Сертифицированные по ISO лабораторные анализы 🇩🇪

Können Gene eine Generation überspringen?

3. Oktober 2026ca. 16 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Gene überspringen keine Generation, die Anlage wird in jeder Generation weitergegeben. Unsichtbar bleiben kann das Merkmal. Eine rezessive Anlage zeigt sich erst, wenn beide Kopien eines Gens sie tragen; wer nur eine Kopie trägt, zeigt das Merkmal laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2023) in der Regel nicht. So kann es bei den Kindern fehlen und bei den Enkeln wieder auftauchen.

Mendel nannte Merkmale rezessiv, die bei Mischlingen aus zwei verschiedenen Ausgangsformen zurücktreten und bei deren Nachkommen unverändert wieder auftauchen (Mendel, 1866).

Haben zwei Träger, also Menschen mit je einer Kopie der Anlage, gemeinsam Kinder, liegt die Wahrscheinlichkeit für das rezessive Merkmal je Kind rechnerisch bei 1/4, also 25 Prozent, nach Mendels Verhältnis 3 : 1 (Mendel, 1866) und den zwei Kopien je Gen laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2023).

Ein zweiter Grund ist die verminderte Penetranz: Eine Anlage zeigt sich nicht bei allen, die sie tragen, laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021).

In diesem Artikel

Können Gene eine Generation überspringen – oder nur Merkmale?

Gene überspringen keine Generation, Merkmale schon. Weitergegeben wird die Anlage in jeder Generation; ob sie sich auch als sichtbares Merkmal zeigt, ist eine zweite Frage.

Das Muster beschrieb Mendel an Kreuzungen von Pflanzen. Merkmale, die ganz oder fast unverändert auf die Mischlinge übergehen, also auf die Nachkommen zweier verschiedener Ausgangsformen, nannte er dominant; Merkmale, die dabei verborgen bleiben, nannte er rezessiv (sinngemäß nach Mendel, 1866).

Den Namen „rezessiv“ wählte Mendel, weil diese Merkmale bei den Mischlingen zurücktreten oder ganz verschwinden, bei deren Nachkommen aber unverändert wieder auftauchen (sinngemäß nach Mendel, 1866). Genau das meint die Rede von der „übersprungenen Generation“: Das Merkmal fehlt in der mittleren Generation und ist danach wieder da.

Mendel sprach von Merkmalen und von Keimzellen, also den Zellen, über die Anlagen an die Nachkommen gehen. Wörter wie Gen und Allel sind heutige Begriffe. Sie stehen in diesem Artikel für dasselbe Muster, beschrieben mit dem Wissen von heute.

Für ein Merkmal, das eine Generation auslässt, gibt es zwei Erklärungen. MedlinePlus Genetics, die Genetik-Seiten der US-amerikanischen National Library of Medicine (NLM), nennt die erste: Rezessiv vererbte Erkrankungen zeigen sich laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) typischerweise nicht in jeder Generation einer Familie. Die zweite ist die verminderte Penetranz, bei der sich eine vorhandene Anlage nicht zeigt; um sie geht es weiter unten.

Kernaussage

Weitergegeben wird die Anlage in jeder Generation; überspringen kann nur das sichtbare Merkmal.

Was bedeutet rezessiv beim Überspringen einer Generation?

Rezessiv heißt, dass sich eine Anlage erst zeigt, wenn beide Kopien eines Gens sie tragen. Wer nur eine Kopie hat, zeigt das Merkmal laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2023) in der Regel nicht und gibt die Anlage trotzdem weiter.

Jedes Gen liegt zweimal vor, auf zwei Chromosomen, den Strukturen, in denen das Erbgut in der Zelle liegt; so fasst es das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen zusammen, sinngemäß nach IQWiG (2026). Ob jemand Milchzucker im Erwachsenenalter verwerten kann, hängt laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2023) davon ab, welche Varianten er von seinen Eltern geerbt hat, also welche abweichenden Fassungen eines DNA-Abschnitts. Wie sich das Erbgut auf die Chromosomen verteilt, erklärt der Beitrag zur Zahl der Chromosomen beim Menschen.

Die beiden Kopien müssen nicht gleich sein. Verschiedene Fassungen eines Gens heißen Allele (NLM, 2021), und die Kombination der beiden Fassungen, die jemand an einer Stelle trägt, heißt Genotyp. Tragen beide Kopien dieselbe Fassung, ist man an dieser Stelle reinerbig, im Fachwort homozygot, laut dem Digitalen Wörterbuch der deutschen Sprache, DWDS (BBAW, 2026): „mit gleichen mütterlichen und väterlichen Erbanlagen versehen, reinerbig“.

Tragen die Kopien zwei verschiedene Fassungen, ist man mischerbig, im Fachwort heterozygot, laut DWDS (BBAW, 2026) „mit ungleichartigen mütterlichen und väterlichen Erbanlagen versehen“. Auf ein einzelnes Gen übertragen heißt das: Die eine Kopie trägt eine andere Fassung als die andere.

Bei einem dominanten Erbgang genügt laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) eine veränderte Kopie je Zelle, damit sich das Merkmal zeigt. Beim rezessiven Erbgang müssen dagegen beide Kopien die Variante tragen. Die Eltern tragen dann je eine Kopie, zeigen das Merkmal aber in der Regel nicht (NLM, 2023).

Wer so eine einzelne Kopie trägt, heißt Träger. Die Anlage ist da und kann weitergegeben werden, das Merkmal zeigt sich bei ihm laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2023) aber in der Regel nicht. Genau hier liegt der Schlüssel zur übersprungenen Generation.

Warum eine einzelne Variante unsichtbar bleiben kann, fasst das IQWiG (2026) so zusammen:

Belegte Fundstelle

Eine Gen-Variante auf dem einen Chromosom kann durch die Fassung auf dem anderen Chromosom teilweise oder vollständig ausgeglichen werden (sinngemäß nach IQWiG, 2026).

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
gesundheitsinformation.de, „Wie funktioniert die Vererbung?“, IQWiG (2026)

Wie die Erbgänge im Stammbaum aussehen, zeigt der Beitrag zu dominanten und rezessiven Erbgängen.

Wie springt ein Merkmal über eine Generation?

Angenommen, ein Großelternteil zeigt ein rezessives Merkmal und das andere trägt die Anlage nicht: Dann sind rechnerisch alle Kinder Träger, ohne das Merkmal zu zeigen. Haben zwei Träger gemeinsam Kinder, liegt die Wahrscheinlichkeit für das Merkmal je Kind rechnerisch bei 1/4, also 25 Prozent, nach Mendel (1866) und den zwei Kopien je Gen laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2023).

Die Regeln selbst und das ganze Kreuzungsschema erklärt der Beitrag zu den Mendelschen Regeln: Dort geht es um die Regeln, hier nur um den Weg eines Merkmals über eine Generation hinweg.

Als Beispiel dient die Laktase-Nichtpersistenz. Laktase spaltet Milchzucker in Glukose und Galaktose; bei der Laktase-Nichtpersistenz geht ihre Aktivität in den Darmzellen nach dem Abstillen zurück, und das Merkmal wird rezessiv vererbt (Enattah u. a., 2002).

Gesteuert wird das Laktase-Gen LCT laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2023) von einem Regelabschnitt der DNA im benachbarten Gen MCM6. Eine Variante namens C/T-13910, rund 14.000 Basenpaare vor dem Laktase-Gen, hing in den untersuchten Familien vollständig mit der Laktase-Nichtpersistenz zusammen (Enattah u. a., 2002). Basenpaare sind die Bausteinpaare, aus denen der DNA-Strang besteht.

Für die Rechnung steht A für die Fassung, mit der die Laktase bestehen bleibt; sie ist dominant, eine Kopie genügt (NLM, 2023). Der kleine Buchstabe a steht für die Fassung ohne diese Wirkung, wie schon Mendel seine Kombinationen mit großen und kleinen Buchstaben schrieb (Mendel, 1866). Das Merkmal Laktase-Nichtpersistenz zeigt sich nur beim Genotyp aa.

Angenommen, ein Großelternteil ist reinerbig aa und zeigt das Merkmal, das andere ist reinerbig AA. Jedes Kind erhält von einem Elternteil ein a und vom anderen ein A. Rechnerisch sind damit alle Kinder mischerbig Aa: Sie sind Träger, bei ihnen bleibt die Laktase aber bestehen, weil eine Kopie von A genügt (NLM, 2023). In dieser Generation ist das Merkmal verschwunden.

Angenommen weiter, eines dieser Kinder bekommt später selbst Kinder, und der andere Elternteil ist ebenfalls mischerbig Aa. Jeder der beiden gibt rechnerisch mit 1/2 ein A und mit 1/2 ein a weiter; daraus entstehen vier gleich wahrscheinliche Kombinationen: AA und aa kommen je einmal vor, die mischerbige Kombination Aa zweimal (Regel nach Mendel, 1866).

Rechnerisch hat damit jedes Enkelkind mit einer Wahrscheinlichkeit von 1/4, also 25 Prozent, den Genotyp aa und zeigt das Merkmal; mit 3/4, also 75 Prozent, bleibt die Laktase bestehen, weil laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2023) eine Kopie von A genügt. Das entspricht dem Verhältnis zwischen dominanten und rezessiven Formen, das Mendel im Mittel über alle Versuche mit 2,98 : 1, also 3 : 1, angab (Mendel, 1866).

Von den Enkeln ohne das Merkmal sind rechnerisch 2/3, also rund 67 Prozent, wieder Träger, denn von den drei gleich wahrscheinlichen Kombinationen ohne aa sind zwei mischerbig Aa (Regel nach Mendel, 1866). Das Merkmal, das bei den Kindern fehlte, taucht bei den Enkeln unverändert wieder auf, so wie Mendel es für rezessive Merkmale beschrieb. Der rechnerische Anteil von 1/4 nach Mendel (1866) gilt dabei je Kind; wie sich das Merkmal unter Geschwistern tatsächlich verteilt, sagt er nicht voraus.

Wie viel DNA insgesamt von jedem Großelternteil stammt, ist eine eigene Frage; sie beantwortet der Beitrag zur DNA von Mutter und Vater.

Angenommenes Rechenbeispiel: Laktase-Nichtpersistenz

Generation Genotyp Merkmal sichtbar?
Großelternteil mit Merkmal aa, reinerbig ja
Großelternteil ohne Anlage AA, reinerbig nein
Kinder alle Aa, mischerbig nein, rechnerisch bei keinem Kind
Anderer Elternteil der Enkel Aa, mischerbig (angenommen) nein
Enkel Aa mit 1/2, AA und aa mit je 1/4 nur bei aa: rechnerisch 1/4, also 25 Prozent

Rechnerisch nach Mendels Verhältnis 3 : 1 (Mendel, 1866) und den zwei Kopien je Gen laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2023); Laktase-Nichtpersistenz rezessiv vererbt (Enattah u. a., 2002). Angenommenes Beispiel.

Was hat Penetranz mit übersprungenen Generationen zu tun?

Penetranz ist der Anteil der Menschen mit einer bestimmten Genvariante, bei denen sich das zugehörige Merkmal tatsächlich zeigt, laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021). Ist sie vermindert, kann eine Anlage bei einem Träger unsichtbar bleiben und trotzdem an die nächste Generation gehen.

Spaziergang über einen Holzsteg am Meer

Zeigt sich ein Merkmal bei manchen Trägern einer Variante nicht, spricht man laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) von verminderter oder unvollständiger Penetranz. Das betrifft der Quelle zufolge meist Merkmale mit dominantem Erbgang, gelegentlich auch solche mit rezessivem (NLM, 2021).

Damit gibt es einen zweiten Weg zur übersprungenen Generation, der ohne zwei rezessive Kopien auskommt. Ein Elternteil kann eine dominante Variante tragen, ohne dass sich das Merkmal bei ihm zeigt, und sie trotzdem an ein Kind weitergeben. Zeigt sich das Merkmal dort, sieht es so aus, als hätte es eine Generation ausgelassen. Gerechnet wird hier anders als im Laktasebeispiel, denn die Penetranz gehört zu einer bestimmten Variante und folgt nicht aus Mendels Verhältnis.

Woran es liegt, dass eine Anlage stumm bleibt, ist nur teilweise geklärt. Verminderte Penetranz entsteht laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) wahrscheinlich aus einem Zusammenspiel genetischer Faktoren mit Umwelt und Lebensweise, von denen viele unbekannt sind.

Der Nachbarbegriff heißt Expressivität. Variable Expressivität beschreibt laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) die Bandbreite, in der sich dasselbe genetische Merkmal bei verschiedenen Menschen zeigt. Penetranz fragt also, ob sich ein Merkmal zeigt. Expressivität fragt, wie stark.

Wie weit das innerhalb einer Familie auseinandergehen kann, zeigt ein Satz von MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) zu Veranlagungen, sinngemäß: Manche Menschen mit einer Veranlagung bekommen die Erkrankung nie, andere schon, selbst innerhalb derselben Familie. Wie Genotyp und Phänotyp, also das am Körper sichtbare Merkmal, auseinanderfallen können, vertieft der Beitrag Gleiche Genvariante, andere Wirkung.

Kapitel auf einen Blick

Penetranz ist laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) der Anteil der Träger einer Variante, bei denen sich das Merkmal zeigt. Ist sie vermindert, kann ein Elternteil eine Anlage weitergeben, die sich bei ihm selbst nicht zeigt. Expressivität beschreibt, wie unterschiedlich stark sich dasselbe Merkmal ausprägt. Von den Faktoren hinter verminderter Penetranz sind laut derselben Quelle viele unbekannt (NLM, 2021).

Was zeigt der Bittergeschmack über vererbte Merkmale?

Ein Merkmal kann an einem einzigen Gen hängen und trotzdem nicht ganz nach Schema vererbt werden. Beim Schmecken des Bitterstoffs Phenylthiocarbamid, kurz PTC, erklären Varianten eines Gens für einen Bitterrezeptor, also eine Andockstelle für bittere Stoffe, 55 bis 85 Prozent der Unterschiede (Kim u. a., 2003).

Ob jemand PTC schmeckt, wurde in genetischen Studien viel untersucht, mit widersprüchlichen Ergebnissen und einer komplexen Vererbung (Kim u. a., 2003). Erst die Suche nach dem verantwortlichen Abschnitt im Erbgut brachte Ordnung in das Bild.

Kim und Kollegen grenzten die Ursache auf eine Region auf Chromosom 7 ein, die ein einziges Gen für einen Bitterrezeptor der TAS2R-Familie enthält, einer Gruppe verwandter Bitterrezeptor-Gene (Kim u. a., 2003). In diesem Gen fanden sie drei SNPs im codierenden Teil, also dem Abschnitt mit der Bauanleitung für das Eiweiß (Kim u. a., 2003). Ein SNP ist eine einzelne Stelle der DNA, an der sich Menschen in einem Baustein unterscheiden.

Aus den drei SNPs ergeben sich weltweit fünf Haplotypen (Kim u. a., 2003). Ein Haplotyp ist hier die Kombination der drei Varianten, die auf einer Kopie des Gens zusammen vorliegt.

Bittergeschmack in Zahlen

3

SNPs im codierenden Teil des Bitterrezeptor-Gens (Kim u. a., 2003)

5

Haplotypen weltweit, gebildet aus diesen SNPs (Kim u. a., 2003)

55–85 %

der Unterschiede in der PTC-Empfindlichkeit erklären die Haplotypen (Kim u. a., 2003)

Quelle: Kim u. a., Science, 2003

Diese Haplotypen erklären vollständig, warum Menschen beim Schmecken von PTC in zwei Gruppen zerfallen, in Schmecker und Nichtschmecker; damit erklären sie auch die Vererbung der klassischen Nichtschmecker-Eigenschaft (Kim u. a., 2003). Bei der Stärke des Schmeckens sieht es anders aus: Von den Unterschieden in der PTC-Empfindlichkeit erklären sie 55 bis 85 Prozent (Kim u. a., 2003).

Das Gen trägt den Namen TAS2R38; im NutriCare | INFINITY DNA-Test von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) wird es in der Analyse „Wahrnehmung des bitteren Geschmacks“ als Veranlagung ausgewertet.

Im Laktasebeispiel reichten zwei Fassungen, A und a, für die ganze Rechnung. Beim Bittergeschmack stehen fünf Haplotypen nebeneinander, und ein Teil der Unterschiede bleibt mit ihnen unerklärt (Kim u. a., 2003). Eine Rechnung mit nur zwei Fassungen bildet das nicht vollständig ab.

Ein Merkmal kann an einem einzigen Gen hängen und trotzdem nicht ganz nach Schema vererbt werden.

Was liest ein DNA-Test von Anlagen, die sich nicht zeigen?

Ein DNA-Test aus Speichel liest den Genotyp an vorab festgelegten Stellen der DNA, also die Fassungen auf beiden Kopien. Er erfasst damit auch Anlagen, die sich nicht als Merkmal zeigen; eine Diagnose stellt er nicht.

Für den NutriCare | INFINITY DNA-Test von mybody®x lautet die Verfahrensangabe laut Produktangaben (mybody®x, 2026): „SNP-Genotypisierung mit über 700.000 SNPs. Keine Ganzgenomsequenzierung.“ Genotypisierung prüft vorab festgelegte Einzelpositionen; eine Ganzgenomsequenzierung würde dagegen das gesamte Erbgut Stelle für Stelle auslesen. Ausgewertet werden beim INFINITY 140 Genvariationen (mybody®x, 2026).

Worin sich die beiden Verfahren unterscheiden, erklärt der Beitrag Genotypisierung oder Sequenzierung. Für die übersprungene Generation zählt, was eine Genotypisierung an einer Stelle festhält: welche Fassungen auf den beiden Kopien liegen, unabhängig davon, ob sich ein Merkmal zeigt. Eine Anlage, die bei einem Träger unsichtbar bleibt, steht also trotzdem im Genotyp.

Im INFINITY passen zwei Analysen zu den Beispielen dieses Artikels: „Der Laktosestoffwechsel“ mit dem Gen MCM6, in dem der Regelabschnitt für das Laktase-Gen LCT liegt, und „Wahrnehmung des bitteren Geschmacks“ mit TAS2R38. Beide beschreiben eine Veranlagung, keine Vorhersage. Gemacht wird der Test einmal im Leben (mybody®x, 2026).

NutriCare | INFINITY DNA-Test von mybody®x

Aus dem mybody®x-Sortiment · DNA-Test

NutriCare | INFINITY DNA-Test

Liest aus einer Speichelprobe 140 Genvariationen per SNP-Genotypisierung an vorab festgelegten Stellen, ausgewertet in einem Fachlabor in Deutschland. Dazu gehört die Veranlagung zur Wahrnehmung des bitteren Geschmacks (TAS2R38). Der Test liest nicht das ganze Genom und ist kein diagnostisches Verfahren.

Preis 269,00 € Stand 03.10.2026, Änderungen möglich
Probenart Speichelprobe
Bearbeitungszeit Kit-Versand 1–3 Werktage
Laborauswertung 15–25 Werktage nach Probeneingang

Stand der Angaben: 03.10.2026

Zum INFINITY DNA-Test

Grenzen: Was das Generationenschema nicht erklärt

Das Rechenschema beschreibt Wahrscheinlichkeiten für einen einfachen Erbgang mit zwei Fassungen. Wo ein Merkmal von mehreren Haplotypen abhängt oder eine Anlage stumm bleibt, reicht es nicht aus.

Mendels Verhältnis ist ein Mittelwert: Über alle Versuche fand er 2,98 : 1, also 3 : 1 (Mendel, 1866). Für ein einzelnes Kind bleibt der rechnerische Anteil von 1/4 nach Mendel (1866) deshalb eine Wahrscheinlichkeit und keine Zusage.

Beim Bittergeschmack erklären die fünf Haplotypen 55 bis 85 Prozent der Unterschiede in der PTC-Empfindlichkeit (Kim u. a., 2003). Der Rest ist mit diesen Varianten nicht erklärt.

Penetranz kann unvollständig sein (NLM, 2021). Eine Variante im Genotyp sagt deshalb nicht sicher voraus, ob sich ein Merkmal zeigt; von den Faktoren dahinter sind laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) viele unbekannt.

Der NutriCare | INFINITY DNA-Test ist laut Produktangaben kein diagnostisches Verfahren und ersetzt keine ärztliche Beratung (mybody®x, 2026). Seine Analysen beschreiben Veranlagungen. Wer eine Erkrankung in der Familie einordnen möchte, ist in einer genetischen Beratung richtig; wie sie abläuft, beschreibt der Beitrag unter „Weiterlesen“.

Gene überspringen keine Generation, Anlagen reisen mit

Die Frage aus dem Titel hat eine genaue Antwort. Gene werden in jeder Generation weitergegeben, auch von Trägern, an denen niemand etwas bemerkt; ausbleiben kann nur das Merkmal. Bei einer rezessiven Anlage liegt das an der zweiten Kopie, bei verminderter Penetranz an einer Anlage, die sich trotz Variante nicht zeigt. Wer ein Merkmal bei sich findet, das zuletzt ein Großelternteil hatte, sieht also kein Rätsel, sondern das Muster, das Mendel an Pflanzen beschrieb.

Häufige Fragen

Kann ein rezessives Merkmal mehrere Generationen verschwinden?

Ja, rechnerisch kann es über mehrere Generationen unsichtbar bleiben. Angenommen, ein Träger mit dem Genotyp Aa bekommt Kinder mit jemandem, der reinerbig AA ist: Dann ist jedes Kind rechnerisch mit 1/2, also 50 Prozent, wieder Träger, weil ein Träger A und a gleich wahrscheinlich weitergibt (Regel nach Mendel, 1866). Die Wahrscheinlichkeit für aa liegt bei null, denn laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2023) stammt je eine Kopie von einem Elternteil, und vom Elternteil AA kommt in jedem Fall ein A. Solange Träger Kinder mit Menschen ohne die Anlage bekommen, bleibt das Merkmal verborgen. Sichtbar wird es erst wieder, wenn zwei Träger gemeinsam Kinder haben.

Kann man Träger einer Anlage sein, ohne es zu merken?

Ja, genau das kennzeichnet den rezessiven Erbgang. Träger haben die Anlage auf einer der beiden Kopien eines Gens; laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2023) zeigen Eltern mit je einer Kopie das Merkmal in der Regel nicht. Am Merkmal lässt sich das also nicht ablesen, wohl aber am Genotyp. Im Rechenbeispiel sind rechnerisch alle Kinder des Großelternpaars Träger, ohne dass bei ihnen die Laktase nachlässt.

Überspringt ein rezessives Merkmal zwangsläufig eine Generation?

Nein. Ob es bei den Kindern fehlt, hängt an den Genotypen beider Eltern. Angenommen, ein Elternteil ist aa und der andere Träger Aa: Dann zeigt jedes Kind das Merkmal rechnerisch mit 1/2, also 50 Prozent, denn vom Elternteil aa kommt in jedem Fall ein a, vom Träger mit 1/2 ein a (Regel nach Mendel, 1866); eine Generation fehlt dann nicht. Nur wenn der andere Elternteil reinerbig AA ist, zeigt rechnerisch kein Kind das Merkmal, und erst dann entsteht das Bild der übersprungenen Generation.

Spielt es eine Rolle, ob die Anlage von der Großmutter oder vom Großvater kommt?

Im Rechenbeispiel nicht. Mendel stellte fest, dass es gleich ist, ob das dominante Merkmal von der Samen- oder der Pollenpflanze kommt (Mendel, 1866). Die untersuchte Region für die Laktase-Nichtpersistenz liegt auf Chromosom 2 (Enattah u. a., 2002), nicht auf dem X-Chromosom. Bei Genen auf dem X-Chromosom, von dem Männer eines und Frauen zwei haben, ist das anders: Väter geben X-chromosomale Merkmale laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) nicht an ihre Söhne weiter.

Sind rezessive Merkmale seltener als dominante?

Nicht unbedingt. Rezessiv beschreibt den Erbgang eines Merkmals, nicht seine Verbreitung. Die Laktase-Nichtpersistenz ist ein Beispiel: Sie gilt als häufig und wird rezessiv vererbt (Enattah u. a., 2002). Laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2023) können etwa 65 Prozent der Menschen Milchzucker nach dem Säuglingsalter schlechter verwerten; das rezessive Merkmal ist hier also das verbreitetere.

Nächster Schritt

Anlagen lesen, die sich nicht zeigen

Der NutriCare | INFINITY DNA-Test liest aus einer Speichelprobe Varianten an vorab festgelegten Stellen, darunter die Veranlagung zur Wahrnehmung des bitteren Geschmacks. Er beschreibt Anlagen, eine Diagnose stellt er nicht.

Zum INFINITY DNA-Test Wie ein DNA-Test aus der Speichelprobe Varianten liest Der Ablauf eines DNA-Tests im Ratgeber

Weiterlesen

Quellen

  1. Mendel G.: Versuche über Pflanzen-Hybriden (1866), englische Fassung „Experiments in Plant Hybridization“ auf MendelWeb – cs.brown.edu
  2. National Library of Medicine, MedlinePlus Genetics: What are reduced penetrance and variable expressivity? (Stand 2021) – medlineplus.gov
  3. Kim U. K. u. a.: Positional cloning of the human quantitative trait locus underlying taste sensitivity to phenylthiocarbamide, Science (2003) – europepmc.org
  4. Enattah N. S. u. a.: Identification of a variant associated with adult-type hypolactasia, Nature Genetics (2002) – europepmc.org

Die Begriffe dominant und rezessiv sowie das Verhältnis 3 : 1 stützen sich auf [1]. Penetranz und Expressivität stützen sich auf [2]. Der Bittergeschmack stützt sich auf [3]. Die Laktase-Nichtpersistenz stützt sich auf [4]. Ergänzend herangezogen: MedlinePlus Genetics (NLM, 2023) zu Laktose und den zwei Kopien je Gen; MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) zu Erbgängen und Veranlagung; IQWiG (2026) zur Fassung auf dem anderen Chromosom; DWDS (BBAW, 2026) zu reinerbig und mischerbig. Die Rechenbeispiele sind eigene Rechnungen nach diesen Regeln. Angaben zum NutriCare | INFINITY DNA-Test: mybody®x, Stand der Angaben: 03.10.2026. Quellen geprüft am 03.10.2026.

mybody®x (MYBODY Lab GmbH) Zertifikat / Qualitätssiegel

mybody®x Redaktions- & Fachteam

Humangenetik Vererbung

Das mybody®x Redaktions- & Fachteam erklärt Genetik so, dass sie sich nachrechnen lässt; die Quellen zu diesem Beitrag stehen im Kapitel Quellen. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 03.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 03.10.2026

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.

Die DNA-Analyse dient der Ernährungs- und Lebensstilberatung. Sie ist kein diagnostisches Verfahren, stellt keine Krankheitsvorhersage dar und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Genetische Varianten beschreiben Wahrscheinlichkeiten in Bevölkerungsgruppen, keine Festlegung für einzelne Personen.

Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.

mybody®x (MYBODY Lab GmbH) Zertifikat / Qualitätssiegel

Недавние публикации

Показать все

Vitamin-D-Mangel bei Frauen: Symptome erkennen und einordnen

Vitamin-D-Mangel bei Frauen: Symptome erkennen und einordnen

Vitamin-D-Mangel bei Frauen: Symptome erkennen und einordnen 28. September 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam Das Wichtigste in Kürze Als Folge eines länger bestehenden Vitamin-D-Mangels ist bei Erwachsenen die Osteomalazie belegt, eine Knochenerweichung (BfR, 2025). Mit erhöhter Infektanfälligkeit und...

Читать далее

Macht Vitamin E dick? Was Studien zum Gewicht zeigen

Macht Vitamin E dick? Was Studien zum Gewicht zeigen

Macht Vitamin E dick? Was Studien zum Gewicht zeigen 26. September 2026ca. 14 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam Das Wichtigste in Kürze Nein, nach heutiger Studienlage nicht. Eine Metaanalyse, also eine Auswertung, die Einzelstudien zusammenfasst, fand über 24 Studien keinen...

Читать далее

B-Vitamine in Lebensmitteln: Tabelle mit Mengen für alle acht

B-Vitamine in Lebensmitteln: Tabelle mit Mengen für alle acht

B-Vitamine in Lebensmitteln: Tabelle mit Mengen für alle acht 26. September 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam Das Wichtigste in Kürze B-Vitamine stecken in tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln, aber ungleich verteilt. In der US-Datenbank FoodData Central (USDA, Stand 04/2019)...

Читать далее