Macht Vitamin K2 das Blut dicker oder dünner?
28. September 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
Weder noch. Vitamin K hilft der Leber, die Eiweiße der Blutgerinnung herzustellen. Bei gesunden Menschen sind diese Eiweiße schon praktisch vollständig aktiviert, und zusätzliches Vitamin K2 veränderte in einer Studie einen Laborwert der Gerinnung nicht (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012). Anders liegt es bei bestimmten Gerinnungshemmern.
Vitamin K2 verdickt gesundes Blut nicht; belegt ist das an einem Laborwert mit sechs Personen je Gruppe (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012).
Bei Gerinnungshemmern, die als Gegenspieler von Vitamin K wirken, kann schon eine kleine Menge zusätzliches K2 bei Einzelnen die Wirkung verändern (Theuwissen u. a., Journal of Thrombosis and Haemostasis, 2013).
Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät Menschen mit solchen Medikamenten, vor Vitamin-K-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln ärztlichen Rat einzuholen (BfR, 2021).
In diesem Artikel
Was macht Vitamin K bei der Blutgerinnung?
Vitamin K ist ein Kofaktor, also ein Hilfsstoff, den die Leber für die Herstellung der Gerinnungsfaktoren braucht (Schurgers u. a., Blood, 2007). Gerinnungsfaktoren sind Eiweiße im Blut, die dafür sorgen, dass sich eine Wunde mit einem Gerinnsel verschließt.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE, 2000) fasst die Aufgabe knapp zusammen: „Vitamin K umfasst mehrere Verbindungen, die wichtig für den Knochenstoffwechsel und die Blutgerinnung sind.“ Die bekanntesten sind das pflanzliche Vitamin K1, fachlich Phyllochinon, und die Vitamin-K2-Verbindungen, die Menachinone, die in tierischen und fermentierten Lebensmitteln vorkommen (DGE, 2000).
Die Studien zu Vitamin K2 in diesem Artikel untersuchen MK-7, kurz für Menachinon-7, eine dieser Vitamin-K2-Verbindungen (Schurgers u. a., Blood, 2007). Wenn im Folgenden von zusätzlichem K2 die Rede ist, geht es um MK-7 aus Präparaten und nicht um das K2 aus dem Essen.
Ein Bild hilft beim Einordnen. Stell dir die Leber als Montagehalle vor, in der die Gerinnungsfaktoren gebaut werden. Vitamin K ist dort kein Bauteil, sondern das Werkzeug, mit dem die Teile fertig montiert und damit arbeitsfähig werden. Fehlt das Werkzeug, bleiben die Teile unfertig.
Die Gerinnung ist dabei nicht die einzige Aufgabe. Dieselbe Arbeit nennt Vitamin K auch als Kofaktor für Osteocalcin, ein Eiweiß im Knochen, und für das Matrix-Gla-Protein, das in Knorpel und Gefäßwand vorkommt (Schurgers u. a., Blood, 2007). Wie sich K1 und K2 unterscheiden und wofür der Körper Vitamin K sonst braucht, erklärt der Artikel Was ist Vitamin K? K1 und K2 im Überblick. Für die Frage nach dicker oder dünner zählt vor allem, in welchem Zustand die Gerinnungsfaktoren schon sind.
Verdickt zusätzliches Vitamin K2 gesundes Blut?
Nein, soweit eine Studie mit gesunden Erwachsenen das zeigen kann. Bei ihnen sind die Gerinnungsfaktoren schon praktisch vollständig aktiviert, also in ihrer arbeitsfähigen Form, und zusätzliches MK-7 veränderte die Thrombinbildung, einen Laborwert der Gerinnung, nicht (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012).
Die Thrombinbildung ist ein Laborwert, der zeigt, wie bereitwillig eine Blutprobe gerinnt. Die Arbeitsgruppe um Theuwissen gab 42 gesunden Erwachsenen zwischen 18 und 45 Jahren entweder ein Placebo, also ein Scheinpräparat ohne Wirkstoff, oder MK-7 in unterschiedlichen Mengen bis zur höchsten geprüften (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012). Das Ergebnis fassen die Autoren in einem Satz: „No adverse effects on thrombin generation were observed.“ Nachteilige Wirkungen auf die Thrombinbildung wurden also nicht beobachtet.
Der Grund liegt im Ausgangszustand. Unter normalen Bedingungen sind die Gerinnungsfaktoren praktisch vollständig aktiviert, während von Osteocalcin und Matrix-Gla-Protein 10 bis 40 Prozent unaktiviert bleiben (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012). Im Bild der Montagehalle heißt das: Bei der Gerinnung ist praktisch jedes Teil schon fertig. Ein zusätzliches Werkzeug findet dort keine Arbeit mehr.
Der naheliegende Einwand lautet: Wenn die Gerinnung Vitamin K braucht, müsste mehr Vitamin K doch mehr Gerinnung bedeuten. Mehr Gerinnung heißt aber nicht automatisch Gerinnsel, und in der Studie zeigte der Laborwert nicht einmal mehr Gerinnung. Eine Einschränkung bleibt: Mit sechs Personen je Gruppe war die Studie klein (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012).
Dünner wird das Blut durch Vitamin K ebenfalls nicht, denn Vitamin K arbeitet der Gerinnung nicht entgegen. Was umgangssprachlich Blutverdünner heißt, sind Gerinnungshemmer, also Medikamente. Bei einer Gruppe davon ändert sich das Bild, bei den Vitamin-K-Antagonisten, auch Cumarine genannt. Sie wirken als Gegenspieler von Vitamin K, Wirkstoffe sind etwa Phenprocoumon oder Warfarin.
Vitamin K und Gerinnung · Quellen: Theuwissen u. a., 2012 und 2013
| Merkmal | Ohne Gerinnungshemmer | Mit Vitamin-K-Antagonisten |
|---|---|---|
| Gerinnungsfaktoren | praktisch vollständig aktiviert (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012) | durch das Medikament teilweise unaktiviert, so gewollt (Theuwissen u. a., Journal of Thrombosis and Haemostasis, 2013) |
| Zusätzliches Vitamin K | Thrombinbildung unverändert (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012) | kann schon in kleinen Mengen die Wirkung des Medikaments verändern (Theuwissen u. a., Journal of Thrombosis and Haemostasis, 2013) |
| Nächster Schritt | nichts Besonderes | mit der Praxis besprechen |
Welche Studien gibt es zu Vitamin K2 und Thrombose?
Die hier ausgewerteten Studien tragen eine klare, aber enge Aussage: Zusätzliches Vitamin K2 verdickt gesundes Blut nicht (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012). Eine Thrombose ist ein Blutgerinnsel, das ein Blutgefäß verengt oder verschließt, und genau diese Sorge steht hinter der Frage nach dickerem Blut.

Die erste Arbeit umfasste 42 gesunde Erwachsene mit sechs Personen je Gruppe (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012). Ihr Messwert, die Thrombinbildung, blieb unverändert. Das ist ein Laborwert und kein gezähltes Ereignis, er beschreibt die Gerinnungsbereitschaft einer Blutprobe.
Die zweite Arbeit ist eine Meta-Analyse, also eine Auswertung, die die Daten einzelner Studien zusammenführt. Li und Kollegen werteten 14 randomisierte Studien mit 1.533 Teilnehmenden aus; randomisiert heißt, dass das Los entschied, wer Vitamin K bekam und wer nicht (Li u. a., Frontiers in Nutrition, 2023). Bei den unerwünschten Ereignissen zeigte sich zwischen den Gruppen kein bedeutsamer Unterschied.
Auch diese Aussage hat Grenzen. Untersucht wurden überwiegend Patientengruppen, darunter Menschen mit Nierenerkrankungen, und im Mittelpunkt stand die Gefäßverkalkung (Li u. a., Frontiers in Nutrition, 2023). Ob Vitamin K dort etwas bewirkt, müssen nach Ansicht der Autoren strenger angelegte Studien klären.
Hinzu kommt die Einschätzung zur Giftigkeit. Eine tolerierbare Obergrenze der Zufuhr, fachlich Tolerable Upper Intake Level, hat der Wissenschaftliche Lebensmittelausschuss der EU-Kommission, der Vorgänger der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), laut BfR (2021) wegen unzureichender Daten nicht abgeleitet. Die verfügbaren Studien sprechen nach Einschätzung des BfR für eine geringe akute und chronische Toxizität, also Giftigkeit, von Vitamin K, das über den Mund aufgenommen wird (BfR, 2021).
Die Sorge vor einem Gerinnsel ist verständlich; belegt ist hier, dass zusätzliches Vitamin K2 gesundes Blut nicht verdickt (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012). Hast du Vorerkrankungen oder nimmst du Medikamente, ist deine Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle für die Frage, ob ein Vitamin-K-Präparat für dich infrage kommt.
Kapitel auf einen Blick
Zusätzliches MK-7 veränderte bei gesunden Erwachsenen die Thrombinbildung nicht (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012). In 14 randomisierten Studien unterschieden sich unerwünschte Ereignisse unter Vitamin K nicht bedeutsam von den Vergleichsgruppen (Li u. a., Frontiers in Nutrition, 2023). Der erste Befund trägt den Satz, dass Vitamin K2 gesundes Blut nicht verdickt; der zweite zeigt keine Häufung unerwünschter Ereignisse. Weiter reicht die Aussage dieser Daten nicht.
Was heißt Überdosierung bei Vitamin K?
Bei Vitamin K meint „Überdosierung“ vor allem die Störung von Gerinnungshemmern und nicht eine Vergiftung. Die Höchstmengenvorschläge des BfR, also seine Vorschläge, wie viel Vitamin K ein Nahrungsergänzungsmittel höchstens enthalten sollte, gehen auf die Wechselwirkung mit Cumarinen zurück und nicht auf Giftigkeit (BfR, 2021).
Den Kern dieser Wechselwirkung beschreibt das BfR an einem Vergleich. Beim Gerinnungshemmer Acenocoumarol, einem Vitamin-K-Antagonisten, war die Wirkstärke von Vitamin K2 bei der Abschwächung seiner Wirkung höher als die von Vitamin K1 (BfR, 2021). Abschwächen heißt hier: Das Medikament wirkt weniger stark, als es soll.
Wer nach „Vitamin K Überdosierung Thrombose“ sucht, hat ein Gerinnsel durch zu viel Vitamin K vor Augen. Die Risikobewertung des BfR beschreibt ein anderes Risiko, nämlich ein schwächer wirkendes Medikament bei Menschen, die Cumarine nehmen (BfR, 2021). Für sie ist die Frage nach der Menge deshalb eine Frage für die Praxis, die ihre Gerinnung einstellt.
Welche Nebenwirkungen Vitamin K2 haben kann und wie das BfR zu seinen Höchstmengen kommt, klärt der Artikel Vitamin K2: Nebenwirkungen und Dosis. Dort geht es um Nebenwirkungen und Höchstmengen, hier um Gerinnung und Thrombose.
Wie verändert Vitamin K die Wirkung von Gerinnungshemmern?
Zusätzliches Vitamin K kann die Wirkung von Vitamin-K-Antagonisten verändern, auch MK-7 in kleinen Mengen (Theuwissen u. a., Journal of Thrombosis and Haemostasis, 2013). Deshalb gehört jede Frage zu Vitamin K bei diesen Medikamenten zu deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Der Mechanismus steckt schon im Namen. Vitamin-K-Antagonisten sind Gegenspieler von Vitamin K, und die Leber braucht Vitamin K, um die Gerinnungsfaktoren herzustellen (Schurgers u. a., Blood, 2007). Kommt zusätzliches Vitamin K hinzu, kann es die Wirkung des Medikaments abschwächen (BfR, 2021).
Wie stark das Medikament wirkt, zeigt der INR (International Normalized Ratio), ein Blutwert, an dem sich die Wirkung dieser Gerinnungshemmer ablesen lässt. Theuwissen und Kollegen untersuchten 18 Gesunde, die den Vitamin-K-Antagonisten Acenocoumarol nahmen (Theuwissen u. a., Journal of Thrombosis and Haemostasis, 2013). Zusätzliches MK-7 veränderte den INR-Wert, und bei Einzelnen sprach die Gerinnung schon auf kleine Mengen an (Theuwissen u. a., Journal of Thrombosis and Haemostasis, 2013).
Die Autoren folgern, dass MK-7-Präparate unter einer Behandlung mit Vitamin-K-Antagonisten gemieden werden sollten (sinngemäß nach Theuwissen u. a., Journal of Thrombosis and Haemostasis, 2013). Die Studie war klein und prüfte Acenocoumarol, nicht Phenprocoumon. Was für deine Behandlung gilt, legt deshalb deine Ärztin oder dein Arzt fest.
Daraus folgt nie, einen Gerinnungshemmer eigenmächtig abzusetzen oder seine Wirkung mit Vitamin K selbst auszugleichen. Jede Änderung an deinen Präparaten gehört vorher in die Praxis, die deine Gerinnung einstellt. Speziell zu Kombipräparaten aus Vitamin D3 und K2 beantwortet die FAQ im Artikel zu D3 und K2 die Frage nach Blutverdünnern.
Belegte Fundstelle
„Personen, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen, sollten vor dem Verzehr von Vitamin K-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln ärztlichen Rat einholen.“
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Höchstmengenvorschläge für Vitamin K in Lebensmitteln inklusive Nahrungsergänzungsmitteln, 2021
Warum bleibt Vitamin K2 länger im Blut als K1?
Weil MK-7 eine sehr lange Halbwertszeit hat, also sehr lange braucht, bis die Hälfte davon wieder aus dem Blut verschwunden ist. Bei längerer Einnahme reichert es sich dadurch sieben- bis achtfach an (Schurgers u. a., Blood, 2007).
Schurgers und Kollegen verglichen synthetisches Vitamin K1 mit MK-7 aus Natto, einem Lebensmittel aus fermentierten Sojabohnen. Beide Formen erreichten ihren Höchstwert im Blut nach vier Stunden (Schurgers u. a., Blood, 2007). Danach trennten sich die Wege, denn MK-7 sorgte für deutlich stabilere Blutspiegel als K1.
Einen weiteren Unterschied nennt die DGE: Die Absorptionsraten, also die Anteile, die der Darm aufnimmt, sind bei Vitamin-K-Verbindungen „sehr unterschiedlich“, zum Teil wegen des Fetts im Lebensmittel und der Länge der Seitenkette (DGE, 2000).
Ein großer Unterschied zwischen den beiden Vitamin-K-Formen ist die Zeit, die sie im Blut bleiben. Genau das ist der Grund, warum K2-Präparate bei Gerinnungshemmern in der Praxis besprochen werden: Was lange im Blut bleibt und sich anreichert, kann auch lange auf das Medikament einwirken. Die Autoren halten fest, dass MK-7-Präparate ab einer bestimmten Tagesmenge eine Behandlung mit Gerinnungshemmern in klinisch bedeutsamer Weise stören können, also so, dass es für die Behandlung zählt (sinngemäß nach Schurgers u. a., Blood, 2007).
Für Menschen ohne Gerinnungshemmer ändert die lange Verweildauer nichts am Befund des zweiten Kapitels. Die Thrombinbildung blieb bei Gesunden auch unter täglichem MK-7 unverändert (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012).
Ein großer Unterschied zwischen den beiden Vitamin-K-Formen ist die Zeit, die sie im Blut bleiben.
Was passiert bei zu wenig Vitamin K?
Dann kommt es zu Blutungen: Das Hauptsymptom eines Vitamin-K-Mangels ist eine Blutung (MSD Manual, 2024). Hier zeigt sich die Rolle von Vitamin K von der anderen Seite, denn ohne das Werkzeug bleibt die Gerinnung unfertig.
Das MSD Manual nennt Blutungen in die Haut, die sich als blaue Flecken zeigen, und Nasenbluten (MSD Manual, 2024). Auch Wunden können nachbluten, und Blutungen im Magen oder Darm sind möglich. Blut kann dann im Urin oder Stuhl sichtbar sein, oder der Stuhl ist pechschwarz.
Solche Zeichen gehören ärztlich abgeklärt, und die erste Anlaufstelle dafür ist deine Hausarztpraxis. Blutiges Erbrechen oder pechschwarzer Stuhl brauchen sofort ärztliche Hilfe. Festgestellt wird ein Mangel in der Praxis über Blutgerinnungstests, also Laboruntersuchungen der Gerinnung (MSD Manual, 2024).
Bei gesunden Erwachsenen tritt ein Vitamin-K-Mangel laut MSD Manual selten auf, „da viele grüne Gemüsesorten Vitamin K enthalten, und Bakterien im Darm zudem Vitamin K bilden“ (MSD Manual, 2024). Auch aus den Verzehrdaten in Deutschland ergibt sich laut BfR kein Hinweis auf eine unzureichende Versorgung der Bevölkerung (BfR, 2021). Anders ist es bei gestillten Säuglingen: Sie haben ein Risiko für einen Vitamin-K-Mangel, deshalb wird Vitamin K direkt nach der Geburt verabreicht (DGE, 2000).
Woher ein Mangel sonst kommen kann, etwa durch eine sehr fettarme Ernährung oder bestimmte Medikamente (MSD Manual, 2024), erklärt der Artikel Vitamin-K-Mangel: Symptome und Ursachen.
Was darf ein Vitamin-K2-Präparat versprechen?
Nur gesundheitsbezogene Angaben, die die EU zugelassen hat, sogenannte Health Claims nach der EU-Verordnung 432/2012, und nur in ihrem Wortlaut. Für Vitamin D und Vitamin K gehört dazu der Satz: „Vitamin D und Vitamin K tragen zur Erhaltung normaler Knochen bei.“
Aus dem Sortiment von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) gehört der Vitamin D3 K2 Komplex Shield in dieses Kapitel, ein Nahrungsergänzungsmittel. Er steht hier für den Knochen-Claim und nicht für die Gerinnung. Eine Einnahmeempfehlung bei Blutgerinnung oder Thrombose gibt es für den Shield nicht.
Was der Shield nicht leistet, steht deshalb vorn. Wer Gerinnungshemmer nimmt, nimmt ihn nur nach ärztlichem Rat, so wie es das BfR für Vitamin-K-haltige Nahrungsergänzungsmittel festhält (BfR, 2021). Kein Test von mybody®x misst Vitamin K.
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Nahrungsergänzungsmittel mit Vitamin D3, Vitamin K2 und Selen als Mizellen-Drops, also als Tropfen. Vitamin D und Vitamin K tragen zur Erhaltung normaler Knochen bei. Der Shield ist nicht für die Blutgerinnung gedacht; bei Gerinnungshemmern nur nach ärztlichem Rat.
Vitamin K2 und Blutgerinnung: Was folgt daraus für dich?
Die Frage aus der Überschrift hat zwei Antworten, je nachdem, wer sie stellt. Ohne Gerinnungshemmer verdickt zusätzliches Vitamin K2 gesundes Blut nicht, gemessen an der Thrombinbildung (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012). Mit Vitamin-K-Antagonisten kann es die Wirkung des Medikaments verändern (Theuwissen u. a., Journal of Thrombosis and Haemostasis, 2013).
„Dicker oder dünner“ klingt, als verstelle Vitamin K die Gerinnung wie einen Regler. Die Quellen zeigen etwas anderes: Bei Gesunden steht der Regler schon praktisch am Anschlag, bei Vitamin-K-Antagonisten hält das Medikament ihn bewusst zurück, und dort kann zusätzliches Vitamin K ihn verschieben.
Nimmst du Gerinnungshemmer, hilft eine Liste deiner Präparate beim nächsten Termin, auch der Tropfen und Kapseln, die du ohne Rezept kaufst. So kann die Praxis Vitamin K einbeziehen, bevor sich etwas ändert.
Dicker oder dünner? Bei gesundem Blut keins von beiden. Bei Gerinnungshemmern entscheidet nicht die Überschrift, sondern deine Praxis.
Häufige Fragen
Macht Vitamin K das Blut dünner?
Nein. Vitamin K wird für die Blutgerinnung gebraucht, denn die Leber nutzt es als Kofaktor, wenn sie die Gerinnungsfaktoren herstellt (Schurgers u. a., Blood, 2007). Es arbeitet der Gerinnung also nicht entgegen. Was im Alltag Blutverdünner heißt, sind Gerinnungshemmer, also Medikamente mit eigenem Wirkstoff. Bei den Vitamin-K-Antagonisten gilt sogar das Gegenteil der Frage: Zusätzliches Vitamin K kann ihre Wirkung abschwächen (BfR, 2021). Deshalb klärst du Vitamin K bei solchen Medikamenten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Kann Vitamin K2 eine Thrombose auslösen?
Für gesunde Menschen sprechen die hier ausgewerteten Daten nicht dafür. Zusätzliches MK-7 veränderte bei 42 gesunden Erwachsenen die Thrombinbildung nicht (Theuwissen u. a., British Journal of Nutrition, 2012). In einer Meta-Analyse von 14 randomisierten Studien mit 1.533 Teilnehmenden unterschieden sich unerwünschte Ereignisse nicht bedeutsam zwischen den Gruppen (Li u. a., Frontiers in Nutrition, 2023). Beide Befunde haben Grenzen: Der erste ist ein Laborwert aus kleinen Gruppen, der zweite stammt überwiegend aus Patientengruppen (Li u. a., Frontiers in Nutrition, 2023). Die belastbare Aussage lautet deshalb, dass Vitamin K2 gesundes Blut nicht verdickt.
Was bedeutet der INR-Wert?
Der INR, kurz für International Normalized Ratio, ist ein Blutwert, an dem sich die Wirkung von Gerinnungshemmern aus der Gruppe der Vitamin-K-Antagonisten ablesen lässt. In einer Studie mit 18 Gesunden, die den Wirkstoff Acenocoumarol nahmen, veränderte zusätzliches MK-7 diesen Wert, und bei Einzelnen sprach die Gerinnung schon auf kleine Mengen an (Theuwissen u. a., Journal of Thrombosis and Haemostasis, 2013). Welcher INR-Wert für dich gilt, legt deine Ärztin oder dein Arzt fest. Maßgeblich sind die Angaben auf deinem Befund und nicht eine Zahl aus dem Internet.
Darf ich mit Gerinnungshemmern Vitamin-K-reiche Lebensmittel essen?
Das klärt die Praxis, die deine Gerinnung einstellt. Eine Regel für jeden gibt dieser Artikel bewusst nicht. Belegt ist der Mechanismus: Vitamin-K-Antagonisten wirken als Gegenspieler von Vitamin K, und zusätzliches Vitamin K kann ihre Wirkung abschwächen (BfR, 2021). Wie stark jemand darauf anspricht, ist verschieden; in einer Studie mit Präparaten reagierte die Gerinnung bei Einzelnen schon auf kleine Mengen MK-7 (Theuwissen u. a., Journal of Thrombosis and Haemostasis, 2013). Nimm die Frage deshalb in dein nächstes Gespräch mit der Praxis mit, statt allein etwas zu ändern.
Warum gibt es einen Warnhinweis zu Vitamin K und Gerinnungshemmern?
Weil zusätzliches Vitamin K die Wirkung bestimmter Gerinnungshemmer abschwächen kann. Das Bundesinstitut für Risikobewertung leitet seine Höchstmengenvorschläge für Vitamin K deshalb aus der Wechselwirkung mit Cumarinen ab und nicht aus Giftigkeit; die Giftigkeit von Vitamin K schätzt es als gering ein (BfR, 2021). Zu den Vorschlägen gehört der Hinweis, dass Menschen mit gerinnungshemmenden Medikamenten vor Vitamin-K-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln ärztlichen Rat einholen sollten (sinngemäß nach BfR, 2021). Der Hinweis richtet sich also an Menschen, die solche Medikamente nehmen.
Nächster Schritt
Vitamin D3 und K2 als Nahrungsergänzungsmittel
Vitamin D und Vitamin K tragen zur Erhaltung normaler Knochen bei. Nimmst du Gerinnungshemmer, sprich vor jedem Vitamin-K-Präparat mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Shield ansehen Was über D3 und K2 zusammen belegt ist Die Kombination im ÜberblickWeiterlesen
Quellen
- Theuwissen u. a.: MK-7 bei Gesunden, British Journal of Nutrition (2012) – europepmc.org
- Theuwissen u. a.: MK-7 unter Gerinnungshemmern, Journal of Thrombosis and Haemostasis (2013) – europepmc.org
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Höchstmengenvorschläge Vitamin K (2021) – bfr.bund.de
- Schurgers u. a.: K1 und MK-7 im Vergleich, Blood (2007) – europepmc.org
Die Aussagen zur Thrombinbildung bei Gesunden stützen sich auf [1]. Die Wechselwirkung mit Vitamin-K-Antagonisten belegen [2] und [3], die Verweildauer von MK-7 im Blut belegt [4]. Die Einordnung von Vitamin K als wichtig für die Blutgerinnung stammt von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE, 2000, dge.de). Die Übersicht zu unerwünschten Ereignissen ist die Meta-Analyse von Li u. a. (Frontiers in Nutrition, 2023, europepmc.org), die Mangelzeichen beschreibt das MSD Manual (2024, msdmanuals.com). Die Quellen wurden am 28.09.2026 abgerufen; Produktangaben und Preis: Stand 28.09.2026, Änderungen möglich.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Vitamin K Blutgerinnung
Dieser Artikel stammt vom mybody®x Redaktions- & Fachteam. Jede Zahl steht mit Quelle und Jahr im Text; wer hinter den Beiträgen steht, zeigt die Autorenseite.
Veröffentlicht am 28.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 28.09.2026
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Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.






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