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Wie viel DNA von Mutter und Vater? Die Anteile einfach erklärt

3. Oktober 2026ca. 16 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Von Mutter und Vater stammt je genau die Hälfte deiner DNA auf den Chromosomen ohne die Geschlechtschromosomen X und Y, ohne Streuung (Hill und Weir, 2011). Mit einem Großelternteil teilst du im Mittel ein Viertel; die Standardabweichung als Maß der Streuung liegt bei 0,036 (Hill und Weir, 2011). Geschwister teilen im Mittel die Hälfte (Hill und Weir, 2011).

Die Mitochondrien-DNA, eine kleine eigene DNA außerhalb des Zellkerns, stammt von der Mutter (Giles u. a., 1980).

Das Y-Chromosom erhält ein Sohn vom Vater, und beide teilen es ohne Streuung (Hill und Weir, 2011).

„Ein Viertel von jeder Großmutter“ ist ein Mittelwert (Hill und Weir, 2011), kein fester Anteil für den einzelnen Menschen.

In diesem Artikel

Wie viel DNA stammt von Mutter und Vater?

Von jedem Elternteil genau die Hälfte: Eltern und Kind teilen in einem Modell des menschlichen Erbguts die Hälfte ihrer DNA, mit einer Standardabweichung von 0 (Hill und Weir, 2011). Anders als bei Großeltern oder Geschwistern gibt es hier keinen Spielraum nach oben oder unten.

Der Grund liegt im Aufbau des Erbguts. Die Chromosomen, die Träger der Erbanlagen im Zellkern, liegen als Chromosomenpaare vor, also als je zwei zusammengehörige Chromosomen, eines von der Mutter und eines vom Vater. Ihre Zahl und die Besonderheit des letzten Paares erklärt der Beitrag zur Zahl der Chromosomen beim Menschen. Für diesen Artikel zählt die Folge: Jedes Gen auf diesen Paaren trägst du in zwei Kopien.

Wie das bei einem einzelnen Gen aussieht, beschreibt MedlinePlus Genetics (NLM, 2023) am Milchzucker. Ob ein Erwachsener ihn verwerten kann, hängt davon ab, welche Varianten eines Regelabschnitts im Gen MCM6 er von seinen Eltern geerbt hat. Dieser Regelabschnitt ist ein Stück DNA, das die Aktivität des benachbarten Laktase-Gens LCT steuert.

Die Modellrechnung, auf die sich die Zahlen dieses Artikels stützen, arbeitet mit 22 Autosomen, also den Chromosomen ohne die Geschlechtschromosomen X und Y (Hill und Weir, 2011). Von jedem Autosom gibt die Mutter genau eine Kopie weiter, der Vater ebenso. Damit stammt die Hälfte deiner DNA auf den Autosomen von ihr und die andere Hälfte von ihm, ganz gleich, welche Kopie der Zufall jeweils ausgewählt hat (Hill und Weir, 2011).

Daraus folgt der wichtigste Gedanke dieses Artikels: Fest ist die Menge, nicht der Inhalt. Welche Fassung eines Gens bei dir angekommen ist, kann zwischen Geschwistern verschieden sein, wie viel insgesamt von der Mutter stammt, dagegen nicht. Wie Vererbung grundsätzlich funktioniert, fasst der Überblick zur DNA und ihrer Vererbung zusammen.

Zwei Stellen fallen aus diesem Muster: die Geschlechtschromosomen und die kleine eigene DNA der Mitochondrien. Dort tragen Mutter und Vater nicht gleich viel bei, deshalb bekommen beide weiter unten ein eigenes Kapitel.

Wie viel DNA stammt von den Großeltern?

Im Erwartungswert, also dem Wert, der sich im Durchschnitt ergibt, teilst du mit jedem Großelternteil ein Viertel, bei einer Standardabweichung von 0,036 (Hill und Weir, 2011). Rechnerisch entspricht das einer Streuung von 3,6 Prozentpunkten um einen Mittelwert von 25 Prozent (Hill und Weir, 2011).

Geteilter Anteil und Streuung im Modell

Hälfte

Eltern und Kind: Erwartungswert 0,5, Standardabweichung 0 (Hill und Weir, 2011)

Viertel im Mittel

Großelternteil und Enkel: Erwartungswert 0,25, Standardabweichung 0,036 (Hill und Weir, 2011)

Hälfte

Vollgeschwister, also Geschwister mit denselben beiden Eltern: Erwartungswert 0,5, Standardabweichung 0,039 (Hill und Weir, 2011)

Quelle: Hill und Weir, Genetics Research, 2011, Modell mit 22 Autosomen

Der Satz „von jedem Großelternteil genau ein Viertel“ stimmt deshalb nur als Mittelwert (Hill und Weir, 2011). Er entsteht aus einer einfachen Kette: Von der Mutter stammt die Hälfte, und von dieser Hälfte stammt im Erwartungswert wiederum die Hälfte von ihrer Mutter. Rechnerisch ist das die Hälfte der Hälfte, also ein Viertel, und genau diesen Wert nennt die Modellrechnung als Erwartung (Hill und Weir, 2011). Beim einzelnen Menschen weicht der tatsächliche Anteil davon ab.

Warum er abweicht, beschreiben Hill und Weir schon in der Zusammenfassung ihrer Arbeit. Der erwartete Anteil ergibt sich aus dem Stammbaum; der tatsächliche weicht durch die Mendelsche Zufallsverteilung davon ab, also durch den Zufall bei jeder Weitergabe (Hill und Weir, 2011). Wie stark er abweicht, hängt von der Zahl der Chromosomen und ihrer genetischen Länge ab, einem Maß für die Rekombination, das Neumischen eines Chromosoms vor der Weitergabe (Hill und Weir, 2011).

Ein Gedankenexperiment macht das greifbar. Deine Mutter trägt von jedem Autosom eine Kopie ihrer Mutter und eine ihres Vaters. Würde sie ein Chromosom unverändert weitergeben, hättest du dieses Stück ganz von der Oma oder ganz vom Opa. Durch die Rekombination kommt stattdessen eine Mischung bei dir an, mal mit mehr Anteil der einen Seite, mal mit mehr der anderen.

Wie stark sich das ausgleicht, rechnet die Arbeit vor. Ein Chromosom ist im Mittel etwa 1,6 Morgan lang (Hill und Weir, 2011); Morgan ist die Einheit, in der die genetische Länge gemessen wird. Weil das Erbgut auf 22 Autosomen verteilt ist, beträgt die Streuung über das ganze Genom, also das gesamte Erbgut, nur etwa ein Fünftel der Streuung eines einzelnen Chromosoms (Hill und Weir, 2011). Die Zufälle der einzelnen Chromosomen gleichen sich so zum Teil aus.

Die Standardabweichung von 0,036 ist dabei keine feste Spanne, sondern ein Maß dafür, wie weit einzelne Werte typischerweise vom Mittelwert entfernt liegen (Hill und Weir, 2011). Der Anteil je Großelternteil schwankt also von Mensch zu Mensch um einige Prozentpunkte um 25 Prozent (Hill und Weir, 2011).

Ein zweiter Befund überrascht auf den ersten Blick: Je entfernter die Verwandtschaft, desto kleiner die absolute Streuung, aber desto größer die Streuung im Verhältnis zum Erwartungswert (Hill und Weir, 2011). Rechnerisch macht die Standardabweichung bei Großelternteil und Enkel rund 14 Prozent des Erwartungswerts aus, bei Vollgeschwistern rund 8 Prozent (Hill und Weir, 2011).

Warum ein Merkmal bei den Kindern fehlen und bei den Enkeln wieder auftauchen kann, erklärt der Beitrag über Gene, die eine Generation überspringen; hier geht es um die Mengen.

Wie viel DNA teilen Geschwister?

Im Erwartungswert die Hälfte, mit einer Standardabweichung von 0,039 (Hill und Weir, 2011). Gemessen bei 4.401 Geschwisterpaaren lag der geteilte Anteil zwischen 37,4 und 61,7 Prozent (Visscher u. a., 2006).

Drei gleiche dunkle Schalen mit unterschiedlich viel Wasser

Gemeint sind Vollgeschwister. Jedes Kind erhält von der Mutter eine Hälfte ihres Erbguts, aber nicht dieselbe: Bei jeder Weitergabe wird neu ausgewählt und neu gemischt (Hill und Weir, 2011). Zwei Geschwister können deshalb an einer Stelle dieselbe Kopie der Mutter geerbt haben und an der nächsten verschiedene. Im Mittel ergibt das die Hälfte, im Einzelfall mehr oder weniger (Hill und Weir, 2011).

Im Modell liegt die Standardabweichung bei Vollgeschwistern bei 0,039, rechnerisch also bei 3,9 Prozentpunkten um 50 Prozent (Hill und Weir, 2011). Damit streut der Anteil bei Geschwistern absolut etwas stärker als bei Großelternteil und Enkel, obwohl der Mittelwert rechnerisch doppelt so hoch ist (Hill und Weir, 2011).

Dass diese Streuung echt ist, zeigt eine Messung. In einer Studie mit 4.401 Geschwisterpaaren bestimmten die Forschenden aus Daten über das ganze Erbgut, welchen Anteil die Geschwister tatsächlich von denselben Eltern geerbt teilen (Visscher u. a., 2006). Er reichte von 37,4 bis 61,7 Prozent, im Mittel 49,8 Prozent, bei einer Standardabweichung von 3,6 Prozentpunkten (Visscher u. a., 2006).

Wichtig ist, was hier gezählt wird. Gemeint ist der Anteil, den beide von denselben Eltern geerbt haben. Das ist etwas anderes als die Übereinstimmung aller DNA-Bausteine; die liegt bei allen Menschen deutlich höher.

Für zweieiige Zwillinge nennt MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) im Mittel 50 Prozent geteilte DNA, also denselben Mittelwert. Die Tabelle stellt die Werte je Verwandtschaft nebeneinander, Modellrechnung und Messung getrennt.

Geteilter Anteil je Verwandtschaft

Verwandtschaft Im Mittel Streuung
Eltern und Kind die Hälfte keine, Standardabweichung 0 (Hill und Weir, 2011)
Großelternteil und Enkel ein Viertel Standardabweichung 0,036 (Hill und Weir, 2011)
Vollgeschwister, Modell die Hälfte Standardabweichung 0,039 (Hill und Weir, 2011)
Vollgeschwister, gemessen 49,8 Prozent (Visscher u. a., 2006) 37,4 bis 61,7 Prozent, Standardabweichung 3,6 Prozentpunkte (Visscher u. a., 2006)

Quellen: Modellwerte für 22 Autosomen nach Hill und Weir, Genetics Research, 2011; Messung an 4.401 Geschwisterpaaren nach Visscher u. a., PLoS Genetics, 2006.

Welche DNA kommt nur von der Mutter?

Die Mitochondrien-DNA: In einer Familienstudie zeigten die Kinder in jeder Familie, in der sich die Muster von Mutter und Vater unterschieden, das Muster der Mutter (Giles u. a., 1980). Diese DNA umfasst laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2018) etwa 16.500 Basenpaare, also DNA-Bausteine.

Mitochondrien sind Bestandteile der Zelle außerhalb des Zellkerns, und sie besitzen eine kleine eigene DNA, die mitochondriale DNA oder kurz mtDNA (NLM, 2018). Beim Menschen umfasst sie etwa 16.500 Basenpaare, also DNA-Bausteine, und enthält 37 Gene (NLM, 2018). Wo genau welche DNA in der Zelle liegt, zeigt der Beitrag wo sich die DNA befindet.

Dass diese DNA über die Mutter weitergegeben wird, zeigte eine Arbeit von 1980 (Giles u. a., 1980). Die Forschenden verglichen Schnittmuster der mtDNA, die entstehen, wenn ein Enzym die DNA an festen Stellen zerschneidet, in einer Familie über drei Generationen mit 33 Mitgliedern und in zwei Familien über zwei Generationen mit je vier Mitgliedern (Giles u. a., 1980). Wo sich die Muster der Eltern unterschieden, trugen die Kinder das der Mutter. Ihr Schluss: Die mitochondriale DNA des Menschen wird von der Mutter vererbt.

Belegte Fundstelle

„Mitochondrien haben auch eine kleine Menge eigener DNA. Dieses Erbgut ist als mitochondriale DNA oder mtDNA bekannt.“

MedlinePlus Genetics, U.S. National Library of Medicine
Mitochondrial DNA · MedlinePlus Genetics (NLM, 2018) · aus dem Englischen übertragen

Für die Mengenfrage heißt das: Mit der mtDNA erhält ein Kind zwar ein Stück Erbgut, das nur von der Mutter kommt. Laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2018) ist es aber nur ein kleiner Bruchteil der gesamten DNA einer Zelle, und am gleich großen Beitrag beider Eltern auf den Autosomen ändert es nichts.

Welche DNA kommt nur vom Vater?

Das Y-Chromosom eines Sohnes: Vater und Sohn teilen es genau, ohne Streuung (Hill und Weir, 2011). Laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2022) umfasst es mehr als 59 Millionen Basenpaare, fast 2 Prozent der DNA einer Zelle.

Das Y ist eines der beiden Geschlechtschromosomen, das andere ist das X; zusammen bilden sie eines der 23 Chromosomenpaare jeder Zelle (NLM, 2022). Männer haben ein X und ein Y, Frauen zwei X (NLM, 2022). Weil nur Männer ein Y tragen, kann ein Sohn sein Y nur vom Vater haben. Die Modellrechnung bestätigt diesen Schluss: Beim Y-Chromosom teilen Vater und Sohn das Erbgut genau (Hill und Weir, 2011).

Beim X ist es umgekehrt. Ein X-Chromosom teilen Vater und Sohn nicht, denn der Sohn erhält sein X von der Mutter (Hill und Weir, 2011). Eine Tochter dagegen erhält eine Kopie des väterlichen X ohne Zufallsauswahl, weil der Vater nur dieses eine X besitzt (Hill und Weir, 2011). Ihr zweites X stammt von der Mutter und ist wie die Autosomen durch Rekombination neu gemischt.

Das Y trägt laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2022) wahrscheinlich 70 bis 200 Gene mit Bauanleitungen für Proteine. Ein Teil davon kommt nur auf dem Y vor; die Gene in den pseudoautosomalen Bereichen, also in Abschnitten, die X und Y gemeinsam haben, liegen dagegen auf beiden Geschlechtschromosomen (NLM, 2022). „Nur vom Vater“ gilt deshalb für die Y-eigenen Gene, nicht für jedes Gen auf dem Y. Auch die genaue Übereinstimmung von Vater und Sohn gilt in der Modellrechnung ohne diese Bereiche (Hill und Weir, 2011).

Kapitel auf einen Blick

Ein Sohn erhält das Y-Chromosom vom Vater und teilt es mit ihm genau (Hill und Weir, 2011). Sein X stammt von der Mutter. Eine Tochter erhält das X des Vaters ohne Zufallsauswahl und ein neu gemischtes X der Mutter (Hill und Weir, 2011). Das Y macht laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2022) fast 2 Prozent der DNA einer Zelle aus.

Wie erbt ein Kind seine Genvarianten? Das Beispiel FTO

Je Gen kommt eine Kopie von der Mutter und eine vom Vater, und welche ihrer beiden Kopien ein Elternteil weitergibt, hängt vom Zufall ab (Hill und Weir, 2011). Am Gen FTO zeigt sich, dass dabei jede einzelne Kopie zählt (Frayling u. a., 2007).

Eine Genvariante ist eine von mehreren Fassungen desselben DNA-Abschnitts. Trägt deine Mutter an einer Stelle zwei verschiedene Varianten, gibt sie dir eine davon weiter, und welche es wird, ergibt sich bei jeder Weitergabe neu aus der Mendelschen Zufallsverteilung (Hill und Weir, 2011). Beim Vater läuft es genauso.

Die Kombination deiner beiden Kopien an einer Stelle heißt Genotyp. Wie sich aus den Genotypen der Eltern die möglichen Genotypen der Kinder mit Wahrscheinlichkeiten ergeben, rechnet der Beitrag zu den Mendelschen Regeln Schritt für Schritt durch. Hier genügt der Kern: Geschwister können an derselben Stelle verschiedene Genotypen tragen, obwohl sie dieselben Eltern haben.

Die Menge ist fest verteilt, die Auswahl nicht.

Wie das bei einem echten Gen aussieht, zeigt eine Variante im Gen FTO. Eine Studie fand einen additiven Zusammenhang dieser Variante mit dem Body-Mass-Index, kurz BMI, einer Kennzahl aus Körpergewicht und Körpergröße, und bestätigte ihn in 13 Gruppen mit 38.759 Teilnehmenden (Frayling u. a., 2007). Additiv heißt: Der Zusammenhang wächst mit jeder Kopie, zwei Kopien zeigen ihn deutlicher als eine.

In der Studie trugen 16 Prozent der Erwachsenen die Variante auf beiden Kopien, sie hatten sie also von Mutter und Vater geerbt (Frayling u. a., 2007). Dieser Genotyp heißt reinerbig, weil beide Kopien an dieser Stelle gleich sind. Wer die Variante nur von einem Elternteil hat, trägt sie auf einer Kopie, auf der anderen steht eine andere Fassung.

Die Studie beschreibt einen Zusammenhang in großen Gruppen (Frayling u. a., 2007); für den einzelnen Menschen ist eine solche Variante ein Faktor unter mehreren. Die Anlage ist keine Festlegung. Genau diese zwei Kopien an einzelnen, festgelegten Stellen liest ein DNA-Test aus Speichel aus.

Was liest ein DNA-Test aus deinen zwei Kopien?

Er bestimmt an vorab festgelegten Stellen, welche Varianten auf deinen beiden Kopien stehen, also deinen Genotyp. Das ganze Erbgut liest er nicht.

Beim NutriCare | INFINITY DNA-Test von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) heißt das Verfahren SNP-Genotypisierung. SNPs sind dabei „einzelne vererbbare Abschnitte deiner DNA“, und die Genotypisierung prüft vorab festgelegte Einzelpositionen. Laut den Produktangaben von mybody®x (Stand 03.10.2026) gilt: „SNP-Genotypisierung mit über 700.000 SNPs. Keine Ganzgenomsequenzierung.“ Eine Ganzgenomsequenzierung würde dagegen das gesamte Erbgut Baustein für Baustein auslesen.

Laut den Produktangaben von mybody®x wertet der Test aus diesen Stellen 140 Genvariationen aus (Stand 03.10.2026). Eine davon passt zum Beispiel aus dem vorigen Kapitel: Die Analyse „Reaktion auf Kohlenhydrate“ betrachtet unter anderem das Gen FTO und beschreibt eine Veranlagung, keine Vorhersage. Wie sich die beiden Verfahren im Einzelnen unterscheiden, erklärt der Beitrag Genotypisierung oder Sequenzierung.

Was der Test nicht leistet, gehört zur Antwort dazu. Eine Diagnose stellt er nicht, in den Produktangaben heißt es: „Er ist kein diagnostisches Verfahren und ersetzt keine ärztliche Beratung.“

NutriCare | INFINITY DNA-Test von mybody®x

Aus dem mybody®x-Sortiment · DNA-Test aus Speichel

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Der Test liest aus einer Speichelprobe 140 Genvariationen per SNP-Genotypisierung, also an vorab festgelegten Einzelpositionen deiner DNA, darunter die Analyse „Reaktion auf Kohlenhydrate“ mit dem Gen FTO; ausgewertet in einem Fachlabor in Deutschland. Er liest nicht das ganze Genom und ist kein diagnostisches Verfahren.

Preis 269,00 € Stand 03.10.2026, Änderungen möglich
Probenart Speichelprobe
Bearbeitungszeit Kit-Versand 1–3 Werktage
Laborauswertung 15–25 Werktage nach Probeneingang

Stand der Angaben: 03.10.2026

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Grenzen: Was die DNA-Anteile nicht aussagen

Die Anteile sind Mittelwerte mit Streuung: gerechnet in einem Modell (Hill und Weir, 2011) oder gemessen an einer Gruppe von Geschwistern (Visscher u. a., 2006). Für eine einzelne Familie geben sie den Rahmen vor, nicht den genauen Wert.

Die Modellwerte gelten für 22 Autosomen, X und Y sind darin nicht enthalten (Hill und Weir, 2011). Die Standardabweichung beschreibt, wie stark Einzelwerte typischerweise streuen; eine Grenze, die kein Mensch über- oder unterschreitet, ist sie nicht.

Die gemessene Spanne bei Geschwistern stammt aus einer Studie an leiblichen Vollgeschwistern (Visscher u. a., 2006). Sie beschreibt also Geschwister mit denselben beiden Eltern, keine anderen Verwandten.

Die mütterliche Vererbung der mtDNA beruht in diesem Artikel auf einer kleinen Familienstudie (Giles u. a., 1980). Die genaue Übereinstimmung von Vater und Sohn auf dem Y gilt im Modell ohne die pseudoautosomalen Bereiche (Hill und Weir, 2011).

Eine einzelne Variante wie die im Gen FTO ist ein kleiner Baustein: Der Zusammenhang wurde als Mittelwert in großen Gruppen beschrieben (Frayling u. a., 2007), nicht als Festlegung für einen Menschen.

Für den Speicheltest gilt laut den Produktangaben von mybody®x (Stand 03.10.2026): Er ist kein diagnostisches Verfahren und ersetzt keine ärztliche Beratung. Fragen zu einer Erbkrankheit in der Familie gehören in eine humangenetische Beratung.

Was ist beim Erbe von Mutter und Vater fest, was Zufall?

Von Mutter und Vater kommt je genau die Hälfte deiner DNA auf den Autosomen, daran rüttelt kein Zufall (Hill und Weir, 2011). Der Zufall mischt nur, welche Fassung jedes Gens bei dir ankommt, und damit, wie viel du mit einer Großmutter oder einem Bruder teilst. Zwei kleine Wege haben eine feste Richtung: die mtDNA von der Mutter, das Y vom Vater zum Sohn. Die Anlage ist keine Festlegung, und ein Viertel je Großelternteil bleibt ein Mittelwert (Hill und Weir, 2011).

Häufige Fragen

Bekommt eine Tochter mehr DNA von der Mutter?

Kaum. Auf den 22 Autosomen stammt bei einer Tochter wie bei einem Sohn genau die Hälfte von jedem Elternteil (Hill und Weir, 2011). Bei den Geschlechtschromosomen erhält sie ein X vom Vater ohne Zufallsauswahl und ein neu gemischtes X von der Mutter (Hill und Weir, 2011). Dazu kommt die Mitochondrien-DNA, die über die Mutter weitergegeben wird; sie macht laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2018) aber nur einen kleinen Bruchteil der gesamten DNA einer Zelle aus.

Welche Gene bekommt mein Kind?

Dein Kind bekommt von dir je Gen eine deiner beiden Kopien, vom anderen Elternteil ebenfalls eine. Welche das ist, ergibt sich bei jeder Weitergabe neu aus dem Zufall, und die Kopien sind durch Rekombination neu gemischt (Hill und Weir, 2011). Deshalb können Geschwister an derselben Stelle verschiedene Varianten tragen. Bei den Geschlechtschromosomen gibt es eine feste Richtung: Ein Sohn bekommt das Y vom Vater und das X von der Mutter, eine Tochter je ein X von beiden (Hill und Weir, 2011).

Kann man von einer Oma mehr DNA haben als vom Opa?

Ja. Im Mittel teilst du mit jedem Großelternteil ein Viertel, bei einer Standardabweichung von 0,036 (Hill und Weir, 2011), der tatsächliche Anteil weicht also vom Viertel ab. Weil die Hälfte von deiner Mutter fest ist (Hill und Weir, 2011), gleichen sich ihre beiden Eltern rechnerisch aus: Was du von ihrer Mutter mehr hast, hast du von ihrem Vater weniger. Für die Seite deines Vaters gilt dasselbe, dort teilen sich seine Eltern rechnerisch die andere Hälfte (Hill und Weir, 2011).

Teilen Geschwister mehr DNA als Eltern und Kind?

Im Mittel nicht: Beide Paare teilen im Erwartungswert die Hälfte (Hill und Weir, 2011). Der Unterschied liegt in der Streuung. Bei Eltern und Kind ist sie null, bei Vollgeschwistern liegt die Standardabweichung bei 0,039 (Hill und Weir, 2011). Ein einzelnes Geschwisterpaar kann deshalb mehr oder weniger als die Hälfte teilen; gemessen wurden Werte zwischen 37,4 und 61,7 Prozent (Visscher u. a., 2006).

Haben eineiige Zwillinge die gleiche DNA?

Fast. Laut MedlinePlus Genetics (NLM, 2021) unterscheiden sich eineiige Zwillinge in ihrer DNA fast nicht, zweieiige teilen dagegen im Mittel 50 Prozent. Genau dieser Unterschied macht Zwillinge für die Forschung interessant: Ist ein Merkmal bei eineiigen Zwillingen ähnlicher als bei zweieiigen, die in derselben Umgebung aufwachsen, gilt das laut derselben Quelle (NLM, 2021) als Hinweis, dass Gene an diesem Merkmal wahrscheinlich beteiligt sind.

Nächster Schritt

Deinen Genotyp an ausgewählten Stellen kennenlernen

Der NutriCare | INFINITY DNA-Test liest aus einer Speichelprobe, welche Varianten auf deinen beiden Kopien stehen, als Veranlagung und nicht als Diagnose.

Zum NutriCare | INFINITY DNA-Test Wie ein DNA-Test aus der Speichelprobe Varianten liest Der Weg von der Probe bis zum Bericht

Weiterlesen

Quellen

  1. Hill W. G., Weir B. S.: Variation in actual relationship as a consequence of Mendelian sampling and linkage. Genetics Research (Stand 2011) – europepmc.org
  2. Visscher P. M. u. a.: Assumption-free estimation of heritability from genome-wide identity-by-descent sharing between full siblings. PLoS Genetics (Stand 2006) – europepmc.org
  3. MedlinePlus Genetics (NLM): Mitochondrial DNA (Stand 2018) und Y chromosome (Stand 2022) – medlineplus.gov · medlineplus.gov
  4. Giles R. E. u. a.: Maternal inheritance of human mitochondrial DNA. Proceedings of the National Academy of Sciences of the USA (Stand 1980) – europepmc.org

Die Modellwerte samt Streuung stützen sich auf [1], ebenso die Weitergabe von X und Y. Die gemessene Spanne bei Geschwistern stammt aus [2]. Größe und Gene von mtDNA und Y-Chromosom stammen aus [3], die mütterliche Vererbung der mtDNA aus [4]. Die Angaben zu Zwillingen folgen MedlinePlus Genetics, What is heritability? (NLM, 2021). Das Beispiel Milchzucker folgt MedlinePlus Genetics, Lactose intolerance (NLM, 2023). Die Variante im Gen FTO beschreiben Frayling u. a. in Science (Frayling u. a., 2007). Die Angaben zum NutriCare | INFINITY DNA-Test entsprechen den Produktangaben von mybody®x; Preise und Produktangaben können sich ändern, Stand der Angaben: 03.10.2026.

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Vererbung Humangenetik

Dieser Beitrag stammt vom mybody®x Redaktions- & Fachteam und stützt sich auf die oben genannten Fachquellen. Wer im Team mitarbeitet, steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 03.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 03.10.2026

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Die DNA-Analyse dient der Ernährungs- und Lebensstilberatung. Sie ist kein diagnostisches Verfahren, stellt keine Krankheitsvorhersage dar und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Genetische Varianten beschreiben Wahrscheinlichkeiten in Bevölkerungsgruppen, keine Festlegung für einzelne Personen.

Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.

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