Hauttypen: Welcher Hauttyp bin ich, und was die Gene dazu beitragen
28. Oktober 2026ca. 17 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
„Hauttyp“ meint zweierlei: die Einteilung der Gesichtshaut nach ihrem Talg und die sechs Lichttypen nach Fitzpatrick, mit denen das Bundesamt für Strahlenschutz (2026) die Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung beschreibt. Deinen Talg-Typ ordnest du durch Beobachten ein, den Lichttyp grob per Fragebogen oder genauer in der hautärztlichen Praxis. Gene wirken bei Hautfarbe und Bräunung mit, doch die Anlage ist keine Festlegung.
Für die Talg-Typen gibt es laut Youn u. a. (2005) bisher kein anerkanntes Messverfahren, die Zuordnung beruht auf eigener Einschätzung.
Im Gesicht schwankt der Talg nach Zone und Jahreszeit, im Sommer war er am höchsten (Youn u. a., 2005).
Bei eineiigen Zwillingen wirkte der Zwilling älter, der länger geraucht hatte (Guyuron u. a., 2009).
In diesem Artikel
Was ist ein Hauttyp, und warum meint er zweierlei?
Ein Hauttyp ist eine grobe Einordnung der Haut, und hinter dem Wort stehen zwei verschiedene Systeme. Das eine sortiert die Gesichtshaut nach ihrem Talg, das andere nach ihrer Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung.
Wer neue Pflege sucht, trifft auf die erste Bedeutung. Gemeint ist der Talg, also das Fett, das die Talgdrüsen an die Hautoberfläche abgeben. Nach ihm wird die Gesichtshaut in vier gebräuchliche Typen eingeteilt, laut Youn u. a. (2005) bisher nach eigener Einschätzung und ohne anerkanntes Messverfahren. Die Einteilung ist ein Werkzeug für die Auswahl von Pflege, kein Laborwert.
Wer beim Sonnenschutz auf das Wort stößt, trifft die zweite Bedeutung. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) unterscheidet je nach UV-Empfindlichkeit sechs Hauttypen und stützt sich dabei auf die Klassifikation des amerikanischen Hautarztes Thomas Fitzpatrick von 1975 (BfS, 2026). Diese Lichttypen beschreiben, wie leicht die Haut in der Sonne bräunt und wie schnell sie einen Sonnenbrand bekommt.
Hauttyp in Zahlen
6
Lichttypen nach Fitzpatrick unterscheidet das BfS (2026) je nach UV-Empfindlichkeit der Haut.
29,4 %
von 48.630 untersuchten Erwerbstätigen in Deutschland stuften Hautärzte als trockenhäutig ein (Augustin u. a., 2019).
72 %
der Unterschiede im feinen Muster der Hautoberfläche 16-Jähriger erklärten Gene in einer Zwillingsstudie (Shekar u. a., 2005).
Quellen: BfS (2026) · Augustin u. a. (2019) · Shekar u. a. (2005)
Jede dieser Zahlen beantwortet eine andere Frage, und keine sagt dir, welcher Hauttyp du bist. Die 72 Prozent aus der Zwillingsstudie beschreiben die Streuung in einer Stichprobe Jugendlicher, keine Aussage über einzelne Menschen (Shekar u. a., 2005).
Beide Systeme arbeiten mit groben Kategorien. Das BfS (2026) nennt seine Einteilung selbst „relativ grob“, und bei den Talg-Typen beruht die Zuordnung auf Selbsteinschätzung (Youn u. a., 2005). Wer sich zwischen zwei Typen wiederfindet, liegt also nicht falsch. Für den Alltag ist das die realistischere Ausgangslage als eine feste Schublade.
Welche Hauttypen gibt es nach dem Talg?
Gebräuchlich sind vier Talg-Hauttypen, laut Youn u. a. (2005) bisher nach eigener Einschätzung eingeteilt. Empfindliche Haut gehört nicht dazu, sie ist nach Misery u. a. (2017) ein Beschwerdebild, also über unangenehme Empfindungen der Haut beschrieben, nicht über ihren Talg.
Die Tabelle am Ende des Kapitels zeigt die vier Typen mit dem, was die Quellen jeweils dazu tragen. Die koreanische Messstudie von Youn u. a. (2005) hält fest, dass diese Typen bisher subjektiv eingeschätzt werden, und schlägt deshalb eine genauere Definition der Mischhaut vor.
Mischhaut heißt, dass sich die Zonen des Gesichts im Talg unterscheiden. Auf der Stirn fand das Team mehr Talg als auf den Wangen, ebenso auf Nase und Kinn (Youn u. a., 2005). Laut derselben Arbeit ist die Mischhaut der häufigste Typ, ihre Definition aber unschärfer als die der anderen (Youn u. a., 2005).
Trockene Haut als Hauttyp ist etwas anderes als trockene Haut als Zustand. Der Typ ist eine Einordnung, der Zustand hat Ursachen und kann mit Juckreiz einhergehen. Um diesen Zustand geht es im Beitrag über trockene, juckende Haut, hier bleibt der Blick beim Typ.
Empfindliche Haut ist kein fünfter Talg-Typ, sondern ein Beschwerdebild (Misery u. a., 2017). Ein internationales Expertenpapier beschreibt damit unangenehme Empfindungen wie Brennen oder Stechen auf Reize, die das normalerweise nicht auslösen, ohne dass eine Hauterkrankung sie erklärt (Misery u. a., 2017). Die Haut kann dabei normal aussehen oder gerötet sein, betroffen ist besonders das Gesicht. Das Papier beruht auf einem Expertenkonsens, also einer abgestimmten Einschätzung einer Fachgruppe, und ist damit eine Definition, keine Messung. Empfindlichkeit liegt quer zur Talg-Einteilung.
Talg-Hauttypen im Überblick
| Hauttyp | Merkmal laut Quelle |
|---|---|
| Fettig | Eingeordnet über die Talgmenge im Gesicht, bisher nach eigener Einschätzung (Youn u. a., 2005). |
| Normal | Teil derselben Einteilung, ein anerkanntes Messverfahren für die Zuordnung gibt es nicht (Youn u. a., 2005). |
| Trocken | Ebenfalls ein Talg-Typ, die Zuordnung beruht auf Selbsteinschätzung (Youn u. a., 2005). |
| Mischhaut | Am häufigsten, aber am unschärfsten definiert (Youn u. a., 2005). Die Stirn bildet mehr Talg als die Wangen. |
| Empfindlich | Kein Talg-Typ, sondern ein Beschwerdebild mit Brennen oder Stechen auf Reize, die das normalerweise nicht auslösen (Misery u. a., 2017). |
Quellen: Youn u. a. (2005), Messstudie aus Korea · Misery u. a. (2017), Expertenkonsens
Was sind die Hauttypen nach Fitzpatrick?
Die Hauttypen nach Fitzpatrick sind sechs Lichttypen, die das BfS (2026) nach der UV-Empfindlichkeit der Haut unterscheidet. Sie sagen etwas über Sonnenbrand und Bräunung, aber nichts über Talg.
Ein Lichttyp ist die Einordnung der Haut danach, wie sie auf UV-Strahlung reagiert. Das BfS (2026) nennt die Hauttypen I bis IV die europäischen Hauttypen, „da sie typisch für die europäische Bevölkerung sind“. Für diese vier beschreibt das Amt, wie die Haut bräunt und wie schnell sie verbrennt:
- Hauttyp I: „bräunt nie und bekommt sehr schnell einen Sonnenbrand“ (BfS, 2026).
- Hauttyp II: „bräunt kaum bis mäßig und bekommt oft einen Sonnenbrand“ (BfS, 2026).
- Hauttyp III: „bräunt schneller als Hauttyp II“ (BfS, 2026).
- Hauttyp IV: „bräunt schnell“ (BfS, 2026).
Die Liste zeigt eine Abstufung, keine scharfen Grenzen. Zwischen „bräunt kaum bis mäßig“ und „bräunt schneller als Hauttyp II“ liegt kein Messwert, sondern eine Beschreibung, die du mit deiner eigenen Erfahrung in der Sonne abgleichst (BfS, 2026). Genau darauf weist das Amt selbst hin.
Belegte Fundstelle
„Die Einteilung der Hauttypen ist relativ grob – die Übergänge sind fließend.“
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS)
„Die verschiedenen Hauttypen“, 2026
Für die Pflege hilft der Lichttyp nicht weiter. Er sagt nichts darüber, ob deine Stirn mehr Talg bildet als deine Wangen. Umgekehrt beschreibt die Mischhaut nicht, wie schnell du in der Sonne rot wirst. Wer bei Hauttyp an Sonnenschutz denkt, meint deshalb etwas anderes als jemand, der eine Creme für Mischhaut sucht.
Welcher Hauttyp bin ich, und wie finde ich es heraus?
Deinen Talg-Typ ordnest du ein, indem du deine Haut nach Gesichtszone und Jahreszeit beobachtest. Für den Lichttyp gibt der Fragebogen des BfS (2026) eine grobe Abschätzung, genauer wird es in der hautärztlichen Praxis.

Eine einzelne Momentaufnahme reicht für keine der beiden Bedeutungen. Der Talg unterscheidet sich im Gesicht nach Zone und Jahreszeit (Youn u. a., 2005), und beim Lichttyp sind die Übergänge fließend (BfS, 2026). Wer seinen Hauttyp einordnen will, braucht deshalb Geduld und einen ehrlichen Blick auf die eigene Haut.
Wie ordnest du deinen Talg-Hauttyp ein?
Beobachte, ob sich die Zonen deines Gesichts unterscheiden. In der Messstudie von Youn u. a. (2005) bildeten Stirn und Nase mehr Talg als die Wangen, das Kinn ebenfalls. Bemerkst du diesen Unterschied deutlich, passt das zur Mischhaut.
Achte auch auf die Jahreszeit. Der Sommer war in der Studie die Jahreszeit mit der höchsten Talgbildung (Youn u. a., 2005). Eine Einordnung, die du im Hochsommer triffst, kann im Winter deshalb anders ausfallen. Wer beide Jahreszeiten vergleicht, bevor er sich festlegt, ordnet genauer ein. Deine Einordnung bleibt damit eine Selbsteinschätzung, und genau so werden die Talg-Typen laut Youn u. a. (2005) bisher vergeben.
Wie genau ist der Hauttyp-Fragebogen des BfS?
Für die Lichttypen stellt das BfS (2026) einen Fragebogen mit 10 Fragen für die Hauttypen I bis IV bereit, bei dem die Punkte zusammengezählt und durch 10 geteilt werden. Das Amt ordnet das Ergebnis selbst ein: „Bedenken Sie dabei, dass es sich nur um eine sehr grobe Abschätzung handelt, die nicht unbedingt Ihre tatsächliche Hautempfindlichkeit gegenüber UV-Strahlung widerspiegelt.“
Die Empfehlung des Amts ist eindeutig: „Der Hauttyp sollte durch eine Dermatologin oder einen Dermatologen bestimmt werden.“ (BfS, 2026) Der Fragebogen ist also ein Einstieg, die hautärztliche Praxis die Stelle für eine belastbare Einordnung. Das gilt besonders, wenn du unsicher bist, ob du eher Typ II oder Typ III bist.
Was tragen die Gene zum Hauttyp bei?
Gene wirken bei Hautfarbe und Bräunung mit, also bei der Lichttyp-Bedeutung von Hauttyp. Bei gleichen Genen wirkte in einer Studie mit 186 eineiigen Zwillingspaaren der Zwilling älter, der länger geraucht hatte (Guyuron u. a., 2009).
Welche Rolle spielt das Gen MC1R für den Hauttyp?
Die Farbe der Haut kommt von Melanin, dem Farbstoff, den Pigmentzellen bilden. Es gibt ihn in zwei Formen: Eumelanin und Phäomelanin. Ihr Verhältnis prägt Haut- und Haarfarbe mit. Wer mehr Eumelanin bildet, hat eher dunkle Haut, die leicht bräunt. Wer mehr Phäomelanin bildet, hat eher helle Haut mit Sommersprossen, die schlecht bräunt (sinngemäß nach MedlinePlus Genetics, 2018).
Welche der beiden Formen die Pigmentzellen bilden, steuert der Melanocortin-1-Rezeptor, ein Empfänger für Botenstoffe auf diesen Zellen, dessen Bauplan im Gen MC1R liegt (sinngemäß nach MedlinePlus Genetics, 2018). Verbreitete Varianten dieses Gens, also kleine Unterschiede im Erbgut von Mensch zu Mensch, hängen mit normalen Unterschieden in Haut- und Haarfarbe zusammen (sinngemäß nach MedlinePlus Genetics, 2018). Einzelne Varianten kommen gehäuft bei Menschen mit heller Haut und erhöhter Sonnenempfindlichkeit vor (sinngemäß nach MedlinePlus Genetics, 2018).
Das betrifft die Lichttyp-Bedeutung von Hauttyp, nicht die Frage, ob deine Haut fettig oder trocken ist. MedlinePlus Genetics (2018) betont außerdem, dass auch andere Gene zur Haar- und Hautfarbe beitragen. Ein einzelnes Gen legt deine Haut also nicht fest.
Was zeigen Zwillingsstudien über Gene und Hauttyp?
Eineiige Zwillinge haben dieselben Gene, deshalb zeigen Unterschiede zwischen ihnen, was die Umwelt ausmacht. In einer Zwillingsstudie aus Australien mit 332 eineiigen und 488 zweieiigen Paaren erklärten Gene bei 12-Jährigen 86 Prozent der Unterschiede im feinen Muster der Hautoberfläche, bei 16-Jährigen noch 72 Prozent (Shekar u. a., 2005). Die selbst angegebene Sonnenbelastung erklärte mit 14 Jahren nur 3,4 Prozent, und mehr Melanin schien die Haut zu schützen (Shekar u. a., 2005).
Zwei Dinge gehören zu diesen Zahlen. Gemessen wurde das Hautmuster Jugendlicher, nicht der Hauttyp fettig oder trocken (Shekar u. a., 2005). Und die Prozente beschreiben Anteile an der Streuung in der Stichprobe, keine Aussage über einen einzelnen Menschen.
Eine zweite Zwillingsstudie zeigt die andere Seite. Bei 186 eineiigen Zwillingspaaren, die auf einem Zwillingsfestival in Ohio Fragebögen ausfüllten und fotografiert wurden, wirkte der Zwilling älter, der länger geraucht hatte (Guyuron u. a., 2009). Mehr Sonne ging ebenfalls mit einem älteren Aussehen einher (Guyuron u. a., 2009). Dasselbe galt für fehlenden Sonnenschutz.
Bei gleichen Genen machte die Lebensweise also einen sichtbaren Unterschied. Die Anlage ist keine Festlegung.
Was verändert den Hauttyp im Lauf des Lebens?
Die Talgbildung ändert sich mit Jahreszeit und Alter, und mit den Jahren verändert sich auch das Gewebe der Haut. Täglicher Sonnenschutz ging in einer Studie aus Australien mit 24 Prozent weniger Hautalterung einher (Hughes u. a., 2013).
Wie verändert sich der Hauttyp mit Jahreszeit und Alter?
Im Sommer war die Talgbildung im Gesicht am höchsten, und Schwankungen zwischen den Jahreszeiten zeigten sich in verschiedenen Zonen des Gesichts (Youn u. a., 2005). Deine Haut kann sich also im Juli fettiger anfühlen als im Januar, ohne dass sich an deinem Typ etwas Grundsätzliches geändert hat.
Über das Leben verläuft die Talgbildung in Phasen. Unter dem Einfluss männlicher Hormone, der Androgene, steigt sie bis zum Ende der Jugend und bleibt danach lange ohne wesentliche Änderung (sinngemäß nach Pochi u. a., 1979). Bei Frauen nimmt sie nach den Wechseljahren allmählich ab (Pochi u. a., 1979). Als wahrscheinlichste Erklärung nennen die Autoren, dass der Körper im Alter weniger Androgene bildet. Eine Einordnung aus jungen Jahren muss deshalb nicht für immer gelten.
Was hat Hautalterung mit dem Hauttyp zu tun?
Mit den Jahren ändert sich mehr als der Talg. Gealterte Haut bildet weniger Kollagen, ein Eiweiß, das die Bindegewebszellen der Haut herstellen (Varani u. a., 2006). Der Befund stammt aus dem Labor, an Zellen und Gewebeschnitten, und sagt nichts über Gene oder Hauttyp. Wie sich Hautalterung im Gesicht zeigen kann, beschreibt der Beitrag über Falten unter den Augen.
Was du selbst beeinflussen kannst, zeigt eine randomisierte Studie, also eine, in der das Los die Teilnehmenden auf die Gruppen verteilte. In Australien nahmen 903 Erwachsene unter 55 Jahren teil, und nach 4,5 Jahren war die Hautalterung in der Gruppe mit täglichem Sonnenschutz um 24 Prozent geringer als in der Gruppe, die nach eigenem Ermessen eincremte (Hughes u. a., 2013). Die Studie lief in einer Region mit hoher UV-Belastung und lässt sich nicht ohne Weiteres auf Deutschland übertragen (Hughes u. a., 2013).
Kapitel auf einen Blick
Talg schwankt mit der Jahreszeit, im Sommer war er am höchsten (Youn u. a., 2005). Bei Frauen nimmt die Talgbildung nach den Wechseljahren allmählich ab (Pochi u. a., 1979). Gealterte Haut bildet weniger Kollagen, das zeigte ein Laborbefund an Zellen und Gewebeschnitten (Varani u. a., 2006). Täglicher Sonnenschutz ging in Australien mit 24 Prozent weniger Hautalterung einher (Hughes u. a., 2013).
Welche Annahmen zum Hauttyp halten nicht?
Zwei Annahmen halten den Belegen nicht stand: dass der Hauttyp fürs Leben feststeht und dass die Gene allein vorgeben, wie die Haut altert.
Beide haben einen wahren Kern. Die Talg-Typen gibt es als gebräuchliche Einteilung, und Gene wirken bei Hautfarbe und Bräunung mit. Schief wird es erst, wenn aus einer Momentaufnahme oder einer Anlage ein Schicksal wird.
Zwei Annahmen im Abgleich
Annahme
„Mein Hauttyp steht fest.“
Einordnung
Die Talgbildung ändert sich: Im Sommer war sie am höchsten (Youn u. a., 2005). Bei Frauen sinkt sie nach den Wechseljahren allmählich (Pochi u. a., 1979). Ein Hauttyp ist eine Momentaufnahme.
Annahme
„Die Gene bestimmen, wie meine Haut altert.“
Einordnung
Bei 186 eineiigen Zwillingspaaren, also gleichen Genen, wirkte der Zwilling älter, der länger geraucht hatte (Guyuron u. a., 2009). Täglicher Sonnenschutz ging in einer randomisierten Studie über 4,5 Jahre mit 24 Prozent weniger Hautalterung einher (Hughes u. a., 2013).
Für dich steckt darin ein Spielraum. Bei der Hautalterung ist Sonnenschutz ein Hebel, den du selbst bedienst, belegt in einer Studie unter hoher UV-Belastung (Hughes u. a., 2013).
Was sagt ein DNA-Test zum Hauttyp?
Ein DNA-Test beschreibt eine Veranlagung, den Talg auf deiner Haut misst er nicht. Welcher Hauttyp sich zeigt, hängt auch von Alter und Hormonen ab (Pochi u. a., 1979).
Hier geht es um die Frage, was ein DNA-Test zum Hauttyp sagen kann. Um Hautprobleme allgemein und um die Rolle eines Gentests dabei geht es im Beitrag Hautprobleme und DNA-Test im Überblick.
Ein DNA-Test zur Haut, wie ihn mybody®x (MYBODY Lab GmbH) anbietet, wertet Genvarianten aus einer Speichelprobe aus. Untersucht werden dabei SNPs, also einzelne vererbbare Abschnitte der DNA. Was sich daraus ablesen lässt, ist eine Anlage. Ob deine Stirn im Sommer mehr Talg bildet oder deine Talgbildung nach den Wechseljahren nachlässt, zeigt der Blick auf die Haut, nicht der Blick ins Erbgut (Youn u. a., 2005; Pochi u. a., 1979).
Aus dem mybody®x-Sortiment · DNA-Test
Anti-Aging | SKINCARE DNA-Test
Ordnet aus über 33 Genvariationen einer Speichelprobe ein, wie dein Feuchtigkeitshaushalt angelegt ist und wie empfindlich deine Haut auf Reize reagiert. Er beschreibt eine Veranlagung: Den Lichttyp nach Fitzpatrick gibt er nicht an, Talg misst er nicht.
Laborauswertung 15–25 Werktage nach Probeneingang
Laut Testbeschreibung ordnet der SKINCARE DNA-Test ein, „wie dein Feuchtigkeitshaushalt angelegt ist und wie empfindlich deine Haut auf Reize reagiert“. Dafür werden über 33 Genvariationen ausgewertet, und du bekommst 18 Analyseberichte in 4 Kapiteln auf 40 Seiten, unter anderem zu Hauttyp und Hautalterung (Stand 28.10.2026).
Genauso wichtig ist, was er nicht leistet. Den Lichttyp nach Fitzpatrick ordnet er nicht zu. Talg und Kollagen in der Haut misst er nicht. Geht es dir um Sonnenbrand und Bräunung, sind der Fragebogen des BfS und die hautärztliche Praxis der passendere Weg (BfS, 2026).
Der Test beschreibt eine Veranlagung. Für deinen Hauttyp zählen daneben Alter und Hormone (Pochi u. a., 1979). Dazu kommen die Jahreszeit (Youn u. a., 2005) und deine Pflege. Das Ergebnis ist ein Ausgangspunkt für deine Pflegeauswahl und für ein Gespräch in der hautärztlichen Praxis, eine ärztliche Abklärung ersetzt es nicht. Die Anlage ist keine Festlegung.
Wo liegen die Grenzen der Belege zum Hauttyp?
Jede Studie in diesem Artikel hat ihren eigenen Rahmen. Der DNA-Test beschreibt eine Veranlagung, keinen Zustand der Haut.
Die Arbeit zur Mischhaut ist eine Messstudie aus Korea, die Zahl der Teilnehmenden nennt ihr Abstract nicht (Youn u. a., 2005). Sie belegt die Einteilung in vier Talg-Typen als gebräuchlich, nicht als verbindliche Norm.
Die Zwillingsstudie mit den 72 Prozent maß das Hautmuster von 12- bis 16-Jährigen in Australien (Shekar u. a., 2005). Auf die Haut Erwachsener lässt sich das nicht ohne Weiteres übertragen.
Bei den Zwillingen aus Ohio wurde das Alter auf Fotos geschätzt, und die Angaben zu Rauchen und Sonne stammen aus Fragebögen (Guyuron u. a., 2009). Die Teilnehmenden kamen von einem Zwillingsfestival und bilden keine Zufallsstichprobe.
Die Arbeit zur Talgbildung im Alter stammt von 1979 und gibt einen älteren Forschungsstand wieder (Pochi u. a., 1979). Die Angaben zu MC1R haben den Stand 2018 (MedlinePlus Genetics, 2018). Die Sonnenschutz-Studie lief unter hoher UV-Belastung in Australien (Hughes u. a., 2013).
Der SKINCARE DNA-Test beschreibt eine Veranlagung. Er misst nicht, was deine Haut heute an Talg bildet, und ersetzt keinen Blick in der hautärztlichen Praxis.
Was heißt das für deinen Hauttyp im Alltag?
Dein Hauttyp ist kein Urteil über deine Haut, sondern eine Beschreibung für einen Zeitraum. Beobachte, wo und wann sie mehr Talg bildet, und lass den Lichttyp in der hautärztlichen Praxis einordnen, wenn dir der Fragebogen zu grob ist. Gene wirken mit, doch bei gleichen Genen hinterlassen Rauchen und Sonne sichtbare Spuren. Die Anlage ist keine Festlegung.
Häufige Fragen
Gibt es einen Hauttyp-Test für zu Hause?
Für den Lichttyp gibt es einen Fragebogen mit 10 Fragen für die Hauttypen I bis IV, den das BfS (2026) selbst eine „sehr grobe Abschätzung“ nennt. Für die Talg-Typen gibt es laut Youn u. a. (2005) kein anerkanntes Messverfahren, du ordnest dich also über Beobachtung selbst ein. Ein DNA-Test ist kein Talg-Test: Er beschreibt eine Anlage, nicht den Zustand deiner Haut heute. Für eine belastbare Einordnung des Lichttyps verweist das BfS (2026) auf die hautärztliche Praxis.
Kann sich der Hauttyp mit dem Alter ändern?
Ja, jedenfalls was den Talg angeht. Bei Frauen nimmt die Talgbildung nach den Wechseljahren allmählich ab und ändert sich ab dem siebten Lebensjahrzehnt nicht mehr wesentlich (Pochi u. a., 1979). Bei Männern blieb sie in derselben Arbeit bis etwa 80 Jahre nahezu gleich (Pochi u. a., 1979). Die Arbeit ist alt, sie zeigt aber, dass ein Talg-Typ aus jungen Jahren nicht für immer gelten muss. Dazu kommt, dass Talg auch mit der Jahreszeit schwankt (Youn u. a., 2005).
Ist Mischhaut ein eigener Hauttyp?
In der gebräuchlichen Einteilung ja, und laut Youn u. a. (2005) sogar der häufigste. Zugleich ist ihre Definition unschärfer als die der anderen Typen (Youn u. a., 2005). Die koreanische Messstudie fand im Gesicht deutliche Unterschiede nach Zone und Jahreszeit und schlug auf dieser Grundlage eine genauere Definition der Mischhaut vor. Wer an Stirn und Nase mehr Talg bemerkt als an den Wangen, beschreibt damit genau das Muster, auf das sich dieser Vorschlag stützt.
Was ist der Unterschied zwischen trockener und empfindlicher Haut?
Trockene Haut gehört zur Einteilung nach Talg, die laut Youn u. a. (2005) bisher auf Selbsteinschätzung beruht. Empfindliche Haut ist dagegen ein Beschwerdebild: unangenehme Empfindungen wie Brennen oder Juckreiz auf Reize, die normalerweise keine solchen Empfindungen auslösen, ohne dass eine Hauterkrankung sie erklärt (Misery u. a., 2017). Die Haut kann dabei normal aussehen oder gerötet sein. Halten solche Beschwerden an, ist die hautärztliche Praxis die richtige Anlaufstelle.
Welcher Hauttyp bekommt am schnellsten Sonnenbrand?
Hauttyp I. Er „bräunt nie und bekommt sehr schnell einen Sonnenbrand“, so das BfS (2026). Über Hauttyp II schreibt das BfS (2026), er „bräunt kaum bis mäßig und bekommt oft einen Sonnenbrand“. Einzelne Varianten des Gens MC1R kommen gehäuft bei Menschen mit heller Haut und erhöhter Sonnenempfindlichkeit vor (sinngemäß nach MedlinePlus Genetics, 2018). Die Übergänge zwischen den Typen sind fließend, und das BfS (2026) empfiehlt die Einordnung durch eine Dermatologin oder einen Dermatologen.
Nächster Schritt
Wie ist deine Haut angelegt?
Der SKINCARE DNA-Test beschreibt aus einer Speichelprobe, wie dein Feuchtigkeitshaushalt angelegt ist. Den Lichttyp ordnet er nicht zu, und Talg misst er nicht.
Zum SKINCARE DNA-Test Was ein DNA-Test zur Hautpflege beitragen kann Hautprobleme und Gene im ÜberblickWeiterlesen
Quellen
- Bundesamt für Strahlenschutz: Die verschiedenen Hauttypen (Stand 2026) – bfs.de
- Youn S. W. u. a.: Regional and seasonal variations in facial sebum secretions, Skin Research and Technology (2005) – europepmc.org
- Shekar S. N. u. a.: Genetic and environmental influences on skin pattern deterioration, Journal of Investigative Dermatology (2005) – europepmc.org
- Guyuron B. u. a.: Factors contributing to the facial aging of identical twins, Plastic and Reconstructive Surgery (2009) – europepmc.org
Die Lichttypen und der Fragebogen stützen sich auf [1], die Talg-Typen und die Mischhaut auf [2]. Die Zahlen zum Hautmuster Jugendlicher stammen aus [3], die Befunde zu Rauchen und Sonne bei eineiigen Zwillingen aus [4]. Zur trockenen Haut zitiert der Text Augustin u. a. (2019), zur empfindlichen Haut Misery u. a. (2017). Die Angaben zu MC1R folgen MedlinePlus Genetics (2018), die zur Talgbildung im Alter Pochi u. a. (1979). Zur Kollagenbildung ist Varani u. a. (2006) genannt, zum Sonnenschutz Hughes u. a. (2013). Die Angaben zum SKINCARE DNA-Test geben die Produktangaben von mybody®x mit Stand 28.10.2026 wieder.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Hauttypen Haut und Gene
Das mybody®x Redaktions- & Fachteam stützt diesen Beitrag auf Studien und auf Angaben des Bundesamts für Strahlenschutz. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.
Veröffentlicht am 28.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 28.10.2026
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.
Die DNA-Analyse dient der Ernährungs- und Lebensstilberatung. Sie ist kein diagnostisches Verfahren, stellt keine Krankheitsvorhersage dar und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Genetische Varianten beschreiben Wahrscheinlichkeiten in Bevölkerungsgruppen, keine Festlegung für einzelne Personen.
Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.






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Falten unter den Augen: Ursachen und was belegt ist