ISO certificadas análises laboratoriais 🇩🇪

Economize 10% agora, com o código mybody CareClub - CLUB10

Mikrobiom-Diversität im Befund: was der Wert wirklich aussagt

Das Wichtigste in Kürze

Der Diversitätswert beschreibt zwei Dinge auf einmal: wie viele verschiedene Bakteriengruppen das Labor in deiner Probe gefunden hat und wie gleichmäßig sich diese Gruppen darin verteilen. Die Zahl ist eine Momentaufnahme deiner eigenen Darmflora. Sie ist keine Note und keine Aussage über deine Gesundheit.

Dieser Artikel nimmt den Wert auseinander: wie er zustande kommt, warum er sich mit fremden Werten kaum vergleichen lässt, was ihn nach oben und unten bewegt und an welcher Stelle seine Aussagekraft endet.

Wer den Bericht gerade vor sich liegen hat, fängt bei Kapitel 1 an. Kapitel 2 erklärt die Rechnung dahinter, Kapitel 3 das Vergleichsproblem, Kapitel 5 sammelt alles, was die Zahl nicht leistet.

Das erwartet dich in diesem Artikel

1. Wo die Zahl im Befund steht und was daneben steht
2. Was der Diversitätswert tatsächlich misst
3. Warum deine Zahl nicht die Zahl eines anderen ist
4. Was den Wert nach oben und unten bewegt
5. Was sich aus dem Wert nicht ableiten lässt
6. Welcher Test einen Vielfaltswert ausweist
7. Lohnt sich eine zweite Messung?
8. Was du mit der Zahl anfangen kannst
Häufige Fragen
Quellen

Wo die Zahl im Befund steht und was daneben steht

Ein Mikrobiom-Bericht besteht aus zwei sehr verschiedenen Teilen. Der eine ist eine lange Liste von Bakteriennamen mit Mengenangaben, oft über mehrere Seiten. Der andere sind wenige zusammengefasste Kennzahlen, die aus genau dieser Liste berechnet werden. Der Vielfaltswert gehört zum zweiten Teil.

Das erklärt, warum die Zahl so viel Aufmerksamkeit bekommt. Sie steht meist weit oben, oft mit einem Balken oder einer Farbe daneben, und sie sieht aus wie ein Ergebnis. Die Artenliste darunter sieht aus wie Beiwerk. Tatsächlich ist es umgekehrt: Die Liste ist die Messung, der Vielfaltswert ist eine Zusammenfassung davon.

Eine Zusammenfassung verliert immer Information. Zwei Menschen können denselben Vielfaltswert haben und völlig unterschiedliche Bakterien im Darm tragen. Der Wert sagt etwas über die Struktur des Ökosystems aus, nichts darüber, wer darin wohnt.

Kernaussage

Der Diversitätswert ist kein Messergebnis, sondern eine Rechnung aus dem Messergebnis. Er beschreibt die Struktur deiner Darmflora, nicht ihre Zusammensetzung im Einzelnen.

Vier Fragen, die dieser Artikel nicht beantwortet

Rund um einen Mikrobiom-Befund stehen mehrere Fragen gleichzeitig im Raum, und sie brauchen unterschiedliche Antworten. Vier davon sind hier bewusst ausgespart, weil sie an anderer Stelle ausführlich beantwortet werden.

Welcher Test überhaupt zu deiner Frage passt und woran du einen seriösen Anbieter erkennst, klärt der Beitrag Darmflora testen lassen. Wie eine Probenahme zu Hause praktisch abläuft, steht in Dein Darmtest für Zuhause. Wie lange es dauert, bis sich an einer Darmflora überhaupt etwas bewegt, beantwortet Darmflora aufbauen. Und welches Bauchsymptom wohin gehört, ordnet Bauchbeschwerden einordnen ein.

Hier geht es allein um die eine Zahl, die schon auf deinem Bericht steht. Also nicht um die Auswahl und nicht um den Aufbau, sondern um die Deutung eines vorliegenden Werts.

Was der Diversitätswert tatsächlich misst

Der Wert setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen, die im Bericht meist zu einer einzigen Zahl verschmelzen. Der erste ist der Artenreichtum: wie viele unterscheidbare Bakteriengruppen überhaupt nachgewiesen wurden. Der zweite ist die Gleichverteilung: wie sich die gefundene Menge auf diese Gruppen aufteilt.

Stell dir zwei Gärten mit je zwanzig Pflanzenarten vor. Im ersten wachsen von jeder Art ungefähr gleich viele Exemplare. Im zweiten überwuchert ein einziges Gras fast die gesamte Fläche, die übrigen Arten stehen als Einzelexemplare am Rand. Beide Gärten haben denselben Artenreichtum. Nur der erste hat eine hohe Vielfalt.

Genau deshalb reicht die reine Artenzahl als Kennzahl nicht aus. Ein Bericht, der nur zählt, wie viele Arten gefunden wurden, übersieht die Schieflage im zweiten Garten. Ein Vielfaltswert, der beide Bestandteile verrechnet, bildet sie ab.

Im Darm-Lexikon von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) steht die Bakterienvielfalt unter der Rubrik Kennzahlen und Indizes. Die dortige Erklärung fasst beide Bestandteile in einem Satz zusammen: „Die Vielfalt zeigt, wie viele verschiedene Bakterienarten in deinem Darm leben und wie ausgewogen sie verteilt sind.“ (Darm-Lexikon, abgerufen am 27.08.2026)

Vielfalt innerhalb einer Probe und Vielfalt zwischen zwei Proben

In der mikrobiologischen Fachsprache trägt der Wert, der in deinem Bericht steht, einen genaueren Namen. Die Alpha-Diversität beschreibt die Vielfalt innerhalb einer einzelnen Probe, also genau das, was Artenreichtum und Gleichverteilung zusammen ergeben. Sie ist die Größe, die als deine Zahl erscheint.

Daneben steht die Beta-Diversität. Sie beschreibt nicht die Vielfalt in einer Probe, sondern den Abstand zwischen zwei Proben: wie unterschiedlich zwei Darmfloren zusammengesetzt sind. Diese zweite Größe brauchst du, wenn du deine Messung von heute mit deiner Messung von vor einem Jahr in Beziehung setzen willst.

Der Unterschied hat eine praktische Folge. Zwei Menschen können eine fast gleich hohe Alpha-Diversität haben und trotzdem einen großen Abstand in der Beta-Diversität – ihre Darmfloren sind ähnlich breit aufgestellt, bestehen aber aus verschiedenen Bewohnern. Wer nur die eine Zahl liest, sieht diesen Unterschied nicht.

Wie sich die Vielfalt von den Nachbarwerten unterscheidet

Neben der Vielfalt stehen im Bericht weitere Kennzahlen, die aus derselben Artenliste berechnet werden und trotzdem etwas anderes beschreiben. Wer sie durcheinanderbringt, liest aus einem unauffälligen Vielfaltswert eine Entwarnung heraus, die er nicht enthält. Die Tabelle stellt drei dieser Kennzahlen entlang derselben Kriterien nebeneinander.

Kriterium Bakterienvielfalt (Diversität) Firmicutes-Bacteroidetes-Verhältnis Butyratbildungspotenzial
Was die Kennzahl beschreibt Anzahl der gefundenen Arten und ihre Verteilung zueinander die Grundverteilung zweier großer Bakterienstämme zueinander das rechnerische Potenzial der gefundenen Flora, Buttersäure zu bilden
Woraus sie entsteht aus der vollständigen Artenliste, Anzahl und Verteilung zusammen aus dem Mengenverhältnis zweier Gruppen, unabhängig von der Artenzahl aus dem Anteil der Arten, denen diese Fähigkeit zugeschrieben wird
Was ein hoher Wert nahelegt ein breit aufgestelltes Ökosystem in dieser einen Probe eine Verschiebung zugunsten eines der beiden Stämme ein rechnerisch höheres Bildungspotenzial, keine gemessene Menge
Zielgröße für Einzelpersonen Keine belegte Zielgröße im verwendeten Quellenmaterial Keine belegte Zielgröße im verwendeten Quellenmaterial Keine belegte Zielgröße im verwendeten Quellenmaterial
Was sie nicht leistet sagt nichts darüber, welche Arten gefunden wurden sagt nichts über die Vielfalt innerhalb der beiden Stämme ersetzt keine Messung der tatsächlich gebildeten Menge

Die letzte Zeile ist die wichtigste. Jede dieser Kennzahlen beantwortet genau eine Frage und schweigt zu allen anderen. Wer den Bericht als Ganzes lesen will, liest sie deshalb nebeneinander und nicht nacheinander.

Die vierte Zeile ist die unbequemste. Zu keiner der drei Kennzahlen gibt das verwendete Quellenmaterial eine Zielgröße her, die für eine einzelne Person gilt. Das ist keine Lücke in diesem Artikel, sondern der Stand der Sache.

Warum deine Zahl nicht die Zahl eines anderen ist

Der erste Reflex nach einem Befund ist der Vergleich. Jemand postet seinen Wert in einem Forum, jemand anderes nennt seinen im Gespräch, und schon steht die eigene Zahl daneben und wirkt zu niedrig oder zu hoch. Dieser Vergleich trägt weniger, als er verspricht.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung hat sich am 3. Februar 2026 zu Bakterienzusätzen in Säuglingsnahrung geäußert. Die Stellungnahme behandelt ein anderes Thema als dein Befund, sie enthält aber einen Satz zur Ausgangslage, der jede Mikrobiom-Messung betrifft.

Belegte Fundstelle

„Humanstudien deuten darauf hin, dass beim Menschen große interindividuelle Unterschiede in der Zusammensetzung der Stuhlmikrobiota bestehen.“

Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Stellungnahme 005/2026 zu „Probiotika“ in Säuglingsnahrung, 3. Februar 2026

Interindividuell heißt: von Mensch zu Mensch. Die Unterschiede zwischen zwei gesunden Personen sind also von vornherein groß. Eine Zahl, die bei dir unter dem Durchschnitt liegt, kann bei einem anderen Menschen mit derselben Lebensweise deutlich darüber liegen, ohne dass einer von beiden ein Problem hätte.

Das BfR nennt in derselben Stellungnahme auch, woran diese Unterschiede hängen. Für die frühe Besiedlung führt es unter anderem das Gestationsalter, den Entbindungsmodus, die Ernährungsweise, Antibiotikagaben sowie familiäre, geographische und kulturelle Einflüsse an (BfR, 2026). Ein Teil dieser Faktoren liegt Jahrzehnte zurück und lässt sich nicht mehr ändern.

Kernaussage

Der sinnvollste Vergleichswert für deinen Diversitätswert ist dein eigener Wert aus einer früheren Messung. Alles andere vergleicht zwei Ökosysteme, die von Anfang an nicht gleich waren.

Was die Einordnung in eine Referenzgruppe leistet

Viele Berichte stellen den eigenen Wert neben eine Referenzgruppe. Das ist nützlich, solange klar ist, was dabei passiert: Deine Zahl wird gegen die Zahlen anderer Menschen gehalten, die mit demselben Verfahren im selben Labor untersucht wurden.

Daraus folgt eine praktische Regel. Wechselst du das Labor oder das Verfahren, wechselt auch die Bezugsgröße. Zwei Zahlen aus zwei Häusern nebeneinanderzulegen und die Differenz zu deuten, ist deshalb kein Vergleich, sondern eine Rechnung mit zwei verschiedenen Maßstäben.

Der Einwand liegt nahe: Wozu dann überhaupt eine Referenzgruppe? Weil sie die Größenordnung einordnet. Sie beantwortet, ob dein Wert im üblichen Bereich dieser Gruppe liegt. Sie beantwortet nicht, ob er für dich gut ist.

Was den Wert nach oben und unten bewegt

Die zweite häufige Frage nach einem Befund lautet, was sich an der Zahl überhaupt drehen lässt. Vier Größen tauchen dabei immer wieder auf, und sie unterscheiden sich stark darin, wie viel sie bewegen und wie schnell.

Die erste ist die Nahrung. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen beschreibt die Darmflora als Milliarden von Bakterien, die unter anderem von den unverdaulichen Bestandteilen der Nahrung leben (IQWiG, 2026). Unverdaulich heißt hier: Was dein Dünndarm nicht aufnimmt, kommt im Dickdarm an. Ballaststoffe sind damit kein Beiwerk, sondern das, wovon ein Teil dieser Bakterien lebt.

Wie viel davon vorgesehen ist, lässt sich beziffern. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene einen Richtwert von mindestens 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag (DGE, 2021). Der Wert gilt für alle Erwachsenen-Altersgruppen gleichermaßen, von 19 Jahren an aufwärts.

Der Wert beschreibt den Tag, an dem du die Probe genommen hast.

Die zweite Größe sind Antibiotika. Das BfR führt Antibiotikagaben ausdrücklich unter den Faktoren auf, die die Bakterienbesiedlung beeinflussen (BfR, 2026). Wer kurz vor der Probenahme eine Behandlung hinter sich hatte, misst deshalb eine Ausnahmesituation und nicht seinen Normalzustand.

Die dritte Größe ist der Zeitpunkt selbst. Der Wert beschreibt den Tag, an dem du die Probe genommen hast. Eine Reise, eine ungewohnte Woche, ein Infekt oder eine Feiertagsphase mit anderer Kost gehen mit in die Zahl ein, ohne dass daraus eine dauerhafte Veränderung folgt.

Warum Probiotika die Zahl seltener bewegen als erwartet

Die vierte Größe ist die, von der am meisten erwartet wird. Nach einem niedrigen Vielfaltswert liegt der Griff zu einem Bakterienpräparat nahe, weil die Logik so einfach wirkt: wenig Vielfalt, also Bakterien nachlegen.

Das BfR beschreibt in seiner Stellungnahme vom Februar 2026 eine andere Beobachtung. Ihr zufolge rufen als „probiotisch“ bezeichnete Bakterien nur vorübergehende, nicht signifikante Veränderungen der Gesamtstruktur und der Gesamtvielfalt der Stuhlmikrobiota hervor (BfR, 2026). Die Einschätzung steht im Zusammenhang mit Säuglingsnahrung, sie beschreibt jedoch die Wirkung auf die Vielfalt selbst.

Daraus folgt keine Absage an solche Produkte. Es folgt daraus, dass ein Vielfaltswert nicht die passende Erfolgskontrolle für sie ist. Wer die Zahl als Messlatte für ein Präparat nimmt, misst am falschen Ort.

Was sich aus dem Wert nicht ableiten lässt

Ein Mikrobiom-Befund stellt keine Diagnose. Er beschreibt eine Probe, nicht eine Erkrankung. Diese Grenze klingt nach Kleingedrucktem und ist in Wahrheit die wichtigste Leseanleitung für das ganze Dokument.

Am deutlichsten wird das beim Reizdarmsyndrom, weil es häufig in einem Atemzug mit der Darmflora genannt wird. Das IQWiG ordnet die Beleglage vorsichtig ein: Vermutet werde unter anderem, dass überempfindliche Darmnerven, Störungen der Darmmuskulatur, Veränderungen der Darmflora und Entzündungen der Darmwand eine Rolle spielen könnten (IQWiG, 2023). Vermutet und könnten sind hier die tragenden Wörter.

Wie verbreitet das Beschwerdebild ist, zeigt dieselbe Quelle: Nach Schätzungen haben etwa 10 bis 20 von 100 Menschen ein Reizdarmsyndrom, Frauen ungefähr doppelt so häufig wie Männer, und meistens tritt es zwischen 20 und 30 Jahren zum ersten Mal auf (IQWiG, 2023). Ein Vielfaltswert kann daraus nichts ableiten. Er kann weder bestätigen noch ausschließen, dass jemand betroffen ist.

Drei Schlüsse, die der Wert nicht trägt

Der erste ist der Krankheitsschluss. Aus einem niedrigen Wert folgt keine Erkrankung, aus einem hohen keine Gesundheit. Der Wert beschreibt eine Struktur, und Strukturen sind keine Befunde über den Menschen, der sie trägt.

Der zweite ist der Ursachenschluss. Wer Beschwerden hat und gleichzeitig einen niedrigen Wert sieht, verbindet beides fast automatisch. Die zeitliche Nähe beweist aber keinen Zusammenhang. Es kann auch der Infekt gewesen sein, der beides erklärt.

Der dritte ist der Therapieschluss. Aus einer Kennzahl folgt kein Ernährungsplan und keine Behandlung. Ein Befund liefert dir einen Ausgangspunkt für eigene Entscheidungen und für ein Gespräch, mehr nicht.

Und eine Grenze gehört eindeutig benannt: Bei anhaltenden oder neu auftretenden Beschwerden gehört die Abklärung in eine ärztliche Praxis, unabhängig davon, was auf dem Bericht steht. Das IQWiG nennt deutlichen Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Fieber oder Blässe als Hinweise, die eher auf eine andere Darmerkrankung deuten (IQWiG, 2023). Ein Selbsttest ist in solchen Fällen kein Ersatz für den Termin, sondern höchstens eine Vorbereitung darauf.

Kapitel auf einen Blick

Ein Diversitätswert beschreibt eine Probe, keine Erkrankung. Aus ihm folgt weder eine Diagnose noch eine Ursache noch eine Behandlung. Das IQWiG führt Veränderungen der Darmflora beim Reizdarmsyndrom als vermuteten Faktor unter mehreren auf, nicht als gesicherte Ursache (IQWiG, 2023). Anhaltende oder neue Beschwerden gehören unabhängig vom Befund in eine ärztliche Praxis.

Welcher Test einen Vielfaltswert ausweist

Damit ein Bericht überhaupt eine Vielfaltskennzahl enthalten kann, muss das Verfahren die Arten unterscheiden können. Eine Untersuchung, die nur wenige ausgewählte Leitkeime bestimmt, kann eine Verteilung über viele Gruppen hinweg nicht abbilden. Verfahren auf Basis einer DNA-Sequenzierung können es.

Bei mybody®x deckt der Mikrobiom Darm-Test | Complete diesen Bereich ab. Die Produktseite beschreibt die Analyse als DNA-Sequenzierung aus einer Stuhlprobe und nennt die Biodiversität ausdrücklich als einen der ausgewiesenen Werte (Angaben der Produktseite, abgerufen am 27.08.2026).

Mikrobiom Darm-Test Complete von mybody®x (MYBODY Lab GmbH)

Darmtest aus einer Stuhlprobe

Mikrobiom Darm-Test | Complete

DNA-Sequenzierung der Darmflora mit Ausweis der Biodiversität sowie weiterer Kennzahlen wie dem Firmicutes-Bacteroidetes-Verhältnis und dem Butyratbildungspotenzial. Was der Test nicht leistet: Er stellt keine Diagnose, benennt keine Ursache für Beschwerden und liefert keine Zielzahl, die du erreichen müsstest.

Preis 189,00 € Stand 27.08.2026, Änderungen möglich
Probenart Stuhlprobe, zu Hause entnommen
Bearbeitungszeit Kit-Versand 1–3 Werktage
Laborauswertung 5–10 Werktage nach Probeneingang
Labor ISO-zertifizierte Laboranalyse
Angabe der Produktseite, abgerufen 27.08.2026
Zum Mikrobiom Darm-Test

Eine Angabe fehlt hier bewusst, und der Grund gehört dazu: Wie viele Arten das Verfahren unterscheidet, wird auf unseren eigenen Seiten in unterschiedlichen Größenordnungen beschrieben. Solange das nicht geklärt ist, steht in diesem Artikel keine Zahl dafür. Eine ungeprüfte Zahl wäre der schlechtere Fehler.

Was die einzelnen Bakterien und Kennzahlen im Bericht bedeuten, erklärt das Darm-Lexikon Eintrag für Eintrag. Es ist die Stelle, an der du nachschlägst, wenn im Befund ein Name auftaucht, den du noch nie gelesen hast.

Lohnt sich eine zweite Messung?

Aus Kapitel 3 folgt eine praktische Konsequenz: Wenn der eigene frühere Wert der beste Vergleichswert ist, dann wird ein einzelner Befund erst durch einen zweiten richtig lesbar. Die Frage ist nur, wann sich das lohnt und wann nicht.

Sinnvoll für dich, wenn …

du deine Ernährung spürbar umgestellt hast und wissen willst, ob sich in derselben Messgröße etwas bewegt hat.

der erste Befund kurz nach einer Antibiotikatherapie oder einem Infekt entstanden ist und du eine Aufnahme ohne diese Ausnahmesituation brauchst.

du eine längere Umstellung planst und einen Ausgangspunkt willst, gegen den du später messen kannst.

Eher nicht, wenn …

du dir eine Diagnose oder eine Ursache für deine Beschwerden erhoffst. Beides leistet die Kennzahl nicht.

seit der ersten Probe nur wenige Wochen vergangen sind und sich in deinem Alltag nichts geändert hat.

du deutliche Beschwerden hast. Die gehören zuerst in eine ärztliche Praxis, nicht in eine zweite Selbstmessung.

Wichtig ist dabei die Vergleichbarkeit der beiden Messungen. Dasselbe Labor, dasselbe Verfahren, möglichst ähnliche Umstände bei der Probenahme. Zwei Messungen aus zwei Häusern ergeben zwei Momentaufnahmen, aber keine Richtung.

Findest du dich rechts wieder, ist das keine Absage an das Thema, sondern nur an den Zeitpunkt. Beobachten kostet nichts, und ein Befund läuft nicht ab.

Was du mit der Zahl anfangen kannst

Am Anfang stand der Eindruck, der Vielfaltswert sei das Ergebnis und die Artenliste darunter das Beiwerk. Genau umgekehrt wird der Bericht lesbar: Die Liste ist die Messung, die Zahl ist ihre Zusammenfassung. Wer sie so liest, erwartet von ihr weniger und bekommt dafür mehr.

Zwei Sätze reichen als Merkposten. Die Unterschiede zwischen zwei Menschen sind von vornherein groß (BfR, 2026) – das nimmt dem Vergleich mit fremden Werten die Grundlage. Und der Wert beschreibt den Tag der Probenahme, nicht deinen Dauerzustand.

Was daraus folgt, ist unspektakulär. Notiere dir Wert, Labor und Datum an einer Stelle, an der du sie in einem Jahr wiederfindest. Ohne diese drei Angaben ist eine spätere zweite Messung nur eine weitere Einzelzahl.

Und für die nächste Woche etwas Konkretes: Schau dir an, wo in deinem Tag Ballaststoffe vorkommen. Nicht rechnen, nur hinsehen. Der Richtwert von mindestens 30 Gramm pro Tag (DGE, 2021) lässt sich schwer erreichen, wenn in zwei von drei Mahlzeiten nichts davon steckt.

Wenn du unsicher bist, ob dein Befund überhaupt zu deiner Frage passt: Die Beratung kostet nichts, und sie verkauft dir nichts.

Häufige Fragen

Was bedeutet ein niedriger Diversitätswert im Mikrobiom-Befund?

Er bedeutet, dass in dieser einen Probe entweder wenige Bakteriengruppen gefunden wurden oder sich die gefundene Menge sehr ungleich auf sie verteilt. Eine Erkrankung lässt sich daraus nicht ableiten. Das BfR (2026) weist darauf hin, dass die Unterschiede zwischen einzelnen Menschen von vornherein groß sind.

Kann ich meinen Wert mit dem eines anderen vergleichen?

Nur eingeschränkt. Zwei Menschen bringen unterschiedliche Voraussetzungen mit, und zwei Labore rechnen gegen unterschiedliche Referenzgruppen. Aussagekräftig wird der Wert dort, wo du ihn mit deinem eigenen früheren Wert aus demselben Verfahren vergleichst.

Zeigt der Vielfaltswert, ob mein Darm gesund ist?

Nein. Der Wert beschreibt die Struktur einer Probe, nicht den Gesundheitszustand eines Menschen. Zu keiner der drei häufigen Kennzahlen im Bericht liegt eine belegte Zielgröße für Einzelpersonen vor. Wer eine Erkrankung ausschließen oder bestätigen will, braucht eine ärztliche Abklärung.

Wie schnell verändert sich der Wert?

Kurzfristige Einflüsse wie eine Reise, ein Infekt oder eine Antibiotikatherapie schlagen sich unmittelbar in einer Probe nieder. Ob eine Veränderung bleibt, zeigt erst eine spätere Messung unter denselben Bedingungen. Zum Bakterienzusatz beschreibt das BfR (2026) nur vorübergehende, nicht signifikante Veränderungen der Gesamtvielfalt.

Wann gehört ein Mikrobiom-Befund in die ärztliche Praxis?

Sobald Beschwerden dazukommen, die nicht nachlassen. Das IQWiG (2023) nennt deutlichen Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Fieber oder Blässe als Hinweise, die eher auf eine andere Darmerkrankung deuten. In diesen Fällen ist der Termin der erste Schritt, und der Befund höchstens eine Unterlage für das Gespräch.

Nächster Schritt

Wenn du einen Vielfaltswert lesen willst, den du später wieder messen kannst

Der Mikrobiom Darm-Test | Complete arbeitet mit DNA-Sequenzierung aus einer Stuhlprobe und weist die Biodiversität als eigenen Wert aus. Was die einzelnen Kennzahlen und Bakteriennamen im Bericht bedeuten, steht im Darm-Lexikon.

Zum Mikrobiom Darm-Test Zum Darm-Lexikon

Weiterlesen

Das könnte dich auch interessieren

Darmflora testen lassen

Woran du erkennst, welches Testverfahren zu deiner Frage passt.

Darmflora aufbauen: Wie lange dauert es wirklich?

Was sich in welchem Zeitraum überhaupt bewegen kann.

Darm-Lexikon: Bakterien und Marker nachschlagen

Jeder Name und jede Kennzahl aus deinem Bericht, einzeln erklärt.

Quellen

  1. Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Gesundheitlicher Nutzen von Säuglingsnahrung mit Zusatz von „Probiotika“ wissenschaftlich weiterhin nicht belegt, Stellungnahme 005/2026 (3. Februar 2026) – bfr.bund.de
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Wie funktioniert der Darm? (Stand 24.06.2026) – gesundheitsinformation.de
  3. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Reizdarmsyndrom (Stand 22.02.2023) – gesundheitsinformation.de
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte Ballaststoffe (Ableitung 2021) – dge.de

Das wörtliche Zitat zu den interindividuellen Unterschieden, die Aufzählung der Einflussfaktoren auf die frühe Bakterienbesiedlung und die Einschätzung zu Bakterienzusätzen stammen aus [1]; die Stellungnahme behandelt Säuglingsnahrung, dieser Zusammenhang ist im Text offengelegt. Die Beschreibung der Darmflora und ihrer Ernährung stammt aus [2] und ist attribuiert wiedergegeben, weil der Originalsatz mit einem Verweiswort beginnt. Die Angaben zur Häufigkeit des Reizdarmsyndroms, zur Geschlechterverteilung, zum Ersterkrankungsalter, zu den vermuteten Faktoren und zu den Warnzeichen stammen aus [3]. Der Richtwert von mindestens 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag stammt aus [4]. Alle vier Quellen wurden am 27.08.2026 live aufgerufen und geprüft. Angaben zu Preis, Verfahren, Kennzahlen, Probenart und Labor stammen von der Produktseite und dem Darm-Lexikon von mybody®x, abgerufen am 27.08.2026; die Bearbeitungszeiten folgen der zentralen Vorgabe je Testart. Eine Artenzahl wird bewusst nicht genannt, weil die eigenen Seiten dazu unterschiedliche Größenordnungen angeben.

mybody®x (MYBODY Lab GmbH) Zertifikat / Qualitätssiegel

mybody®x Redaktions- & Fachteam

Mikrobiom- und Darmwissenschaft Ernährungswissenschaft Labordiagnostik

Dieser Artikel entstand im Redaktions- und Fachteam von mybody®x. Das Team verbindet Mikrobiom- und Darmwissenschaft, Ernährungswissenschaft und Labordiagnostik. Wer daran mitarbeitet, steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 27.08.2026 · Zuletzt aktualisiert am 27.08.2026

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.

mybody®x (MYBODY Lab GmbH) Zertifikat / Qualitätssiegel

Publicações recentes

Mostrar tudo

Druck im Bauch: Ursachen einordnen und Warnzeichen erkennen

Druckgefühl im Bauch hat viele mögliche Ursachen. Was die Zahlen des IQWiG hergeben, wann ein Arzttermin ansteht und was ein Mikrobiom-Befund dazu nicht sagt.

Leia mais

Dysbiose Symptome und Ursachen: was der Begriff wirklich meint

Dysbiose klingt nach Diagnose, ist aber keine. Was der Begriff beschreibt, welche Einflüsse die Darmflora verändern und wo die Beleglage endet.

Leia mais

Personalisierte Ernährung nach DNA: was dahintersteckt

Personalisierte Ernährung nach DNA: was dahintersteckt Das Wichtigste in Kürze Personalisierte Ernährung heißt: Empfehlungen, die aus deinen eigenen Daten abgeleitet sind statt aus dem Durchschnitt. Eine DNA-Analyse ist einer von mehreren Wegen dorthin – sie zeigt, wie Nährstoffbedarf, Stoffwechsel und...

Leia mais