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Schwitzen bei Vitamin-B12-Mangel: was belegt ist und was nicht

29. September 2026ca. 16 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Die Beleglage ist dünn. Eine Fallserie, also die Beschreibung einzelner Krankheitsverläufe, nennt drei Menschen mit starkem Nachtschweiß, bei denen ein B12-Mangel als Ursache vermutet wurde (Rehman, 2014). Zu Vitamin D zeigt eine Studie mit 49 Betroffenen und 47 Gesunden niedrigere Spiegel bei übermäßigem Schwitzen ohne Grunderkrankung, aber keine Ursache (Manav u. a., 2022).

Die Ursachenliste für starkes Schwitzen im Gesundheitslexikon der US-Nationalbibliothek für Medizin nennt weder Vitamin B12 noch Vitamin D (MedlinePlus, 2025).

Für eine Einnahme von B12 oder Vitamin D gegen Schwitzen liefern diese Quellen keinen Beleg.

Kommen Brustschmerz oder Atemnot zum Schwitzen dazu, gehört das ärztlich abgeklärt (MedlinePlus, 2025), im Notfall über den Notruf 112.

In diesem Artikel

Was macht ein Vitamin-B12-Mangel im Körper?

Ein lange bestehender B12-Mangel kann Nerven schädigen (MedlinePlus, 2026). Für die Zufuhr nennt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) bei Erwachsenen einen Schätzwert von 4,0 Mikrogramm am Tag (DGE, 2018).

Wer nachts nass geschwitzt aufwacht und im Befund einen niedrigen B12-Wert findet, verbindet beides schnell. Der Gedanke dahinter: Wenn der Mangel das Schwitzen auslöst, müsste eine Einnahme es beenden. Für diese Rechnung gibt es in den Fachquellen dieses Artikels keinen Beleg. Warum, wird klar, wenn man trennt, was ein B12-Mangel nachweislich anrichtet und was nur in Einzelfällen beschrieben ist.

Vitamin B12 kommt laut DGE nur in tierischen Lebensmitteln in Mengen vor, die für eine angemessene Versorgung relevant sind (DGE, 2018). Pflanzliche Lebensmittel wie Sauerkraut oder Nori zählen dabei nicht. Der Schätzwert von 4,0 Mikrogramm am Tag gilt für Erwachsene ab 19 Jahren in jeder Altersgruppe gleich (DGE, 2018). Ein Schätzwert beschreibt eine angemessene Zufuhr, er ist keine Empfehlung im engeren Sinn.

Ist der B12-Spiegel lange niedrig, kann das Nerven schädigen, erkennbar etwa an Taubheit und Kribbeln in Händen und Füßen oder an Konzentrationsproblemen (MedlinePlus, 2026). Diese Schäden können bleiben, wenn die Behandlung nicht bald nach Beginn der Beschwerden einsetzt (MedlinePlus, 2026). Ein Mangel kann aber auch ohne Beschwerden verlaufen oder nur leichte machen.

Rehman zählt zu den möglichen Störungen ausdrücklich auch solche des vegetativen (autonomen) Nervensystems (Rehman, 2014). Gemeint ist der Teil des Nervensystems, der unwillkürlich arbeitet, also ohne dass wir ihn bewusst steuern. Direkt im Anschluss beschreibt Rehman die drei Fälle von Nachtschweiß (Rehman, 2014); ob der Schweiß über das vegetative Nervensystem zustande kam, belegt die Zusammenfassung nicht.

Welche Zeichen als typisch gelten, fasst eine Leitlinie des britischen National Institute for Health and Care Excellence (NICE) zusammen, eine Handlungsempfehlung für Ärztinnen und Ärzte (NICE, 2024).

Typische Zeichen eines B12-Mangels nach NICE (2024)

Blutbild Auffällige Befunde bei der Untersuchung der Blutzellen, etwa eine Blutarmut (Anämie) oder vergrößerte rote Blutkörperchen.

Gleichgewicht Gleichgewichtsstörungen und Stürze, weil das Gespür für Stellung und Bewegung des Körpers gestört ist.

Gang Ein unsicherer Gang.

Empfindung Kribbeln wie Ameisenlaufen oder Taubheit.

Müdigkeit Müdigkeit, für die sich keine Erklärung findet.

Zunge Eine Zungenentzündung.

Denken Konzentrations- und Gedächtnisprobleme.

Die Liste ist eine Sammlung möglicher Zeichen und keine Diagnose, sie richtet sich an Behandelnde (NICE, 2024). Nachtschweiß als Folge eines B12-Mangels beschreibt von den Quellen dieses Artikels nur eine Fallserie (Rehman, 2014).

Welche Anzeichen sonst auftreten können, sammelt unser Überblick zu den Symptomen eines Vitamin-B12-Mangels. Nervenbeschwerden in den Beinen ordnet der Artikel zu B12-Mangel und Schmerzen in den Beinen ein.

Drei Zahlen zu Vitaminen und Schwitzen

4,0 µg

Mikrogramm Vitamin B12 am Tag sind der Schätzwert für Erwachsene (DGE, 2018).

3 Fälle

von starkem Nachtschweiß, vermutlich durch einen B12-Mangel, beschreibt eine Fallserie (Rehman, 2014).

30 nmol/l

Nanomol je Liter im Blutserum: Erst darunter besteht laut Bundesinstitut für Risikobewertung das Risiko eines Vitamin-D-Mangels (BfR, 2025).

Quellen: DGE, 2018; Rehman, 2014; BfR, 2025

Was zeigen Studien zu B12-Mangel und Schwitzen?

Zu B12 und Schwitzen stützt sich dieser Artikel auf eine einzige Fallserie mit drei Personen (Rehman, 2014). Sie beschreibt einen vermuteten Zusammenhang, keinen Nachweis.

Eine Fallserie hält fest, was bei einzelnen Menschen beobachtet wurde. Eine Vergleichsgruppe gibt es in der Arbeit von Rehman nicht (Rehman, 2014). Solche Berichte können Fragen aufwerfen, beantworten können sie die Frage nach der Ursache nicht.

Belegte Fundstelle

„Three cases are discussed here in which drenching night sweats were thought to be caused by vitamin B12 deficiency.“

Übersetzt: „Besprochen werden drei Fälle, in denen starker Nachtschweiß vermutlich auf einen Vitamin-B12-Mangel zurückging.“

Rehman HU, Scottish Medical Journal
„Vitamin B12 deficiency causing night sweats“, Fallserie, 2014

Der Satz ist vorsichtig gebaut. „were thought to be caused“ heißt: Der B12-Mangel galt als vermutete Ursache des Nachtschweißes, nachgewiesen ist der ursächliche Zusammenhang damit nicht (Rehman, 2014). Alle drei Personen wurden ärztlich behandelt (Rehman, 2014). Über eine Einnahme auf eigene Faust gegen Schwitzen sagt die Arbeit nichts.

Was die Fallserie zeigt: Ein Zusammenhang zwischen B12-Mangel und Nachtschweiß wurde in Einzelfällen ärztlich für möglich gehalten. Was sie nicht zeigt: bei welchem Anteil der Menschen mit B12-Mangel beides zusammen auftritt. Drei Fälle (Rehman, 2014) machen Nachtschweiß nicht zu einem typischen B12-Zeichen.

Zu Vitamin D gibt es eine Fall-Kontroll-Studie, also einen Vergleich zwischen Menschen mit einer bestimmten Beschwerde und Menschen ohne sie (Manav u. a., 2022). Untersucht wurden Menschen mit primärer Hyperhidrose, einem übermäßigen Schwitzen ohne zugrunde liegende Krankheit. Gemessen wurde unter anderem 25(OH)D, die Form, in der Vitamin D im Blut bestimmt wird, wenn vom Vitamin-D-Wert die Rede ist.

Das nächste Kapitel ordnet diese Studie genauer ein. Die Tabelle stellt vorher die vier Hauptquellen dieses Artikels nebeneinander, mit dem, was jede trägt, und dem, was sie offenlässt.

Vier Quellen im Vergleich (Rehman, 2014; Manav u. a., 2022; MedlinePlus, 2025; BfR, 2025)

Quelle Was untersucht oder beschrieben wurde Was daraus folgt – und was nicht
Rehman (2014) Fallserie: drei Menschen mit starkem Nachtschweiß, bei denen ein B12-Mangel als Ursache vermutet wurde; alle wurden ärztlich behandelt (Rehman, 2014). Der Zusammenhang ist in Einzelfällen beschrieben. Eine Häufigkeit oder einen Nachweis der Ursache liefert die Arbeit nicht.
Manav u. a. (2022) Fall-Kontroll-Studie mit 49 Menschen mit primärer Hyperhidrose und 47 Gesunden; gemessen wurden 25(OH)D und Magnesium im Blut (Manav u. a., 2022). Niedrigere Mittelwerte bei den Betroffenen zeigen einen Zusammenhang. Eine Ursache belegen sie nicht, Vitamin D wurde nicht gegeben.
MedlinePlus (2025) Gesundheitslexikon der US-Nationalbibliothek für Medizin zu Ursachen und Warnzeichen bei starkem Schwitzen. Vitamin B12 und Vitamin D stehen nicht in der Ursachenliste (MedlinePlus, 2025).
BfR (2025) Fragen und Antworten des Bundesinstituts für Risikobewertung zu Vitamin D, darunter Mangel und Beschwerden. Ein Mangelrisiko besteht erst unter 30 nmol/l (BfR, 2025). Für unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit ist eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung nicht belegt (BfR, 2025).

Was fand die Studie zu Vitamin D und starkem Schwitzen?

Bei 49 Menschen mit primärer Hyperhidrose lagen die Vitamin-D-Spiegel im Mittel niedriger als bei 47 Gesunden (Manav u. a., 2022). Das ist ein Zusammenhang, keine Ursache.

Weißes Leinenhemd über der Lehne eines dunklen Eichenstuhls im Morgenlicht

Primäre Hyperhidrose heißt: übermäßiges Schwitzen, das durch Gefühlslagen ausgelöst wird, ohne Wärmereiz und ohne andere zugrunde liegende Krankheit (Manav u. a., 2022). Die Vergleichsgruppe bestand aus 47 Gesunden, nach Alter und Geschlecht passend ausgewählt (Manav u. a., 2022). Erhoben wurden die Daten von Juli bis Oktober 2019 (Manav u. a., 2022).

Die mittleren Spiegel von 25(OH)D und Magnesium lagen bei den Betroffenen statistisch signifikant niedriger (Manav u. a., 2022). Statistisch signifikant heißt, dass sich der Unterschied nicht leicht durch Zufall erklären lässt. Über seine Ursache sagt das nichts. Das Forschungsteam formuliert selbst vorsichtig: Der Befund könnte möglicherweise mit einem Mechanismus zusammenhängen, an dem Vitamin D und Magnesium beteiligt sind (Manav u. a., 2022).

Kernaussage

Schon die Definition spricht gegen eine Deutung als Ursache: Primäre Hyperhidrose ist Schwitzen ohne zugrunde liegende Krankheit.

Dazu kommen zwei Einschränkungen. Die Studie hat kein Vitamin D gegeben und nichts zum Nachtschweiß untersucht. Ihr Schwerpunkt lag auf Angst und Depression bei Menschen mit primärer Hyperhidrose, nicht auf dem Schwitzen selbst.

Ab wann ein Vitamin-D-Mangel droht, beschreibt das BfR: Erst bei einem Serumspiegel, also einem Wert im Blutserum, unter 30 nmol/l (12 ng/ml) besteht das Risiko eines Mangels (BfR, 2025). Bei Erwachsenen kann ein solcher Mangel langfristig das Risiko für Osteomalazie erhöhen, eine Knochenerweichung (BfR, 2025).

Einen Zusammenhang sieht das BfR zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und erhöhter Infektanfälligkeit (BfR, 2025). Ebenso beschreibt es einen Zusammenhang mit Muskelkrämpfen und mit Muskel- und Knochenschmerzen. Bei unspezifischen Beschwerden wie Müdigkeit oder Stimmungsschwankungen ist eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung dagegen nicht belegt (BfR, 2025).

Nach den Angaben des BfR liegen etwa 15 Prozent der Erwachsenen in Deutschland unter 30 nmol/l, etwa 41 Prozent zwischen 30 und 50 nmol/l (BfR, 2025). Von Oktober bis März reicht die Sonne in Deutschland laut BfR nicht für eine ausreichende Vitamin-D-Bildung (BfR, 2025).

Als Risikogruppen nennt das BfR unter anderem ältere Menschen, weil die Vitamin-D-Bildung im Alter deutlich abnimmt (BfR, 2025). Dazu zählen Menschen, die sich „kaum oder gar nicht im Freien aufhalten (können)“ (BfR, 2025).

Ein niedriger Vitamin-D-Wert ist damit ein Befund, der ärztlich eingeordnet gehört, als Erklärung für Schwitzen taugt er nach dieser Studienlage nicht. Anzeichen und Risikogruppen im Einzelnen beschreibt unser Artikel zum Vitamin-D-Mangel.

Welche Ursachen für starkes Schwitzen sind bekannt?

MedlinePlus zählt Ursachen von Wärme und Sport bis zu Arzneimitteln auf (MedlinePlus, 2025). Vitamin B12 und Vitamin D stehen nicht in dieser Liste.

Dieser Artikel prüft nur die Frage nach B12 und Vitamin D. Für Frauen, die Nachtschweiß mit allen möglichen Ursachen einordnen möchten, gibt es den Artikel Nachtschweiß bei Frauen: Dort geht es um alle Ursachen, hier nur um die beiden Vitamine. Einen allgemeinen Überblick bietet der Beitrag zu den Ursachen für Nachtschweiß.

Die folgenden Ursachen stammen aus der Liste von MedlinePlus, dem Gesundheitslexikon der US-Nationalbibliothek für Medizin (MedlinePlus, 2025).

Schwitzen durch Wärme oder Sport?

Warme Temperaturen und Sport stehen in der Liste als Ursachen für starkes Schwitzen (MedlinePlus, 2025). Das ist Schwitzen mit erkennbarem Anlass, und das gilt in der Nacht ebenso: Auch ein warmes Schlafzimmer ist eine warme Umgebung.

Schwitzen durch Aufregung oder Stress?

Aufregung oder belastende Situationen, im Original mit dem Zusatz Angst, zählen ebenfalls dazu (MedlinePlus, 2025). Eigens aufgeführt ist die essenzielle Hyperhidrose, ein angeborenes übermäßiges Schwitzen.

Schwitzen durch Fieber oder eine Infektion?

Fieber und Infektionen stehen beide in der Liste (MedlinePlus, 2025). Tritt Schwitzen zusammen mit Fieber auf, zählt MedlinePlus das zugleich zu den Anlässen für ärztlichen Rat; mehr dazu im Kapitel zur Praxis.

Schwitzen durch die Wechseljahre?

Starkes Schwitzen kann auch ein Zeichen der Wechseljahre sein, als Hitzewallung (MedlinePlus, 2025). Die Wechseljahre stehen damit als eigene Ursache in der Liste, B12 und Vitamin D nicht.

Schwitzen durch Arzneimittel?

Auch Arzneimittel können dahinterstecken; MedlinePlus nennt beispielhaft fiebersenkende Mittel und Mittel gegen psychische Erkrankungen (MedlinePlus, 2025). Ob ein Dauermedikament mit dem Schwitzen zusammenhängt, klärt die Hausarztpraxis.

Schwitzen durch niedrigen Blutzucker?

Unterzuckerung, also ein zu niedriger Blutzucker, steht ebenfalls in der Liste (MedlinePlus, 2025). Wer das Schwitzen im Zusammenhang mit einer Unterzuckerung vermutet, bespricht das mit der Hausarztpraxis.

Schwitzen durch Essen oder Trinken?

Alkohol und Koffein zählen zu den Ursachen (MedlinePlus, 2025). Auch scharfes Essen kann Schwitzen auslösen, im Fachbegriff gustatorisches Schwitzen genannt. Der Entzug von Alkohol oder Beruhigungsmitteln steht ebenfalls in der Liste.

Die Liste nennt außerdem Krebs und das komplexe regionale Schmerzsyndrom, eine Schmerzerkrankung (MedlinePlus, 2025). Solche Ursachen lassen sich nicht selbst einordnen. MedlinePlus rät, lang anhaltendes oder ungeklärtes Schwitzen ärztlich abklären zu lassen (MedlinePlus, 2025).

Stimmt es, dass B12 gegen Nachtschweiß hilft?

Einen Beleg dafür liefern die Quellen nicht: Beschrieben sind drei ärztlich behandelte Fälle einer Fallserie, keine Studie zur Einnahme (Rehman, 2014). Für Vitamin D gibt es einen Zusammenhang, keine Ursache (Manav u. a., 2022).

Zwei Annahmen liegen nahe, wenn Schwitzen und ein niedriger Vitaminwert zusammenkommen. Beide klingen plausibel, und beide gehen über das hinaus, was die Studien zeigen.

Zwei Annahmen im Abgleich mit den Quellen

Verbreitet

„B12 hilft gegen Nachtschweiß.“

Belegt

Beschrieben sind drei Fälle, in denen ein B12-Mangel als Ursache des Nachtschweißes vermutet und ärztlich behandelt wurde (Rehman, 2014). Eine Studie zur Einnahme gegen Schwitzen ist das nicht.

Verbreitet

„Vitamin-D-Mangel macht Schwitzen.“

Belegt

Bei 49 Menschen mit primärer Hyperhidrose lagen die Vitamin-D-Spiegel niedriger als bei 47 Gesunden (Manav u. a., 2022). Das ist ein Zusammenhang, keine Ursache; Vitamin D wurde in der Studie nicht gegeben.

Aus einem Zusammenhang allein lässt sich nicht ablesen, was Ursache und was Folge ist. Genau hier liegt der Unterschied zwischen einer Beobachtung und einer Erklärung. Ein niedriger Wert wird ärztlich besprochen, das Schwitzen davon getrennt abgeklärt.

Wann gehört starkes Schwitzen in die Praxis?

Sobald Warnzeichen wie Brustschmerz oder Fieber dazukommen, und auch bei starkem Schwitzen ohne Erklärung (MedlinePlus, 2025). Bei Brustschmerz oder Atemnot ist im Notfall der Notruf 112 die richtige Nummer.

MedlinePlus nennt zwei Gruppen von Anlässen (MedlinePlus, 2025). Die erste betrifft Beschwerden, die zusammen mit dem Schwitzen auftreten. Solche Zeichen können laut MedlinePlus auf ein Problem hinweisen, etwa eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Infektion.

Wann in die Praxis (MedlinePlus, 2025)

Brustschmerz oder Druck auf der Brust wenn er mit dem Schwitzen auftritt oder ihm folgt; im Notfall Notruf 112.

Atemnot zusammen mit dem Schwitzen; im Notfall Notruf 112.

Fieber zusammen mit dem Schwitzen.

Schneller, pochender Herzschlag zusammen mit dem Schwitzen.

Gewichtsverlust zusammen mit dem Schwitzen oder durch das Schwitzen.

Die zweite Gruppe betrifft das Schwitzen selbst. Schwitzt du stark oder lange, ohne dass sich eine Erklärung findet, rät MedlinePlus ebenso zur Abklärung wie bei häufigem Schwitzen im Schlaf (MedlinePlus, 2025).

Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis. Kommen Kribbeln oder Taubheit dazu, gilt das besonders: Nervenschäden durch einen lange bestehenden B12-Mangel können laut MedlinePlus bleiben, wenn die Behandlung nicht bald nach Beginn der Beschwerden einsetzt (MedlinePlus, 2026). Auch wer Vorerkrankungen hat oder Dauermedikamente nimmt, spricht das Schwitzen dort an.

Für das Gespräch hilft es, festzuhalten, seit wann das Schwitzen besteht und ob es am Tag oder in der Nacht auftritt. Liegt schon ein Befund mit B12- oder Vitamin-D-Wert vor, gehört er mit in die Praxis.

Kapitel auf einen Blick

Bei Schwitzen mit Brustschmerz oder Atemnot ist im Notfall der Notruf 112 die richtige Nummer. Kommen Fieber oder Gewichtsverlust dazu, gehört das Schwitzen in die ärztliche Praxis (MedlinePlus, 2025). Dasselbe gilt für starkes oder lang anhaltendes Schwitzen ohne Erklärung. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis.

Was kann ein Bluttest auf B12 und Vitamin D klären?

Ein Bluttest zeigt, wie hoch dein B12- und dein Vitamin-D-Wert gerade sind. Ob das Schwitzen damit zusammenhängt, zeigt er nicht.

Wer schwitzt und einen Vitaminmangel vermutet, steht vor der Wahl: auf Verdacht etwas einnehmen oder den Wert messen lassen. Eine Einnahme auf Verdacht zeigt nicht, wie hoch der Wert überhaupt ist, eine Messung schon. Bei Vitamin D ist laut BfR außerdem eine Überdosierung möglich, und zwar nur über eine überhöhte Zufuhr von langfristig mehr als 100 Mikrogramm am Tag, etwa durch Präparate (BfR, 2025).

Für diese Messung bietet mybody®x (MYBODY Lab GmbH) einen Bluttest für zu Hause an. Der VitalCheck Nährstoff & Mineralstoff-Test Complete misst unter anderem Vitamin D3 und B12 aus einer selbst entnommenen Blutprobe, ausgewertet in einem Fachlabor in Deutschland. Das Schwitzen selbst misst er nicht, und ein Blutbild enthält er nicht: Eine Blutarmut stellt er also nicht fest.

Er liefert eine Momentaufnahme, keine Diagnose. Ein auffälliger B12- oder Vitamin-D-Wert bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung; er ist Anlass für einen zweiten Blick, am besten gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt. Eine Erklärung für das Schwitzen ist er nicht.

VitalCheck Nährstoff & Mineralstoff-Test Complete von mybody®x

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VitalCheck Nährstoff & Mineralstoff-Test Complete

Bluttest für zu Hause aus einer selbst entnommenen Blutprobe, ausgewertet in einem Fachlabor in Deutschland. Er misst unter anderem Vitamin D3 und B12 und liefert eine Momentaufnahme, keine Diagnose. Ein Blutbild enthält er nicht, das Schwitzen selbst misst er nicht.

Preis 169,00 € Stand 29.09.2026, Änderungen möglich
Probenart Blutprobe, selbst entnommen
Bearbeitungszeit Kit-Versand 1–3 Werktage
Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
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Grenzen: was die Quellen zu Vitaminen und Schwitzen nicht tragen

Beide Studien sind klein. Die Fallserie beschreibt drei Personen (Rehman, 2014), die Fall-Kontroll-Studie vergleicht 49 Betroffene mit 47 Gesunden (Manav u. a., 2022). Für beide Arbeiten lag der Recherche die Zusammenfassung vor, das sogenannte Abstract, nicht der vollständige Text.

Die beiden Arbeiten decken zudem verschiedene Lagen ab. Die B12-Fälle betreffen Nachtschweiß, zum Schwitzen am Tag sagen sie nichts (Rehman, 2014). Die Vitamin-D-Studie betrifft übermäßiges Schwitzen bei primärer Hyperhidrose, zum Nachtschweiß sagt sie nichts (Manav u. a., 2022).

Auch der Bluttest hat Grenzen. Ein unauffälliger Wert schließt andere Ursachen für das Schwitzen nicht aus. Ein niedriger Wert erklärt es nicht, er bleibt eine Frage für die ärztliche Abklärung.

Schwitzen und Vitaminwerte: zwei getrennte Fragen

Der Gedanke vom Anfang, ein Vitamin könne das nächtliche Schwitzen erklären, ist verständlich. Die Quellen zeigen aber, dass darin zwei Fragen stecken. Warum schwitze ich? Darauf antwortet die Praxis, entlang der bekannten Ursachen von Wärme bis Arzneimittel. Wie steht es um meine Nährstoffwerte? Darauf antwortet eine Messung.

Wer beide Antworten getrennt sucht, vermeidet einen doppelten Kurzschluss: einen niedrigen Wert für die Ursache zu halten oder einen normalen Wert für eine Entwarnung. Wir liefern die Daten. Was du damit machst, entscheidest du.

Häufige Fragen

Kann ein Vitamin-D-Mangel Schwitzen verursachen?

Belegt ist das nicht. Die Studie in den Quellen dieses Artikels fand bei 49 Menschen mit primärer Hyperhidrose niedrigere Vitamin-D-Spiegel als bei 47 Gesunden, einen Zusammenhang ohne Nachweis einer Ursache (Manav u. a., 2022). Das BfR beschreibt für niedrige Vitamin-D-Spiegel Zusammenhänge etwa mit Infektanfälligkeit und hält bei unspezifischen Beschwerden fest, dass eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung nicht belegt ist (BfR, 2025). Ein niedriger Wert gehört ärztlich eingeordnet.

Ist Nachtschweiß ein typisches Zeichen für B12-Mangel?

Als typisch lässt er sich aus den Quellen nicht ableiten. Beschrieben sind drei Fälle einer Fallserie, in denen starker Nachtschweiß vermutlich auf einen B12-Mangel zurückging (Rehman, 2014). Eine Häufigkeit ergibt sich daraus nicht. In der Liste der Ursachen für starkes Schwitzen steht B12 nicht (MedlinePlus, 2025). Wer häufig im Schlaf schwitzt, lässt das nach MedlinePlus ärztlich abklären (MedlinePlus, 2025).

Was ist eine primäre Hyperhidrose?

So heißt übermäßiges Schwitzen, das durch Gefühlslagen ausgelöst wird, ohne Wärmereiz und ohne zugrunde liegende Krankheit (Manav u. a., 2022). MedlinePlus führt in seiner Ursachenliste die essenzielle Hyperhidrose, ein angeborenes übermäßiges Schwitzen (MedlinePlus, 2025). In der Studie von Manav und Kollegen hatten 49 Betroffene im Mittel niedrigere Vitamin-D- und Magnesiumspiegel als 47 Gesunde (Manav u. a., 2022). Eine Ursache ist damit nicht gezeigt.

Wie viel Vitamin B12 braucht ein Erwachsener am Tag?

Die DGE nennt für Erwachsene einen Schätzwert von 4,0 Mikrogramm am Tag, in jeder Altersgruppe ab 19 Jahren gleich (DGE, 2018). Ein Schätzwert beschreibt eine angemessene Zufuhr und ist keine Empfehlung im engeren Sinn. Vitamin B12 kommt laut DGE nur in tierischen Lebensmitteln in relevanten Mengen vor; Sauerkraut oder Nori zählen nicht (DGE, 2018). Ob die eigene Versorgung reicht, lässt sich über den Blutwert einordnen.

Welche Aufnahmestörungen führen zu einem B12-Mangel?

MedlinePlus nennt als Gründe für eine schlechte Aufnahme unter anderem Operationen an Magen oder Dünndarm, etwa manche Operationen zur Gewichtsabnahme (MedlinePlus, 2026). Dazu kommen bestimmte Darmerkrankungen (MedlinePlus, 2026). Auch die lange Einnahme bestimmter Arzneimittel gehört dazu, etwa von Säureblockern und anderen Mitteln gegen Sodbrennen (MedlinePlus, 2026). Ob ein Dauermedikament den B12-Wert berührt, gehört in die Hausarztpraxis.

Nächster Schritt

Den eigenen B12- und Vitamin-D-Wert kennen

Der VitalCheck misst unter anderem Vitamin D3 und B12 als Momentaufnahme. Die Werte sind eine Grundlage für das Gespräch in der Praxis, keine Erklärung für das Schwitzen.

VitalCheck ansehen Wenn der B12-Wert niedrig ist Wie lange das Beheben eines B12-Mangels dauert

Weiterlesen

Quellen

  1. Rehman HU: „Vitamin B12 deficiency causing night sweats“, Scottish Medical Journal, Fallserie (Stand 2014) – europepmc.org
  2. Manav V u. a.: „Evaluation of the serum magnesium and vitamin D levels and the risk of anxiety in primary hyperhidrosis“, Journal of Cosmetic Dermatology (Stand 2022) – europepmc.org
  3. MedlinePlus, National Library of Medicine: „Sweating“, Medical Encyclopedia (Stand 2025) – medlineplus.gov
  4. Bundesinstitut für Risikobewertung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D (Stand 2025) – bfr.bund.de

Die Fälle von Nachtschweiß bei B12-Mangel stützen sich auf [1], die Studie zu Vitamin D bei primärer Hyperhidrose auf [2]. Ursachen und Warnzeichen für starkes Schwitzen stammen aus [3], Mangelgrenze und Versorgungszahlen zu Vitamin D aus [4]. Den Schätzwert für Vitamin B12 nennt die DGE in ihren Referenzwerten (2018). Die typischen Zeichen eines B12-Mangels folgen der NICE-Leitlinie NG239 (2024), Nervenschäden und Aufnahmestörungen der MedlinePlus-Seite zur Blutarmut durch Vitamin-B12-Mangel (2026). Die Angaben zum VitalCheck von mybody®x entsprechen dem Stand vom 29.09.2026; alle Quellen wurden am 29.09.2026 geprüft.

mybody®x (MYBODY Lab GmbH) Zertifikat / Qualitätssiegel

mybody®x Redaktions- & Fachteam

Vitamin B12 und Vitamin D Schwitzen und Nachtschweiß

Das Redaktions- und Fachteam von mybody®x ordnet Studien und Fachquellen zu Nährstoffen und Laborwerten ein und benennt dabei auch, was eine Quelle nicht trägt. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 29.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 29.09.2026

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.

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