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Alkohol und Sport: Was das Bier nach dem Training mit Muskeln und Erholung macht

5. Oktober 2026ca. 17 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Alkohol nach dem Training dämpft die Bildung von Muskeleiweiß, ohne sie zu stoppen: Bei acht körperlich aktiven Männern lag sie nach sehr viel Alkohol, 1,5 Gramm je Kilogramm Körpergewicht, um 24 Prozent niedriger als mit Eiweiß allein (Parr u. a., 2014). Wie stark Alkohol Kraft und Erholung im Schlaf beeinflusst, hängt in den vorliegenden Studien von der Menge ab.

Nach 1 Gramm Alkohol je Kilogramm Körpergewicht verloren elf Männer nach harter Muskelarbeit mehr Kraft als ohne Alkohol (Barnes u. a., 2010), nach 0,5 Gramm zeigte sich bei zehn Männern kein Unterschied (Barnes u. a., 2011).

Bei 4.098 Beschäftigten, die im Alltag Herzschlagmesser trugen, ging schon eine geringe Menge mit schlechterer Erholung in den ersten Schlafstunden einher, auch bei körperlich Aktiven (Pietilä u. a., 2018).

Getränke mit bis zu 2 Prozent Alkohol glichen den Flüssigkeitsverlust nach Belastung so gut aus wie alkoholfreie, eines mit 4 Prozent verzögerte den Ausgleich tendenziell (Shirreffs und Maughan, 1997).

In diesem Artikel

Was macht Alkohol nach dem Training im Körper?

Alkohol nach dem Training dämpft in Laborstudien die Muskelproteinsynthese, also den Aufbau von Muskeleiweiß, und geht im Alltag mit schlechterer Erholung im Schlaf einher. Bei der Kraft sind die Befunde uneinheitlich, und wie deutlich ein Effekt ausfällt, hängt von der Menge ab.

Den Anlass für ihre Muskelstudie beschreiben die Forschenden selbst: In vielen Mannschaftssportarten gehöre es dazu, nach Training oder Wettkampf große Mengen Alkohol zu trinken (sinngemäß nach Parr u. a., 2014). Die Muskel- und Kraftstudien in diesem Artikel stellen diese Lage im Labor nach. Erst kommt das Training, dann der Alkohol.

Die Menge geben die Studien in Gramm reinem Alkohol je Kilogramm Körpergewicht an, kurz g je kg. In den Muskelstudien reicht sie von 0,5 g je kg bei zehn gesunden Männern (Barnes u. a., 2011) bis 1,5 g je kg bei acht körperlich aktiven Männern (Parr u. a., 2014).

Diese Laborversuche arbeiten mit kleinen Gruppen von Männern und einer einzelnen Trainingseinheit. Die Daten zur Erholung im Schlaf stammen dagegen aus einer Beobachtungsstudie, die Zusammenhänge im Alltag erfasst, aber keine Ursache beweist: Beteiligt waren 4.098 finnische Beschäftigte, ein Training am selben Tag wurde nicht erfasst (Pietilä u. a., 2018).

Belegte Fundstelle

„Es gibt keinen gesundheitlich risikofreien Alkoholkonsum.“

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
FAQ Alkohol, 2025

Die Übersicht zeigt, was die einzelnen Studien gemessen haben und an wem. Die genauen Werte folgen in den Kapiteln danach.

Was die Studien messen

Bereich Befund Studie
Muskelproteinsynthese stieg über den Ruhewert, lag mit Alkohol aber niedriger als mit Eiweiß allein Parr u. a. (2014): acht aktive Männer mit 1,5 g je kg
Kraft bei 1 g je kg stärkerer Kraftverlust nach exzentrischer Belastung, also bremsender Muskelarbeit Barnes u. a. (2010): elf gesunde Männer mit 1 g je kg
Kraft bei 0,5 g je kg kein messbarer Unterschied zum alkoholfreien Getränk Barnes u. a. (2011): zehn gesunde Männer mit 0,5 g je kg
Hormone uneinheitlich: in der Übersicht Cortisol (ein Stresshormon) eher höher und Testosteron (ein Sexualhormon) niedriger, in der Einzelstudie Testosteron höher Lakićević (2019): zwölf Studien; Vingren u. a. (2013): acht krafttrainierte Männer
Schlaf schnelleres Einschlafen, aber mehr Störungen in der späteren Nacht Ebrahim u. a. (2013): Übersicht mit gesunden Freiwilligen
Erholung im Schlaf aus dem Herzschlag berechneter Erholungswert umso niedriger, je mehr Alkohol Pietilä u. a. (2018): Beobachtungsstudie mit 4.098 Beschäftigten
Flüssigkeit mit schwach alkoholischen Getränken kein Unterschied, mit dem stärksten tendenziell langsamerer Ausgleich Shirreffs und Maughan (1997): Getränke mit 0 bis 4 Prozent Alkohol

Bremst Alkohol den Muskelaufbau nach dem Training?

In den Stunden danach dämpft Alkohol den Aufbau von Muskeleiweiß, ohne ihn zu stoppen: Nach einer sehr hohen Menge lag die Muskelproteinsynthese bei acht körperlich aktiven Männern um 24 Prozent niedriger als mit Eiweiß allein (Parr u. a., 2014).

Die Männer trainierten zuerst die Beine am Beinstrecker und fuhren danach Rad, erst gleichmäßig, dann in Intervallen (Parr u. a., 2014). Sofort und vier Stunden nach dem Training bekamen sie in jedem von drei Durchgängen ein anderes Getränk (Parr u. a., 2014). Vergleichsbasis war Eiweiß allein; in den beiden anderen Durchgängen kamen 1,5 g Alkohol je kg Körpergewicht dazu, einmal mit Eiweiß und einmal mit Kohlenhydraten statt Eiweiß (Parr u. a., 2014).

Gemessen wurde die Muskelproteinsynthese in Muskelproben zwei und acht Stunden nach dem Training (Parr u. a., 2014). Sie stieg in allen Durchgängen über den Ruhewert. Mit Alkohol und Eiweiß lag sie aber um 24 Prozent niedriger als mit Eiweiß allein, mit Alkohol und Kohlenhydraten um 37 Prozent (Parr u. a., 2014).

Die Autoren folgern, dass Alkohol die aufbauende Reaktion im Muskel dämpft und damit Erholung und Anpassung an das Training beeinträchtigen könnte (sinngemäß nach Parr u. a., 2014). Das „könnte“ ist ernst gemeint. Gemessen wurde über Stunden nach einer einzigen Einheit, nicht über Wochen.

Eine systematische Übersicht, also eine Arbeit, die passende Studien nach festen Regeln zusammenträgt, zeigt in dieselbe Richtung: Sie schloss zwölf Studien ein und fand, dass die Muskelproteinsynthese nach Alkohol sank (Lakićević, 2019). Welche Eiweißmenge nach dem Training sinnvoll ist, erklärt der Beitrag zu Protein und Muskelaufbau.

Die Muskelstudie in Zahlen

8

körperlich aktive Männer, eine Trainingseinheit (Parr u. a., 2014)

1,5 g je kg

Alkohol je Kilogramm Körpergewicht nach dem Training (Parr u. a., 2014)

−24 %

Muskelproteinsynthese mit Alkohol und Eiweiß gegenüber Eiweiß allein (Parr u. a., 2014)

−37 %

Muskelproteinsynthese mit Alkohol und Kohlenhydraten gegenüber Eiweiß allein (Parr u. a., 2014)

Quelle: Parr u. a., PLoS One, 2014

Kostet Alkohol Kraft, und verstärkt er den Muskelkater?

Bei 1 g je kg verloren elf gesunde Männer nach harter bremsender Muskelarbeit mehr Kraft als ohne Alkohol, der Muskelkater blieb gleich (Barnes u. a., 2010). Bei 0,5 g je kg zeigte sich kein Unterschied (Barnes u. a., 2011).

Im Versuch belasteten die Männer den vorderen Oberschenkelmuskel eines Beins mit 300 maximalen bremsenden Bewegungen an einem Messgerät (Barnes u. a., 2010). Danach tranken sie Wodka mit Orangensaft. An einem anderen Tag folgte dieselbe Belastung am anderen Bein, danach gab es Orangensaft mit gleichem Energiegehalt (Barnes u. a., 2010).

Am größten war der Kraftverlust nach 36 Stunden (Barnes u. a., 2010). Bei der bremsenden Muskelarbeit lag er ohne Alkohol bei 19 Prozent, mit Alkohol bei 34 Prozent (Barnes u. a., 2010). Über alle Messarten reichte er ohne Alkohol von 12 bis 28 Prozent, mit Alkohol von 34 bis 40 Prozent (Barnes u. a., 2010).

Muskelkater und das Muskelenzym Creatinkinase, kurz CK, unterschieden sich zwischen den Durchgängen nicht (Barnes u. a., 2010). Die Autoren nennen 1 g je kg eine mäßige Menge und raten, nach solcher Belastung auf alkoholhaltige Getränke zu verzichten (Barnes u. a., 2010).

In einer Folgestudie prüfte dieselbe Arbeitsgruppe eine niedrigere Dosis: Zehn gesunde Männer erhielten nach gleicher Belastung 0,5 g je kg oder ein alkoholfreies Getränk (Barnes u. a., 2011). Die Kraft sank in beiden Fällen, ein Unterschied zeigte sich zu keinem Messzeitpunkt. Eine niedrige Dosis scheint den Kraftverlust nicht zu beeinflussen, schreiben die Autoren (sinngemäß nach Barnes u. a., 2011).

Kein messbarer Unterschied in einer kleinen Studie ist allerdings kein Beleg dafür, dass diese Menge unbedenklich ist. Dazu kommt ein Widerspruch: Die Übersicht über zwölf Studien fand Kraft und Muskelkater nach Alkohol unverändert (Lakićević, 2019), anders als der Befund bei 1 g je kg (Barnes u. a., 2010). Die Lage zur Kraft ist damit uneinheitlich.

Was macht Alkohol mit Testosteron und Cortisol?

Die Befunde widersprechen sich: Eine Übersicht fand nach Alkohol eher mehr Cortisol und weniger Testosteron (Lakićević, 2019). Eine Einzelstudie maß dagegen mehr Testosteron bei unverändertem Cortisol (Vingren u. a., 2013).

In dieser Einzelstudie machten acht krafttrainierte Männer, im Mittel 25 Jahre alt, zweimal im Abstand einer Woche schwere Kniebeugen (Vingren u. a., 2013). Danach tranken sie entweder 1,09 g Alkohol je kg fettfreier Masse, also je Kilogramm Körpergewicht ohne Fett, oder keinen Alkohol (Vingren u. a., 2013).

Der Blutalkohol erreichte 60 bis 90 Minuten nach dem Training seinen Höchstwert (Vingren u. a., 2013). Zwischen 140 und 300 Minuten nach dem Training lag das Gesamttestosteron mit Alkohol im Mittel bei 22,5 statt 13,9 Nanomol je Liter (Vingren u. a., 2013). Cortisol unterschied sich zwischen den Durchgängen nicht.

Höheres Testosteron heißt hier nicht, dass Alkohol den Muskelaufbau fördert. Gemessen wurde nur der Hormonspiegel, und das bis 300 Minuten nach dem Training (Vingren u. a., 2013). Die Autoren schließen daraus, dass Alkohol nach dem Training das Hormonmilieu in der Erholung verändert (sinngemäß nach Vingren u. a., 2013).

Die Übersicht von Lakićević (2019) zeichnet ein anderes Bild: Cortisol schien nach Alkohol zu steigen, Testosteron sank. Einen Vorteil von Alkohol lassen diese Hormonwerte nicht erkennen.

Wie wirkt Alkohol auf Schlaf und Erholung?

Du schläfst schneller ein, aber die zweite Nachthälfte wird unruhiger (Ebrahim u. a., 2013). In einer Beobachtungsstudie sank die Erholung in den ersten drei Schlafstunden schon bei geringer Menge (Pietilä u. a., 2018).

Glas Bier mit Schaum und Gerstenkörner auf einem Holztisch

Eine Übersicht über Studien mit gesunden Freiwilligen beschreibt den Verlauf einer Nacht nach Alkohol (Ebrahim u. a., 2013). Bei jeder Menge verkürzt sich die Zeit bis zum Einschlafen, und die erste Nachthälfte verläuft ruhiger. In der zweiten Nachthälfte nehmen die Störungen dafür zu (Ebrahim u. a., 2013).

Der REM-Schlaf, auch Traumschlaf genannt, beginnt bei jeder Menge deutlich später (Ebrahim u. a., 2013). Sein Anteil an der ganzen Nacht sinkt in der Mehrzahl der Studien bei mittleren und hohen Mengen, bei geringen zeigt sich kein klarer Trend (Ebrahim u. a., 2013).

In der ersten Nachthälfte nimmt der Tiefschlaf in der Mehrzahl der Studien zu (Ebrahim u. a., 2013). Als besserer Schlaf lässt sich das nicht deuten, weil die zweite Nachthälfte gestörter ist (Ebrahim u. a., 2013).

Was das für die Erholung bedeutet, zeigt die Beobachtungsstudie mit 4.098 finnischen Beschäftigten, im Mittel 45 Jahre alt, die im Alltag Herzschlagmesser trugen (Pietilä u. a., 2018). Verglichen wurden Nächte mit und ohne Alkohol bei denselben Personen. Aus der Herzfrequenzvariabilität, den feinen Schwankungen im Abstand zwischen zwei Herzschlägen, berechneten die Forschenden einen Erholungswert (Pietilä u. a., 2018).

Als geringe Menge galt bis 0,25 g je kg, als hohe über 0,75 g je kg (Pietilä u. a., 2018). Bei geringer Menge sank der Erholungswert in den ersten drei Schlafstunden im Mittel um 9,3 Prozentpunkte (Pietilä u. a., 2018). Bei mittlerer Menge waren es 24,0, bei hoher 39,2 Prozentpunkte (Pietilä u. a., 2018).

Körperlich Aktive waren genauso betroffen wie Menschen mit wenig Bewegung (Pietilä u. a., 2018). Die Autoren halten fest, dass weder körperliche Aktivität noch junges Alter vor diesen Effekten schützt (sinngemäß nach Pietilä u. a., 2018). Es bleibt ein Zusammenhang, kein Beweis, denn die Teilnehmenden gaben ihre Alkoholmenge selbst an. Was Erholung nach dem Training sonst ausmacht, steht im Beitrag zur Regeneration.

Gleicht Bier nach dem Sport den Flüssigkeitsverlust aus?

Ein schwach alkoholisches Getränk schon: Mit bis zu 2 Prozent Alkohol gelang die Rehydrierung, also der Ausgleich des Flüssigkeitsverlusts, so gut wie ohne Alkohol (Shirreffs und Maughan, 1997). Ein Getränk mit 4 Prozent verzögerte sie tendenziell (Shirreffs und Maughan, 1997).

Die Teilnehmenden hatten bei Belastung in der Hitze rund 2 Prozent ihres Körpergewichts durch Schwitzen verloren (Shirreffs und Maughan, 1997). Ab einer halben Stunde nach dem Training tranken sie innerhalb einer Stunde das Anderthalbfache dieses Verlusts, in jedem Durchgang ein Getränk mit einem anderen Alkoholgehalt zwischen 0 und 4 Prozent (Shirreffs und Maughan, 1997).

Die Harnmenge über sechs Stunden unterschied sich zwischen den Getränken nicht, neigte aber mit mehr Alkohol zu steigen (Shirreffs und Maughan, 1997). Mit dem 4-Prozent-Getränk füllte sich das Blutvolumen langsamer wieder auf (Shirreffs und Maughan, 1997).

Die Autoren folgern, dass verdünnter Alkohol nach mäßigem Flüssigkeitsverlust nur einen vernachlässigbaren harntreibenden Effekt hat (sinngemäß nach Shirreffs und Maughan, 1997). Was in alkoholfreiem Bier steckt, beantwortet der Beitrag Ist alkoholfreies Bier wirklich gesund?

Was zeigen Leberwerte über Alkohol nach dem Sport?

Leberwerte zeigen einen Ausgangs- oder Verlaufswert, aber keinen Effekt eines einzelnen Abends. Die Gamma-GT, ein Leberenzym, das als Leberwert im Blut gemessen wird, sank bei gesunden Menschen mit mäßigem Konsum nach einem Monat ohne Alkohol und stieg danach wieder auf den Ausgangswert (Munsterman u. a., 2018).

Alkohol liefert laut DGE (2025) 7 Kilokalorien je Gramm. Was das für das Körpergewicht bedeutet, behandelt der Beitrag Abnehmen trotz Alkohol. Dort geht es um Alkohol und Körpergewicht, hier um Alkohol und Training.

Als Verlaufswert eignet sich die Gamma-GT, weil sie in der Studie innerhalb eines Monats auf den Verzicht reagierte (Munsterman u. a., 2018). Mehr zu diesem Wert steht im Beitrag zur Gamma-GT im Blut. Wie schnell sich die Leber nach Alkohol erholt, beschreibt der Beitrag zur Leber-Regeneration nach Alkohol.

Einen solchen Ausgangswert kannst du aus einer selbst entnommenen Blutprobe bestimmen lassen. Bei mybody®x (MYBODY Lab GmbH) misst der Men’s Wellness Check unter anderem die Leberwerte Gamma-GT und GPT, ebenfalls ein Leberenzym, sowie die Hormone Testosteron und Cortisol. Der Women’s Wellness Check misst die beiden Leberwerte und Cortisol, aber kein Testosteron.

Die Hormonstudie hat in den Stunden nach dem Training gemessen (Vingren u. a., 2013). Ein Wert aus einem Bluttest zeigt dagegen keinen akuten Effekt eines Abends, sondern einen Ausgangswert, den du später mit einem neuen Wert vergleichen kannst.

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Bier nach dem Sport: Welche Annahmen halten nicht?

Die gängigen Sätze über Bier nach dem Sport halten den Studien nur zum Teil stand. Was jeweils belegt ist, zeigt die Gegenüberstellung.

Annahme und Befund

Verbreitet

„Bier nach dem Sport ist ein guter Durstlöscher.“

Belegt

Nur bei schwachem Alkoholgehalt: Getränke mit bis zu 2 Prozent glichen den Flüssigkeitsverlust so gut aus wie alkoholfreie, eines mit 4 Prozent verzögerte den Ausgleich tendenziell (Shirreffs und Maughan, 1997).

Verbreitet

„Ein Bier macht den ganzen Muskelaufbau zunichte.“

Belegt

Die Muskelstudie arbeitete mit einer sehr hohen Menge von 1,5 g je kg, und selbst damit stieg die Muskelproteinsynthese über den Ruhewert; sie lag aber um 24 Prozent niedriger als mit Eiweiß allein (Parr u. a., 2014).

Verbreitet

„Sportliche Menschen stecken Alkohol besser weg.“

Belegt

In der Beobachtungsstudie mit 4.098 Beschäftigten sank die Erholung im Schlaf bei körperlich Aktiven genauso wie bei Menschen mit wenig Bewegung (Pietilä u. a., 2018).

Was heißt das für dein Training und das Bier danach?

Die Menge macht den Unterschied: Bei 0,5 g je kg zeigte sich kein messbarer Kraftverlust (Barnes u. a., 2011), die Erholung im Schlaf sank aber schon bei geringer Menge und mit jeder Stufe stärker (Pietilä u. a., 2018).

Der Einwand ist berechtigt, dass die Muskelstudie mit einer sehr hohen Menge arbeitete (Parr u. a., 2014). Für den Schlaf trägt er nicht, denn dort zeigte sich ein Zusammenhang schon bei bis zu 0,25 g je kg (Pietilä u. a., 2018). Und dass sich bei der niedrigen Dosis kein Kraftverlust messen ließ, macht sie nicht unbedenklich.

Für harte Einheiten mit bremsender Muskelarbeit gibt es einen konkreten Rat: Die Autoren der Kraftstudie mit 1 g je kg empfehlen, danach auf alkoholhaltige Getränke zu verzichten (Barnes u. a., 2010).

Eiweiß ist kein Ausgleich. Auch zusammen mit Eiweiß blieb die Muskelproteinsynthese nach Alkohol unter dem Wert mit Eiweiß allein (Parr u. a., 2014). Laut DGE (2025) gibt es „keinen gesundheitlich risikofreien Alkoholkonsum“.

Ob du nach dem Training trinkst und welche Menge, entscheidest du. Die Studien zeigen dir, wo der Preis steigt: mit der Menge und nach harter Belastung.

Kapitel auf einen Blick

Die Daten sprechen für eine Abhängigkeit von der Menge (Barnes u. a., 2011; Pietilä u. a., 2018). Nach harter bremsender Muskelarbeit raten die Autoren der Kraftstudie zum Verzicht (Barnes u. a., 2010). Eiweiß hob die Dämpfung der Muskelproteinsynthese nicht auf (Parr u. a., 2014). Laut DGE (2025) gibt es „keinen gesundheitlich risikofreien Alkoholkonsum“.

Wo stoßen die Studien zu Alkohol und Sport an Grenzen?

Die Muskel- und Hormonstudien sind klein und untersuchten nur Männer nach einzelnen Trainingseinheiten. Je Studie waren es acht bis elf Männer (Parr u. a., 2014; Barnes u. a., 2010; Barnes u. a., 2011; Vingren u. a., 2013).

Bei Parr u. a. (2014) war die Menge mit 1,5 g je kg sehr hoch. Die Kraftstudien lösten den Muskelschaden absichtlich an einem Bein aus, das entspricht keinem üblichen Training (Barnes u. a., 2010).

Die Übersicht von Lakićević (2019) stammt von einem einzelnen Autor und nennt in ihrer Zusammenfassung weder Mengen noch Teilnehmerzahlen. Die Schlafübersicht unterscheidet Mengenstufen, ohne sie in Gramm anzugeben (Ebrahim u. a., 2013).

Die Daten zur Erholung im Schlaf stammen aus einer Beobachtungsstudie, in der die Teilnehmenden ihre Alkoholmenge selbst angaben (Pietilä u. a., 2018). Zur Flüssigkeit wurden nur Getränke bis 4 Prozent Alkohol untersucht (Shirreffs und Maughan, 1997). Die Leberstudie liegt als Kurzfassung ohne Teilnehmerzahl vor (Munsterman u. a., 2018).

Ein Bluttest wie der Men’s Wellness Check zeigt keinen akuten Effekt eines Abends und stellt keine Diagnose. Er liefert einen Ausgangs- oder Verlaufswert für das Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Alkohol und Muskelaufbau: Worauf kommt es am Ende an?

Alkohol nach dem Training stoppt den Aufbau von Muskeleiweiß nicht, er dämpft ihn, und nachts geht er mit schlechterer Erholung im Schlaf einher. Wie stark, hängt an der Menge, und nach harter bremsender Belastung raten Forschende zum Verzicht. Wir liefern die Daten. Was du damit machst, entscheidest du.

Häufige Fragen

Wie lange nach dem Training sollte ich mit Alkohol warten?

Eine feste Wartezeit leiten die Studien nicht ab, sie zeigen aber, wie lange Effekte messbar waren. Bei Vingren u. a. (2013) erreichte der Blutalkohol 60 bis 90 Minuten nach dem Training seinen Höchstwert, und das Testosteron lag 140 bis 300 Minuten danach höher als ohne Alkohol. Bei Barnes u. a. (2010) war der zusätzliche Kraftverlust nach 1 g je kg auch 36 Stunden nach der Belastung deutlich. Die Autoren dieser Kraftstudie raten, in der Zeit nach solcher Belastung auf alkoholhaltige Getränke zu verzichten (Barnes u. a., 2010).

Hilft Eiweiß, den Effekt von Alkohol auszugleichen?

Nicht vollständig. In der Muskelstudie tranken acht körperlich aktive Männer den Alkohol zusammen mit 25 Gramm Molkeneiweiß, und die Muskelproteinsynthese lag trotzdem um 24 Prozent unter dem Wert mit Eiweiß allein (Parr u. a., 2014). Mit Kohlenhydraten statt Eiweiß waren es 37 Prozent (Parr u. a., 2014). Mit Eiweiß lag der Wert also näher am Vergleich, erreichte ihn aber nicht. Die Autoren schreiben, dass Alkohol die Synthese auch dann senkt, wenn Eiweiß dazu getrunken wird (sinngemäß nach Parr u. a., 2014).

Ist alkoholfreies Bier nach dem Sport eine Alternative?

Was den Alkoholgehalt angeht, ja: Getränke ohne Alkohol und solche mit bis zu 2 Prozent glichen den Verlust nach Belastung in der Hitze gleich gut aus (Shirreffs und Maughan, 1997). Mit 4 Prozent Alkohol füllte sich das Blutvolumen langsamer wieder auf (Shirreffs und Maughan, 1997). Untersucht wurde ein mäßiger Verlust von rund 2 Prozent des Körpergewichts, ausgeglichen innerhalb einer Stunde (Shirreffs und Maughan, 1997).

Schläft man nach einem Bier besser?

Du schläfst schneller ein, aber nicht besser. Alkohol verkürzt bei jeder Menge die Zeit bis zum Einschlafen (Ebrahim u. a., 2013). Dafür ist die zweite Nachthälfte gestörter, und der Traumschlaf beginnt später (Ebrahim u. a., 2013). In einer Beobachtungsstudie sank schon bei bis zu 0,25 g je kg der aus dem Herzschlag berechnete Erholungswert in den ersten drei Schlafstunden im Mittel um 9,3 Prozentpunkte (Pietilä u. a., 2018).

Gelten die Ergebnisse auch für Frauen?

Für die Erholung im Schlaf gibt es Daten: Unter den 4.098 Beschäftigten der Beobachtungsstudie waren rund 56 Prozent Frauen, und der Effekt von Alkohol auf die Erholung war bei beiden Geschlechtern ähnlich (Pietilä u. a., 2018). Die Studien zu Muskeleiweiß und Kraft untersuchten dagegen nur Männer, je Studie acht bis elf (Parr u. a., 2014; Barnes u. a., 2010). Das gilt auch für die Hormonstudie mit acht krafttrainierten Männern (Vingren u. a., 2013).

Nächster Schritt

Men’s Wellness Check: Leberwerte und Hormone als Ausgangswert

Gamma-GT und GPT sowie Testosteron und Cortisol aus einer selbst entnommenen Blutprobe, als Vergleichswert für später. Den Effekt eines einzelnen Abends zeigt der Test nicht.

Zum Men’s Wellness Check Wie schnell sich die Leber nach Alkohol erholt Leber-Regeneration nach Alkohol im Überblick

Weiterlesen

Quellen

  1. Parr E. B. u. a.: Alcohol ingestion impairs maximal post-exercise rates of myofibrillar protein synthesis following a single bout of concurrent training. PLoS One (2014) – europepmc.org
  2. Lakićević N.: The Effects of Alcohol Consumption on Recovery Following Resistance Exercise: A Systematic Review. Journal of Functional Morphology and Kinesiology (2019) – europepmc.org
  3. Pietilä J. u. a.: Acute Effect of Alcohol Intake on Cardiovascular Autonomic Regulation During the First Hours of Sleep. JMIR Mental Health (2018) – europepmc.org
  4. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): FAQ Alkohol (Stand 2025) – dge.de

Die Befunde zur Muskelproteinsynthese stützen sich auf [1] und die Übersicht zu Kraft und Hormonen auf [2]. Die Erholung im Schlaf belegt [3], Energiegehalt und Risikosatz belegt [4]. Die übrigen Studien sind im Text an der Fundstelle mit Autor und Jahr genannt. Die Angaben zu den Tests von mybody®x entsprechen dem Stand vom 05.10.2026.

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Sport und Erholung Blutwerte

Dieser Beitrag stammt vom mybody®x Redaktions- & Fachteam und stützt sich auf die genannten Studien und die Angaben der DGE. Wer dahintersteht, steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 05.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 05.10.2026

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