Libido und Hormone: welche Werte wirklich eine Rolle spielen
Das Wichtigste in Kürze
Wenn die Lust nachlässt, führt der erste Verdacht fast immer zu den Hormonen. Das ist naheliegend, und es ist nach der vorliegenden Quellenlage seltener die Erklärung, als die meisten annehmen.
Dieser Artikel zeigt, was sich zum Zusammenhang zwischen Hormonen und sexuellem Verlangen belegt sagen lässt, welche Werte in diesem Zusammenhang überhaupt genannt werden und was daneben eine Rolle spielt.
Was du hier nicht findest: einen Weg, die Lust zu steigern. Dazu liegt uns keine belegte Fundstelle vor, und alles, was dieses Versprechen macht, sollte dich misstrauisch machen.
Das erwartet dich in diesem Artikel
1. Warum der Verdacht immer zuerst auf die Hormone fällt
2. Was die Quellenlage tatsächlich hergibt
3. Welche Werte in diesem Zusammenhang genannt werden
4. Was daneben eine Rolle spielt
5. Bei Männern: Testosteron und seine Tücken
6. Bei Frauen: was die Umstellung ändert
7. Drei Wege im Vergleich
8. Was du dir aus diesem Artikel mitnimmst
Häufige Fragen
Quellen
Warum der Verdacht immer zuerst auf die Hormone fällt
Es gibt eine einfache Erklärung dafür, warum bei diesem Thema als Erstes die Hormone genannt werden: Sie sind messbar. Alles andere, was hier hineinspielt, lässt sich schlecht in eine Zahl fassen, und eine Zahl fühlt sich nach einer Antwort an.
Dazu kommt die Erzählung, die im Netz und in der Werbung verbreitet ist: Ein Wert ist zu niedrig, man hebt ihn, und alles kommt zurück. Diese Erzählung ist eingängig, sie verkauft sich gut, und sie hält der Quellenlage nicht stand.
Das heißt nicht, dass Hormone keine Rolle spielen. Es heißt, dass sie einer von mehreren Faktoren sind und dass sie diesen Faktoren gegenüber keinen Vorrang haben, nur weil man sie messen kann. Wer zuerst misst, findet manchmal etwas und übersieht dabei häufig das Naheliegendere.
Dieser Artikel dreht die übliche Reihenfolge deshalb um. Er beginnt mit dem, was belegt ist, nennt danach die Werte, die überhaupt zur Sprache kommen, und stellt sie in den Zusammenhang, in den sie gehören.
Was die Quellenlage tatsächlich hergibt
Für die Lebensphase, in der der Zusammenhang am häufigsten vermutet wird, ist die Aussage des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen ungewöhnlich klar:
Belegte Fundstelle
„Bislang gibt es keine Belege, dass die hormonelle Umstellung selbst das sexuelle Empfinden oder Verlangen beeinträchtigt.“
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Wohlbefinden in den Wechseljahren, Stand 02.01.2023
Dieser Satz ist die unbequemste und zugleich nützlichste Information dieses Artikels. Er sagt nicht, dass niemand in dieser Phase eine Veränderung erlebt. Er sagt, dass sich die Veränderung nicht auf die hormonelle Umstellung als solche zurückführen lässt.
Kernaussage
Eine Veränderung zu erleben und eine hormonelle Ursache dafür zu haben, sind zwei verschiedene Aussagen. Die erste ist häufig, die zweite ist nicht belegt.
Dieselbe Quelle ordnet das weiter ein: Die Auswirkungen der Wechseljahre auf die Sexualität sind verschieden, und das Älterwerden an sich spielt hier offenbar eine wichtigere Rolle. Dazu kommen laut derselben Fundstelle psychologische, soziale und kulturelle Faktoren sowie die Situation in der Partnerschaft (IQWiG, 2023).
Damit ist der Rahmen gesetzt. Wer bei diesem Thema ausschließlich auf Laborwerte schaut, sucht an der Stelle, die am hellsten beleuchtet ist, und nicht dort, wo die Quelle die Ursachen vermutet.
Warum „normal“ hier kein Maßstab ist
Bei kaum einem Thema wird so oft nach dem Normalwert gefragt und so wenig damit gewonnen. Sexuelles Verlangen unterscheidet sich zwischen Menschen erheblich, es verändert sich über das Leben, und es schwankt über Wochen. Einen Referenzbereich wie bei einem Blutwert gibt es dafür nicht.
Deshalb ist die Frage „ist das noch normal“ selten die hilfreiche. Hilfreicher ist: Hat sich etwas verändert, seit wann, und stört es dich oder jemanden sonst? Eine Veränderung, die niemanden belastet, braucht keine Abklärung. Eine, die belastet, braucht sie unabhängig davon, ob ein Wert auffällig ist.
Dieser Unterschied ist auch der Grund, warum Vergleiche mit anderen bei diesem Thema besonders wenig taugen. Zahlen aus Umfragen beschreiben Durchschnitte über sehr verschiedene Menschen. Sie sagen nichts darüber, was für dich stimmig ist, und erzeugen vor allem Druck.
Welche Werte in diesem Zusammenhang genannt werden
Trotz allem gibt es Werte, die in diesem Zusammenhang regelmäßig bestimmt werden. Nicht weil sie die Antwort liefern, sondern weil sie andere Ursachen sichtbar machen, die ähnliche Beschwerden verursachen.
Testosteron, gesamt und frei. Der Wert wird bei Männern und Frauen genannt. Wichtig ist dabei die Unterscheidung: Der Gesamtwert kann unauffällig aussehen, während der Anteil, der im Körper tatsächlich wirkt, niedriger liegt. Dafür braucht es SHBG und Albumin, aus denen sich das freie Testosteron errechnet.
Die Schilddrüse. TSH, fT3 und fT4 tauchen auf, weil eine Funktionsstörung Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Stimmungsveränderungen macht. Das sind Beschwerden, die sich auf das Erleben auswirken, ohne dass sie mit Sexualhormonen zu tun hätten.
Prolaktin. Ein erhöhter Wert beeinflusst andere Hormonachsen und wird deshalb in Hormonprofilen mitbestimmt. Er ist selten die Erklärung und gehört trotzdem geprüft, weil er sich einfach messen lässt.
Eisen, Vitamin B12 und Vitamin D. Sie stehen nicht wegen der Lust auf der Liste, sondern wegen der Erschöpfung. Wer dauerhaft müde ist, erlebt vieles anders, und Müdigkeit ist der zuverlässigste Gegner von fast allem.
Das Muster hinter dieser Liste ist entscheidend: Kein einziger dieser Werte misst Lust. Alle messen etwas, das eine andere Erklärung liefern kann, und genau darin liegt ihr Nutzen.
Was daneben eine Rolle spielt
Die Faktoren, die die Quelle nennt, lassen sich nicht messen und sind trotzdem die, auf die sie verweist. Sie hier zu übergehen wäre unehrlich, auch wenn sie sich schlechter in einen Ratgeber fügen als eine Werteliste.
Kein Laborwert misst Lust.
Schlaf. Anhaltender Schlafmangel verändert Antrieb, Stimmung und Belastbarkeit. Er wird bei diesem Thema selten genannt und ist einer der wenigen Punkte, an denen sich mit vertretbarem Aufwand etwas ändern lässt.
Dauerbelastung. Wer über Monate unter Anspannung steht, erlebt eine Verschiebung der Prioritäten, und das ist keine Charakterfrage, sondern eine Anpassung. Wer das als persönliches Versagen deutet, legt sich eine zweite Last obendrauf.
Medikamente. Mehrere gängige Wirkstoffgruppen können das sexuelle Erleben beeinflussen. Das ist einer der häufigsten übersehenen Punkte und zugleich der, bei dem ein Gespräch am schnellsten weiterhilft. Setze deshalb nie eigenmächtig etwas ab, sondern sprich es an.
Die Beziehung und die eigene Geschichte. Die Quelle nennt psychologische, soziale und kulturelle Faktoren sowie die Situation in der Partnerschaft ausdrücklich (IQWiG, 2023). Dafür gibt es keinen Test und keine Abkürzung, und es ist trotzdem der Bereich, in dem die Antwort am häufigsten liegt.
Was ein Befund in diesem Fall leisten kann
Weil kein Wert Verlangen misst, lohnt eine genaue Betrachtung dessen, was eine Messung tatsächlich beiträgt. Sie hat genau eine Aufgabe: Erklärungen auszuschließen oder einzuschließen, die anderswo herkommen und sich ähnlich anfühlen.
Eine Schilddrüsenunterfunktion macht müde und antriebslos. Ein Eisenmangel ebenso. Ein deutlicher Vitamin-D-Mangel wird in diesem Zusammenhang genannt. Alle drei sind messbar, alle drei sind behandelbar, und alle drei werden im Alltag regelmäßig übersehen, weil ihre Zeichen so unspezifisch sind.
Genau darin liegt der Nutzen: nicht in einer Antwort auf die Ausgangsfrage, sondern im Aussortieren. Wer weiß, dass Schilddrüse, Eisen und Prolaktin unauffällig sind, kann sich den Bereichen zuwenden, in denen die Quelle die Ursachen vermutet, ohne die ganze Zeit an eine übersehene körperliche Erklärung zu denken.
Und die Kehrseite gehört dazu: Ein auffälliger Wert beweist nichts. Er liefert eine mögliche Erklärung, die geprüft und gegebenenfalls behandelt wird. Ob sich damit etwas ändert, zeigt sich erst danach, und auch das gehört ärztlich begleitet.
Bei Männern: Testosteron und seine Tücken
Wenn Männer bei diesem Thema messen lassen, geht es fast immer um Testosteron. Zwei Eigenschaften des Werts führen dabei regelmäßig zu falschen Schlüssen, und beide sind leicht zu vermeiden.
Die erste ist der Tagesverlauf. Testosteron schwankt im Tagesverlauf erheblich und ist am Morgen am höchsten. Eine einzelne Messung am Nachmittag sagt entsprechend wenig, und die Uhrzeit der Probenahme gehört deshalb in den Befund. Ein am späten Nachmittag bestimmter Wert, der niedrig ausfällt, ist kein Ergebnis, sondern ein Terminfehler.
Die zweite ist der Unterschied zwischen Gesamtwert und freiem Anteil. Ein großer Teil des Testosterons ist an Transportproteine gebunden und wirkt in diesem Zustand nicht. Der Gesamtwert kann deshalb normal aussehen, während der wirksame Anteil niedriger liegt. Wer nur den Gesamtwert bestimmen lässt, bekommt die halbe Information.
Dazu kommen die Steuerhormone LH und FSH sowie Prolaktin. Sie zeigen, ob das Signal aus dem Gehirn ankommt oder ob es weiter unten hängt, und sie unterscheiden damit zwischen verschiedenen möglichen Ursachen. Auch Estradiol gehört bei Männern ins Bild, und es ist im Befund kein Fehler, sondern Teil der Beurteilung.
Warum Testosteron auch bei Frauen genannt wird
Testosteron gilt als männliches Hormon, und der weibliche Körper bildet es trotzdem, in kleineren Mengen. Es steht deshalb auch in Hormonprofilen für Frauen, und es taucht in Gesprächen zu diesem Thema regelmäßig auf.
Was sich dazu belegt sagen lässt, ist wenig, und das ist eine wichtige Information. Dieser Artikel nennt deshalb keine Zielwerte und keine Empfehlung, den Wert zu beeinflussen. Eine Behandlung mit Testosteron bei Frauen ist eine ärztliche Entscheidung mit eigenen Abwägungen und kein Feld für Selbstversuche.
Was der Wert leisten kann, ist dasselbe wie bei den anderen: Er gehört zu einem Profil, das ein Bild ergibt. Zusammen mit DHEA-S und SHBG beschreibt er einen Bereich, der sonst gar nicht sichtbar wäre, und das ist der Grund, warum er im Menopause Check mitgeführt wird.
Bei Frauen: was die Umstellung ändert
Für die Zeit der hormonellen Umstellung nennt die Quelle einen körperlichen Punkt, der sich vom Verlangen unterscheidet und häufig damit verwechselt wird: Etwa 3 von 10 Frauen haben etwa ab der Zeit kurz vor der Menopause Beschwerden, weil ihre Scheidenschleimhaut empfindlicher und trockener ist als früher (IQWiG, 2023).
Diese Unterscheidung ist praktisch wichtig. Beschwerden beim Geschlechtsverkehr sind etwas anderes als nachlassendes Verlangen, auch wenn beides im Erleben zusammenfällt. Wer das eine hat und über das andere spricht, bekommt eine Antwort auf die falsche Frage.
Zur Behandlung dieser Beschwerden nennt die Quelle: Eine vaginale Hormonbehandlung kann solche Beschwerden lindern (IQWiG, 2023). Ob das in Frage kommt, entscheidet ausschließlich eine ärztliche Praxis. Dieser Artikel gibt dazu keine Empfehlung ab und kann es auch nicht.
Für das Verlangen selbst bleibt es bei dem, was oben steht: Ein Beleg dafür, dass die hormonelle Umstellung es beeinträchtigt, liegt nicht vor (IQWiG, 2023). Was diese Lebensphase sonst verschiebt, beschreibt der Beitrag Abnehmen in den Wechseljahren, und welche Werte sich zuerst ändern, steht im Beitrag Perimenopause.
Was du vor einem Termin sammeln kannst
Ein Gespräch zu diesem Thema fällt vielen schwer, und es wird leichter, wenn ein paar Angaben schon feststehen. Vier Punkte reichen, und sie lassen sich in zehn Minuten notieren.
Erstens: seit wann. Ein Zeitraum in Monaten ist präziser als „schon länger“, und er unterscheidet eine allmähliche Veränderung von einer, die plötzlich einsetzte. Zweitens: was zeitlich zusammenfiel. Ein neuer Job, ein neues Medikament, eine Schlafphase, eine Veränderung in der Beziehung.
Drittens: die vollständige Liste der Medikamente und Präparate, mit Startdatum, und ausdrücklich auch die, die du für unbedeutend hältst. Viertens: ob körperliche Beschwerden dabei sind. Das ist die Angabe, die im Gespräch am schnellsten die Richtung ändert, und sie wird aus Verlegenheit oft weggelassen.
Wer diese vier Punkte mitbringt, verkürzt das Gespräch und macht es zugleich brauchbarer. Und es nimmt die Last, im Termin alles spontan formulieren zu müssen.
Woran du ein unseriöses Versprechen erkennst
Zu kaum einem Thema wird so viel verkauft, und die Muster wiederholen sich. Vier Merkmale tauchen fast immer zusammen auf, und wer sie kennt, spart Geld und Enttäuschung.
Erstens: ein schnelles Ergebnis in einem festen Zeitraum. Zweitens: ein einzelner Wirkstoff als Erklärung für ein Thema, das die Quelle ausdrücklich auf mehrere Faktoren zurückführt. Drittens: Erfahrungsberichte statt Fundstellen. Viertens: keine Angabe darüber, was das Mittel nicht leistet.
Das vierte Merkmal ist das verlässlichste. Wer ausschließlich Vorteile aufzählt, verkauft. Wer die Grenzen nennt, erklärt. Diese Prüffrage gilt für Ratgeber genauso wie für Produkte, dieses Angebot ausdrücklich eingeschlossen.
Und ein Hinweis zur Sicherheit: Präparate mit hormoneller Wirkung sind keine Nahrungsergänzung, auch wenn sie so angeboten werden. Sie greifen in einen selbstregulierenden Kreislauf ein, sie können mit Medikamenten wechselwirken, und ihr Einsatz gehört ärztlich begleitet.
Drei Wege im Vergleich
Wer bei diesem Thema etwas tun will, hat drei Wege. Die Tabelle stellt sie entlang derselben Kriterien nebeneinander, mit einer ehrlichen Spalte dazu, was jeder nicht leistet.
| Kriterium | Andere Ursachen ausschließen | Ärztliches Gespräch | Eigene Werte kennen |
|---|---|---|---|
| Woran es ansetzt | an Schlaf, Belastung, Medikamenten und der eigenen Lage | an der Einordnung durch jemanden, der nachfragen kann | an der Frage, ob im Hintergrund etwas messbar aus dem Tritt ist |
| Was es bewirken kann | trifft laut Quellenlage am ehesten den Bereich, in dem die Ursache liegt | unterscheidet Beschwerden von nachlassendem Verlangen | schließt Schilddrüse, Prolaktin und Nährstoffmängel als Erklärung aus oder ein |
| Aufwand | Wochen bis Monate, keine Kosten | ein Termin, dafür Überwindung | einmalig messen, Probenahme am Morgen |
| Was es nicht leistet | wirkt langsam und lässt sich schlecht messen | nimmt dir die Beobachtung nicht ab, die das Gespräch nützlich macht | misst keine Lust, stellt keine Diagnose, ersetzt keinen Termin |
Auffällig ist, was in der Tabelle fehlt: Präparate mit dem Versprechen, die Lust zu steigern. Das ist Absicht. Für keines davon liegt uns eine belegte Fundstelle vor, die eine Empfehlung tragen würde, und hormonell wirksame Zubereitungen gehören ohne Ausnahme in ärztliche Hand.
Die ehrliche Lesart: Spalte eins ist nach der Quellenlage der wahrscheinlichste Ansatzpunkt, Spalte zwei die verlässlichste Einordnung, Spalte drei ein Baustein, der andere Erklärungen ausschließt. Bei mybody®x (MYBODY Lab GmbH) deckt der HormonCheck den dritten Weg für Männer ab, ISO-zertifiziert in Deutschland ausgewertet.

Hormonprofil aus einer Blutprobe
HormonCheck | Männer-Hormon-Test
Testosteron gesamt und frei, dazu SHBG und Albumin, die Steuerhormone LH, FSH und Prolaktin sowie DHEA-S, Estradiol und TSH. Was der Test nicht leistet: Er misst kein sexuelles Verlangen, stellt keine Diagnose und ersetzt kein ärztliches Gespräch.
Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
Angabe der Produktseite, abgerufen 26.08.2026
Für Frauen führt der Menopause Check die Zyklushormone samt Testosteron und DHEA-S, der Women's Wellness Check das Schilddrüsenprofil mit Ferritin, B12 und D3. Was die einzelnen Werte bedeuten, steht im Biomarker-Lexikon mit 67 erklärten Blutwerten. Ob sich eine Messung für dich lohnt, beantwortet die Gegenüberstellung ehrlich in beide Richtungen:
Sinnvoll für dich, wenn …
du zusätzlich anhaltend müde und antriebslos bist und wissen willst, ob dahinter etwas Messbares steht.
du ein Gespräch vorbereitest und dort Zahlen zu Testosteron, Schilddrüse und Prolaktin mitbringen willst.
du die Probenahme am Morgen einrichten kannst, weil der Wert sonst kaum zu deuten ist.
Eher nicht, wenn …
du dir davon eine Antwort auf die Lustfrage erhoffst. Kein Laborwert misst Verlangen.
die Belastung oder die Beziehungssituation der offensichtliche Punkt ist. Dann setzt eine Messung an der falschen Stelle an.
du körperliche Beschwerden hast. Die gehören besprochen und untersucht, nicht gemessen und selbst gedeutet.
Nächster Schritt
Wenn du erst sehen willst, wo du stehst
Der HormonCheck errechnet das freie Testosteron aus Gesamtwert, SHBG und Albumin und führt dazu die Steuerhormone. Was die einzelnen Werte bedeuten und worauf es beim Zeitpunkt der Probenahme ankommt, erklärt das Biomarker-Lexikon.
Zum HormonCheck Zum Biomarker-LexikonWas du dir aus diesem Artikel mitnimmst
Wenn du eine Sache behältst, dann den Satz aus der Quelle: Bislang gibt es keine Belege, dass die hormonelle Umstellung selbst das sexuelle Empfinden oder Verlangen beeinträchtigt (IQWiG, 2023). Das nimmt niemandem sein Erleben, und es verschiebt die Suche dorthin, wo die Quelle die Ursachen vermutet.
Und behalte die Rolle der Werte: Sie messen keine Lust. Sie machen andere Erklärungen sichtbar, allen voran Schilddrüse, Prolaktin und Nährstoffmängel, die alle Müdigkeit machen können. Das ist ein begrenzter, aber echter Nutzen, und mehr sollte niemand versprechen.
Am Anfang stand ein Verdacht, der sich naheliegend anfühlt. Was davon bleibt, ist eine ehrlichere Reihenfolge: erst Schlaf, Belastung und Medikamente, dann das Gespräch, dann die Werte. Wenn du wissen willst, womit dein Körper gerade arbeitet: Die Beratung kostet nichts, und sie verkauft dir nichts.
Häufige Fragen
Sind Hormone schuld, wenn die Lust nachlässt?
Für die hormonelle Umstellung gibt es dafür bislang keine Belege (IQWiG, 2023). Dieselbe Quelle nennt das Älterwerden an sich, psychologische, soziale und kulturelle Faktoren sowie die Situation in der Partnerschaft als die Bereiche, in denen die Erklärung eher liegt.
Welche Blutwerte lasse ich bestimmen?
Genannt werden Testosteron gesamt und frei mit SHBG, das Schilddrüsenprofil, Prolaktin sowie Ferritin, Vitamin B12 und Vitamin D. Keiner dieser Werte misst Verlangen. Sie machen andere Erklärungen sichtbar, vor allem solche, die Müdigkeit verursachen.
Warum soll Testosteron morgens gemessen werden?
Weil der Wert im Tagesverlauf erheblich schwankt und am Morgen am höchsten ist. Eine einzelne Messung am Nachmittag sagt entsprechend wenig. Die Uhrzeit der Probenahme gehört deshalb in den Befund, sonst lässt sich die Zahl kaum einordnen.
Was hilft gegen nachlassendes Verlangen?
Zu einer allgemeinen Empfehlung liegt uns keine belegte Fundstelle vor, und dieser Artikel gibt deshalb keine ab. Was die Quelle nahelegt, ist die Richtung: Schlaf, Belastung, Medikamente und die eigene Lebenssituation zuerst anzusehen, statt bei den Laborwerten zu beginnen.
Was ist mit Beschwerden statt fehlendem Verlangen?
Das sind zwei verschiedene Themen. Etwa 3 von 10 Frauen haben ab der Zeit kurz vor der Menopause Beschwerden, weil die Scheidenschleimhaut empfindlicher und trockener ist als früher; eine vaginale Hormonbehandlung kann solche Beschwerden lindern (IQWiG, 2023). Ob das in Frage kommt, entscheidet eine ärztliche Praxis.
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Quellen
- Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Wohlbefinden in den Wechseljahren (Stand 02.01.2023) – gesundheitsinformation.de
Das wörtliche Zitat zur fehlenden Belegbarkeit eines Zusammenhangs zwischen hormoneller Umstellung und sexuellem Empfinden stammt aus [1], ebenso die Angaben zu den verschiedenen Auswirkungen der Wechseljahre auf die Sexualität, zur Rolle des Älterwerdens, zu etwa 3 von 10 Frauen mit Beschwerden der Scheidenschleimhaut und zur vaginalen Hormonbehandlung. Der Satz der Quelle zu psychologischen, sozialen und kulturellen Faktoren enthält einen Gedankenstrich und wurde deshalb nur attribuiert wiedergegeben. Zu Möglichkeiten, das sexuelle Verlangen zu steigern, werden bewusst keine Aussagen getroffen, weil dafür keine belegte Fundstelle vorliegt. Angaben zu Preis, Probenart, Leistungsumfang und Labor stammen von den Produktseiten von mybody®x, abgerufen am 26.08.2026; die Bearbeitungszeiten folgen der zentralen Vorgabe je Testart. Die Quelle wurde am 26.08.2026 aufgerufen und geprüft.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Blutanalyse-Interpretation Ernährungswissenschaft Labordiagnostik
Dieser Artikel entstand im Redaktions- und Fachteam von mybody®x. Das Team verbindet die Interpretation von Blutanalysen, Ernährungswissenschaft und Labordiagnostik. Wer daran mitarbeitet, steht auf der Autorenseite.
Veröffentlicht am 26.08.2026 · Zuletzt aktualisiert am 26.08.2026
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.


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