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Das LDL-HDL-Verhältnis: was es tatsächlich aussagt

Das Wichtigste in Kürze

Die Idee hinter einer Verhältniszahl ist richtig: Zwei Werte zueinander ins Verhältnis zu setzen sagt mehr als eine Zahl allein. Nur ist der verbreitete Quotient nicht der, den die geprüften Quellen nennen.

Das IQWiG bezeichnet als besten Vorhersagewert für die Herz- und Gefäßgesundheit das Non-HDL-Cholesterin, also das Gesamtcholesterin ohne das HDL. Als Alternative nennt es den Quotienten aus Gesamtcholesterin und HDL (Stand 06.08.2025). Ein LDL-HDL-Quotient steht dort nicht.

Du liest zuerst, was ein Quotient überhaupt leistet. Danach folgen die Rechengrößen im Vergleich, der Satz aus der Leitquelle, die Rechnung selbst, die Zahlen dahinter und das, was auch ein Verhältnis nicht beantwortet.

Das erwartet dich in diesem Artikel

1. Warum überhaupt ein Verhältnis
2. Was ein Quotient leistet
3. Die Rechengrößen im Vergleich
4. Warum ausgerechnet LDL zu HDL so verbreitet ist
5. Der Satz aus der Leitquelle
6. Eine Subtraktion statt einer Division
7. Was zum LDL-HDL-Quotienten belegt ist
8. Warum auch eine Verhältniszahl nicht reicht
9. Die Zahlen, auf denen jede Rechnung aufbaut
10. Was du brauchst, damit die Rechnung aufgeht
11. Für wen sich eine Messung lohnt
12. Was ein Test aus Kapillarblut hier zeigen kann
13. Grenzen: was auch ein Verhältnis offenlässt
14. Worauf es beim Verhältnis ankommt
Häufige Fragen
Quellen

Warum überhaupt ein Verhältnis

Der Gedanke hinter einer Verhältniszahl ist einleuchtend, und er entsteht beim Lesen jedes Befunds von selbst.

Zwei Menschen können denselben Gesamtcholesterinwert haben und trotzdem eine sehr unterschiedliche Verteilung dahinter. Bei dem einen steckt viel davon im HDL, bei der anderen wenig, und die erste Zeile des Befunds sieht in beiden Fällen gleich aus.

Eine Verhältniszahl macht genau diesen Unterschied sichtbar. Sie beschreibt nicht die Menge, sondern die Aufteilung.

Insofern ist die Suche nach einem Quotienten berechtigt. Die Frage ist nur, welcher Quotient dafür in den Quellen steht, und die Antwort darauf überrascht.

Was ein Quotient leistet

Eine Verhältniszahl entsteht, indem zwei Werte durcheinander geteilt werden. Sie hat dadurch eine Eigenschaft, die im Alltag oft übersehen wird: Sie kürzt Informationen weg.

Ein Quotient von drei kann aus 150 geteilt durch 50 entstehen oder aus 90 geteilt durch 30. Beide Male steht dieselbe Zahl da, obwohl die Ausgangswerte weit auseinanderliegen.

Das ist kein Fehler der Rechnung, sondern ihr Zweck. Sie soll die Aufteilung zeigen und nicht die Menge.

Was daraus für das Lesen folgt

Wer einen Quotienten nutzt, braucht deshalb die Ausgangswerte weiterhin. Die Verhältniszahl tritt daneben, sie tritt nicht an ihre Stelle.

Und sie braucht eine Einordnung. Eine Zahl ohne Bezugsgröße ist keine Aussage, sondern ein Rechenergebnis.

Die Rechengrößen im Vergleich

Die Tabelle stellt vier Größen gegenüber, die alle beanspruchen, mehr zu sagen als ein Einzelwert. Sie ordnet ein und stellt keine Diagnose.

Rechengröße Wie sie gebildet wird Was die geprüften Quellen dazu sagen Was sie nicht leistet
Non-HDL-Cholesterin Gesamtcholesterin minus HDL-Cholesterin Gilt als bester Vorhersagewert für die Herz- und Gefäßgesundheit; viele Risikorechner verwenden ihn (IQWiG, Stand 06.08.2025) Eine Risikoeinschätzung ohne die übrigen Faktoren
Gesamtcholesterin geteilt durch HDL Eine Division der ersten durch die dritte Befundzeile Wird nach IQWiG alternativ manchmal genutzt (Stand 06.08.2025); eine Einordnung in Zahlen nennt die Quelle nicht Die Höhe der Ausgangswerte, weil der Quotient sie wegkürzt
LDL geteilt durch HDL Eine Division der zweiten durch die dritte Befundzeile Keine Aussage in den geprüften Quellen – weder eine Empfehlung noch eine Einordnung in Zahlen Alles, was sich ohne eine belegte Bezugsgröße nicht sagen lässt
LDL als Einzelwert Direkt aus dem Befund, ohne Rechnung Einer von mehreren Risikofaktoren; das persönliche Risiko lässt sich nur abschätzen, wenn alle Faktoren zusammen betrachtet werden (IQWiG, Stand 20.03.2025) Die Aufteilung, weil er nur eine Transportform beschreibt

Die dritte Zeile ist die unbequemste, und sie ist der Grund für diesen Artikel. Der Quotient, der im Netz am häufigsten gerechnet wird, ist der einzige der vier, zu dem wir in den geprüften Quellen nichts gefunden haben.

Warum ausgerechnet LDL zu HDL so verbreitet ist

Dass sich gerade diese Rechnung durchgesetzt hat, ist nachvollziehbar, auch ohne Beleg.

Sie greift die beiden Zeilen auf, die im Alltag als Gegenspieler gelten. Wer im Kopf hat, dass die eine Transportform in den Körper und die andere zurück zur Leber führt, teilt intuitiv die eine durch die andere.

Beide Zeilen stehen außerdem auf jedem Befund. Der Quotient lässt sich also ohne Zusatzinformation bilden, was ihn für Rechner im Netz attraktiv macht.

Warum das noch keine Bestätigung ist

Verbreitung und Beleglage sind zwei verschiedene Dinge. Eine Rechnung wird nicht dadurch belastbar, dass viele sie anstellen.

Damit ist nicht gesagt, dass der LDL-HDL-Quotient falsch wäre. Gesagt ist, dass wir in den geprüften Quellen keine Grundlage gefunden haben, um ihn einzuordnen – und ohne Einordnung ist eine Zahl nicht zu lesen.

Wenn dir auf einem Befund oder in einer Auswertung ein solcher Quotient begegnet, gehört er deshalb ins Gespräch mit der Praxis, die den Befund erhoben hat.

Der Satz aus der Leitquelle

Statt eines Quotienten benennt das IQWiG eine andere Rechengröße, und zwar mit einer ungewöhnlich deutlichen Formulierung.

Belegte Fundstelle

„Das ist das Gesamtcholesterin ohne das HDL-Cholesterin. Dieser Wert gilt als bester Vorhersagewert für die Herz- und Gefäßgesundheit, weil er neben dem LDL-Cholesterin noch die anderen schädlichen Varianten enthält.“

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
IQWiG, gesundheitsinformation.de, Erhöhte Cholesterinwerte, Stand 06.08.2025

Gemeint ist das Non-HDL-Cholesterin. Der zweite Satz begründet, warum es mehr abdeckt als das LDL allein: Es enthält neben dem LDL auch die übrigen Varianten.

Dieselbe Quelle ergänzt, dass viele Risikorechner zur Bestimmung des persönlichen Herz-Kreislauf-Risikos diesen Wert verwenden, und dass alternativ manchmal auch das Verhältnis von Gesamtcholesterin zu HDL-Cholesterin genutzt wird (Stand 06.08.2025).

Zu den Rechnern selbst hält das IQWiG fest, dass man sie am besten zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt nutzt (Stand 06.08.2025). Das ist kein formaler Zusatz, sondern gehört zur Aussage dazu.

Eine Subtraktion statt einer Division

Das Bemerkenswerte am Non-HDL-Cholesterin ist, dass es gar kein Verhältnis ist. Es entsteht durch eine Subtraktion und nicht durch eine Division.

Gesamtcholesterin minus HDL-Cholesterin, mehr steckt nicht dahinter. Wer beide Zeilen auf dem Befund hat, hat den Wert bereits, auch wenn er nicht als eigene Zeile ausgedruckt ist.

Warum die Rechenart einen Unterschied macht

Eine Subtraktion behält die Einheit bei. Das Ergebnis steht weiter in Milligramm pro Deziliter oder in Millimol pro Liter und lässt sich mit denselben Maßstäben lesen wie die Ausgangszeilen.

Eine Division verliert die Einheit. Der Quotient ist eine reine Zahl, und ohne eine belegte Einordnung sagt eine reine Zahl nichts.

Das erklärt einen Teil des Unterschieds in der Beleglage. Ein Wert, der die Einheit behält, lässt sich leichter mit bestehenden Bezugsgrößen verbinden als einer, der sie wegkürzt.

Was zum LDL-HDL-Quotienten belegt ist

An dieser Stelle steht das Ergebnis der Recherche, und es fällt kürzer aus als erwartet.


Der Quotient, den fast alle rechnen, ist nicht der, den die Quellen nennen. Die Idee dahinter stimmt trotzdem.

Zum Quotienten aus LDL und HDL fanden wir in den geprüften Quellen keine Aussage: keine Empfehlung, keine Einordnung in Zahlen, keinen Schwellenwert und keine Warnung davor.

Belegt ist das Non-HDL-Cholesterin als bester Vorhersagewert und der Quotient aus Gesamtcholesterin und HDL als Alternative (IQWiG, Stand 06.08.2025). Beides ist nicht dasselbe wie LDL geteilt durch HDL.

Diese Leerstelle ist selbst eine Information. Sie zu benennen ist ehrlicher, als eine Zahl aus einer Quelle zu übernehmen, die es dafür nicht gibt.

Warum auch eine Verhältniszahl nicht reicht

Selbst der belegte Weg über das Non-HDL-Cholesterin führt nicht zu einer Risikoeinschätzung am Küchentisch, und das hat einen strukturellen Grund.

Das IQWiG hält fest, dass ein erhöhter LDL-Wert einer von mehreren Risikofaktoren ist und sich das persönliche Risiko nur abschätzen lässt, wenn alle Faktoren zusammen betrachtet werden (Stand 20.03.2025). Genannt werden dort unter anderem Rauchen, Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Nierenfunktionsstörungen.

Keiner dieser Faktoren steht im Blutfettblock. Eine Rechnung, die nur mit den Zeilen aus diesem Block arbeitet, kann sie also nicht einbeziehen, egal wie sie gebildet wird.

Dazu kommt die Schwankung. Auch bei gesunden Menschen können die Gesamtcholesterinwerte innerhalb von 24 Stunden um zehn Prozent variieren (MSD Manual, Ausgabe für Fachkreise, Stand Dezember 2025). Ein Quotient aus zwei schwankenden Werten schwankt mit.

Wie weit diese Schwankung reicht und was daraus für zwei Messungen folgt, behandelt der Schwesterartikel Cholesterinwerte ändern sich langsamer, als viele erwarten.

Die Zahlen, auf denen jede Rechnung aufbaut

Drei Angaben, jeweils mit Quelle und Stand. Sie zeigen, warum eine Aufteilung überhaupt eine Frage ist.

Belegte Anteile und Einordnungen

über ⅔

Anteil des LDL-Cholesterins am Cholesterin im Blut (IQWiG, Stand 20.03.2025)

etwa ¼

Anteil des HDL-Cholesterins am Cholesterin im Blut (IQWiG, Stand 20.03.2025)

unter 40

mg/dl HDL, entsprechend 1,0 mmol/l: vom IQWiG als ungünstig eingeordnet (Stand 06.08.2025)

Die ersten beiden Angaben ergeben zusammen noch nicht die volle Summe. Genau dieser Rest ist der Grund, warum das Non-HDL-Cholesterin mehr abdeckt als das LDL allein.

Und wie bei jedem Laborwert gilt: Maßgeblich ist der Referenzbereich, der auf dem eigenen Befund angegeben ist, weil Referenzwerte von Labor zu Labor abweichen können (IQWiG, Stand 02.04.2025).

Was du brauchst, damit die Rechnung aufgeht

Jede der genannten Rechengrößen setzt voraus, dass die Ausgangswerte vorliegen. Das klingt selbstverständlich und ist es in der Praxis nicht.

Für das Non-HDL-Cholesterin brauchst du das Gesamtcholesterin und das HDL. Fehlt eine der beiden Zeilen, lässt sich der Wert nicht bilden, auch nicht näherungsweise.

Ein Gerätemessplatz, der nur das Gesamtcholesterin ausgibt, reicht dafür also nicht. Er liefert die erste Zeile und nicht die dritte.

Und die Bedingungen der Probe

Für die Triglyceride schreibt das IQWiG, in den acht Stunden vor der Blutabnahme nichts zu essen und nur stilles Wasser zu trinken, weil eine Mahlzeit den Wert erhöhen kann (Stand 20.03.2025). Beim LDL beeinflussen Mahlzeiten den Wert nach derselben Quelle kaum.

Für einen Vergleich über die Zeit heißt das: Zwei Rechnungen sind nur dann vergleichbar, wenn die zugrunde liegenden Proben unter denselben Bedingungen entstanden sind. Maßgeblich ist die Anleitung des jeweiligen Tests.

Für wen sich eine Messung lohnt

Die Gegenüberstellung bezieht sich auf das vollständige Lipidprofil als Grundlage jeder Rechengröße.

Sinnvoll für dich, wenn …

Dir auf deinem Befund das HDL fehlt und du deshalb keine der Rechengrößen bilden kannst.

Du bisher nur ein Gesamtcholesterin kennst, etwa aus einer Einzelmessung.

Du einen vollständigen Ausgangspunkt mit Datum setzen willst, gegen den sich später etwas vergleichen lässt.

Du für ein Gespräch in der Praxis alle vier Zeilen mitbringen willst statt einer.

Eher nicht, wenn …

Du dir aus einem Quotienten eine Risikoeinschätzung erhoffst. Dafür zählen auch Faktoren außerhalb des Labors.

Du eine Einordnung für den LDL-HDL-Quotienten suchst. Die geprüften Quellen geben keine her.

Du vor wenigen Wochen schon gemessen hast. Ein Quotient aus schwankenden Werten schwankt mit.

Du eine Diagnose erwartest. Die stellt eine ärztliche Praxis und kein Selbsttest.

Was ein Test aus Kapillarblut hier zeigen kann

Ein Selbsttest aus Kapillarblut stellt keine Diagnose, rechnet keinen Risikowert aus und ersetzt kein Gespräch. Was er kann, ist die Ausgangswerte liefern, ohne die keine der genannten Rechengrößen zu bilden ist.

Drei Tests von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) führen Gesamtcholesterin und HDL gemeinsam, nämlich der VitalCheck sowie der Men's und der Women's Wellness Check. Der VitalCheck steht hier stellvertretend.

VitalCheck | Nährstoff & Mineralstoff-Test Complete von mybody®x (MYBODY Lab GmbH)

Bluttest aus Kapillarblut

VitalCheck | Nährstoff & Mineralstoff-Test Complete

Führt 18 Werte und darunter alle vier Blutfette: Gesamtcholesterin, HDL, LDL und Triglyceride. Dazu Ferritin, Eisen, Transferrin, Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D, den Langzeitblutzucker, CRP, Albumin sowie Calcium, Magnesium, Phosphat, Selen und Zink. Was der Test nicht leistet: Er weist weder das Non-HDL-Cholesterin noch einen Quotienten als eigene Zeile aus, schätzt kein Herz-Kreislauf-Risiko ein, stellt keine Diagnose und ersetzt keine ärztliche Untersuchung.

Preis 169,00 € Stand 15.08.2026, Änderungen möglich
Probenart Kapillarblut
Bearbeitungszeit Kit-Versand 1–3 Werktage
Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
Labor zertifiziertes medizinisches Fachlabor
Angabe der Produktseite, abgerufen 15.08.2026
Zum VitalCheck

Vier Punkte entscheiden darüber, ob aus einer Rechnung eine brauchbare Information wird.

Punkt 1

Beide Zeilen haben

Ohne Gesamtcholesterin und HDL entsteht keine der Rechengrößen.

Punkt 2

Ausgangswerte behalten

Eine Verhältniszahl tritt neben die Zeilen, nicht an ihre Stelle.

Punkt 3

Bedingungen gleich halten

Zwei Rechnungen aus verschieden erhobenen Proben sind nicht vergleichbar.

Punkt 4

Einordnung besprechen

Risikorechner gehören nach IQWiG in das Gespräch mit der Praxis.

Kapitel auf einen Blick

Ein Selbsttest aus Kapillarblut liefert die Ausgangswerte für jede der genannten Rechengrößen und stellt keine Diagnose. Er rechnet selbst keinen Quotienten aus. Entscheidend sind vier Punkte: beide Zeilen haben, Ausgangswerte behalten, Bedingungen gleich halten und die Einordnung besprechen.

Grenzen: was auch ein Verhältnis offenlässt

Die erste Grenze ist die Beleglage. Zum Quotienten aus LDL und HDL fanden wir in den geprüften Quellen keine Aussage, und dieser Artikel erfindet keine.

Die zweite Grenze ist die fehlende Einordnung. Auch zum belegten Quotienten aus Gesamtcholesterin und HDL nennt das IQWiG keine Zahlen, ab denen etwas als günstig oder ungünstig gilt (Stand 06.08.2025).

Die dritte Grenze sind die Faktoren außerhalb des Labors. Rauchen, Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen zählen zur Abschätzung dazu und stehen in keiner Befundzeile (IQWiG, Stand 20.03.2025).

Die vierte Grenze ist die Diagnose. Alle Einordnungen in diesem Artikel ordnen ein und stellen keine Diagnose. Diese entsteht in einer ärztlichen Praxis, und kein Selbsttest nimmt sie vorweg.

Worauf es beim Verhältnis ankommt

Wenn du aus diesem Artikel eine einzige Sache mitnimmst, dann diese: Der Gedanke, zwei Werte zueinander ins Verhältnis zu setzen, ist richtig. Die verbreitete Umsetzung ist nicht die belegte.

Belegt ist das Non-HDL-Cholesterin, gebildet aus Gesamtcholesterin minus HDL, und als Alternative der Quotient aus Gesamtcholesterin und HDL (IQWiG, Stand 06.08.2025). Zum LDL-HDL-Quotienten fanden wir nichts.

Am Anfang stand die Frage, was das Verhältnis aussagt. Die ehrliche Antwort lautet: Es sagt etwas über die Aufteilung und nichts über das Risiko. Für das Risiko braucht es mehr als den Blutfettblock.

Häufige Fragen

Wie berechnet man das LDL-HDL-Verhältnis?

Rechnerisch wird das LDL-Cholesterin durch das HDL-Cholesterin geteilt. Zu dieser Rechengröße fanden wir in den geprüften Quellen allerdings keine Aussage: keine Einordnung, keinen Schwellenwert, keine Empfehlung. Das IQWiG nennt stattdessen das Non-HDL-Cholesterin und, als Alternative, den Quotienten aus Gesamtcholesterin und HDL (Stand 06.08.2025).

Was ist das Non-HDL-Cholesterin?

Das Gesamtcholesterin ohne das HDL-Cholesterin. Das IQWiG bezeichnet diesen Wert als besten Vorhersagewert für die Herz- und Gefäßgesundheit, weil er neben dem LDL-Cholesterin noch die anderen schädlichen Varianten enthält, und weist darauf hin, dass viele Risikorechner ihn verwenden (Stand 06.08.2025). Er entsteht durch eine Subtraktion und behält damit die Einheit des Befunds.

Sagt ein Quotient mehr aus als ein Einzelwert?

Er sagt etwas anderes aus. Ein Quotient beschreibt die Aufteilung und kürzt die Höhe der Ausgangswerte weg: 150 geteilt durch 50 ergibt dasselbe wie 90 geteilt durch 30. Deshalb tritt eine Verhältniszahl neben die Befundzeilen und nicht an ihre Stelle.

Welche Werte brauche ich für die Rechnung?

Für das Non-HDL-Cholesterin das Gesamtcholesterin und das HDL, für den belegten Quotienten dieselben beiden Zeilen. Fehlt eine davon, lässt sich der Wert nicht bilden. Eine Einzelmessung, die nur das Gesamtcholesterin ausgibt, reicht dafür nicht.

Kann ich mein Risiko damit selbst einschätzen?

Nein. Das IQWiG hält fest, dass sich das persönliche Risiko nur abschätzen lässt, wenn alle Faktoren zusammen betrachtet werden, und nennt dabei unter anderem Rauchen, Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen (Stand 20.03.2025). Zu den Risikorechnern schreibt dieselbe Institution, man nutze sie am besten zusammen mit der Ärztin oder dem Arzt (Stand 06.08.2025).

Nächster Schritt

Die Ausgangswerte vollständig haben

Keine der genannten Rechengrößen entsteht ohne Gesamtcholesterin und HDL. Der VitalCheck führt beide gemeinsam mit LDL, Triglyceriden und 14 weiteren Werten aus Kapillarblut. Er rechnet selbst keinen Quotienten aus, stellt keine Diagnose und ersetzt keine ärztliche Abklärung.

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Quellen

  1. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Erhöhte Cholesterinwerte, Stand 06.08.2025 – gesundheitsinformation.de
  2. IQWiG: LDL-Cholesterin, Stand 20.03.2025 – gesundheitsinformation.de
  3. IQWiG: HDL-Cholesterin, Stand 20.03.2025 – gesundheitsinformation.de
  4. IQWiG: Triglyceride, Stand 20.03.2025 – gesundheitsinformation.de
  5. IQWiG: Laborwerte richtig verstehen, Stand 02.04.2025 – gesundheitsinformation.de
  6. MSD Manual, Ausgabe für Fachkreise: Dyslipidämie, Davidson MH und Altenburg M (vollständige Überprüfung Mai 2025, letzte Aktualisierung Dezember 2025) – msdmanuals.com

Das wörtliche Zitat zum Non-HDL-Cholesterin, die Angabe zu den Risikorechnern, der Hinweis auf den alternativen Quotienten aus Gesamtcholesterin und HDL, die Einordnung eines HDL unter 40 mg/dl als ungünstig sowie der Satz zur gemeinsamen Nutzung mit der ärztlichen Praxis stammen aus Quelle [1]. Die Angabe zu über zwei Dritteln LDL, die Aufzählung der weiteren Risikofaktoren und der Hinweis, dass Mahlzeiten den LDL-Wert kaum beeinflussen, stammen aus [2]. Die Angabe zu etwa einem Viertel HDL stammt aus [3]. Die Angabe zu den acht Stunden vor der Blutabnahme stammt aus [4]. Die Erläuterung des Referenzbereichs stammt aus [5]. Die Angabe zur Schwankung von zehn Prozent innerhalb von 24 Stunden stammt aus [6]. Dass sich zum Quotienten aus LDL und HDL in diesen Quellen keine Aussage findet, ist im Text ausdrücklich als Rechercheergebnis benannt. Angaben zu Preis, Werten, Probenart und Labor stammen von der Produktseite von mybody®x, abgerufen am 15.08.2026; die Bearbeitungszeiten folgen der zentralen Vorgabe für Bluttests. Alle Quellen wurden am 15.08.2026 aufgerufen und geprüft.

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Labordiagnostik Blutanalyse-Interpretation Ernährungswissenschaft Nutrigenetik

Dieser Artikel entstand im Redaktions- und Fachteam von mybody®x. Das Team verbindet Labordiagnostik, Ernährungswissenschaft und die Interpretation von Blutanalysen. Wer daran mitarbeitet, steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 15.08.2026 · Zuletzt aktualisiert am 15.08.2026

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.

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