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Welcher Tee bei Histaminintoleranz? Was bekannt ist und was nicht

21. Oktober 2026ca. 13 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Welcher Tee bei Histaminintoleranz passt, lässt sich nicht aus einer Liste ablesen. Die Leitlinie der Fachgesellschaften setzt auf die eigene Verträglichkeit: In einer Testphase von bis zu 6 Wochen führst du verdächtige Lebensmittel gezielt wieder ein (DGAKI u. a., 2021). Das gilt für grünen und schwarzen Tee ebenso wie für Kräutertee.

Welcher Tee zu dir passt, zeigt deine eigene Testphase; ihr Ziel ist deine Verträglichkeit, kein dauerhafter Verzicht (DGAKI u. a., 2021).

Für „Histaminliberatoren“, also Stoffe, die angeblich Histamin im Körper freisetzen, gibt es in Lebensmitteln laut Leitlinie keinen verlässlichen Beleg (DGAKI u. a., 2021).

Zu Tee und Histamin fehlt bisher Forschung an Menschen mit Histaminunverträglichkeit.

In diesem Artikel

Welcher Tee ist bei Histaminintoleranz verträglich?

Welcher Tee für dich verträglich ist, zeigt deine eigene Testphase und keine feste Liste. Die Leitlinie zur Histaminunverträglichkeit beschreibt dafür eine Kostumstellung in drei Phasen, an deren Ende du nach deiner eigenen Verträglichkeit isst und trinkst (DGAKI u. a., 2021).

Vielleicht lässt du Wein schon weg und greifst abends lieber zur Tasse Tee. Dann willst du wissen, ob wenigstens die bleiben darf. Suchst du danach im Netz, widersprechen sich die Listen: Was die eine erlaubt, streicht die nächste. Das liegt nicht an dir, denn die Forschung zur histaminarmen Kost ist laut Leitlinie äußerst begrenzt (DGAKI u. a., 2021).

Mit Histaminintoleranz ist hier gemeint, was die Leitlinie als Unverträglichkeitsreaktion auf aufgenommenes Histamin beschreibt, also auf Histamin, das mit Essen und Trinken in den Körper kommt (DGAKI u. a., 2021). Die Grundlagen dazu stehen in unserem Grundlagenbeitrag zu Histamin. Hier geht es um die praktische Frage, wie du zu deinem Tee kommst.

Zuerst kommt die Karenz, also eine Phase der Einschränkung: 10 bis 14 Tage mit einer gemüsebetonten Mischkost, die weniger biogene Amine enthält, vor allem weniger Histamin (DGAKI u. a., 2021). Biogene Amine sind die Stoffgruppe, zu der Histamin gehört.

Danach folgt die Testphase von bis zu 6 Wochen: Verdächtige Lebensmittel kommen gezielt zurück auf den Speiseplan, um deine individuelle Histaminverträglichkeit zu bestimmen (DGAKI u. a., 2021). Am Ende steht die Dauerernährung, in der du dich nach dieser Verträglichkeit richtest.

Für Tee heißt das: Wer einen Tee im Verdacht hat, kann ihn wie andere verdächtige Lebensmittel in der Testphase gezielt wieder einführen. Die Antwort auf die Frage nach deinem Tee entsteht also bei dir und nicht in einer Tabelle aus dem Netz.

Zur ehrlichen Einordnung gehört auch die Studienlage. Zur histaminarmen Kost fehlen randomisierte kontrollierte Studien, also Vergleichsstudien mit zufälliger Zuteilung (DGAKI u. a., 2021). Das Vorgehen in Phasen ist deshalb ein strukturierter Weg zu deiner eigenen Antwort, kein Versprechen auf weniger Beschwerden.

Dieser Beitrag bleibt beim Tee. Um Getränke mit Alkohol geht es in unserem Beitrag zu Alkohol und Histamin.

Kostumstellung in Phasen (DGAKI u. a., 2021)

Phase Dauer Ziel
Karenz 10 bis 14 Tage (DGAKI u. a., 2021) weniger biogene Amine, Beschwerden beobachten
Testphase bis zu 6 Wochen (DGAKI u. a., 2021) verdächtige Lebensmittel gezielt wieder einführen
Dauerernährung dauerhaft (DGAKI u. a., 2021) nach der eigenen Verträglichkeit essen

Warum gelten manche Tees als Histaminliberatoren?

Weil Ernährungslisten mit dem Begriff Histaminliberator arbeiten: Gemeint sind Stoffe, die angeblich Histamin im Körper freisetzen. Für Lebensmittel gibt es laut Leitlinie bisher keinen verlässlichen Beleg, dass es solche Liberatoren gibt, und auch keinen für ihre Bedeutung bei Unverträglichkeiten (DGAKI u. a., 2021).

Das Wort „angeblich“ steht hier mit Absicht. Die Leitlinie setzt „Histaminliberatoren“ selbst in Anführungszeichen und hält fest, dass ihre Existenz in Lebensmitteln bisher nicht verlässlich belegt ist (DGAKI u. a., 2021). Eine Liste, die mit diesem Begriff arbeitet, stützt sich also auf eine Annahme und nicht auf einen nachgewiesenen Vorgang.

Eine Übersichtsarbeit beschreibt, wie unscharf solche Einstufungen sein können: Einige routinemäßig gemiedene Lebensmittel enthalten nur wenig biogene Amine und werden trotzdem als Histaminliberatoren geführt (sinngemäß nach Hrubisko u. a., 2021). Wer eine solche Liste liest, sieht dieser Einstufung den fehlenden Beleg nicht an.

Für dich heißt das zweierlei. Steht ein Tee auf einer Liste als Liberator, ist das kein Beleg dafür, dass er bei dir Beschwerden auslöst. Fehlt er auf einer Liste, ist das umgekehrt kein Beleg dafür, dass du ihn verträgst.

Etwas anderes ist Histamin, das ein Lebensmittel selbst enthält. Welche Lebensmittel Histamin mitbringen, ordnet unser Überblick zu histaminhaltigen Lebensmitteln ein.

Zwei Annahmen zu Tee und Histamin

Verbreitet

„Tee setzt Histamin im Körper frei.“

Belegt

Für Histaminliberatoren in Lebensmitteln gibt es bisher keinen verlässlichen Beleg (DGAKI u. a., 2021).

Verbreitet

„Pfefferminztee ist bei Histaminintoleranz geprüft.“

Belegt

In einer Studie diente Tee nur als Trägergetränk für Histamin (Komericki u. a., 2011). Laut Leitlinie war es Pfefferminztee (DGAKI u. a., 2021).

Grüner und schwarzer Tee: Was ist über Histamin bekannt?

Studien, die Tee bei Menschen mit Histaminunverträglichkeit geprüft haben, haben wir nicht gefunden; die vorhandenen Arbeiten stammen aus dem Labor oder aus Tierversuchen. Die Annahme, grüner oder schwarzer Tee setze Histamin frei, beschreibt einen Histaminliberator, und für solche Stoffe in Lebensmitteln gibt es laut Leitlinie keinen verlässlichen Beleg (DGAKI u. a., 2021).

Frau sitzt barfuß auf einer Düne am Meer und blickt in die Sonne

Das ist keine Entwarnung. Ein fehlender Beleg für eine Freisetzung von Histamin heißt nicht, dass Menschen mit Histaminbeschwerden grünen oder schwarzen Tee automatisch gut vertragen. Er heißt nur, dass die Frage für dich offen ist, bis du sie selbst geprüft hast.

Kernaussage

Ein fehlender Beleg für ein Risiko ist kein Beleg dafür, dass du einen Tee verträgst.

Praktisch sind grüner und schwarzer Tee in deiner Kostumstellung Lebensmittel wie andere auch. Hast du einen der beiden im Verdacht, kann er in der Testphase gezielt zurückkommen, so wie die Leitlinie das für verdächtige Lebensmittel beschreibt (DGAKI u. a., 2021).

Verträgst du ihn in dieser Phase, kann er bleiben: Die Dauerernährung richtet sich laut Leitlinie nach deiner eigenen Verträglichkeit (DGAKI u. a., 2021). Verträgst du ihn nicht, ist das ebenso eine Information. Dann hast du einen Hinweis, dass dieser Tee dir im Moment nicht bekommt, unabhängig davon, was eine Liste über ihn sagt.

Auch bei Matcha gilt: Ob er dir bekommt, zeigt deine Testphase. Allgemeines zu diesem Tee steht in unserem Beitrag Matcha im Überblick.

Kräutertee bei Histaminintoleranz: Was gilt für Kamille und Minze?

Für Kamille und Minze gilt dasselbe wie für jeden anderen Tee: Ob du sie verträgst, zeigt deine Testphase (DGAKI u. a., 2021). In einer Studie zu Histamin diente Tee nur als Trägergetränk, laut Leitlinie war es Pfefferminztee (DGAKI u. a., 2021), und über seine Verträglichkeit sagt diese Studie nichts (Komericki u. a., 2011).

Lesenswert ist die Studie trotzdem, weil sie zeigt, wie schwer sich Beschwerden an Histamin festmachen lassen (Komericki u. a., 2011). Sie war eine Provokationsstudie: Histamin wird dabei gezielt gegeben, um zu prüfen, ob Beschwerden auftreten (Komericki u. a., 2011).

Die Forschenden gaben den Teilnehmenden zunächst offen, also mit ihrem Wissen, 75 mg Histamin (Komericki u. a., 2011). Wer darauf reagierte, kam in den verblindeten Teil der Studie, und das waren 39 Personen (Komericki u. a., 2011). Die Leitlinie beziffert das als 39 von 56 Teilnehmenden (DGAKI u. a., 2021).

Im verblindeten Teil bekamen sie Tee mit Histamin oder Tee ohne Histamin, und zwar doppelblind: Weder die Teilnehmenden noch die Untersuchenden wussten, welcher Tee an der Reihe war (Komericki u. a., 2011).

Das Ergebnis: Nach 75 mg Histamin ließen sich die einzelnen Beschwerden bei vielen Teilnehmenden nicht wiederholen (sinngemäß nach Komericki u. a., 2011). Das galt laut Studie für die Hauptbeschwerden ebenso wie für die Nebenbeschwerden (Komericki u. a., 2011).

Für deine Teetasse heißt das: Der Pfefferminztee war nur das Getränk, in dem das Histamin gegeben wurde. Die Studie hat ihn weder als Ursache von Beschwerden geprüft noch als Mittel dagegen (Komericki u. a., 2011).

Für Kamillentee gilt, was die Leitlinie für verdächtige Lebensmittel allgemein beschreibt: Hast du ihn im Verdacht, kann er in der Testphase gezielt zurückkommen (DGAKI u. a., 2021). Für Hagebutten- und Brennnesseltee gilt dasselbe.

Kapitel auf einen Blick

In einer doppelblinden Studie diente Tee nur als Trägergetränk für Histamin (Komericki u. a., 2011), laut Leitlinie Pfefferminztee (DGAKI u. a., 2021). Über die Verträglichkeit von Pfefferminztee sagt diese Studie nichts (Komericki u. a., 2011). Kamille kann wie jedes verdächtige Lebensmittel in der Testphase gezielt zurückkommen (DGAKI u. a., 2021). Für Hagebutte und Brennnessel gilt dasselbe.

So findest du heraus, welchen Tee du verträgst

Du findest es über die Kostumstellung heraus, die die Leitlinie beschreibt: erst die Karenz von 10 bis 14 Tagen, dann die Testphase von bis zu 6 Wochen (DGAKI u. a., 2021). In der Testphase kommt ein verdächtiger Tee gezielt zurück, und du beobachtest, wie du ihn verträgst.

Am Anfang steht eine Frage an dich selbst: Welchen Tee hast du überhaupt im Verdacht? Vielleicht ist es der schwarze Tee am Morgen, vielleicht die Kamille am Abend. Diesen Verdacht nimmst du mit in die Kostumstellung, statt den Tee vorsorglich für immer zu streichen.

In der Karenz isst du eine gemüsebetonte Mischkost mit weniger biogenen Aminen, vor allem mit weniger Histamin, und beobachtest deine Beschwerden (DGAKI u. a., 2021). Diese Zeit gibt dir einen Ausgangspunkt, an dem du die nächste Phase messen kannst.

In der Testphase führst du den verdächtigen Tee gezielt wieder ein, so wie die Leitlinie das für verdächtige Lebensmittel vorsieht (DGAKI u. a., 2021). Gezielt heißt, dass du bewusst entscheidest, was zurückkommt, und danach hinschaust, wie es dir damit geht. Ziel ist laut Leitlinie, deine individuelle Histaminverträglichkeit zu bestimmen (DGAKI u. a., 2021).

Danach folgt die Dauerernährung nach deiner eigenen Verträglichkeit (DGAKI u. a., 2021). Das Ziel ist kein dauerhafter Verzicht, sondern eine Ernährung, die zu dir passt. Ein Tee, den du in der Testphase vertragen hast, darf darin seinen Platz haben.

Ausführlicher stehen die Phasen in unserem Überblick, was bei Histamin belegt ist. Dort geht es um die Kostumstellung als Ganzes, hier nur um deinen Tee.

Bleiben deine Beschwerden bestehen oder bist du unsicher, ob Histamin überhaupt dahintersteckt, gehört die Frage in die ärztliche Praxis. Dort lässt sich auch klären, ob andere Ursachen in Betracht kommen.

Kann ein Test zeigen, welchen Tee du verträgst?

Nein. Laut Leitlinie gibt es bisher keine objektiven Messgrößen, die eine Unverträglichkeit gegenüber aufgenommenem Histamin belegen (DGAKI u. a., 2021).

Zum Einordnen zuerst der Abbau. Der Körper baut Histamin über zwei Enzyme ab (DGAKI u. a., 2021). Die DAO, kurz für Diaminoxidase, ist das Enzym, das Histamin außerhalb der Zellen abbaut, die HNMT baut es innerhalb der Zellen ab (DGAKI u. a., 2021). Man kann sich die beiden wie zwei Reinigungstrupps vorstellen: Einer arbeitet draußen vor der Tür, der andere drinnen.

Naheliegend wäre deshalb, die DAO im Blut zu messen. Laut Leitlinie hat die Messung der DAO-Aktivität im Blutserum aber keinen diagnostischen Wert (DGAKI u. a., 2021). Auch die Messung von Histamin im Blutplasma gilt laut Leitlinie als wissenschaftlich umstritten (DGAKI u. a., 2021).

Ein Bluttest auf Histamin oder DAO ist damit kein Nachweis einer Histaminunverträglichkeit. Erst recht sagt er dir nicht, ob du einen bestimmten Tee verträgst.

Histamin oder DAO misst kein Test von mybody®x (MYBODY Lab GmbH). Für die Frage nach deinem Tee bleibt die Testphase der Weg, den die Leitlinie beschreibt (DGAKI u. a., 2021).

Hast du schon einen solchen Blutwert, kannst du ihn im Arztgespräch ansprechen. Welchen Tee du verträgst, zeigt er dir nicht.

Tee und Histamin: Wo liegen die Grenzen des Wissens?

Die Grenzen liegen in der Art der Quellen. Die Leitlinie ist eine Empfehlung im Konsens mit Stand 2021 (DGAKI u. a., 2021), und die Studie mit Tee als Trägergetränk war klein (Komericki u. a., 2011).

Die Leitlinie ist eine S1-Leitlinie, also ein Konsens von Fachgesellschaften ohne systematische Bewertung der Studienlage (DGAKI u. a., 2021). Ihre Kostumstellung in Phasen ist eine Empfehlung und kein Wirksamkeitsnachweis (DGAKI u. a., 2021). Wertlos macht sie das nicht, denn sie bündelt den gemeinsamen Stand der Fachgesellschaften (DGAKI u. a., 2021), auf den sich dieser Beitrag stützt.

Zur histaminarmen Kost gibt es laut Leitlinie nur wenige Studien, und die sind Beobachtungsstudien, die keine Schlüsse auf Ursache und Wirkung zulassen (DGAKI u. a., 2021).

Die Provokationsstudie aus Österreich hatte eine kleine Teilnehmerzahl, und ausgewertet haben wir ihre Kurzfassung (Komericki u. a., 2011). Sie prüfte, ob sich Beschwerden durch Histamin wiederholen lassen, und nicht, wie Tee vertragen wird (Komericki u. a., 2011).

Die Übersichtsarbeit zu den Liberatoren ist eine erzählende Übersicht ohne systematische Literatursuche (Hrubisko u. a., 2021). Wo sie von der Leitlinie abweicht, folgt dieser Beitrag der Leitlinie (DGAKI u. a., 2021).

Eine Grenze betrifft das Krankheitsbild selbst. Weil sich Beschwerden nicht verlässlich wiederholen lassen, stellt die Leitlinie das Krankheitsbild in Frage, sie schließt es aber nicht aus (DGAKI u. a., 2021). Das heißt nicht, dass du dir deine Beschwerden einbildest. Offen ist, welche Rolle Histamin dabei spielt.

Welcher Tee passt, entscheidet die eigene Testphase – nicht eine Liste aus dem Netz.

Tee bei Histaminintoleranz: Was du jetzt tun kannst

Wenn du einen Tee im Verdacht hast, streich ihn nicht vorsorglich für immer, sondern nimm ihn in die Testphase mit und führe ihn dort gezielt wieder ein. Eine Liste aus dem Netz ersetzt diese Beobachtung nicht, zumal es für Liberatoren in Lebensmitteln laut Leitlinie keinen verlässlichen Beleg gibt (DGAKI u. a., 2021). Bleiben Beschwerden bestehen, gehört die Frage in die ärztliche Praxis. Am Ende entscheidet nicht die Liste über deine Tasse Tee, sondern deine Verträglichkeit.

Häufige Fragen

Was ist ein Histaminliberator?

Ein Histaminliberator ist ein Stoff, der angeblich Histamin im Körper freisetzt. Laut Leitlinie gibt es für solche Stoffe in Lebensmitteln bisher keinen verlässlichen Beleg, weder für ihre Existenz noch für ihre Bedeutung bei Unverträglichkeiten (DGAKI u. a., 2021). Davon zu unterscheiden ist Histamin, das du mit Essen und Trinken aufnimmst. Um Reaktionen auf dieses aufgenommene Histamin geht es in der Leitlinie (DGAKI u. a., 2021).

Wie lange dauert die Testphase?

Laut Leitlinie dauert die Testphase bis zu 6 Wochen (DGAKI u. a., 2021). Vor ihr liegt die Karenz mit 10 bis 14 Tagen (DGAKI u. a., 2021), nach ihr die Dauerernährung, die sich nach deiner eigenen Verträglichkeit richtet. Die Angabe „bis zu“ beschreibt eine Obergrenze, die Phase kann also auch kürzer sein. In dieser Zeit führst du verdächtige Lebensmittel gezielt wieder ein, einen Tee unter Verdacht ebenso.

Wie baut der Körper Histamin ab?

Über zwei Enzyme, die DAO und die HNMT (DGAKI u. a., 2021). Die HNMT kommt laut Leitlinie innerhalb der Zellen in den meisten Körpergeweben vor (DGAKI u. a., 2021). Die DAO wird unter anderem im Darm und in den Nieren gebildet und wirkt außerhalb der Zellen (DGAKI u. a., 2021). Im Darm wird Histamin möglicherweise auch durch die HNMT abgebaut und nicht allein durch die DAO (DGAKI u. a., 2021).

Lässt sich eine Histaminintoleranz im Blut nachweisen?

Nach der Leitlinie nicht: Bluttests auf Histamin oder DAO sind kein Nachweis einer Histaminunverträglichkeit (DGAKI u. a., 2021). Andere Wege sind ebenfalls unsicher, so sind hohe Histaminwerte im Stuhl als krankhafter Befund zweifelhaft (DGAKI u. a., 2021). Wer Beschwerden hat, bespricht sie am besten in der ärztlichen Praxis. Dort kann auch die Kostumstellung in Phasen Thema sein, mit der die Leitlinie die eigene Verträglichkeit ermittelt (DGAKI u. a., 2021).

Warum widersprechen sich Histamin-Listen?

Weil die wissenschaftliche Grundlage schmal ist. Die Leitlinie räumt ein, dass einige der beschriebenen Ernährungsempfehlungen wissenschaftlich nicht belegt sind (sinngemäß nach DGAKI u. a., 2021). Eine Übersichtsarbeit beschreibt außerdem, dass einige routinemäßig gemiedene Lebensmittel nur wenig biogene Amine enthalten und trotzdem als Histaminliberatoren geführt werden (sinngemäß nach Hrubisko u. a., 2021). Randomisierte Studien zur histaminarmen Kost fehlen laut Leitlinie (DGAKI u. a., 2021). Statt auf eine Liste setzt die Leitlinie auf die eigene Verträglichkeit (DGAKI u. a., 2021).

Nächster Schritt

Mehr zu Histamin im Alltag

Die Kostumstellung in Phasen steht ausführlich in unserem Beitrag dazu, was bei Histamin belegt ist. Lies in Ruhe weiter, wenn du so weit bist.

Was bei Histamin belegt ist Lebensmittel mit Histamin Welche Lebensmittel Histamin enthalten

Weiterlesen

Quellen

  1. Reese I. u. a. (DGAKI u. a.): Guideline on management of suspected adverse reactions to ingested histamine, Allergologie select (Stand 2021) – europepmc.org
  2. Komericki P. u. a.: Histamine intolerance: lack of reproducibility of single symptoms by oral provocation with histamine, Wiener klinische Wochenschrift (2011) – europepmc.org
  3. Hrubisko M. u. a.: Histamine Intolerance – The More We Know the Less We Know. A Review, Nutrients (2021) – europepmc.org

Die Aussagen zur Kostumstellung in Phasen und zu Histaminliberatoren stützen sich auf die Leitlinie [1]. Auch die Angaben zum Histaminabbau und zu Bluttests stammen aus ihr [1]. Die Angaben zur Provokation mit Histamin in Tee stammen aus [2], die Einordnung routinemäßig gemiedener Lebensmittel aus [3]. Dass kein Test von mybody®x Histamin oder DAO misst, entspricht dem Sortiment mit Stand 21.10.2026. Quellen geprüft am 21.10.2026.

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mybody®x Redaktions- & Fachteam

Histamin Ernährung

Das mybody®x Redaktions- & Fachteam schreibt auf Grundlage von Leitlinien und Fachliteratur. Wer hinter den Beiträgen steht, zeigt die Autorenseite.

Veröffentlicht am 21.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 21.10.2026

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