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Bluttest auf Lebensmittelunverträglichkeiten: So erkennst du ein seriöses Angebot

Das Wichtigste in Kürze

Einen seriösen Bluttest auf Lebensmittelunverträglichkeiten erkennst du daran, dass der Anbieter offenlegt, was ein IgG-Befund nicht beweist: IgG-Antikörper sind auch bei beschwerdefreien Menschen nachweisbar. Seriöse Anbieter unterscheiden außerdem klar zwischen IgG-Screening, dem Wasserstoff-Atemtest für Laktose- und Fructoseintoleranz sowie der ärztlichen Zöliakie-Abklärung – und weisen auf Warnzeichen hin, die immer ärztlich untersucht gehören.

Diese Seite ordnet ein, was ein IgG-Bluttest tatsächlich misst, räumt mit den beiden häufigsten Irrtümern rund um Unverträglichkeits-Bluttests auf und stellt IgG-Bluttest, Wasserstoff-Atemtest, IgE-Bluttest und Ernährungstagebuch anhand derselben vier Kriterien gegenüber. So bekommst du eine Grundlage, um Angebote selbst einzuordnen – unabhängig davon, welcher Anbieter dahintersteht.

Kapitel 1 beantwortet die Ausgangsfrage direkt, Kapitel 2 räumt mit Mythen auf. Kapitel 3 zeigt den kostenlosen ersten Schritt, Kapitel 4 vergleicht die vier Verfahren im Überblick. Kapitel 5 zeigt eine konkrete Testoption in der Praxis, Kapitel 6 benennt die Grenzen.

Das erwartet dich auf dieser Seite

1. Wie finde ich einen seriösen Bluttest für Unverträglichkeiten?
2. Welche Mythen ranken sich um IgG-Bluttests?
3. Was ist der beste erste Schritt bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit?
4. Welches Verfahren passt zu welcher Fragestellung?
5. Wie funktioniert der NutriCheck von mybody® in der Praxis?
6. Was ein Bluttest nicht leisten kann
Fazit
Häufige Fragen
Quellen

Wie finde ich einen seriösen Bluttest für Unverträglichkeiten?

Ein seriöser Bluttest auf Unverträglichkeiten benennt offen, dass ein IgG-Befund keine Unverträglichkeit beweist: Die Antikörper sind auch bei beschwerdefreien Menschen nachweisbar und spiegeln vor allem das Essverhalten. Seriosität zeigt sich außerdem daran, ob ein Anbieter zwischen IgG-Screening und den etablierten Standardverfahren für Laktose-, Fructoseintoleranz und Zöliakie unterscheidet.

Der wichtigste Prüfpunkt zuerst: IgG-Antikörper gegen Lebensmittel sind auch bei Menschen ohne jede Beschwerde nachweisbar. Ein Ergebnis mit vielen Reaktionen erklärt die Beschwerden oft nicht, sondern zeigt vor allem, was jemand häufig isst.

Daraus folgt ein zweites Kriterium: Ein Anbieter, der IgG-Werte als Diagnose einer Unverträglichkeit verkauft, verschweigt genau diesen Zusammenhang. Seriöse Anbieter formulieren stattdessen vorsichtig – als Anhaltspunkt für die weitere Beobachtung, nicht als Nachweis.

Woran du einen seriösen Anbieter erkennst

  • Formuliert vorsichtig – ein IgG-Befund gilt als Anhaltspunkt, nicht als Diagnose.
  • Nennt den Wasserstoff-Atemtest als Standard für Laktose- und Fructoseintoleranz, nicht das IgG-Screening.
  • Verweist bei Zöliakie-Verdacht auf die ärztliche Antikörperdiagnostik gegen Gewebstransglutaminase.
  • Nennt Warnzeichen wie Blut im Stuhl, Fieber oder deutlichen Gewichtsverlust als Grund für eine sofortige ärztliche Abklärung.
  • Nutzt ein ISO-zertifiziertes Labor mit nachvollziehbarer, realistischer Bearbeitungszeit.

Wie präzise sich ein etabliertes Verfahren beschreiben lässt, zeigt der Wasserstoff-Atemtest bei Laktoseintoleranz. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) beschreibt den Ablauf so:

„Nach Trinken einer Milchzuckerlösung wird der Wasserstoffgehalt in der Atemluft mehrmals gemessen. Dieser ist bei einer Milchzucker-Unverträglichkeit meist erhöht.“

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
gesundheitsinformation.de, „Laktoseintoleranz (Milchzucker-Unverträglichkeit)“, Stand 6. November 2024

Ein IgG-Bluttest kennt keinen vergleichbar klar beschriebenen Wirkmechanismus für eine Unverträglichkeit gegen ein bestimmtes Lebensmittel. Das allein ist schon ein Hinweis darauf, wie unterschiedlich beide Verfahren einzuordnen sind.

Kernaussage: Ein seriöser Anbieter verkauft einen IgG-Bluttest nie als Nachweis einer Unverträglichkeit, sondern als Ausgangspunkt für die weitere Beobachtung.

Welche Mythen ranken sich um IgG-Bluttests?

Rund um IgG-Bluttests halten sich zwei hartnäckige Irrtümer: dass ein positiver Wert eine Unverträglichkeit beweist, und dass sich eine Laktoseintoleranz im Blut nachweisen lässt. Beide Annahmen halten einer genaueren Prüfung nicht stand.

MYTHOS

„Ein positiver IgG-Wert beweist eine Unverträglichkeit.“

FAKT

IgG-Antikörper gegen Lebensmittel sind auch bei beschwerdefreien Menschen nachweisbar und spiegeln eher, was jemand regelmäßig isst.

MYTHOS

„Eine Laktoseintoleranz lässt sich im Blut nachweisen.“

FAKT

Dahinter steckt ein Mangel des Enzyms Laktase, keine Antikörperreaktion. Der Nachweis erfolgt über den Wasserstoff-Atemtest (IQWiG, 2024).

Warum entstehen IgG-Antikörper überhaupt?

IgG-Antikörper sind Teil der ganz normalen Immunantwort auf Nahrungseiweiße, die regelmäßig über den Darm aufgenommen werden. Der Körper bildet sie gegen viele körperfremde Eiweiße, nicht nur gegen krankmachende Erreger – das gehört zur gewöhnlichen Immunüberwachung und ist für sich genommen kein Krankheitszeichen.

Je häufiger und in je größerer Menge ein Lebensmittel gegessen wird, desto eher lässt sich dazu ein IgG-Antikörper nachweisen. Ein Befund mit auffällig vielen Reaktionen sagt deshalb zunächst vor allem etwas über den bisherigen Speiseplan aus: Wer täglich Weizenprodukte, Milch oder Eier isst, zeigt mit höherer Wahrscheinlichkeit IgG-Reaktionen gegen genau diese Lebensmittel als jemand, der sie selten isst. Das erklärt, warum breite IgG-Panels häufig eine lange Liste an Reaktionen liefern, die mit den tatsächlichen Beschwerden nicht deckungsgleich sein muss.

Ein dritter Irrtum betrifft die Zöliakie: Sie wird nicht über IgG-Antikörper gegen Lebensmittel festgestellt. Der Weg zur Diagnose führt über Antikörper gegen Gewebstransglutaminase im Blut und eine anschließende ärztliche Abklärung, meist mit einer Magenspiegelung.

Warum hält sich der erste Mythos trotzdem so hartnäckig? Weil ein Befund mit vielen positiven Reaktionen auf den ersten Blick wie ein klares Ergebnis aussieht. Tatsächlich beschreibt er vor allem Ernährungsgewohnheiten, nicht zwingend eine Unverträglichkeit.

Was ist der beste erste Schritt bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit?

Der belastbarste erste Schritt bei Verdacht auf eine Lebensmittelunverträglichkeit ist ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch über zwei bis drei Wochen. Es kostet nichts, macht jede spätere Abklärung gezielter und zeigt, ob überhaupt ein wiederkehrendes Muster besteht.

Viele Beschwerden, die Menschen einem einzelnen Lebensmittel zuschreiben, treten im Rahmen eines Reizdarmsyndroms auf. Nach Schätzungen des IQWiG (Stand 2023) haben etwa 10 bis 20 von 100 Menschen ein Reizdarmsyndrom.

Wie Menschen auf bestimmte Lebensmittel reagieren, ist aber sehr individuell, wie das IQWiG in seinem Ratgeber zum Reizdarm festhält. Genau deshalb macht ein Tagebuch diese individuelle Reaktion überhaupt erst sichtbar, bevor irgendein Test bestellt wird.

Unverträglichkeit, Allergie oder Reizdarm: wo liegt der Unterschied?

Die drei Begriffe werden im Alltag oft synonym verwendet, beschreiben aber unterschiedliche Mechanismen. Eine Lebensmittelunverträglichkeit betrifft meist die Verdauung eines bestimmten Stoffs, etwa den Milchzucker bei der Laktoseintoleranz – ohne Beteiligung des Immunsystems. Eine Allergie ist dagegen eine Immunreaktion, bei der IgE-Antikörper die zentrale Rolle spielen und die auch akut und stark verlaufen kann. Ein Reizdarmsyndrom wiederum ist keine Reaktion auf ein einzelnes Lebensmittel, sondern eine funktionelle Störung des Verdauungstrakts, bei der bestimmte Lebensmittel Beschwerden lediglich auslösen oder verstärken können, ohne deren eigentliche Ursache zu sein.

Diese Unterscheidung erklärt, warum ein IgG-Bluttest bei einem Reizdarmsyndrom wenig Erkenntnisgewinn bringt: Er prüft eine Immunreaktion, die mit der zugrunde liegenden funktionellen Störung nichts zu tun hat. Wer die im vorigen Abschnitt genannte Beschwerdehäufigkeit vor Augen hat, sieht auch, warum eine sorgfältige Beobachtung über mehrere Wochen mehr über die tatsächliche Ursache verrät als ein einzelner Laborwert.

Bevor du mit Beobachtung oder Test beginnst, gehören bestimmte Warnzeichen sofort in die Arztpraxis. Das IQWiG nennt hier deutlichen Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Fieber oder Blässe. Blut im Stuhl sollte grundsätzlich ärztlich untersucht werden, um die Ursache abzuklären.

Wie du ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch richtig führst

Notiere zu jeder Mahlzeit vier Angaben: die Uhrzeit, was genau gegessen wurde, welche Beschwerde danach auftrat und wie viel Zeit zwischen Mahlzeit und Beschwerde lag. Gerade der zeitliche Abstand ist wichtig, weil manche Reaktionen innerhalb von Minuten auftreten, andere erst nach mehreren Stunden.

Über zwei bis drei Wochen ergibt sich daraus ein Muster, das sich mit bloßem Erinnern kaum rekonstruieren lässt. Erst wenn sich ein Lebensmittel wiederholt mit derselben Beschwerde und demselben zeitlichen Abstand zeigt, lohnt sich der nächste Schritt: eine gezielte, zeitlich begrenzte Auslassprobe genau dieses einen Verdächtigen – nicht gleich mehrerer Lebensmittelgruppen auf einmal. So bleibt die Auslassprobe überschaubar, und ein Zusammenhang lässt sich anschließend durch vorsichtiges Wiedereinführen des Lebensmittels bestätigen oder verwerfen.

Wer nach dem Tagebuch einzelne Lebensmittelgruppen konsequent weglässt, etwa im Rahmen einer FODMAP-armen Ernährung, sollte das nicht auf eigene Faust über Wochen durchziehen. Dabei besteht laut IQWiG allerdings das Risiko einer Mangelernährung, weil es schwierig wird, genug Vitamine und Mineralstoffe aufzunehmen. Eine solche Auslassdiät gehört deshalb fachlich begleitet, etwa durch eine Ernährungsfachkraft.

Das Risiko entsteht dabei nicht durch eine kurze, gezielte Testphase von wenigen Tagen, sondern durch dauerhaftes, unbegleitetes Weglassen ganzer Lebensmittelgruppen. Wer über Wochen oder Monate ohne Rücksprache auf Milchprodukte, Getreide oder mehrere FODMAP-reiche Gruppen gleichzeitig verzichtet, riskiert genau die einseitige Versorgung, vor der das IQWiG warnt. Eine Ernährungsfachkraft kann begleiten, welche Lebensmittel testweise wegfallen, wie lange die Auslassphase dauert und wie die Wiedereinführung erfolgt – damit am Ende nicht mehr Lebensmittel gemieden werden als nötig.

Kurz zusammengefasst

Der erste Schritt bei Verdacht auf eine Lebensmittelunverträglichkeit ist ein zwei- bis dreiwöchiges Ernährungs- und Beschwerdetagebuch, nicht ein Bluttest. Warnzeichen wie Blut im Stuhl, Fieber, Blässe oder deutlicher Gewichtsverlust gehören immer sofort in die Arztpraxis. Auslassdiäten bergen ein Mangelernährungsrisiko und sollten fachlich begleitet werden.

Welches Verfahren passt zu welcher Fragestellung?

IgG-Bluttest, Wasserstoff-Atemtest, IgE-Bluttest und Ernährungstagebuch beantworten unterschiedliche Fragen und lassen sich deshalb nicht gegeneinander austauschen. Die folgende Übersicht stellt alle vier entlang derselben vier Kriterien gegenüber.

Kriterium IgG-Bluttest Wasserstoff-Atemtest IgE-Bluttest Ernährungstagebuch
Was untersucht wird IgG-Antikörper gegen bis zu 300 Lebensmittel im Blut Wasserstoffgehalt der Atemluft nach einer Zuckerlösung IgE-Antikörper, typisch für Soforttyp-Allergien Zeitlicher Zusammenhang zwischen Mahlzeit und Beschwerde
Wofür es der Standard ist Kein anerkanntes Diagnoseverfahren für eine Unverträglichkeit Laktose- und Fructoseintoleranz (medizinischer Standard) Klassische Allergie vom Soforttyp Ersten Verdacht eingrenzen, bevor gezielt getestet wird
Wo es an Grenzen stößt Reagiert auch bei beschwerdefreien Menschen positiv Erkennt keine IgG-vermittelten Reaktionen oder Allergien Erkennt keine Laktose- oder Fructoseintoleranz Liefert keinen Laborbefund, hängt von genauer Dokumentation ab
Aufwand Einmalige Blutabnahme zu Hause Mehrere Atemproben über 2 bis 3 Stunden, meist in einer Praxis Einmalige Blutabnahme Zwei bis drei Wochen tägliche Dokumentation, kostenlos

Für Laktose- und Fructoseintoleranz gilt der Wasserstoff-Atemtest als medizinischer Standard. Ein eigenständiges Testprodukt dafür bietet mybody® (MYBODY Lab GmbH) nicht an – wer diesen Verdacht klären will, ist damit in einer Arztpraxis oder einem darauf spezialisierten Labor richtig.

Diese Seite grenzt sich damit bewusst von der allgemeinen Testauswahl ab: Wer noch unsicher ist, welche Testart überhaupt zu seinem Beschwerdebild passt, findet eine breitere Einordnung im Leitfaden Den passenden Gesundheitstest finden.

Wie funktioniert der NutriCheck von mybody® in der Praxis?

mybody® (MYBODY Lab GmbH) betreibt ein ISO-zertifiziertes Labor in Deutschland und arbeitet DSGVO-konform. Für die Frage, welche IgG-Reaktionen im Blut aktuell nachweisbar sind, bietet das Unternehmen den NutriCheck als Kapillarblut-Test für zu Hause an.

Ein Ergebnis mit vielen Reaktionen erklärt die Beschwerden oft nicht.

NutriCheck Unverträglichkeits-Test von mybody® (MYBODY Lab GmbH)

NutriCheck | Unverträglichkeits-Test

Der NutriCheck misst spezifische IgG-Antikörper gegen bis zu 300 Lebensmittel in 13 Kategorien aus einer Kapillarblutprobe. Er erkennt keine Laktoseintoleranz, keine Fructoseintoleranz, keine Zöliakie und keine klassische Allergie vom Soforttyp. Ein IgG-Befund ist ein Anhaltspunkt für die weitere Beobachtung, kein Nachweis einer Unverträglichkeit.

Preis: 169,00 € (statt 199,00 €)  ·  Probenart: Kapillarblut  ·  Bearbeitungszeit: ca. 3–5 Werktage  ·  Labor: ISO-zertifizierte Laboranalyse

Zum NutriCheck

Alle Preis- und Leistungsangaben mit Stand vom 3. August 2026. Preise und Bearbeitungszeiten können sich ändern.

Was ein Bluttest nicht leisten kann

Ein IgG-Bluttest kann nur das messen, wofür er entwickelt wurde: Antikörper gegen Lebensmitteleiweiße. Für andere, ähnlich häufige Reaktionen auf Lebensmittel braucht es andere Verfahren.

Warum Laktoseintoleranz kein Fall für Antikörper ist

Laktoseintoleranz ist weit verbreitet, aber kein Fall für einen Bluttest. Laut IQWiG (Stand 2024) gilt: „Etwa 5 bis 15 % der Menschen aus Europa vertragen keinen Milchzucker. Am seltensten ist die Laktoseintoleranz in Nordeuropa. In Afrika oder Ostasien sind dagegen 65 bis über 90 % der Erwachsenen betroffen.“

Der Grund liegt im Enzym, nicht im Immunsystem. Das IQWiG beschreibt die Entstehung so: „Nimmt ein erwachsener Mensch mehr Milchzucker auf, als die Laktase spalten kann, bleibt im Dünndarm Milchzucker übrig. Er gelangt in den Dickdarm, wo er von Darmbakterien zersetzt wird (sogenannte Vergärung). Dabei entstehen vermehrt Gase wie Kohlenstoffdioxid (CO2) und Wasserstoff sowie andere Abbauprodukte wie Flüssigkeit und Fettsäuren im Darm, die zu den typischen Beschwerden führen.“ Ein IgG-Bluttest kann diesen Enzymmangel grundsätzlich nicht abbilden.

Warum eine Zöliakie andere Antikörper braucht

Auch eine Zöliakie lässt sich nicht über IgG-Antikörper gegen Lebensmittel feststellen. Sie wird über Antikörper gegen Gewebstransglutaminase im Blut und eine anschließende ärztliche Abklärung diagnostiziert, nicht über ein Screening auf Nahrungsmittelreaktionen.

Auch ein unauffälliger IgG-Befund ist kein Freibrief: Er schließt weder eine Laktose- oder Fructoseintoleranz noch eine Zöliakie oder eine echte Allergie aus. Wer nach dem Ernährungstagebuch weiterhin einen gezielten Verdacht hat, klärt diesen über den passenden Standardtest oder in der Arztpraxis ab.

Steckt die Ursache eher in der Verdauung selbst als in einzelnen Lebensmitteln, lohnt ein Blick auf die Handlungsempfehlungen zum Darmflora-Test.

Fazit

Ein seriöser Bluttest auf Lebensmittelunverträglichkeiten verkauft ein IgG-Ergebnis nie als Beweis, sondern als Ausgangspunkt für die weitere Beobachtung. Der günstigste erste Schritt bleibt das Ernährungs- und Beschwerdetagebuch, für Laktose- und Fructoseintoleranz der Wasserstoff-Atemtest, für Zöliakie die ärztliche Antikörperdiagnostik.

Wer diese Unterschiede kennt, bestellt gezielter und deutet ein Ergebnis realistischer ein – und weiß, wann ein Test überhaupt der richtige nächste Schritt ist.

Häufige Fragen

Wie finde ich einen Bluttest, der Lebensmittelunverträglichkeiten aufdeckt?

Achte darauf, dass der Anbieter offenlegt, was ein IgG-Befund nicht beweist: IgG-Antikörper gegen Lebensmittel sind auch bei beschwerdefreien Menschen nachweisbar und spiegeln vor allem das Essverhalten. Ein seriöses Angebot unterscheidet außerdem klar zwischen IgG-Screening, dem Wasserstoff-Atemtest für Laktose- und Fructoseintoleranz und der ärztlichen Zöliakie-Diagnostik, nennt Warnzeichen wie Blut im Stuhl als Grund für sofortige ärztliche Abklärung und stammt aus einem ISO-zertifizierten Labor. Der belastbarste erste Schritt vor jedem Bluttest ist ohnehin ein zwei- bis dreiwöchiges Ernährungs- und Beschwerdetagebuch.

Beweist ein positiver IgG-Wert eine Lebensmittelunverträglichkeit?

Nein. IgG-Antikörper gegen Lebensmittel sind auch bei beschwerdefreien Menschen nachweisbar und spiegeln eher, was jemand regelmäßig isst, als eine Unverträglichkeit. Ein Befund mit vielen positiven Reaktionen erklärt die Beschwerden deshalb oft nicht und gilt bestenfalls als Anhaltspunkt für die weitere Beobachtung, nicht als Diagnose.

Erkennt ein IgG-Bluttest eine Laktoseintoleranz?

Nein. Hinter einer Laktoseintoleranz steckt ein Mangel des Enzyms Laktase, keine Antikörperreaktion – ein IgG-Bluttest kann sie deshalb grundsätzlich nicht nachweisen. Der medizinische Standard ist der Wasserstoff-Atemtest, bei dem nach dem Trinken einer Milchzuckerlösung mehrmals der Wasserstoffgehalt der Atemluft gemessen wird (IQWiG, 2024). Bei mybody® gibt es dafür kein eigenes Testprodukt.

Was ist der beste erste Schritt bei Verdacht auf eine Unverträglichkeit?

Ein Ernährungs- und Beschwerdetagebuch über zwei bis drei Wochen, in dem du Zeitpunkt, Mahlzeit und Beschwerde festhältst. Es kostet nichts und macht jede spätere Abklärung gezielter, weil du vorher weißt, wonach überhaupt gesucht werden soll. Auslassdiäten solltest du danach nicht ohne fachliche Begleitung durchführen, weil sie ein Mangelernährungsrisiko bergen. Bei Warnzeichen wie Blut im Stuhl, Fieber, Blässe oder deutlichem Gewichtsverlust gehört die Abklärung sofort in die Arztpraxis, nicht ins Tagebuch.

Unverträglichkeits-Tests im Überblick

Wenn du dich für einen Bluttest auf Unverträglichkeiten entschieden hast, findest du die passende Analyse in der Übersicht.

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Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laktoseintoleranz (Milchzucker-Unverträglichkeit), Stand 06.11.2024 — gesundheitsinformation.de
  2. IQWiG: Reizdarmsyndrom, Stand 22.02.2023 — gesundheitsinformation.de
  3. IQWiG: Was hilft bei Reizdarm – und was nicht? Stand 22.02.2023 — gesundheitsinformation.de

Die Angaben zur Häufigkeit und Entstehung der Laktoseintoleranz sowie das Zitat zum Wasserstoff-Atemtest stammen aus [1]. Die Angaben zum Reizdarmsyndrom und die genannten Warnzeichen stammen aus [2]. Die Aussage zur Individualität von Nahrungsmittelreaktionen und zum Mangelernährungsrisiko bei Auslassdiäten stammt aus [3]. Alle Produktangaben stammen von der mybody®-Produktseite, abgerufen am 3. August 2026.

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mybody® Redaktions- & Fachteam

Unverträglichkeiten Labordiagnostik Ernährungswissenschaft

Diese Seite wurde vom mybody® Redaktions- und Fachteam erstellt und fachlich geprüft. Das Team bündelt Fachwissen aus Labordiagnostik, Blutanalyse-Interpretation und Ernährungswissenschaft.

Zuletzt aktualisiert am 3. August 2026

Medizinischer Hinweis: Diese Seite dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Kein hier vorgestellter Test stellt eine Diagnose. Bei Warnzeichen wie Blut im Stuhl, Fieber, Blässe oder deutlichem Gewichtsverlust wende dich bitte zuerst an eine Arztpraxis.

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