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Vitamin A für die Haut: was Retinol kann und was Ernährung beiträgt

29. September 2026ca. 17 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Für Lebensmittel ist die Angabe „Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Haut bei“ zugelassen (Verordnung (EU) Nr. 432/2012). Retinol, die zentrale Wirkform von Vitamin A (DGE, 2020), verbesserte als Lotion feine Fältchen, allerdings in einer Studie an 36 Menschen mit im Mittel 87 Jahren und am Arm, nicht im Gesicht (Kafi u. a., 2007).

Retinol reizt die Haut deutlich weniger als die Arzneistoffe Tretinoin und Tazaroten, reizfrei ist es damit nicht (Mukherjee u. a., 2006).

Frauen können über die normale Ernährung bereits 60 % der Vitamin-A-Menge aufnehmen, die als Obergrenze gilt, weshalb das BfR (2014) empfahl, Vitamin A in Kosmetik zu begrenzen.

Fertiges Vitamin A steckt nur in tierischen Lebensmitteln, pflanzliche liefern die Vorstufe Beta-Carotin (DGE, 2025).

In diesem Artikel

Was ist Vitamin A, und wozu braucht die Haut es?

Vitamin A ist laut DGE (2025) ein lebensnotwendiger (essenzieller), fettlöslicher Nährstoff. Für die Haut ist seine Rolle bei der Zelldifferenzierung zentral, also bei der Spezialisierung von Zellen für ihre Aufgabe im Gewebe.

Die DGE beschreibt Vitamin A als „von zentraler Bedeutung“ für die Zelldifferenzierung „und damit für die Entwicklung und Aufrechterhaltung der Funktion der meisten Gewebe wie Haut und Schleimhäute“ (DGE, 2025). Das ist eine Aufgabe im Körper. Was eine Creme mit Vitamin A an der Hautoberfläche bewirkt, sagt dieser Satz nicht.

Welche Formen von Vitamin A gibt es?

Die DGE unterscheidet fertiges, sogenanntes vorgebildetes Vitamin A aus tierischen Lebensmitteln und Provitamin A aus Pflanzen, also Vorstufen, die der Körper in Vitamin A umwandelt (DGE, 2025). Vitamin A umfasst dabei eine Gruppe von Verbindungen, deren zentrale Wirkform Retinol ist (DGE, 2020).

Zum vorgebildeten Vitamin A zählen Retinol und Retinylester, chemisch gebundene Formen des Retinols (DGE, 2025). Beide setzt auch die Kosmetik ein: In kosmetischen Mitteln wird Vitamin A als Retinol und Retinolester laut BfR (2014) „hauptsächlich dazu eingesetzt, kleine Fältchen zu mindern“. Unter den Vorstufen ist Beta-Carotin die bedeutendste, weil es laut DGE (2025) „eine hohe Umwandlungsrate in Retinol besitzt und auch mengenmäßig am meisten verzehrt wird“.

Damit tierische und pflanzliche Quellen vergleichbar werden, rechnet die DGE in Retinol-Aktivitätsäquivalenten (RAE), einer gemeinsamen Rechengröße: 1 µg RAE entspricht 1 µg Retinol oder 12 µg Beta-Carotin (DGE, 2020). Ältere Angaben nutzen Retinol-Äquivalente (RE), bei denen 1 µg RE schon 6 µg Beta-Carotin entspricht (DGE, 2020). Zufuhrwerte in RE lassen sich laut DGE (2025) nicht einfach in RAE umrechnen.

Als empfohlene Zufuhr nennt die DGE (2020) für Erwachsene von 19 bis unter 65 Jahren 700 µg RAE am Tag für Frauen und 850 µg RAE für Männer. Nach oben zieht die EFSA eine Grenze für vorgebildetes Vitamin A: Die tolerierbare Obergrenze (UL), also die Menge, die bei dauerhafter täglicher Zufuhr nicht überschritten werden sollte, liegt für Erwachsene bei 3.000 µg am Tag (EFSA, 2024).

Was Vitamin C für die Haut bedeutet, steht dort, im Beitrag Vitamin C für die Haut; hier geht es um Vitamin A, einmal als Retinol auf der Haut und einmal als Nährstoff auf dem Teller.

Vitamin A in drei Zahlen

700 / 850 µg

RAE am Tag empfiehlt die DGE (2020) Frauen und Männern von 19 bis unter 65 Jahren.

3.000 µg

vorgebildetes Vitamin A am Tag gelten als Obergrenze für Erwachsene (EFSA, 2024).

36

Menschen mit im Mittel 87 Jahren nahmen an der Retinol-Studie am Arm teil (Kafi u. a., 2007).

Quelle: DGE, 2020 · EFSA, 2024 · Kafi u. a., 2007

Was kann Retinol auf der Haut von außen bewirken?

In einer randomisierten Studie gingen feine Fältchen am Arm unter einer Retinol-Lotion deutlich stärker zurück als unter der wirkstofffreien Grundlage, bei 36 Menschen mit im Mittel 87 Jahren (Kafi u. a., 2007). Über diese Gruppe und diese Körperstelle hinaus reicht der Beleg nicht.

Der Einwand liegt nahe: Retinol wirkt doch bei allen. Belegt ist weniger. Entscheidend ist, wer in der Studie saß und wo das Retinol aufgetragen wurde.

Was hat die Retinol-Studie an der Haut gemessen?

Gemessen wurde die Veränderung feiner Fältchen auf einer Skala von 0 bis 9 nach 24 Wochen (Kafi u. a., 2007). Die Teilnehmenden lebten in zwei Senioreneinrichtungen und waren im Mittel 87 Jahre alt (Kafi u. a., 2007).

Die Studie war randomisiert und doppelblind. Das heißt: Der Zufall bestimmte, welcher Arm Retinol bekam, und weder die Teilnehmenden noch die Auswertenden wussten, welcher es war. Studienpersonal trug auf einem Arm eine Lotion mit 0,4 % Retinol auf, auf dem anderen dieselbe Grundlage ohne Wirkstoff, bis zu dreimal pro Woche über 24 Wochen (Kafi u. a., 2007). Die 0,4 % sind die Bedingung dieser Studie von 2007, keine Empfehlung für eine Konzentration.

Auf dem Retinol-Arm sank der Wert für feine Fältchen um 1,64 Punkte, auf dem Vergleichsarm um 0,08 Punkte (Kafi u. a., 2007). Die Autoren fanden zwischen beiden Armen einen statistisch deutlichen Unterschied.

Warum die Fältchen zurückgingen, ist nicht bewiesen. Die Autoren halten mehr Glykosaminoglykane, Moleküle, die viel Wasser binden, und eine gesteigerte Bildung von Kollagen, einem Strukturprotein der Haut, für „most likely“ verantwortlich, übersetzt „am ehesten“ (Kafi u. a., 2007). Gewebeproben dazu gab es nur in Untergruppen: bei 6 Personen für die Glykosaminoglykane und bei 4 Personen für Prokollagen I, eine Vorstufe des Kollagens (Kafi u. a., 2007).

Belegte Fundstelle

„Topical retinol improves fine wrinkles associated with natural aging.“

Übersetzt: „Auf die Haut aufgetragenes Retinol verbessert feine Fältchen, die mit der natürlichen Alterung einhergehen.“

Kafi R, Kwak HS, Schumacher WE u. a., Archives of Dermatology
Improvement of naturally aged skin with vitamin A (retinol), randomisierte Studie mit 36 Personen, 2007

Die Studie prüfte natürlich gealterte Haut; welche Einflüsse beim Altern der Haut sonst mitwirken, beschreibt der Beitrag zur Hautalterung. Um Vitamin D zum Auftragen geht es im Beitrag Vitamin D auf der Haut.

Für die Frage vor dem Badregal heißt das: Die Studie zeigt eine Wirkung an sehr alter Haut am Arm. Für das Gesicht einer Frau Mitte dreißig liefert sie kein eigenes Ergebnis.

Kann Retinol die Haut reizen, und wo liegen die Grenzen?

Ja, Retinol kann die Haut reizen, wenn auch deutlich weniger als die Arzneistoffe Tretinoin und Tazaroten (Mukherjee u. a., 2006). Deutlich weniger heißt nicht reizfrei.

Die Übersicht von Mukherjee u. a. (2006) fasst Studien zu Retinoiden zusammen. Retinoide sind natürliche und künstlich hergestellte Verbindungen der Vitamin-A-Gruppe; dazu zählen Retinol und Retinaldehyd, eine weitere Vitamin-A-Form, ebenso wie Tretinoin und Tazaroten (Mukherjee u. a., 2006). Tretinoin und Tazaroten sind Arzneistoffe und stehen hier nur, um den Unterschied zu Retinol in Kosmetik zu zeigen.

Die Übersicht trennt zwei Arten der Hautalterung. Die innere, chronologische Alterung gilt dort als unvermeidlich, die Lichtalterung ist eine vorzeitige Alterung der Haut durch UV-Strahlung, die sich über die Jahre summiert (Mukherjee u. a., 2006). Nach der Übersicht zeigten „many of them“, übersetzt viele der untersuchten Retinoide, Verbesserungen im Gewebe und im Hautbild; untersucht wurde aber meist lichtgealterte Haut (Mukherjee u. a., 2006). Kafi u. a. (2007) prüften dagegen natürlich gealterte Haut.

Als Reizreaktionen nennt die Übersicht Brennen und Schuppung. Auch eine Dermatitis, also eine Entzündung der Haut, gehört dazu, und solche Reaktionen begrenzen nach der Übersicht, wie gut Betroffene eine Behandlung mit Retinoiden annehmen (Mukherjee u. a., 2006). Ausgeprägter ist das Problem bei Tretinoin und Tazaroten; Retinaldehyd und Retinol sind „considerably less irritating“, übersetzt deutlich weniger reizend (Mukherjee u. a., 2006).

Deutlich weniger reizend ist ein Vergleich zwischen Wirkstoffen, keine Zusage für die eigene Haut. Lassen Brennen oder Schuppung nach einem Pflegeprodukt nicht nach, ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle.

Was trägt Vitamin A aus der Ernährung zur Haut bei?

Für Lebensmittel ist die Angabe „Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Haut bei“ zugelassen (Verordnung (EU) Nr. 432/2012). Sie ist eine Angabe über den Nährstoff in Lebensmitteln und gilt nicht für Cremes.

Getrocknete Aprikosen, eine halbe Mango und Karotten mit Grün auf einer dunklen Schieferplatte

Retinol kommt laut DGE (2020) nur in tierischen Lebensmitteln vor, vor allem in Leber und daraus hergestellten Wurstwaren; auch Fisch und Käse liefern es. Provitamin-A-Carotinoide, die Stoffgruppe, zu der Beta-Carotin gehört, stecken in pflanzlichen Lebensmitteln wie Paprika oder Kürbis, außerdem in Aprikosen und grünem Blattgemüse (DGE, 2020).

Wie weit die Gehalte auseinanderliegen, zeigt der Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), die Nährstoffdatenbank des Max Rubner-Instituts: 100 g rohe Rinderleber enthalten 19.702 µg RAE, 100 g gekochte Karotten 893 µg RAE (BLS 4.0, 2025). Bei Gemüse stammt der Wert allein aus Carotinoiden, denn Retinol ist in pflanzlichen Lebensmitteln laut BLS „logisch Null“ (BLS 4.0, 2025). Über die Wirkung auf die Haut sagt der BLS nichts, er nennt Gehalte.

Eine Beispielportion von 125 g roher Rinderleber enthält nach dem BLS 4.0 (2025) 24.538 µg Retinol, das sind 818 % der Obergrenze von 3.000 µg (EFSA, 2024). Die Obergrenze gilt aber für die dauerhafte tägliche Zufuhr, und eine Vergiftung durch übermäßigen Leberverzehr beschreibt die DGE (2025) als langfristiges Geschehen.

Eine ausreichende Versorgung ist laut DGE (2025) auch bei veganer Ernährung allein über Provitamin-A-Carotinoide möglich. Voraussetzung ist, dass Fettverdauung und Fettaufnahme ohne Einschränkung funktionieren und die Enzyme für die Umwandlung ausreichend aktiv sind (DGE, 2025). Für die Umwandlung nennt die DGE (2025) zudem eine ausreichende Schilddrüsenfunktion als entscheidend. Pro Mahlzeit reichen laut DGE (2025) 2,4 bis 5 g Fett aus, ungefähr ein Teelöffel Öl oder ein dünn bestrichenes Butterbrot.

Für die Haut gibt es dabei eine sichtbare Randnotiz: Eine Gelbfärbung der Haut durch eine Provitamin-A-reiche Ernährung ist laut DGE (2025) gesundheitlich unbedenklich. Weitere Lebensmittel mit ihren Gehalten stehen in der Vitamin-A-Lebensmittel-Tabelle.

Vitamin A in µg RAE (BLS 4.0, 2025)

Lebensmittel Vitamin A je 100 g (BLS 4.0, 2025) Vitamin A je Beispielportion (BLS 4.0, 2025)
Rinderleber, roh 19.702 µg 24.628 µg in 125 g
Feine Leberwurst 4.050 µg 810 µg in 20 g (ein Brot)
Hühnerei, gekocht 254 µg 152 µg in 60 g (ein Ei)
Gouda, 48 % Fett in der Trockenmasse 273 µg 82 µg in 30 g (eine Scheibe)
Karotte, gekocht 893 µg 1.340 µg in 150 g
Süßkartoffel, gebacken 759 µg 1.138 µg in 150 g
Grünkohl, gekocht 464 µg 928 µg in 200 g
Mango, roh 63 µg 94 µg in 150 g (halbe Frucht)

Quelle: Max Rubner-Institut, Bundeslebensmittelschlüssel (BLS 4.0, 2025). Die Beispielportionen sind eine Annahme der Redaktion, keine Verzehrempfehlung.

Wie viel Vitamin A ist zu viel für Körper und Haut?

Für Erwachsene liegt die tolerierbare Obergrenze bei 3.000 µg vorgebildetem Vitamin A am Tag (EFSA, 2024). Über natürlich in Lebensmitteln enthaltenes Vitamin A ist eine Überversorgung laut DGE (2025) „kaum möglich“, anders als bei unsachgemäß eingenommenen Präparaten oder übermäßigem Leberverzehr über lange Zeit.

Die Zeichen einer Vitamin-A-Vergiftung sind laut DGE (2025) unspezifisch, genannt werden unter anderem Übelkeit und Kopfschmerzen. Auch die Haut gehört dazu: Die DGE (2025) nennt trockene und gerötete Haut, das BfR (2014) bei chronisch hoher Aufnahme eine Schuppung der Haut. Beschrieben sind diese Hautzeichen für ein Zuviel durch Präparate oder Leber über lange Zeit (DGE, 2025).

Eine Verringerung der Knochenmineraldichte wird laut BfR (2014) im Zusammenhang mit hohen Aufnahmemengen diskutiert, die Datenlage dazu ist nach derselben Stellungnahme uneinheitlich.

Frauen mit Kinderwunsch und Schwangeren rät die EFSA (2024) von Leberprodukten ab. Sinngemäß nach der EFSA (2024) bleibt die Zufuhr in Europa wahrscheinlich unter der Obergrenze, wenn Leber und andere Innereien samt Produkten daraus höchstens einmal im Monat auf dem Teller landen.

Kosmetik kommt zur Nahrung hinzu, und genau hier setzt die Stellungnahme des BfR an. Frauen können über die normale Ernährung bereits 1,8 mg Retinol-Äquivalente aufnehmen, das entspricht 60 % der Obergrenze; über kosmetische Mittel könnten „im ungünstigsten Fall“ weitere 25 % hinzukommen (BfR, 2014).

Kernaussage

Für das BfR (2014) gehören Vitamin A aus dem Essen und Vitamin A aus der Kosmetik in dieselbe Rechnung.

Das BfR (2014) empfahl deshalb, die Konzentration von Vitamin A in Gesichts- und Handpflege zu beschränken und in Lippen- und Körperpflege auf Vitamin A zu verzichten. Betroffen sind nach dem Risikoprofil des BfR (2014) Frauen nach der Menopause, also nach den Wechseljahren. Die Stellungnahme ist eine Empfehlung von 2014 und selbst keine Rechtsvorschrift.

Welche Zeichen ein Zuviel machen kann, vertieft der Beitrag zur Vitamin-A-Überdosierung. Wer Vitamin-A-Präparate einnimmt und Beschwerden bemerkt, bespricht das zuerst in der Hausarztpraxis.

Welche Annahmen über Vitamin A und die Haut halten nicht?

Zwei Annahmen gehen über das hinaus, was die Quellen tragen: dass Retinol jede Haut glättet und dass mehr Vitamin A auf dem Teller die Haut strafft. Hinter beiden steht ein echtes Anliegen, der Wunsch nach glatterer Haut, und beide verdienen eine genaue Antwort.

Annahme und Beleg

Verbreitet

„Retinol glättet bei jeder Haut die Falten.“

Belegt

Die randomisierte Studie von Kafi u. a. (2007) umfasste 36 Menschen mit im Mittel 87 Jahren und prüfte Haut am Arm. Für jüngere Haut im Gesicht liefert sie kein eigenes Ergebnis (Kafi u. a., 2007).

Verbreitet

„Mehr Vitamin A essen strafft die Haut.“

Belegt

Zur Haut ist für Lebensmittel allein die Angabe „Vitamin A trägt zur Erhaltung normaler Haut bei“ zugelassen (Verordnung (EU) Nr. 432/2012). Der BLS 4.0 (2025) nennt Gehalte ohne Hautwirkung, und für vorgebildetes Vitamin A gilt eine Obergrenze von 3.000 µg am Tag (EFSA, 2024).

Kann ein DNA-Test zur Haut etwas über Vitamin A sagen?

Nein: Der Anti-Aging SKINCARE DNA-Test von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) enthält keine Analyse zu Vitamin A. Er beschreibt genetische Veranlagungen der Haut, nicht deine Versorgung mit Nährstoffen.

Laut den Produktangaben von mybody®x (Stand 2026) werden über 33 Genvariationen aus einer Speichelprobe analysiert, und zwar ausgewählte SNPs, also einzelne vererbbare Abschnitte der DNA. Du bekommst 18 Analyseberichte in 4 Kapiteln auf 40 Seiten (mybody®x, Stand 2026). Sie behandeln den Hauttyp und die Hautalterung; ein weiterer Teil gilt dem Nährstoffbedarf der Haut, und auch dort steht keine Analyse zu Vitamin A.

Der Test deckt bewusst weniger Themen ab als die anderen DNA-Tests von mybody®x, und eine Bewertung von Lebensmitteln gehört nicht dazu. Für die Frage, ob Retinol oder Karotten etwas für deine Haut tun, liefert er deshalb keine Antwort.

Wozu passt er dann? Er passt zu dem Ziel, die Veranlagung der eigenen Haut beim Altern besser einzuordnen. Veranlagung ist dabei ein Faktor unter mehreren, denn neben der inneren Alterung wirkt die Lichtalterung durch UV-Strahlung (Mukherjee u. a., 2006). Die Anlage ist keine Festlegung. Deine DNA verändert sich nicht, deshalb reicht ein Test fürs ganze Leben.

Anti-Aging SKINCARE DNA-Test von mybody®x

Aus dem mybody®x-Sortiment · DNA-Test

Anti-Aging SKINCARE DNA-Test

Beschreibt aus einer Speichelprobe genetische Veranlagungen rund um Hauttyp und Hautalterung, ausgewertet in einem Fachlabor in Deutschland. Eine Analyse zu Vitamin A enthält der Bericht nicht, und eine Bewertung von Lebensmitteln gehört nicht dazu.

Preis 197,00 € Stand 29.09.2026, Änderungen möglich
Probenart Speichelprobe
Bearbeitungszeit Kit-Versand 1–3 Werktage
Laborauswertung 15–25 Werktage nach Probeneingang
Zum SKINCARE DNA-Test

Grenzen: Wie weit tragen die Belege zu Vitamin A und Haut?

Die Belege tragen eine klare, aber enge Aussage. Die Retinol-Studie ist klein und besonders: 36 Menschen mit im Mittel 87 Jahren, geprüft wurde Haut am Arm (Kafi u. a., 2007).

Den Mechanismus halten die Autoren nur für „most likely“, gestützt auf Gewebeproben von 4 bis 6 Personen (Kafi u. a., 2007). Die Übersicht von Mukherjee u. a. (2006) vergleicht Wirkstoffe miteinander; wie deine Haut auf ein bestimmtes Produkt reagiert, lässt sich daraus nicht ablesen.

Die Einschätzung des BfR (2014) ist eine Empfehlung zur Gesamtaufnahme, keine Bewertung einzelner Produkte. Die zugelassene Angabe zur Haut gilt für Vitamin A in Lebensmitteln (Verordnung (EU) Nr. 432/2012), nicht für Cremes.

Auch der DNA-Test hat Grenzen: Er ist kein diagnostisches Verfahren und enthält keine Analyse zu Vitamin A. Für genbasierte Empfehlungen gilt zudem: Ein Positionspapier der DGE hielt 2022 fest, dass Belege für den Erfolg genbasierter Ernährungsempfehlungen noch weitgehend fehlen (sinngemäß nach Holzapfel u. a., 2022). Veränderungen der Haut sind Beschwerden, keine Messgröße eines Tests; bleiben sie bestehen, ist die Hausarztpraxis die erste Anlaufstelle.

Was bleibt von Vitamin A für die Haut?

Bei Vitamin A und Haut geht es um zwei Wege, und für jeden gilt eine andere Frage. Auf der Haut ist Retinol ein Wirkstoff der Kosmetik mit einem kleinen, kontrollierten Beleg an sehr alter Haut und bekanntem Reizpotenzial. Auf dem Teller ist Vitamin A ein Nährstoff mit Referenzwerten und einer Obergrenze, und nach der Rechnung des BfR (2014) zählt beides zusammen.

Daraus folgt eine konkrete Prüfung: Schau bei Pflege mit Retinol, für welche Körperstelle sie gedacht ist. Das BfR (2014) empfahl, Vitamin A in Gesichts- und Handpflege zu begrenzen und in Körper- und Lippenpflege nicht zu verwenden. Und wer gern Leber isst, findet bei der EFSA (2024) eine Orientierung: Höchstens einmal im Monat hält die Zufuhr wahrscheinlich unter der Obergrenze.

Der Satz „Retinol wirkt doch bei allen“ hält also nicht. Belegt ist eine Wirkung an 36 sehr alten Menschen am Arm (Kafi u. a., 2007), und das ist mehr als nichts, aber weniger als ein Versprechen.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Retinol und Tretinoin?

Tretinoin ist ein Arzneistoff, Retinol die zentrale Wirkform von Vitamin A (DGE, 2020), die laut BfR (2014) in kosmetischen Mitteln zum Einsatz kommt. Beide zählen zu den Retinoiden. Beim Reizpotenzial liegen sie auseinander: Reizreaktionen sind nach einer Übersicht bei Tretinoin und Tazaroten ausgeprägter, Retinol und Retinaldehyd reizen deutlich weniger (Mukherjee u. a., 2006). Ob ein Arzneistoff für dich infrage kommt, gehört in die ärztliche Praxis.

Wie viel Vitamin A braucht eine Frau am Tag?

Die DGE (2020) gibt für Frauen ab 19 Jahren eine empfohlene Zufuhr von 700 µg RAE am Tag an, und das gilt auch jenseits von 65 Jahren. Tatsächlich liegt die Zufuhr von Frauen laut Nationaler Verzehrsstudie II (zitiert nach DGE, 2025) bei 1.000 µg RE am Tag und damit nach Einschätzung der DGE über dem Referenzwert. Weil die Verzehrsstudie in RE rechnet, lässt sich diese Zahl nicht direkt mit den 700 µg RAE (DGE, 2020) vergleichen. Nach oben begrenzt die Obergrenze von 3.000 µg vorgebildetem Vitamin A am Tag die dauerhafte Zufuhr (EFSA, 2024).

Wie viel Vitamin A sollte über Cremes höchstens dazukommen?

Nach Empfehlung der BfR-Kommission für kosmetische Mittel sollte der zusätzliche Eintrag einer Substanz aus Kosmetik 10 % der Obergrenze nicht überschreiten (zitiert nach BfR, 2014). Für Vitamin A könnten im ungünstigsten Fall 25 % hinzukommen, bei Frauen, die über die Ernährung bereits 60 % erreichen können (BfR, 2014). Für Frauen nach der Menopause nennt das BfR (2014) unter Berufung auf den wissenschaftlichen Lebensmittelausschuss SCF höchstens 1,5 mg RE am Tag. Das beschriebene Risiko ist laut BfR (2014) durch einen maßvollen Gebrauch der Produkte kontrollierbar.

Was ist Beta-Carotin?

Beta-Carotin ist die bedeutendste Vorstufe von Vitamin A aus Pflanzen, die der Körper in Retinol umwandeln kann; bei gemischter Kost legt die DGE (2025) eine Umwandlungsrate von 12 zu 1 zugrunde. In 100 g gekochten Karotten stecken 9.929 µg Beta-Carotin; zusammen mit weiteren Carotinoiden ergibt das 893 µg RAE (BLS 4.0, 2025). Eine Obergrenze für Beta-Carotin konnte die EFSA (2024) nicht festlegen, aus der üblichen Kost gibt es dort keinen Hinweis auf gesundheitliche Schäden. Rauchenden rät die EFSA (2024), Nahrungsergänzungsmittel mit Beta-Carotin zu meiden.

In welchen Lebensmitteln steckt Vitamin A?

Fertiges Vitamin A liefern tierische Lebensmittel: Rinderleber kommt nach dem BLS 4.0 (2025) auf 19.702 µg RAE je 100 g, Lebertran, ein Öl aus Fischleber, auf 17.667 µg RAE. Bei Pflanzen stammt Vitamin A aus Carotinoiden, etwa mit 945 µg RAE in 100 g rohen Karotten und 402 µg RAE in 100 g gedünstetem Spinat (BLS 4.0, 2025). Beide Arten lassen sich über RAE vergleichen, weil Beta-Carotin darin mit einem Zwölftel zählt (DGE, 2020). Als Hauptlieferanten nennt die DGE (2025) Fleisch und Wurstwaren sowie Gemüse für Carotinoide.

Nächster Schritt

Die Veranlagung deiner Haut einordnen

Der Anti-Aging SKINCARE DNA-Test beschreibt aus einer Speichelprobe Veranlagungen rund um Hauttyp und Hautalterung. Eine Analyse zu Vitamin A gehört nicht dazu.

Zum SKINCARE DNA-Test Was Vitamin A im Körper sonst noch tut Aufgaben von Vitamin A über die Haut hinaus

Weiterlesen

Quellen

  1. Kafi R, Kwak HS u. a.: Improvement of naturally aged skin with vitamin A (retinol), Archives of Dermatology, randomisierte Studie (2007) – europepmc.org
  2. Mukherjee S u. a.: Retinoids in the treatment of skin aging: an overview of clinical efficacy and safety, Clinical Interventions in Aging, Übersicht (2006) – europepmc.org
  3. Bundesinstitut für Risikobewertung: Vitamin A: Aufnahme über kosmetische Mittel sollte begrenzt werden, Stellungnahme Nr. 005/2014 (Stand 2014) – bfr.bund.de
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin A (Stand 2025) – dge.de

Die Aussagen zur Retinol-Studie stützen sich auf [1], die zu Retinoiden und Reizung auf [2], die Einschätzung zur Gesamtaufnahme über Kosmetik auf [3], Formen von Vitamin A und Zeichen eines Zuviels auf [4]. Weitere Angaben im Text: Referenzwerte der DGE (2020), tolerierbare Obergrenze der EFSA (2024), Nährstoffgehalte aus dem Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 des Max Rubner-Instituts (2025) und die zugelassene Angabe nach Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Produktangaben zum Anti-Aging SKINCARE DNA-Test: mybody®x, Stand 29.09.2026. Alle Quellen geprüft am 29.09.2026.

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Vitamine und Haut DNA-Analyse

Das mybody®x Redaktions- & Fachteam ordnet Studien und Behördenangaben ein und prüft jede Zahl an ihrer Quelle. Mehr über das Team auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 29.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 29.09.2026

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.

Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.

Die DNA-Analyse dient der Ernährungs- und Lebensstilberatung. Sie ist kein diagnostisches Verfahren, stellt keine Krankheitsvorhersage dar und ersetzt keine ärztliche Untersuchung oder Beratung. Genetische Varianten beschreiben Wahrscheinlichkeiten in Bevölkerungsgruppen, keine Festlegung für einzelne Personen.

Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.

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