Hashimoto: Symptome erkennen und einordnen
28. Oktober 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
Hashimoto ist eine Entzündung der Schilddrüse, ausgelöst durch eine Autoimmunreaktion (IQWiG, 2024). Anfangs bleibt die Hormonmenge im Blut oft normal (IQWiG, 2024), und bis die Werte unter den Normalbereich fallen, können Monate oder Jahre vergehen (MedlinePlus, 2026). Typische Beschwerden wie Müdigkeit und leichtes Frieren gehören zur Unterfunktion, die daraus entstehen kann (IQWiG, 2024).
Ein dickerer Hals kann laut MedlinePlus (2026) das einzige frühe Zeichen sein.
Festgestellt wird Hashimoto über Blutwerte und Antikörper, oft ergänzt durch einen Ultraschall (IQWiG, 2024).
Erhöhte Antikörper bei normalen Hormonwerten bedeuten nicht automatisch eine Behandlung, manchmal genügen regelmäßige Kontrollen (MedlinePlus, 2026).
In diesem Artikel
Was ist Hashimoto, und warum können anfangs Symptome fehlen?
Hashimoto ist eine Entzündung der Schilddrüse, die durch eine Autoimmunreaktion ausgelöst wird: Das Immunsystem richtet sich gegen den eigenen Körper und greift das Schilddrüsengewebe an (IQWiG, 2024). Beschwerden können anfangs fehlen, weil die Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut zunächst oft normal bleibt (IQWiG, 2024).
Kernaussage
Ein Befund mit dem Wort Hashimoto beschreibt zuerst eine Entzündung und nicht automatisch eine Unterfunktion, denn nicht jeder Mensch mit einer Schilddrüsenentzündung hat zu wenig Schilddrüsenhormon (MedlinePlus, 2026).
Vielleicht hast du das Wort auf einem Befund gelesen, neben dem Vermerk „Antikörper erhöht“. Gemeint sind Antikörper gegen Schilddrüsengewebe (IQWiG, 2024). Vielleicht vermutest du Hashimoto aber auch selbst, weil du dauernd müde bist und leicht frierst. In beiden Fällen geht es um zwei getrennte Fragen: Ist die Schilddrüse entzündet? Und bildet sie noch genug Hormone?
Der volle Name lautet Hashimoto-Thyreoiditis, und Thyreoiditis bedeutet Entzündung der Schilddrüse. Hashimoto gilt inzwischen als häufigste Autoimmunerkrankung und betrifft überwiegend Frauen (Caturegli u. a., 2014). Beschrieben wurde die Erkrankung schon vor über einem Jahrhundert (Caturegli u. a., 2014).
Belegte Fundstelle
„Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis bleibt die Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut zunächst oft normal, obwohl Schilddrüsenzellen absterben.“
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
gesundheitsinformation.de, „Hashimoto-Thyreoiditis“, 2024
Entzündung und Hormonmenge sind also zwei verschiedene Dinge. Die Entzündung kann schon bestehen, während die Blutwerte noch unauffällig sind (IQWiG, 2024). Wie sich das über die Zeit verändert, zeigt das nächste Kapitel.
Um das Essen geht es im Beitrag Ernährung bei Hashimoto, hier dagegen um Beschwerden und Diagnose.
Wie verläuft Hashimoto – von normalen Werten bis zur Unterfunktion?
Hashimoto entwickelt sich langsam: Es kann Monate oder sogar Jahre dauern, bis die Erkrankung erkannt wird und die Hormonwerte unter den Normalbereich fallen (MedlinePlus, 2026). Die meisten Formen münden schließlich in eine Unterfunktion (Caturegli u. a., 2014).
Am Anfang steht die Entzündung. Schilddrüsenzellen sterben ab, doch die Menge an Hormonen im Blut bleibt zunächst oft normal (IQWiG, 2024). In dieser Phase merkst du womöglich nichts, und auch der Blutwert der Schilddrüsenfunktion kann noch unauffällig sein.
Dann beginnt das verbleibende Gewebe, den Verlust auszugleichen. Es wächst dabei, und die Schilddrüse wird deshalb anfangs häufig größer (sinngemäß nach IQWiG, 2024). Fachleute sprechen von einer Struma, umgangssprachlich vom Kropf: Der Hals wird dicker, weil die Schilddrüse größer wird (IQWiG, 2024).
Man kann sich die Schilddrüse in dieser Phase wie eine Werkstatt vorstellen, in der nach und nach Leute ausfallen. Die übrigen fangen die Arbeit auf, die Werkstatt baut sogar an, bis die Belegschaft irgendwann nicht mehr reicht.
Dieser Punkt ist die Unterfunktion: Das Gewebe reicht nicht mehr aus (sinngemäß nach IQWiG, 2024). Die Schilddrüse bildet dann zu wenig Hormon, und die Hormonwerte im Blut sinken unter den Normalbereich (MedlinePlus, 2026). Zu dieser Phase gehören die typischen Beschwerden, um die es im nächsten Kapitel geht (IQWiG, 2024).
Eine Ausnahme gibt es am Anfang. Selten kommt es zu Beginn der Erkrankung kurzzeitig zu einer Überfunktion, mit Beschwerden wie Herzrasen oder Nervosität (IQWiG, 2024). Die Schilddrüse bildet dann vorübergehend eher zu viel als zu wenig Hormon, und auch Caturegli u. a. (2014) beschreiben, dass sie zu Beginn normal arbeiten oder sogar überaktiv sein kann.
Für dich heißt das: Wo du in diesem Verlauf stehst, zeigt kein einzelnes Symptom, sondern erst die Kombination aus Blutwerten und ärztlicher Untersuchung. Ein Befund mit dem Wort Hashimoto kann in jeder dieser Phasen auftauchen.
Welche Symptome sind bei Hashimoto typisch?
Typisch sind die Beschwerden einer Unterfunktion, die aus Hashimoto entstehen kann, etwa Müdigkeit und leichtes Frieren (IQWiG, 2024). Ein vergrößerter Hals kann laut MedlinePlus (2026) das einzige frühe Zeichen sein.
Die Liste unten beschreibt die Unterfunktion als Folge der Hashimoto-Thyreoiditis, nicht die Entzündung allein (sinngemäß nach IQWiG, 2024). Weil die Beschwerden zur Unterfunktion gehören, können sie fehlen, solange die Hormonmenge noch normal ist. Das IQWiG (2024) nennt diese möglichen Beschwerden:
- allgemeine Schwäche
- Müdigkeit
- leichtes Frieren
- ein dickerer Hals, weil die Schilddrüse durch die Entzündung manchmal größer wird
- Heiserkeit
- Verstopfung
- ein langsamer Pulsschlag
- Regelbeschwerden oder Erektionsstörungen
- Konzentrationsprobleme
- Haarausfall
- Hautveränderungen
- Stimmungstiefs und Antriebslosigkeit
Laut IQWiG (2024) betreffen die ersten Punkte der Liste viele Betroffene. Die übrigen können auftreten, müssen es aber nicht.
Der dickere Hals ist das sichtbarste Zeichen. Ein vergrößerter Hals oder ein Kropf kann laut MedlinePlus (2026) sogar das einzige frühe Zeichen sein, also schon auffallen, bevor die Hormonwerte sinken. Auch Heiserkeit steht auf der Liste des IQWiG (2024). Wenn der Hals eng wirkt und du wissen möchtest, was außer der Schilddrüse dahinterstecken kann, lies weiter im Beitrag Engegefühl im Hals und Schilddrüse.
Keine dieser Beschwerden beweist für sich eine Erkrankung der Schilddrüse. Ob eine Unterfunktion dahintersteckt, zeigen erst Blutwerte, allen voran das TSH: An diesem Wert zeigen sich Störungen der Schilddrüsenfunktion besonders früh (IQWiG, 2024). Erhöhte TSH-Werte deuten auf eine Unterfunktion hin (IQWiG, 2025).
Die Beschwerden einer Unterfunktion im Einzelnen erklärt der Beitrag Symptome einer Unterfunktion. Hier bleibt der Blick auf Hashimoto.
Wer bekommt Hashimoto, und in welchem Alter?
Schätzungsweise 4 von 1.000 Frauen und 1 von 1.000 Männern erkranken an Hashimoto (IQWiG, 2024). Die meisten erkranken zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr (sinngemäß nach IQWiG, 2024).
Hashimoto in Zahlen
4 von 1.000
Frauen erkranken schätzungsweise an Hashimoto (IQWiG, 2024).
1 von 1.000
Männern erkrankt schätzungsweise an Hashimoto (IQWiG, 2024).
30 bis 50
Jahre: das häufigste Erkrankungsalter (IQWiG, 2024).
Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Hashimoto-Thyreoiditis, 2024
Hashimoto betrifft überwiegend Frauen (Caturegli u. a., 2014). Laut MedlinePlus (2026) zeigt sich die Erkrankung am häufigsten bei Frauen mittleren Alters, was zur Altersspanne des IQWiG (2024) passt.
Hierzulande ist Hashimoto der häufigste Grund für eine Schilddrüsenunterfunktion (sinngemäß nach IQWiG, 2024). Bei einer Unterfunktion liegt der Gedanke an Hashimoto deshalb nahe, bestätigt ist er damit aber nicht.
Männer erkranken seltener als Frauen, ausgenommen sind sie nicht (IQWiG, 2024). Bei ihnen gehören Erektionsstörungen zu den möglichen Beschwerden einer Unterfunktion (IQWiG, 2024). Auch das gehört ins Arztgespräch.
Die Altersspanne beschreibt, wann die meisten erkranken, und keine feste Grenze (sinngemäß nach IQWiG, 2024). Neue Beschwerden gehören in jedem Alter in die Praxis.
Welche Autoimmunerkrankungen treten zusammen mit Hashimoto auf?
Hashimoto kann gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen auftreten (IQWiG, 2024). In einer britischen Studie hatten 14,3 % der Menschen mit Hashimoto eine weitere Autoimmunerkrankung, am häufigsten rheumatoide Arthritis mit 4,24 % (Boelaert u. a., 2010).

Die Zahlen stammen aus Schilddrüsenambulanzen britischer Kliniken (Boelaert u. a., 2010). Dort machten 3.286 Menschen mit einer Autoimmunerkrankung der Schilddrüse Angaben per Fragebogen, 495 von ihnen hatten Hashimoto (Boelaert u. a., 2010). Zum Vergleich: Bei Morbus Basedow, der zweiten untersuchten Autoimmunerkrankung der Schilddrüse, lag der Anteil mit einer weiteren Autoimmunerkrankung bei 9,67 % (Boelaert u. a., 2010).
Das relative Risiko, ein statistisches Vergleichsmaß der Studie, war für fast alle anderen untersuchten Autoimmunerkrankungen erhöht, für einige lag es über 10 (Boelaert u. a., 2010). Diese Angabe gilt allerdings für Basedow und Hashimoto zusammen, nicht für Hashimoto allein (Boelaert u. a., 2010). Ein relatives Risiko über 10 fand die Studie bei diesen Erkrankungen (Boelaert u. a., 2010):
- perniziöse Anämie, eine Form der Blutarmut
- systemischer Lupus erythematodes
- Morbus Addison
- Zöliakie
- Vitiligo
Wie Vitamin B12 und Hashimoto zusammenhängen, steht im Beitrag B12 und Hashimoto.
Bei Verdacht auf eine weitere Autoimmunerkrankung wird manchmal gezielt getestet, etwa auf Zöliakie oder Diabetes mellitus (sinngemäß nach IQWiG, 2024). Ob ein solcher Test sinnvoll ist, hängt am konkreten Verdacht und gehört ins Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Wie wird Hashimoto festgestellt?
Oft wird zunächst nur der TSH-Wert gemessen, weil sich Störungen der Schilddrüsenfunktion an ihm besonders früh zeigen (IQWiG, 2024). Besteht der Verdacht auf eine Autoimmunreaktion, werden zusätzlich Schilddrüsen-Antikörper bestimmt (IQWiG, 2024).
Sinngemäß nach IQWiG (2024) beginnt die Abklärung mit dem Gespräch über deine Beschwerden und dem Abtasten der Schilddrüse. Oft folgt danach ein Ultraschall (sinngemäß nach IQWiG, 2024).
TSH steht für Thyreoidea-stimulierendes Hormon. Liegt der Wert im Referenzbereich des Labors, reicht das aus, um eine Funktionsstörung der Schilddrüse auszuschließen (IQWiG, 2025). Erhöhte Werte deuten auf eine Unterfunktion hin, erniedrigte können auf eine Überfunktion hinweisen (IQWiG, 2025). Was ein erhöhter Wert im Einzelnen bedeutet, ordnet der Beitrag TSH-Wert zu hoch ein.
Neben dem TSH werden oft auch fT4 und manchmal fT3 bestimmt (sinngemäß nach IQWiG, 2025). Das sind die freien Schilddrüsenhormone, freies Thyroxin und freies Trijodthyronin. Bei einer Unterfunktion sind sie erniedrigt, bei einer Überfunktion erhöht (sinngemäß nach IQWiG, 2025). Auch MedlinePlus (2026) führt das freie T4 unter den Laborwerten bei Verdacht auf Hashimoto.
Mit einem weiteren Bluttest lassen sich bestimmte Antikörper gegen Schilddrüsengewebe nachweisen (IQWiG, 2024). Gemeint sind vor allem Antikörper gegen Thyreoperoxidase und Thyreoglobulin (Caturegli u. a., 2014). Beides sind Bestandteile der Schilddrüse, in Befunden stehen die Antikörper kurz als TPO-AK und Tg-AK. Sinngemäß nach IQWiG (2024) finden sie sich bei den meisten Menschen mit Hashimoto im Blut.
Im Ultraschall spricht eine verminderte Echogenität für Hashimoto: Das Gewebe wirkt im Bild dunkler, Fachleute nennen es echoarm (sinngemäß nach Caturegli u. a., 2014). Laut MedlinePlus (2026) ist eine Bildgebung für die Diagnose meist nicht nötig. Der Ultraschall ergänzt also das Bild, ist aber nicht in jedem Fall erforderlich.
Gestellt wird die Diagnose, wenn die Befunde zusammenpassen: Antikörper gegen Thyreoperoxidase und Thyreoglobulin im Blut und ein echoarmes Ultraschallbild bei einem Menschen mit passenden Beschwerden (Caturegli u. a., 2014). Von einem Laborwert allein lässt sich meist nicht auf eine Krankheit schließen (sinngemäß nach IQWiG, 2025).
Untersuchungen bei Verdacht auf Hashimoto
| Untersuchung | Was sie zeigt | Quelle |
|---|---|---|
| TSH-Wert | Früher Hinweis auf eine Funktionsstörung; liegt er im Referenzbereich, ist eine Funktionsstörung ausgeschlossen | (IQWiG, 2024; IQWiG, 2025) |
| Freies T4 (fT4) | Gehört zu den Laborwerten bei Verdacht auf Hashimoto | (MedlinePlus, 2026) |
| Antikörper gegen Thyreoperoxidase und Thyreoglobulin | Hinweis auf die Autoimmunreaktion | (Caturegli u. a., 2014; IQWiG, 2024) |
| Ultraschall | Größe der Schilddrüse und echoarmes Gewebe; für die Diagnose nicht immer nötig | (Caturegli u. a., 2014; MedlinePlus, 2026) |
| Abtasten und Gespräch | Beschwerden und Größe der Schilddrüse | (sinngemäß nach IQWiG, 2024) |
Antikörper erhöht, Werte normal: Muss Hashimoto behandelt werden?
Nicht unbedingt. Nicht jeder Mensch mit einer Schilddrüsenentzündung oder einem Kropf hat zu wenig Schilddrüsenhormon, und manchmal genügen regelmäßige Kontrollen in der Praxis (MedlinePlus, 2026).
Der Befund „Antikörper erhöht“ klingt nach einem Urteil. Er ist ein Hinweis auf die Autoimmunreaktion, also auf die Entzündung (IQWiG, 2024). Ob die Schilddrüse trotzdem genug Hormon bildet, ist eine zweite Frage, und die beantworten der TSH-Wert und die freien Hormone (IQWiG, 2025).
Eine Sonderform ist die latente Unterfunktion. Latent heißt: Der TSH-Wert ist auffällig, die freien Hormone liegen aber noch im Normalbereich (sinngemäß nach IQWiG, 2025). Bei nachgewiesenen Antikörpern und einer solchen latenten Unterfunktion kommt laut IQWiG (2024) manchmal auch eine Behandlung infrage.
Was das für dich bedeutet, hängt also an mehr als an einem Wert. Ob behandelt wird oder Kontrollen genügen, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Wie die freien Hormone neben dem TSH gelesen werden, erklärt der Beitrag fT3 und fT4 neben dem TSH.
Hashimoto-Irrtümer: Was stimmt, was nicht?
Bei Hashimoto bleiben die Hormonwerte anfangs oft normal, und ein normaler TSH-Wert schließt die Entzündung deshalb nicht aus (IQWiG, 2024). Auch Männer erkranken, wenn auch seltener als Frauen (IQWiG, 2024).
Behauptung und Einordnung
Behauptung
„Hashimoto macht sofort Beschwerden.“
Einordnung
Die Hormonmenge im Blut bleibt zunächst oft normal, obwohl Schilddrüsenzellen absterben (IQWiG, 2024). Bis die Werte unter den Normalbereich fallen, können Monate oder Jahre vergehen (MedlinePlus, 2026).
Behauptung
„Ein normaler TSH-Wert schließt Hashimoto aus.“
Einordnung
Ein TSH-Wert im Referenzbereich schließt eine Funktionsstörung aus (IQWiG, 2025). Die Entzündung kann trotzdem bestehen, weil die Hormonmenge anfangs oft normal bleibt (IQWiG, 2024).
Behauptung
„Nur Frauen bekommen Hashimoto.“
Einordnung
Hashimoto betrifft überwiegend Frauen (Caturegli u. a., 2014). Schätzungsweise 1 von 1.000 Männern erkrankt aber ebenfalls daran (IQWiG, 2024).
Die ersten beiden Irrtümer beruhen auf derselben Verwechslung: Entzündung und Funktion sind zwei Fragen. Für die Entzündung sprechen Antikörper und ein echoarmes Ultraschallbild (Caturegli u. a., 2014). Über die Funktion gibt der TSH-Wert Auskunft (IQWiG, 2025).
Verdacht auf Hashimoto: Wie bereitest du das Arztgespräch vor?
Schreib vorher auf, welche Beschwerden du hast und seit wann sie bestehen. In der Praxis wird oft zunächst der TSH-Wert gemessen, Antikörper folgen bei Verdacht auf eine Autoimmunreaktion (IQWiG, 2024).
Das gehört auf deinen Zettel
Beschwerden mit Beginn Welche Beschwerden du bemerkst und seit wann, auch scheinbar kleine wie Verstopfung oder Heiserkeit.
Veränderungen am Hals Ob der Hals dicker wirkt, denn ein vergrößerter Hals kann laut MedlinePlus (2026) das einzige frühe Zeichen sein.
Bekannte Autoimmunerkrankungen Ob bei dir schon eine festgestellt wurde, denn Hashimoto kann gemeinsam mit anderen Autoimmunerkrankungen auftreten (IQWiG, 2024).
Frühere Befunde Blutwerte oder Arztbriefe, vor allem wenn darauf „Antikörper erhöht“ steht.
Im Gespräch geht es zuerst um deine Beschwerden, dann um das Abtasten der Schilddrüse (sinngemäß nach IQWiG, 2024). Frag ruhig nach, welche Werte bestimmt wurden und wo sie im Referenzbereich deines Labors liegen. Ob ein Ultraschall dazukommt, entscheidet die Praxis.
Wer vor dem Arztgespräch wissen möchte, wie die eigenen Schilddrüsenwerte gerade aussehen, kann sie mit dem Women’s Wellness Check von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) bestimmen lassen: Der Bluttest aus Kapillarblut per Fingerpieks misst neben TSH auch fT3 und fT4, für 169,00 € (Stand 28.10.2026, Änderungen möglich). Schilddrüsen-Antikörper stehen nicht auf seiner Werteliste, und einen Ultraschall ersetzt er nicht. Er zeigt also, ob die Schilddrüse gerade genug Hormone bildet, aber nicht, ob eine Hashimoto-Thyreoiditis dahintersteckt. Er kann ein Gespräch in der Arztpraxis vorbereiten, ersetzt aber keine ärztliche Abklärung.
Kapitel auf einen Blick
Notiere deine Beschwerden mit ihrem Beginn und achte auf Veränderungen am Hals. Erwähne bekannte Autoimmunerkrankungen, weil Hashimoto gemeinsam mit ihnen auftreten kann (IQWiG, 2024). Oft wird zuerst der TSH-Wert gemessen, Antikörper folgen bei Verdacht auf eine Autoimmunreaktion (IQWiG, 2024). Ein Ultraschall ergänzt die Diagnose, ist laut MedlinePlus (2026) aber meist nicht erforderlich.
Grenzen: Was die Angaben zu Hashimoto nicht leisten
Die Aussagen in diesem Artikel beruhen auf Gesundheitsinformationen für Laien und auf zwei Fachartikeln, von denen nur die Zusammenfassung ausgewertet wurde (Caturegli u. a., 2014; Boelaert u. a., 2010). Daraus folgen Einschränkungen, die du kennen solltest.
Die Arbeit von Caturegli u. a. (2014) ist eine Übersicht und keine eigene Erhebung. Sie fasst zusammen, worauf sich die Diagnose stützt, misst aber selbst nichts (Caturegli u. a., 2014).
Die Studie von Boelaert u. a. (2010) stammt aus Schilddrüsenambulanzen britischer Kliniken, und die Angaben beruhen auf Fragebögen. Teilgenommen haben nur weiße Menschen, eine Zahl für die Gesamtbevölkerung liefert sie nicht (Boelaert u. a., 2010). Das relative Risiko über 10 gilt zudem für Basedow und Hashimoto zusammen (Boelaert u. a., 2010).
MedlinePlus (2026) ist ein US-amerikanisches Gesundheitslexikon für Laien. Die Häufigkeit von schätzungsweise 4 von 1.000 Frauen und 1 von 1.000 Männern ist eine Schätzung des IQWiG (2024) ohne Angabe eines Zeitraums.
Der Bluttest von mybody®x aus dem Kapitel zum Arztgespräch misst keine Schilddrüsen-Antikörper, und auch kein anderer Test von mybody®x tut das. Er ersetzt weder einen Ultraschall noch die ärztliche Abklärung.
Hashimoto-Symptome einordnen: Entzündung und Funktion getrennt sehen
Hashimoto beginnt als Entzündung, und die Hormonwerte können dabei lange unauffällig bleiben. Die Beschwerden, nach denen du suchst, gehören zur Unterfunktion, die daraus entstehen kann. Ob es so weit ist, zeigt der TSH-Wert, ob Hashimoto dahintersteckt, zeigen erst Antikörper und die ärztliche Untersuchung. Ein Befund mit „Antikörper erhöht“ ist deshalb ein Anlass für ein ruhiges Gespräch in der Praxis, kein Urteil.
Häufige Fragen
Kann Hashimoto am Anfang eine Überfunktion auslösen?
Ja, das kommt vor, allerdings selten: Zu Beginn der Erkrankung kann es kurzzeitig zu einer Schilddrüsenüberfunktion kommen (IQWiG, 2024). Neben Herzrasen nennt das IQWiG (2024) dabei auch Nervosität und vermehrtes Schwitzen. Auch die Übersicht von Caturegli u. a. (2014) hält fest, dass die Schilddrüse zu Beginn normal arbeiten oder sogar überaktiv sein kann. Langfristig münden die meisten Formen von Hashimoto in eine Unterfunktion (Caturegli u. a., 2014).
Welche Antikörper sprechen für Hashimoto?
Vor allem Antikörper gegen Thyreoperoxidase und Thyreoglobulin (Caturegli u. a., 2014), auf Befunden als TPO-AK und Tg-AK abgekürzt. Nachgewiesen werden sie mit einem weiteren Bluttest, und sinngemäß nach IQWiG (2024) finden sie sich bei den meisten Menschen mit Hashimoto im Blut. Bestimmt werden sie, wenn der Verdacht auf eine Autoimmunreaktion besteht (IQWiG, 2024). Für die Diagnose allein reichen sie nicht, hinzu kommen ein echoarmes Ultraschallbild und passende Beschwerden (Caturegli u. a., 2014).
Bekommen auch Männer Hashimoto?
Ja, wenn auch seltener als Frauen (IQWiG, 2024). Schätzungsweise 1 von 1.000 Männern erkrankt an Hashimoto, bei Frauen sind es schätzungsweise 4 von 1.000 (IQWiG, 2024). Entsteht daraus eine Unterfunktion, können laut IQWiG (2024) bei Männern unter anderem Erektionsstörungen auftreten. Solche Beschwerden gehören genauso ins Arztgespräch wie Müdigkeit oder ein dickerer Hals.
Sieht man Hashimoto im Ultraschall?
Der Ultraschall kann Hinweise liefern: Für Hashimoto spricht eine verminderte Echogenität, das Gewebe wirkt im Bild also dunkler (sinngemäß nach Caturegli u. a., 2014). Allein reicht das Bild nicht, die Diagnose stützt sich zusätzlich auf Antikörper und passende Beschwerden (Caturegli u. a., 2014). In der Praxis folgt ein Ultraschall oft auf das Abtasten der Schilddrüse (sinngemäß nach IQWiG, 2024). Für die Diagnose nötig ist eine Bildgebung laut MedlinePlus (2026) aber meist nicht.
Kann der TSH-Wert bei Hashimoto normal sein?
Ja, gerade am Anfang. Bei Hashimoto bleibt die Menge an Schilddrüsenhormonen im Blut zunächst oft normal, obwohl Schilddrüsenzellen absterben (IQWiG, 2024). Ein TSH-Wert im Referenzbereich schließt dann eine Funktionsstörung aus (IQWiG, 2025). Die Entzündung selbst kann trotzdem bestehen, und ob eine Autoimmunreaktion dahintersteckt, zeigen erst die Antikörper (IQWiG, 2024). Bis die Hormonwerte unter den Normalbereich fallen, können Monate oder Jahre vergehen (MedlinePlus, 2026).
Nächster Schritt
Erhöhter TSH-Wert auf dem Befund?
Wenn auf deinem Befund ein erhöhter TSH-Wert steht, ist das der naheliegende nächste Text. Die freien Hormone ordnet der zweite Beitrag ein.
Erhöhten TSH-Wert einordnen fT3 und fT4 neben dem TSH verstehen Was die freien Schilddrüsenhormone ergänzenWeiterlesen
Quellen
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Hashimoto-Thyreoiditis (Stand 2024) – gesundheitsinformation.de
- Caturegli P. u. a.: Hashimoto thyroiditis: clinical and diagnostic criteria, Autoimmunity Reviews (Stand 2014) – europepmc.org
- Boelaert K. u. a.: Prevalence and relative risk of other autoimmune diseases in subjects with autoimmune thyroid disease, The American Journal of Medicine (Stand 2010) – europepmc.org
- MedlinePlus (U.S. National Library of Medicine): Hashimoto disease (Stand 2026) – medlineplus.gov
Verlauf und Beschwerden stützen sich auf [1], ebenso die geschätzte Zahl der Erkrankten und der Hinweis auf weitere Autoimmunerkrankungen. Die Kriterien der Diagnose stammen aus [2], die Zahlen zu weiteren Autoimmunerkrankungen aus [3]. Die Dauer bis zur Unterfunktion und die Rolle der Bildgebung stützen sich auf [4]. Zum TSH-Wert kommen zwei weitere Seiten des IQWiG hinzu: Schilddrüsenuntersuchungen verstehen (Stand 2024) und Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH) (Stand 2025). Preis und Messumfang des genannten Bluttests: Stand der Angaben 28.10.2026.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Schilddrüse Hashimoto-Thyreoiditis
Das Redaktions- und Fachteam von mybody®x schreibt über Blutwerte und Gesundheitsthemen auf Grundlage öffentlicher Gesundheitsinformationen und veröffentlichter Studien. Mehr über das Team findest du auf der Autorenseite.
Veröffentlicht am 28.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 28.10.2026
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.
Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.
Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.




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