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TSH-Wert zu hoch: Symptome, Bedeutung und was der Wert nicht sagt

Das Wichtigste in Kürze

TSH ist ein Hormon der Hirnanhangdrüse, das die Schilddrüse antreibt. Steigt es über den Referenzbereich, deutet das auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin: „Erhöhte TSH-Werte deuten auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) hin“, schreibt das IQWiG (2025). Für Erwachsene nennt dieselbe Quelle einen Bereich von 0,3 bis 3,5 mU/l, also Millieinheiten pro Liter. Maßgeblich ist trotzdem der Bereich auf deinem eigenen Befund.

Ein einzelner erhöhter Wert ist ein Hinweis, keine Diagnose. Ob Beschwerden dazugehören, ob die Schilddrüsenhormone selbst schon abgefallen sind und ob eine Autoimmunreaktion dahintersteckt, zeigen erst weitere Werte. Das Wort „gefährlich“ trifft die Lage nicht: Die belegbare Antwort lautet, dass vieles unklar ist und der Wert kontrolliert gehört.

Dieser Artikel erklärt der Reihe nach, was TSH misst, welche Symptome belegt dazugehören, was „latent“ und „manifest“ auf einem Befund bedeuten und welche Werte neben dem TSH stehen. Wer nur die Übersicht sucht, springt zu Kapitel 4. Wer wissen will, wie es weitergeht, liest Kapitel 8.

Das erwartet dich in diesem Artikel

1. Was TSH ist und warum der Wert steigt
2. Symptome bei erhöhtem TSH-Wert
3. Latent oder manifest: zwei Wörter auf dem Befund
4. Welche Werte neben dem TSH stehen
5. Ist ein zu hoher TSH-Wert gefährlich?
6. Drei Irrtümer über den TSH-Wert
7. Welcher Test TSH, fT3 und fT4 zusammen misst
8. Was du jetzt tun kannst
Häufige Fragen
Quellen

Was TSH ist und warum der Wert steigt

TSH steht auf deinem Befund an erster Stelle, obwohl es gar nicht aus der Schilddrüse kommt. „TSH, auch Thyrotropin genannt, ist ein Hormon, das von der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet und ins Blut abgegeben wird“, schreibt das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, kurz IQWiG (2025). Die Hirnanhangdrüse ist eine Drüse im Kopf.

Belegt ist die Richtung, nicht der Weg dahin: „Erhöhte TSH-Werte deuten auf eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) hin“, schreibt das IQWiG (2025). Ein hoher TSH-Wert ist also kein Zeichen für zu viel Schilddrüsenhormon, sondern ein Hinweis auf zu wenig. Diese Umkehrung irritiert auf den ersten Blick.

Kernaussage

Ein hoher TSH-Wert deutet auf eine Unterfunktion hin. Er misst nicht die Schilddrüsenhormone selbst.

Warum TSH meist als erster Wert gemessen wird

Der Grund für die Reihenfolge ist die Empfindlichkeit. „Störungen der Schilddrüsenfunktion sind besonders früh an einer Veränderung des TSH-Wertes erkennbar. Daher wird oft zunächst nur TSH gemessen“, heißt es beim IQWiG (2024). Der Wert reagiert also, bevor sich die Hormone selbst sichtbar verändern. Was TSH grundsätzlich ist und wie der Weg zur Blutabnahme aussieht, steht ausführlich im Artikel TSH und Schilddrüse: welche Werte gemessen werden.

Referenzbereich, Altersstufen und Tagesschwankung

Das IQWiG (2025) nennt drei Altersstufen: für Jugendliche und junge Erwachsene bis zum 20. Lebensjahr 0,51 bis 4,3 mU/l, für Erwachsene 0,3 bis 3,5 mU/l und ab dem 50. Lebensjahr 0,3 bis 4,5 mU/l. Dazu gehört ein Satz, der auf keinem Laborzettel fehlen sollte: „Die Referenzbereiche können sich von Labor zu Labor unterscheiden, da verschiedene Testverfahren eingesetzt werden“ (IQWiG 2025). Gilt auf deinem Befund ein anderer Bereich, ist seiner der richtige.

Der Wert steht außerdem nicht still. „Die Werte können außerdem schwanken: Nachts sind die Werte zum Beispiel am höchsten, nachmittags am niedrigsten“ (IQWiG 2025). Daraus lässt sich keine Regel für die beste Abnahmezeit ableiten, dazu steht in der Quelle nichts. Es erklärt aber, warum zwei Messungen desselben Menschen nicht identisch ausfallen müssen.

0,3–3,5

mU/l TSH gelten bei Erwachsenen als Referenzbereich, laborabhängig (IQWiG 2025)

5 von 100

Menschen in Deutschland haben eine Schilddrüsenunterfunktion, ungefähre Angabe (IQWiG 2024)

5 von 100

Menschen haben geschätzt eine latente Schilddrüsenunterfunktion (IQWiG 2024)

nachts

ist der TSH-Wert am höchsten, nachmittags am niedrigsten (IQWiG 2025)

Symptome bei erhöhtem TSH-Wert

Wer mit einem erhöhten TSH-Wert sucht, sucht nach einer Bestätigung: Passt meine Müdigkeit dazu? Sie kann dazu passen. Das IQWiG (2024) nennt bei einer Schilddrüsenunterfunktion „Schwäche und Müdigkeit, ein niedriger Puls, Kurzatmigkeit“. Sinngemäß nach derselben Quelle kommen Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmung, trockene Haut, Haarausfall, Gewichtszunahme und Verstopfung dazu.

Diese Liste hat eine Schwäche, und die gehört dazugesagt. Jedes einzelne dieser Zeichen hat andere mögliche Erklärungen. Müdigkeit im Winter oder trockene Haut bei Heizungsluft: Das Symptom allein trägt die Deutung nicht. Es ist eher ein Warnlämpchen, das auf etwas aufmerksam macht, ohne zu sagen, worauf.

Belegte Fundstelle

„Von einem Laborwert allein lässt sich meist nicht auf eine Krankheit schließen.“

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
gesundheitsinformation.de, „Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH)“, 2025

Beschwerdefrei mit erhöhtem Wert: kein Widerspruch

Es gibt die umgekehrte Lage ebenfalls. Bei der latenten Form ist der TSH-Wert erhöht, die Schilddrüse stellt aber noch genug Hormone her, und Beschwerden fehlen (sinngemäß nach IQWiG 2024). Wer sich also gut fühlt und trotzdem einen auffälligen Zettel in der Hand hält, ist kein Sonderfall. Und wer Beschwerden hat, während der TSH-Wert im Bereich liegt, findet die Einordnung dazu im Artikel normaler TSH-Wert und trotzdem Beschwerden.

Latent oder manifest: zwei Wörter auf dem Befund

Auf Arztbriefen und Laborzetteln tauchen zwei Begriffe auf, die den Unterschied tragen. „Latent“ heißt verborgen, gleichbedeutend wird „subklinisch“ verwendet, also unterhalb der Schwelle sichtbarer Krankheitszeichen. Das IQWiG (2024) beschreibt die Lage so: „Der Wert für die Schilddrüsenhormone liegt im normalen Bereich, aber es werden erhöhte TSH-Werte festgestellt.“

„Manifest“ heißt dagegen offen zutage getreten. Sinngemäß nach dem IQWiG (2024) produziert die Schilddrüse dann nicht mehr genug Schilddrüsenhormone, und es bestehen Beschwerden. Beide Wörter beschreiben eine Konstellation von Werten, sie sind keine Stufen einer Leiter, die man zwangsläufig hinaufsteigt.

Vier Begriffe, die auf deinem Befund stehen können

Hypothyreose

Der Fachbegriff für die Schilddrüsenunterfunktion. Ein erhöhter TSH-Wert deutet laut IQWiG (2025) darauf hin.

fT4 und fT3

Die beiden Schilddrüsenhormone in ihrer freien, also nicht an Eiweiß gebundenen Form. Das „f“ steht für frei.

Hashimoto-Thyreoiditis

Eine Entzündung der Schilddrüse, bei der sich das Immunsystem gegen das eigene Gewebe richtet. Sinngemäß nach IQWiG (2024) die häufigste Ursache einer Unterfunktion.

Antikörper

Eiweiße des Immunsystems. „Schilddrüsen-Antikörper werden bestimmt, wenn der Verdacht besteht, dass eine Autoimmunreaktion die Schilddrüsenfunktion stört“ (IQWiG 2024).

Auf einen Blick

TSH erhöht und die Schilddrüsenhormone im Normalbereich: latent. TSH erhöht und die Schilddrüsenhormone erniedrigt: manifest. In beiden Fällen ordnet die ärztliche Praxis ein, was daraus folgt, denn der Wert allein legt nichts fest.

Welche Werte neben dem TSH stehen

Vier Werte tauchen rund um die Schilddrüse immer wieder auf. Die Übersicht sagt zu jedem, was er beschreibt, wo Zahlen belegt sind und wo nicht, und wo du ihn bekommst. Eine Zahl steht nur dort, wo das Quellenmaterial sie hergibt. Für fT3 und fT4 nennen die geprüften Quellen keine Referenzbereiche, deshalb steht dort der Verweis auf deinen Laborbefund und keine erfundene Spanne.

Wert Was der Wert ist Referenzbereich Was eine Abweichung bedeuten kann Wo du ihn bekommst
TSH Hormon der Hirnanhangdrüse, das die Schilddrüse antreibt (IQWiG 2025) Erwachsene 0,3–3,5 mU/l, ab 50 Jahren 0,3–4,5 mU/l, bis 20 Jahre 0,51–4,3 mU/l (IQWiG 2025), laborabhängig Erhöht: Hinweis auf eine Unterfunktion. Erniedrigt: Hinweis auf eine Überfunktion, fachsprachlich Hyperthyreose (IQWiG 2025) Ärztliche Praxis oder Kapillarbluttest für zu Hause, also wenige Tropfen aus der Fingerkuppe, selbst entnommen
fT4 Freies Thyroxin, ein Schilddrüsenhormon in freier, nicht an Eiweiß gebundener Form Laut Laborbefund. In den geprüften Quellen steht keine Zahl, deshalb nennen wir keine Zusammen mit erhöhtem TSH trennt dieser Wert die latente von der manifesten Form (sinngemäß nach IQWiG 2024) Ärztliche Praxis oder Kapillarbluttest
fT3 Freies Trijodthyronin, das zweite Schilddrüsenhormon in freier, nicht an Eiweiß gebundener Form Laut Laborbefund, aus demselben Grund ohne Zahl Wird neben dem TSH betrachtet; Einzelheiten im Artikel zu fT3 und fT4 Ärztliche Praxis oder Kapillarbluttest
Antikörper Eiweiße des Immunsystems, hier gegen Bestandteile der Schilddrüse gerichtet Laut Laborbefund, keine Zahl in den geprüften Quellen Werden bestimmt, wenn der Verdacht auf eine Autoimmunreaktion besteht (IQWiG 2024) Ärztliche Praxis

Warum fT3 und fT4 fachlich dazugehören und wie sie sich zueinander verhalten, ist ein eigenes Thema. Der Artikel fT3 und fT4 neben dem TSH geht darauf in der Tiefe ein, dieser hier bleibt beim TSH.

Ist ein zu hoher TSH-Wert gefährlich?

Die Frage wird oft genau so gestellt, deshalb bekommt sie hier eine Antwort statt einer Umschreibung. Für die latente Form ist die belegbare Auskunft eine Zurückhaltung: „Ob eine Thyroxin-Behandlung das Risiko für solche Folgeerkrankungen oder Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion senken kann, ist allerdings unklar“, schreibt das IQWiG (2024). Dieselbe Quelle empfiehlt wörtlich: „den Wert regelmäßig kontrollieren lassen“.

Das ist keine Beschwichtigung und keine Warnung. Es ist der ehrliche Stand: Der Nutzen einer Behandlung bei der latenten Form ist offen, die Kontrolle des Wertes ist der belegte Weg. Wer hier eine klare Gefahrenzahl erwartet, wird sie in diesem Artikel nicht finden, weil es sie in den geprüften Quellen nicht gibt.

Woher ein erhöhter TSH-Wert kommen kann

Sinngemäß nach dem IQWiG (2024) sind vier Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion beschrieben: die Hashimoto-Thyreoiditis als häufigste, ein Jodmangel, die Entfernung oder Bestrahlung der Schilddrüse sowie Medikamente als Nebenwirkung, etwa Lithium. Welche davon zutrifft, klärt kein Laborwert für sich, sondern das Gespräch in der Praxis zusammen mit deiner Vorgeschichte.

Ein Umkehrschluss trägt an dieser Stelle nicht. Aus einem hohen TSH-Wert folgt nicht, dass eine Autoimmunreaktion vorliegt. Antikörper werden laut IQWiG (2024) erst bei entsprechendem Verdacht bestimmt. Für Menschen, bei denen eine Hashimoto-Thyreoiditis bereits festgestellt wurde, ist das Thema Ernährung ein eigenes Kapitel: nachzulesen unter Ernährung bei Hashimoto.

Drei Irrtümer über den TSH-Wert

In Foren und Ratgebern halten sich drei Sätze besonders hartnäckig. Alle drei haben einen wahren Kern, und alle drei führen in die falsche Richtung, wenn man sie für sich stehen lässt.

Irrtum 1

„Ab 2,5 mU/l ist der Wert schon zu hoch.“

Was belegt ist

Darüber wird fachlich gestritten. „Für manche ist bereits ein TSH-Wert von über 2,5 Millieinheiten pro Liter (mU/L) verdächtig, für viele andere gilt das noch als unauffälliger Wert“ (IQWiG 2024). Sinngemäß nach derselben Quelle werden die Grenzen zudem altersabhängig gezogen.

Irrtum 2

„Ein hoher TSH-Wert bedeutet immer Tabletten.“

Was belegt ist

Als Begriff fällt in diesem Zusammenhang L-Thyroxin, auch Levothyroxin genannt, das sinngemäß nach IQWiG (2024) das fehlende Hormon ersetzt. Ob eine solche Behandlung bei der latenten Form Vorteile hat, ist laut IQWiG (2024) „allerdings unklar“. Über die Frage entscheidet ausschließlich die ärztliche Praxis.

Irrtum 3

„Ohne Beschwerden ist der Wert egal.“

Was belegt ist

Das IQWiG (2024) rät bei der latenten Form sinngemäß dazu, den Wert regelmäßig kontrollieren zu lassen. Beschwerdefreiheit ersetzt die Kontrolle also nicht. Sie nimmt nur den Druck aus der Sache.

Welcher Test TSH, fT3 und fT4 zusammen misst

Wer schon einen Befund in der Hand hält, braucht in der Regel keinen weiteren Test, sondern den Termin. Anders liegt es, wenn dein Zettel nur TSH ausweist oder wenn du zwischen zwei Kontrollen selbst einen Zwischenstand möchtest. Dafür gibt es zwei Wege, und sie leisten Unterschiedliches.

Der erste Weg ist der schmale: ein TSH-Selbsttest, der ausschließlich diesen einen Wert anzeigt. Was er kann und wo er gegenüber einer Laboranalyse zurückbleibt, steht im Vergleich TSH-Selbsttest und Laborwert im Vergleich. Der zweite Weg ist die Laboranalyse aus Kapillarblut, die das Schilddrüsenprofil zusammen misst.

Ein TSH-Wert ist ein Hinweis. Die Einordnung braucht den zweiten Wert und die Praxis.

Bei mybody®x (MYBODY Lab GmbH) deckt ein Test das Schilddrüsenprofil zusammen mit weiteren Werten ab. Er liefert Zahlen für das Gespräch, und er liefert ausdrücklich keine Diagnose.

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Bluttest aus Kapillarblut

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18 Werte aus Kapillarblut, also aus wenigen Tropfen von der Fingerkuppe, die du selbst entnimmst. Darunter das Schilddrüsenprofil mit TSH, fT3 und fT4, dazu Cholesterinwerte, der Langzeitblutzucker HbA1c, der Entzündungswert CRP sowie Eisen, Vitamin B12 und Vitamin D. Der Test zeigt Werte und stellt keine Diagnose. Er sagt dir weder, ob eine Hashimoto-Thyreoiditis vorliegt, noch ersetzt er die Einordnung in der ärztlichen Praxis.

Preis 169,00 € 199,00 € Stand 14.09.2026, Änderungen möglich
Probenart Kapillarblut
Bearbeitungszeit Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
Zum Women's Wellness Check

Was du jetzt tun kannst

Zwischen dem Zettel in deiner Hand und dem nächsten Termin liegt meist Zeit, die sich nutzen lässt. Nicht mit Recherche über Grenzwerte, sondern mit dem, was im Gespräch tatsächlich gebraucht wird.

Vier Dinge für den nächsten Termin

Den Befund im Original mitnehmen

Wichtig ist die Spalte mit dem Referenzbereich deines Labors, weil sich die Bereiche zwischen Laboren unterscheiden (IQWiG 2025).

Beschwerden aufschreiben, bevor du sie vergisst

Seit wann und wie stark. Zwei Wochen Notizen sagen mehr als die Erinnerung an ein Wartezimmer.

Medikamente auflisten

Medikamente kommen sinngemäß nach IQWiG (2024) als Ursache einer Unterfunktion in Betracht, genannt wird beispielhaft Lithium.

Nach der Kontrolle fragen

Das IQWiG (2024) rät bei der latenten Form sinngemäß zu einer regelmäßigen Kontrolle des Werts. Wann das bei dir sinnvoll ist, legt die Praxis fest.

Kommen akute Beschwerden dazu, die dich beunruhigen, gehört das in die ärztliche Praxis und nicht in einen weiteren Test. Bei Notfallzeichen gilt der Notruf 112. Welche Wege es zu einer Schilddrüsenuntersuchung gibt, fasst der Artikel Schilddrüse testen lassen zusammen.

Am Anfang stand die Frage, ob „zu hoch“ gefährlich ist. Die ehrlichste Antwort dreht die Frage um: Ein erhöhter TSH-Wert ist nicht das Ende einer Untersuchung, sondern ihr Anfang. Er sagt, dass jemand genauer hinsehen soll. Wer hinsieht, bist nicht du allein.

Häufige Fragen

Was bedeutet die Einheit mU/l auf meinem Laborzettel?

mU/l steht für Millieinheiten pro Liter und ist die übliche Einheit für den TSH-Wert. Das IQWiG (2025) nennt für Erwachsene einen Referenzbereich von 0,3 bis 3,5 mU/l, für Menschen ab dem 50. Lebensjahr 0,3 bis 4,5 mU/l und bis zum 20. Lebensjahr 0,51 bis 4,3 mU/l. Manche Befunde schreiben dieselbe Einheit als mU/L oder mIU/l. Verwechsle die Zahl nicht mit Angaben zu fT3 oder fT4, die in anderen Einheiten angegeben werden. Maßgeblich bleibt der Bereich, den dein eigenes Labor auf dem Befund ausweist.

Schwankt der TSH-Wert im Lauf eines Tages?

Ja. „Die Werte können außerdem schwanken: Nachts sind die Werte zum Beispiel am höchsten, nachmittags am niedrigsten“, schreibt das IQWiG (2025). Daraus lässt sich keine Empfehlung für eine bestimmte Abnahmezeit ableiten, dazu äußert sich die Quelle nicht. Die Tagesschwankung erklärt aber, warum zwei Messungen bei derselben Person unterschiedlich ausfallen können, ohne dass sich etwas an deiner Schilddrüse geändert hat. Wie mit einem einzelnen abweichenden Wert umzugehen ist, entscheidet die ärztliche Praxis.

Heißt ein erhöhter TSH-Wert automatisch Hashimoto?

Nein. Die Hashimoto-Thyreoiditis, also eine Entzündung der Schilddrüse durch eine Reaktion des Immunsystems gegen das eigene Gewebe, gilt sinngemäß nach IQWiG (2024) als häufigste Ursache einer Schilddrüsenunterfunktion. Genannt werden dort außerdem Jodmangel, die Entfernung oder Bestrahlung der Schilddrüse und Medikamente wie Lithium. Welche Ursache vorliegt, zeigt der TSH-Wert nicht. „Schilddrüsen-Antikörper werden bestimmt, wenn der Verdacht besteht, dass eine Autoimmunreaktion die Schilddrüsenfunktion stört“ (IQWiG 2024).

Warum reicht der TSH-Wert allein nicht aus?

Weil er die Steuerung misst und nicht das Ergebnis. „Von einem Laborwert allein lässt sich meist nicht auf eine Krankheit schließen“, heißt es beim IQWiG (2025). Erst die freien Schilddrüsenhormone fT4 und fT3 zeigen, ob die Schilddrüse trotz erhöhter Anforderung noch genug herstellt. Genau daran hängt der Unterschied zwischen der latenten Form, bei der die Hormonwerte im Normalbereich liegen, und der manifesten Form. TSH wird trotzdem zuerst gemessen, weil Störungen daran besonders früh erkennbar sind (IQWiG 2024).

Wie oft sollte ein erhöhter TSH-Wert kontrolliert werden?

Das IQWiG (2024) rät bei einer latenten Schilddrüsenunterfunktion sinngemäß dazu, den Wert regelmäßig kontrollieren zu lassen. Ein festes Zeitintervall nennt die Quelle nicht, und wir nennen deshalb auch keines. Wie häufig eine Kontrolle bei dir sinnvoll ist, hängt von deinem Befund, deinen Beschwerden und deiner Vorgeschichte ab und wird in der ärztlichen Praxis festgelegt. Sinnvoll ist, die Frage beim nächsten Termin ausdrücklich zu stellen und die Antwort im eigenen Kalender zu notieren.

Nächster Schritt

Das Schilddrüsenprofil zusammen sehen

Wenn dein Befund nur TSH ausweist, zeigt dir ein Bluttest mit Schilddrüsenprofil die Werte daneben. Die Einordnung bleibt bei deiner ärztlichen Praxis.

Women's Wellness Check ansehen Wege zum Schilddrüsentest

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Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH) (Stand 2025) – gesundheitsinformation.de
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) (Stand 2024) – gesundheitsinformation.de
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Hat es Vorteile, eine latente Schilddrüsenunterfunktion zu behandeln? (Stand 2024) – gesundheitsinformation.de
  4. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Schilddrüsenuntersuchungen verstehen (Stand 2024) – gesundheitsinformation.de

Alle Angaben zur Funktion des TSH, zu den Referenzbereichen und zur Tagesschwankung stützen sich auf [1]. Symptome, Häufigkeit und Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion stammen aus [2], die Angaben zur latenten Form, zum Grenzwert von 2,5 mU/l und zur Kontrolle aus [3]. Warum TSH zuerst gemessen wird und wann Antikörper bestimmt werden, steht in [4]. Produktangaben, Preis und Bild stammen von den Produktseiten von mybody®x (Stand 14.09.2026).

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mybody®x Redaktions- & Fachteam

Laborwerte verstehen Schilddrüse

Dieser Artikel wurde von der Redaktion von mybody®x erstellt und vor der Veröffentlichung gegen die genannten Quellen geprüft. Wer dahintersteht, steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 14.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 14.09.2026

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.

Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.

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