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Wie viele Chromosomen hat der Mensch: 46 und was daraus folgt

Das Wichtigste in Kürze

Eine menschliche Zelle enthält normalerweise 23 Chromosomenpaare, insgesamt also 46. So beschreibt es MedlinePlus Genetics der U.S. National Library of Medicine. 22 dieser Paare sind Autosomen und sehen bei Frauen und Männern gleich aus; das 23. Paar sind die Geschlechtschromosomen.

Interessanter als die Zahl ist, was darin steckt. Das Humangenomprojekt schätzte den Genbestand des Menschen auf 20.000 bis 25.000; nach neueren Erkenntnissen enthält das menschliche Genom rund 19.900 Gene, die für Proteine verwendet werden. Von jedem dieser Gene trägst du zwei Kopien – eine von jedem Elternteil.

Dieser Artikel ordnet das ein. Zuerst die Zahl und der Aufbau in Paaren, dann der Unterschied zwischen Autosomen und Geschlechtschromosomen. Danach, was ein Chromosom überhaupt enthält, wie viele Gene das sind und warum du von jedem zwei Kopien hast. Zum Schluss drei verbreitete Irrtümer und die Frage, was ein DNA-Test davon tatsächlich liest.

Das erwartet dich in diesem Artikel

1. Die Zahl und warum sie in Paaren steht
2. Autosomen und Geschlechtschromosomen
3. Was in einem Chromosom steckt
4. Wie viele Gene das sind
5. Warum du von jedem Gen zwei Kopien hast
6. Drei Irrtümer über Chromosomen und Gene
7. Was ein DNA-Test davon liest
8. Was ein DNA-Test nicht leistet
9. Worauf es am Ende ankommt
Häufige Fragen
Quellen

Die Zahl und warum sie in Paaren steht

Die Antwort ist eindeutig und steht in jeder Genetik-Grundlage. MedlinePlus Genetics, das Informationsangebot der U.S. National Library of Medicine, formuliert sie so:

„In humans, each cell normally contains 23 pairs of chromosomes, for a total of 46.“

MedlinePlus Genetics, U.S. National Library of Medicine (NLM)
How many chromosomes do people have?, Stand 2021

Auf Deutsch: Beim Menschen enthält jede Zelle normalerweise 23 Chromosomenpaare, insgesamt also 46. Das Zitat steht im englischen Original, weil die Quelle englischsprachig ist – die Übersetzung stammt von uns.

Kernaussage

Der Mensch hat 46 Chromosomen, angeordnet in 23 Paaren – 22 Autosomenpaare und ein Paar Geschlechtschromosomen.

Warum Paare und nicht 46 einzelne

Die Anordnung in Paaren ist kein Ordnungsschema, sondern eine biologische Tatsache. Jedes Paar besteht aus zwei Chromosomen mit derselben Aufgabe – eines stammt von der Mutter, eines vom Vater.

Daraus folgt die Struktur des gesamten Erbguts: Alles, was auf einem Chromosom liegt, liegt in entsprechender Form auch auf dem Partnerchromosom. Der Mensch hat damit für nahezu jede genetische Information zwei Ausfertigungen.

Das ist der Grund, warum sich Merkmale nicht einfach addieren, sondern verrechnen. Welche der beiden Ausfertigungen sich durchsetzt oder ob beide zusammenwirken, ist die eigentliche Frage der Vererbung – und sie stellt sich 23-mal parallel.

Das Wort „normalerweise“ steht dort mit Absicht

In der zitierten Formulierung steckt eine Einschränkung, die leicht überlesen wird: normally, also normalerweise. Sie ist kein sprachlicher Weichmacher, sondern eine fachliche Präzisierung.

Es gibt Abweichungen von der Zahl 46, und sie haben in aller Regel medizinische Bedeutung. Solche Fragestellungen gehören in eine humangenetische Beratung und lassen sich weder durch einen Artikel noch durch einen handelsüblichen DNA-Test klären.

Für den Normalfall gilt die Zahl uneingeschränkt: 46 Chromosomen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht oder Alter. Es gibt keine Bevölkerungsgruppe, die systematisch mehr oder weniger hat.

Warum die Zahl im Netz manchmal anders steht

Gelegentlich liest man von 23 statt 46 Chromosomen. Beide Angaben können richtig sein, sie beziehen sich nur auf verschiedene Zelltypen.

Die üblichen Körperzellen enthalten den doppelten Satz, also 46. Ei- und Samenzellen enthalten den einfachen Satz mit 23 Chromosomen – nur so ergibt die Vereinigung beider wieder 46 und nicht 92.

Wer die Frage stellt, wie viele Chromosomen der Mensch hat, meint praktisch immer die Körperzelle. Die Antwort lautet dann 46.

Autosomen und Geschlechtschromosomen

Nicht alle 23 Paare sind gleich gebaut. MedlinePlus unterscheidet zwei Gruppen, und die Unterscheidung erklärt einen großen Teil dessen, was Menschen über Genetik wissen wollen.

Kriterium Autosomen Geschlechtschromosomen
Anzahl der Paare 22 1
Bei Frauen und Männern Sehen bei beiden gleich aus Frauen tragen zwei X-Chromosomen, Männer ein X und ein Y
Bezeichnung Nach Größe durchnummeriert, von 1 bis 22 Mit Buchstaben benannt: X und Y
Beide Partner gleich aufgebaut? Ja, die beiden Partner eines Paares entsprechen einander Bei Frauen ja, bei Männern nein – X und Y unterscheiden sich
Anteil am Chromosomensatz 44 von 46 Chromosomen 2 von 46 Chromosomen

Angaben nach MedlinePlus Genetics, U.S. National Library of Medicine (NLM), Stand 2021. Die Anteile in der letzten Zeile sind daraus gerechnet.

Die Nummerierung der Autosomen nach Größe ist eine praktische Konvention: Chromosom 1 ist das größte, Chromosom 22 eines der kleinsten. Mit der Bedeutung der enthaltenen Gene hat die Reihenfolge nichts zu tun.

Auch die Buchstaben X und Y sind reine Bezeichnungen und beschreiben nicht die Form. Sie haben sich historisch eingebürgert und werden bis heute verwendet, obwohl sie über den Aufbau der beiden Chromosomen nichts aussagen.

Wie das Geschlecht zustande kommt

Aus der Verteilung von X und Y folgt eine Regel, die viele überrascht. Weil Frauen zwei X-Chromosomen tragen, geben sie in jedem Fall ein X weiter. Männer tragen ein X und ein Y und geben entweder das eine oder das andere weiter.

Das chromosomale Geschlecht eines Kindes entscheidet sich damit an der väterlichen Seite. Kommt ein X vom Vater, ergibt das zusammen mit dem mütterlichen X die Kombination XX; kommt ein Y, ergibt sich XY.

Wichtig zur Einordnung: Das ist eine Aussage über Chromosomen, nicht über Geschlechtsidentität. Die beiden Ebenen fallen bei den meisten Menschen zusammen, sind aber nicht dasselbe – und die Chromosomenzahl beantwortet dazu nichts.

Was in einem Chromosom steckt

Ein Chromosom ist eine Verpackungsform. Es besteht aus DNA, die in einer Zelle so aufgewickelt vorliegt, dass sie überhaupt hineinpasst und bei der Zellteilung sauber verteilt werden kann.

Auf dieser DNA liegen die Gene. MedlinePlus hält dazu fest, dass jedes Chromosom viele Gene enthält und dass Gene aus DNA bestehen (Stand 2024). Die drei Begriffe stehen also nicht nebeneinander, sondern ineinander: DNA ist das Material, Gene sind Abschnitte davon, Chromosomen sind die Pakete.

Wie groß ein Gen ist

Gene haben sehr unterschiedliche Längen. MedlinePlus gibt die Spanne mit einigen hundert DNA-Basenpaaren bis zu mehr als zwei Millionen Basenpaaren an (Stand 2024).

Der Faktor zwischen dem kürzesten und dem längsten Gen liegt damit im Tausenderbereich. Das ist einer der Gründe, warum sich die Zahl der Gene nicht einfach aus der Größe eines Chromosoms ableiten lässt.

Warum die Größe eines Chromosoms wenig verrät

Die Autosomen sind nach Größe durchnummeriert, von 1 als größtem bis 22 als einem der kleinsten. Daraus ließe sich vermuten, dass Chromosom 1 auch die meisten Gene trägt und Chromosom 22 die wenigsten.

Diese Vermutung greift zu kurz, und der Grund steht im vorigen Abschnitt: Gene sind unterschiedlich lang. Wenn ein einzelnes Gen von einigen hundert bis über zwei Millionen Basenpaare reichen kann, sagt die Länge eines Chromosomenabschnitts nichts Verlässliches über die Zahl der darin liegenden Gene.

Dazu kommt, dass nicht jeder DNA-Abschnitt zu einem Gen gehört. Zwischen den Genen liegen Bereiche, die andere Aufgaben haben oder deren Funktion nicht abschließend geklärt ist. Wie groß dieser Anteil genau ist, gibt das hier verwendete Quellenmaterial nicht her.

Nicht jedes Gen baut ein Protein

Die verbreitete Vorstellung, jedes Gen sei eine Bauanleitung für ein Eiweiß, greift zu kurz. MedlinePlus beschreibt, dass manche Gene als Anleitung für die Herstellung von Proteinen dienen, andere aber nicht für Proteine kodieren und stattdessen helfen, andere Gene zu steuern (Stand 2024).

Diese Steuerungsfunktion ist der Grund, warum die reine Genzahl über die Komplexität eines Lebewesens wenig aussagt. Entscheidend ist nicht nur, welche Baupläne vorliegen, sondern auch, wann und wie stark sie abgelesen werden.

Kurz zusammengefasst

Der Mensch hat laut MedlinePlus Genetics 23 Chromosomenpaare, insgesamt 46. 22 Paare sind Autosomen und sehen bei Frauen und Männern gleich aus, das 23. Paar sind die Geschlechtschromosomen – bei Frauen zweimal X, bei Männern X und Y. Chromosomen bestehen aus DNA, Gene sind Abschnitte davon, und nicht jedes Gen kodiert für ein Protein; ein Teil steuert andere Gene.

Ein Bild, das trägt – und eines, das nicht trägt

Für die Beziehung von DNA, Gen und Chromosom gibt es ein Bild, das den Zusammenhang gut abbildet: Die DNA ist der Text, ein Gen ist ein Kapitel darin, und ein Chromosom ist der Band, in dem mehrere Kapitel zusammengebunden sind. Der Mensch hat 46 solcher Bände, in 23 doppelt vorliegenden Ausgaben.

Ein Bild, das nicht trägt, ist der Bauplan. Es legt nahe, dass irgendwo eine fertige Zeichnung des Menschen hinterlegt sei, die nur noch abgearbeitet werden müsse. Tatsächlich beschreibt das Erbgut keine Endgestalt, sondern liefert Anleitungen und Steuerungssignale, deren Wirkung von Umständen abhängt.

Der Unterschied klingt nach Wortklauberei und ist es nicht. Wer das Erbgut als Bauplan versteht, erwartet von einem Gentest Vorhersagen. Wer es als Sammlung von Anleitungen versteht, erwartet Anhaltspunkte – und das ist die Erwartung, die zu dem passt, was solche Tests leisten können.

Wie viele Gene das sind

Die Chromosomenzahl ist seit Langem geklärt. Bei der Genzahl war das lange anders, und die Korrektur der Schätzungen gehört zu den bemerkenswertesten Wendungen der modernen Genetik.

46

Chromosomen enthält eine menschliche Zelle normalerweise

23

Paare bilden sie, davon 22 Autosomenpaare

~19.900

Gene enthält das menschliche Genom, die für Proteine verwendet werden

Quelle: MedlinePlus Genetics, U.S. National Library of Medicine (NLM), Stand 2021 und 2024

Von 100.000 auf 20.000

Das Humangenomprojekt lief von 1990 bis 2003 und schätzte den Genbestand des Menschen auf 20.000 bis 25.000 Gene. Nach neueren Erkenntnissen enthält das menschliche Genom rund 19.900 Gene, die zur Herstellung von Proteinen verwendet werden (MedlinePlus, Stand 2024).

Vor dem Projekt lagen die Schätzungen deutlich höher – in vielen Lehrbüchern und Medien war von rund 100.000 Genen die Rede. Die tatsächliche Genzahl liegt bei etwa einem Fünftel dessen, was vor dem Humangenomprojekt geschätzt wurde.

Diese Korrektur ist mehr als eine Fußnote. Sie hat die Vorstellung erschüttert, für jede Eigenschaft und jede Krankheit gebe es ein zuständiges Gen – dafür sind schlicht nicht genug Gene vorhanden.

Was die niedrigere Zahl inhaltlich bedeutet

Die Korrektur von 100.000 auf rund 20.000 hat das Denken über Genetik verändert. Solange man mit sechsstelligen Genzahlen rechnete, war die Vorstellung plausibel, für jedes Merkmal und jede Erkrankung gebe es ein zuständiges Gen.

Bei rund 19.900 proteinkodierenden Genen geht diese Rechnung nicht mehr auf. Der Mensch hat mehr unterscheidbare Eigenschaften, Stoffwechselwege und Regelkreise, als Gene vorhanden sind.

Ein Teil der Erklärung liegt in den Genen, die MedlinePlus als nicht proteinkodierend beschreibt und die andere Gene steuern. Ein einzelnes Gen kann damit an sehr unterschiedlichen Stellen wirken, je nachdem, wann und wie stark es abgelesen wird.

Für die Bewertung von Gentests folgt daraus eine gesunde Skepsis gegenüber einfachen Zuordnungen. Aussagen der Form „dieses Gen bestimmt jene Eigenschaft“ sind selten so eindeutig, wie sie klingen.

Warum du von jedem Gen zwei Kopien hast

Aus der Anordnung in Paaren folgt eine Regel, die MedlinePlus so beschreibt: Menschen erben in der Regel zwei Kopien jedes Gens, eine von jedem Elternteil (Stand 2024).

Die tatsächliche Genzahl liegt bei etwa einem Fünftel dessen, was vor dem Humangenomprojekt geschätzt wurde.

Die beiden Kopien müssen nicht identisch sein. Unterschiedliche Ausprägungen desselben Gens heißen Allele, und laut MedlinePlus tragen sie zu den einzigartigen körperlichen Merkmalen eines Menschen bei.

Damit ist erklärt, warum Geschwister mit denselben Eltern unterschiedlich aussehen können. Jedes Kind erhält eine eigene Kombination aus den jeweils zwei Ausfertigungen beider Elternteile – bei 23 Paaren ergibt das eine sehr große Zahl möglicher Zusammenstellungen.

Die Ausnahme beim 23. Paar

Bei Männern gilt die Zwei-Kopien-Regel für das Geschlechtschromosomenpaar nicht in gleicher Weise. Weil X und Y unterschiedlich aufgebaut sind, liegen Gene auf dem X-Chromosom bei Männern nur einmal vor.

Das erklärt, warum bestimmte Merkmale bei Männern häufiger auftreten als bei Frauen: Es fehlt die zweite Ausfertigung, die eine Abweichung ausgleichen könnte. Frauen tragen laut MedlinePlus zwei Kopien des X-Chromosoms und haben diese Reserve.

Was Allele im Alltag bedeuten

Der Begriff Allel klingt akademisch, beschreibt aber genau das, worum es bei jedem DNA-Test geht. Ein Allel ist eine der möglichen Ausprägungen eines Gens – und weil du von jedem Gen zwei Kopien hast, trägst du entweder zweimal dieselbe oder zwei verschiedene.

Genau diese Unterschiede liest ein DNA-Test aus. Nicht das Gen selbst ist die Information, sondern welche Variante davon bei dir vorliegt. An den allermeisten Stellen des Erbguts sind sich alle Menschen ohnehin gleich.

Das ist der Grund, warum ein Test nicht das ganze Genom lesen muss, um etwas Sinnvolles zu sagen. Er prüft die Positionen, an denen sich Menschen bekanntermaßen unterscheiden – dazu gleich mehr.

Und es ist zugleich der Grund für eine Einschränkung: Ein Test findet nur, wonach er sucht. Eine Variante an einer Position, die nicht im Prüfumfang steht, bleibt unentdeckt – unabhängig davon, wie bedeutsam sie wäre.

Warum Geschwister sich unterscheiden

Die 23 Paare werden bei der Bildung von Ei- und Samenzellen neu gemischt. Jedes Paar gibt einen seiner beiden Partner weiter, und welcher das ist, entscheidet sich für jedes Paar unabhängig.

Allein aus dieser Aufteilung ergeben sich Millionen möglicher Kombinationen je Elternteil. Dass zwei Geschwister – abgesehen von eineiigen Zwillingen – dieselbe Kombination erhalten, ist praktisch ausgeschlossen.

Deshalb sagt ein Testergebnis eines Familienmitglieds nur begrenzt etwas über die anderen aus. Geschwister teilen einen großen Teil ihres Erbguts, aber eben nicht denselben Satz an Varianten – und genau die Varianten sind das, was ein DNA-Test liest.

Drei Irrtümer über Chromosomen und Gene

MYTHOS

„Der Mensch hat rund 100.000 Gene.“

FAKT

Das Humangenomprojekt schätzte 20.000 bis 25.000 Gene; nach neueren Erkenntnissen enthält das Genom rund 19.900 Gene zur Proteinherstellung (MedlinePlus, 2024). Die Zahl 100.000 stammt aus Schätzungen vor dem Projekt.

MYTHOS

„DNA, Gene und Chromosomen sind drei Wörter für dasselbe.“

FAKT

Sie stehen ineinander: Gene bestehen aus DNA, und jedes Chromosom enthält viele Gene (MedlinePlus, 2024). DNA ist das Material, ein Gen ein Abschnitt davon, ein Chromosom das Paket.

MYTHOS

„Ein DNA-Test liest mein gesamtes Erbgut.“

FAKT

Die DNA-Tests von mybody®x arbeiten mit SNP-Genotypisierung an über 700.000 vorab festgelegten Einzelpositionen. Das ist etwas anderes als eine Ganzgenomsequenzierung, die das gesamte Genom liest.

Was ein DNA-Test davon liest

Der dritte Punkt aus der Tabelle verdient eine ausführlichere Erklärung, weil er im Markt regelmäßig verschwimmt. Ein handelsüblicher DNA-Test liest nicht 46 Chromosomen von Anfang bis Ende durch.

Er prüft stattdessen vorab festgelegte Einzelpositionen im Erbgut – sogenannte SNPs, Stellen also, an denen sich Menschen bekanntermaßen unterscheiden. mybody®x (MYBODY Lab GmbH) arbeitet mit über 700.000 solcher Positionen.

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Untersucht über 170 Genvariationen und liefert 74 Berichte in zwölf Kapiteln auf rund 240 Seiten. Was der Test nicht leistet: Er zählt keine Chromosomen und erkennt keine Chromosomenstörungen – dafür ist er nicht gemacht. Er stellt keine Diagnose, sagt keine Krankheit voraus und ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Verfahren: SNP-Genotypisierung an über 700.000 Einzelpositionen, keine Ganzgenomsequenzierung.

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Über 700.000 Positionen sind kein schwaches Angebot – es ist nur ein anderes Verfahren als das vollständige Lesen des Genoms. Der Unterschied gehört benannt, weil er im Marketing gerne verwischt wird.

Warum SNP-Genotypisierung für diesen Zweck ausreicht

Der Grund liegt in dem, was im vorigen Kapitel über Allele stand: An den allermeisten Positionen des Erbguts unterscheiden sich Menschen nicht. Ein Verfahren, das gezielt die variablen Stellen prüft, verzichtet damit auf Information, die für die Fragestellung ohnehin keine wäre.

Für Fragen der Ernährungs- und Lebensstilberatung ist das ein sinnvoller Zuschnitt. Für medizinische Fragestellungen – etwa nach seltenen Varianten oder nach Chromosomenstörungen – ist es der falsche Ansatz, und dafür sind diese Tests auch nicht gemacht.

Die ehrliche Formulierung lautet deshalb nicht „wir lesen deine DNA“, sondern „wir prüfen über 700.000 Positionen, an denen sich Menschen unterscheiden“. Das ist präziser und verteidigungsfähig.

Zum Umgang mit den Daten: Speichelprobe und DNA-Sequenz werden zwei Monate nach Abschluss der Analyse vollständig vernichtet, die Proben sind pseudonymisiert und die Übertragung ist SSL-verschlüsselt.

Alle Preis- und Leistungsangaben mit Stand vom 5. August 2026. Preise und Leistungsumfang können sich ändern; maßgeblich ist immer die jeweilige Produktseite.

Was ein DNA-Test nicht leistet

Die erste Grenze folgt direkt aus dem Verfahren. Wer wissen will, ob seine Chromosomenzahl vom Normalfall abweicht, braucht eine andere Untersuchung. Das ist eine humangenetische Fragestellung und gehört in ärztliche Hände.

Die zweite Grenze betrifft den Anspruch. Eine DNA-Analyse dient der Ernährungs- und Lebensstilberatung. Sie ist kein diagnostisches Verfahren, stellt keine Krankheitsvorhersage dar und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung.

Die dritte Grenze ist die realistischste Erwartung an den Nutzen. Die DGE kam 2022 zu dem Schluss, dass Gen-, Blut- und Mikrobiom-Analysen meist keine statistisch sicherbaren Verbesserungen des Ernährungsverhaltens ergaben, nennt aber moderate Effekte durch verstärkte Motivation.

Und eine vierte, die zum Thema dieses Artikels gehört: Für die Frage, wie viele Chromosomen der Mensch hat, braucht es keinen Test. Die Antwort ist 46, sie gilt für alle und steht frei zugänglich in jeder seriösen Genetik-Grundlage.

Was mit deinen Daten passiert

Bei einem Thema wie diesem gehört die Datenfrage dazu, auch wenn sie nicht gestellt wurde. Bei mybody®x werden Speichelprobe und DNA-Sequenz zwei Monate nach Abschluss der Analyse vollständig vernichtet.

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Das ist keine Nebensache. Genetische Daten sind besonders sensibel, weil sie sich nicht ändern lassen und weil sie in Teilen auch etwas über Verwandte aussagen. Ein Anbieter, der zu diesem Punkt keine klare Aussage macht, sollte den Zuschlag nicht bekommen.

Worauf es am Ende ankommt

46 Chromosomen in 23 Paaren, davon 22 Autosomenpaare und ein Paar Geschlechtschromosomen – das ist die Antwort, und sie ändert sich nicht.

Spannender ist, was daraus folgt. Rund 19.900 proteinkodierende Gene sind weniger, als man lange annahm, und sie liegen jeweils in zwei Ausfertigungen vor. Beides zusammen erklärt, warum sich Vererbung nicht in einfachen Merkmalslisten abbilden lässt.

Und ein dritter Punkt, der über das Thema hinausreicht: Die Chromosomenzahl ist bei allen Menschen gleich. Was Menschen genetisch unterscheidet, sind Varianten an einzelnen Positionen – ein sehr kleiner Teil des Erbguts, der trotzdem den ganzen Unterschied ausmacht.

Für die Beurteilung von Gentests ergibt sich daraus eine brauchbare Faustregel. Je einfacher die Zuordnung klingt, die ein Anbieter verspricht, desto genauer lohnt der Blick darauf, worauf sie sich stützt. Bei rund 19.900 proteinkodierenden Genen und Genen, die andere Gene steuern, sind einfache Eins-zu-eins-Aussagen die Ausnahme.

Die zweite Frage, die sich immer lohnt, betrifft das Verfahren. Ob ein Test das Genom vollständig liest oder gezielt Einzelpositionen prüft, ist ein grundlegender Unterschied – und er entscheidet darüber, welche Fragen der Test überhaupt beantworten kann.

Dein konkreter nächster Schritt: Wenn dich das Thema über die Zahl hinaus interessiert, sieh dir an, wie der Unterschied zwischen DNA, Gen und Chromosom in unserem Beitrag zum Aufbau der DNA erklärt wird. Und wenn dich ein DNA-Test interessiert, prüfe zuerst, welches Verfahren er verwendet – das ist die Frage, die den Unterschied macht.

Häufige Fragen

Wie viele Chromosomen hat der Mensch?

Eine menschliche Zelle enthält laut MedlinePlus Genetics normalerweise 23 Chromosomenpaare, insgesamt also 46. 22 dieser Paare sind Autosomen und sehen bei Frauen und Männern gleich aus. Das 23. Paar bilden die Geschlechtschromosomen: Frauen tragen zwei X-Chromosomen, Männer ein X und ein Y.

Was ist der Unterschied zwischen Autosomen und Geschlechtschromosomen?

Autosomen sind die 22 Paare, die bei Frauen und Männern gleich aussehen; sie werden nach ihrer Größe von 1 bis 22 durchnummeriert. Das verbleibende Paar sind die Geschlechtschromosomen X und Y. Bei Frauen liegen zwei X-Chromosomen vor, bei Männern ein X und ein Y – dieses eine Paar ist damit das einzige, dessen beide Partner sich bei einem Teil der Menschen unterscheiden.

Wie viele Gene hat der Mensch?

Das Humangenomprojekt schätzte den Bestand auf 20.000 bis 25.000 Gene. Nach neueren Erkenntnissen enthält das menschliche Genom rund 19.900 Gene, die zur Herstellung von Proteinen verwendet werden. Daneben gibt es Gene, die nicht für Proteine kodieren, sondern andere Gene steuern. Die früher verbreitete Zahl von rund 100.000 Genen stammt aus Schätzungen vor dem Humangenomprojekt.

Was ist der Unterschied zwischen DNA, Gen und Chromosom?

Die drei Begriffe stehen ineinander, nicht nebeneinander. DNA ist das Material, aus dem das Erbgut besteht. Ein Gen ist ein Abschnitt dieser DNA – MedlinePlus beschreibt Gene als aus DNA bestehend. Ein Chromosom ist die Verpackungsform, in der die DNA in der Zelle vorliegt, und jedes Chromosom enthält viele Gene.

Kann ein DNA-Test meine Chromosomen zählen?

Nein. Die DNA-Tests von mybody®x arbeiten mit SNP-Genotypisierung an über 700.000 vorab festgelegten Einzelpositionen und lesen nicht das gesamte Genom. Sie zählen keine Chromosomen und erkennen keine Chromosomenstörungen. Wer eine solche Fragestellung hat, braucht eine humangenetische Untersuchung in ärztlicher Begleitung.

Von der Grundlage zur eigenen Veranlagung

Die Chromosomenzahl ist bei allen Menschen gleich. Interessant wird es an den Stellen, an denen sich Menschen unterscheiden – dort setzt eine DNA-Analyse an, als Beschreibung der Veranlagung und nicht als Diagnose.

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Quellen

  1. MedlinePlus Genetics, U.S. National Library of Medicine (NLM): How many chromosomes do people have?, Stand 2021 — medlineplus.gov
  2. MedlinePlus Genetics, U.S. National Library of Medicine (NLM): What is a gene?, Stand 2024 — medlineplus.gov

Die Chromosomenzahl, die Aufteilung in 22 Autosomenpaare und ein Geschlechtschromosomenpaar, die Nummerierung nach Größe sowie die Angaben zu X und Y stützen sich auf Quelle [1]. Die Definition des Gens, die Genzahlen des Humangenomprojekts und die neuere Angabe von rund 19.900 proteinkodierenden Genen, die Spanne der Genlängen, das Verhältnis von Genen zu DNA und Chromosomen sowie die Zwei-Kopien-Regel und der Begriff Allel stammen aus Quelle [2]. Das Zitat in Kapitel 1 steht im englischen Original; die deutsche Wiedergabe im Fließtext darunter ist unsere Übersetzung. Angaben zum Verfahren, zum Umfang und zum Datenschutz der mybody®x-Tests stammen von den Produktseiten und aus dem Wissensspeicher, abgerufen am 5. August 2026.

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Genetik Nutrigenetik Wissenschaftskommunikation

Dieser Beitrag wurde vom mybody®x Redaktions- und Fachteam erstellt und fachlich geprüft. Das Team vereint Fachwissen aus Nutrigenetik, Mikrobiom- und Darmwissenschaft, Blutanalyse-Interpretation, Ernährungswissenschaft und Labordiagnostik.

Veröffentlicht am 5. August 2026 · Zuletzt aktualisiert am 5. August 2026

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Fragen zu Chromosomenstörungen, zu Kinderwunsch oder zu erblichen Erkrankungen gehören in eine humangenetische Beratung; die DNA-Analyse von mybody®x dient der Ernährungs- und Lebensstilberatung und ist kein diagnostisches Verfahren.

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