Frage nach der Ursache, und eine Schilddrüsenstörung ist eine davon (Wolff u. a., 2016).
Wann merkt man Haarausfall nach einem Auslöser?
Mit Verzögerung. Auslöser können viele Haarfollikel gleichzeitig in die Ruhephase schicken, sichtbar wird der Ausfall zwei bis vier Monate später (Wolff u. a., 2016). Beim stressbedingten Haarausfall, in der Fachsprache Telogeneffluvium, fällt er laut MedlinePlus (2025) oft erst Wochen bis Monate nach dem belastenden Ereignis auf. Wer den Beginn einordnen will, schaut deshalb zurück: Was war einige Monate, bevor das Haar dünner wurde?
Fallen bei einer Überfunktion auch Haare aus?
Ja. Bei der Basedow-Krankheit, dem häufigsten Grund einer Überfunktion, zählt Haarausfall zu den typischen Beschwerden (IQWiG, 2024). Etwa 300 von 100.000 Frauen erkranken im Laufe ihres Lebens daran, aber nur etwa 50 von 100.000 Männern (IQWiG, 2024). Die Erkrankung tritt meist zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr auf (IQWiG, 2024). Ein erniedrigter TSH-Wert kann auf eine Überfunktion hinweisen (IQWiG, 2025).
Gehört Ferritin zur Abklärung von Haarausfall?
Ja. Bei Haarausfall unklarer Ursache soll das Labor laut der Übersicht von Wolff u. a. (2016) unter anderem einen Eisenmangel ausschließen, und Ferritin ist der Laborwert dafür. Eisenmangel gilt dort als möglicher Auslöser eines vermehrten täglichen Haarausfalls (Wolff u. a., 2016). Ferritin steht deshalb neben den Schilddrüsenwerten auf der Liste (Wolff u. a., 2016). Welcher Wert im Einzelfall auffällig ist, zeigt der Referenzbereich auf deinem Befund.
Kann die Schilddrüse das Haar trocken machen?
Ja, bei einer Unterfunktion nennt das IQWiG (2024) „trockenes Haar, Haarausfall“ unter den möglichen körperlichen Veränderungen. Auf derselben Liste steht eine trockene, vor allem im Gesicht teigig verdickte Haut (IQWiG, 2024). Auch die US-Arzneimittelinformation zu Levothyroxin nennt Haarausfall und trockene, verdickte Haut unter den Folgen fehlenden Schilddrüsenhormons (MedlinePlus, 2019). Trockenes Haar allein ist aber kein Beleg für eine Unterfunktion. Ob die Schilddrüse beteiligt ist, klärt ein Bluttest (IQWiG, 2024).
Nächster Schritt
Haarausfall: Schilddrüsenwerte und Ferritin bestimmen lassen
Für das Gespräch in der Praxis kannst du die Werte vorab bestimmen lassen, neben TSH auch fT3 und fT4, dazu Ferritin.
Zum Women’s Wellness Check Alle Ursachen von Haarausfall bei Frauen Wenn die Schilddrüse nicht die Spur istWeiterlesen
Quellen
- Wolff H., Fischer T. W., Blume-Peytavi U.: Diagnostik und Therapie von Haar- und Kopfhauterkrankungen, Deutsches Ärzteblatt (Stand 2016) – europepmc.org
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), gesundheitsinformation.de (Stand 2024) – gesundheitsinformation.de
- van Beek N. u. a.: Thyroid hormones directly alter human hair follicle functions, The Journal of Clinical Endocrinology and Metabolism (Stand 2008) – europepmc.org
- MedlinePlus (U.S. National Library of Medicine): Hair loss (Stand 2025) – medlineplus.gov
Haarzyklus, Effluvium, Laborempfehlung und kreisrunder Haarausfall stützen sich auf [1]. Die Begleitzeichen einer Unterfunktion stammen aus [2]. Die Wirkung der Schilddrüsenhormone am Haarfollikel beschreibt [3]. Verteilung des Haarausfalls, normaler Haarverlust und weitere Ursachen stammen aus [4]. Die TSH-Werte stützen sich auf die IQWiG-Seite „Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH)“ (Stand 2025). Die Beschwerden einer Überfunktion stammen aus der IQWiG-Seite „Basedow-Krankheit (Morbus Basedow)“ (Stand 2024). Die Angaben zu L-Thyroxin stammen aus der MedlinePlus-Arzneimittelinformation „Levothyroxine“ (Stand 2019). Die Produktangaben entsprechen dem Stand vom 28.10.2026.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Schilddrüse Blutwerte
Das mybody®x Redaktions- & Fachteam schreibt über Blutwerte und Gesundheitsfragen und stützt sich dabei auf Übersichtsarbeiten und Gesundheitsinformationen von Instituten. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.
Veröffentlicht am 28.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 28.10.2026
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.
Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.
Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.






Compartir ahora:
Schilddrüsenunterfunktion: welche Symptome typisch sind und wie sie abgeklärt werden
Östrogenmangel und Schilddrüse: Wechseljahre oder Unterfunktion?