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Kalte Hände und Füße: Liegt es an der Schilddrüse oder am Kreislauf?

28. Oktober 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Kalte Hände und Füße sind zuerst eine normale Reaktion: Bei Kälte verengen sich die Blutgefäße der Haut, so geht weniger Wärme verloren (sinngemäß nach Castellani & Young, 2016). Bleiben sie auch im Warmen kalt, kann eine Erkrankung dahinterstecken. MedlinePlus (2026) nennt unter anderem eine Schilddrüsenunterfunktion und Gefäßprobleme wie das Raynaud-Phänomen.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen nennt „Kälteempfindlichkeit, Frieren“ unter den möglichen Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion (IQWiG, 2024).

Werden Finger oder Zehen bei Kälte plötzlich weiß oder bläulich, passt das zum Raynaud-Syndrom (MSD Manual, 2025).

Plötzlicher starker Schmerz im Bein mit leichenblasser, kalter Haut ist ein Notfall, dann gilt laut IQWiG (2024) sofort der Notruf 112.

In diesem Artikel

Warum werden Hände und Füße kalt?

Weil der Körper bei Kälte Wärme spart: Die Blutgefäße der Haut verengen sich, so geht weniger Wärme verloren (sinngemäß nach Castellani & Young, 2016). Kalte Finger an einem Wintertag sind deshalb zuerst eine normale Reaktion und kein Krankheitszeichen.

Die Übersichtsarbeit von Castellani & Young (2016) beschreibt zwei unmittelbare Antworten des Körpers auf Kälte. Die Verengung der Hautgefäße verringert den Wärmeverlust, das Kältezittern steigert die Wärmebildung. Ausgelöst wird die Gefäßverengung über einen Reflex und durch örtliche Abkühlung. Gemeinsam halten beide Reaktionen das Wärmegleichgewicht, wenn der Körper Wärme verliert (sinngemäß nach Castellani & Young, 2016).

Anders sieht es aus, wenn die Kälte bleibt, obwohl der Raum warm ist, oder wenn du schneller frierst als die Menschen um dich herum. Für eine ungewöhnliche Empfindlichkeit gegenüber kalter Umgebung oder kalten Temperaturen gibt es einen eigenen Begriff: Kälteintoleranz (sinngemäß nach MedlinePlus, 2026). Sie kann laut MedlinePlus (2026), dem Gesundheitslexikon der U.S. National Library of Medicine, ein Zeichen für ein Stoffwechselproblem sein.

Kalte Hände bedeuten trotzdem nicht automatisch Schilddrüse. MedlinePlus (2026) nennt als mögliche Ursachen einer Kälteintoleranz unter anderem, sinngemäß:

  • eine Blutarmut, die laut IQWiG (2023) zum Beispiel durch einen längeren Eisenmangel entstehen kann,
  • Gefäßprobleme wie das Raynaud-Phänomen,
  • eine Schilddrüsenunterfunktion,
  • eine Störung des Hypothalamus, des Teils im Gehirn, der die Körpertemperatur steuert.

Manche Menschen vertragen Kälte schlecht, weil sie sehr wenig wärmendes Körperfett haben, oft schlanke ältere Frauen (sinngemäß nach MedlinePlus, 2026). Das ist eine Frage des Körperbaus und steht in der Quelle getrennt von den Erkrankungen.

Wer bei kalten Händen an den Kreislauf denkt, landet bei zwei Gefäßthemen: dem Raynaud-Syndrom an Fingern und Zehen und der Durchblutungsstörung der Beine. Für das erste gibt es eine klare Beschreibung.

Belegte Fundstelle

„Beim Raynaud-Syndrom (auch Raynaud-Phänomen genannt, wenn die Ursache nicht bekannt ist), einer funktionellen Durchblutungsstörung, handelt es sich um eine Störung, bei der sich die kleinen Arterien (Arteriolen), zumeist in den Fingern und Zehen, als Reaktion auf Kälte stärker als sonst zusammenziehen.“

MSD Manual, Ausgabe für Patienten
„Raynaud-Syndrom“, 2025

Welche Ursachen haben kalte Hände und Füße?

Die Ursachen in diesem Ratgeber lassen sich in zwei Gruppen ordnen. Bei der einen Gruppe liegt es an Hormonen oder am Blut, bei der anderen an den Gefäßen selbst. Welche Spur passt, zeigen die Begleitumstände, etwa ob sich Finger verfärben oder nur ein Fuß kalt ist.

Mann reibt sich am offenen Fenster die Hände warm

Schilddrüsenunterfunktion: Was hat sie mit Frieren zu tun?

Das IQWiG (2024) zählt „Kälteempfindlichkeit, Frieren“ zu den möglichen Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion, bei der die Schilddrüse nicht mehr genug Hormone bildet. Fehlen Schilddrüsenhormone, verlangsamt sich laut IQWiG (2024) der Stoffwechsel, und das kann viele Körperfunktionen betreffen.

Der häufigste Grund für eine Schilddrüsenunterfunktion ist hierzulande laut IQWiG (2024) die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Entzündung der Schilddrüse durch eine Fehlreaktion des Immunsystems. Laut IQWiG (2024) frieren viele Betroffene leicht. Schätzungsweise 4 von 1.000 Frauen und 1 von 1.000 Männern erkranken daran, rechnerisch also Frauen etwa viermal so häufig (IQWiG, 2024).

Welche Beschwerden insgesamt zu einer Unterfunktion passen und wie sie abgeklärt wird, steht in unserem Überblick zur Schilddrüsenunterfunktion. Hier geht es nur um das Frieren und um die Frage, welche anderen Ursachen infrage kommen.

Blutarmut und Eisenmangel: Frierst du dann schneller?

MedlinePlus (2026) nennt die Blutarmut unter den möglichen Ursachen einer Kälteintoleranz, und ein längerer Eisenmangel kann laut IQWiG (2023) eine Blutarmut verursachen. Bei einer Eisenmangelanämie ist es so weit gekommen: Das Blut kann dann laut IQWiG (2023) nicht mehr genug Sauerstoff in die Zellen und Organe transportieren.

Eine kleine Studie hat geprüft, was das bei Kälte bedeutet. Beard u. a. (1990) setzten 30 Frauen mit ähnlichem Körperfettanteil in ein 28 °C warmes Wasserbad. Zehn von ihnen hatten eine Eisenmangelanämie, acht hatten leere Eisenspeicher ohne Anämie (Beard u. a., 1990). Die übrigen zwölf bildeten die Vergleichsgruppe (Beard u. a., 1990).

Gemessen wurde die Kerntemperatur, also die Temperatur im Körperinneren, in der Studie im Enddarm. Nach 100 Minuten lag sie bei den Frauen mit Anämie bei 36,0 Grad, bei den Vergleichsfrauen bei 36,2 Grad (Beard u. a., 1990). Frauen mit leeren Speichern ohne Anämie reagierten wie die Vergleichsgruppe (sinngemäß nach Beard u. a., 1990). Die Schilddrüsenhormone T3 und T4 lagen bei den Frauen mit Anämie niedriger, und die Autoren vermuten im Schilddrüsenhormon-Stoffwechsel die Ursache (sinngemäß nach Beard u. a., 1990).

Ob ein Eisenmangel auch das Gewicht verändert, ist eine eigene Frage, und der Artikel zu Eisenmangel und Gewicht geht ihr nach. Wer zuerst wissen will, welche Eisenwerte es gibt, findet dazu eine eigene Übersicht.

Raynaud-Syndrom: Warum werden Finger und Zehen weiß?

Beim Raynaud-Syndrom ziehen sich die kleinen Arterien in Fingern und Zehen bei Kälte stärker zusammen als sonst (MSD Manual, 2025). Die Finger und Zehen werden dann laut MSD Manual (2025) weiß oder bläulich, zumeist abschnittsweise. Die Blaufärbung nennt die Quelle Zyanose.

Die Quelle unterscheidet zwei Formen. Die primäre Form hat keine bekannte Ursache und heißt dann auch Raynaud-Phänomen. Sie tritt laut MSD Manual (2025) weitaus häufiger auf als die sekundäre Form. Die sekundäre Form kann laut MSD Manual (2025) bei Menschen mit anderen Erkrankungen auftreten, unter anderem bei einer Schilddrüsenunterfunktion.

Die meisten Fälle der primären Raynaud-Krankheit treten laut MSD Manual (2025) bei Frauen auf. Ausgelöst wird ein Anfall laut MSD Manual (2025) durch Kälte oder auch durch starke Gefühle. Er beginnt schnell und kann Minuten oder Stunden anhalten (MSD Manual, 2025).

Durchblutungsstörung der Beine: Warum ist nur ein Fuß kalt?

Ein kaltes Bein oder ein kalter Fuß gehört laut IQWiG (2024) zu den Anzeichen einer schlechten Durchblutung des Beins, wie sie bei der PAVK vorkommt, der Durchblutungsstörung der Beine. Die Beschwerden zeigen sich laut IQWiG (2024) meist nur an einem Bein.

Die PAVK verursacht laut IQWiG (2024) lange keine oder nur leichte Beschwerden, bevor sie sich bei Bewegung bemerkbar macht. Seltener sind laut IQWiG (2024) beide Beine oder die Arme betroffen. Als Anzeichen einer schlechten Durchblutung des Beins nennt das IQWiG (2024) etwa:

  • dünne Haut, die blass oder bläulich marmoriert aussieht,
  • ein kaltes Bein oder einen kalten Fuß,
  • Empfindungsstörungen wie Kribbeln („Ameisenlaufen“) oder Taubheit,
  • verlangsamtes Haarwachstum oder Haarausfall.

Man schätzt laut IQWiG (2024), dass etwa 15 bis 25 Prozent der Menschen ab 65 Jahren eine PAVK haben.

Kalte Hände und Füße: Welche Ursache passt wozu?

Die Tabelle stellt die Ursachen aus diesem Ratgeber nebeneinander, jeweils mit dem Hinweis, den die Quelle gibt. Sie ersetzt keine Untersuchung, sondern sortiert, was du an dir beobachtest.

Ursachen im Überblick

Ursache Hinweis laut Quelle Quelle und Jahr
Schilddrüsenunterfunktion „Kälteempfindlichkeit, Frieren“ als mögliche Beschwerde (IQWiG, 2024) IQWiG (2024)
Blutarmut und Eisenmangel Blutarmut als mögliche Ursache einer Kälteintoleranz (MedlinePlus, 2026). Bei Eisenmangelanämie in einer kleinen Studie etwas niedrigere Kerntemperatur, 36,0 gegen 36,2 Grad (Beard u. a., 1990) MedlinePlus (2026) · Beard u. a. (1990)
Raynaud-Syndrom Finger und Zehen werden bei Kälte oder starken Gefühlen weiß oder bläulich, Aufwärmen bringt Farbe und Empfinden zurück (MSD Manual, 2025) MSD Manual (2025)
Durchblutungsstörung der Beine (PAVK) Kaltes Bein oder kalter Fuß, Beschwerden bei Bewegung meist an einem Bein (IQWiG, 2024). Geschätzt etwa 15 bis 25 Prozent der Menschen ab 65 Jahren betroffen (IQWiG, 2024) IQWiG (2024)

Welche Blutwerte erklären kalte Hände und Füße?

Blutwerte können zwei der Spuren einordnen: die Schilddrüse und das Eisen. Bei Kälteintoleranz nennt MedlinePlus (2026) als mögliche Untersuchungen unter anderem ein großes Blutbild und die Schilddrüsenhormone T3 und T4.

Ob eine Hashimoto-Thyreoiditis hinter einer Unterfunktion steckt, lässt sich laut IQWiG (2024) mit einem weiteren Bluttest herausfinden, der bestimmte Antikörper gegen Schilddrüsengewebe nachweist. Wer seinen Schilddrüsenwert TSH schon kennt und trotz unauffälligem Ergebnis weiter friert, findet mehr im Artikel über Beschwerden trotz normalem TSH-Wert.

Einen Eisenmangel stellen Ärztinnen und Ärzte laut IQWiG (2023) mit einer Blutuntersuchung fest. Dabei geht es laut IQWiG (2023) um diese Fragen:

  • wie gut die Eisenspeicher gefüllt sind, gemessen über Ferritin und Transferrin,
  • wie groß die roten Blutkörperchen sind (MCV-Wert) und wie viel roten Blutfarbstoff sie enthalten (MCH-Wert),
  • wie viel roter Blutfarbstoff insgesamt im Blut ist, der Hämoglobin-Wert.

Beim Raynaud-Syndrom können laut MSD Manual (2025) ebenfalls Bluttests veranlasst werden, um nach Erkrankungen zu suchen, die manchmal damit einhergehen.

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Preis 169,00 € Stand 28.10.2026, Änderungen möglich
Probenart Kapillarblut per Fingerpieks, zu Hause selbst entnommen
Bearbeitungszeit Kit-Versand 1–3 Werktage
Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
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du eine Blutarmut abklären willst: Dafür fehlen Hämoglobin und Blutbild.

du eine Durchblutungsstörung oder ein Raynaud-Syndrom abklären willst.

du akute Warnzeichen hast. Dann ist die ärztliche Praxis der Weg, im Notfall der Notruf.

Welche Fragen solltest du dir bei kalten Händen stellen?

Die erste Frage ist, ob deine Hände und Füße nur draußen kalt werden oder auch im Warmen kalt bleiben. Danach zählen Verfärbungen an Fingern oder Zehen und die Frage, ob nur ein Bein betroffen ist.

Die Fragen ersetzen keine Untersuchung. Sie sortieren deine Beobachtungen so, dass du sie in der Praxis genau schildern kannst.

Fragen vor dem Arztgespräch

Nur draußen oder auch drinnen? Bei Kälte verengen sich die Hautgefäße als normale Reaktion (sinngemäß nach Castellani & Young, 2016). Bleibt die Kälte auch in warmen Räumen, passt das eher zu einer Kälteintoleranz, für die MedlinePlus (2026) mehrere mögliche Ursachen nennt.

Werden Finger oder Zehen weiß oder bläulich? Plötzliche, abschnittsweise Verfärbungen nach Kälte oder starken Gefühlen passen zum Raynaud-Syndrom (MSD Manual, 2025).

Ein Bein oder beide? Ein kaltes Bein oder ein kalter Fuß zählt laut IQWiG (2024) zu den Anzeichen einer schlechten Durchblutung des Beins. Die Beschwerden einer PAVK zeigen sich laut IQWiG (2024) meist nur an einem Bein.

Schmerzen beim Gehen? Die PAVK macht sich laut IQWiG (2024) bei Bewegung bemerkbar, nachdem sie lange keine oder nur leichte Beschwerden verursacht hat.

Kommen weitere Beschwerden wie Müdigkeit dazu? Müdigkeit nennt das IQWiG (2024) unter den möglichen Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion. Auch bei Eisenmangel ist sie laut IQWiG (2023) ein mögliches Symptom.

Notiere deine Antworten mit Datum. Wer zeigen kann, wann die Kälte kommt und wie lange sie bleibt, gibt der Praxis mehr als ein allgemeines Frieren.

Wann gehören kalte Hände und Füße in die Praxis?

Sofort zum Notruf geht es bei einem plötzlichen Gefäßverschluss am Bein, denn der ist laut IQWiG (2024) ein Notfall. In die Praxis gehört eine Kälteempfindlichkeit, die lange anhält oder sehr stark ist (sinngemäß nach MedlinePlus, 2026).

Als Anzeichen eines plötzlichen Gefäßverschlusses nennt das IQWiG (2024):

  • plötzlichen starken Schmerz,
  • „leichenblasse“, kalte Haut,
  • ein Taubheitsgefühl.

„Dann sollte man sofort den Notruf 112 wählen“, schreibt das IQWiG (2024).

Unterhalb dieser Notfallschwelle gibt es Zeichen, die du nicht abwarten, sondern ärztlich ansehen lassen solltest.

Wann in die Praxis

Ein Fuß ist kälter als der andere vor allem zusammen mit Beschwerden beim Gehen. Die Beschwerden einer PAVK zeigen sich laut IQWiG (2024) meist nur an einem Bein.

Wunden am Bein schließen sich schlecht Wegen der schlechten Durchblutung schließen sich Wunden am betroffenen Bein schlechter (sinngemäß nach IQWiG, 2024).

Finger oder Zehen verfärben sich weiß oder bläulich Das Raynaud-Syndrom kann laut MSD Manual (2025) auch bei Menschen mit anderen Erkrankungen auftreten, etwa mit einer Schilddrüsenunterfunktion.

Kleine Wunden an Finger- oder Zehenspitzen Laut MSD Manual (2025) können beim Raynaud-Syndrom kleine schmerzhafte Wunden oder Geschwüre an den Finger- oder Zehenspitzen erscheinen.

Die Kälteempfindlichkeit hält lange an oder ist sehr stark Dann ist laut MedlinePlus (2026) sinngemäß ärztlicher Rat angezeigt.

Was kannst du bei kalten Händen und Füßen tun?

Bei einem Raynaud-Anfall kann Aufwärmen laut MSD Manual (2025) Farbe und Empfinden von Fingern oder Zehen zurückbringen. Bleiben Hände und Füße dauerhaft kalt, ist das Gespräch in der Praxis der nächste Schritt.

„Das Aufwärmen der Hände oder Füße kann die normale Farbe und das normale Empfinden wiederherstellen“, heißt es im MSD Manual (2025) zum Raynaud-Syndrom. Das beschreibt den Umgang mit einem Anfall, nicht mit der Ursache dahinter.

Beim Rauchen ist die Quelle deutlich: „Betroffene müssen mit dem Rauchen aufhören, da Nikotin die Blutgefäße verengt“, schreibt das MSD Manual (2025). Für die Durchblutungsstörung der Beine hält das IQWiG (2024) fest: „Der wichtigste Risikofaktor für eine PAVK ist das Rauchen.“

Für das Gespräch in der Praxis nimmst du am besten deine Antworten auf die Fragen von oben mit. Bei Kälteintoleranz zählt MedlinePlus (2026) Blutuntersuchungen zu den möglichen Schritten der Abklärung. Ein Bluttest zu Hause kann diesen Schritt vorbereiten, ersetzen kann er ihn nicht.

Kapitel auf einen Blick

Aufwärmen kann beim Raynaud-Syndrom Farbe und Empfinden von Fingern und Zehen wiederherstellen (MSD Manual, 2025). Nikotin verengt laut MSD Manual (2025) die Blutgefäße, und Rauchen ist laut IQWiG (2024) der wichtigste Risikofaktor für eine PAVK. Notiere, wann die Kälte kommt und ob ein Fuß kälter ist als der andere. Hält die Kälteempfindlichkeit lange an oder ist sie sehr stark, ist ärztlicher Rat der nächste Schritt (sinngemäß nach MedlinePlus, 2026).

Grenzen: Wie weit tragen die Quellen zu kalten Händen?

Die Quellen beschreiben Ursachen und Warnzeichen. Welche Ursache bei dir vorliegt, klärt erst die ärztliche Untersuchung.

Castellani & Young (2016) beschreiben die Verengung der Hautgefäße bei Kälte allgemein, als Reaktion des Körpers. MedlinePlus ist ein US-amerikanisches Laienlexikon, und die dort beschriebene Kälteintoleranz ist nicht dasselbe wie kalte Hände und Füße.

Die Studie von Beard u. a. (1990) ist klein, sie umfasste 30 Frauen im Wasserbad. Gemessen wurde die Kerntemperatur, nicht die Temperatur der Hände und Füße. Ihr Ergebnis betrifft nur die Eisenmangelanämie, und die Verbindung zur Schilddrüse ist eine Vermutung der Autoren.

Die Angaben des IQWiG (2024) zur PAVK gelten vor allem für die Beine.

Auch der Women’s Wellness Check hat Grenzen. Weil Hämoglobin fehlt, zeigt er keine Blutarmut. Zur Durchblutung und zum Raynaud-Syndrom sagt er nichts. Antikörper gegen Schilddrüsengewebe gehören nicht zu seinen Werten, deshalb lässt sich eine Hashimoto-Thyreoiditis mit ihm nicht feststellen. Er ist eine Momentaufnahme zur Vorbereitung auf das Arztgespräch.

Kalte Hände und Füße: normal oder ein Fall für die Praxis?

Kalte Hände im Winter sind die Arbeit deiner Hautgefäße, kein Befund. Bleiben sie auch im Warmen kalt, lohnt der Blick auf Schilddrüse und Blut, bei weißen Fingern oder einem einseitig kalten Fuß der Blick auf die Gefäße. Blutwerte können zwei dieser Spuren einordnen, die anderen gehören in die ärztliche Untersuchung. Und ein plötzlich kalter, leichenblasser Fuß mit starkem Schmerz ist kein Fall zum Abwarten, sondern einer für den Notruf.

Häufige Fragen

Warum habe ich ständig kalte Füße, auch im Bett?

Ständig kalte Füße können eine normale Reaktion sein oder auf eine Kälteintoleranz hinweisen. Bei Kälte verengen sich die Hautgefäße, damit weniger Wärme verloren geht (sinngemäß nach Castellani & Young, 2016). Bleibt die Kälte auch unter der Decke, nennt MedlinePlus (2026) mögliche Ursachen, darunter eine Blutarmut und eine Schilddrüsenunterfunktion. Manche Menschen vertragen Kälte laut MedlinePlus (2026) schlecht, weil sie sehr wenig wärmendes Körperfett haben. Bei lang anhaltender oder sehr starker Kälteempfindlichkeit ist sinngemäß nach MedlinePlus (2026) ärztlicher Rat der richtige Schritt.

Kann eine Schilddrüsenunterfunktion kalte Füße machen?

Sie kann mit Frieren einhergehen: Das IQWiG (2024) nennt „Kälteempfindlichkeit, Frieren“ unter den möglichen Beschwerden einer Schilddrüsenunterfunktion. Fehlen Schilddrüsenhormone, verlangsamt sich laut IQWiG (2024) der Stoffwechsel. Außerdem kann das Raynaud-Syndrom laut MSD Manual (2025) in seiner sekundären Form bei einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten, dann werden Finger und Zehen bei Kälte weiß oder bläulich. Ob die Schilddrüse beteiligt ist, klären Blutwerte und das Gespräch in der Praxis.

Was ist der Unterschied zwischen Raynaud und kalten Händen?

Kalte Hände bei Kälte sind eine normale Reaktion der Hautgefäße (sinngemäß nach Castellani & Young, 2016). Beim Raynaud-Syndrom ziehen sich die kleinen Arterien in Fingern und Zehen laut MSD Manual (2025) stärker als sonst zusammen. Ein Anfall beginnt laut MSD Manual (2025) schnell und kann Minuten oder Stunden anhalten. Dabei werden Finger oder Zehen weiß oder bläulich, zumeist abschnittsweise (MSD Manual, 2025). Aufwärmen kann laut MSD Manual (2025) Farbe und Empfinden wiederherstellen.

Haben Frauen öfter kalte Hände?

Bei zwei Ursachen, die mit kalten Fingern oder Frieren verbunden sind, sind Frauen stärker vertreten. Die meisten Fälle der primären Raynaud-Krankheit treten laut MSD Manual (2025) bei Frauen auf. An einer Hashimoto-Thyreoiditis, dem hierzulande häufigsten Grund für eine Schilddrüsenunterfunktion, erkranken schätzungsweise 4 von 1.000 Frauen und 1 von 1.000 Männern (IQWiG, 2024).

Wann sind kalte Füße ein Notfall?

Ein plötzlich kalter Fuß kann auf einen plötzlichen Gefäßverschluss hinweisen, und der ist laut IQWiG (2024) ein Notfall. Als Anzeichen nennt das IQWiG (2024) plötzlichen starken Schmerz und „leichenblasse“, kalte Haut. Auch ein Taubheitsgefühl gehört dazu (IQWiG, 2024). Dann gilt laut IQWiG (2024) sofort der Notruf 112. Ein Fuß, der dauerhaft kälter ist als der andere, gehört in die Praxis. Die Beschwerden einer PAVK zeigen sich laut IQWiG (2024) meist nur an einem Bein.

Nächster Schritt

Schilddrüsenwerte und Ferritin vor dem Arztgespräch kennen

Der Women’s Wellness Check bestimmt dein Schilddrüsenprofil und Ferritin aus Kapillarblut, das du zu Hause entnimmst. Er bereitet das Gespräch in der Praxis vor und ersetzt keine ärztliche Abklärung.

Women’s Wellness Check ansehen Welche Beschwerden zu einer Unterfunktion passen Der Überblick zur Schilddrüsenunterfunktion und ihrer Abklärung

Weiterlesen

Quellen

  1. IQWiG, gesundheitsinformation.de: Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) (Stand 2024) – gesundheitsinformation.de
  2. MSD Manual, Ausgabe für Patienten: Raynaud-Syndrom (Stand 2025) – msdmanuals.com
  3. MedlinePlus, U.S. National Library of Medicine: Cold intolerance (Stand 2026) – medlineplus.gov
  4. IQWiG, gesundheitsinformation.de: Durchblutungsstörung der Beine (PAVK) (Stand 2024) – gesundheitsinformation.de

Die Angaben zur Schilddrüsenunterfunktion stützen sich auf [1], das Raynaud-Syndrom auf [2]. Kälteintoleranz und die möglichen Untersuchungen folgen [3], die Durchblutungsstörung der Beine und die Notfallzeichen folgen [4]. Ergänzend stützt sich der Text auf die Übersichtsarbeit von Castellani & Young (2016) zur Kältereaktion und auf die Studie von Beard u. a. (1990) zur Kerntemperatur bei Eisenmangelanämie. Hinzu kommen die IQWiG-Seiten zur Hashimoto-Thyreoiditis (2024) und zu Eisenmangel (2023). Die Angaben zum Women’s Wellness Check entsprechen dem Stand vom 28.10.2026.

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Schilddrüse Durchblutung

Dieser Ratgeber stützt sich auf die genannten Quellen und wurde vom mybody®x Redaktions- & Fachteam geschrieben und geprüft. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 28.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 28.10.2026

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