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Kapillarblut aus der Fingerbeere hat eigene Regeln

Das Wichtigste in Kürze

Ein Tropfen aus der Fingerbeere und eine Röhrchenabnahme in der Armvene sind zwei verschiedene Verfahren mit jeweils eigenen Fehlerquellen.

Für die venöse Entnahme sind diese Fehlerquellen in der Fachliteratur genau beschrieben. Schon eine zu lange Stauung kann Werte verschieben, und das ist die Standardmethode.

Du liest die zitierte Fundstelle im Wortlaut, zwei Verfahren im Vergleich, drei verbreitete Sätze im Faktencheck, drei belegte Angaben und eine offene Angabe darüber, was wir zur kapillaren Entnahme nicht gefunden haben.

Das erwartet dich in diesem Artikel

1. Zwei Wege, an Blut zu kommen
2. Was die beiden Verfahren unterscheidet
3. Die beiden Verfahren im Vergleich
4. Fehlerquellen gibt es bei beiden
5. Die belegte Fundstelle
6. Was eine zu lange Stauung anrichtet
7. Drei Sätze im Faktencheck
8. Der Kern in einem Satz
9. Eine Lücke, die wir offen benennen
10. Drei belegte Angaben
11. Warum die Anleitung das Verfahren ist
12. Für wen Kapillarblut praktisch ist
13. Was ein Test aus Kapillarblut hier zeigen kann
14. Grenzen: was offen bleibt
15. Worauf es beim Verfahren ankommt
Häufige Fragen
Quellen

Zwei Wege, an Blut zu kommen

Wer an Blutabnahme denkt, denkt an die Armvene. Ein Stauschlauch, eine Nadel, mehrere Röhrchen.

Tests für zu Hause arbeiten anders. Sie gewinnen einen kleinen Blutmenge aus der Fingerbeere, meist über eine Lanzette.

Der Unterschied ist nicht bloß die Bequemlichkeit. Es sind zwei verschiedene Verfahren, und jedes hat eigene Anforderungen an die Durchführung.

Dieser Artikel beschreibt, was sich dazu belegen lässt. Er sagt an einer Stelle auch offen, was wir nicht gefunden haben, und das ist mehr, als uns lieb ist.

Vorweg der praktische Kern, damit er nicht untergeht: Bei einem Test für zu Hause ist die beiliegende Anleitung die verbindliche Quelle. Alles Weitere in diesem Artikel erklärt, warum das so ist.

Was die beiden Verfahren unterscheidet

Der auffälligste Unterschied ist die Menge. Aus einer Vene lassen sich mehrere Röhrchen füllen, aus einer Fingerbeere einige Tropfen.

Daraus folgt unmittelbar der zweite Unterschied: der Umfang der möglichen Untersuchungen. Ein Nährstoffpanel aus Kapillarblut umfasst nicht dasselbe wie ein vollständiges Laborprogramm aus mehreren Röhrchen.

Der dritte Unterschied ist die durchführende Person. Bei der venösen Entnahme ist es eine Fachkraft, bei einem Test für zu Hause bist es du.

Genau dieser dritte Punkt macht die Anleitung so wichtig. Bei der venösen Entnahme sind die fachlichen Vorgaben Teil der Ausbildung, beim Selbsttest stehen sie im Kit.

Der vierte Unterschied: der Weg der Probe

Ein Punkt kommt hinzu, der in der Praxis oft unterschätzt wird, weil er nach der eigentlichen Handlung liegt.

Bei einer Abnahme in einer Praxis oder einem Labor ist der Weg der Probe kurz und organisiert. Bei einem Test für zu Hause legt die Probe eine Strecke zurück, und diese Strecke ist Teil des Verfahrens.

Deshalb enthalten diese Kits Vorgaben dazu, wann eine Probe abgeschickt werden soll. Das ist keine logistische Nebensache, sondern gehört zu den Bedingungen, unter denen die Werte gelten.

Wer ein Kit an einem Freitagabend gewinnt und am Montag zur Post bringt, hat das Verfahren verändert. Was daraus folgt, steht in der Anleitung des jeweiligen Tests und nicht in diesem Artikel.

Die beiden Verfahren im Vergleich

Die Tabelle stellt gegenüber, was sich zu beiden Verfahren sagen lässt. Sie ordnet ein und stellt keine Diagnose.

Merkmal Venöse Entnahme Kapillarblut aus der Fingerbeere Was die Quellen dazu sagen
Wer führt sie durch Eine Fachkraft Bei einem Test für zu Hause die Person selbst Das MSD-Kapitel richtet sich ausdrücklich an Fachkreise (Liu, Stand Oktober 2025)
Dokumentierte Fehlerquellen Ausführlich beschrieben, unter anderem Stauung, Hämolyse und Gewebetrauma In den geprüften Quellen nicht behandelt Das MSD-Kapitel erwähnt den Fingerstich nicht (Liu, Stand Oktober 2025)
Verbindliche Vorgabe Fachliche Standards, etwa zur Dauer der Stauung Die Anleitung des jeweiligen Kits Für das venöse Verfahren nennt die Quelle konkrete Zeitgrenzen (Liu, Stand Oktober 2025)
Auswertung Labor mit eigenem Referenzbereich Beim Laborweg ebenso; beim Schnelltest nur eine Schwelle Referenzwerte können von Labor zu Labor abweichen (IQWiG, Stand 02.04.2025)

Die zweite Zeile ist die unbequemste. Sie beschreibt keinen Unterschied zwischen den Verfahren, sondern einen Unterschied in dem, was wir dazu gefunden haben.

Fehlerquellen gibt es bei beiden

Die verbreitete Annahme lautet, die venöse Entnahme sei das sichere Verfahren und alles andere ein Kompromiss. Die Fachliteratur zeichnet ein anderes Bild.

Das MSD Manual widmet der venösen Entnahme ein eigenes Kapitel und listet darin mehrere Fehlerquellen auf: Hämolyse, Hyperkaliämie, fehlerhafte Palpation und Gewebetrauma (Liu, Stand Oktober 2025).

Das ist keine Kritik am Standardverfahren. Es ist der Beleg dafür, dass jedes Verfahren, das Blut aus einem Körper holt, Bedingungen hat, unter denen es funktioniert.

Wer also fragt, ob ein Fingerstich Fehlerquellen hat, stellt die falsche Frage. Die richtige lautet: Welche sind es, und wo stehen sie.

Bemerkenswert an der Aufzählung im MSD Manual ist außerdem, worum es dabei geht. Keine dieser Fehlerquellen betrifft die Person, aus der das Blut kommt. Alle betreffen die Durchführung.

Ein Wert, der durch eine zu lange Stauung verschoben wurde, sagt nichts über den Menschen aus, dem er zugeordnet wird. Er sagt etwas über die Minuten vor der Messung.

Diese Unterscheidung ist der Grund, warum die Präanalytik in der Labormedizin ein eigenes Thema ist. Bevor gemessen wird, entscheidet sich, was überhaupt gemessen werden kann.

Die belegte Fundstelle

Der Satz, der das Prinzip zeigt, betrifft das Standardverfahren und ist deshalb so aussagekräftig.

Belegte Fundstelle

„längere Abschnürung und einen Blutstau zu vermeiden, der zu artefaktbedingten Laborergebnissen führen kann (z. B. Hämolyse und Hyperkaliämie)“

MSD Manual, Ausgabe für Fachkreise
Durchführung einer venösen Blutentnahme, Liu YT, letzte Aktualisierung Oktober 2025

Das entscheidende Wort ist artefaktbedingt. Es bezeichnet ein Laborergebnis, das nicht den Zustand im Körper abbildet, sondern etwas, das bei der Gewinnung der Probe passiert ist.

Ein solches Ergebnis ist korrekt gemessen und trotzdem irreführend. Das Labor misst, was in der Probe ist, und in der Probe ist etwas, das dort nicht sein sollte.

Genau darum geht es bei der Frage nach dem Verfahren. Nicht darum, ob eine Methode gut ist, sondern darum, ob die Probe das enthält, was sie enthalten soll.

Was eine zu lange Stauung anrichtet

Die Quelle wird an dieser Stelle sehr konkret, und die genannten Zeiten überraschen.

Das MSD Manual empfiehlt, die Blutentnahme innerhalb von 30 Sekunden nach Anlegen des Tourniquets durchzuführen, und das Tourniquet nicht länger als 1 Minute anzulegen (Liu, Stand Oktober 2025).

Zur Begründung heißt es dort, längere Stauung könne verschiedene fehlerhafte Laborwerte verursachen, zum Beispiel erhöhtes Kalium, Laktat und Phosphat.

Eine Minute ist eine kurze Zeit. Dass die Fachliteratur an dieser Stelle mit Sekunden arbeitet, zeigt, wie eng die Bedingungen bei einem Standardverfahren gefasst sind, das täglich millionenfach durchgeführt wird.

Interessant ist auch, welche Werte dabei genannt werden. Kalium, Laktat und Phosphat sind unauffällige Laborwerte, die auf einem Befund selten Aufmerksamkeit bekommen. Genau sie reagieren auf eine Minute zu viel.

Für das Lesen eines Befunds bedeutet das eine zusätzliche Vorsicht. Wenn ein einzelner Wert unerwartet ausschlägt und alle anderen unauffällig sind, kann die Erklärung auch in den Minuten vor der Messung liegen. Ob das im Einzelfall so ist, klärt eine ärztliche Praxis.

Drei Sätze im Faktencheck

Diese drei Sätze begegnen einem, sobald es um Tests für zu Hause geht.

Geprüft gegen die Beleglage

Verbreitet

„Eine Abnahme in der Praxis ist immer genauer.“

Belegt

Auch das Standardverfahren hat dokumentierte Fehlerquellen. Das MSD Manual nennt Hämolyse, Hyperkaliämie, fehlerhafte Palpation und Gewebetrauma und empfiehlt, das Tourniquet nicht länger als 1 Minute anzulegen (Liu, Stand Oktober 2025).

Verbreitet

„Beim Fingerstich kann man nichts falsch machen.“

Belegt

Dass wir in den geprüften Quellen keine Fehlerquellen zur kapillaren Entnahme gefunden haben, heißt nicht, dass es keine gibt. Jedes Kit bringt eine Anleitung mit, und die steht dort nicht ohne Grund.

Verbreitet

„Kapillarblut und venöses Blut sind dasselbe.“

Belegt

Dazu haben wir in den geprüften Quellen keine Aussage gefunden, weder in die eine noch in die andere Richtung. Wir behaupten deshalb keine Gleichwertigkeit und auch keinen Unterschied.

Der Kern in einem Satz

An dieser Stelle lässt sich das Thema zusammenziehen.


Nicht das Verfahren entscheidet über die Qualität einer Probe, sondern ob es eingehalten wird.

Das gilt für die Fachkraft mit dem Tourniquet ebenso wie für die Person mit der Lanzette. Beide arbeiten nach Vorgaben, und beide bekommen ein verzerrtes Ergebnis, wenn sie davon abweichen.

Der Unterschied liegt darin, wo diese Vorgaben stehen. Im einen Fall in der Ausbildung, im anderen in einem gefalteten Blatt Papier im Kit. Dieses Blatt wird häufig überflogen, und genau darin liegt das eigentliche Risiko des Verfahrens.

Eine Lücke, die wir offen benennen

An dieser Stelle gehört ein Satz hin, den ein Ratgebertext selten enthält.

Wir haben für diesen Artikel nach Fachliteratur zur kapillaren Blutentnahme gesucht und in den geprüften Quellen nichts gefunden. Das MSD-Kapitel zur Blutentnahme behandelt ausschließlich die venöse Entnahme und erwähnt den Fingerstich nicht (Liu, Stand Oktober 2025).

Das ist eine Feststellung über unsere Quellenauswahl und kein Urteil über das Verfahren. Es gibt mit Sicherheit Fachliteratur dazu, und sie ist uns bei dieser Recherche nicht begegnet.

Wir schreiben das hin, weil die Alternative darin bestünde, allgemeine Regeln zu erfinden und ihnen den Anschein von Belegtheit zu geben. Sobald wir eine belastbare Quelle finden, bekommt dieser Artikel ein neues Datum und ein zusätzliches Kapitel.

Für dich als Leserin oder Leser hat das eine unmittelbare Folge. Alles, was in diesem Artikel zur Durchführung steht, stammt aus dem Kapitel über das venöse Verfahren und ist deshalb als allgemeines Prinzip formuliert, nicht als Anweisung.

Konkrete Vorgaben für deinen Test bekommst du an genau einer Stelle: in der Anleitung, die dem Kit beiliegt. Das ist keine Ausrede, sondern die einzige Quelle, die auf dein Verfahren zugeschnitten ist.

Ähnliche offene Stellen haben wir in diesem Blog auch an anderer Stelle markiert, etwa beim Vollblut-Magnesium und bei der Kombination aus Vitamin D3 und K2. Wir halten das für die ehrlichere Lösung, als eine Lücke mit plausibel klingenden Sätzen zu füllen.

Drei belegte Angaben

Drei Angaben aus den geprüften Quellen und von den Produktseiten. Sie ordnen ein und stellen keine Diagnose.

Belegte Angaben

30 Sekunden

nach Anlegen des Tourniquets soll die venöse Blutentnahme erfolgen; das Tourniquet soll nicht länger als 1 Minute angelegt bleiben (MSD Manual, Ausgabe für Fachkreise, Liu, Stand Oktober 2025)

4

Fehlerquellen nennt dieselbe Quelle für das venöse Verfahren: Hämolyse, Hyperkaliämie, fehlerhafte Palpation und Gewebetrauma (Stand Oktober 2025)

5–10 Min.

dauert das Ergebnis eines Schnelltests aus Kapillarblut; beim Laborweg kommen Kit-Versand und Auswertung hinzu (Produktseiten von mybody®x, abgerufen 19.08.2026)

Und wie bei jedem Laborwert gilt: Maßgeblich ist der Referenzbereich, der auf dem eigenen Befund angegeben ist, weil Referenzwerte von Labor zu Labor abweichen können (IQWiG, Stand 02.04.2025).

Warum die Anleitung das Verfahren ist

Aus allem bisher Gesagten folgt eine praktische Konsequenz, und sie klingt banaler, als sie ist.

Bei einem Test für zu Hause ist die Anleitung nicht eine Beigabe zum Verfahren, sondern das Verfahren selbst. Sie enthält die Vorgaben, die bei der venösen Entnahme in der Ausbildung stecken.

Das betrifft alles: die Vorbereitung der Einstichstelle, die Menge, den Umgang mit dem Röhrchen oder der Kassette, den Rückweg zum Labor. Jeder dieser Schritte kann eine Probe verändern.

Deshalb steht in diesem Artikel keine eigene Schritt-für-Schritt-Anweisung. Sie würde mit der Anleitung des jeweiligen Tests konkurrieren, und in diesem Wettbewerb hat die Anleitung recht.

Was sich allgemein sagen lässt, ist eine Haltung und keine Technik: die Anleitung vollständig lesen, bevor irgendetwas geöffnet wird, und die Durchführung nicht zwischen zwei Termine schieben.

Der Grund dafür steht im Kapitel über die Stauung. Wenn bei einem Standardverfahren, das von Fachkräften durchgeführt wird, mit Sekunden gearbeitet wird, dann ist Sorgfalt bei einem Verfahren, das man selbst durchführt, keine übertriebene Anforderung.

Und wenn eine Anleitung eine Frage offenlässt, ist Nachfragen der richtige Weg. Eine Regel aus dem Netz zu übernehmen, die für ein anderes Kit gilt, ist der falsche.

Für wen Kapillarblut praktisch ist

Die Gegenüberstellung bezieht sich auf die Frage, ob dieses Verfahren zu deiner Situation passt.

Passt zu dir, wenn …

Du die Anleitung in Ruhe liest, bevor du das Kit öffnest.

Du dir für die Durchführung Zeit nimmst und sie nicht nebenbei erledigst.

Du Werte suchst, die in einem Panel aus Kapillarblut enthalten sind.

Du einen Ausgangswert dokumentieren willst und keinen Termin brauchst.

Passt eher nicht, wenn …

Du ein vollständiges Blutbild brauchst. Das ist in diesen Tests nicht enthalten.

Du einen Wert brauchst, der nicht im Panel steht. Dann führt der Weg über eine Praxis.

Du bereits in Abklärung bist. Dann führt die Praxis, die sie begonnen hat.

Du eine Diagnose erwartest. Die stellt eine ärztliche Praxis und kein Selbsttest.

Was ein Test aus Kapillarblut hier zeigen kann

Ein Selbsttest aus Kapillarblut stellt keine Diagnose. Für die Frage nach dem Verfahren ist an ihm eines entscheidend: die Anleitung, die er mitbringt.

Der VitalCheck von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) arbeitet mit Kapillarblut und wird in einem Labor ausgewertet, das seinen eigenen Referenzbereich angibt. Die Vorgaben für die Probengewinnung liegen dem Kit bei.

VitalCheck | Nährstoff & Mineralstoff-Test Complete

Bluttest aus Kapillarblut

VitalCheck | Nährstoff & Mineralstoff-Test Complete

Führt 18 Werte aus Kapillarblut, ausgewertet in einem Labor mit eigenem Referenzbereich, und enthält eine Anleitung für die Probengewinnung. Was der Test nicht leistet: kein vollständiges Blutbild, keine Aussage über den Vergleich von Kapillarblut und venösem Blut, keine Diagnose und kein Ersatz für eine ärztliche Untersuchung. Maßgeblich sind die Angaben in der beiliegenden Anleitung.

Preis 169,00 € Stand 19.08.2026, Änderungen möglich
Probenart Kapillarblut aus der Fingerbeere
Bearbeitungszeit Kit-Versand 1–3 Werktage
Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
Labor zertifiziertes medizinisches Fachlabor
Angabe der Produktseite, abgerufen 19.08.2026
Zum VitalCheck

Kapitel auf einen Blick

Bei einem Test für zu Hause ist die beiliegende Anleitung das Verfahren. Sie enthält die Vorgaben, die bei der venösen Entnahme in der Ausbildung stecken, und geht jeder allgemeinen Beschreibung vor.

Grenzen: was offen bleibt

Die erste Grenze ist die Quellenlage. Zur kapillaren Entnahme haben wir in den geprüften Quellen nichts gefunden, und dieser Artikel behauptet deshalb nichts darüber.

Die zweite Grenze ist der Vergleich. Ob und wie sich Werte aus Kapillarblut und aus venösem Blut unterscheiden, sagen die geprüften Quellen nicht. Wir behaupten weder Gleichwertigkeit noch einen Unterschied.

Die dritte Grenze ist der Umfang. Ein Panel aus Kapillarblut enthält kein vollständiges Blutbild, und für einzelne Werte gelten die Vorbehalte aus unseren Einzelartikeln.

Die vierte Grenze ist die Diagnose. Alle Einordnungen in diesem Artikel ordnen ein und stellen keine Diagnose. Diese entsteht in einer ärztlichen Praxis aus mehreren Bausteinen, und kein Selbsttest nimmt sie vorweg.

Worauf es beim Verfahren ankommt

Wenn du aus diesem Artikel eine einzige Sache mitnimmst, dann diese: Jede Entnahmeart hat Bedingungen, unter denen sie funktioniert.

Für das Standardverfahren sind sie genau beschrieben. Das MSD Manual empfiehlt, die venöse Blutentnahme innerhalb von 30 Sekunden nach Anlegen des Tourniquets durchzuführen, weil längere Stauung zu artefaktbedingten Laborergebnissen führen kann (Liu, Stand Oktober 2025).

Für die Entnahme aus der Fingerbeere stehen die Bedingungen in der Anleitung des jeweiligen Kits. Sie ist bei einem Test für zu Hause kein Beiblatt, sondern das Verfahren, und deshalb steht in diesem Artikel keine eigene Anweisung.

Häufige Fragen

Ist Kapillarblut so aussagekräftig wie venöses Blut?

Dazu haben wir in den für diesen Artikel geprüften Quellen keine Aussage gefunden, weder in die eine noch in die andere Richtung. Wir behaupten deshalb weder Gleichwertigkeit noch einen Unterschied. Was sich sagen lässt: Beide Verfahren hängen daran, dass die Probe korrekt gewonnen wird.

Welche Fehlerquellen hat die venöse Entnahme?

Das MSD Manual nennt Hämolyse, Hyperkaliämie, fehlerhafte Palpation und Gewebetrauma und empfiehlt, längere Abschnürung und Blutstau zu vermeiden, weil das zu artefaktbedingten Laborergebnissen führen kann (Liu, Stand Oktober 2025). Die Entnahme soll innerhalb von 30 Sekunden nach Anlegen des Tourniquets erfolgen.

Was ist ein artefaktbedingtes Laborergebnis?

Ein Ergebnis, das nicht den Zustand im Körper abbildet, sondern etwas, das bei der Gewinnung der Probe passiert ist. Das MSD Manual nennt als Beispiele Hämolyse und Hyperkaliämie sowie erhöhtes Kalium, Laktat und Phosphat bei längerer Stauung (Liu, Stand Oktober 2025).

Warum steht in diesem Artikel keine Anleitung?

Weil sie mit der Anleitung deines Tests konkurrieren würde. Bei einem Test für zu Hause ist die beiliegende Anleitung das Verfahren, und sie ist auf dieses Kit, diese Methode und dieses Labor zugeschnitten. Eine allgemeine Beschreibung kann das nicht ersetzen.

Bekomme ich aus Kapillarblut dieselben Werte wie beim Arzt?

Nicht dieselbe Auswahl. Ein Panel aus Kapillarblut enthält kein vollständiges Blutbild, und welche Werte enthalten sind, steht auf der jeweiligen Produktseite. Maßgeblich für die Deutung ist der Referenzbereich des auswertenden Labors, weil Referenzwerte abweichen können (IQWiG, Stand 02.04.2025).

Nächster Schritt

Nach Anleitung messen

Der VitalCheck führt 18 Werte aus Kapillarblut und enthält eine Anleitung für die Probengewinnung. Er enthält kein vollständiges Blutbild, stellt keine Diagnose und ersetzt keine ärztliche Abklärung.

Zum VitalCheck

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Quellen

  1. MSD Manual, Ausgabe für Fachkreise: Durchführung einer venösen Blutentnahme, Liu YT (letzte Aktualisierung Oktober 2025) – msdmanuals.com
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Laborwerte richtig verstehen, Stand 02.04.2025 – gesundheitsinformation.de

Das wörtliche Zitat zur Abschnürung, die Angaben zu 30 Sekunden und 1 Minute, die Aufzählung der Fehlerquellen sowie die Aussagen zu erhöhtem Kalium, Laktat und Phosphat stammen aus Quelle [1]. Dass diese Quelle ausschließlich die venöse Entnahme behandelt und den Fingerstich nicht erwähnt, ist eine Feststellung über diese Quelle. Der Hinweis auf laborabhängige Referenzwerte stammt aus [2]. Die Ergebnisdauer von etwa 5 bis 10 Minuten sowie Angaben zu Preis, Werten, Probenart und Labor stammen von den Produktseiten von mybody®x, abgerufen am 19.08.2026; die Bearbeitungszeiten folgen der zentralen Vorgabe für Bluttests. Alle Quellen wurden am 19.08.2026 aufgerufen und geprüft.

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Labordiagnostik Blutanalyse-Interpretation Ernährungswissenschaft Nutrigenetik

Dieser Artikel entstand im Redaktions- und Fachteam von mybody®x. Das Team verbindet Labordiagnostik, Ernährungswissenschaft und die Interpretation von Blutanalysen. Wer daran mitarbeitet, steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 19.08.2026 · Zuletzt aktualisiert am 19.08.2026

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.

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