Glutathion: Wirkung, Nebenwirkungen und was belegt ist
20. Oktober 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
Glutathion ist ein Stoff, den die Zellen selbst aus drei Bausteinen bilden (Wu u. a., 2004), und gehört zu den wichtigsten körpereigenen Antioxidantien (RKI-Kommission, 2008). Ob Kapseln den Glutathionspiegel heben, ist umstritten: Eine Studie fand nach vier Wochen keine Änderung (Allen & Bradley, 2011), eine andere nach sechs Monaten höhere Speicherwerte (Richie u. a., 2015).
Die Kapselstudien haben Messwerte im Blut erfasst, keinen gesundheitlichen Nutzen.
Für Infusionen zur Hautaufhellung gibt es laut Sonthalia u. a. (2016) keinen Beleg einer Wirkung, wohl aber eine Behördenwarnung auf den Philippinen.
Glutathion lässt sich im Labor messen, doch eine eindeutige Deutung der Werte nennt die RKI-Kommission (2008) schwierig.
In diesem Artikel
Was ist Glutathion, und wo bildet der Körper es?
Glutathion ist eine kleine schwefelhaltige Verbindung, die der Körper selbst herstellt: Zellen setzen sie in zwei Enzymschritten im Zellplasma zusammen, also im Inneren der Zelle (Wu u. a., 2004).
Wer über Glutathion liest, landet schnell bei Kapseln und Infusionen. Dabei beginnt die Geschichte im eigenen Körper: Glutathion ist kein Stoff, der von außen kommen muss, sondern einer, den Zellen selbst bilden. Seine Bausteine sind Glutamat und Cystein, an die sich als drittes Glied Glycin anschließt (Wu u. a., 2004).
Den Schwefel bringt das Cystein mit. Dessen Thiolgruppe, eine schwefelhaltige Atomgruppe, steckt laut RKI-Kommission (2008) auch im Glutathion. Unter den kleinen schwefelhaltigen Verbindungen in tierischen Zellen ist Glutathion die häufigste (Wu u. a., 2004).
Die Konzentration unterscheidet sich je nach Gewebe. In menschlichen Geweben liegen die Werte laut Pastore u. a. (2003) zwischen 0,1 und 10 Millimol je Liter. Am höchsten ist die Konzentration in der Leber mit bis zu 10 Millimol je Liter (Pastore u. a., 2003).
Kernaussage
Glutathion ist ein Eigenprodukt der Zellen, kein Stoff, der erst über eine Kapsel in den Körper kommt (Wu u. a., 2004).
Eine Verbindung zur Ernährung gibt es trotzdem. Laut Wu u. a. (2004) zeigen Studien an Tieren und Menschen, dass ausreichend Eiweiß entscheidend ist, damit der Glutathionhaushalt stabil bleibt.
Glutathion gehört zu den Antioxidantien, also zu den Stoffen, die dem oxidativen Stress gegenüberstehen; was das genau bedeutet, zeigt das nächste Kapitel. Welche Rolle Antioxidantien in der Ernährung spielen, beschreibt ein eigener Leitfaden.
Welche Wirkung hat Glutathion im Körper?
Glutathion gehört zu den körpereigenen Antioxidantien: Seine Thiolgruppe kann direkt mit reaktiven Sauerstoff- und Stickstoffverbindungen reagieren (RKI-Kommission, 2008). Neben der antioxidativen Abwehr nennen Wu u. a. (2004) zwei weitere Bereiche, den Nährstoffwechsel und die Steuerung von Zellvorgängen.
Was das heißt, erschließt sich über den Begriff oxidativer Stress. Reaktive Sauerstoff- und Stickstoffverbindungen entstehen laut RKI-Kommission (2008) im Körper und werden auch von außen aufgenommen. Werden sie übermäßig gebildet, können sie körpereigene Moleküle schädigen (RKI-Kommission, 2008).
Unter normalen Bedingungen herrscht nach der RKI-Kommission (2008) ein Fließgleichgewicht zwischen oxidativen und antioxidativen Prozessen. Verschiebt es sich zugunsten der Oxidantien, also der oxidativ wirksamen Moleküle, spricht die RKI-Kommission (2008) von oxidativem Stress. Man kann sich das wie eine laufende Buchhaltung vorstellen: Solange Soll und Haben sich ausgleichen, läuft der Betrieb, und Stress beginnt dort, wo die oxidative Seite überwiegt.
Wo Glutathion in diesem Bild steht, hat die Kommission „Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin“ am Robert Koch-Institut (2008) ausdrücklich festgehalten.
Belegte Fundstelle
„Weiterhin gehören Thiolgruppen der Aminosäure Cystein oder von Cysteinresten in Proteinen oder Peptiden (etwa des Glutathions) zu den wichtigsten endogenen Antioxidantien.“
Kommission „Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin“ am Robert Koch-Institut
Bundesgesundheitsblatt, 2008
Endogen heißt körpereigen. Thiolgruppen können laut RKI-Kommission (2008) direkt mit den reaktiven Verbindungen reagieren. Indirekt sind sie beteiligt, wenn antioxidative Enzyme wie die Glutathionperoxidasen bestimmte reaktive Verbindungen unschädlich machen (RKI-Kommission, 2008).
Eine Einschränkung gehört dazu. Nach Wu u. a. (2004) trägt ein Mangel an Glutathion zu oxidativem Stress bei. Ob oxidativer Stress aber Krankheiten verursacht, ist laut RKI-Kommission (2008) „noch immer lediglich eine wissenschaftliche Arbeitshypothese“.
Was hat Selen mit Glutathion zu tun?
Selen ist ein Baustein der Glutathionperoxidasen (RKI-Kommission, 2008). Das Spurenelement steckt in diesen Enzymen in Form der Aminosäure Selenocystein und macht sie zu Selenoproteinen, die im Körper antioxidativ wirken (RKI-Kommission, 2008).
Eine Ergänzung mit Selen hält die Kommission sinngemäß nur bei nachgewiesenem Mangel für angebracht (RKI-Kommission, 2008). Mehr dazu, was Selen im Körper tut, steht in einem eigenen Beitrag.
Ein Wort zur Abgrenzung: Der Beitrag über nitrosativen Stress stellt die Stickstoffverbindungen und ihre Messung in den Mittelpunkt, hier geht es um den Schutzstoff Glutathion. Wer oxidativen Stress allgemein verstehen möchte, findet mehr in einem Beitrag zu oxidativem Stress im Alltag.
Glutathion als Nahrungsergänzung: Was ist zur Wirkung belegt?
Belegt sind Messwerte, und die widersprechen sich: Nach einer Einzeldosis stieg Glutathion im Plasma nicht signifikant (Witschi u. a., 1992), nach sechs Monaten lagen die Speicherwerte höher (Richie u. a., 2015). Einen gesundheitlichen Nutzen haben diese Studien nicht gemessen.
Die erste Frage ist, ob geschlucktes Glutathion überhaupt im Blut ankommt. Witschi u. a. (1992) gaben sieben gesunden Freiwilligen eine einzelne Dosis und bestimmten danach 270 Minuten lang die Werte im Blutplasma. Weder Glutathion noch seine Bausteine Cystein und Glutamat stiegen signifikant an, der Unterschied blieb also im Bereich zufälliger Schwankungen (Witschi u. a., 1992).
Den Grund sehen die Autoren in der Gamma-Glutamyltransferase, einem Enzym in Darm und Leber, das Glutathion spaltet (Witschi u. a., 1992). Mit einer einzelnen Gabe lasse sich der Glutathionspiegel im Blut deshalb nicht in einem klinisch nützlichen Maß erhöhen, folgern sie (Witschi u. a., 1992).
Länger angelegt war eine Studie mit 40 Erwachsenen ohne akute oder chronische Erkrankung (Allen & Bradley, 2011). Sie nahmen vier Wochen lang Glutathion oder ein Scheinpräparat, ein sogenanntes Placebo (Allen & Bradley, 2011). Am Ende hatten sich weder der Glutathion-Status noch die Marker des oxidativen Stresses verändert, also die Messgrößen, die ihn anzeigen sollen (Allen & Bradley, 2011).
Zu einem anderen Ergebnis kam eine Studie über sechs Monate mit 54 nichtrauchenden Erwachsenen (Richie u. a., 2015). In der Gruppe mit der hohen Menge lagen die Glutathionspeicher in Blutzellen und Plasma danach um 30 bis 35 Prozent höher (Richie u. a., 2015). Einen Monat nach dem Absetzen waren sie wieder beim Ausgangswert angekommen (Richie u. a., 2015).
Wie passt das zusammen? Die beiden längeren Studien unterscheiden sich in Dauer und Messort: Allen & Bradley (2011) bestimmten Glutathion nach vier Wochen in roten Blutkörperchen, Richie u. a. (2015) maßen nach sechs Monaten in Blutzellen und Plasma. Welche Erklärung trägt, lässt sich aus diesen Studien nicht ableiten.
Drei Studien zu Glutathion-Kapseln
| Studie | Wer, wie lange | Ergebnis |
|---|---|---|
| Witschi u. a. (1992) | 7 Gesunde mit einer Einzeldosis von 3 g | Glutathion im Plasma stieg nicht signifikant |
| Allen & Bradley (2011) | 40 Erwachsene über 4 Wochen mit zweimal täglich 500 mg | keine Änderung von Glutathion-Status und Stressmarkern |
| Richie u. a. (2015) | 54 Nichtrauchende über 6 Monate mit 250 oder 1.000 mg am Tag | hohe Menge: Speicher in Blutzellen und Plasma um 30 bis 35 Prozent höher, nach einem Monat Pause wieder beim Ausgangswert |
Mengen sind Studienbedingungen, keine Empfehlung. Gemessen wurden Messwerte, kein gesundheitlicher Nutzen.
Hat Glutathion eine Wirkung auf die Haut?
Zur Hautaufhellung gibt es laut Sonthalia u. a. (2016) drei randomisierte kontrollierte Studien zu Glutathion zum Einnehmen oder Auftragen, doch zentrale Fragen sind offen. Für Infusionen fanden die Autoren keinen Beleg einer Wirkung (Sonthalia u. a., 2016).

Hautaufhellung ist ein kosmetisches Ziel. Den aufhellenden Effekt erklären Sonthalia u. a. (2016) sinngemäß damit, dass Glutathion direkt und indirekt das Enzym Tyrosinase hemmt, das an der Bildung des Hautfarbstoffs beteiligt ist.
Randomisiert und kontrolliert heißt: Eine Vergleichsgruppe erhält kein Glutathion, und der Zufall entscheidet, wer in welche Gruppe kommt. Die Übersicht wertet die drei Studien als Hinweis auf einen aufhellenden Effekt (Sonthalia u. a., 2016). Offen bleibt nach derselben Arbeit, wie lange man Glutathion anwenden müsste und wie lange ein Effekt anhält. Auch wie er sich erhalten ließe, beantworten die Autoren nicht (Sonthalia u. a., 2016).
Was zeigte eine Studie mit Glutathion-Kapseln zur Hautfarbe?
Eine Studie aus Thailand mit 60 Medizinstudierenden fand nach vier Wochen nur an zwei von sechs Messstellen eine deutlich stärkere Aufhellung als unter Placebo (Arjinpathana & Asawanonda, 2012). Die Teilnehmenden erhielten entweder Glutathion-Kapseln oder ein Scheinpräparat.
Gemessen wurde der Melaninindex, ein Gerätewert für den Hautfarbstoff Melanin. In der Glutathiongruppe sank er an allen sechs Messstellen, doch nur an der rechten Gesichtshälfte und am sonnenexponierten linken Unterarm war der Rückgang statistisch deutlich größer als unter Placebo (Arjinpathana & Asawanonda, 2012). Die Autoren selbst sprechen von einer Aufhellung bei einer kleinen Zahl von Teilnehmenden (Arjinpathana & Asawanonda, 2012).
Bei Infusionen ist die Lage eindeutiger. Glutathion-Infusionen sind laut Sonthalia u. a. (2016) beliebt, einen Beleg für ihre Wirkung gibt es aber nicht. Nach unerwünschten Wirkungen hat die Arzneimittelbehörde der Philippinen öffentlich vor dieser Anwendung gewarnt (Sonthalia u. a., 2016).
Wer eine hellere Haut möchte, muss sich dafür nicht rechtfertigen. Die offenen Fragen zu Dauer und Haltbarkeit lassen sich aber gut in eine hautärztliche Sprechstunde mitnehmen.
Welche Nebenwirkungen kann L-Glutathion haben?
In einer Studie über vier Wochen wurden Glutathion-Kapseln und Placebo sehr gut vertragen, die Langzeitsicherheit ist laut den Autoren aber nicht geklärt (Arjinpathana & Asawanonda, 2012). Bei Infusionen führten unerwünschte Wirkungen zu einer Behördenwarnung auf den Philippinen (Sonthalia u. a., 2016).
Vier Wochen (Arjinpathana & Asawanonda, 2012) sind ein kurzer Zeitraum für eine Frage, die sich erst bei längerer Einnahme stellt. Die Autoren der Hautstudie schreiben ausdrücklich, dass die Langzeitsicherheit nicht belegt ist und umfangreichere klinische Studien erfordert (Arjinpathana & Asawanonda, 2012).
Die Übersicht von Sonthalia u. a. (2016) wertet die drei randomisierten Studien zu Glutathion zum Einnehmen oder Auftragen als Hinweis auf ein gutes Sicherheitsprofil. Zugleich sehen die Autoren einen Widerspruch zwischen den Belegen zur Wirksamkeit und denen zur Sicherheit (Sonthalia u. a., 2016).
Wer über eine längere Einnahme von Kapseln nachdenkt, kann die offene Frage der Langzeitsicherheit in der hausärztlichen Praxis ansprechen. Das Gespräch ersetzt keine Studie, aber es bringt die eigene Lage ins Bild.
Glutathion und Leber: Wie hängt das zusammen?
Die Leber hat unter den menschlichen Geweben die höchste Glutathion-Konzentration, bis zu 10 Millimol je Liter (Pastore u. a., 2003). Ob Glutathion-Kapseln der Leber nützen, ist nicht belegt: Eine Pilotstudie bei Fettleber hatte keine Vergleichsgruppe (Honda u. a., 2017).
Honda u. a. (2017) beschreiben Glutathion als wichtig für die Entgiftungs- und antioxidativen Systeme der Zellen. Das erklärt, warum die Leber in der Forschung zu Glutathion eine eigene Rolle hat.
In einer Pilotstudie aus Japan begleiteten Honda u. a. (2017) 34 Menschen mit nicht-alkoholischer Fettleber, die per Ultraschall festgestellt worden war. Zuerst stellten alle drei Monate lang Ernährung und Bewegung um, danach nahmen sie vier Monate lang Glutathion (Honda u. a., 2017). Das Programm beendeten 29 Teilnehmende, und nach den vier Monaten mit Glutathion war ihr ALT, ein Leberwert im Blut, signifikant gesunken (Honda u. a., 2017).
Das klingt eindeutiger, als es ist. Es fehlte eine Vergleichsgruppe, die dasselbe Programm ohne Glutathion durchlief, und die Autoren fordern selbst große klinische Studien, um eine Wirksamkeit zu prüfen (Honda u. a., 2017). Eine kleine Studie ohne Vergleichsgruppe ist ein Hinweis, kein Beleg (Honda u. a., 2017).
Was ALT und andere Werte über die Leber aussagen können, erklärt ein eigener Beitrag dazu, was Leberwerte zeigen.
Eine kleine Studie ohne Vergleichsgruppe ist ein Hinweis, kein Beleg (Honda u. a., 2017).
Kann man Glutathion messen lassen?
Ja, Glutathion lässt sich im Labor bestimmen; die RKI-Kommission (2008) nennt die Messmethoden „gut etabliert“. Eine eindeutige Deutung der Werte hält sie allerdings für schwierig (RKI-Kommission, 2008).
Den Glutathion-Status nennen Pastore u. a. (2003) einen hochempfindlichen Anzeiger dafür, wie gut Zellen funktionieren. Ihre Übersicht beschreibt Labormethoden für Proben aus dem menschlichen Körper, darunter Verfahren mit Licht- und Fluoreszenzmessung (Pastore u. a., 2003). Eine neuere Gerätetechnik war damals teuer und nicht vollständig automatisiert (Pastore u. a., 2003).
Wie ordnet die RKI-Kommission Glutathion-Werte ein?
Zurückhaltend: Für die Untersuchung einzelner Menschen mit einer umweltmedizinischen Frage ordnet die Kommission Glutathion der Kategorie IV zu (RKI-Kommission, 2008). Sie führt es dort als Marker der antioxidativen Kapazität, also der Seite, die den Oxidantien gegenübersteht.
Kategorie IV heißt in den Worten der RKI-Kommission (2008): „Eine Maßnahme kann nicht empfohlen werden, weil kein ausreichendes Untersuchungsmaterial vorliegt und theoretische Überlegungen nicht für eine Wirksamkeit sprechen.“ Die Einstufung gilt für umweltmedizinische Fragen, nicht für jede ärztliche Fragestellung (RKI-Kommission, 2008). Bevor sich Messergebnisse bei einzelnen Menschen mit umweltmedizinischen Fragen sinnvoll deuten lassen, hält die Kommission weitere Studien für erforderlich (RKI-Kommission, 2008).
Der NutriCare INFINITY DNA-Test von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) enthält einen Bericht zur Veranlagung beim oxidativen Stress, gestützt auf die Gene CAT und NQO1, für 269,00 € (Stand 20.10.2026, Änderungen möglich). Glutathion misst er nicht, und auch kein anderer Test von mybody®x: Er beschreibt Genvarianten aus einer Speichelprobe, keinen aktuellen Glutathionwert. Die Anlage ist keine Festlegung, und der Bericht ersetzt keine ärztliche Abklärung.
Kapitel auf einen Blick
Der Körper bildet Glutathion selbst, in zwei Enzymschritten im Zellplasma (Wu u. a., 2004). Die Studien zu Kapseln widersprechen sich: kein Anstieg nach vier Wochen bei Allen & Bradley (2011), höhere Speicher nach sechs Monaten bei Richie u. a. (2015). Für Infusionen zur Hautaufhellung fanden Sonthalia u. a. (2016) keinen Beleg. Messen lässt sich Glutathion, die Deutung der Werte nennt die RKI-Kommission (2008) aber schwierig.
Wo liegen die Grenzen des Wissens über Glutathion?
Die hier genannten Studien zu Glutathion-Präparaten sind klein und kurz: Die größte hatte 60 Teilnehmende (Arjinpathana & Asawanonda, 2012), die längste Einnahme dauerte sechs Monate (Richie u. a., 2015).
Am kleinsten war die Studie zur Einzeldosis mit sieben Gesunden (Witschi u. a., 1992). Die Vier-Wochen-Studie zum Glutathion-Status umfasste 40 Erwachsene in den USA (Allen & Bradley, 2011), die Sechs-Monats-Studie 54 Nichtrauchende (Richie u. a., 2015).
Die Fettleberstudie mit 34 Teilnehmenden hatte keine Vergleichsgruppe, eine Wirkung ist damit nicht belegt (Honda u. a., 2017). Die Hautstudie erfasste mit dem Melaninindex einen Gerätewert, keine Hautgesundheit (Arjinpathana & Asawanonda, 2012). Auch die Kapselstudien maßen Speicher- und Blutwerte, keinen gesundheitlichen Nutzen.
Auch Art und Alter der Übersichten setzen Grenzen. Sonthalia u. a. (2016) haben eine erzählende Übersicht aus Indien verfasst, keine systematische Auswertung. Pastore u. a. (2003) zeigen den Stand der Labortechnik von 2003. Die RKI-Kommission (2008) schrieb für umweltmedizinische Fragen, nicht als Leitlinie für jede Untersuchung.
Für den DNA-Test gilt dieselbe Grenze: Er misst keinen Stoff im Körper, also auch kein Glutathion, sondern beschreibt Genvarianten.
Glutathion: Was bleibt?
Glutathion beginnt nicht in der Kapsel, sondern in der Zelle: Der Körper bildet es selbst und setzt es in seiner antioxidativen Abwehr ein. Ob Kapseln die Speicher heben, darüber widersprechen sich die Studien, und gemessen wurden Werte im Blut, kein gesundheitlicher Nutzen. Für Infusionen zur Hautaufhellung fehlt ein Beleg, für die Leber gibt es bisher nur einen Hinweis aus einer kleinen Studie ohne Vergleichsgruppe, keinen Beleg (Honda u. a., 2017). Wer über Glutathion nachdenkt, nimmt diese Lage am besten mit ins Gespräch mit Ärztin oder Arzt.
Häufige Fragen
Woraus besteht Glutathion?
Glutathion besteht aus drei Bausteinen: Am Anfang stehen Glutamat und Cystein, den Abschluss bildet Glycin (Wu u. a., 2004). Zusammengesetzt wird es in den Zellen selbst, in zwei Schritten, die zwei Enzyme im Zellplasma übernehmen (Wu u. a., 2004). Den Schwefel bringt das Cystein mit, dessen Thiolgruppe laut RKI-Kommission (2008) zu den wichtigsten körpereigenen Antioxidantien gehört. Sonthalia u. a. (2016) beschreiben Glutathion als kleines Molekül, das in der Zelle das Gleichgewicht zwischen oxidativen und antioxidativen Vorgängen mit aufrechterhält.
Kann der Körper Glutathion aus Kapseln aufnehmen?
Die Studien geben darauf keine einheitliche Antwort. Bei sieben Gesunden stieg Glutathion im Plasma nach einer Einzeldosis nicht signifikant an, weil die Gamma-Glutamyltransferase in Darm und Leber es spaltet (Witschi u. a., 1992). In einer Studie über sechs Monate lagen die Speicher in Blutzellen und Plasma bei der hohen Menge dagegen um 30 bis 35 Prozent höher (Richie u. a., 2015). Einen Monat nach dem Absetzen waren die Werte wieder beim Ausgangswert (Richie u. a., 2015).
Was bringen Glutathion-Infusionen zur Hautaufhellung?
Einen Beleg für eine Wirkung gibt es laut Sonthalia u. a. (2016) nicht, obwohl die Infusionen beliebt sind. Die Übersicht berichtet zudem, dass unerwünschte Wirkungen der Infusionen die Arzneimittelbehörde der Philippinen zu einer öffentlichen Warnung veranlasst haben (Sonthalia u. a., 2016). Die Warnung richtet sich gegen den Einsatz außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete, etwa zur Hautaufhellung (Sonthalia u. a., 2016). Wer über eine solche Behandlung nachdenkt, spricht vorher am besten mit einer hautärztlichen Praxis.
Welche Rolle spielt Eiweiß für den Glutathion-Spiegel?
Laut Wu u. a. (2004) zeigen Studien an Tieren und Menschen, dass ausreichend Eiweiß in der Ernährung entscheidend ist, damit der Glutathionhaushalt stabil bleibt. Dieselbe Übersicht verbindet einen Mangel an Glutathion mit oxidativem Stress (Wu u. a., 2004). Gebildet wird Glutathion in den Zellen, die es aus Glutamat und Cystein zusammensetzen und Glycin anhängen (Wu u. a., 2004). Wer seine Ernährung wegen einer Erkrankung umstellen möchte, bespricht das am besten mit der ärztlichen Praxis oder einer Ernährungsfachkraft.
Wo im Körper ist am meisten Glutathion?
Am höchsten ist die Glutathion-Konzentration in der Leber, mit bis zu 10 Millimol je Liter (Pastore u. a., 2003). Über die menschlichen Gewebe hinweg liegen die Werte zwischen 0,1 und 10 Millimol je Liter (Pastore u. a., 2003). Hohe Konzentrationen nennen die Autoren außerdem für Milz und Nieren sowie für die Augenlinse und die Blutzellen (Pastore u. a., 2003). Den Glutathion-Status selbst beschreiben sie als hochempfindlichen Anzeiger dafür, wie gut Zellen funktionieren.
Nächster Schritt
Glutathion und oxidativer Stress im Zusammenhang
Glutathion steht auf der antioxidativen Seite eines Gleichgewichts, das die RKI-Kommission (2008) beschreibt. Der nächste Beitrag ordnet oxidativen Stress im Alltag ein.
Mehr zu oxidativem Stress Was nitrosativer Stress meint Stickstoffverbindungen und ihre MessungWeiterlesen
Quellen
- Kommission „Methoden und Qualitätssicherung in der Umweltmedizin“ (RKI): Oxidativer Stress und Möglichkeiten seiner Messung aus umweltmedizinischer Sicht, Bundesgesundheitsblatt (Stand 2008) – edoc.rki.de
- Wu G. u. a.: Glutathione metabolism and its implications for health, Journal of Nutrition (Stand 2004) – europepmc.org
- Richie J. P. u. a.: Randomized controlled trial of oral glutathione supplementation on body stores of glutathione, European Journal of Nutrition (Stand 2015) – europepmc.org
- Sonthalia S. u. a.: Glutathione as a skin whitening agent: Facts, myths, evidence and controversies, Indian Journal of Dermatology, Venereology and Leprology (Stand 2016) – europepmc.org
Die Aussagen zu oxidativem Stress und zur Messung stützen sich auf [1], die zu Bausteinen und Eiweiß auf [2]. Die Studie über sechs Monate ist [3], die Einordnung zur Haut und zu Infusionen stammt aus [4]. Die übrigen im Text genannten Studien sind mit Autor und Jahr angegeben und über Europe PMC abrufbar. Preis und Inhalt des genannten DNA-Tests entsprechen dem Stand des mybody®x-Shops vom 20.10.2026, Änderungen möglich; alle Quellen wurden am 20.10.2026 abgerufen.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Glutathion Oxidativer Stress
Das Redaktions- und Fachteam von mybody®x ordnet Studien zu Ernährung und Stoffwechsel ein und sagt dabei offen, was belegt ist und was nicht. Wer hinter den Texten steht, zeigt die Autorenseite.
Veröffentlicht am 20.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 20.10.2026
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Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.





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Nitrosativer Stress: was der Begriff meint und was belegt ist