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Allergietest bei Kindern: ab wann und welcher Test sinnvoll ist

21. Oktober 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Bei Säuglingen und Kleinkindern wird spezifisches IgE, also Allergie-Antikörper gegen einzelne Auslöser, oft im Blut bestimmt statt eines Hauttests (Worm u. a., 2021). Den Anstoß gibt ein begründeter Verdacht, besprochen mit der Kinderarztpraxis: Einen breiten Suchtest ohne Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie empfiehlt die Leitlinie nicht (Worm u. a., 2021). Ein IgE-Wert zeigt eine Sensibilisierung, keine Diagnose.

Allgemein folgt nach dem Arztgespräch in der Regel zuerst ein Hauttest (IQWiG, 2024), bei Kindern bevorzugt die Leitlinie dagegen die IgE-Bestimmung im Blut (Worm u. a., 2021).

Positives spezifisches IgE wird erst zusammen mit einer eindeutig passenden Vorgeschichte oder einem positiven Provokationstest bedeutsam (Worm u. a., 2021).

IgE kann auch ohne Allergie erhöht sein, etwa bei Menschen, die rauchen (IQWiG, 2024).

Allergietests bei Kindern im Überblick

Test Was er zeigt Bei Kindern
Pricktest Eine Sensibilisierung, er ist der wichtigste Hauttest bei einer Allergie vom Soforttyp (Allergieinformationsdienst, 2023) In der Regel zuerst, nach dem Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt (IQWiG, 2024)
Bluttest auf spezifisches IgE Eine Sensibilisierung, laut IQWiG (2024) ein Hinweis und kein Nachweis Bei Säuglingen und Kleinkindern oft statt eines Hauttests (Worm u. a., 2021)
Provokationstest Macht eine Sensibilisierung zusammen mit der Vorgeschichte bedeutsam (Worm u. a., 2021) Erst, wenn Haut- oder Bluttest kein eindeutiges Ergebnis zeigen (IQWiG, 2024)
In diesem Artikel

Ab welchem Alter kann man einen Allergietest bei Kindern machen?

Schon bei Säuglingen und Kleinkindern lässt sich eine Sensibilisierung untersuchen: Laut Leitlinie wird bei ihnen spezifisches IgE oft im Blut bestimmt statt eines Hauttests (Worm u. a., 2021). Den Ausschlag gibt der Anlass, also Beschwerden und ein begründeter Verdacht.

Kernaussage

Bei Kindern wird eine Sensibilisierung bevorzugt über IgE im Blut gesucht, bei Erwachsenen häufig per Hauttest (Worm u. a., 2021).

Damit die Begriffe sitzen: IgE steht für Immunglobulin E, also Antikörper der Klasse E. Das Immunsystem bildet sie gegen bestimmte Eiweiße, etwa aus der Nahrung, und bei erneutem Kontakt vermitteln sie die allergische Reaktion (Allergieinformationsdienst, 2023). Sind solche spezifischen IgE-Antikörper vorhanden, spricht man von einer allergischen Sensibilisierung (Kommission Umweltmedizin am Robert Koch-Institut, 2016).

Wer glaubt, kleine Kinder ließen sich noch nicht testen, findet in zwei Quellen das Gegenteil. Die Leitlinie zu IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien nennt für Säuglinge und Kleinkinder ausdrücklich die IgE-Bestimmung im Blut als Alternative zum Hauttest (Worm u. a., 2021). Der Allergieinformationsdienst (2023) schreibt, dass die Ärztin oder der Arzt bei kleineren Kindern einen Bluttest durchführt, ebenso dann, wenn sich ein Hauttest nicht durchführen lässt.

Für Eltern ist ein anderer Satz noch wichtiger, weil ein positives Ergebnis schnell wie ein Urteil klingt: Ein IgE-Wert zeigt eine Sensibilisierung, keine Diagnose. Die Kommission Umweltmedizin am RKI (2016) nennt die Sensibilisierung die Voraussetzung für eine Allergie, die aber auch ohne Beschwerden bestehen kann.

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG, 2024) bezeichnet den Bluttest als Hinweis auf eine Allergie, nicht als Nachweis. Bedeutsam wird ein positiver Wert erst zusammen mit einer eindeutig passenden Vorgeschichte oder einem positiven Provokationstest (Worm u. a., 2021). Was eine Allergie im Grundsatz ist, erklärt unser Beitrag Was ist eine Allergie?

Welche Allergietests gibt es für Kinder?

Das IQWiG (2024) beschreibt drei Arten von Allergietests, die in einem abgestuften Verfahren aufeinander folgen. Für Kinder setzt die Leitlinie einen eigenen Schwerpunkt beim Bluttest (Worm u. a., 2021).

Nach dem Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt sieht die Reihenfolge laut IQWiG (2024) so aus:

  • Hauttest, etwa der Pricktest: Er wird in der Regel zuerst gemacht (IQWiG, 2024).
  • Blutuntersuchung: Sie kommt zum Einsatz, wenn ein Hauttest schwierig oder zu riskant ist (IQWiG, 2024). Manche Allergene sind laut IQWiG (2024) zudem für einen Hauttest nicht als fertige Lösung verfügbar.
  • Provokationstest: Er ist erst sinnvoll, wenn Hauttest oder Blutuntersuchung keine eindeutigen Ergebnisse gezeigt haben (IQWiG, 2024).

Diese Stufen beschreibt das IQWiG (2024) allgemein. Die Leitlinie ergänzt, was bei Kindern anders gewichtet wird, und verschiebt den Schwerpunkt zur Bestimmung von spezifischem IgE im Blut (Worm u. a., 2021). Beide Angaben widersprechen sich nicht. Sie beschreiben denselben Weg aus zwei Blickwinkeln, einmal für alle und einmal mit Blick auf das Kind.

Um Kosten und Ablauf eines Allergietests geht es in einem eigenen Beitrag. Hier steht das Kind im Mittelpunkt, und damit die Frage, welcher Test in welchem Alter passt.

Nicht jede Reaktion auf ein Lebensmittel ist eine Allergie. Haut- und Bluttest suchen nach einer Sensibilisierung über IgE. Worin sich das von einer Unverträglichkeit abgrenzt, erklärt der Beitrag zum Unterschied zwischen Allergie und Unverträglichkeit.

Belegte Fundstelle

„Eine Sensibilisierung ist die Voraussetzung für eine Allergie, d. h. das Auftreten allergischer Symptome; sie kann aber auch bestehen, ohne dass beim Kontakt mit dem Allergen Symptome auftreten (‚klinisch stumme Sensibilisierung‘).“

Kommission Umweltmedizin am Robert Koch-Institut
Positionspapier, Allergo Journal International, 2016

Dieser Satz erklärt, warum ein Testergebnis allein nicht reicht. Haut- und Bluttest zeigen, ob eine Sensibilisierung vorliegt. Ob sie Beschwerden macht, beantworten sie für sich genommen nicht.

Bluttest oder Pricktest: Welcher Allergietest passt für Kinder?

Bei kleineren Kindern führt die Ärztin oder der Arzt laut Allergieinformationsdienst (2023) einen Bluttest durch, allgemein steht nach dem Arztgespräch in der Regel zuerst der Hauttest (IQWiG, 2024). Beide zeigen eine Sensibilisierung, keiner von beiden allein eine Allergie.

Mann krempelt auf einer weißen Bank den Ärmel hoch

Die Wahl zwischen den beiden Tests triffst du nicht allein. Sie fällt in der Praxis, nach dem Gespräch über das, was du beobachtet hast. Eine Rolle spielt dabei, ob ein Hauttest beim Kind schwierig oder zu riskant wäre und ob es das gesuchte Allergen als fertige Lösung für den Hauttest gibt (IQWiG, 2024).

Pricktest bei Kindern

Am besten für: den ersten Schritt nach dem Arztgespräch

✓ Was untersucht wird: Der Pricktest gibt Hinweise auf eine Allergie vom Soforttyp und zeigt eine erhöhte Allergiebereitschaft, also eine Sensibilisierung, etwa gegenüber Allergenen aus der Luft oder aus Nahrungsmitteln (Allergieinformationsdienst, 2019).

✓ Wann bei Kindern: Er gilt als der wichtigste Hauttest bei einer Allergie vom Soforttyp (Allergieinformationsdienst, 2023). Lässt sich ein Hauttest nicht durchführen oder ist das Kind noch klein, wird stattdessen ein Bluttest gemacht (Allergieinformationsdienst, 2023).

✕ Was er nicht zeigt: Ob die Sensibilisierung Beschwerden macht, denn sie kann, muss aber nicht, mit Symptomen einhergehen (Allergieinformationsdienst, 2023).

Urteil: Allgemein der übliche erste Test (IQWiG, 2024), bei Kindern aber nicht der Weg, den die Leitlinie bevorzugt (Worm u. a., 2021).

Bluttest auf spezifisches IgE bei Kindern

Am besten für: Säuglinge und Kleinkinder

✓ Was untersucht wird: Im Labor wird die Menge der IgE-Antikörper in der Blutprobe gemessen, und sie kann bei einer Allergie erhöht sein (IQWiG, 2024).

✓ Wann bei Kindern: Bei Säuglingen und Kleinkindern oft statt eines Hauttests (Worm u. a., 2021). Außerdem, wenn ein Hauttest schwierig oder zu riskant ist (IQWiG, 2024).

✕ Was er nicht zeigt: Einen Nachweis, denn laut IQWiG (2024) ist der Test nur ein Hinweis auf eine Allergie.

Urteil: Bei Kindern der Weg, den die Leitlinie bevorzugt (Worm u. a., 2021), mit derselben Grenze wie jeder IgE-Wert.

Für Eltern zählt danach vor allem, wie das Ergebnis gelesen wird. Beide Verfahren zeigen eine Sensibilisierung, und ob sie zu den Beschwerden passt, beurteilt die Praxis zusammen mit der Vorgeschichte (Worm u. a., 2021).

Was zeigt ein IgE-Allergietest bei Kindern, und was nicht?

Ein IgE-Test zeigt, ob gegen einen Stoff spezifische Antikörper im Blut sind, also eine Sensibilisierung. Als Faustregel ist nur die Hälfte der Sensibilisierungen in der Bevölkerung wirklich mit Beschwerden verbunden (Worm u. a., 2021).

Ein erhöhter Wert ist deshalb nicht automatisch eine Allergie. Laut IQWiG (2024) können auch ohne Allergie mehr IgE-Antikörper im Blut sein, beispielsweise bei Menschen, die rauchen, oder bei einer Parasiten-Infektion.

Auch über die Stärke der Beschwerden sagt die Höhe des Werts wenig Verlässliches: Die Menge an Allergie-Antikörpern hängt nicht unbedingt mit ihr zusammen (IQWiG, 2024). Ein hoher Wert bedeutet also nicht zwingend starke Reaktionen.

Liegt eine Sensibilisierung vor, aber keine Beschwerden, spricht man von einer stummen Sensibilisierung (Allergieinformationsdienst, 2023). Bei einem Kind ohne Beschwerden kann ein positiver Wert genau das sein: messbar, aber ohne Symptome im Alltag.

Für das Gesamt-IgE nennt der Allergieinformationsdienst (2019) einen Normalwert bis 100 IU/ml, also internationale Einheiten pro Milliliter Serum, bei Erwachsenen und Kindern ab zehn Jahren. Für Kinder unter zehn Jahren gelten altersabhängig andere Werte (Allergieinformationsdienst, 2019). Maßgeblich sind die Angaben auf dem Befund deines Kindes.

Wie es überhaupt zur Bildung dieser Antikörper kommt, beschreibt der Beitrag dazu, wie eine Allergie entsteht.

Das Wichtigste in Zahlen und Fakten

bis 100 IU/ml

Normalwert für das Gesamt-IgE ab zehn Jahren, bei jüngeren Kindern gelten altersabhängig andere Werte (Allergieinformationsdienst, 2019).

die Hälfte

Als Faustregel ist nur die Hälfte der Sensibilisierungen in der Bevölkerung mit Beschwerden verbunden (Worm u. a., 2021).

37,1 %

der 3- bis 17-Jährigen in Deutschland waren gegen einen Mehrfach-Allergenmix sensibilisiert (Thamm u. a., 2018).

16,1 %

der Kinder und Jugendlichen hatten mindestens eine von drei allergischen Erkrankungen, mehr als jedes sechste Kind (Thamm u. a., 2018).

Quelle je Zahl in Klammern; die KiGGS-Daten stammen aus den Jahren 2014 bis 2017 (Thamm u. a., 2018).

Welche Allergien sind bei Kindern häufig?

In der KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts hatte mehr als jedes sechste Kind (16,1 %) mindestens eine von drei allergischen Erkrankungen, am weitesten verbreitet war Heuschnupfen (Thamm u. a., 2018).

KiGGS ist eine Querschnittstudie des Robert Koch-Instituts mit Kindern und Jugendlichen in Deutschland (Thamm u. a., 2018). Die Zahlen der zweiten Welle stammen aus den Jahren 2014 bis 2017 und geben an, welcher Anteil der 0- bis 17-Jährigen in den letzten zwölf Monaten betroffen war (Thamm u. a., 2018).

Die drei untersuchten Erkrankungen, jeweils als Anteil in den letzten zwölf Monaten:

  • Heuschnupfen: 8,8 % (Thamm u. a., 2018)
  • Neurodermitis: 7,0 % (Thamm u. a., 2018)
  • Asthma bronchiale: 3,5 % (Thamm u. a., 2018)

Gegenüber der ersten KiGGS-Erhebung haben sich diese Anteile nicht signifikant verändert, was die Autorinnen und Autoren als Stabilisierung auf hohem Niveau deuten (Thamm u. a., 2018).

Daneben waren 37,1 % der 3- bis 17-Jährigen gegen einen Mehrfach-Allergenmix sensibilisiert (Thamm u. a., 2018). Die beiden Anteile beziehen sich auf unterschiedliche Altersgruppen und lassen sich nicht voneinander abziehen. Sie zeigen nur ungefähr, dass Sensibilisierungen verbreiteter sind als allergische Erkrankungen (Thamm u. a., 2018).

Bei Nahrungsmittelallergien nennt die Leitlinie diese Lebensmittel als häufigste Auslöser bei Kindern und Jugendlichen (Worm u. a., 2021):

  • Milch
  • Hühnerei
  • Soja
  • Weizen
  • Erdnuss
  • Baumnüsse

Wie verbreitet eine bestätigte Nahrungsmittelallergie ist, zeigt eine Studie von 2004: Sie fand bei 4,2 % der untersuchten Kinder eine Nahrungsmittelallergie, die durch einen Provokationstest bestätigt war (Worm u. a., 2021).

Nicht jede Allergie verläuft gleich. Erdnuss- und Baumnussallergien können laut Leitlinie bis ins Erwachsenenalter bleiben (Worm u. a., 2021). Ob eine Reaktion auf Nüsse eine Allergie oder eine Unverträglichkeit ist, ordnet der Beitrag Nussallergie oder Nussunverträglichkeit ein.

Wann sollte ein Kind auf Allergien getestet werden?

Ein Test ist sinnvoll, wenn dein Kind Beschwerden hat und ein begründeter Verdacht besteht, den du mit der Kinderarztpraxis besprichst. Von einem breiten Suchtest ohne begründeten Verdacht auf eine Nahrungsmittelallergie rät die Leitlinie ab (Worm u. a., 2021).

Der Anlass sieht im Alltag ganz unterschiedlich aus. Bei einem Kind ist es ein Ausschlag nach dem Essen. Ein anderes niest jedes Frühjahr, oder es hustet, sobald es bei den Großeltern mit der Katze spielt. Solche Beobachtungen sind der Ausgangspunkt, nicht der Test.

In der Praxis steht am Anfang das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt, erst danach folgt in der Regel der erste Test (IQWiG, 2024). Für dieses Gespräch hilft es, Beobachtungen festzuhalten: was dein Kind gegessen oder angefasst hat und was danach passiert ist.

Warum kein Test auf Vorrat? Positives spezifisches IgE wird erst zusammen mit einer eindeutig passenden Vorgeschichte oder einem positiven Provokationstest bedeutsam (Worm u. a., 2021). Ohne Beschwerden fehlt einem Wert genau diese Vorgeschichte. Eine Sensibilisierung kann zudem bestehen, ohne dass beim Kontakt mit dem Allergen Symptome auftreten (Kommission Umweltmedizin am RKI, 2016).

Ein Test ist sinnvoll, wenn …

dein Kind nach Kontakt mit einem vermuteten Auslöser Beschwerden zeigt (IQWiG, 2024).

ein begründeter Verdacht besteht, der zur Vorgeschichte passt (Worm u. a., 2021).

du den Weg mit der Kinderarztpraxis abstimmst, die den passenden Test wählt.

Ein Test bringt wenig, wenn …

er als Suchtest ohne begründeten Verdacht gedacht ist (Worm u. a., 2021).

nur ein Wert ohne Beschwerden vorliegt, denn eine Sensibilisierung kann auch stumm bleiben (Kommission Umweltmedizin am RKI, 2016).

Der AllergoCheck: Was ein Bluttest zu Hause zeigen kann

Der AllergoCheck von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) misst aus Kapillarblut IgE gegen 54 Allergene und gibt damit einen Hinweis auf eine Sensibilisierung. Eine Diagnose stellt er nicht, und als Suchtest ohne Beschwerden ist er nicht gedacht.

Die Probe wird zu Hause selbst entnommen: Für den Test reicht ein Fingerpieks, das Röhrchen geht in der beiliegenden Rücksendetasche zurück. Ausgewertet wird in einem Fachlabor in Deutschland, den Bericht gibt es als PDF im Kundenportal.

Gemessen wird IgE gegen 54 Allergene, unter anderem aus Pollen und Nahrungsmitteln. Auch Katze und Hund sind darunter. Ein positiver Wert gegen Katze zeigt dann eine Sensibilisierung, aber nicht, ob das Husten bei den Großeltern daher kommt.

Freigegeben ist der AllergoCheck ab 6 Jahren. Das ist die Altersfreigabe des Produkts, keine Altersgrenze für Allergietests: Für jüngere Kinder führt der Weg in die Kinderarztpraxis.

Ein erhöhter IgE-Wert bedeutet Sensibilisierung, nicht zwangsläufig Beschwerden. Manche Menschen haben messbare Antikörper und reagieren nie. Ob daraus eine Allergie wird, entscheidet sich am Symptom, und das gehört in ärztliche Hände.

Gedacht ist der Test bei Beschwerden und nicht als Vorsorge-Suchtest. Sein Platz ist die Vorbereitung auf das Gespräch in der Kinderarztpraxis: Er liefert einen Hinweis auf eine Sensibilisierung, den du dorthin mitnimmst. Das Gespräch ersetzt er nicht, und ob danach ein Hauttest oder ein Provokationstest folgt, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

AllergoCheck Nahrungsmittel- und Allergietest von mybody®x

Aus dem mybody®x-Sortiment · Bluttest

AllergoCheck | Nahrungsmittel- und Allergietest

Misst aus Kapillarblut IgE gegen 54 Allergene, darunter Katze und Hund, als Hinweis auf eine Sensibilisierung. Er stellt keine Diagnose und ist nicht als Suchtest ohne Beschwerden gedacht. Das Ergebnis ist eine Vorbereitung auf das Gespräch in der Kinderarztpraxis.

Preis 129,00 € Stand 20.10.2026, Änderungen möglich
Probenart Kapillarblut per Fingerpieks, zu Hause selbst entnommen
freigegeben ab 6 Jahren
Bearbeitungszeit Kit-Versand 1–3 Werktage
Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
Zum AllergoCheck

Wo liegen die Grenzen beim Allergietest für Kinder?

Haut- und Bluttest zeigen eine Sensibilisierung, keine Diagnose, und das gilt auch für den AllergoCheck. Auch die Quellen dieses Ratgebers haben Grenzen, die du kennen solltest.

  • Die Begriffsbestimmung der Sensibilisierung stammt aus einem Positionspapier, nicht aus einer Studie mit eigenen Zahlen (Kommission Umweltmedizin am RKI, 2016).
  • Das IQWiG (2024) beschreibt die ärztliche Diagnostik, bei der die Blutprobe aus der Armvene stammt. Der AllergoCheck arbeitet mit Kapillarblut aus dem Finger.
  • Die Leitlinie hat den Stand 2021 (Worm u. a., 2021). Die 4,2 % bestätigter Nahrungsmittelallergien bei Kindern stammen aus einer einzelnen Studie von 2004 (Worm u. a., 2021).
  • Zwei Seiten des Allergieinformationsdienstes, zu Hauttests und zu Labortests, haben den Stand 2019 (Allergieinformationsdienst, 2019).
  • Die KiGGS-Zahlen stammen aus der Zusammenfassung der Studie mit Daten von 2014 bis 2017 (Thamm u. a., 2018). Krankheits- und Sensibilisierungsanteil beziehen sich auf verschiedene Altersgruppen.
  • Der AllergoCheck zeigt eine Sensibilisierung, keine Diagnose. Ob eine Allergie vorliegt, entscheidet sich am Symptom und im Gespräch in der Praxis.

Was bleibt für Eltern beim Allergietest für Kinder?

Am Anfang steht nicht der Test, sondern das, was du an deinem Kind beobachtest. Mit diesen Beobachtungen gehst du in die Kinderarztpraxis, und dort fällt die Wahl zwischen Haut- und Bluttest, bei den Jüngsten laut Leitlinie eher zugunsten des Bluttests (Worm u. a., 2021). Ein positiver Wert beschreibt eine Sensibilisierung, erst eine eindeutig passende Vorgeschichte oder ein positiver Provokationstest macht ihn bedeutsam (Worm u. a., 2021). Mit diesem Wissen lässt sich jedes Ergebnis ruhiger lesen.

Häufige Fragen

Wächst sich eine Milchallergie aus?

Bei einer frühen Milcheiweißallergie stehen die Chancen gut: Die Leitlinie beschreibt eine gute Prognose für eine spontane Toleranzentwicklung, also dafür, dass das Kind das Lebensmittel mit der Zeit verträgt (Worm u. a., 2021). Anders sieht es bei Erdnuss- und Baumnussallergien aus, die bis ins Erwachsenenalter bleiben können (Worm u. a., 2021). Wie es bei deinem Kind verläuft, beurteilt die Kinderarztpraxis über die Zeit.

Was bedeutet ein Gesamt-IgE über 100?

Bei Erwachsenen und Kindern ab zehn Jahren liegt der Normalwert für das Gesamt-IgE bis 100 IU/ml (Allergieinformationsdienst, 2019). Für jüngere Kinder gelten altersabhängig andere Werte (Allergieinformationsdienst, 2019). Ein Wert darüber ist kein Beweis für eine Allergie, denn laut IQWiG (2024) können auch ohne Allergie mehr IgE-Antikörper im Blut sein, etwa bei einer Parasiten-Infektion. Was der Wert bedeutet, ordnet die Praxis zusammen mit den Beschwerden ein.

Was ist eine stumme Sensibilisierung?

Von einer stummen Sensibilisierung spricht man, wenn eine Sensibilisierung vorliegt, aber keine Beschwerden (Allergieinformationsdienst, 2023). Die Kommission Umweltmedizin am RKI (2016) beschreibt sie als Sensibilisierung, die besteht, ohne dass beim Kontakt mit dem Allergen Symptome auftreten. Wie verbreitet das ist, zeigt eine Faustregel: Nur die Hälfte der Sensibilisierungen in der Bevölkerung ist wirklich mit Beschwerden verbunden (Worm u. a., 2021).

Wie viele Kinder haben eine Nahrungsmittelallergie?

Eine Studie von 2004 fand bei 4,2 % der untersuchten Kinder eine Nahrungsmittelallergie, die durch einen Provokationstest bestätigt war, bei Erwachsenen waren es 3,7 % (Worm u. a., 2021). Eine andere Größenordnung betrifft die ganze Bevölkerung: In Befragungen geben rund 30 Prozent der Bevölkerung an, unter einer Nahrungsmittelallergie zu leiden, nachweisbare Reaktionen sind deutlich seltener (Allergieinformationsdienst, 2023). Die 4,2 % stammen aus einer einzelnen Studie und sind nur in diesem Bezug zu lesen (Worm u. a., 2021).

Wann ist ein Provokationstest nötig?

Laut IQWiG (2024) ist ein Provokationstest erst dann sinnvoll, wenn Hauttest oder Blutuntersuchung keine eindeutigen Ergebnisse gezeigt haben. Er steht damit am Ende des abgestuften Verfahrens. Seine Bedeutung beschreibt die Leitlinie so: Positives spezifisches IgE wird erst zusammen mit einer eindeutig passenden Vorgeschichte oder einem positiven Provokationstest bedeutsam (Worm u. a., 2021). Ob ein solcher Test bei deinem Kind ansteht, entscheidet die Ärztin oder der Arzt.

Nächster Schritt

Mit einem Hinweis in die Kinderarztpraxis

Gibt es Beschwerden und einen Verdacht, zeigt der AllergoCheck, ob IgE gegen 54 Allergene messbar ist. Das Ergebnis ist ein Hinweis auf eine Sensibilisierung, den du ins Gespräch mit der Praxis mitnimmst.

Zum AllergoCheck Was ein Allergietest kostet und wie er abläuft Kosten und Ablauf im Überblick

Weiterlesen

Quellen

  1. Kommission Umweltmedizin am Robert Koch-Institut: Aktueller Stand zur Verbreitung von Allergien in Deutschland, Allergo Journal International (Stand 2016) – rki.de; IQWiG: Welche Allergietests gibt es? (Stand 2024) – gesundheitsinformation.de
  2. Worm M. u. a.: Update der S2k-Leitlinie zu IgE-vermittelten Nahrungsmittelallergien, Allergologie select (Stand 2021) – europepmc.org
  3. Allergieinformationsdienst (Helmholtz Munich): Nahrungsmittelallergie und Allergie-Diagnose (Stand 2019 und 2023) – allergieinformationsdienst.de
  4. Thamm R. u. a. (KiGGS Welle 2, Robert Koch-Institut): Allergische Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland, Journal of Health Monitoring (Stand 2018) – europepmc.org

Die Aussagen zur Sensibilisierung und zur stummen Sensibilisierung stützen sich auf [1] und [3]. Das abgestufte Vorgehen und die Grenzen des Bluttests folgen dem IQWiG in [1]. Der Leitlinie in [2] folgt die Bevorzugung des Bluttests bei Kindern. Auch Auslöser und Verlauf von Nahrungsmittelallergien stammen aus [2]. Die Anteile allergischer Erkrankungen kommen aus [4], der Normalwert des Gesamt-IgE aus [3]. Die Produktangaben zum AllergoCheck stammen von mybody®x, Stand der Angaben: 20.10.2026.

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mybody®x Redaktions- & Fachteam

Allergie bei Kindern IgE und Sensibilisierung

Diesen Ratgeber hat das mybody®x Redaktions- & Fachteam erstellt, gestützt auf die im Quellenkapitel genannten Leitlinien und Fachinformationen. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 21.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 21.10.2026

Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.

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Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.

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