Osteoporose-Test: welcher passt und wann er kostenlos ist
20. Oktober 2026ca. 14 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
Der Standardtest auf Osteoporose ist die Knochendichtemessung mit DXA, einem Röntgenverfahren: Nur sie prüft, ob eine Osteoporose nach der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorliegt (DVO, 2023). Für gesetzlich Versicherte ist die Messung kostenlos, wenn sie medizinisch begründet ist (IQWiG, 2022). Blutwerte zeigen keine Knochendichte, sie können helfen, andere Ursachen des Knochenabbaus auszuschließen (IQWiG, 2022).
Am aussagekräftigsten ist die Knochendichte am Oberschenkelhals, Werte der Lendenwirbelsäule sind es weniger (IQWiG, 2022).
Ultraschallwerte lassen sich nicht in DXA-Werte umrechnen, ein Ultraschall ist nur in Ausnahmen als Vortest sinnvoll (DVO, 2023).
Ab 70 Jahren sollte eine Osteoporose-Diagnostik angeboten werden, vorher hängt die Abklärung vom Risikoprofil ab (DVO, 2023).
In diesem Artikel
Welcher Osteoporose-Test ist der richtige?
Der richtige Osteoporose-Test ist die Knochendichtemessung mit DXA, denn die Diagnose einer Osteoporose stützt sich laut Leitlinie auf eine niedrige Knochendichte (DVO, 2023). Die anderen Verfahren in der Übersicht ergänzen diese Messung, ersetzen sie aber nicht (DVO, 2023).
Osteoporose-Tests im Überblick
| Verfahren | Was es zeigt | Laut Leitlinie |
|---|---|---|
| Knochendichtemessung mit DXA | Mineralsalzgehalt des Knochens als T-Wert | Standardverfahren, nur sie prüft die WHO-Definition (DVO, 2023) |
| Ultraschall (QUS) | eigene Messwerte, nicht in DXA-Werte umrechenbar | nur in Ausnahmen als Vortest (DVO, 2023) |
| Computertomografie (QCT) | Knochendichte | mit Einschränkung für Behandlungseffekte (DVO, 2023) |
| Basislabor im Blut | andere Ursachen des Knochenabbaus | ersetzt keine Knochendichtemessung (DVO, 2023) |
| Risikorechner (FRAX) | Bruchrisiko aus Risikofaktoren | Teil der Abschätzung (DVO, 2023) |
Osteoporose bezeichnet eine verringerte Knochendichte, und die ist laut IQWiG (2022) keine Erkrankung, sondern ein Risikofaktor für Knochenbrüche. Ob die Knochendichte verringert ist, lässt sich laut IQWiG (2022) durch eine Knochendichtemessung feststellen, Fachleute nennen sie Osteodensitometrie.
Eine Osteoporose spürt man nicht, schreibt das IQWiG (2022). Oft macht sie sich laut IQWiG (2022) erst bemerkbar, wenn ein Knochen bricht. Wer wissen will, wie es um die eigenen Knochen steht, kann sich deshalb nicht auf das eigene Gefühl verlassen, sondern braucht einen Messwert.
Bei der Suche nach einem Osteoporose-Test taucht schnell die Frage auf, ob nicht ein Bluttest reicht. Die Antwort ist nein: Nicht ein Blutwert stellt die Osteoporose fest, sondern die gemessene Knochendichte (DVO, 2023). Blutwerte haben trotzdem einen festen Platz in der Abklärung, nur mit einer anderen Aufgabe. Welche das ist, steht im Kapitel zu den Blutwerten.
Was macht die DXA zum Standard beim Osteoporose-Test?
Nur mit DXA lässt sich prüfen, ob eine Osteoporose nach der WHO-Definition vorliegt, denn diese Definition beruht auf dem DXA-Messwert (DVO, 2023).
DXA steht für Dual-X-Ray-Absorptiometrie, ein Röntgenverfahren. Die Leitlinie nennt es das empfohlene Standardverfahren und sieht die Messung an der Lendenwirbelsäule und beidseits an der Hüfte vor (DVO, 2023). Ihre erste Aufgabe ist laut DVO (2023) die Prüfung, ob eine Osteoporose nach der WHO-Definition vorliegt. Eine Übersicht zur aktualisierten Leitlinie bestätigt, dass DXA weiterhin das bevorzugte Verfahren ist (Pfeil & Lange, 2024).
Zwei weitere Verfahren liefern ebenfalls Knochenwerte: die quantitative Ultraschallmessung, kurz QUS, und die Messung mit Computertomografie, kurz QCT. Ihre Werte lassen sich laut DVO (2023) nicht in DXA-Werte umrechnen. Für die Beurteilung von Behandlungseffekten eignet sich neben DXA mit Einschränkung auch die QCT, für den Ultraschall ist das laut DVO (2023) nicht oder nicht ausreichend untersucht.
Ein Ultraschall ist damit keine gleichwertige Alternative zur DXA, sondern ein Vortest für Ausnahmen. Die Leitlinie hält ihn als ersten Schritt nur bei bestimmten Hochrisikogruppen für sinnvoll, bei denen eine DXA-Messung nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist (DVO, 2023). Neuere Untersuchungen zum Ultraschall liegen laut DVO (2023) nicht vor.
Was zeigt ein Osteoporose-Risikorechner wie FRAX?
Ein Risikorechner schätzt das Bruchrisiko aus Risikofaktoren ab, eine Knochendichte misst er nicht (DVO, 2023).
FRAX ist ein Rechentool, das laut DVO (2023) eine Arbeitsgruppe der WHO erarbeitet hat. Es schätzt aus klinischen Risikofaktoren, wahlweise ergänzt um die DXA-Knochendichte am Oberschenkelhals, das Risiko für Brüche ab (DVO, 2023). Die Leitlinie von 2023 hat dabei den Zeitraum verkürzt: Statt des Bruchrisikos für zehn Jahre betrachtet sie das Risiko für drei Jahre, bezogen auf Brüche an Oberschenkelhals und Wirbelkörpern (Pfeil & Lange, 2024). Eine Diagnose liefert der Rechner nicht, die stützt sich auf die gemessene Knochendichte (DVO, 2023).
Die Knochendichtemessung ist eine ärztliche Untersuchung. Das Ergebnis ordnet die Ärztin oder der Arzt gemeinsam mit deinen Risikofaktoren ein.
Wie funktioniert die Knochendichtemessung bei Osteoporose?
Die Knochendichtemessung bestimmt, wie viel Mineralsalz der Knochen enthält, und gibt das Ergebnis als T-Wert an (IQWiG, 2022). Der Körper wird dabei einer geringen Röntgenstrahlung ausgesetzt (IQWiG, 2022).
Der T-Wert, englisch T-Score, ist eine Vergleichszahl: Ein T-Wert von 0 entspricht der Knochendichte eines jungen, gesunden Erwachsenen im Alter von 20 bis 30 Jahren (IQWiG, 2022). Für die Einordnung gelten nach der Definition der WHO, wie das IQWiG (2022) sie wiedergibt, diese Grenzen:
- T-Wert bis −1: normal (IQWiG, 2022)
- T-Wert zwischen −1 und −2,5: vermindert, die sogenannte Osteopenie (IQWiG, 2022)
- T-Wert gleich oder kleiner als −2,5: Osteoporose (IQWiG, 2022)
Die Leitlinie arbeitet mit derselben Schwelle von −2,5 und hält fest, dass die WHO-Definition auf dem DXA-Messwert beruht (DVO, 2023). Ein T-Wert aus einem anderen Messverfahren lässt sich laut DVO (2023) deshalb nicht in dieses Raster übertragen.
Auch der Messort zählt. Laut IQWiG (2022) wird die Knochendichte am besten am Oberschenkelhals gemessen. Werte der Lendenwirbelsäule sind weniger aussagekräftig, weil die Wirbelkörper im Alter auch aus anderen Gründen verändert sein können (IQWiG, 2022).
Zwischen Knochendichte und Bruchrisiko besteht laut Leitlinie ein starker Zusammenhang (DVO, 2023). Trotzdem geht weniger als die Hälfte der Brüche bei älteren Frauen mit einer verminderten Knochendichte einher, weil die meisten Brüche bei Messwerten oberhalb der Schwelle von −2,5 passieren (DVO, 2023).
Belegte Fundstelle
„Die Knochendichtemessung kann nicht zuverlässig vorhersagen, wie wahrscheinlich ein Knochenbruch ist.“
Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
gesundheitsinformation.de, „Osteoporose und Knochenbrüche“, 2022
Für dich heißt das: Ein unauffälliger Wert ist keine Garantie gegen einen Bruch, und ein auffälliger ist kein sicheres Zeichen dafür. Neben der Messung betrachtet die Leitlinie weitere Risikofaktoren, darunter frühere Brüche und einen Sturz im letzten Jahr (Pfeil & Lange, 2024).
Wann ist ein Osteoporose-Test kostenlos?
Ist eine Knochendichtemessung medizinisch begründet, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten, sinngemäß nach IQWiG (2022). Als Beispiele nennt das IQWiG (2022) diese Situationen:
- Nach einem Knochenbruch besteht der Verdacht auf eine Osteoporose.
- Es besteht ein erhöhtes Risiko für eine Osteoporose, etwa nach längerer Einnahme von Kortisonpräparaten.
- Eine Behandlung mit Osteoporose-Medikamenten wird erwogen.
Ohne medizinischen Grund bieten manche Praxen die Messung laut IQWiG (2022) als Selbstzahlerleistung an, als sogenannte individuelle Gesundheitsleistung (IGeL).
Lohnt sich ein Osteoporose-Test zur Früherkennung?
Für Frauen unter 65 Jahren ohne Risikofaktoren kann die Untersuchung laut IQWiG (2022) mehr Nachteile als Vorteile haben. Früherkennung meint hier eine Messung ohne Beschwerden und ohne konkreten Verdacht.
Zwei Nachteile nennt das IQWiG (2022). Der Körper wird bei der Messung einer geringen Röntgenstrahlung ausgesetzt. Und ergibt die Messung eine niedrige Knochendichte, kann das beunruhigen und dazu führen, dass sich jemand aus Angst vor einem Bruch weniger bewegt; dann schadet die Früherkennung laut IQWiG (2022) sogar.
Insgesamt ist der Nutzen der Früherkennung laut IQWiG (2022) unzureichend untersucht und umstritten. Für jüngere Frauen und für Männer wurden Vor- und Nachteile laut IQWiG (2022) bisher nicht in aussagekräftigen Studien untersucht. Eine Messung ohne Anlass ist deshalb nicht automatisch die vorsichtigere Wahl.
Welche Blutwerte gehören zur Osteoporose-Abklärung?
Zur Abklärung gehört laut Leitlinie ein Basislabor aus elf Blutwerten (DVO, 2023). Eine Knochendichte zeigt keiner dieser Werte, aber eine Blutuntersuchung kann laut IQWiG (2022) helfen, andere Erkrankungen als Ursache des Knochenabbaus auszuschließen.

Warum Blut, wenn es um Knochen geht? Laut Leitlinie ist eine verminderte Knochendichte für sich genommen nicht spezifisch für eine Osteoporose, verschiedene klinische Konstellationen können sie bedingen (DVO, 2023). Eine davon ist die Osteomalazie, eine andere Knochenerkrankung, die ebenfalls mit niedrigen Messwerten der Knochendichte einhergeht. Das Basislabor soll laut DVO (2023) unter anderem ermöglichen, sie im Einzelfall abzugrenzen.
Basislabor nennt die Leitlinie die Laboruntersuchungen, die bei der Abklärung durchgeführt werden sollen (DVO, 2023). Es umfasst laut DVO (2023) diese elf Werte:
- Calcium im Serum
- Phosphat im Serum
- alkalische Phosphatase (AP)
- Gamma-GT
- Kreatinin-Clearance (GFR)
- C-reaktives Protein (CRP)
- Blutsenkung (BSG)
- kleines Blutbild
- TSH
- Natrium im Serum
- Eiweißelektrophorese im Serum
Die Leitlinie empfiehlt ausdrücklich, sowohl CRP als auch BSG zu bestimmen (DVO, 2023). Die ganze Zusammenstellung ist ein Expertenkonsens, also eine Einigung von Fachleuten, weil vergleichende Studien zum Stellenwert der einzelnen Werte weitgehend fehlen (DVO, 2023). Die Werte dienen der Abgrenzung anderer Ursachen; die Diagnose der Osteoporose selbst stützt sich auf die niedrige Knochendichte (DVO, 2023).
Was der Calciumwert im Blut über die Knochen aussagt, ordnet der Beitrag Calcium im Blut und die Knochen ein. Hier geht es um den Weg zur Diagnose.
Gehört Vitamin D zu den Osteoporose-Blutwerten?
Nein, 25-Hydroxy-Vitamin D, kurz 25-OH-Vitamin D, gehört laut Leitlinie nicht zum Basislabor (DVO, 2023). Bestimmt werden sollte es nur in ausgewählten Fällen, etwa beim Verdacht auf eine Osteomalazie (DVO, 2023).
Als Grund nennt die Leitlinie auch die Messmethoden: Sie sind zu wenig standardisiert und haben eine Schwankungsbreite von bis zu 30 Prozent (DVO, 2023). Ist dein Wert schon bestimmt worden, liest du im Beitrag dazu, was der 25-OH-D3-Wert bedeutet.
Die Knochendichte misst kein Test von mybody®x (MYBODY Lab GmbH). Der VitalCheck von mybody®x bestimmt aus Kapillarblut neben Calcium auch Phosphat und 25-OH-Vitamin-D3, für 169,00 € (Stand 20.10.2026, Änderungen möglich). Eine Knochendichtemessung ersetzt das nicht; die Werte dienen der Vorbereitung auf das Arztgespräch.
Kapitel auf einen Blick
Eine Blutuntersuchung zeigt keine Knochendichte, sie kann laut IQWiG (2022) helfen, andere Ursachen des Knochenabbaus auszuschließen. Das Basislabor der Leitlinie umfasst elf Werte und beruht auf einem Expertenkonsens (DVO, 2023). 25-OH-Vitamin D gehört nicht dazu und sollte nur in ausgewählten Fällen bestimmt werden (DVO, 2023). Die Diagnose selbst stützt sich auf die gemessene Knochendichte (DVO, 2023).
Wer sollte einen Osteoporose-Test machen?
Die Leitlinie empfiehlt eine Abklärung bei Frauen nach den Wechseljahren und bei Männern ab 50 Jahren, wenn die Ärztin oder der Arzt die Risikofaktoren für einen Bruch als relevant einschätzt (DVO, 2023). Ab dem 70. Lebensjahr sollte eine Osteoporose-Diagnostik angeboten werden (DVO, 2023).
Die Leitlinie nennt diese Abklärung Basisdiagnostik (DVO, 2023). Vor den Wechseljahren und bei Männern unter 50 Jahren empfiehlt sie generell keine, weil das Bruchrisiko dann gering ist (Pfeil & Lange, 2024). Auch außerhalb der genannten Risikoprofile empfiehlt die Leitlinie keine Basisdiagnostik, von seltenen Krankheitsbildern abgesehen (DVO, 2023). Niedrige Werte einer Ultraschall- oder QCT-Messung können laut DVO (2023) dagegen ein Anlass für eine Abklärung sein.
Mit 70 Jahren ist das Bruchrisiko bei Frauen im Modell der Leitlinie so hoch, dass eine Knochendichtemessung angezeigt ist, sofern sich daraus Folgen für die Behandlung ergeben sollen (DVO, 2023). Das Modell rechnet in diesem Alter mit durchschnittlich 3 Prozent in drei Jahren für Brüche an Wirbelkörpern und Oberschenkelhals (DVO, 2023). Ab einem Alter von 70 Jahren sollte laut DVO (2023) außerdem regelmäßig nach Stürzen gefragt werden, um das Sturzrisiko festzustellen.
Osteoporose entwickelt sich laut IQWiG (2022) meist erst nach dem 50. Lebensjahr und wird mit zunehmendem Alter häufiger (IQWiG, 2022). Bei Frauen beschleunigt sich der Knochenabbau etwa ab dem 50. Lebensjahr, wenn mit den Wechseljahren das Geschlechtshormon Östrogen sinkt (IQWiG, 2022). Wer in dieser Lebensphase mit Rückenschmerzen zu tun hat, findet eine Einordnung im Beitrag zu Rückenschmerzen in den Wechseljahren.
Osteoporose und Alter
etwa 20 %
der Frauen mit 70 Jahren gaben in einer großen Untersuchung eine Osteoporose-Diagnose an (IQWiG, 2022).
etwa ab 50
beschleunigt sich bei Frauen der Knochenabbau (IQWiG, 2022).
ab 70
Jahren sollte eine Osteoporose-Diagnostik angeboten werden (DVO, 2023).
Quellen: IQWiG (2022), DVO (2023)
Welche Risikofaktoren sprechen für einen Osteoporose-Test?
Ob eine Abklärung sinnvoll ist, hängt laut Leitlinie vom persönlichen Risikoprofil ab (DVO, 2023). Als beeinflussbare Risikofaktoren nennt das IQWiG (2022) vor allem diese:
- ein geringes Körpergewicht im Verhältnis zur Körpergröße
- Kalziummangel
- Vitamin-D-Mangel
- Bewegungsmangel
- Rauchen
- starker Alkoholkonsum
- die längere Einnahme von Kortison-Medikamenten, etwa über mehrere Monate
Wie sich ein Vitamin-D-Mangel bemerkbar machen kann, beschreibt der Beitrag Vitamin-D-Mangel bei Frauen. Eine Übersicht zur Leitlinie nennt weitere Risikofaktoren, darunter diese (Pfeil & Lange, 2024):
- frühere Brüche an Wirbelkörpern oder an der Hüfte
- ein Sturz im letzten Jahr
- Untergewicht mit einem Body-Mass-Index (BMI) unter 20 kg/m² (Pfeil & Lange, 2024)
- Diabetes mellitus vom Typ 1 oder Typ 2 (Pfeil & Lange, 2024)
Trifft einer dieser Punkte auf dich zu, ist das kein Befund, sondern ein Anlass für das Gespräch in der Praxis. Ob daraus ein relevantes Risikoprofil wird, schätzt laut Leitlinie die Ärztin oder der Arzt ein (DVO, 2023).
Wo liegen die Grenzen der Osteoporose-Tests?
Auch der Standardtest hat Grenzen: Die Knochendichtemessung kann laut IQWiG (2022) nicht zuverlässig vorhersagen, wie wahrscheinlich ein Knochenbruch ist.
Bei der Früherkennung ohne Anlass kommt hinzu, dass ihr Nutzen laut IQWiG (2022) unzureichend untersucht und umstritten ist. Das Basislabor im Blut beruht auf einem Expertenkonsens, nicht auf vergleichenden Studien (DVO, 2023). Zum Ultraschall liegen laut DVO (2023) keine neueren Untersuchungen vor.
Auch die Quellen haben einen Stand. Die Angaben zur Leitlinie in diesem Ratgeber stammen aus ihrer Langfassung von 2023, veröffentlicht wurde die aktualisierte Leitlinie im Oktober 2023 (Pfeil & Lange, 2024). Die Gesundheitsinformation des IQWiG trägt den Stand vom Oktober 2022, eine Aktualisierung ist für 2026 angekündigt (IQWiG, 2022). Die Zahlen zu den 70-Jährigen beruhen auf Selbstangaben in einer großen Untersuchung (IQWiG, 2022).
Kein Test von mybody®x misst die Knochendichte. Ein Bluttest zeigt den Zustand jetzt, und ein auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch eine Krankheit. Gemessen wird die Knochendichte in einer ärztlichen Praxis.
Osteoporose-Test: Was du jetzt tun kannst
Der passende Osteoporose-Test ist die Knochendichtemessung mit DXA, und sie gehört in eine ärztliche Praxis. Geh vor dem Termin die Risikofaktoren aus diesem Ratgeber durch und schreib auf, welche auf dich zutreffen und ob du schon einmal nach einem leichten Sturz einen Bruch hattest. Mit dieser Notiz kann deine Ärztin oder dein Arzt besser einschätzen, ob eine Abklärung bei dir ansteht. Ein Blutwert ergänzt die Messung, er ersetzt sie nicht.
Häufige Fragen
Warum wird die Knochendichte am Oberschenkelhals gemessen?
Am Oberschenkelhals wird die Knochendichte laut IQWiG (2022) am besten gemessen. Auch an der Lendenwirbelsäule wird sie bestimmt, doch diese Werte sind weniger aussagekräftig, weil die Wirbelkörper im Alter auch aus anderen Gründen verändert sein können (IQWiG, 2022). Die Leitlinie sieht die Messung an beiden Stellen vor und hält am hüftnahen Oberschenkel die Werte der gesamten Hüftregion und des Oberschenkelhalses für die Beurteilung des Risikos am besten geeignet (DVO, 2023).
Merkt man eine Osteoporose?
Nein, eine Osteoporose spürt man laut IQWiG (2022) nicht. Oft macht sie sich nach Angaben des IQWiG (2022) erst bemerkbar, wenn ein Knochen bricht. Am häufigsten brechen bei einer Osteoporose die Wirbelkörper (IQWiG, 2022). Solche Brüche können dazu führen, dass die Wirbelsäule leicht einsackt und die Körpergröße abnimmt (IQWiG, 2022). Viele Menschen bemerken Wirbelbrüche laut IQWiG (2022) aber gar nicht. Schon ein Sturz durch Stolpern kann bei einer Osteoporose zu einem Bruch führen (IQWiG, 2022).
Ersetzt eine Ultraschallmessung die Knochendichtemessung?
Nein. Die Werte einer Ultraschallmessung lassen sich laut DVO (2023) nicht in DXA-Werte umrechnen, deshalb kann nur die DXA-Messung prüfen, ob eine Osteoporose nach der WHO-Definition vorliegt. Für die Beurteilung von Behandlungseffekten ist der Ultraschall laut DVO (2023) nicht oder nicht ausreichend untersucht. Fallen die Ultraschallwerte niedrig aus, kann das laut DVO (2023) aber ein Anlass für eine Abklärung mit DXA sein.
Warum sind Frauen häufiger betroffen?
Frauen sind laut IQWiG (2022) ungefähr doppelt so oft betroffen wie Männer. Als Grund nennt das IQWiG (2022) das Geschlechtshormon Östrogen, das den Knochenabbau bremst. Sinkt mit den Wechseljahren der Hormonspiegel, geht diese Bremse verloren, und der Knochen wird schneller abgebaut, bei Frauen etwa ab dem 50. Lebensjahr (IQWiG, 2022). In einer großen Untersuchung gaben etwa 10 Prozent der Männer und 20 Prozent der Frauen im Alter von 70 Jahren an, eine Osteoporose-Diagnose zu haben (IQWiG, 2022).
Was ist eine Osteopenie?
Eine Osteopenie ist eine verminderte Knochendichte unterhalb der Schwelle zur Osteoporose: Nach der WHO-Definition liegt der T-Wert dann laut IQWiG (2022) zwischen −1 und −2,5. Der T-Wert vergleicht die gemessene Knochendichte mit der junger, gesunder Erwachsener von 20 bis 30 Jahren, die einem Wert von 0 entspricht (IQWiG, 2022). Was ein solcher Wert für dich bedeutet, ordnet die Ärztin oder der Arzt zusammen mit deinen Risikofaktoren ein. Die Messung allein kann laut IQWiG (2022) nicht zuverlässig vorhersagen, wie wahrscheinlich ein Bruch ist.
Nächster Schritt
Was sagt Calcium über die Knochen?
Calcium ist einer der elf Werte im Basislabor der Leitlinie (DVO, 2023). Was der Wert im Blut zeigt und wo seine Grenzen liegen, ordnet der nächste Beitrag ein.
Calcium und Knochen Was der Vitamin-D-Wert bedeutet Den Vitamin-D-Wert im Blut einordnenWeiterlesen
Quellen
- Dachverband Osteologie (DVO): S3-Leitlinie Osteoporose, Langfassung (Stand 2023) – cdn.lmu-klinikum.de
- IQWiG, gesundheitsinformation.de: Osteoporose und Knochenbrüche (Stand 2022) – gesundheitsinformation.de
- Pfeil A., Lange U.: Update der DVO-Leitlinie 2023, Zeitschrift für Rheumatologie (Stand 2024) – europepmc.org
Die Aussagen zu DXA und Ultraschall stützen sich auf die Leitlinie [1], ebenso das Basislabor und die Altersgrenzen der Abklärung. T-Wert und Messort stammen aus der Gesundheitsinformation des IQWiG [2], dazu die Angaben zur Früherkennung und zu den beeinflussbaren Risikofaktoren. Die weiteren Risikofaktoren der Leitlinie und der Wechsel zum Drei-Jahres-Risiko stammen aus der Übersicht [3]. Preis und Messwerte des VitalCheck entsprechen dem Stand vom 20.10.2026.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Osteoporose Knochendichte
Dieser Ratgeber stützt sich auf die Leitlinie des Dachverbands Osteologie (2023) und die Gesundheitsinformation des IQWiG (2022). Wer im Team schreibt und prüft, steht auf der Autorenseite.
Veröffentlicht am 20.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 20.10.2026
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.
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Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.




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