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Makronährstoffe einfach erklärt: Was Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate wirklich leisten

Das Wichtigste in Kürze

Makronährstoffe sind die drei energieliefernden Bestandteile der Nahrung: Eiweiß (Protein), Fett und Kohlenhydrate. Sie liefern Energie und Baustoffe. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) nennt für Erwachsene als Richtwerte 30 % der Gesamtenergie aus Fett, mehr als 50 % aus Kohlenhydraten und 0,8 g Protein je Kilogramm Körpergewicht und Tag.

Dieser Artikel erklärt jeden der drei Makronährstoffe einzeln, stellt sie entlang derselben Kriterien gegenüber und ordnet ein, warum es keine Makroverteilung gibt, die für alle Menschen richtig ist. Zu jeder Zahl stehen Institution und Jahr dabei. Außerdem räumt der Artikel mit drei hartnäckigen Behauptungen auf – dass Kohlenhydrate dick machen, dass Fett gemieden werden sollte und dass mehr Protein grundsätzlich besser ist.

Lies Kapitel 3 für die kompakte Gegenüberstellung der drei Makronährstoffe, Kapitel 7 für die Frage nach der richtigen Verteilung und Kapitel 8 für den Mythos-Check.

Das erwartet dich in diesem Artikel

Was sind Makronährstoffe – und welche gibt es?

Makronährstoffe sind die Nährstoffe, die der Körper in großen Mengen aufnimmt und aus denen er Energie gewinnt. Es sind genau drei: Eiweiß (Protein), Fett und Kohlenhydrate. Sie werden in Gramm gemessen, nicht in Milligramm oder Mikrogramm.

Die Vorsilbe „makro" beschreibt genau diesen Mengenunterschied. Mikronährstoffe – also Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente – braucht der Körper in sehr viel kleineren Mengen, und sie liefern keine Energie. Sie steuern Stoffwechselvorgänge, statt sie zu befeuern.

Die drei Makronährstoffe erfüllen dabei nicht dieselbe Aufgabe. Kohlenhydrate sind der bevorzugte Energieträger, Fett ist der dichteste Energieträger und gleichzeitig Lieferant essenzieller Fettsäuren, Eiweiß ist in erster Linie Baustoff für körpereigene Strukturen.

30 %

der Gesamtenergie als Richtwert für Fett bei Erwachsenen von 19 bis 65 Jahren

> 50 %

der Energiezufuhr sollte eine vollwertige Mischkost als Kohlenhydrate enthalten

0,8 g

Protein je Kilogramm Körpergewicht und Tag für Erwachsene von 19 bis 65 Jahren

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Fett und essenzielle Fettsäuren, Kohlenhydrate sowie Protein (Protein: Stand 2025)

Diese drei Zahlen sind Richtwerte für die Gesamternährung, keine Vorgaben für die einzelne Mahlzeit. Zwei davon beschreiben Anteile an der Energiezufuhr, der dritte ist ein absoluter Wert je Kilogramm Körpergewicht – die Größen sind also nicht direkt vergleichbar.

Was ist mit Ballaststoffen, Wasser und Alkohol?

Ballaststoffe sind eine Untergruppe der Kohlenhydrate. Sie werden im Dünndarm nicht oder kaum verdaut und tragen deshalb nur wenig zur Energieversorgung bei, sind für die Verdauung aber trotzdem bedeutsam.

Wasser zählt nicht zu den Makronährstoffen, weil es keine Energie liefert. Es ist lebensnotwendig, gehört aber in eine eigene Kategorie und taucht in Makro-Rechnungen deshalb nicht auf.

Alkohol ist der vierte Bestandteil der Nahrung, der Energie liefert. Er wird trotzdem nicht zu den Makronährstoffen gezählt, weil der Körper ihn nicht benötigt und keine Funktion für ihn hat – er wird vorrangig abgebaut, nicht verwertet.

Warum liefert der Körper Energie aus Makronährstoffen?

Der Körper verbraucht Energie rund um die Uhr – auch im Schlaf. Makronährstoffe sind die einzige Quelle, aus der er diese Energie beziehen kann. Wie viel davon täglich gebraucht wird, hängt vor allem von Körpergröße, Körperzusammensetzung und Bewegung ab.

Laut dem Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG, 2022) entfallen etwa 70 % des Kalorienbedarfs auf den Ruheumsatz, rund 20 % auf Bewegung und rund 10 % auf die Verarbeitung der Nahrung selbst. Der größte Teil der Energie fließt also in Vorgänge, die ohne bewusstes Zutun ablaufen.

Diesen dritten Block nennt die Fachsprache thermischen Effekt der Nahrung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) beziffert ihn in ihren FAQ zur Energiezufuhr (Stand 2025) auf ca. 10 % des Gesamtenergieverbrauchs. Genau in diesem Zehntel unterscheiden sich die drei Makronährstoffe deutlich voneinander.

Wie groß ist der Energiebedarf eines Erwachsenen?

Die Referenzwerte der DGE für die Energiezufuhr geben für Erwachsene von 25 bis unter 51 Jahren bei einem PAL-Wert von 1,4 / 1,6 / 1,8 folgende Richtwerte an: 2.300 / 2.700 / 3.000 kcal pro Tag für Männer und 1.800 / 2.100 / 2.400 kcal pro Tag für Frauen. Der PAL-Wert beschreibt dabei die körperliche Aktivität über den ganzen Tag.

Diese Spannweite ist der Grund, warum Prozentangaben bei Makronährstoffen sinnvoller sind als Gramm-Vorgaben. Dieselben 30 % Fett bedeuten bei 1.800 kcal etwas anderes als bei 3.000 kcal – nämlich 540 kcal gegenüber 900 kcal aus Fett.

Dieser Artikel bleibt bewusst bei Begriffen und Grundlagen. Wie der Körper Fett tatsächlich mobilisiert und verbrennt, erklärt Stoffwechsel und Fettverbrennung. Welche Methoden den Energieumsatz messbar beeinflussen und welche nur behauptet werden, bewertet Stoffwechsel natürlich anregen. Und wer wissen will, was der Unterschied zwischen DNA und Genen überhaupt ist, findet die Antwort in Unterschied zwischen DNA und Genen.

Wie unterscheiden sich Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate?

Die drei Makronährstoffe unterscheiden sich in vier Punkten, die für den Alltag zählen: in der Energiemenge beziehungsweise im Richtwert, in ihrer Hauptaufgabe im Körper, im thermischen Effekt bei der Verdauung und in den Lebensmitteln, die sie liefern.

Die folgende Übersicht stellt sie entlang genau dieser vier Kriterien gegenüber. Alle Angaben stammen aus den im Quellenverzeichnis genannten Fundstellen; Werte ohne belastbaren Beleg sind bewusst nicht aufgeführt.

Kriterium Eiweiß (Protein) Fett Kohlenhydrate
Energie je Gramm bzw. Richtwert Referenzwert 0,8 g je kg Körpergewicht und Tag für Erwachsene von 19 bis 65 Jahren (DGE, Stand 2025) Liefert je Gramm „mehr als das Doppelte an Energie wie die gleiche Menge Kohlenhydrate oder Protein“; Richtwert 30 % der Gesamtenergie (DGE) Richtwert: mehr als 50 % der Energiezufuhr in einer vollwertigen Mischkost (DGE)
Hauptaufgabe im Körper Baustoff für körpereigene Strukturen wie Muskulatur, Enzyme und Hormone Energieträger und Lieferant der essenziellen Fettsäuren Linolsäure und Alpha-Linolensäure (DGE) „Kohlenhydrate werden vom Körper bevorzugt zur Energiegewinnung herangezogen.“ (DGE)
Thermischer Effekt 20–30 % der zugeführten Energie (nach Tappy, 1996, zitiert bei Mustafa et al., 2024) 0–3 % der zugeführten Energie (nach Tappy, 1996, zitiert bei Mustafa et al., 2024) 5–10 % der zugeführten Energie (nach Tappy, 1996, zitiert bei Mustafa et al., 2024)
Gute Quellen „Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier sowie Hülsenfrüchte wie Soja, Linsen und Erbsen und Getreideprodukte“ (DGE) Lebensmittel mit hohem Anteil ungesättigter Fettsäuren, etwa pflanzliche Öle, Nüsse und fetter Seefisch „Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Kartoffeln“ (DGE)

Die Tabelle macht einen Punkt sichtbar, der in Diskussionen oft untergeht: Nur Fett und Kohlenhydrate werden von der DGE als Anteil an der Gesamtenergie geführt. Der Proteinreferenzwert hängt dagegen am Körpergewicht und nicht am Kalorienbedarf.

Zweiter Punkt: Der thermische Effekt unterscheidet sich zwischen den Makronährstoffen um ein Vielfaches – Protein liegt nach Tappy (1996), zitiert bei Mustafa et al. (2024), bei 20 bis 30 %, Fett bei 0 bis 3 %. Dieser Unterschied wirkt allerdings nur innerhalb der rund 10 % des Gesamtenergieverbrauchs, die laut DGE (Stand 2025) überhaupt auf die Nahrungsverarbeitung entfallen.

Was leistet Eiweiß im Körper?

Eiweiß ist der Baustoff des Körpers. Muskulatur, Enzyme, Hormone, Antikörper und Bindegewebe bestehen aus Proteinen, die der Körper laufend auf- und wieder abbaut. Energie liefert Protein zwar auch, aber das ist nicht seine eigentliche Rolle.

Proteine bestehen aus Aminosäuren. Einige davon kann der Körper selbst herstellen, andere nicht – diese müssen über die Nahrung zugeführt werden. Deshalb kommt es bei Eiweiß nicht nur auf die Menge an, sondern auch auf die Zusammensetzung.

Wie viel Protein empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung?

Laut DGE (Stand 2025) liegt der Referenzwert für Erwachsene von 19 bis 65 Jahren bei 0,8 g Protein je Kilogramm Körpergewicht und Tag. Das entspricht rechnerisch etwa 57 g pro Tag bei Männern und 48 g pro Tag bei Frauen.

Ab 65 Jahren steigt der Wert. Die DGE nennt für diese Altersgruppe einen Schätzwert von 1,0 g je Kilogramm Körpergewicht und Tag, entsprechend rund 67 g bei Männern und 57 g bei Frauen (DGE, Stand 2025).

Zu den Lieferanten schreibt die DGE wörtlich: „Gute Proteinlieferanten sind Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier sowie Hülsenfrüchte wie Soja, Linsen und Erbsen und Getreideprodukte." Eine ausreichende Proteinversorgung ist damit auch ohne tierische Lebensmittel möglich.

Brauchen Sportlerinnen und Sportler mehr Eiweiß?

Für Breitensportlerinnen und Breitensportler, die vier- bis fünfmal pro Woche 30 Minuten aktiv sind, reicht laut DGE (Stand 2025) „eine Zufuhr in Höhe der empfohlenen Zufuhr von 0,8 g Protein/kg Körpergewicht pro Tag". Der Referenzwert für Erwachsene deckt diesen Bedarf also bereits ab.

Anders sieht es bei ambitionierten und Leistungssportlerinnen und -sportlern ab etwa fünf Stunden Training pro Woche aus. Für sie nennt die DGE (Stand 2025) „eine flexibel angepasste Proteinversorgung mit ca. 1,2–2,0 g/kg Körpergewicht pro Tag" – und referiert dabei ausdrücklich die International Society of Sports Nutrition und das American College of Sports Medicine.

Kernaussage: Der DGE-Referenzwert für Protein liegt bei Erwachsenen von 19 bis 65 Jahren bei 0,8 g je Kilogramm Körpergewicht und Tag (DGE, Stand 2025). Die höhere Spanne von 1,2 bis 2,0 g/kg gilt nach den von der DGE referierten Fachgesellschaften erst ab etwa fünf Stunden Training pro Woche – nicht für alle, die Sport treiben.

Protein hat außerdem den höchsten thermischen Effekt der drei Makronährstoffe: 20 bis 30 % der zugeführten Energie gehen nach Tappy (1996), zitiert bei Mustafa et al. (2024), in die Verarbeitung. Bei Fett sind es 0 bis 3 %.

Dieser Unterschied wird häufig als Abnehm-Argument verwendet. Er wirkt jedoch nur innerhalb der rund 10 % des Gesamtenergieverbrauchs, die laut DGE (Stand 2025) auf die Nahrungsverarbeitung entfallen – ein Teil eines Zehntels, nicht mehr.

Wie viel Fett ist sinnvoll – und welches?

Fett ist der Makronährstoff mit der höchsten Energiedichte. Die DGE nennt als Richtwert für Erwachsene von 19 bis 65 Jahren 30 % der Gesamtenergie aus Fett. Damit ist Fett nach den Kohlenhydraten der zweitgrößte Energieblock einer vollwertigen Mischkost.

Warum dieser Richtwert niedriger liegt als der für Kohlenhydrate, erklärt die DGE mit der Energiedichte selbst.

„Nahrungsfett liefert mehr als das Doppelte an Energie wie die gleiche Menge Kohlenhydrate oder Protein.“

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE)
Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Fett, essenzielle Fettsäuren, 2000 (unverändert gültiger Richtwert)

Aus dieser höheren Energiedichte folgt eine praktische Konsequenz: Kleine Mengen Fett verändern die Energiebilanz stärker als kleine Mengen Kohlenhydrate oder Protein. Das ist der sachliche Kern hinter der Empfehlung, Fettmengen zu begrenzen.

Warum Fett nicht gleich Fett ist

Fett ist der einzige Makronährstoff, bei dem die DGE einzelne Bestandteile ausdrücklich als essenziell führt. Für Linolsäure (Omega-6) nennt sie einen Richtwert von 2,5 % der Energie, für Alpha-Linolensäure (Omega-3) einen Richtwert von 0,5 % der Energie.

Essenziell heißt: Der Körper kann diese Fettsäuren nicht selbst herstellen. Eine sehr fettarme Ernährung kann deshalb nicht nur Energie einsparen, sondern auch die Zufuhr dieser beiden Fettsäuren nach unten drücken.

Zur Qualität schreibt die DGE wörtlich: „Ungesättigte Fettsäuren haben vorwiegend positive Wirkungen auf den Körper wie z. B. Senkung des Cholesterolspiegels, Blutdruckregulation." Die Art des Fetts ist damit ebenso relevant wie die Menge.

Praktisch bedeutet das: Innerhalb des 30-Prozent-Rahmens lohnt sich die Frage, woher das Fett stammt. Pflanzliche Öle, Nüsse und fetter Seefisch liefern überwiegend ungesättigte Fettsäuren.

Wie viele Kohlenhydrate braucht der Körper wirklich?

Kohlenhydrate sind nach den Richtwerten der DGE nicht der Gegner einer gesunden Ernährung, sondern ihr größter Energieblock. Die DGE formuliert, „eine vollwertige Mischkost sollte begrenzte Fettmengen und mehr als 50 % der Energiezufuhr in Form von Kohlenhydraten enthalten".

Kohlenhydrate sind nach den Richtwerten der DGE nicht der Gegner einer gesunden Ernährung, sondern ihr größter Energieblock.

Der Grund für diesen hohen Anteil liegt in der Art, wie der Körper arbeitet. Die DGE schreibt wörtlich: „Kohlenhydrate werden vom Körper bevorzugt zur Energiegewinnung herangezogen." Sie sind damit der Standardbrennstoff, nicht die Reserve.

Entscheidend ist allerdings die Quelle. Die DGE nennt als empfehlenswerte Kohlenhydratlieferanten wörtlich „Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Kartoffeln". Diese Lebensmittel liefern neben Energie auch Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe.

Was der Richtwert von mehr als 50 % konkret bedeutet

Der Richtwert ist ein Anteil, kein Gramm-Wert. Bei einem Energiebedarf von 2.100 kcal pro Tag – dem DGE-Richtwert für Frauen von 25 bis unter 51 Jahren bei einem PAL von 1,6 – entspricht er also mehr als 1.050 kcal aus Kohlenhydraten.

Bei einem Mann derselben Altersgruppe mit einem PAL von 1,6 liegt der DGE-Richtwert bei 2.700 kcal pro Tag. Mehr als 50 % bedeuten dort mehr als 1.350 kcal aus Kohlenhydraten – bei identischem Prozentwert.

Der thermische Effekt von Kohlenhydraten liegt zwischen dem von Protein und dem von Fett: 5 bis 10 % der zugeführten Energie nach Tappy (1996), zitiert bei Mustafa et al. (2024). Für die Energiebilanz ist dieser Unterschied klein, für die Sättigung spielen Ballaststoffgehalt und Verarbeitungsgrad die größere Rolle.

Gibt es die eine richtige Makroverteilung?

Nein. Es gibt keine Makroverteilung, die für alle Menschen richtig ist – die Richtwerte der DGE sind eine Orientierung für die Bevölkerung, keine Rechenvorschrift für den Einzelfall.

Das zeigt sich schon an der Konstruktion der Werte. Fett und Kohlenhydrate werden als Anteil an der Energiezufuhr angegeben, Protein dagegen je Kilogramm Körpergewicht. Wer alle drei in ein einziges Prozent-Schema presst, verlässt die Datenlage.

Hinzu kommt, dass sich der Energiebedarf selbst stark unterscheidet. Zwischen 1.800 und 3.000 kcal pro Tag liegt nach den DGE-Referenzwerten für Erwachsene von 25 bis unter 51 Jahren allein die Spanne, die durch Geschlecht und Aktivität entsteht.

Wie du dich trotzdem sinnvoll orientieren kannst, zeigt die folgende Abfolge. Sie geht von der Gesamtenergie aus und verteilt erst danach die einzelnen Makronährstoffe.

SCHRITT 1

Energiebedarf einordnen

Die DGE-Richtwerte für 25 bis unter 51 Jahre liegen je nach PAL-Wert bei 2.300 bis 3.000 kcal (Männer) und 1.800 bis 2.400 kcal (Frauen) pro Tag.

SCHRITT 2

Protein am Gewicht ausrichten

Der DGE-Referenzwert beträgt 0,8 g je kg Körpergewicht und Tag für 19 bis 65 Jahre, ab 65 Jahren 1,0 g je kg (DGE, Stand 2025).

SCHRITT 3

Fettanteil begrenzen

Der DGE-Richtwert liegt bei 30 % der Gesamtenergie; Linolsäure sollte 2,5 % und Alpha-Linolensäure 0,5 % der Energie beisteuern.

SCHRITT 4

Kohlenhydrate auffüllen

Mehr als 50 % der Energiezufuhr, bevorzugt aus Vollkornprodukten, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchten und Kartoffeln (DGE).

Diese Reihenfolge hat einen sachlichen Grund: Der Proteinbedarf ist der einzige Wert, der nicht am Kalorienbedarf hängt. Er wird deshalb zuerst festgelegt, bevor sich Fett und Kohlenhydrate die restliche Energie teilen.

Wichtig bleibt die Einordnung: Richtwerte beschreiben eine Zielgröße für die durchschnittliche Zufuhr über längere Zeit. Ein einzelner Tag, an dem der Fettanteil höher oder der Kohlenhydratanteil niedriger liegt, ist keine Abweichung von medizinischer Bedeutung.

Ebenso wenig lässt sich aus den Richtwerten ableiten, welche Verteilung beim Abnehmen am besten funktioniert. Die DGE-Referenzwerte beschreiben eine bedarfsdeckende Ernährung – sie sind keine Diätvorgabe und nicht als solche entwickelt worden.

Kurz zusammengefasst

Eine für alle passende Makroverteilung gibt es nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt als Orientierung 30 % der Gesamtenergie aus Fett, mehr als 50 % aus Kohlenhydraten und 0,8 g Protein je Kilogramm Körpergewicht und Tag für Erwachsene von 19 bis 65 Jahren. Weil Fett und Kohlenhydrate als Energieanteil und Protein je Kilogramm Körpergewicht angegeben werden, lassen sich diese Werte nicht in ein einziges Prozent-Schema übersetzen. Sinnvoll ist deshalb: zuerst den Energiebedarf einordnen, dann das Protein am Körpergewicht ausrichten und erst danach Fett und Kohlenhydrate verteilen.

Welche Mythen über Makronährstoffe halten sich hartnäckig?

Drei Behauptungen über Makronährstoffe tauchen besonders häufig auf. Alle drei lassen sich an den veröffentlichten Referenzwerten der Deutschen Gesellschaft für Ernährung prüfen – und alle drei halten dieser Prüfung nicht stand.

MYTHOS

„Kohlenhydrate machen dick.“

FAKT

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung führt Kohlenhydrate als größten Energieblock einer vollwertigen Mischkost: Sie sollte „mehr als 50 % der Energiezufuhr in Form von Kohlenhydraten enthalten“ (DGE, Referenzwerte Kohlenhydrate). Empfohlen werden dabei ausdrücklich „Vollkornprodukte, Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Kartoffeln“.

Der Denkfehler hinter diesem Mythos liegt in der Verwechslung von Nährstoff und Lebensmittel. Ein Vollkornbrot und ein Softdrink liefern beide Kohlenhydrate, unterscheiden sich in Ballaststoffgehalt, Sättigung und Energiedichte aber grundlegend.

MYTHOS

„Fett macht fett – je weniger, desto besser.“

FAKT

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt für Erwachsene einen Richtwert von 30 % der Gesamtenergie aus Fett und schreibt zur Qualität: „Ungesättigte Fettsäuren haben vorwiegend positive Wirkungen auf den Körper wie z. B. Senkung des Cholesterolspiegels, Blutdruckregulation“ (DGE, Referenzwerte Fett, essenzielle Fettsäuren).

Hinzu kommt die Essenzialität. Linolsäure soll laut DGE 2,5 % und Alpha-Linolensäure 0,5 % der Energie liefern – beides Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann.

MYTHOS

„Viel Protein ist immer besser.“

FAKT

Der Referenzwert der Deutschen Gesellschaft für Ernährung liegt bei 0,8 g je kg Körpergewicht und Tag für Erwachsene von 19 bis 65 Jahren, ab 65 Jahren bei 1,0 g je kg (DGE, Stand 2025). Die Spanne von 1,2–2,0 g/kg nennt die DGE erst für ambitionierte und Leistungssportler ab etwa fünf Stunden Training pro Woche, referiert nach International Society of Sports Nutrition und American College of Sports Medicine.

Für Breitensportlerinnen und Breitensportler reicht laut DGE (Stand 2025) ausdrücklich „eine Zufuhr in Höhe der empfohlenen Zufuhr von 0,8 g Protein/kg Körpergewicht pro Tag". Mehr Protein ist damit nicht automatisch ein Vorteil, sondern zunächst nur mehr Protein.

So kann mybody® bei der Ernährungsstrategie helfen

Die Richtwerte der DGE gelten für die Bevölkerung. Wer wissen möchte, welche genetischen Veranlagungen im eigenen Stoffwechsel angelegt sind, kann eine DNA-Analyse als zusätzliche Informationsebene nutzen – als Ergänzung zu den Referenzwerten, nicht als Ersatz.

mybody® (MYBODY Lab GmbH) bietet dafür einen DNA-Test auf Basis einer Speichelprobe an. Die Analyse erfolgt in einem ISO-zertifizierten Labor, die Informationssicherheit ist nach ISO 27001 zertifiziert und die Datenverarbeitung DSGVO-konform.

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Der NutriCare | INFINITY DNA-Test wertet über 140 Genvariationen aus einer Speichelprobe aus und liefert 54 Analyseberichte in 8 Kapiteln auf rund 200 Seiten. Zu den Kapiteln gehören unter anderem Ernährungs- und Abnehmstrategie, Stoffwechseltyp, Wohlfühlstrategie und Sporttyp sowie eine Lebensmitteltabelle mit über 1.000 Lebensmitteln.

Der Test zeigt Veranlagungen, die sich im Leben nicht ändern. Er stellt keine Diagnose, misst keinen aktuellen Nährstoffstatus und gibt keine Makroverteilung vor, die für alle gilt. Die Referenzwerte der DGE gelten unabhängig vom Testergebnis.

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Belegbar ist der Produktbezug im Kapitel „Stoffwechseltyp" für vier Berichte zu Stoffwechselfunktions-Merkmalen: Alkoholstoffwechsel, Koffeinstoffwechsel, Laktosestoffwechsel und Gluten-Intoleranz. Diese vier Themen betreffen die Verarbeitung einzelner Nahrungsbestandteile – nicht die Frage, wie viel Fett, Eiweiß oder Kohlenhydrate du essen solltest.

Einordnung: Was ein DNA-Test kann – und was nicht

Ein DNA-Test beantwortet eine andere Frage als „Wie viel Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate soll ich essen?". Er zeigt genetische Veranlagungen. Er misst weder den aktuellen Nährstoffstatus noch den Energieumsatz und stellt keine Diagnose.

Die Veranlagung ändert sich außerdem nicht. Ein DNA-Ergebnis ist deshalb einmalig gültig – im Unterschied zu Blutwerten, die den aktuellen Zustand abbilden und sich mit Ernährung, Jahreszeit und Lebenssituation verschieben.

Ebenso wenig ersetzt eine genetische Auswertung die Referenzwerte der Fachgesellschaften. Die DGE-Richtwerte von 30 % der Gesamtenergie aus Fett, mehr als 50 % aus Kohlenhydraten und 0,8 g Protein je Kilogramm Körpergewicht und Tag gelten unabhängig davon, was ein Testbericht ausweist.

Vier Prüffragen für jede Makronährstoff-Empfehlung

  • Steht eine Institution mit Jahr dabei? – Ohne Herkunftsangabe lässt sich ein Richtwert weder einordnen noch überprüfen.
  • Ist der Wert ein Anteil oder ein Absolutwert? – Fett und Kohlenhydrate werden als Energieanteil geführt, Protein je Kilogramm Körpergewicht.
  • Für welche Gruppe gilt die Angabe? – Die Proteinspanne von 1,2 bis 2,0 g/kg gilt laut DGE erst ab etwa fünf Stunden Training pro Woche.
  • Wird ein Ergebnis als Diagnose verkauft? – Weder ein DNA-Test noch ein Selbsttest stellt eine Diagnose; auffällige Befunde gehören ärztlich eingeordnet.

Und schließlich gilt: Kein Test ersetzt die Grundlagen. Wer die Energiezufuhr dauerhaft deutlich über oder unter dem Bedarf hält, ändert daran nichts durch eine Speichelprobe – unabhängig davon, welche Veranlagungen der Bericht ausweist.

Fazit

Makronährstoffe sind Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate – die drei Bestandteile der Nahrung, aus denen der Körper Energie gewinnt und mit denen er baut. Alkohol liefert zwar ebenfalls Energie, gehört aber nicht dazu, weil der Körper ihn nicht benötigt.

Die belegten Orientierungswerte sind überschaubar: 30 % der Gesamtenergie aus Fett, mehr als 50 % aus Kohlenhydraten und 0,8 g Protein je Kilogramm Körpergewicht und Tag für Erwachsene von 19 bis 65 Jahren, ab 65 Jahren 1,0 g je Kilogramm (DGE, Stand 2025).

Ebenso klar ist die Grenze dieser Werte. Sie beschreiben eine bedarfsdeckende Ernährung für die Bevölkerung und sind keine individuelle Rechenvorschrift – schon deshalb nicht, weil Fett und Kohlenhydrate als Energieanteil und Protein je Kilogramm Körpergewicht angegeben werden.

Konkret heißt das für deinen Alltag: Ordne zuerst deinen Energiebedarf ein, richte das Protein an deinem Körpergewicht aus, halte den Fettanteil im Bereich des Richtwerts und achte bei Kohlenhydraten stärker auf die Quelle als auf die Menge.

Wenn du zusätzlich wissen möchtest, welche Veranlagungen in deinem Erbgut angelegt sind, ist eine DNA-Analyse ein möglicher nächster Schritt – mit der klaren Erwartung, dass sie Veranlagungen zeigt und keine Makroverteilung vorgibt.

Häufige Fragen zu Makronährstoffen

Was sind Makronährstoffe einfach erklärt?
Welche Makroverteilung empfiehlt die DGE?
Machen Kohlenhydrate dick?
Wie viel Eiweiß brauche ich pro Tag?
Brauchen Sportlerinnen und Sportler mehr Protein?
Warum liefert Fett mehr Energie als Eiweiß und Kohlenhydrate?
Zählt Alkohol zu den Makronährstoffen?
Kann ein DNA-Test meine ideale Makroverteilung bestimmen?

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Stoffwechsel und Fettverbrennung
Die Biologie dahinter: wie der Körper Fett speichert, mobilisiert und verbrennt.

Stoffwechsel natürlich anregen: Was wirkt – und was nur behauptet wird
Methodenbewertung und Mythen: welche Hebel den Energieumsatz belegbar verändern.

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Fett, essenzielle Fettsäuren
  2. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Kohlenhydrate
  3. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr – Protein (Stand 2025)
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Referenzwerte für die Energiezufuhr
  5. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): FAQ Energiezufuhr (Stand 2025)
  6. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Ursachen für Adipositas (2022)

Der Richtwert von 30 % der Gesamtenergie aus Fett, die Angaben zu Linolsäure und Alpha-Linolensäure sowie das wörtliche Institutszitat stützen sich auf [1]. Der Kohlenhydrat-Richtwert von mehr als 50 % der Energiezufuhr und die genannten Kohlenhydratlieferanten stammen aus [2], die Proteinreferenzwerte einschließlich der Sportler-Spanne aus [3]. Die Richtwerte zur Energiezufuhr und die PAL-Werte stammen aus [4], die Angabe zum thermischen Effekt der Nahrung von ca. 10 % aus [5], die Aufteilung in Ruheumsatz, Leistungsumsatz und Nahrungsverarbeitung aus [6]. Die makronährstoffspezifischen Werte zum thermischen Effekt sind im Text direkt an der betreffenden Stelle als „nach Tappy (1996), zitiert bei Mustafa et al. (2024)“ ausgewiesen; alle weiteren im Text genannten Studien sind ebenfalls jeweils an Ort und Stelle mit Autorenschaft und Jahr attribuiert und darüber auffindbar. Alle Produktangaben zu mybody® (MYBODY Lab GmbH) stammen von den offiziellen Produktseiten unter mybody-x.com, Stand 28. Juli 2026.

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mybody® Redaktions- & Fachteam

Makronährstoffe Ernährungswissenschaft Energiestoffwechsel Nutrigenetik Labordiagnostik

Dieser Beitrag wurde vom mybody® Redaktions- und Fachteam der MYBODY Lab GmbH erstellt und fachlich geprüft. Das Team vereint Fachwissen aus Ernährungswissenschaft, Labordiagnostik, Blutanalyse-Interpretation, Mikrobiom-Forschung und Nutrigenetik. Mehr über die Personen dahinter erfährst du auf der Autorenseite von mybody®.

Veröffentlicht am 28. Juli 2026 · Zuletzt aktualisiert am 28. Juli 2026

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt weder eine ärztliche Beratung noch eine Diagnose oder Behandlung. DNA-Tests und Selbsttests liefern Hinweise, keine Diagnosen. Bei ungewolltem Gewichtsverlust, anhaltender Erschöpfung oder anderen unklaren Beschwerden wende dich bitte an eine Ärztin oder einen Arzt. Wenn du Medikamente einnimmst, schwanger bist oder stillst, besprich deutliche Ernährungsumstellungen vorab ärztlich.

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