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Erdnussallergie: Symptome und Verlauf einer allergischen Reaktion

7. Oktober 2026ca. 14 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Eine Erdnussallergie ist eine Reaktion des Immunsystems auf Eiweiße der Erdnuss. Laut S2k-Leitlinie zur Anaphylaxie (DGAKI u. a., 2021) vergehen im Median (dem mittleren Wert einer Messreihe) 55 Minuten vom Verzehr bis zu den ersten Symptomen. Die Reaktion kann innerhalb von Minuten fortschreiten oder auf jeder Stufe zum Stillstand kommen. Abklingende Beschwerden sind trotzdem keine Entwarnung.

Die Leitlinie unterscheidet vier Schweregrade, von Juckreiz und Quaddeln bis zum Atem- und Kreislaufstillstand (DGAKI u. a., 2021).

In fünf bis 20 Prozent der Fälle kehren die Beschwerden nach erfolgreicher Therapie zurück, meist nach sechs bis 24 Stunden (DGAKI u. a., 2021).

Erdnussallergien bleiben laut Leitlinie zu Nahrungsmittelallergien (DGAKI u. a., 2021) häufiger lebenslang bestehen, aber nicht in jedem Fall.

In diesem Artikel

Was passiert bei einer Erdnussallergie im Körper?

Bei einer Erdnussallergie reagiert das Immunsystem auf bestimmte Eiweiße der Erdnuss und bildet dagegen Antikörper der Klasse E, kurz IgE (Immunglobulin E). Diese IgE-Antikörper vermitteln bei erneutem Kontakt die allergische Reaktion (Allergieinformationsdienst, 2023).

Man kann sich IgE wie einen Steckbrief vorstellen: Beim ersten Kontakt legt das Immunsystem ihn an, beim nächsten Kontakt schlägt es Alarm. Deshalb kann eine Reaktion wie aus dem Nichts kommen, obwohl der Körper das Eiweiß längst kennt.

Erdnüsse sind dabei kein reines Kinderthema. MedlinePlus (2024), das Gesundheitslexikon der US-amerikanischen National Library of Medicine, führt Erdnüsse als Auslöser von Nahrungsmittelallergien bei Menschen jeden Alters. Die Fragen dieses Beitrags stellen sich deshalb Eltern, deren Kind nach einem Erdnussriegel Quaddeln bekommt, ebenso wie Erwachsenen nach ihrer ersten Reaktion.

Ein Begriff zieht sich durch den ganzen Beitrag: Sensibilisierung. Gemeint ist, dass spezifische IgE-Antikörper gegen ein Allergen nachweisbar sind. Laut S2k-Leitlinie zu IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien (DGAKI u. a., 2021) wird eine Sensibilisierung erst klinisch bedeutsam, wenn eine eindeutig passende Vorgeschichte dazukommt oder ein Provokationstest positiv ausfällt; bei diesem Test wird das verdächtige Lebensmittel gezielt gegessen. Ein IgE-Wert zeigt eine Sensibilisierung, keine Diagnose.

Wie viel Erdnuss eine Reaktion auslöst, ist unterschiedlich. Erdnussallergiker reagieren oft schon auf kleinste Mengen (Allergieinformationsdienst, 2023). Schwere Reaktionen zeigen sich laut Allergieinformationsdienst (2023) bei vielen aber erst nach einer vergleichsweise hohen und damit gut zu meidenden Menge. Was das im Alltag mit geteilten Vorräten bedeutet, beschreibt der Beitrag über Snacks im Paarhaushalt.

Die S2k-Leitlinie zur Anaphylaxie (DGAKI u. a., 2021) zählt Erdnuss zu den hoch potenten Allergenen; eine Sensibilisierung gegen Erdnuss gilt dort als Risikofaktor für schwere Reaktionen. Beim Einkauf hilft die Kennzeichnung: Erdnüsse gehören laut BfR (2024) zu den 14 Allergenen, die in der EU auf Lebensmitteln angegeben werden müssen, wenn sie als Zutat verwendet werden.

Ob Beschwerden nach Nüssen auf eine Allergie oder auf eine Unverträglichkeit zurückgehen, klärt der Beitrag Nussallergie oder Nussunverträglichkeit. Dieser Beitrag bleibt bei der Erdnuss: bei ihren Symptomen und beim Verlauf einer Reaktion.

Welche Symptome zeigt eine Erdnussallergie?

Als Leitsymptome einer Nahrungsmittelallergie nennt MedlinePlus (2024) Quaddeln und eine heisere Stimme. Ebenso gehört dort die pfeifende Atmung dazu.

Wie schwer eine Reaktion ist, beschreibt die S2k-Leitlinie zur Anaphylaxie (DGAKI u. a., 2021) mit einer Skala aus vier Schweregraden. Anaphylaxie bezeichnet eine schwere allergische Reaktion, die laut MedlinePlus (2024) sofort oder innerhalb von zwei Stunden nach dem Essen auftreten und lebensbedrohlich sein kann. Die Skala ordnet anaphylaktische Reaktionen allgemein ein, nicht allein die auf Erdnuss. In der Tabelle steht zuerst das Alltagswort, in Klammern der Fachbegriff.

Schweregrade laut S2k-Leitlinie zur Anaphylaxie (DGAKI u. a., 2021)

Schweregrad Typische Zeichen
Grad I Juckreiz, Hautrötung (Flush), Quaddeln (Urtikaria), Schwellungen (Angioödem)
Grad II zusätzlich Übelkeit, Krämpfe, Erbrechen, laufende Nase (Rhinorrhö), Heiserkeit, Atemnot (Dyspnoe), Herzrasen (Tachykardie), Blutdruckabfall (Hypotension), Herzrhythmusstörung (Arrhythmie)
Grad III Erbrechen, Stuhlabgang, Schwellung im Kehlkopf (Larynxödem), Verkrampfung der Bronchien (Bronchospasmus), Blaufärbung (Zyanose), Schock
Grad IV Atemstillstand, Kreislaufstillstand

Grad I beschränkt sich auf Zeichen an der Haut, etwa Juckreiz oder Quaddeln. Ab Grad II kommen Beschwerden an anderer Stelle hinzu, zum Beispiel Übelkeit oder Heiserkeit. Grad III und Grad IV beschreiben lebensbedrohliche Zustände bis zum Atem- und Kreislaufstillstand (DGAKI u. a., 2021).

Die Skala ist wie eine Treppe gebaut, doch nicht jede Reaktion nimmt jede Stufe. Wer weiß, wie die oberen Stufen aussehen, ordnet Heiserkeit oder Atemnot nach dem Essen schneller als ernst ein. Bei pfeifender Atmung oder Atemnot rät MedlinePlus (2024) zum Notruf, mehr dazu im Abschnitt zum Notfall.

Neben Erdnuss nennt die Leitlinie Fisch als hoch potentes Allergen (DGAKI u. a., 2021). Wer nach einem Fischgericht reagiert hat, findet die Einordnung im Beitrag Fisch nicht vertragen. Dort geht es um die Frage, was hinter einer Reaktion auf Fisch steckt, hier um den Ablauf bei Erdnuss.

Wie verläuft eine Reaktion bei Erdnussallergie?

Die Symptomatik setzt laut S2k-Leitlinie zur Anaphylaxie (DGAKI u. a., 2021) meist akut ein; bei Erdnussallergie liegen im Median 55 Minuten zwischen Verzehr und ersten Symptomen. Danach kann die Reaktion innerhalb von Minuten fortschreiten oder auf jeder Stufe zum Stillstand kommen.

Rote Linsen, Sonnenblumenkerne, Spinat, Eier und Hartkäse auf einem Tisch

Der Median ist der mittlere Wert einer Messreihe, einzelne Reaktionen beginnen also früher oder später. Für Sofortreaktionen auf Nahrungsmittel hält die S2k-Leitlinie zu IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien (DGAKI u. a., 2021) fest, dass sie meist innerhalb von zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit auftreten. MedlinePlus (2024) ergänzt, dass Symptome manchmal auch erst später beginnen.

Ein Verlauf kann etwa so aussehen. Nach einem Stück Gebäck mit Erdnuss juckt die Haut, es bilden sich Quaddeln; bleibt es dabei, entspricht das Grad I der Skala. Kommen Heiserkeit oder Atemnot hinzu, ist Grad II erreicht. Laut Leitlinie kann es innerhalb von Minuten zu einer Verstärkung bis hin zum Schock kommen (DGAKI u. a., 2021), die Reaktion kann aber ebenso abbrechen.

Belegte Fundstelle

„Die Reaktion kann jedoch auch auf jeder Stufe spontan zum Stillstand kommen und im Verlauf rückläufig sein.“

S2k-Leitlinie zur Anaphylaxie (DGAKI u. a., 2021)
Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie, Update 2021

Dieser Satz wird gern als Beruhigung gelesen. Er stimmt, er erzählt aber nur den ersten Teil der Geschichte.

Warum Erdnussallergie-Symptome nach Stunden zurückkehren können

Der Irrtum lautet: Wenn die Beschwerden abklingen, ist es vorbei. Laut S2k-Leitlinie zur Anaphylaxie kommt es in fünf bis 20 Prozent der Fälle nach erfolgreicher Therapie zu protrahierten, also sich hinziehenden, oder biphasischen Verläufen, mit erneuter Symptomatik meist nach sechs bis 24 Stunden (DGAKI u. a., 2021).

Biphasisch heißt zweiphasig: Die Beschwerden flammen erneut auf, nachdem eine Anaphylaxie zunächst abgeklungen ist, ohne neuen Kontakt mit dem Auslöser (Lee u. a., 2015). Eine Metaanalyse, also eine Auswertung, die Ergebnisse einzelner Studien zusammenführt, hat 27 Beobachtungsstudien mit 4.114 Personen mit Anaphylaxie einbezogen; die zweite Phase begann dort im Median nach 11 Stunden, mit einer Spanne von 0,2 bis 72 Stunden (Lee u. a., 2015).

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Metaanalyse bezog sich auf Anaphylaxien insgesamt, nicht auf Erdnuss allein, und war ein Lebensmittel der Auslöser, traten biphasische Verläufe seltener auf (Lee u. a., 2015). Seltener heißt aber nicht nie.

Bleibt eine Erdnussallergie ein Leben lang?

Erdnussallergien bleiben laut S2k-Leitlinie zu IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien (DGAKI u. a., 2021) häufiger lebenslang bestehen. Bei einem Teil der Kinder verliert sich die Allergie jedoch (Skolnick u. a., 2001).

MedlinePlus (2024) formuliert es ähnlich: Allergien gegen Erdnüsse neigen dazu, ein Leben lang zu bestehen. Lange galt in der Fachwelt sogar, dass Kinder aus einer Erdnussallergie nur selten herauswachsen (Skolnick u. a., 2001). Daraus wird schnell der zweite Irrtum: Eine Erdnussallergie bleibt immer.

Was eine Studie mit Kindern zur Erdnussallergie zeigt

Eine Studie hat diese Annahme 2001 überprüft. Untersucht wurden 223 Kinder und Jugendliche zwischen 4 und 20 Jahren mit diagnostizierter Erdnussallergie (Skolnick u. a., 2001). Von ihnen nahmen 85 an einem Provokationstest mit Erdnuss teil, und 48 zeigten dabei keine Reaktion mehr (Skolnick u. a., 2001). Bezogen auf alle Untersuchten sind das etwa 21,5 Prozent, also etwa jeder Fünfte (Skolnick u. a., 2001).

Für Familien heißt das: Ob eine Erdnussallergie noch besteht, zeigt sich nicht am Kalender, sondern im Provokationstest. Diesen Test plant die ärztliche Praxis, die Vorgeschichte und Werte des Kindes kennt. Laut IQWiG (2023) ist für eine genaue Abklärung meist ein Provokationstest nötig.

Die Zahl aus der Studie gilt nur für diese Gruppe. Provoziert wurden ausschließlich Teilnehmende, die im Vorjahr keine Reaktion hatten und niedrige Erdnuss-IgE-Werte aufwiesen (Skolnick u. a., 2001). Die Studie umfasste zudem nur Kinder und Jugendliche.

Ob eine Erdnussallergie noch besteht, zeigt sich nicht am Kalender, sondern im Provokationstest.

Wann ist eine Erdnussallergie ein Notfall?

Bei schweren oder den ganzen Körper betreffenden Reaktionen nach dem Essen, besonders bei pfeifender Atmung oder Atemnot, rät MedlinePlus (2024) zum Notruf. In Deutschland und Österreich ist das laut S2k-Leitlinie zur Anaphylaxie (DGAKI u. a., 2021) die 112, in der Schweiz die 144.

Wann den Notruf wählen

Pfeifende Atmung oder Atemnot nach dem Essen MedlinePlus (2024) nennt diese Zeichen ausdrücklich als Anlass für den Notruf.

Zeichen der schweren Grade Eine Schwellung im Kehlkopf oder eine Verkrampfung der Bronchien ordnet die Leitlinie den schweren Graden zu (DGAKI u. a., 2021).

Für Betroffene stellt die Ärztin oder der Arzt in deutschsprachigen Ländern laut S2k-Leitlinie zur Anaphylaxie (DGAKI u. a., 2021) häufig mehrere Medikamente zu einem Notfallset zur Soforthilfe zusammen. Dieses Set soll zusammen mit dem Anaphylaxie-Pass immer mitgeführt werden. Was darin liegt und wie es angewendet wird, bespricht die verordnende Praxis.

Was in den Minuten nach einer Reaktion zu tun ist, beschreibt der Beitrag Was tun bei einer allergischen Reaktion?. An dieser Stelle zählt nur eines: Bei schweren Zeichen wird nicht abgewartet. Nachlassende Beschwerden sind dabei kein sicherer Hinweis, dass alles überstanden ist; erneute Symptome nach Stunden beschreibt das Kapitel zum Verlauf.

Erdnussallergie: Ist der Verdacht schon eine Allergie?

Nicht unbedingt. In Befragungen geben laut Allergieinformationsdienst (2023) rund 30 Prozent der Bevölkerung an, unter einer Nahrungsmittelallergie zu leiden, nachweisbar ist sie bei 3,7 Prozent der Erwachsenen.

Beide Zahlen gelten für Nahrungsmittelallergien insgesamt, nicht für Erdnuss allein. Sie zeigen aber, wie weit Eindruck und Befund auseinanderliegen können (Allergieinformationsdienst, 2023).

Hinzu kommt die Verwechslungsgefahr. Die Symptome einer Nahrungsmittelallergie lassen sich laut IQWiG (2023) leicht mit denen anderer Erkrankungen verwechseln oder mit Unverträglichkeiten wie einer Laktoseintoleranz oder einer Zöliakie. Eine genaue Abklärung ist deshalb wichtig, und dafür ist laut IQWiG (2023) meist ein Provokationstest nötig.

Beim Bluttest kommt eine zweite Unschärfe dazu. Ein IgE-Wert zeigt eine Sensibilisierung, keine Diagnose. Als Faustregel gilt laut S2k-Leitlinie zu IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien (DGAKI u. a., 2021), dass nur etwa die Hälfte der in der Bevölkerung nachweisbaren Sensibilisierungen tatsächlich mit Beschwerden einhergeht.

Die Diagnose stellt deshalb die ärztliche Praxis, die Vorgeschichte und Testergebnisse zusammen betrachtet. Ein einzelner Wert ersetzt dieses Gespräch nicht. Für Erdnuss gilt dasselbe Prinzip: Ein Verdacht, der sich auf eine einzelne Mahlzeit stützt, ist ein Anlass für die Abklärung, kein Ergebnis.

Ähnliche Fragen stellen sich bei Obst: Wie sich Beschwerden nach Apfel oder Banane einordnen lassen, steht in einem eigenen Beitrag.

Kapitel auf einen Blick

In Befragungen halten sich laut Allergieinformationsdienst (2023) rund 30 Prozent für betroffen, nachweisbar ist eine Nahrungsmittelallergie bei 3,7 Prozent der Erwachsenen. Allergiesymptome lassen sich laut IQWiG (2023) leicht mit Unverträglichkeiten verwechseln. Nur etwa die Hälfte der nachweisbaren Sensibilisierungen geht laut Faustregel der Leitlinie mit Beschwerden einher (DGAKI u. a., 2021). Die Diagnose entsteht aus Vorgeschichte und Testergebnissen, nicht aus einem Wert allein.

Was zeigt ein Bluttest bei Verdacht auf Erdnussallergie?

Ein Bluttest auf IgE-Antikörper zeigt, ob eine Sensibilisierung vorliegt. Ob daraus eine Allergie wird, entscheidet sich am Symptom, und das gehört in ärztliche Hände.

Ein erhöhter IgE-Wert bedeutet Sensibilisierung, nicht zwangsläufig Beschwerden. Manche Menschen haben messbare Antikörper und reagieren nie. Wie IgE-Werte im Blut zu lesen sind, erklärt der Beitrag zum Allergiewert im Blut.

mybody®x (MYBODY Lab GmbH) bietet dafür den AllergoCheck an. Er ist ein Bluttest, kein Hauttest. Gemessen wird IgE gegen Allergene aus den Gruppen Pollen und Hausstaub; hinzu kommen Tierhaare und Nahrungsmittel. Ein auffälliges Ergebnis in der Gruppe Nahrungsmittel ist ein Hinweis auf eine Sensibilisierung, kein Nachweis einer Allergie.

Du bestellst das Testkit online und entnimmst zu Hause per Fingerpieks selbst eine Probe Kapillarblut. Die Probe geht in der beiliegenden Rücksendetasche zurück. Im Kit liegen Lanzette und Probenröhrchen. Alkoholtupfer und Pflaster gehören ebenfalls dazu, außerdem eine Anleitung. Ausgewertet wird in einem Fachlabor in Deutschland, den Auswertungsbericht erhältst du als PDF im Kundenportal.

Der AllergoCheck dient der Vorbereitung auf das Arztgespräch. Mit dem Bericht lässt sich in der Praxis gezielter besprechen, welche Gruppe auffällt und ob das zur eigenen Vorgeschichte passt. Für dieses Gespräch zählt neben dem Bericht die Vorgeschichte. Hilfreich ist eine Notiz, was du vor den Beschwerden gegessen hast und wie viel Zeit bis zu den ersten Zeichen verging.

AllergoCheck Nahrungsmittel- und Allergietest von mybody®x

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Bluttest, kein Hauttest: Er misst IgE gegen 54 Allergene aus den Gruppen Pollen und Hausstaub; hinzu kommen Tierhaare und Nahrungsmittel. Ein IgE-Wert zeigt eine Sensibilisierung, keine Diagnose. Der Test gibt einen Hinweis zur Vorbereitung auf das Arztgespräch und ersetzt keine ärztliche Abklärung.

Preis 129,00 € Stand 07.10.2026, Änderungen möglich
Probenart Kapillarblut per Fingerpieks, zu Hause selbst entnommen
Bearbeitungszeit Kit-Versand 1–3 Werktage
Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
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Grenzen: Was Studien und Test zur Erdnussallergie nicht leisten

Die Leitlinien in diesem Beitrag haben den Stand 2021, die Studien beschreiben eng umrissene Gruppen. Der Bluttest zeigt eine Sensibilisierung, keine Allergie.

Die S2k-Leitlinie zur Anaphylaxie wurde 2021 fertiggestellt, eine Überprüfung war für 2025 geplant (DGAKI u. a., 2021). Beide Leitlinien richten sich an Ärztinnen und Ärzte, nicht an Laien; die Wiedergabe hier überträgt sie in Alltagssprache.

Die Angaben zur biphasischen Reaktion stammen aus einer Metaanalyse von Beobachtungsstudien mit Daten bis Januar 2014 (Lee u. a., 2015). Die Auswertung bezog sich auf Anaphylaxien insgesamt, nicht auf Erdnuss allein.

Die etwa 21,5 Prozent aus der Verlaufsstudie gelten für eine ausgewählte Gruppe von Kindern und Jugendlichen und stammen aus dem Jahr 2001 (Skolnick u. a., 2001).

Die Zahlen aus Befragung und Nachweis beziehen sich auf Nahrungsmittelallergien insgesamt, die 3,7 Prozent zudem nur auf Erwachsene (Allergieinformationsdienst, 2023).

MedlinePlus (2024) ist ein US-amerikanisches Laienlexikon. Die Notrufnummer dort gilt in den USA, in Deutschland ist es die 112 (DGAKI u. a., 2021).

Der AllergoCheck zeigt eine Sensibilisierung gegen Allergene aus den gemessenen Gruppen. Er stellt keine Diagnose und ersetzt keinen Provokationstest.

Erdnussallergie: Warum Abklingen keine Entwarnung ist

Eine Erdnussallergie meldet sich schnell, doch das Ende der ersten Beschwerden ist nicht in jedem Fall das Ende der Reaktion. Wer die Schweregrade kennt, ordnet Heiserkeit oder Atemnot nach dem Essen als ernst ein und greift ohne Zögern zum Telefon. Ob die Allergie bleibt, entscheidet kein Kalender, sondern die ärztliche Abklärung. Ein Bluttest kann das Gespräch dort vorbereiten, die Antwort gibt er nicht.

Häufige Fragen

Kann eine Erdnussallergie nach Stunden zurückkommen?

Ja, die Beschwerden können zurückkehren, auch ohne erneuten Kontakt mit Erdnuss (Lee u. a., 2015). Die S2k-Leitlinie zur Anaphylaxie (DGAKI u. a., 2021) beschreibt in fünf bis 20 Prozent der Fälle nach erfolgreicher Therapie eine erneute Symptomatik, meist nach sechs bis 24 Stunden. In der Metaanalyse lag die Spanne bis zur zweiten Phase zwischen 0,2 und 72 Stunden (Lee u. a., 2015). Eine ruhige Phase nach der ersten Welle ist deshalb noch keine Entwarnung.

Verwächst sich eine Erdnussallergie bei Kindern?

Bei einem Teil der Kinder ja. In einer Studie mit 223 Kindern und Jugendlichen zwischen 4 und 20 Jahren vertrugen 48 Erdnuss im Provokationstest wieder, das sind etwa 21,5 Prozent (Skolnick u. a., 2001). Gleichzeitig hält die Leitlinie zu Nahrungsmittelallergien fest, dass Erdnussallergien häufiger lebenslang bestehen bleiben (DGAKI u. a., 2021). Ob das eigene Kind Erdnuss inzwischen verträgt, klärt die ärztliche Praxis und nicht ein Versuch am Esstisch.

Reichen Spuren von Erdnuss für eine Reaktion?

Das kann passieren. Laut Allergieinformationsdienst (2023) reagieren Erdnussallergiker oft schon auf kleinste Mengen. Schwere Reaktionen setzen laut Allergieinformationsdienst (2023) bei vielen allerdings erst nach einer vergleichsweise hohen Menge ein, die sich gut meiden lässt. Wie viel jemand verträgt, ist eine Frage für die behandelnde Praxis. Dort lässt sich auch klären, wie mit gemeinsamen Vorräten umzugehen ist.

Muss Erdnuss auf der Verpackung stehen?

Ja, sobald Erdnuss als Zutat verwendet wird. Nach der Lebensmittel-Informationsverordnung müssen in der EU laut BfR (2024) die 14 häufigsten Substanzen oder Produkte, die Allergien oder Unverträglichkeiten auslösen, auf Lebensmitteln gekennzeichnet werden, wenn sie als Zutat verwendet werden. Erdnüsse stehen auf dieser Liste, ebenso etwa Milch und Eier (BfR, 2024). Die Liste gibt das BfR (2024) wieder, sie ist nicht der Verordnungstext.

Wie schnell setzen die Symptome bei Erdnussallergie ein?

Im Median nach 55 Minuten: So lange vergeht bei Erdnussallergie laut S2k-Leitlinie zur Anaphylaxie (DGAKI u. a., 2021) die Zeit vom Verzehr bis zu den ersten Symptomen. Für Sofortreaktionen auf Nahrungsmittel allgemein nennt die Leitlinie zu Nahrungsmittelallergien meist zwei Stunden als Zeitfenster (DGAKI u. a., 2021). MedlinePlus (2024) weist darauf hin, dass Beschwerden manchmal später beginnen. Ein Abstand zwischen Mahlzeit und Beschwerden spricht deshalb nicht gegen eine Allergie.

Nächster Schritt

Erdnussallergie: das Arztgespräch vorbereiten

Der AllergoCheck misst IgE-Antikörper im Kapillarblut und gibt einen Hinweis auf eine Sensibilisierung. Die Diagnose bleibt Sache der ärztlichen Praxis.

AllergoCheck ansehen Nussallergie oder Unverträglichkeit? Wie sich Allergie und Unverträglichkeit bei Nüssen unterscheiden

Weiterlesen

Quellen

  1. DGAKI u. a.: Leitlinie zu Akuttherapie und Management der Anaphylaxie, Update 2021, Ring J. u. a. (Stand 2021) – register.awmf.org
  2. Journal of Allergy and Clinical Immunology: The natural history of peanut allergy, Skolnick H. S. u. a. (Stand 2001) – europepmc.org
  3. Journal of Allergy and Clinical Immunology: In Practice: Time of Onset and Predictors of Biphasic Anaphylactic Reactions, Lee S. u. a. (Stand 2015) – europepmc.org
  4. DGAKI u. a.: Update of the S2k guideline on the management of IgE-mediated food allergies, Worm M. u. a. (Stand 2021) – europepmc.org

Schweregrade, Zeit bis zu den ersten Symptomen, wiederkehrende Verläufe, Notruf und Notfallset stützen sich auf [1]. Der Anteil der Kinder, die Erdnuss im Provokationstest wieder vertrugen, stammt aus [2], der Zeitpunkt biphasischer Reaktionen aus [3]. Sofortreaktion und Faustregel zu Sensibilisierungen stützen sich auf [4]; dort steht auch, dass Erdnussallergien häufiger lebenslang bestehen (DGAKI u. a., 2021). Ergänzend zitiert sind MedlinePlus (2024), der Allergieinformationsdienst (2023), das IQWiG (2023) und das BfR (2024). Die Angaben zum AllergoCheck entsprechen dem Sortiment von mybody®x. Stand der Angaben: 07.10.2026.

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Nahrungsmittelallergie Anaphylaxie

Das mybody®x Redaktions- & Fachteam ordnet Leitlinien und Studien zu Gesundheitsthemen ein und nennt zu jeder Zahl Quelle und Jahr. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 07.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 07.10.2026

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