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Coenzym Q10: was der Wert im Blut zeigt und was belegt ist

21. Oktober 2026ca. 14 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Coenzym Q10 braucht der Körper laut Verbraucherzentrale (2025) in allen Zellen zur Energiegewinnung, und er bildet es selbst. Ein Test kann den Wert im Plasma messen, eine Veränderung lässt sich aber nur mit Wissen um die natürliche Schwankung deuten (sinngemäß nach Molyneux u. a., 2008). Für Gesunde ist der Nutzen eines Q10-Werts nicht belegt.

Der Körper bildet Q10 selbst, ein Mangel ist laut Verbraucherzentrale (2025) sehr selten.

Q10 ist im Plasma messbar (Molyneux u. a., 2008), doch für Vorteile von Q10 als Nahrungsergänzung bei Gesunden gibt es laut Verbraucherzentrale (2025) keine gesicherten Belege.

Statine, also cholesterinsenkende Medikamente, senken den Q10-Spiegel im Plasma, in einer Meta-Analyse im Mittel um 0,44 µmol/l (Banach u. a., 2015).

In diesem Artikel

Was ist Coenzym Q10?

Coenzym Q10 ist ein Stoff, den der Körper laut Verbraucherzentrale (2025) in allen Zellen zur Energiegewinnung braucht. Der Körper bildet ihn selbst und nimmt ihn zusätzlich über Lebensmittel auf (Verbraucherzentrale, 2025).

Kernaussage

Q10 ist ein Helfer der Energiegewinnung in den Mitochondrien und zugleich ein fettlösliches Antioxidans (sinngemäß nach Molyneux u. a., 2008).

Der Name klingt nach Labor, die Rolle dahinter ist überschaubar. Molyneux u. a. (2008) beschreiben Coenzym Q10 in ihrer Übersicht als unverzichtbaren Cofaktor in der Energiegewinnung der Mitochondrien (sinngemäß). Ein Cofaktor ist ein Helfer, den ein solcher Ablauf braucht. Mitochondrien sind die Bereiche der Zelle, in denen diese Energiegewinnung stattfindet.

In Fachartikeln heißt der Stoff abgekürzt CoQ10, im Alltag schlicht Q10. Gemeint ist in beiden Fällen derselbe Stoff.

Wer sich die Zelle als Werkhalle vorstellt, sieht in Q10 kein Werkstück, sondern ein Werkzeug: Es wird an einer bestimmten Station gebraucht. Das Bild trägt genau so weit, wie die Quelle reicht. Es sagt, dass Q10 eine Aufgabe hat, und nichts darüber, ob mehr davon mehr bewirkt.

Dieselbe Übersicht nennt eine zweite Eigenschaft: Q10 ist ein fettlösliches Antioxidans (Molyneux u. a., 2008), also ein Stoff, der sich in Fett löst und Oxidation entgegenwirkt. Wie Antioxidantien als Stoffgruppe eingeordnet werden, beschreibt der Beitrag Antioxidantien verstehen. Für Q10 gilt dabei eine Einschränkung, die das Kapitel zur Nahrungsergänzung aufgreift: Eine chemische Eigenschaft ist noch kein belegter Nutzen.

Für den Alltag zählt die Angabe vom Anfang des Kapitels: Der Körper bildet Q10 selbst und nimmt es zusätzlich über Lebensmittel auf (Verbraucherzentrale, 2025). Wer kein Q10 als Nahrungsergänzung nimmt, hat also trotzdem Q10 im Körper.

Ein Mangel ist laut Verbraucherzentrale (2025) sehr selten, und in der Allgemeinbevölkerung sind keine Mangelsymptome bekannt. Für die Frage nach einem Test ist das der Ausgangspunkt. Ein Messwert wird erst dann interessant, wenn es einen Anlass gibt, ihn zu deuten.

Coenzym Q10 und Verdauungsenzyme: Was ist der Unterschied?

Trotz des ähnlichen Namens geht es bei Coenzym Q10 um etwas anderes als bei den Enzymen der Verdauung. Q10 arbeitet laut Molyneux u. a. (2008) in der Energiegewinnung der Mitochondrien, also im Inneren der Zellen (sinngemäß). Die Enzyme der Verdauung sind ein eigenes Thema. Welche es gibt, zeigt der Beitrag Verdauungsenzyme in der Tabelle.

Kann man den Q10-Wert im Blut testen lassen?

Ja, Q10 lässt sich im Plasma messen, dem flüssigen Teil des Bluts (Molyneux u. a., 2008). Eine Veränderung zwischen zwei Messungen lässt sich aber nur deuten, wenn man die natürliche Schwankung des Werts kennt, also sein Auf und Ab bei derselben Person ohne äußeren Anlass (sinngemäß nach Molyneux u. a., 2008).

Hinter der Suche nach einem Q10-Test stehen zwei naheliegende Fragen. Die erste lautet: Habe ich zu wenig? Die zweite: Hat sich mein Wert verändert, etwa seit ich ein Statin nehme? Beide setzen voraus, dass sich Q10 messen lässt, und das ist laut Molyneux u. a. (2008) der Fall. Allgemeine Fragen zu Bluttests auf Nährstoffe behandelt der Beitrag zum Nährstoffmangel-Test.

Zur ersten Frage passt eine Angabe aus dem vorigen Kapitel. Wer ohne Anlass misst, sucht nach einem Befund, den die Verbraucherzentrale (2025) als sehr selten beschreibt, und muss das Ergebnis trotzdem einordnen können. Zur zweiten Frage gehört der Abschnitt über die natürliche Schwankung weiter unten, denn eine Veränderung ist nur so viel wert wie der Vergleich, auf dem sie beruht.

Was zeigt ein einzelner Q10-Wert?

Ein einzelner Q10-Wert ist ein Schnappschuss. Er zeigt den Spiegel im Plasma zum Zeitpunkt der Blutabnahme. Ob dieser Spiegel zu einem stabilen Bild gehört oder zu einem Ausreißer, lässt sich an einer Messung allein nicht ablesen.

Molyneux u. a. (2008) halten fest, dass man die natürliche Schwankung kennen muss, um zu beurteilen, ob sich der Q10-Spiegel im Plasma tatsächlich verändert hat (sinngemäß). Natürliche Schwankung heißt: Derselbe Mensch hat nicht zu jedem Zeitpunkt denselben Wert, auch ohne äußeren Anlass. Erst wenn eine Veränderung größer ausfällt als dieses normale Auf und Ab, spricht sie für einen echten Unterschied.

Die Übersicht nennt zwei Richtungen, in die sich der Wert bewegen kann: eine Senkung, zum Beispiel nach Beginn einer Statin-Behandlung, und einen Anstieg nach der Einnahme von Q10 als Nahrungsergänzung (sinngemäß nach Molyneux u. a., 2008). In beiden Fällen gilt dieselbe Regel. Ohne Wissen um die Schwankung bleibt offen, ob die Veränderung mehr ist als Zufall.

Wofür wird der Q10-Wert gemessen?

Einen Grund für die Messung sieht die Übersicht von Molyneux u. a. (2008) vor allem bei chronischer Herzschwäche, in der Fachsprache Herzinsuffizienz (sinngemäß). Das ist eine Erkrankung, die ärztlich betreut wird. Was das für die Frage nach einem Test bedeutet, greift das Kapitel zur Arztpraxis weiter unten auf.

Q10-Messung im Überblick

Frage Was belegt ist Quelle
Lässt sich Q10 messen? Ja, im Plasma Molyneux u. a., 2008
Was senkt den Wert? Statine Banach u. a., 2015
Wie liest man eine Änderung? Nur mit Wissen um die natürliche Schwankung Molyneux u. a., 2008
Wann wird gemessen? Vor allem bei chronischer Herzschwäche Molyneux u. a., 2008

Eine Klarstellung in eigener Sache: Q10 misst kein Test von mybody®x (MYBODY Lab GmbH).

Statine und Q10: Was passiert mit dem Spiegel?

Der Q10-Spiegel im Plasma sinkt: In einer Meta-Analyse lag die Senkung unter Statinen im Mittel bei 0,44 µmol/l (Banach u. a., 2015). Statine sind cholesterinsenkende Medikamente, und laut Verbraucherzentrale (2025) hemmen bestimmte Medikamente wie Statine die körpereigene Q10-Bildung.

Mann gießt Wasser in ein Glas, daneben Tabletten in einem Schälchen

Die Übersicht von Molyneux u. a. (2008) beschreibt dasselbe aus Sicht des Labors: Eine Statin-Behandlung senkt den Q10-Spiegel im Plasma. Wie groß dieser Effekt ist, haben Banach u. a. (2015) in einer Meta-Analyse untersucht. Eine Meta-Analyse fasst die Ergebnisse vorhandener Studien rechnerisch zusammen.

Grundlage waren acht placebokontrollierte Behandlungsarme (Banach u. a., 2015). Ein Behandlungsarm ist eine Gruppe innerhalb einer Studie, die eine bestimmte Behandlung erhält. Placebokontrolliert heißt, dass eine Vergleichsgruppe ein Scheinmedikament bekam, sodass erst der Unterschied zwischen beiden Gruppen zählt.

Genau dafür braucht es die Vergleichsgruppe. Ohne Vergleichsgruppe ließe sich nicht trennen, ob der Spiegel wegen des Statins sinkt oder wegen der natürlichen Schwankung, von der das vorige Kapitel handelt.

Das Ergebnis: Unter Statinen sank der Q10-Spiegel im Plasma im Mittel um 0,44 µmol/l, das 95-%-Konfidenzintervall reicht von 0,37 bis 0,52 µmol/l (Banach u. a., 2015). Die Einheit µmol/l steht für Mikromol je Liter. Das Konfidenzintervall ist der Bereich, in dem der tatsächliche Mittelwert mit hoher Wahrscheinlichkeit liegt. Die Autoren werten die Senkung als signifikant, also als statistisch klar vom Zufall abgegrenzt (Banach u. a., 2015).

Ein Mittelwert beschreibt eine Gruppe, keine einzelne Person. Bei einzelnen Teilnehmenden kann der Wert stärker gesunken sein, bei anderen schwächer. Für die eigene Situation sagt die Zahl deshalb weniger, als ihre Genauigkeit vermuten lässt.

Laut Verbraucherzentrale (2025) zeigten einige Studien unter Statinen eine Abnahme von Q10 um bis zu 50 Prozent. Die beiden Angaben stehen nebeneinander, ohne sich zu widersprechen: Die Meta-Analyse nennt einen Mittelwert in µmol/l, die Verbraucherzentrale (2025) eine obere Grenze aus einzelnen Studien in Prozent. Ineinander umrechnen lassen sie sich nicht.

Belegt ist damit eine Aussage: Statine senken den Q10-Spiegel im Plasma (Banach u. a., 2015). Eine Empfehlung lässt sich daraus nicht ableiten. Das ist kein Urteil über Statine, sondern die Beschreibung eines Laborbefunds.

Wer ein Statin nimmt, liest solche Zahlen mit eigener Betroffenheit. Ob an der Behandlung etwas geändert wird, gehört in die Arztpraxis. Auch die Verbraucherzentrale (2025) verweist bei der Frage nach Q10 unter Statinen auf die ärztliche Entscheidung.

Kapitel auf einen Blick

Statine senken den Q10-Spiegel im Plasma (Banach u. a., 2015). In der Meta-Analyse über acht placebokontrollierte Behandlungsarme betrug die Senkung im Mittel 0,44 µmol/l (Banach u. a., 2015). Einige Studien zeigten laut Verbraucherzentrale (2025) eine Abnahme um bis zu 50 Prozent. Ob an einer Behandlung etwas geändert wird, entscheidet die Arztpraxis.

Q10 als Nahrungsergänzung: Was ist belegt?

Für gesunde Menschen ist kein Vorteil gesichert. Laut Verbraucherzentrale (2025) hat die EFSA, die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit, alle bisher geprüften Werbeaussagen der Hersteller als wissenschaftlich nicht belegt bewertet.

Die Werbeaussagen wurden laut Verbraucherzentrale (2025) von Herstellern eingereicht und von der EFSA geprüft. Die abgelehnten Aussagen betreffen laut Verbraucherzentrale (2025) unter anderem diese Bereiche:

  • Energiegewinnung
  • Blutdruck
  • Schutz vor oxidativen Schäden
  • kognitive Funktionen, also Denken und Gedächtnis
  • Leistung

Diese Aussagen gelten damit als nicht zugelassen (Verbraucherzentrale, 2025).

Die Bewertung „wissenschaftlich nicht belegt“ betrifft die Werbeaussagen, nicht die Rolle von Q10 im Körper. Beides steht nebeneinander: eine beschriebene Aufgabe in der Zelle (Molyneux u. a., 2008) und Werbeversprechen, die laut Verbraucherzentrale (2025) nicht belegt sind. Wer beides auseinanderhält, liest eine Packung nüchterner.

Ein Gedanke liegt nahe: Wenn der Körper Q10 zur Energiegewinnung braucht, müsste zusätzliches Q10 mehr Energie bringen. Der erste Teil ist belegt (Verbraucherzentrale, 2025). Aussagen zur Energiegewinnung zählen aber laut Verbraucherzentrale (2025) zu den Werbeaussagen, die die EFSA als nicht belegt bewertet hat. Dass ein Stoff im Körper eine Aufgabe hat, sagt also noch nichts darüber, ob eine zusätzliche Menge aus der Kapsel etwas bewirkt.

Belegte Fundstelle

„Es gibt keine gesicherten wissenschaftlichen Belege für gesundheitliche Vorteile von Q10-haltigen Nahrungsergänzungsmitteln bei gesunden Menschen.“

Verbraucherzentrale
„Coenzym Q10-Produkte – ist ein Nutzen wirklich bewiesen?“, 2025

Für eine bestimmte Frage gibt es eine systematische Übersicht (Flowers u. a., 2014): ob Q10 als Nahrungsergänzung Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorbeugt. Gemeint ist Vorbeugung bei Menschen ohne bekannte Herz-Kreislauf-Erkrankung, in der Fachsprache Primärprävention. Eine Cochrane-Übersicht sucht nach festen Regeln die passenden Studien zu einer Frage und wertet sie gemeinsam aus.

Flowers u. a. (2014) fanden für diese Frage nur sechs randomisierte Studien mit zusammen 218 Teilnehmenden. Randomisiert heißt, dass der Zufall entscheidet, wer welche Behandlung erhält. Die Autoren werten die Lage zurückhaltend: Wegen der kleinen Zahl zu schwacher Studien seien die Ergebnisse mit Vorsicht zu betrachten, und es brauche weitere hochwertige Studien mit längerer Nachbeobachtung (sinngemäß nach Flowers u. a., 2014).

Für den Einkauf heißt das: Ein Werbeversprechen auf einer Q10-Packung lässt sich an diesem Befund messen. Ob du Q10 nimmst, entscheidest du selbst. Wer Medikamente nimmt, bespricht die Frage in der Arztpraxis.

Q10-Wert: Wann gehört die Frage in die Arztpraxis?

Wenn eine Erkrankung oder ein Medikament im Spiel ist. Einen Grund für die Messung sieht die Übersicht von Molyneux u. a. (2008) vor allem bei chronischer Herzschwäche, und unter Statinen entscheidet die Praxis über die Behandlung.

Chronische Herzschwäche ist eine Erkrankung, die ärztlich betreut wird. Ob in diesem Rahmen ein Q10-Wert bestimmt wird und was daraus folgt, gehört zu dieser Betreuung. Die Übersicht von Molyneux u. a. (2008) beschreibt den Anlass für die Messung, eine Behandlung leitet dieser Artikel daraus nicht ab.

Unter Statinen sinkt der Q10-Spiegel im Plasma (Banach u. a., 2015). Die Praxis kennt den Grund für die Verordnung und die eigene Vorgeschichte. Deshalb ist sie der Ort für die Frage, ob ein Q10-Wert in deiner Lage etwas klären würde.

Wer sich anhaltend erschöpft fühlt, lässt die Ursache in der Arztpraxis abklären. Laut Verbraucherzentrale (2025) sind in der Allgemeinbevölkerung keine Q10-Mangelsymptome bekannt.

Für das Gespräch in der Praxis lassen sich Fragen vorbereiten, am besten schriftlich, damit sie im Termin nicht untergehen:

  • Gibt es in meiner Situation einen Anlass, den Q10-Wert zu messen?
  • Was würde sich ändern, wenn das Ergebnis vorliegt?
  • Wie lässt sich eine Veränderung deuten, wenn der Wert von Natur aus schwankt?

Der Arzt oder die Ärztin ist dabei keine Hürde vor dem Test, sondern die Stelle, an der ein Messwert erst eine Bedeutung bekommt.

Coenzym Q10: Wo liegen die Grenzen des Wissens?

Messbar heißt nicht aussagekräftig: Für Gesunde ist der Nutzen eines Q10-Werts nicht belegt. Die Übersicht von Molyneux u. a. (2008) begründet die Messung vor allem mit chronischer Herzschwäche (sinngemäß).

Die Übersicht zur Messung hat den Stand von 2008. Molyneux u. a. (2008) haben eine erzählende Übersicht aus der klinischen Chemie verfasst, also eine fachliche Zusammenschau und keine systematische Auswertung nach festen Regeln. Sie trägt die Aussagen zur Messbarkeit im Plasma und zur natürlichen Schwankung.

Die Meta-Analyse von Banach u. a. (2015) beruht auf acht placebokontrollierten Behandlungsarmen. Sie trägt eine einzige Aussage: Statine senken den Q10-Spiegel im Plasma (Banach u. a., 2015). Was dieser Befund für den Einzelnen bedeutet, bleibt Sache der Arztpraxis.

Die Cochrane-Übersicht von Flowers u. a. (2014) stützt sich auf sechs kleine Studien. Die Suche nach Studien endete im Dezember 2013 (Flowers u. a., 2014).

Die Bewertung der EFSA gibt dieser Artikel so wieder, wie die Verbraucherzentrale (2025) sie zusammenfasst. Die Verbraucherzentrale (2025) ordnet dabei aus Sicht des Verbraucherschutzes ein.

Eine letzte Grenze liegt in der Frage selbst. Ein Q10-Wert sagt, wie hoch der Spiegel im Plasma zum Zeitpunkt der Messung war. Ob dieser Spiegel für dich etwas bedeutet, sagt er nicht. Dafür braucht es einen Anlass und die Einordnung in der Praxis.

Messbar heißt nicht aussagekräftig: Für Gesunde ist der Nutzen eines Q10-Werts nicht belegt.

Coenzym Q10: Was du jetzt tun kannst

Vor dem Regal mit Q10-Präparaten kannst du jedes Werbeversprechen an einer Angabe messen: Laut Verbraucherzentrale (2025) hat die EFSA alle bisher geprüften Aussagen als nicht belegt bewertet. Nimmst du ein Statin, gehört die Frage nach Q10 in das nächste Gespräch in der Arztpraxis. Und bevor du über einen Q10-Test nachdenkst, lautet die entscheidende Frage nicht, wie hoch der Wert ist, sondern was sich ändern würde, wenn du ihn kennst.

Häufige Fragen

Bildet der Körper Q10 selbst?

Ja. Laut Verbraucherzentrale (2025) bildet der Körper Coenzym Q10 selbst und nimmt es zusätzlich über Lebensmittel auf. Gebraucht wird es in allen Körperzellen zur Energiegewinnung (Verbraucherzentrale, 2025). Dass Q10 als Nahrungsergänzung verkauft wird, heißt also nicht, dass der Körper ohne Kapsel leer ausgeht. Einen Mangel beschreibt die Verbraucherzentrale (2025) zudem als sehr selten. Wer ein Medikament nimmt, das die körpereigene Bildung beeinflusst, bespricht Fragen dazu in der Arztpraxis.

Was bedeutet fettlösliches Antioxidans?

Die Bezeichnung beschreibt Eigenschaften des Stoffs, kein Gesundheitsversprechen. Molyneux u. a. (2008) nennen Q10 ein fettlösliches Antioxidans. Das erste Wort ist schnell erklärt und beschreibt, worin sich der Stoff löst, nämlich in Fetten. Als Antioxidans bezeichnet man einen Stoff, der Oxidation entgegenwirkt. Solche Begriffe aus der Chemie beschreiben, wie sich ein Stoff verhält, nicht, was eine Kapsel im Körper bewirkt. Werbeaussagen zum Schutz vor oxidativen Schäden zählen laut Verbraucherzentrale (2025) zu den Aussagen, die die EFSA als nicht belegt bewertet hat.

Gibt es zugelassene Gesundheitsaussagen für Q10?

Nein. Laut Verbraucherzentrale (2025) hat die EFSA alle bisher von Herstellern eingereichten Werbeaussagen zu Q10 geprüft und als wissenschaftlich nicht belegt bewertet. Die Aussagen gelten damit als nicht zugelassen (Verbraucherzentrale, 2025). Betroffen sind unter anderem Aussagen zu Blutdruck und Leistung (Verbraucherzentrale, 2025). Ein Versprechen, das sich auf Q10 selbst bezieht, stützt sich damit auf keine zugelassene Gesundheitsaussage.

Ist ein Q10-Mangel häufig?

Nein. Laut Verbraucherzentrale (2025) ist ein Mangel „sehr selten, in der Allgemeinbevölkerung sind keine Mangelsymptome bekannt“. Es gibt also kein Beschwerdebild, an dem sich ein Q10-Mangel im Alltag ablesen ließe. Wer anhaltende Beschwerden hat, lässt sie in der Arztpraxis abklären, statt die Ursache über einen Q10-Wert zu suchen. Unter Statinen sinkt zwar der Spiegel im Plasma (Banach u. a., 2015), doch ob an der Behandlung etwas geändert wird, entscheidet die Praxis.

Was ist ein Coenzym?

Ein Coenzym ist ein Helfer, den ein Vorgang im Stoffwechsel braucht. Molyneux u. a. (2008) beschreiben Q10 als unverzichtbaren Cofaktor in der Energiegewinnung der Mitochondrien (sinngemäß), Cofaktor ist dabei das Fachwort für einen solchen Helfer. Mitochondrien sind die Bereiche der Zelle, in denen Energie gewonnen wird. Dass der Körper Q10 für diese Aufgabe braucht, ist belegt. Werbeaussagen zur Energiegewinnung hat die EFSA laut Verbraucherzentrale (2025) trotzdem als nicht belegt bewertet.

Nächster Schritt

Vom Coenzym zu den Enzymen der Verdauung

Der Name Coenzym führt zu einer verwandten Frage: Welche Enzyme arbeiten bei der Verdauung? Die Übersicht dazu steht in einer eigenen Tabelle.

Verdauungsenzyme in der Tabelle Welche Werte messbar sind Zum Beitrag über den Nährstoffmangel-Test

Weiterlesen

Quellen

  1. Molyneux S. L. u. a.: Coenzyme Q10: is there a clinical role and a case for measurement?, Clin Biochem Rev (Stand 2008) – europepmc.org
  2. Banach M. u. a.: Statin therapy and plasma coenzyme Q10 concentrations, Pharmacol Res (Stand 2015) – europepmc.org
  3. Flowers N. u. a.: Co-enzyme Q10 supplementation for the primary prevention of cardiovascular disease, Cochrane (Stand 2014) – europepmc.org
  4. Verbraucherzentrale: Coenzym Q10-Produkte – ist ein Nutzen wirklich bewiesen? (Stand 2025) – verbraucherzentrale.de

Die Aussagen zur Rolle von Q10 in der Zelle und zur Messung im Plasma stützen sich auf [1]. Die Senkung des Q10-Spiegels unter Statinen stützt sich auf [2] und [1], die Angabe aus einzelnen Studien auf [4]. Die Studienlage zur Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen stammt aus [3]. Bildung im Körper und Mangel stützen sich auf [4], ebenso die Bewertung der Werbeaussagen durch die EFSA. Alle Quellen wurden am 21.10.2026 abgerufen.

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Laborwerte Nahrungsergänzung

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Veröffentlicht am 21.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 21.10.2026

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