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Wieviel Eiweiß hat ein Ei: die Zahl und was sie wirklich bedeutet

Das Wichtigste in Kürze

Ein gegartes Ei von 60 Gramm liefert laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung 7 Gramm Protein. Das ist die Antwort auf die Frage – und zugleich die kleinere Hälfte der Information. Denn die gleiche Quelle nennt für 150 Gramm Quark 19 Gramm und für 100 Gramm Tofu 16 Gramm. Das Ei ist damit eine solide, aber keineswegs herausragende Proteinquelle.

Interessanter wird die Zahl im Verhältnis zum Bedarf. Der DGE-Referenzwert liegt bei 0,8 Gramm Protein je Kilogramm Körpergewicht und Tag, ab 65 Jahren bei 1,0 Gramm. Für eine Person mit 68 Kilogramm sind das 54 Gramm täglich. Ein Ei deckt davon rund ein Achtel.

Dieser Artikel ordnet die Zahl ein. Zuerst, woher sie stammt und was der Tagesbedarf dazu sagt. Danach die Frage nach Eiklar und Eigelb, ein Vergleich mit anderen Lebensmitteln, die Rolle pflanzlicher Quellen und drei Irrtümer, die sich hartnäckig halten. Zum Schluss geht es darum, was ein DNA-Test zu diesem Thema beitragen kann – und was ausdrücklich nicht.

Das erwartet dich in diesem Artikel

1. Die Zahl und woher sie kommt
2. Was das für deinen Tagesbedarf heißt
3. Eiklar oder Eigelb – wo sitzt das Eiweiß?
4. Das Ei im Vergleich mit anderen Lebensmitteln
5. Pflanzliche Quellen und die Kombinationsfrage
6. Drei Irrtümer rund um das Eiweiß
7. Was ein DNA-Test dazu beitragen kann
8. Was kein Test beantwortet
9. Worauf es am Ende ankommt
Häufige Fragen
Quellen

Die Zahl und woher sie kommt

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung führt in ihren Angaben zu Protein eine Aufstellung von Lebensmitteln mit dem Proteingehalt je Portion. Für das Ei steht dort: 60 Gramm gegart, 7 Gramm Protein (Stand 2025).

Die Portionsangabe ist dabei nicht beiläufig. 60 Gramm entsprechen etwa einem mittelgroßen Ei ohne Schale. Wer mit Werten je 100 Gramm rechnet, kommt auf eine andere Zahl – für dieselbe Sache.

Warum die Zahl je nach Quelle schwankt

Wer im Netz sucht, findet Angaben zwischen sechs und knapp acht Gramm je Ei. Das ist kein Widerspruch, sondern eine Folge von drei Dingen: der zugrunde gelegten Eigröße, der Frage, ob roh oder gegart gerechnet wird, und der jeweiligen Nährwertdatenbank.

Für die Praxis spielt diese Schwankung keine Rolle. Ob ein Ei 6,5 oder 7,2 Gramm liefert, verändert an keiner Ernährungsentscheidung etwas. Wichtiger ist die Größenordnung – und die liegt bei rund sieben Gramm.

Bemerkenswert ist etwas anderes. Die Frage nach der Zahl ist meist nur der Einstieg. Wer sie stellt, will in aller Regel wissen, ob er genug Eiweiß bekommt. Und darauf gibt die DGE eine Antwort, die viele überrascht.

„Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind High-Protein-Produkte überflüssig.“

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Presseinformation 30/2021

Kernaussage

Ein gegartes Ei von 60 Gramm liefert laut DGE 7 Gramm Protein – rund ein Achtel des Tagesbedarfs einer Person mit 68 Kilogramm Körpergewicht.

Was das für deinen Tagesbedarf heißt

Der Referenzwert der DGE ist eine Rechnung, kein fester Wert. Er hängt am Körpergewicht.

7 g

Protein liefert ein gegartes Ei von 60 Gramm

0,8 g

je Kilogramm Körpergewicht und Tag als Referenzwert für Erwachsene

54 g

ergibt das täglich für eine Person mit 68 Kilogramm

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 2021 und 2025

So rechnest du deinen eigenen Wert aus

Die Rechnung ist einfach: Körpergewicht in Kilogramm mal 0,8. Bei 60 Kilogramm sind das 48 Gramm, bei 80 Kilogramm 64 Gramm, bei 95 Kilogramm 76 Gramm.

Ab 65 Jahren steigt der Referenzwert laut DGE auf 1,0 Gramm je Kilogramm Körpergewicht und Tag. Für eine 70 Kilogramm schwere Person bedeutet das 70 statt 56 Gramm – ein Unterschied von einem Viertel.

Warum der Wert an das Gewicht gekoppelt ist

Protein ist der Baustoff, aus dem der Körper Muskeln, Enzyme, Hormone und Abwehrstoffe herstellt. Wie viel davon laufend ersetzt werden muss, hängt davon ab, wie viel Körper vorhanden ist – daher die Kopplung an das Gewicht.

Der höhere Wert ab 65 Jahren hat einen anderen Grund. Mit dem Alter verwertet der Körper zugeführtes Protein weniger effizient, und der Erhalt der Muskelmasse gewinnt an Bedeutung. Die DGE trägt dem mit dem Sprung von 0,8 auf 1,0 Gramm Rechnung.

Bemerkenswert ist, was in dieser Rechnung nicht vorkommt: das Geschlecht. Anders als bei Eisen unterscheidet die DGE beim Protein nicht zwischen Frauen und Männern – der Unterschied entsteht allein über das Körpergewicht.

Die meisten liegen bereits darüber

Die DGE hält fest, dass die mittlere Proteinzufuhr in allen Altersklassen über dem Schätzwert liegt (Stand 2025). Das ist der Satz, der die häufigste Sorge hinter der Ausgangsfrage entkräftet.

Zugleich nennt dieselbe Quelle Anteile, die darunter liegen: 11 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen – bezogen auf Daten von 2008. Eine pauschale Entwarnung ist es also nicht, aber eine deutliche Verschiebung der Perspektive.

Für die allermeisten Menschen folgt daraus: Die Frage ist nicht, wie viel Eiweiß im Ei steckt, sondern ob es überhaupt einen Grund gibt, sich um die Zufuhr zu sorgen.

Kurz zusammengefasst

Der DGE-Referenzwert für Erwachsene liegt bei 0,8 Gramm Protein je Kilogramm Körpergewicht und Tag, ab 65 Jahren bei 1,0 Gramm. Für eine Person mit 68 Kilogramm sind das 54 Gramm täglich. Die mittlere Proteinzufuhr liegt laut DGE in allen Altersklassen über dem Schätzwert – ein Ei mit 7 Gramm ist damit ein sinnvoller Beitrag, aber selten der fehlende Baustein.

Eiklar oder Eigelb – wo sitzt das Eiweiß?

Die Frage entsteht aus einer sprachlichen Falle. Im Deutschen heißt das Eiklar umgangssprachlich „Eiweiß“, und der Nährstoff Protein heißt ebenfalls Eiweiß. Daraus wird der Schluss gezogen, das Protein sitze im Eiklar und das Eigelb sei nur Fett.

Das ist so nicht richtig. Beide Bestandteile enthalten Protein, und das Eigelb liefert zusätzlich Fett, Vitamine und Mineralstoffe. Wer nur das Eiklar isst, lässt einen Teil des Proteins und einen erheblichen Teil der übrigen Nährstoffe im Ausguss.

Eine genaue Aufteilung des Proteingehalts zwischen Eiklar und Eigelb ist im hier verwendeten Quellenmaterial nicht angegeben. Die DGE führt den Wert für das ganze Ei. Eine Aufteilung zu schätzen, wäre an dieser Stelle der schlechtere Weg als die Lücke zu benennen.

Praktisch reicht die Aussage ohnehin: Für die Proteinversorgung gibt es keinen Grund, das Eigelb wegzulassen. Wer es aus anderen Gründen tut, sollte wissen, dass er dabei nicht nur Fett entfernt.

Woher die Eiklar-Empfehlung ursprünglich kommt

Die Praxis, nur das Eiklar zu essen, stammt aus zwei verschiedenen Ecken, die selten auseinandergehalten werden. Die eine ist das Kalorienzählen: Das Eigelb enthält den Fettanteil und damit den Großteil der Energie.

Die andere ist die ältere Cholesterin-Debatte. Eier galten lange als problematisch, weil sie cholesterinreich sind. Für den Blutcholesterinwert sind laut der aktuellen Darstellung des IQWiG aber gesättigte Fettsäuren und Trans-Fettsäuren die relevanten Faktoren – nicht das Cholesterin im Lebensmittel selbst.

Wer also das Eigelb wegen des Cholesterins weglässt, folgt einer Begründung, die so nicht mehr trägt. Wer es wegen der Kalorien tut, hat einen nachvollziehbaren Grund – sollte aber wissen, dass mit dem Fett auch Vitamine und Mineralstoffe verschwinden.

Das Ei im Vergleich mit anderen Lebensmitteln

Die Zahl allein sagt wenig. Aussagekräftig wird sie erst im Vergleich – und zwar je Portion, nicht je 100 Gramm, weil niemand Lebensmittel in Hundertgrammschritten isst.

Kriterium Ei Quark Tofu
Portion in der DGE-Angabe 60 g, gegart 150 g 100 g
Protein je Portion 7 g 19 g 16 g
Anteil an 54 g Tagesbedarf rund ein Achtel rund ein Drittel knapp ein Drittel
Herkunft tierisch tierisch pflanzlich
Aminosäurenprofil Enthält alle unentbehrlichen Aminosäuren in ausreichender Menge Enthält alle unentbehrlichen Aminosäuren in ausreichender Menge Profitiert von gezielter Kombination, etwa Getreide mit Hülsenfrüchten

Portionsgrößen und Proteingehalte: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), 2025. Die Anteile am Tagesbedarf sind auf 54 g bezogen und gerundet.

Die weiteren Werte aus derselben Aufstellung

Protein je Portion nach DGE-Angaben

  • 150 g gegartes Schweinefleisch: 42 g – der höchste Wert der Aufstellung.
  • 150 g gegarte Forelle: 35 g – zweithöchster Wert, ebenfalls tierisch.
  • 200 g gegarte Vollkornnudeln: 12 g – deutlich mehr, als die meisten erwarten.
  • 120 g gegarte Linsen: 11 g und 150 g gegarte Erbsen: 10,5 g – die Hülsenfrüchte.
  • 30 g Emmentaler: 10 g – eine Scheibe Käse, mehr als ein Ei.
  • 60 g Haferflocken: 8 g und 50 g Vollkornbrot: 3,5 g – die Getreideprodukte.

Zwei Beobachtungen aus dieser Liste lohnen sich. Erstens: Eine Scheibe Emmentaler von 30 Gramm liefert mit 10 Gramm mehr Protein als ein ganzes Ei. Zweitens: Gegarte Vollkornnudeln kommen bei üblicher Portionsgröße auf 12 Gramm – Nudeln gelten gemeinhin nicht als Proteinquelle, tragen aber messbar bei.

Was ein normaler Tag zusammenbringt

Die Einzelwerte wirken klein, bis man sie addiert. Ein Rechenbeispiel mit den DGE-Angaben zeigt, wie schnell 54 Gramm zusammenkommen.

Frühstück: 60 Gramm Haferflocken mit 8 Gramm, dazu zwei Scheiben Vollkornbrot mit zusammen 7 Gramm und eine Scheibe Emmentaler mit 10 Gramm. Das sind 25 Gramm, bevor der Vormittag begonnen hat.

Mittagessen: 200 Gramm gegarte Vollkornnudeln mit 12 Gramm. Abendessen: 120 Gramm gegarte Linsen mit 11 Gramm. Zwischendurch ein Ei mit 7 Gramm. Summe: 55 Gramm – und darin kommt kein einziges Stück Fleisch vor.

Die DGE nennt in derselben Aufstellung noch deutlich dichtere Beispiele: zwei Scheiben Vollkornbrot mit Erdnussmus liefern 15 Gramm, 250 Gramm Ofenkartoffeln mit 150 Gramm Quark bringen 25 Gramm auf einmal. Wer 150 Gramm Fleisch oder Fisch isst, hat mit 42 beziehungsweise 35 Gramm in einer Mahlzeit fast den ganzen Tagesbedarf.

Genau das ist der Grund für die Feststellung der DGE, dass die mittlere Zufuhr über dem Schätzwert liegt. Es braucht keine Anstrengung, um dort hinzukommen – es passiert bei üblicher Ernährung von selbst.

Pflanzliche Quellen und die Kombinationsfrage

Die DGE beschreibt einen Unterschied zwischen tierischen und pflanzlichen Proteinen, formuliert ihn aber vorsichtiger, als es die verbreitete Rede von der biologischen Wertigkeit tut. Tierische Proteine enthalten demnach alle unentbehrlichen Aminosäuren in ausreichender Menge, pflanzliche profitieren von gezielten Kombinationen.

Die Frage ist selten, wie viel Eiweiß im Ei steckt, sondern ob es überhaupt einen Grund zur Sorge gibt.

Als Beispiel für eine solche Kombination nennt die DGE Getreide mit Hülsenfrüchten, etwa Linsengemüse mit Reis. Das ist bemerkenswert unspektakulär – es handelt sich um Gerichte, die in vielen Küchen ohnehin traditionell zusammengehören.

Für die Praxis heißt das: Wer sich pflanzlich ernährt, braucht keine Berechnung von Aminosäurenprofilen. Er braucht Abwechslung über den Tag und die klassischen Kombinationen, die es ohnehin gibt.

Warum die Portionsgröße wichtiger ist als die Herkunft

Ein Blick zurück auf die Tabelle zeigt es: 100 Gramm Tofu liefern 16 Gramm Protein, ein Ei liefert 7 Gramm. Die pflanzliche Portion liegt damit mehr als doppelt so hoch wie die tierische.

Das entkräftet nicht, was die DGE zum Aminosäurenprofil sagt – es zeigt nur, dass die Mengenfrage im Alltag oft schwerer wiegt als die Qualitätsfrage. Wer genug isst und dabei variiert, kommt auf beiden Wegen an.

Wer tatsächlich genauer hinsehen sollte

Die Entwarnung gilt für den Durchschnitt, nicht für jeden. Vier Gruppen lohnen einen genaueren Blick, und keine davon ist die Person, die wissen will, wie viel Eiweiß in einem Ei steckt.

Die erste sind ältere Menschen. Ab 65 Jahren steigt der Referenzwert auf 1,0 Gramm je Kilogramm Körpergewicht, während Appetit und Essmenge in dieser Lebensphase oft eher abnehmen. Beides zusammen ist die Konstellation, in der eine Lücke entsteht.

Die zweite sind Menschen mit stark reduzierter Energiezufuhr, etwa während einer Diät. Wer insgesamt weniger isst, isst in der Regel auch weniger Protein – die Prozentzahl mag stimmen, die absolute Menge sinkt.

Die dritte sind Menschen mit sehr einseitiger Ernährung, unabhängig davon, ob pflanzlich oder tierisch. Die DGE-Empfehlung zur Kombination setzt Abwechslung voraus; wer täglich dasselbe isst, hat sie nicht.

Die vierte sind Menschen mit erhöhtem Bedarf durch sportliche Belastung. Auch für sie hält die DGE allerdings fest, dass sich der Bedarf über übliche proteinreiche Lebensmittel wie Hülsenfrüchte, Fleisch, Fisch und Milchprodukte decken lässt – Spezialprodukte braucht es dafür nicht.

Was die DGE zur biologischen Wertigkeit sagt – und was nicht

In vielen Ratgebern steht, das Ei habe die höchste biologische Wertigkeit aller Lebensmittel und sei deshalb der Maßstab, an dem alles andere gemessen werde. Diese Aussage taucht in den hier geprüften DGE-Angaben nicht auf.

Die DGE beschreibt stattdessen Aminosäurenzusammensetzung und Bioverfügbarkeit – zwei Begriffe, die dasselbe Thema differenzierter fassen. Der Unterschied ist nicht bloß akademisch: Die Rede von der einen Kennzahl legt eine Rangordnung nahe, die den praktischen Alltag schlecht abbildet.

Denn eine Rangordnung einzelner Lebensmittel hilft niemandem, der ganze Mahlzeiten isst. Entscheidend ist, was zusammen auf dem Teller liegt – und genau darauf zielt die DGE-Empfehlung zur Kombination von Getreide mit Hülsenfrüchten.

Wir übernehmen die Kennzahl deshalb nicht. Belegbar ist, dass tierische Proteine laut DGE alle unentbehrlichen Aminosäuren in ausreichender Menge enthalten und pflanzliche von gezielten Kombinationen profitieren. Mehr lässt sich aus dem geprüften Material nicht ableiten, und mehr braucht es nicht.

Drei Irrtümer rund um das Eiweiß

MYTHOS

„Die meisten Menschen bekommen zu wenig Protein.“

FAKT

Die mittlere Proteinzufuhr liegt laut DGE in allen Altersklassen über dem Schätzwert. Unter den Empfehlungen liegen nach den dort genannten Zahlen 11 Prozent der Männer und 15 Prozent der Frauen (DGE, 2025, Daten von 2008).

MYTHOS

„Ohne High-Protein-Produkte komme ich nicht auf meinen Bedarf.“

FAKT

Die DGE hält fest: „Aus ernährungsphysiologischer Sicht sind High-Protein-Produkte überflüssig.“ Auch Menschen mit erhöhtem Bedarf durch Alter oder sportliche Belastung könnten ihn über übliche proteinreiche Lebensmittel decken (DGE, 2021).

MYTHOS

„Pflanzliches Protein reicht für den Bedarf nicht aus.“

FAKT

Die DGE nennt für 100 g Tofu 16 g Protein und für 120 g gegarte Linsen 11 g – beides über dem Wert eines Eis. Pflanzliche Proteine profitieren laut DGE von gezielten Kombinationen wie Getreide mit Hülsenfrüchten (DGE, 2025).

Was ein DNA-Test dazu beitragen kann

An dieser Stelle gehört eine klare Ansage hin, bevor ein Produkt genannt wird: Kein mybody®x-Test ermittelt deinen Proteinbedarf. Der Referenzwert dafür ist eine Rechnung aus Körpergewicht und Alter, und die brauchst du nicht messen zu lassen.

Was ein DNA-Test von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) liefert, liegt daneben: Angaben zur genetisch bedingten Veranlagung in Bereichen wie Stoffwechseltyp, Vitamin- und Mineralstoffbedarf sowie zur individuellen Reaktion auf Lebensmittel.

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Analysiert über 140 Genvariationen und liefert 54 Berichte in acht Kapiteln, darunter Vitamin- und Mineralstoffbedarf, Stoffwechseltyp und eine Lebensmitteltabellen-Analyse über mehr als 1.000 Lebensmittel. Was der Test nicht leistet: Er enthält keinen Bericht zu Protein, Eiweiß, Makronährstoffen oder Proteinbedarf – er beantwortet die Frage dieses Artikels also nicht. Die Lebensmitteltabelle beschreibt die genetisch bedingte Reaktion auf Lebensmittel, nicht deren Eiweißgehalt. Der Test stellt keine Diagnose und sagt keinen Erfolg voraus. Verfahren: SNP-Genotypisierung mit über 700.000 SNPs, keine Ganzgenomsequenzierung.

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Diese Lücke offen zu benennen, ist uns lieber als ein konstruierter Bezug. Wer den Proteingehalt einzelner Lebensmittel nachschlagen will, findet ihn in den frei zugänglichen Angaben der DGE – dafür braucht es keinen Test.

Alle Preis- und Leistungsangaben mit Stand vom 5. August 2026. Preise und Leistungsumfang können sich ändern; maßgeblich ist immer die jeweilige Produktseite.

Was kein Test beantwortet

Die erste Grenze steht bereits oben: Der Proteinbedarf wird gerechnet, nicht gemessen. Körpergewicht mal 0,8, ab 65 Jahren mal 1,0 – mehr braucht es für den Referenzwert nicht.

Die zweite Grenze betrifft die tatsächliche Zufuhr. Ob du deinen Bedarf deckst, zeigt kein Labor, sondern das Protokollieren einer typischen Woche. Das ist unspektakulär, kostet nichts und ist die einzige Methode, die die Frage wirklich beantwortet.

Die dritte Grenze ist eine des Ansatzes. Ein DNA-Test liest Veranlagung, kein aktuelles Verhalten. Er kann daher grundsätzlich nicht sagen, ob du gestern genug gegessen hast – unabhängig davon, welche Berichte er enthält.

Und eine vierte: Bei einer Nierenerkrankung gelten für die Proteinzufuhr eigene Vorgaben, die ärztlich festgelegt werden. Die allgemeinen Referenzwerte der DGE sind dann nicht der richtige Maßstab.

So prüfst du deine Zufuhr ohne Test

Die Methode ist unspektakulär und kostet einen Nachmittag Aufmerksamkeit. Schreibe an einem völlig normalen Tag mit, was du isst, mit ungefähren Mengen. Nicht an einem besonders guten Tag und nicht an einem, an dem du dich beobachtet fühlst.

Danach ordnest du den Posten die Werte aus der DGE-Aufstellung zu, so gut es geht. Für alles, was nicht in der Liste steht, reicht eine grobe Einordnung nach der Lebensmittelgruppe – es geht um die Größenordnung, nicht um die zweite Nachkommastelle.

Kommst du in die Nähe deines Rechenwerts, ist das Thema erledigt. Liegst du deutlich darunter, weißt du auch gleich, wo: meist ist es eine Mahlzeit, die fast ohne Proteinquelle auskommt – klassischerweise ein Frühstück aus Weißbrot mit Marmelade oder ein Mittagessen aus Nudeln mit Tomatensoße.

Der Vorteil dieser Methode gegenüber jedem Test: Sie zeigt nicht nur, ob eine Lücke besteht, sondern auch, an welcher Stelle des Tages sie entsteht. Genau das braucht man, um sie zu schließen.

Worauf es am Ende ankommt

Ein gegartes Ei von 60 Gramm liefert laut DGE 7 Gramm Protein. Das ist die Antwort, und sie ist in zehn Sekunden gegeben. Die interessantere Information steht daneben: Eine Scheibe Emmentaler liefert 10 Gramm, 100 Gramm Tofu 16 Gramm, 150 Gramm Quark 19 Gramm.

Für die Versorgung zählt nicht das einzelne Lebensmittel, sondern was über den Tag zusammenkommt. Und da liegt die mittlere Zufuhr laut DGE in allen Altersklassen über dem Schätzwert – die Sorge, die hinter der Frage steckt, trifft die meisten Menschen nicht.

Dein konkreter nächster Schritt: Rechne einmal dein Körpergewicht mal 0,8 und notiere die Zahl. Dann schreib einen einzigen normalen Tag mit, was du isst. Wenn du in die Nähe kommst, ist das Thema für dich erledigt – und die Frage nach dem Ei war die Antwort auf eine Sorge, die es nicht gebraucht hätte.

Häufige Fragen

Wieviel Eiweiß hat ein Ei genau?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt für ein gegartes Ei von 60 Gramm einen Proteingehalt von 7 Gramm an. Andere Quellen nennen Werte zwischen etwa sechs und acht Gramm – der Unterschied erklärt sich über die zugrunde gelegte Eigröße, die Zubereitung und die jeweilige Nährwertdatenbank. Für jede praktische Entscheidung reicht die Größenordnung von rund sieben Gramm.

Wie viel Eiweiß brauche ich am Tag?

Der DGE-Referenzwert liegt für Erwachsene zwischen 19 und 64 Jahren bei 0,8 Gramm Protein je Kilogramm Körpergewicht und Tag, ab 65 Jahren bei 1,0 Gramm. Für eine Person mit 68 Kilogramm ergibt das 54 Gramm täglich. Bei einer Nierenerkrankung gelten abweichende, ärztlich festgelegte Vorgaben.

Sitzt das Eiweiß im Eiklar oder im Eigelb?

In beidem. Die Verwechslung entsteht durch die Sprache: Das Eiklar heißt umgangssprachlich Eiweiß, und der Nährstoff Protein heißt ebenfalls Eiweiß. Beide Bestandteile des Eis enthalten Protein, das Eigelb liefert zusätzlich Fett, Vitamine und Mineralstoffe. Eine genaue Aufteilung des Proteingehalts zwischen beiden ist im hier verwendeten Quellenmaterial nicht angegeben – für die Versorgung gibt es jedenfalls keinen Grund, das Eigelb wegzulassen.

Ist ein Ei eine besonders gute Proteinquelle?

Es ist eine solide, aber keine herausragende. In derselben DGE-Aufstellung liefern 150 Gramm Quark 19 Gramm, 100 Gramm Tofu 16 Gramm, 200 Gramm gegarte Vollkornnudeln 12 Gramm und eine Scheibe Emmentaler von 30 Gramm 10 Gramm Protein – alle über dem Wert eines Eis. Was für das Ei spricht, ist das Aminosäurenprofil: Tierische Proteine enthalten laut DGE alle unentbehrlichen Aminosäuren in ausreichender Menge.

Kann ein DNA-Test meinen Proteinbedarf bestimmen?

Nein, und das gilt ausdrücklich auch für die mybody®x-Tests. Der NutriCare INFINITY enthält keinen Bericht zu Protein, Eiweiß, Makronährstoffen oder Proteinbedarf. Der Referenzwert wird ohnehin nicht gemessen, sondern gerechnet: Körpergewicht mal 0,8, ab 65 Jahren mal 1,0. Was ein DNA-Test liefert, liegt auf anderen Feldern – etwa Vitamin- und Mineralstoffbedarf oder Stoffwechseltyp.

Wenn dich deine Veranlagung interessiert

Den Proteinbedarf rechnest du selbst aus. Wo eine DNA-Analyse etwas beiträgt, sind andere Felder: Vitamin- und Mineralstoffbedarf, Stoffwechseltyp und die individuelle Reaktion auf Lebensmittel.

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Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Ausgewählte Fragen und Antworten zu Protein und unentbehrlichen Aminosäuren, Stand 2025 — dge.de
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): High-Protein-Produkte sind überflüssig, Presseinformation 30/2021 — dge.de
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Protein — dge.de

Sämtliche Proteingehalte je Portion, die Aussagen zum Aminosäurenprofil, zur Kombination pflanzlicher Proteine sowie die Angaben zur mittleren Proteinzufuhr stützen sich auf Quelle [1]. Das Zitat zu High-Protein-Produkten und das Rechenbeispiel für 68 Kilogramm Körpergewicht stammen aus Quelle [2]. Die Referenzwerte von 0,8 und 1,0 Gramm je Kilogramm Körpergewicht stammen aus Quelle [3]. Produktangaben stammen von den mybody®x-Produktseiten, abgerufen am 5. August 2026. Die Anteile am Tagesbedarf in der Vergleichstabelle sind aus den genannten Werten gerundet berechnet.

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Makronährstoffe Nutrigenetik Ernährungswissenschaft

Dieser Beitrag wurde vom mybody®x Redaktions- und Fachteam erstellt und fachlich geprüft. Das Team vereint Fachwissen aus Nutrigenetik, Mikrobiom- und Darmwissenschaft, Blutanalyse-Interpretation, Ernährungswissenschaft und Labordiagnostik.

Veröffentlicht am 5. August 2026 · Zuletzt aktualisiert am 5. August 2026

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei einer Nierenerkrankung gelten für die Proteinzufuhr eigene, ärztlich festgelegte Vorgaben; die hier genannten Referenzwerte sind dann nicht der richtige Maßstab.

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