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Durchfall in der Periode und Verstopfung davor: was dahintersteckt

21. Oktober 2026ca. 14 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Wenn sich deine Verdauung rund um die Periode ändert, bist du nicht allein: In einer Befragung von 156 Frauen hatten 73 % vor oder während der Periode mindestens eine Magen-Darm-Beschwerde (Bernstein u. a., 2014). Durchfall kann laut IQWiG (2023) eine Folge der Regelkrämpfe sein. Für Verstopfung davor gibt es nur einen schwachen Hinweis auf Progesteron.

An den Regelkrämpfen sind hormonähnliche Botenstoffe beteiligt, die Prostaglandine, und bei einigen Frauen lösen die Krämpfe Durchfall aus (IQWiG, 2023).

Verstopfung vor der Periode ist nur über eine kleine Studie mit 15 Frauen mit der zweiten Zyklushälfte verbunden, in der der Darm langsamer arbeitete (Wald u. a., 1981).

Blut im Stuhl oder keine Besserung nach 48 Stunden sind Gründe für ärztliche Hilfe, auch wenn gerade die Periode läuft (IQWiG, 2023).

In diesem Artikel

Warum hat man während der Periode Durchfall?

Die Regelkrämpfe selbst können bei einigen Frauen Durchfall auslösen, so beschreibt es das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, kurz IQWiG (2023). An den Krämpfen sind Prostaglandine beteiligt, hormonähnliche Botenstoffe, die die Gebärmuttermuskulatur sich zusammenziehen lassen (IQWiG, 2023).

Vielleicht kennst du den Verlauf: In den Tagen vor der Blutung kommt der Stuhlgang zäh und mühsam. Mit dem ersten Tag der Periode kippt es, zu den Krämpfen im Unterleib kommen dünne Stühle. Ein paar Tage später ist alles wieder wie vorher, bis zum nächsten Monat.

Eingebildet ist das nicht. In einer Befragung gesunder Frauen gehörten Bauchschmerz und Durchfall zu den am häufigsten genannten Magen-Darm-Beschwerden vor und während der Periode (Bernstein u. a., 2014). Wie verbreitet sie genau waren, zeigt das nächste Kapitel.

Wie stark Regelbeschwerden ausfallen können, zeigt eine Angabe des IQWiG (2023): Bei 1 von 10 Frauen sind die Beschwerden so stark, dass sie jeden Monat für 1 bis 3 Tage ihren Alltag nicht bewältigen können. Wer zu dieser Gruppe gehört und zusätzlich Durchfall hat, erlebt ihn womöglich als Teil eines größeren Ausfalls.

Durchfall und Verstopfung sind etwas anderes als das Spannungsgefühl eines aufgeblähten Bauchs in den Tagen vor der Blutung. Wenn dich vor allem das beschäftigt, lies den Beitrag über den Blähbauch vor der Periode. Hier geht es um den Stuhlgang.

Für dich heißt das: Kommt der Durchfall mit den Krämpfen und geht er mit ihnen, passt er zu dem, was das IQWiG (2023) beschreibt. Eine Erklärung für jeden Einzelfall ist das nicht, aber ein guter Ausgangspunkt für das Gespräch in der Praxis.

Belegte Fundstelle

„Bei einigen Frauen lösen die Krämpfe zudem Übelkeit, Erbrechen oder Durchfall aus.“

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
gesundheitsinformation.de, „Regelschmerzen“, 2023

Durchfall in der Periode: Wie verbreitet ist das?

In einer Befragung von 156 Frauen gaben 28 % Durchfall während der Periode an und 24 % in den fünf Tagen davor (Bernstein u. a., 2014). Mindestens eine Magen-Darm-Beschwerde vor oder während der Periode nannten 73 % der Befragten (Bernstein u. a., 2014).

Die Daten stammen aus einer Studie von Bernstein u. a., erschienen 2014 in der Fachzeitschrift BMC Women’s Health. Befragt wurden gesunde Frauen vor den Wechseljahren, die in eine gynäkologische Sprechstunde kamen. Sie füllten einen Fragebogen aus und gaben rückblickend an, welche Beschwerden sie in den fünf Tagen vor der Periode hatten und welche währenddessen (Bernstein u. a., 2014).

Unter den Magen-Darm-Beschwerden waren Bauchschmerz und Durchfall am häufigsten (Bernstein u. a., 2014). Beim Bauchschmerz lagen die Werte vor und während der Periode fast gleichauf, beim Durchfall lagen sie während der Blutung etwas höher. Müdigkeit wurde ebenfalls abgefragt und steht zum Vergleich in der Tabelle.

Beschwerden rund um die Periode (Bernstein u. a., 2014)

Beschwerde Fünf Tage davor Während
Bauchschmerz 58 % 55 %
Durchfall 24 % 28 %
Müdigkeit 53 % 49 %

Befragung von 156 gesunden Frauen vor den Wechseljahren, Angaben rückblickend per Fragebogen (Bernstein u. a., 2014).

Die Befragung zeigt außerdem, dass seelische Beschwerden rund um die Periode häufig zusammen mit den Magen-Darm-Beschwerden auftraten (Bernstein u. a., 2014). Das Forschungsteam vermutet dahinter gemeinsame Abläufe im Körper. Es ist ausdrücklich eine Vermutung.

Was die Zahlen nicht leisten: Die Befragung hat keine Ursachen untersucht, Prostaglandine und Progesteron wurden nicht gemessen (Bernstein u. a., 2014). Sie zeigt, wie verbreitet die Beschwerden in dieser Gruppe waren, nicht, woher sie kommen.

Meldet sich dein Darm rund um die Periode, gehörst du laut dieser Befragung (Bernstein u. a., 2014) zu einer großen Gruppe. Ein Grund, Warnzeichen zu übergehen, ist das nicht.

Prostaglandine: Was sie mit Durchfall in der Periode zu tun haben

Prostaglandine lassen die Gebärmuttermuskulatur sich zusammenziehen und sind laut IQWiG (2023) wesentlich an Regelschmerzen beteiligt. Die Krämpfe können bei einigen Frauen Durchfall auslösen (IQWiG, 2023).

Man kann sich Prostaglandine wie einen Taktgeber vorstellen, der der Gebärmuttermuskulatur das Zeichen gibt, sich zusammenzuziehen. Für einen Teil der Regelschmerzen vermutet das IQWiG (2023) sinngemäß, dass der Körper zu viel davon bildet oder besonders empfindlich auf sie reagiert. Gesichert ist das nicht, das IQWiG (2023) formuliert es als Vermutung.

Eine Erklärung, wie die Botenstoffe mit dem Durchfall zusammenhängen könnten, stammt aus einer Übersicht von 1980. Ihr Autor A. I. Csapo erklärte Begleitbeschwerden der Regelschmerzen wie Durchfall damit, dass überschüssige Prostaglandine in den Blutkreislauf gelangen (Csapo, 1980).

Diese Deutung gilt als Hypothese eines einzelnen Autors. Dass sie die Beschwerden vollständig erkläre, ist seine Wertung, kein Messergebnis (Csapo, 1980). Belastbarer ist die vorsichtigere Formulierung des IQWiG (2023), das den Durchfall mit den Krämpfen verbindet und nicht mit einem bestimmten Weg im Körper.

Der Unterschied ist mehr als Wortklauberei. Wer liest, Prostaglandine wirkten direkt auf den Darm, hält den Weg im Körper vielleicht für geklärt. Wer liest, dass die Krämpfe den Durchfall begleiten können, achtet eher darauf, ob beides zusammen kommt und zusammen wieder geht.

Bauchkrämpfe und Durchfall treten auch unabhängig vom Zyklus gemeinsam auf. Wie sie zusammenhängen können, ordnet der Beitrag über Bauchkrämpfe und Durchfall ein.

Verstopfung vor der Periode: Welche Rolle spielt Progesteron?

Möglicherweise eine, gesichert ist sie nicht. In einer kleinen Studie mit 15 Frauen war die Darmpassage, also der Weg vom Mund bis zum Anfang des Dickdarms, in der zweiten Zyklushälfte langsamer als in der ersten (Wald u. a., 1981).

Die Studie von Wald u. a. erschien 1981 in der Fachzeitschrift Gastroenterology. Das Forschungsteam maß die Passagezeit mit einem Atemtest zweimal je Frau: an Tag 8 bis 10 des Zyklus, wenn der Progesteronspiegel niedrig ist, und an Tag 18 bis 20 in der Lutealphase (Wald u. a., 1981). Die Lutealphase ist die zweite Zyklushälfte, in der der Progesteronspiegel erhöht ist.

In der Lutealphase dauerte die Passage messbar länger als in der ersten Zyklushälfte (Wald u. a., 1981). Das Forschungsteam schloss daraus sinngemäß, dass der Zyklus die Passagezeit mitbestimmt (Wald u. a., 1981). Den Stuhlgang selbst hat die Studie nicht erfasst, auch keine Verstopfung (Wald u. a., 1981).

Deshalb folgt aus der Studie nicht, dass Progesteron Verstopfung verursacht. Kurz gesagt: In der zweiten Zyklushälfte lief der Darm in einer kleinen Studie langsamer. Ob das deine Verstopfung vor der Periode erklärt, lässt sich daraus nicht ablesen.

Auch das Gesundheitsportal des Bundesministeriums für Gesundheit zählt hormonelle Faktoren zu den möglichen Gründen einer Verstopfung (BMG, 2023). Daneben stehen dort Gründe wie ballaststoffarme Kost oder zu wenig Bewegung (BMG, 2023).

Verstopfung betrifft laut BMG (2023) ungefähr 15 Prozent der Menschen in Europa. Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer (BMG, 2023). Wenn du verstehen möchtest, welche Hormonwerte wann im Zyklus gemessen werden, findest du das in einem eigenen Beitrag.

In der zweiten Zyklushälfte lief der Darm in einer kleinen Studie langsamer.

Darmbeschwerden in der Periode: Wann stecken andere Ursachen dahinter?

Sind die Regelschmerzen sehr stark, kann laut IQWiG (2023) eine Endometriose dahinterstecken, eine Erkrankung, die auch Magen-Darm-Beschwerden auslösen kann (IQWiG, 2024). Nicht jeder Durchfall in diesen Tagen muss außerdem mit dem Zyklus zusammenhängen.

Eine Endometriose löst bei manchen Frauen starke Schmerzen und Magen-Darm-Beschwerden aus (IQWiG, 2024). Bei anderen macht sie sich nur durch leichte Symptome oder gar nicht bemerkbar (IQWiG, 2024).

Ist der Darm betroffen, können laut IQWiG (2024) Völlegefühl oder Schmerzen beim Stuhlgang die Folge sein. Die Beschwerden treten nach derselben Quelle vorwiegend während der Periode auf, manchmal aber auch unabhängig davon (IQWiG, 2024).

Gerade deshalb lässt sich am Zeitpunkt allein nicht ablesen, ob Beschwerden zum Zyklus gehören oder auf eine Endometriose hinweisen. Das IQWiG (2024) hält zudem fest, dass die beschriebenen Symptome auch andere Ursachen haben können als eine Endometriose.

Starke Regelschmerzen können laut IQWiG (2023) auf eine Endometriose hinweisen, und dahinter kann eine behandelbare Krankheit stecken. Die Abklärung gehört in die frauenärztliche Praxis, nicht in eine Selbstdiagnose am Bildschirm.

Durchfall kann auch eine Infektion als Ursache haben. Bakterielle Magen-Darm-Infektionen werden in Deutschland laut IQWiG (2023) meist durch Campylobacter oder Salmonellen ausgelöst, zwei Gruppen von Bakterien. Auch ungewohntes Essen, zum Beispiel auf Reisen, nennt das IQWiG (2023) als mögliche Ursache.

Bei Verstopfung nennt das BMG (2023) unter anderem eine plötzliche Änderung der Lebensumstände, etwa eine Reise. Auch das willentliche Unterdrücken des Stuhldrangs zählt dort zu den Gründen (BMG, 2023).

Für dich heißt das: Fällt eine Verdauungsstörung in die Periode, liegt der Zyklus als Erklärung nahe. Andere Ursachen schließt das nicht aus.

Was tun bei Durchfall oder Verstopfung rund um die Periode?

Orientierung geben die allgemeinen Maßnahmen bei Verstopfung und bei Durchfall, wie sie das BMG (2023) und das IQWiG (2023) beschreiben. Es sind keine Zyklus-Tipps, sondern Grundlagen, die das ganze Jahr gelten.

Dunkler Wasserkrug und zwei Eier auf einem Tisch

Verstopfung vor der Periode: Welche allgemeinen Maßnahmen gibt es?

Für Erwachsene mit Verstopfung nennt das BMG (2023) diese Grundlagen:

  • Ballaststoffe in den Speiseplan holen (BMG, 2023)
  • 1,5 bis 2 Liter am Tag trinken (BMG, 2023)
  • sich ausreichend bewegen (BMG, 2023)

Ballaststoffe steigerst du am besten langsam, weil sie Blähungen machen können (sinngemäß nach MedlinePlus, 2024). MedlinePlus ist das Gesundheitslexikon der U.S. National Library of Medicine. Es rät sinngemäß zu Vollkornprodukten statt Weißmehl und dazu, essbare Schalen nicht zu entfernen (MedlinePlus, 2024).

Als ballaststoffreiche Gemüse nennt MedlinePlus (2024) etwa Spargel oder Brokkoli. Unter den Früchten, die bei Verstopfung infrage kommen, stehen dort Beeren und Pflaumen (MedlinePlus, 2024).

Weitere Wege, den Stuhlgang anzuregen, sammelt ein eigener Beitrag.

Durchfall während der Periode: Was gilt allgemein beim Essen und Trinken?

Bei Durchfall geht es darum, Flüssigkeit und Salze auszugleichen, etwa mit gezuckertem Tee und Salzgebäck (sinngemäß nach IQWiG, 2023).

Frittiertes und Fettiges solltest du bei Durchfall eher meiden, so rät es das US-Lexikon sinngemäß (MedlinePlus, 2025). Als verträglich nennt dasselbe Lexikon etwa weißen Reis oder Haferflocken (MedlinePlus, 2025). Gemüse am besten gekocht, etwa Karotten (sinngemäß nach MedlinePlus, 2025).

Wer beides kennt, die Verstopfung vor und den Durchfall während der Periode, sollte eine Stelle im Blick haben, an der sich die Empfehlungen widersprechen. Pflaumen und Brokkoli stehen bei MedlinePlus (2024) unter den Lebensmitteln, die bei Verstopfung infrage kommen. Bei Durchfall rät MedlinePlus (2025), blähende Lebensmittel zu meiden, ausdrücklich auch Pflaumen und Brokkoli. Was vor der Blutung passt, passt danach nicht mehr unbedingt.

Was bei akutem Durchfall sonst zählt, steht im Beitrag Was tun bei Durchfall.

Regelschmerzen in der Periode: Was tut gut?

Gegen die Regelschmerzen selbst gibt es laut IQWiG (2023) Hinweise aus Studien für Wärme, etwa mit Wärmepflaster oder Wärmegürtel. Einige Studien deuten laut IQWiG (2023) zudem auf einen Nutzen körperlicher Aktivität, zum Beispiel Joggen oder Yoga. Beides bezieht sich auf die Schmerzen, nicht auf die Verdauung.

Entspannung und warme Bäder werden laut IQWiG (2023) als wohltuend empfunden. Auch das gilt den Schmerzen.

Kapitel auf einen Blick

Bei Verstopfung gelten die allgemeinen Grundlagen, darunter 1,5 bis 2 Liter Flüssigkeit am Tag (BMG, 2023). Ballaststoffe werden besser langsam gesteigert, weil sie Blähungen machen können (sinngemäß nach MedlinePlus, 2024). Bei Durchfall geht es darum, Flüssigkeit und Salze auszugleichen (sinngemäß nach IQWiG, 2023). Die Hinweise zu Wärme gelten den Regelschmerzen (IQWiG, 2023).

Wann sollten Darmbeschwerden in der Periode abgeklärt werden?

Sobald Warnzeichen dazukommen. Bei Durchfall nennt das IQWiG (2023) unter anderem Blut im Stuhl oder keine Besserung nach 48 Stunden, dann gehört er in die Arztpraxis, auch wenn er in die Periode fällt.

Die Periode ist eine mögliche Erklärung, aber kein Grund, Warnzeichen zu übergehen. Die folgenden Listen stammen aus deutschen Gesundheitsinformationen und gelten allgemein.

Durchfall: Gründe für ärztliche Hilfe

Das IQWiG (2023) nennt bei Durchfall diese Gründe, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen:

  • keine Besserung nach 48 Stunden (IQWiG, 2023)
  • hohes Fieber
  • Blut im Stuhl, also rotes Blut im Stuhl oder schwarzer Stuhl
  • Schleim, der dem Stuhl aufgelagert ist
  • starke Schmerzen

Schwindel und Kreislaufprobleme können laut IQWiG (2023) auf einen starken Verlust von Flüssigkeit und Salzen hindeuten. Dann ist rasch ärztliche Hilfe nötig (IQWiG, 2023). Bei blutigem oder anhaltendem Durchfall kann eine Stuhl- oder Blutprobe nötig sein, um die Erreger festzustellen (IQWiG, 2023).

Verstopfung: wann ärztlich abklären

Beschwerden beim Stuhlgang sollte man laut BMG (2023) unbedingt ärztlich abklären lassen, wenn sie plötzlich auftreten und eines dieser Zeichen hinzukommt:

  • Blut im Stuhl oder am Darmausgang
  • starke Schwankungen des Stuhldurchmessers
  • Blutarmut (Anämie)
  • Gewichtsverlust
  • Darmkrebs in der Familie

Für Regelschmerzen gilt: Sind sie sehr stark oder werden sie mit der Zeit immer stärker, ist es laut IQWiG (2023) gut, mit der Frauenärztin oder dem Frauenarzt zu sprechen.

Für das Gespräch kann es nützen, über ein paar Zyklen zu notieren, an welchen Tagen die Beschwerden auftreten und wie stark sie sind. So wird aus einem vagen Gefühl ein Verlauf, den die Praxis einordnen kann.

Durchfall und Verstopfung in der Periode: Wo liegen die Grenzen des Wissens?

Das Wissen zu Durchfall und Verstopfung in der Periode stützt sich auf eine überschaubare Zahl von Arbeiten, zwei davon aus den Jahren 1980 und 1981. Diese Einschränkungen solltest du kennen.

Die Zahlen zur Verbreitung stammen aus einer Befragung, in der Frauen rückblickend per Fragebogen Auskunft gaben (Bernstein u. a., 2014). Ursachen wurden dabei nicht untersucht.

Die Erklärung über überschüssige Prostaglandine im Blutkreislauf stammt aus einer Übersicht von 1980 (Csapo, 1980). Sie ist die Deutung eines Autors, keine Messung.

Der Hinweis auf eine langsamere Darmpassage in der zweiten Zyklushälfte beruht auf 15 Frauen, gemessen wurde die Passage bis zum Dickdarmanfang (Wald u. a., 1981).

Ein Teil der Alltagshinweise stammt aus MedlinePlus, einem Laienlexikon aus den USA (MedlinePlus, 2024 und 2025). Für die tägliche Trinkmenge bei Verstopfung folgt dieser Text deshalb dem deutschen Gesundheitsportal (BMG, 2023).

Die Seiten von IQWiG und BMG sind Gesundheitsinformationen für Laien mit Stand 2023 und 2024. Die Seite des BMG gilt für Erwachsene (BMG, 2023).

Und eine Grenze hat dieser Text selbst: Er kann dir sagen, was bekannt ist, aber keine Untersuchung ersetzen.

Durchfall in der Periode: Was du jetzt tun kannst

Wenn dein Darm im Rhythmus deines Zyklus mitgeht, bildest du dir das nicht ein: Eine Befragung zeigt, dass Magen-Darm-Beschwerden rund um die Periode verbreitet sind (Bernstein u. a., 2014), und das IQWiG (2023) verbindet den Durchfall mit den Regelkrämpfen. Für die Verstopfung davor gibt es nur einen schwachen Hinweis, also halte dich an die allgemeinen Maßnahmen und beobachte, wann die Beschwerden kommen. Treten Warnzeichen auf oder werden die Regelschmerzen stärker, ist die Arztpraxis der nächste Schritt. Der Zyklus ist eine Erklärung, nicht die einzige.

Häufige Fragen

Ist Durchfall vor der Periode normal?

Ob er bei dir unbedenklich ist, kann nur eine ärztliche Untersuchung klären. Ungewöhnlich ist Durchfall vor der Periode aber nicht: In einer Befragung von 156 gesunden Frauen gaben 24 % Durchfall in den fünf Tagen vor der Periode an (Bernstein u. a., 2014). Die Angaben beruhen auf Fragebögen, die rückblickend ausgefüllt wurden. Kommen Warnzeichen wie Blut im Stuhl oder hohes Fieber hinzu, gehört der Durchfall in die Arztpraxis (IQWiG, 2023).

Was sind Prostaglandine?

Prostaglandine sind hormonähnliche Botenstoffe. Laut IQWiG (2023) lassen sie die Gebärmuttermuskulatur sich zusammenziehen und sind wesentlich an Regelschmerzen beteiligt. Ein Forscher erklärte schon 1980 Begleitbeschwerden wie Durchfall damit, dass überschüssige Prostaglandine in den Blutkreislauf gelangen (Csapo, 1980). Das gilt als Deutung aus einer Übersicht, nicht als gesicherter Mechanismus.

Ab wann gilt man als verstopft?

Eine Verstopfung, in der Fachsprache Obstipation, liegt laut BMG (2023) vor, wenn man weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang hat. Halten die Anzeichen mindestens drei Monate an, gilt die Verstopfung laut BMG (2023) als chronisch, also dauerhaft. Treten Beschwerden beim Stuhlgang plötzlich auf und kommt etwa Blut im Stuhl dazu, rät das BMG (2023) zur ärztlichen Abklärung.

Können Regelschmerzen auf Endometriose hinweisen?

Ja, das ist möglich. Starke Regelschmerzen können laut IQWiG (2023) auf eine Endometriose hinweisen, und dahinter kann eine behandelbare Krankheit stecken. Eine Endometriose kann bei manchen Frauen auch Magen-Darm-Beschwerden auslösen (IQWiG, 2024). Die Symptome können aber auch andere Ursachen haben (IQWiG, 2024). Sind die Schmerzen sehr stark oder werden sie stärker, ist laut IQWiG (2023) das Gespräch in der frauenärztlichen Praxis der richtige Schritt.

Was trinkt man bei Durchfall?

Bei Durchfall geht es darum, Flüssigkeit und Salze auszugleichen. Das IQWiG (2023) nennt dafür sinngemäß gezuckerten Tee und Salzgebäck. Das US-Lexikon MedlinePlus rät, nach jedem dünnen Stuhlgang mindestens 240 Milliliter Flüssigkeit zu trinken (MedlinePlus, 2025). Manche verzichten laut IQWiG (2023) zusätzlich etwa auf Kaffee oder Alkohol.

Nächster Schritt

Wenn vor der Periode eher der Bauch spannt

Ist es weniger der Stuhlgang als ein aufgeblähter Bauch in den Tagen vor der Blutung, geht es um ein eigenes Thema. Der Beitrag dazu ordnet ein, wann der Blähbauch zum Zyklus gehört.

Blähbauch vor der Periode Wege, den Stuhlgang anzuregen Was bei träger Verdauung im Alltag zählt

Weiterlesen

Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Regelschmerzen (Stand 2023) · Durchfall (Stand 2023) · Beschwerden bei Endometriose (Stand 2024), gesundheitsinformation.de
  2. Bundesministerium für Gesundheit: Verstopfung bei Erwachsenen, gesund.bund.de (Stand 2023) – gesund.bund.de
  3. Bernstein M. T. u. a.: Gastrointestinal symptoms before and during menses in healthy women, BMC Women’s Health (2014) – europepmc.org
  4. Wald A. u. a.: Gastrointestinal transit: the effect of the menstrual cycle, Gastroenterology (1981) – europepmc.org · Csapo A. I., J Reprod Med (1980) – europepmc.org

Die Aussagen zu Regelschmerzen und Endometriose stützen sich auf das IQWiG [1]. Die Hinweise zu Durchfall stammen ebenfalls vom IQWiG [1], die zu Verstopfung vom BMG [2]. Die Angaben zur Verbreitung der Beschwerden stammen aus der Befragung von Bernstein u. a. [3], die Aussagen zur Darmpassage und zu Prostaglandinen im Blutkreislauf aus den Arbeiten von Wald u. a. und Csapo [4]. Sinngemäße Alltagshinweise zu Ballaststoffen und zu fettigen Speisen stammen aus MedlinePlus, dem Gesundheitslexikon der U.S. National Library of Medicine (Stand 2024 und 2025). Die Quellen wurden im Oktober 2026 geprüft.

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Verdauung Zyklus

Dieser Beitrag stammt vom Redaktions- und Fachteam von mybody®x (MYBODY Lab GmbH). Wir werten Gesundheitsinformationen öffentlicher Institute und Studien aus und benennen, wo das Wissen endet. Mehr über das Team auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 21.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 21.10.2026

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