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Schneller altern: welche Ursachen den Prozess beschleunigen und was die Veranlagung damit zu tun hat

Das Wichtigste in Kürze

Schneller zu altern hat weniger mit dem Geburtsjahr zu tun als mit dem, was sich über Jahre in den Zellen anhäuft. Sechs Beschleuniger sind in diesem Artikel mit Quelle belegt: Rauchen, Alkohol, Bewegungsmangel, UV-Strahlung, eine Schlafdauer am unteren oder oberen Rand sowie Einsamkeit. Die Erblichkeit der Lebensdauer liegt nach Zwillingsdaten bei rund einem Viertel, nach einer neueren Korrektur darunter.

Dieser Text zählt keine zwölf Punkte auf, wie es Schlagzeilen tun. Er nennt sechs Faktoren, für die Belege vorliegen, sagt bei jedem, wie stark der Beleg ist, und trennt sauber zwischen dem, was du beeinflussen kannst, und dem, was als Anlage feststeht.

Kapitel 1 klärt den Begriff. Kapitel 2 zeigt die Größenordnungen, Kapitel 3 die sechs Beschleuniger in einer Übersicht. Kapitel 5 räumt drei Irrtümer weg. Kapitel 6 gibt dir einen Selbstcheck ohne Punktzahl, und Kapitel 7 sagt, was eine Genanalyse zu alldem beitragen kann und wo sie aufhört.

Das erwartet dich in diesem Artikel

1. Schneller altern: was das heißt und was nicht
2. Wie groß die Hebel sind
3. Sechs Beschleuniger, für die Belege vorliegen
4. Warum die Haut es zuerst zeigt
5. Drei Irrtümer über das Altern
6. Dein Selbstcheck: sechs Fragen
7. Was die Veranlagung beiträgt und was ein DNA-Test zeigt
8. Was du jetzt tun kannst
Häufige Fragen
Quellen

Schneller altern: was das heißt und was nicht

Wer sagt, er altere schneller, meint selten sein Geburtsdatum. Er meint, dass die Erholung nach einer kurzen Nacht länger dauert als vor zehn Jahren, dass das Gesicht im Spiegel müder wirkt als das Gefühl dahinter. Diese Beobachtung ist kein Einbildungsproblem, sie hat eine biologische Entsprechung.

Die Weltgesundheitsorganisation beschreibt Altern sinngemäß als Anhäufung vielfältiger molekularer und zellulärer Schäden über die Zeit, also von Fehlern in den kleinsten Bausteinen des Körpers und in den Zellen selbst (WHO, 2025). Daraus entsteht eine allmähliche Abnahme körperlicher und geistiger Leistungsfähigkeit. Entscheidend ist der Nachsatz der WHO: Diese Veränderungen verlaufen weder geradlinig noch bei allen gleich, und sie sind nur lose an das Lebensalter in Jahren gekoppelt.

Kernaussage

Altern ist die Anhäufung von Schäden in Zellen und Molekülen und nur lose an das Lebensalter gekoppelt; ein Teil der Unterschiede zwischen Menschen ist genetisch, der größere Teil liegt an Umwelt und Lebensumständen (WHO, 2025).

Der Unterschied zwischen Ursache und Beschleuniger

Altern selbst hat keine Ursache, die man abstellen könnte. Es ist der Grundvorgang. Was sich beeinflussen lässt, ist das Tempo. Deshalb steht in diesem Artikel das Wort Beschleuniger und nicht das Wort Ursache, wo es genau genommen werden muss. Was Altern grundsätzlich ist und welche Vorgänge dahinterstehen, steht ausführlich im Artikel Alterungsprozess.

Die zweite Trennung betrifft die Richtung. Dieser Text ist die Ursachenliste, nicht die Lösungsliste. Was du gegen das Tempo unternehmen kannst, ist in Alterungsprozess verlangsamen zusammengetragen. Hier geht es darum, zuerst zu wissen, woran du überhaupt schraubst.

Und die dritte Trennung ist die unangenehme. Sechs Faktoren, für die in diesem Quellenstand Belege vorliegen, sind nicht dasselbe wie sechs Faktoren, die es überhaupt gibt. Die Liste ist keine Vollständigkeitsaussage. Sie ist die Liste dessen, was sich mit Institution und Jahr hinschreiben lässt. Alles andere bleibt draußen, auch wenn es in Ratgebern steht.

Wie groß die Hebel sind

Bevor die einzelnen Faktoren kommen, lohnt der Blick auf die Größenordnungen. Vier Zahlen ordnen das Feld. Sie stammen aus vier verschiedenen Quellen und sind nicht miteinander verrechenbar, weil sie Verschiedenes messen: verlorene Lebensjahre, empfohlene Bewegungsmengen, Sterbewahrscheinlichkeit und erblichen Anteil. Wer sie nebeneinanderlegt, sieht trotzdem sofort, wo die Musik spielt.

Vier Zahlen zur Einordnung

8 Jahre

durchschnittlich verlorene Lebenserwartung bei vorzeitigem Tod durch Rauchen und Passivrauchen, im Einzelfall 20 bis 25 Jahre (DKFZ, 2004)

mind. 150–300 Min.

moderate Ausdaueraktivität je Woche für Erwachsene, alternativ mindestens 75 bis 150 Minuten intensiv (WHO, 2020)

+26 %

höhere Sterbewahrscheinlichkeit bei Einsamkeit in einer Zusammenschau vieler Einzelstudien (Holt-Lunstad u. a., 2015)

rund ¼

Erblichkeit der Lebensdauer bei dänischen Zwillingen, also 26 % bei Männern und 23 % bei Frauen (Herskind u. a., 1996)

Quelle: Deutsches Krebsforschungszentrum 2004; WHO und Bull u. a. 2020; Holt-Lunstad u. a. 2015; Herskind u. a. 1996

Die vierte Zahl ist die wichtigste, weil sie die anderen drei erst einordnet. Erblichkeit heißt: der Anteil der Unterschiede zwischen Menschen, der sich statistisch auf Erbanlagen zurückführen lässt. Liegt dieser Anteil bei rund einem Viertel, dann bleiben drei Viertel für alles andere. Das ist der Raum, in dem die ersten drei Zahlen wirken.

Sechs Beschleuniger, für die Belege vorliegen

Die Tabelle nennt bei jedem Faktor drei Dinge: was die Quelle belegt, welche Zahl sie dazu trägt, und welche Frage du dir selbst dazu stellen kannst. Die letzte Spalte ist bewusst ohne Zahl. Sie ist Vorbereitung auf ein Gespräch in der Praxis, keine Selbstauswertung.

Faktor Was belegt ist Die Zahl Was du selbst prüfen kannst
Rauchen Rauchen und Passivrauchen führen zu vorzeitigem Tod; Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungenkrankheiten und Schlaganfall stehen dabei vor Krebs (DKFZ, 2004). durchschnittlich 8 Lebensjahre, im Einzelfall 20 bis 25 (DKFZ, 2004) Rauchst du selbst, oder hältst du dich in Räumen auf, in denen geraucht wird?
Alkohol Alkohol spielt eine ursächliche Rolle bei mehr als 200 Krankheiten und Verletzungen; schon geringe Mengen bergen Risiken (sinngemäß nach WHO 2024). rund 2,6 Millionen Todesfälle weltweit im Jahr 2019 (WHO, 2024) An wie vielen Abenden der vergangenen Woche hast du getrunken, und wie viel davon war Gewohnheit?
Bewegungsmangel Für Erwachsene gilt eine Wochenmenge an Ausdaueraktivität; dazu kommt an zwei oder mehr Tagen Kräftigung aller großen Muskelgruppen (WHO und Bull u. a., 2020). mindestens 150 bis 300 Minuten moderat oder 75 bis 150 Minuten intensiv je Woche (WHO, 2020) Kommst du auf diese Wochenmenge, wenn du ehrlich mitzählst statt zu schätzen?
UV-Strahlung Übermäßige UV-Bestrahlung kann vorzeitige Hautalterung zur Folge haben; UV-A ist der langwellige Anteil des Sonnenlichts, der tief in die Haut eindringt (BfS, Stand 2026). keine Zahl im Beleg Wie lange warst du im vergangenen Sommer ungeschützt in der Sonne, Solarium eingerechnet?
Schlafdauer am Rand In einer Beobachtungsstudie mit 241 713 Teilnehmenden hingen Schlafdauer und geschätztes biologisches Alter, so die Messgröße der Studie, U-förmig zusammen; kein Ursachennachweis (Wang u. a., 2024). 5 Stunden und weniger sowie 9 Stunden und mehr gegenüber 7 Stunden je Tag (Wang u. a., 2024) Wo liegt deine Schlafdauer an Werktagen, und wie weit weicht sie am Wochenende davon ab?
Einsamkeit In einer Meta-Analyse, also einer rechnerischen Zusammenschau vieler Einzelstudien, war Einsamkeit mit höherer Sterbewahrscheinlichkeit verbunden, vergleichbar mit etablierten Risikofaktoren (Holt-Lunstad u. a., 2015). Einsamkeit +26 %, soziale Isolation +29 %, Alleinleben +32 % (Holt-Lunstad u. a., 2015) Mit wem hast du in den letzten sieben Tagen ein Gespräch geführt, das länger als fünf Minuten ging?

Zwei Hinweise zur Tabelle. Die Rauchzahl stammt aus einer älteren Auswertung des Deutschen Krebsforschungszentrums von 2004; sie ist damit über zwanzig Jahre alt, und genau deshalb steht das Jahr dabei. Und die Zahlen von Holt-Lunstad beschreiben Sterbewahrscheinlichkeit, nicht Alterungstempo. Das ist verwandt, aber nicht dasselbe.

Bei der Bewegung lohnt der genaue Blick auf die Wochenmenge, weil sie niedriger liegt, als Sportartikel vermuten lassen. Wie sich eine solche Menge im Alltag zusammensetzt, rechnet der Artikel Wie viel Radfahren reicht für eine einzelne Sportart durch.

Warum die Haut es zuerst zeigt

Unter den sechs Faktoren ist UV-Strahlung der einzige, dessen Wirkung du im Spiegel nachverfolgen kannst. Das macht ihn zum besten Einstieg in das Thema, weil er die abstrakte Rede von molekularen Schäden in etwas Sichtbares übersetzt. Das Bundesamt für Strahlenschutz beschreibt den Vorgang bis in die Bindegewebsfaser hinein.

Belegte Fundstelle

„UV-A-Strahlung dringt tief in die Haut ein und verursacht dort unter anderem die Bildung sogenannter ‚freier Radikale', die wiederum eine Schädigung des Kollagens im Bindegewebe bewirken können. Gleichzeitig wird die Neubildung von Kollagen verhindert.“

Bundesamt für Strahlenschutz
Langfristige Wirkungen (UV-Strahlung), Stand 2026

Kollagen ist das Eiweiß, das der Haut ihre Festigkeit gibt, eine Art Stützgerüst unter der Oberfläche. Die Stelle beschreibt eine doppelte Bewegung: Bestehendes Kollagen wird geschädigt, und der Nachschub bleibt aus. Das Bundesamt nennt als Folge dauerhafte Bindegewebsschädigungen und Faltenbildung und führt Sonnenbäder sowie die Nutzung von Solarien als Risikofaktoren für vorzeitige Hautalterung auf.

Für die Einordnung des ganzen Themas ist das lehrreich. Der Faktor wirkt nicht, weil ein einzelner Sonnentag schadet, sondern über die Summe. Genau so verhalten sich die anderen fünf auch, nur ohne Spiegelbild. Wer tiefer in Hautstruktur und Schutzmöglichkeiten einsteigen will, findet das im Artikel Hautalterung.

Drei Irrtümer über das Altern

Diese drei Sätze kommen vor. Alle drei klingen vernünftig. Alle drei halten dem Blick in die Quellen nicht stand.

Mythos-Check

Verbreitet

„Altern ist reine Genetik. Meine Eltern sind alt geworden, also passt das bei mir schon.“

Belegt

In dänischen Zwillingsdaten lag die Erblichkeit der Lebensdauer bei 26 % für Männer und 23 % für Frauen; die Autoren nennen die Lebensdauer nur mäßig erblich (Herskind u. a., 1996). Eine spätere Auswertung kommt nach Korrektur sinngemäß auf deutlich unter 10 % (Ruby u. a., 2018).

Verbreitet

„Ein Glas Wein am Tag ist gesund.“

Belegt

Sinngemäß nach der WHO bergen schon geringe Mengen Alkohol gesundheitliche Risiken; der größte Schaden entsteht durch episodisch oder dauerhaft hohen Konsum (WHO, 2024).

Verbreitet

„Viel Schlaf ist immer besser.“

Belegt

Der Zusammenhang verlief U-förmig: 9 Stunden und mehr galten gegenüber 7 Stunden je Tag ebenso als schneller alternd nach den Markern der Studie wie 5 Stunden und weniger. Beobachtungsstudie, kein Ursachennachweis (Wang u. a., 2024).

Warum zwei Zahlen zur Erblichkeit nebeneinanderstehen

Der erste Irrtum verdient einen Nachsatz, weil die beiden Zahlen weit auseinanderliegen. Eine Zwillingsstudie vergleicht Menschen, die sich ihr Erbgut ganz oder zur Hälfte teilen, und schließt aus dem Unterschied auf den erblichen Anteil. Herskind und Kolleginnen werteten so 2 872 dänische Zwillingspaare der Jahrgänge 1870 bis 1900 aus und kamen auf rund ein Viertel.

Die Arbeit von Ruby und Kolleginnen aus dem Jahr 2018 setzt an einer Verzerrung an, die Familiendaten mit sich bringen: Partner ähneln einander in Merkmalen, die die Lebensdauer beeinflussen, und das lässt den erblichen Anteil größer erscheinen, als er ist. Nach dieser Korrektur lag die Erblichkeit für Geburtsjahrgänge des 19. und frühen 20. Jahrhunderts sinngemäß deutlich unter 10 Prozent (Ruby u. a., 2018). Für dich heißt das in beiden Fällen dasselbe: Der Rahmen steht, der Inhalt nicht.

Dein Selbstcheck: sechs Fragen

Diese sechs Fragen ergeben keine Punktzahl. Sie liefern kein Ergebnis und keine Einstufung, und sie sind kein Testwert. Ihr einziger Zweck ist, dass du nach dem Lesen nicht sechs abstrakte Faktoren im Kopf hast, sondern sechs konkrete Antworten über dich. Beantworte sie schriftlich, das verändert, was hängen bleibt.

Frage 1 und 2

Rauch und Alkohol

Rauchst du, oder verbringst du Zeit in verrauchten Räumen? Und an welchen der letzten sieben Abende stand ein alkoholisches Getränk vor dir, ohne dass du es geplant hattest? Vorbereitung auf das Gespräch in der Praxis, keine Selbstdiagnose.

Frage 3 und 4

Bewegung und Sonne

Wie viel Ausdauerbewegung kam in der vergangenen Woche zusammen, in Minuten und ehrlich gezählt statt geschätzt? Und wie hast du deine Haut im letzten Sommer geschützt, an Urlaubstagen ebenso wie auf dem Arbeitsweg?

Frage 5 und 6

Schlaf und Nähe

Wo liegt deine tatsächliche Schlafdauer an Werktagen, und wie stark springt sie am Wochenende? Und mit wem hast du in den letzten sieben Tagen ein Gespräch geführt, das über Organisatorisches hinausging?

Wenn eine dieser Antworten dich überrascht hat, ist der Selbstcheck gelungen. Es geht nicht darum, sechs Baustellen gleichzeitig zu eröffnen. Eine Antwort, die dich stört, reicht für die nächsten Wochen völlig aus.

Kapitel auf einen Blick

Ändern kannst du ab heute etwas an deinem Verhalten: Rauch, Alkohol, Bewegung, Sonnenschutz, Schlafzeiten, Kontakt zu anderen. Messen lassen kannst du zweierlei: deine Veranlagung per DNA-Test aus einer Speichelprobe, also aus Spucke, die du selbst entnimmst, und deine aktuellen Werte per Bluttest. In die ärztliche Praxis gehört alles, was neu ist oder bleibt: ungeklärte Erschöpfung, veränderte Muttermale, Schlafstörungen über Wochen.

Was die Veranlagung beiträgt und was ein DNA-Test zeigt

Bleibt die Frage, die hinter der Suche steht: Wie viel davon ist bei mir schon entschieden? Die beiden Zahlen aus Kapitel 5 geben die Antwort. Sie überrascht. Selbst in der höheren Schätzung bleibt der erbliche Anteil an der Lebensdauer im Bereich eines Viertels.

Eine Genvariante ist dabei nichts anderes als eine kleine, natürliche Abweichung im Erbgut, die zwischen Menschen unterschiedlich ausfällt. Solche Varianten verschieben Wahrscheinlichkeiten in Bevölkerungsgruppen. Sie legen für dich als einzelne Person nichts fest. Die Anlage ist keine Festlegung.

Deshalb ein klarer Satz, bevor gleich ein Produkt auftaucht: Ein DNA-Test misst kein Alter. Er berechnet kein biologisches Alter. Er misst nichts an deinem Körper, und er sagt nicht, wie schnell du alterst. Wenn du genau das wissen willst, führt der Weg über andere Verfahren; die Einordnung dazu steht in Test biologisches Alter.

Was eine Genanalyse leisten kann, ist etwas anderes und Bescheideneres: Sie zeigt, in welchen Bereichen deine Anlage vom Durchschnitt abweicht, und gibt dir damit einen Ausgangspunkt für Entscheidungen, die du ohnehin treffen musst. Bei mybody®x (MYBODY Lab GmbH) ist das für dieses Thema der Longevity-Test.

Longevity ALL IN ONE DNA-Test von mybody®x, Testkit-Verpackung für die Speichelprobe

DNA-Test aus der Speichelprobe

Longevity | ALL IN ONE DNA-Test

Der Test wertet über 170 Genvariationen aus und legt das Ergebnis in 74 Analyseberichten auf rund 240 Seiten vor, dazu eine Bewertung von über 1.000 Lebensmitteln. Er zeigt Veranlagung als Wahrscheinlichkeit in Bevölkerungsgruppen. Er misst weder ein Alter noch ein Alterungstempo. Eine Diagnose stellt er nicht.

Preis 369,00 € Stand 15.09.2026, Änderungen möglich
Probenart Speichelprobe
einmal im Leben, selbst entnommen, per Post ins Labor
Bearbeitungszeit Laborauswertung 15 bis 25 Werktage nach Probeneingang
Longevity DNA-Test ansehen

Der Einwand liegt auf der Hand: Wenn der erbliche Anteil klein ist, wozu dann überhaupt eine Genanalyse? Die Antwort steht in der Größenordnung selbst. Gerade weil der Rahmen eng ist, entscheidet sich fast alles im Verhalten. Wer weiß, wo seine Anlage vom Mittel abweicht, kann sein Verhalten an dieser Stelle gezielter ansetzen, statt jede Empfehlung für alle gleichzeitig zu befolgen.

Deine Gene setzen den Rahmen. Was du täglich tust, füllt ihn.

Was du jetzt tun kannst

Die Schlagzeile, die dich hierher gebracht hat, versprach eine Zahl. Zwölf Dinge, zwölf Haken zum Abarbeiten. Dieser Artikel endet mit einer kleineren Zahl, und zwar mit eins.

Nimm aus dem Selbstcheck die eine Antwort, die dich beim Aufschreiben gestört hat, und ändere daran über die nächsten vier Wochen etwas Kleines. Nicht sechs Baustellen. Eine. Das ist keine Bescheidenheitsübung, sondern die Konsequenz aus der Beleglage: Alle sechs Faktoren wirken über die Summe vieler Tage, nicht über einen einzelnen guten Vorsatz.

Wer zusätzlich eine Zahl über sich haben möchte, hat zwei Wege. Den Blick auf die Veranlagung über eine Speichelprobe, die einmal im Leben genommen wird und deren Ergebnis bleibt. Oder den Blick auf den aktuellen Zustand über Blutwerte, die sich ändern. Beides sind Ausgangspunkte für Entscheidungen, keine Urteile.

Und alles, was neu ist oder bleibt, gehört in die ärztliche Praxis: eine Erschöpfung ohne erkennbaren Grund, ein Muttermal, das sich verändert, oder Schlafprobleme, die über Wochen bleiben. Kein Artikel ersetzt diesen Termin, auch dieser nicht. Er kann dir nur helfen, mit besseren Fragen hineinzugehen.

Häufige Fragen

Misst ein DNA-Test mein biologisches Alter?

Nein. Ein DNA-Test misst kein Alter. Er liest Genvarianten, also kleine natürliche Abweichungen im Erbgut, und ordnet daraus Veranlagung als Wahrscheinlichkeit in Bevölkerungsgruppen ein. Ein Alterungstempo lässt sich daraus nicht ableiten, weil das Erbgut sich über das Leben nicht verändert, das Tempo aber sehr wohl. Wer eine Zahl zum aktuellen Zustand sucht, braucht Verfahren, die etwas am Körper messen statt im Erbgut zu lesen.

Lässt sich vorzeitiges Altern wieder rückgängig machen?

Dafür liegt in diesem Quellenstand kein Beleg vor, und deshalb steht hier kein Versprechen. Was die WHO 2025 sinngemäß beschreibt, ist etwas anderes: Gesunde Gewohnheiten über das Leben hinweg, darunter ausgewogene Ernährung und Bewegung sowie der Verzicht auf Tabak, tragen dazu bei, das Risiko nicht übertragbarer Erkrankungen zu senken und körperliche wie geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten. Das ist eine Aussage über den weiteren Verlauf, nicht über eine Rückabwicklung.

Wie viel Schlaf ist zu viel?

In der UK-Biobank-Auswertung von Wang und Kolleginnen aus dem Jahr 2024 mit 241 713 Teilnehmenden galten 9 Stunden und mehr je Tag gegenüber 7 Stunden ebenso als schneller alternd nach den Markern der Studie wie 5 Stunden und weniger. Der Zusammenhang verlief also U-förmig. Wichtig ist die Einschränkung der Autoren: Es handelt sich um eine Beobachtungsstudie, ein Ursachennachweis ist damit nicht erbracht. Eine Empfehlung für eine bestimmte Stundenzahl lässt sich daraus nicht ableiten.

Warum steht chronischer Stress nicht in der Liste?

Weil für diesen Artikel keine Quelle dazu vorliegt. Die Regel im Haus lautet: keine Zahl und kein Wirkmechanismus ohne Institution und Jahr. Stress als Beschleuniger ohne Beleg aufzunehmen, wäre bequem und unsauber zugleich. Was sich belegen lässt, ist ein benachbarter Punkt: Einsamkeit und soziale Isolation waren in der Meta-Analyse von Holt-Lunstad und Kolleginnen 2015 mit einer um 26 beziehungsweise 29 Prozent höheren Sterbewahrscheinlichkeit verbunden. Über die Mechanismen dahinter sagt diese Zahl nichts.

Meine Eltern sind alt geworden. Reicht das als Auskunft?

Als beruhigende Information ist das etwas wert, als Vorhersage nicht. In dänischen Zwillingsdaten lag die Erblichkeit der Lebensdauer bei 26 Prozent für Männer und 23 Prozent für Frauen, die Autoren nannten sie nur mäßig erblich (Herskind u. a., 1996). Eine Auswertung von Stammbaumdaten korrigierte diesen Anteil 2018 nach unten, weil sich Partner in Merkmalen ähneln, die auf die Lebensdauer wirken, und Familienvergleiche dadurch verzerren (Ruby u. a., 2018). Der Familienblick ersetzt also weder eigene Gewohnheiten noch ärztliche Vorsorge.

Nächster Schritt

Wenn du wissen willst, wo deine Anlage vom Mittel abweicht

Der Longevity-Test von mybody®x wertet eine Speichelprobe aus, die du einmal im Leben nimmst. Er zeigt Veranlagung und misst kein Alter. Falls du dir unsicher bist, ob das zu deiner Frage passt: Die Beratung kostet nichts, und sie verkauft dir nichts.

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Quellen

  1. WHO: Fact sheet „Ageing and health“ (Stand 2025) – who.int
  2. Deutsches Krebsforschungszentrum: Pressemitteilung „Rauchen und Passivrauchen gefährlicher als bisher angenommen“ (Stand 2004) – dkfz.de
  3. WHO: Fact sheet „Alcohol“ (Stand 2024) – who.int
  4. WHO; Bull FC u. a.: „World Health Organization 2020 guidelines on physical activity and sedentary behaviour“, British Journal of Sports Medicine 54:1451–1462 (Stand 2020) – europepmc.org
  5. Bundesamt für Strahlenschutz: „Langfristige Wirkungen“ (UV-Strahlung, Stand 2026) – bfs.de
  6. Holt-Lunstad J. u. a.: „Loneliness and social isolation as risk factors for mortality: a meta-analytic review“, Perspectives on Psychological Science 10(2):227–237 (Stand 2015) – europepmc.org

Die Definition des Alterns und das Verhältnis von Erbgut zu Umwelt stützen sich auf [1], die Aussage zu Gewohnheiten über das Leben hinweg ebenfalls. Die Angabe zu verlorenen Lebensjahren durch Rauchen stammt aus [2] und ist von 2004. Die Alkoholangaben stehen in [3], die Bewegungsmengen in [4], der Wortlaut zur UV-A-Wirkung auf Kollagen in [5], die Zahlen zu Einsamkeit und sozialer Isolation in [6]. Ergänzend herangezogen: Wang X. u. a., Aging Cell 23(7):e14159, 2024 (Schlafdauer und Alterungsmarker, UK Biobank); Herskind A. M. u. a., Human Genetics 97(3):319–323, 1996 (Erblichkeit der Lebensdauer bei dänischen Zwillingen); Ruby J. G. u. a., Genetics 210(3):1109–1124, 2018 (Korrektur der Erblichkeitsschätzung). Produktangaben zum Longevity-Test von den Produktseiten von mybody®x, abgerufen und geprüft am 15.09.2026.

Qualitätssiegel der MYBODY Lab GmbH für geprüfte Testverfahren von mybody®x

mybody®x Redaktions- & Fachteam

Alterungsprozess Genetik und Lebensstil DNA-Analytik

Dieser Text entsteht im Redaktions- und Fachteam von mybody®x. Jede Zahl wird an der genannten Institution mit Jahr geprüft, jede Produktangabe an der Live-Produktseite. Wer daran mitschreibt, steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 15.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 15.09.2026

Die DNA-Analyse dient der Ernährungs- und Lebensstilberatung. Sie ist kein diagnostisches Verfahren, stellt keine Krankheitsvorhersage dar und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Genetische Varianten beschreiben Wahrscheinlichkeiten in Bevölkerungsgruppen, keine Festlegung für einzelne Personen.

Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern. Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Zertifikat des Partnerlabors für die DNA-Analysen von mybody®x

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