Krankheiten durch Vitaminmangel: von Beriberi bis Skorbut – und heute?
28. September 2026ca. 16 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
Ein schwerer, lang anhaltender Vitaminmangel kann eigene Krankheiten auslösen, von Beriberi bei Mangel an Vitamin B1 (Thiamin) bis Skorbut bei Vitamin-C-Mangel. Wie es heute aussieht, hängt vom Vitamin ab: Vitamin-C-Mangelzustände kommen in industrialisierten Ländern praktisch nicht mehr vor (DGE, 2025), ein Thiaminmangel tritt hierzulande in der Regel nur als Folge von Krankheiten auf (DGE, 2025).
Die Krankheitsbilder folgen auf einen schweren Mangel; für Skorbut nennt die DGE eine dauerhaft fehlende Vitamin-C-Zufuhr als Bedingung (DGE, 2025).
Beim Vitamin D lag der Blutwert bei 30,2 % der Erwachsenen unter 30 nmol/l, was das RKI als mangelhafte Versorgung einstuft (RKI, 2016).
Ein Bluttest liefert eine Momentaufnahme einzelner Werte und keine Diagnose; ob eine Mangelkrankheit vorliegt, klärt die ärztliche Praxis.
In diesem Artikel
Was ist eine Krankheit durch Vitaminmangel?
Eine Krankheit durch Vitaminmangel ist das Krankheitsbild, das ein schwerer und lang anhaltender Mangel an einem bestimmten Vitamin auslöst. Sie beginnt nicht mit einem knappen Tag, sondern dann, wenn der Körper über längere Zeit zu wenig davon bekommt oder verwertet.
Wie ein Mangel zustande kommt, beschreibt die DGE am Beispiel von Vitamin A: Er tritt ein, wenn die Speicher des Körpers erschöpft sind, keine ausreichende Zufuhr erfolgt oder die Aufnahme im Darm gestört ist (DGE, 2025). Für die anderen Vitamine in diesem Artikel nennen die Quellen ähnliche Wege, von fehlender Zufuhr bis zu Krankheiten, die die Aufnahme stören (DGE, 2025; MedlinePlus, 2024 und 2026).
Die DGE unterscheidet dabei zwei Formen (DGE, 2025). Ein primärer Mangel ist durch die Ernährungsgewohnheiten verursacht. Ein sekundärer Mangel entsteht als Folge einer anderen Erkrankung, bei Vitamin A in erster Linie bei Erkrankungen, die Fettverdauung und Fettaufnahme stören (DGE, 2025).
Eine Mangelkrankheit ist deshalb mehr als ein knapper Wert. Die DGE spricht bei Beriberi ausdrücklich von einem schweren Thiaminmangel (DGE, 2025).
Wer eher wissen möchte, woran sich ein Mangel im Alltag bemerkbar macht, findet das im Ratgeber zu Vitaminmangel-Symptomen: dort die Zeichen im Alltag mit konkreten Schritten, hier die Krankheitsbilder eines schweren Mangels.
Zahlen zum Mangel
10 mg
Bereits 10 mg Vitamin C pro Tag verhindern laut DGE Skorbut (DGE, 2025).
< 30 nmol/l
Unter 30 nmol/l Vitamin D im Blut spricht das RKI von mangelhafter Versorgung mit erhöhtem Risiko für Osteomalazie, eine Erweichung der Knochen (RKI, 2016).
30,2 %
der Erwachsenen lagen in der RKI-Studie DEGS1 mit ihrem Vitamin-D-Wert unter 30 nmol/l (RKI, 2016).
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 2025 · Robert Koch-Institut (RKI), 2016
Welche Krankheiten entstehen durch Vitaminmangel?
Die klassischen Krankheiten durch Vitaminmangel sind Beriberi und Skorbut, dazu Rachitis, eine Knochenerkrankung im Kindesalter, und Pellagra bei zu wenig Niacin (DGE, 2025; MedlinePlus, 2024). Hinzu kommen die Nachtblindheit und zwei Formen der Blutarmut.
Die Tabelle ordnet jede Krankheit dem fehlenden Vitamin zu und nennt die Zeichen, die die jeweilige Quelle beschreibt. Ein Teil stammt aus MedlinePlus, dem Gesundheitslexikon der National Library of Medicine in den USA (MedlinePlus, 2024), ein Teil aus den Fragen und Antworten der DGE (DGE, 2025). Die Zeichen beschreiben ausgeprägte Krankheitsbilder und taugen nicht als Checkliste für einzelne Beschwerden.
Mangelkrankheiten im Überblick · Quelle je Zeile
| Krankheit | Fehlendes Vitamin | Typische Zeichen laut Quelle |
|---|---|---|
| Beriberi | Thiamin (Vitamin B1) | Muskelschwäche und Taubheit der Arme und Beine oder Wassereinlagerungen (Ödeme) und Herzschwäche (DGE, 2025) |
| Skorbut | Vitamin C | Schlechte Wundheilung und Zahnausfall, Blutungen in Haut und Schleimhäuten (DGE, 2025) |
| Rachitis bei Kindern, Osteomalazie | Vitamin D, bei Rachitis auch Calcium oder Phosphat | Knochen werden weich und schwach, bei Kindern mit Knochenschmerzen und O-Beinen (MedlinePlus, 2024) |
| Pellagra | Niacin oder die Aminosäure Tryptophan | Durchfall und Verwirrtheit, schuppende Hautwunden an sonnenbeschienenen Stellen (MedlinePlus, 2024) |
| Nachtblindheit | Vitamin A | Erstes Zeichen eines deutlichen Mangels; später trockene Augenbindehaut bis zur Erblindung (DGE, 2025) |
| Blutarmut (Anämie) und Nervenschäden | Vitamin B12 | Bei langem Mangel Taubheit und Kribbeln in Händen und Füßen oder Gleichgewichtsstörungen (MedlinePlus, 2026) |
| Megaloblastäre Blutarmut, mit ungewöhnlich großen roten Blutkörperchen | Folat | Müdigkeit und Schwäche, dazu Blässe und ein wunder Mund (MedlinePlus, 2026) |
Wie zeigen sich Krankheiten durch Vitaminmangel im Einzelnen?
Jede Mangelkrankheit hat ein eigenes Bild und trifft heute eine eigene Gruppe von Menschen. Die Zeichen stammen aus den genannten Quellen und beschreiben einen schweren Mangel, nicht einen knappen Wert.
Beriberi: Krankheit durch Vitamin-B1-Mangel
Beriberi ist laut DGE das bekannteste Krankheitsbild eines schweren Mangels an Thiamin, also Vitamin B1 (DGE, 2025). MedlinePlus unterscheidet zwei Hauptformen: Die feuchte Beriberi betrifft Herz und Kreislauf, die trockene das Nervensystem (MedlinePlus, 2024).
Zur feuchten Form gehören Atemnot bei Belastung und geschwollene Unterschenkel, zur trockenen Kribbeln und Gefühlsverlust in Händen und Füßen oder Gehstörungen (MedlinePlus, 2024). Unbehandelt kann Beriberi laut DGE zum Tod führen (DGE, 2025).
In den USA ist Beriberi laut MedlinePlus selten, weil dort ein Teil der Lebensmittel mit Vitaminen angereichert wird (MedlinePlus, 2024). Wie Thiamin im Körper arbeitet und wie viel davon empfohlen ist, steht im Artikel zu Vitamin B1 und seinem Bedarf.
Skorbut: Krankheit durch Vitamin-C-Mangel
Skorbut ist laut DGE der klassische Vitamin-C-Mangelzustand beim Erwachsenen (DGE, 2025). Beim Säugling heißt das Gegenstück Moeller-Barlow-Krankheit; dabei sind Knochenbildung und Wachstum gestört (DGE, 2025).
Als Zeichen nennt die DGE schlechte Wundheilung und Gelenkschmerzen, dazu eine Neigung zu Blutungen in Haut und Schleimhäuten sowie Zahnausfall (DGE, 2025). MedlinePlus ergänzt Zahnfleischerkrankungen und allgemeine Schwäche (MedlinePlus, 2025).
Diese Störungen treten laut DGE bei Erwachsenen nur bei dauerhaft fehlender Vitamin-C-Zufuhr auf (DGE, 2025). Für die USA beschreibt MedlinePlus Skorbut als selten; am stärksten betroffen sind dort ältere Menschen, die sich nicht ausreichend ernähren (MedlinePlus, 2025).
Rachitis: Vitamin-D-Mangel im Kindesalter
Rachitis tritt bei Kindern auf, bevor das Knochenwachstum abgeschlossen ist, und geht auf einen Mangel an Vitamin D zurück; auch fehlendes Calcium oder Phosphat kann sie auslösen (MedlinePlus, 2024). Die Knochen werden weich und schwach, und MedlinePlus führt Rachitis auch unter dem Namen Osteomalazie im Kindesalter (MedlinePlus, 2024).
Zu den Zeichen gehören Knochenschmerzen und ein gestörtes Wachstum, außerdem mehr Knochenbrüche und Verformungen wie O-Beine (MedlinePlus, 2024). Wird die Rachitis nicht behoben, solange das Kind wächst, können Verformungen und Kleinwuchs bleiben (MedlinePlus, 2024).
Für die USA beschreibt MedlinePlus Rachitis als selten (MedlinePlus, 2024). Bei Erwachsenen verbindet das RKI niedrige Vitamin-D-Werte mit einem Risiko für Osteomalazie, nicht mit Rachitis (RKI, 2016).
Pellagra: Krankheit durch Niacinmangel
Pellagra entsteht laut MedlinePlus, wenn jemand zu wenig Niacin, ein B-Vitamin, oder Tryptophan, einen Eiweißbaustein, bekommt oder der Körper diese Stoffe nicht aufnehmen kann (MedlinePlus, 2024).
MedlinePlus nennt Durchfall und Bauchschmerzen, außerdem schuppende Hautwunden an Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind (MedlinePlus, 2024). Auch Verwirrtheit bis hin zu Wahnvorstellungen gehört dazu, und unbehandelt kann Pellagra Nerven schädigen, besonders im Gehirn (MedlinePlus, 2024).
Laut MedlinePlus tritt Pellagra vor allem bei armen Bevölkerungen mit knapper Nahrung auf und dort, wo unbehandelter Mais einen großen Teil der Ernährung ausmacht, etwa in Teilen Afrikas (MedlinePlus, 2024). In den USA ist sie selten und kann mit schwerem Alkoholismus oder krankheitsbedingter Mangelernährung zusammenhängen (MedlinePlus, 2024).
Nachtblindheit: erstes Zeichen von Vitamin-A-Mangel
Die Nachtblindheit, also schlechtes Sehen bei Dämmerung, ist laut DGE das erste Zeichen eines im Laufe der Zeit deutlich erkennbaren Vitamin-A-Mangels (DGE, 2025). Danach können Tränendrüsen und Augenbindehaut austrocknen, bis hin zu Geschwüren der Hornhaut und Erblindung (DGE, 2025).
Als unspezifische, also wenig eindeutige Begleiterscheinungen nennt die DGE Appetitlosigkeit und trockene Haut, bei Kindern Wachstumsverzögerungen (DGE, 2025). Wie sich ein Vitamin-A-Mangel im Einzelnen zeigt, steht im Artikel zu den Symptomen eines Vitamin-A-Mangels.
Blutarmut und Nervenschäden bei Vitamin-B12-Mangel
Ist der Vitamin-B12-Spiegel lange niedrig, kann das laut MedlinePlus zu einer Blutarmut, also einem Rückgang der roten Blutkörperchen, und zu Nervenschäden führen (MedlinePlus, 2026).
Zeichen der Nervenschäden sind Taubheit und Kribbeln in Händen und Füßen oder Gleichgewichtsstörungen; in schweren Fällen kommen Verwirrtheit und eine veränderte geistige Verfassung dazu (MedlinePlus, 2026). Die Schäden können bleiben, wenn die Behandlung nicht bald nach Beginn der Beschwerden einsetzt (MedlinePlus, 2026). Zugleich kann ein Mangel laut MedlinePlus ohne Beschwerden verlaufen oder nur leichte machen (MedlinePlus, 2026).
Mehr zu Ursachen und Blutwerten steht im Artikel zum Vitamin-B12-Mangel.
Blutarmut bei Folatmangel
Die Folatmangel-Anämie ist ein Rückgang der roten Blutkörperchen durch zu wenig Folat (MedlinePlus, 2026). Die roten Blutkörperchen sind dabei ungewöhnlich groß, darum zählt sie zu den megaloblastären Anämien (MedlinePlus, 2026).
Möglich sind Müdigkeit und Schwäche, dazu Kopfschmerzen und Blässe oder ein wunder Mund (MedlinePlus, 2026). Diese Zeichen sind unspezifisch und gehören in die ärztliche Abklärung. Zu den Risiken zählt MedlinePlus eine Alkoholkrankheit und eine folatarme Ernährung, dazu Schwangerschaft und Diäten zum Abnehmen (MedlinePlus, 2026).
Gibt es Vitaminmangel-Krankheiten heute noch in Deutschland?
Ein Mangel kommt hierzulande noch vor, doch er hängt heute an besonderen Umständen und unterscheidet sich je nach Vitamin. Ein Thiaminmangel kommt hierzulande laut DGE in der Regel nur als Folge von Krankheiten vor, die die Versorgung mit Thiamin stark beeinträchtigen (DGE, 2025).

Dazu zählt die DGE Infektionskrankheiten und starke Schwangerschaftsübelkeit, außerdem Magen-Darm- und Leberkrankheiten sowie chronischen Alkoholmissbrauch (DGE, 2025). Im Schnitt sind die Menschen laut DGE gut mit Thiamin versorgt (DGE, 2025). Beim Vitamin A werden laut DGE in Deutschland nur sehr selten Fälle eines primären Mangels festgestellt, und zwar bei sehr einseitigen Ernährungsformen (DGE, 2025).
Beim Vitamin C stehen zwei Aussagen nebeneinander: Die DGE schreibt, dass Mangelzustände in industrialisierten Ländern praktisch nicht mehr vorkommen (DGE, 2025), und MedlinePlus nennt für die USA ältere Menschen mit schlechter Ernährung als am stärksten betroffen (MedlinePlus, 2025). Das ist eine Spannung, kein Widerspruch. „Praktisch nicht mehr“ heißt nicht „nie“, und die DGE knüpft Skorbut an eine dauerhaft fehlende Zufuhr (DGE, 2025).
Belegte Fundstelle
„In industrialisierten Ländern kommen Vitamin-C-Mangelzustände praktisch nicht mehr vor.“
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin C, Frage 3, 2025
Beim Vitamin D liefert das RKI Zahlen zum Blutwert, nicht zu Krankheiten. In der Studie DEGS1 mit 6.995 Erwachsenen von 18 bis 79 Jahren, erhoben 2008 bis 2011, lagen 30,2 % unter 30 nmol/l und 38,4 % im Bereich ab 50 nmol/l, den das RKI als ausreichende Versorgung wertet (RKI, 2016).
Werte unter 30 nmol/l weisen laut RKI auf eine mangelhafte Versorgung mit erhöhtem Risiko für Krankheiten wie Osteomalazie und Osteoporose hin, den Knochenschwund (RKI, 2016). Ein solcher Wert ist ein Risikohinweis und bei Erwachsenen keine Rachitis. Den größten Teil der Versorgung trägt laut RKI die körpereigene Bildung bei, mit einem geschätzten Anteil von 80 % bis 90 % (RKI, 2016). Wie sich ein Mangel zeigt, steht im Artikel zum Vitamin-D-Mangel.
Vitamin B12 kommt laut DGE nur in tierischen Lebensmitteln in relevanten Mengen vor (DGE, 2018). Für Menschen, die sich ausschließlich pflanzlich ernähren, hält die DGE die Einnahme eines Vitamin-B12-Präparats für notwendig (DGE, 2018).
Wer ist heute für einen schweren Vitaminmangel gefährdet?
Die Quellen nennen heute bestimmte Lebenslagen, in denen ein schwerer Vitaminmangel eher entsteht. Dazu gehören starker Alkoholkonsum und Erkrankungen des Verdauungstrakts; auch einzelne Medikamente sowie ein höheres Alter mit schlechter Ernährung zählen dazu.
Vitaminmangel durch Alkohol
Alkohol taucht in den Quellen bei mehreren Mangelkrankheiten auf. Beriberi tritt in den USA heute vor allem bei Menschen auf, die zu viel Alkohol trinken; starkes Trinken kann zu schlechter Ernährung führen, und Alkohol erschwert Aufnahme und Speicherung von Vitamin B1 (MedlinePlus, 2024). Auch bei Pellagra und bei der Folatmangel-Anämie nennt MedlinePlus Alkohol als Risiko (MedlinePlus, 2024 und 2026).
Vitaminmangel nach Magen-Darm-Erkrankungen und Operationen
Wenn der Darm Vitamine schlecht aufnimmt, kann ein sekundärer Mangel folgen. Bei Vitamin A nennt die DGE entzündliche Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Lebererkrankungen (DGE, 2025). Bei Vitamin B12 führt MedlinePlus Operationen an, die Teile von Magen oder Dünndarm entfernen, etwa manche Operationen zur Gewichtsabnahme, und ebenfalls Morbus Crohn (MedlinePlus, 2026). Bei Pellagra stehen Magen-Darm-Erkrankungen und solche Operationen ebenfalls auf der Liste (MedlinePlus, 2024).
Vitaminmangel durch Medikamente und Dialyse
Bei Vitamin B12 nennt MedlinePlus die lange Einnahme von Säureblockern und anderen Mitteln gegen Sodbrennen sowie die lange Einnahme des Wirkstoffs Metformin (MedlinePlus, 2026). Das Risiko für Beriberi erhöhen laut MedlinePlus die Dialyse, also die Blutwäsche, und hohe Dosen entwässernder Mittel (MedlinePlus, 2024). Wer solche Medikamente nimmt, setzt sie nicht auf eigene Faust ab, sondern bespricht Fragen dazu in der Praxis oder Apotheke.
Vitaminmangel im Alter
Ältere Menschen, die sich nicht ausreichend ernähren, sind in den USA am stärksten von Skorbut betroffen (MedlinePlus, 2025). Eine folatarme Ernährung beschreibt MedlinePlus unter anderem bei älteren Menschen und bei Menschen, die kein frisches Obst oder Gemüse essen; auch zerkochtes Essen zählt dort zu den Risiken (MedlinePlus, 2026).
Vitaminmangel bei gestillten Säuglingen
Ausschließlich gestillte Säuglinge können laut MedlinePlus einen Vitamin-D-Mangel entwickeln, weil Muttermilch nicht genug Vitamin D liefert (MedlinePlus, 2024). Bei Beriberi nennt MedlinePlus gestillte Säuglinge, deren Mutter selbst zu wenig Thiamin hat (MedlinePlus, 2024). Wie ein Säugling versorgt wird, gehört in die kinderärztliche Praxis.
Wer Beschwerden bemerkt oder dauerhaft Medikamente nimmt, spricht zuerst mit der Hausarztpraxis. Sie ist die erste Anlaufstelle für die Abklärung und entscheidet, welche Untersuchung sinnvoll ist.
Was kann ein Bluttest bei Vitaminmangel zeigen?
Ein Bluttest zeigt, wie hoch einzelne Vitaminwerte im Moment der Blutentnahme sind. Eine Mangelkrankheit stellt er nicht fest; das ist eine ärztliche Diagnose, zu der mehr gehört als ein Laborwert.
Kann ein Test also eine Mangelkrankheit feststellen? Nein. Ein Blutwert ist eine Momentaufnahme, und ein auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung. Er zeigt, wo sich ein zweiter Blick lohnt.
Beim Vitamin D arbeitet das RKI mit 25(OH)D, dem Blutwert, an dem es die Versorgung misst (RKI, 2016). Ab einem Wert über 50 nmol/l geht das RKI von einer ausreichenden Versorgung aus (RKI, 2016). Werte zwischen 30 und unter 50 nmol/l geben laut RKI Hinweise auf eine suboptimale Versorgung, Werte unter 30 nmol/l auf eine mangelhafte (RKI, 2016).
Bei der Folatmangel-Anämie nennt MedlinePlus das große Blutbild, eine Zählung der Blutzellen, und den Folatwert in den roten Blutkörperchen als Tests (MedlinePlus, 2026). Bei Beriberi misst man laut MedlinePlus Thiamin im Blut oder im Urin (MedlinePlus, 2024). Welche Grenze für einen Wert gilt, hängt vom Labor ab; maßgeblich sind die Angaben auf dem jeweiligen Befund.
Kapitel auf einen Blick
Ein Bluttest zeigt einzelne Werte zu einem Zeitpunkt. Beim Vitamin D ordnet das RKI Werte unter 30 nmol/l als mangelhafte Versorgung ein (RKI, 2016). Für die Folatmangel-Anämie nennt MedlinePlus das große Blutbild und den Folatwert als Tests (MedlinePlus, 2026). Ob eine Mangelkrankheit vorliegt, klärt die ärztliche Praxis.
Was kannst du bei Verdacht auf Vitaminmangel tun?
Bei Beschwerden ist die Hausarztpraxis der erste Schritt. Ein Bluttest für zuhause kann einzelne Werte vorab sichtbar machen und das Gespräch dort vorbereiten.
Wer Zeichen bemerkt, die zu den beschriebenen Krankheitsbildern passen könnten, lässt sie ärztlich abklären, statt selbst ein Präparat zu wählen. Bei Beriberi betont MedlinePlus, dass es auf ein frühes Erkennen von Nervenschäden ankommt; sonst können Gedächtnisverlust oder Verwirrtheit auch mit Behandlung bleiben (MedlinePlus, 2024).
Für die Ernährung gibt es keine Formel gegen Mangelkrankheiten, wohl aber belegte Hinweise. Als Thiaminquellen nennt die DGE Vollkornprodukte wie Haferflocken und Hülsenfrüchte wie Erbsen, dazu Muskelfleisch, insbesondere Schweinefleisch (DGE, 2025). Gemüse und Kartoffeln sollten laut DGE gründlich, aber nur kurz gewaschen werden (DGE, 2025).
Wer vorab wissen möchte, wie es um einzelne Blutwerte steht, kann einen Bluttest für zuhause nutzen. mybody®x (MYBODY Lab GmbH) bietet dafür den VitalCheck Nährstoff & Mineralstoff-Test Complete an: Du entnimmst die Blutprobe selbst, ausgewertet wird sie in einem Fachlabor in Deutschland. Er misst unter anderem Vitamin D3 und Vitamin B12, dazu Folsäure und die Eisenwerte.
Vitamin A und Vitamin C misst er nicht, ebenso wenig Thiamin und Niacin; einen Mangel an diesen Vitaminen kann er weder zeigen noch ausschließen. Eine Mangelkrankheit stellt er nicht fest. Er liefert eine Momentaufnahme, keine Diagnose.
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Vitaminmangel-Krankheit: Geschichte oder Gegenwart?
Beides. Skorbut klingt nach Geschichtsbuch, und in industrialisierten Ländern kommen Vitamin-C-Mangelzustände laut DGE praktisch nicht mehr vor (DGE, 2025). Gegenwart sind die Umstände, unter denen ein schwerer Mangel heute noch entsteht, etwa Erkrankungen des Verdauungstrakts oder starker Alkoholkonsum.
Dazwischen liegt eine Zone, die in keinem Geschichtsbuch steht: Blutwerte, die knapp sind, ohne dass eine Krankheit vorliegt. Beim Vitamin D beschreibt das RKI genau diesen Bereich als Risikohinweis (RKI, 2016). Wer einen solchen Wert kennt, hat keine Diagnose in der Hand. Er hat einen Grund für ein Gespräch in der Praxis.
Häufige Fragen
Ist Skorbut dasselbe wie die „Seefahrerkrankheit“?
Ja. Die DGE schreibt, dass Skorbut früher als „Seefahrerkrankheit“ beschrieben wurde (DGE, 2025). Gemeint ist derselbe klassische Vitamin-C-Mangelzustand beim Erwachsenen. Er entsteht laut DGE nur bei dauerhaft fehlender Vitamin-C-Zufuhr, und bereits 10 mg Vitamin C pro Tag verhindern Skorbut (DGE, 2025). Deshalb klingt der Name heute nach Geschichtsbuch: In industrialisierten Ländern kommen solche Mangelzustände laut DGE praktisch nicht mehr vor (DGE, 2025).
Kann man heute noch Rachitis bekommen?
Ja, auch wenn MedlinePlus Rachitis für die USA als selten beschreibt (MedlinePlus, 2024). Am ehesten tritt sie dort in Phasen schnellen Wachstums auf, auch im Alter von 6 bis 24 Monaten (MedlinePlus, 2024). Rachitis betrifft Kinder, deren Knochenwachstum noch nicht abgeschlossen ist. Für Erwachsene nennt das RKI bei einem Vitamin-D-Wert unter 30 nmol/l ein erhöhtes Risiko für Osteomalazie (RKI, 2016). Fragen zur Versorgung eines Kindes beantwortet die kinderärztliche Praxis.
Warum haben Raucher weniger Vitamin C im Blut?
Raucher haben laut DGE höhere Stoffwechselverluste und niedrigere Vitamin-C-Konzentrationen im Blut als Nichtraucher; ihr Umsatz an Vitamin C ist um 40 % höher (DGE, 2025). Für Rauchende gibt die DGE eine eigene empfohlene Zufuhr an, 135 mg pro Tag für Raucherinnen und 155 mg pro Tag für Raucher (DGE, 2025). Das sind Referenzwerte der Fachgesellschaft und keine Einnahmeempfehlung für Präparate.
Welche Vitamine speichert der Körper kaum?
Für zwei Vitamine aus diesem Artikel sagen die Quellen das ausdrücklich. Thiamin kann der Körper laut DGE nur in sehr geringer Menge speichern, deshalb muss es fortlaufend mit der Nahrung kommen (DGE, 2025). Folat speichert der Körper laut MedlinePlus nicht in großen Mengen, weshalb es genug folatreiche Lebensmittel braucht (MedlinePlus, 2026). Anders beim Vitamin A: Hier spricht die DGE ausdrücklich von Speichern des Körpers, deren Erschöpfung zu einem Mangel beitragen kann (DGE, 2025).
Können Müdigkeit oder Kribbeln auf eine Mangelkrankheit hindeuten?
Sie können, müssen aber nicht. Müdigkeit nennt MedlinePlus als mögliches Zeichen einer Blutarmut durch Folatmangel, Kribbeln in Händen und Füßen als Zeichen von Nervenschäden bei langem Vitamin-B12-Mangel (MedlinePlus, 2026). Auch bei der trockenen Beriberi gehört Kribbeln dazu (MedlinePlus, 2024). Beide Beschwerden sind unspezifisch und erlauben für sich keinen Schluss auf ein bestimmtes Vitamin. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis; dort lässt sich klären, welche Werte sinnvoll sind.
Nächster Schritt
Blutwerte als Ausgangspunkt für das Arztgespräch
Der VitalCheck zeigt dir unter anderem deine Werte für Vitamin D3 und B12 als Momentaufnahme. Das Ergebnis kannst du in deiner Hausarztpraxis besprechen.
Zum VitalCheck Und wie zeigt sich ein Mangel an Vitamin B2? Woran er sich zeigt und wen er trifftWeiterlesen
Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin C und zu Thiamin (Stand 2025) – dge.de (Vitamin C) · dge.de (Thiamin)
- Robert Koch-Institut: Vitamin-D-Status in Deutschland, Journal of Health Monitoring (Stand 2016) – rki.de
- MedlinePlus: Pellagra und Rachitis (Stand 2024) – medlineplus.gov (Pellagra) · medlineplus.gov (Rachitis)
- MedlinePlus: Blutarmut durch Vitamin-B12-Mangel und durch Folatmangel (Stand 2026) – medlineplus.gov (Vitamin B12) · medlineplus.gov (Folat)
Die Aussagen zu Skorbut und Thiamin stützen sich auf [1], die Zahlen zum Vitamin-D-Status auf [2], Pellagra und Rachitis auf [3], die Blutarmut bei Vitamin-B12- und Folatmangel auf [4]. Weitere Angaben stammen von der DGE zu Vitamin A (2025) und zu Vitamin B12 (2018) sowie von MedlinePlus zu Beriberi (2024) und Skorbut (2025). Alle Quellen geprüft am 28.09.2026; Produktangaben zum VitalCheck Stand 28.09.2026, Änderungen möglich.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Vitamine Blutwerte
Das mybody®x Redaktions- & Fachteam schreibt über Blutwerte und Nährstoffe und stützt jede Aussage auf die genannten Quellen. Mehr über das Team auf der Autorenseite.
Veröffentlicht am 28.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 28.09.2026
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.
Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.
Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.






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