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ELISA einfach erklärt: wie das Laborverfahren abläuft und was es misst

21. Oktober 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Ein ELISA ist ein Messverfahren, das mit einem Enzym sichtbar macht, ob ein gesuchter Stoff in einer Probe steckt und in welcher Menge. Ein Reaktionspartner haftet an einer festen Oberfläche und hält den Stoff fest, danach setzt ein Enzym ein Substrat um: Je mehr Produkt entsteht, desto mehr Stoff war da (Zubair u. a., 2026).

Das Enzym macht die Bindung zwischen Antikörper und Antigen messbar, denn die Menge seines Produkts ist das Messsignal (Zubair u. a., 2026).

Je nach Aufbau misst ein ELISA ein Antigen oder Antikörper aus der Probe (Zubair u. a., 2026).

Ein Antikörperwert aus einem Allergie-Bluttest ist laut IQWiG (2024) nur ein Hinweis auf eine Allergie, kein Nachweis.

Der Ablauf auf einen Blick

01

Probe auf den festen Antikörper geben

Das gesuchte Antigen aus der Probe bindet an einen Antikörper, der fest an der Oberfläche sitzt.

02

Ungebundenes abwaschen

Was nicht am festen Antikörper hängt, wird abgewaschen.

03

Zweiten Antikörper mit Enzym zugeben

Ein zweiter, mit einem Enzym markierter Antikörper bindet ebenfalls an das Antigen, so entsteht das Sandwich.

04

Noch einmal waschen

Ungebundene markierte Antikörper werden abgewaschen.

05

Substrat zugeben

Das Enzym setzt sein Substrat zu einem Produkt um.

06

Produktmenge auswerten

Je mehr Produkt entsteht, desto mehr Antigen war in der Probe (Zubair u. a., 2026).

Außerdem in diesem Artikel

Was ist ein ELISA-Test?

Ein ELISA ist ein Messverfahren im Labor, kein Test auf eine bestimmte Krankheit. Er nutzt ein Enzym, um die Bindung zwischen einem Antikörper und einem Antigen messbar zu machen (Zubair u. a., 2026).

Wer „ELISA“ auf einem Laborbefund oder in einer Testbeschreibung liest, erfährt also zunächst, wie gemessen wurde. Was gemessen wurde, steht an anderer Stelle: der Name des gesuchten Stoffs und der Wert dazu. Das klingt nach einer Kleinigkeit, verhindert aber einen Kurzschluss, nämlich die Annahme, ELISA sei selbst schon eine Diagnose.

Zwei Begriffe tragen das ganze Verfahren. Ein Antikörper ist ein Stoff, den das Immunsystem bildet (Allergieinformationsdienst, 2023). Ein Antigen ist das Gegenstück dazu: der Stoff, an den ein passender Antikörper bindet (Zubair u. a., 2026). Wie ein Pförtner, der nur einen einzigen Ausweis kennt, hält ein Antikörper nur sein passendes Antigen fest.

Dazu kommt ein Enzym, ein Stoff, der eine Reaktion beschleunigt. Laut Zubair u. a. (2026) nutzen Enzymimmuntests genau diese Eigenschaft, um Reaktionen des Immunsystems nachzuweisen und ihre Menge zu bestimmen. Der ELISA ist ein solcher Enzymimmuntest. Das Enzym macht aus einer Bindung, die man nicht sehen kann, ein Signal, das sich messen lässt.

Damit die Bindung an einem festen Ort stattfindet, haftet einer der Reaktionspartner an einer festen Oberfläche (Zubair u. a., 2026). Das kann die Vertiefung einer Mikrotiterplatte sein, also einer Platte mit kleinen Vertiefungen, an deren Oberfläche ein Reaktionspartner haftet. Am Ende gilt eine einfache Regel: Je mehr Produkt das Enzym bildet, desto mehr Antigen war in der Probe (Zubair u. a., 2026).

Ein ELISA ist damit nicht der Test auf etwas Bestimmtes, sondern ein Bauprinzip. Je nach Aufbau misst er ein Antigen oder Antikörper aus der Probe (Zubair u. a., 2026). Die Beschreibung in diesem Artikel folgt einem medizinischen Lehrbuchkapitel von Zubair u. a. (2026), das als Lernmaterial dient.

Wo Antikörper im größeren Bild der Blutwerte stehen, beschreibt der Beitrag Blutwerte und das Immunsystem.

Wie läuft ein ELISA Schritt für Schritt ab?

Laut Zubair u. a. (2026) bindet beim häufigsten Aufbau das gesuchte Antigen zuerst an einen fest verankerten Antikörper, danach markiert ein zweiter Antikörper mit Enzym die Stelle. Zwischen den Schritten wird gewaschen, und am Ende zeigt die Menge des Produkts, welche Menge Antigen in der Probe war.

Das Lehrbuchkapitel von Zubair u. a. (2026) beschreibt diesen Ablauf für den Sandwich-ELISA. Die Stationen unten folgen dieser Beschreibung und bauen aufeinander auf: Jede bereitet die nächste vor. Die Übersicht am Anfang des Artikels führt direkt zu jedem Schritt.

Schritt 1 im ELISA: Probe auf den festen Antikörper geben

Am Anfang steht eine Oberfläche, an der bereits ein Antikörper haftet, etwa in der Vertiefung einer Mikrotiterplatte. Auf diesen festen Antikörper kommt eine kleine Portion der Probe, im Lehrbuchkapitel Aliquot genannt (Zubair u. a., 2026). Enthält die Probe das gesuchte Antigen, kann es nun an den Antikörper binden.

Der feste Antikörper haftet entweder einfach an der Oberfläche oder ist chemisch an sie gebunden (sinngemäß nach Zubair u. a., 2026). Für das Verständnis zählt vor allem eines: Er bleibt an Ort und Stelle, auch wenn später gewaschen wird. Man lässt Antigen und Antikörper zusammenfinden, bevor es weitergeht.

Schritt 2 im ELISA: Ungebundenes abwaschen

Nach der Bindung wird gewaschen (Zubair u. a., 2026). Was nicht am festen Antikörper hängt, geht dabei verloren. In der Vertiefung bleibt nur das Antigen zurück, das gebunden hat.

Der Schritt wirkt unscheinbar, trägt aber den Sinn des ganzen Aufbaus. Gemessen werden soll später nur, was tatsächlich gebunden hat, und nicht, was noch lose in der Vertiefung liegt.

Schritt 3 im ELISA: zweiten Antikörper mit Enzym zugeben

Jetzt kommt ein zweiter Antikörper dazu, an dem ein Enzym hängt, ein sogenannter enzymmarkierter Antikörper (Zubair u. a., 2026). Er bindet ebenfalls an das Antigen. So entsteht, was das Lehrbuchkapitel von Zubair u. a. (2026) einen Sandwich-Komplex nennt.

Das Bild trifft es gut. Ganz unten liegt der feste Antikörper wie die untere Brotscheibe, darauf das Antigen als Belag. Obendrauf sitzt der zweite Antikörper mit seinem Enzym wie die obere Scheibe.

Daraus folgt eine wichtige Eigenschaft: Der zweite Antikörper findet nur dort Halt, wo im ersten Schritt ein Antigen gebunden hat. Ohne Antigen entsteht kein Sandwich.

Schritt 4 im ELISA: noch einmal waschen

Laut Zubair u. a. (2026) wird ungebundener Antikörper nun abgewaschen. Damit verschwinden alle enzymmarkierten Antikörper, die kein Antigen gefunden haben, weil sie nirgends Halt hatten. Übrig bleibt das Enzym nur im vollständigen Sandwich.

An dieser Stelle hängt die Menge des Enzyms in der Vertiefung an der Menge des Antigens aus der Probe. Genau diese Verbindung nutzt der nächste Schritt.

Schritt 5 im ELISA: Substrat zugeben

Nun kommt das Substrat des Enzyms dazu (Zubair u. a., 2026). Ein Substrat ist der Ausgangsstoff, den ein Enzym umsetzt. Was dabei entsteht, heißt Produkt.

Bis hierhin lief alles unsichtbar ab: Antikörper haben gebunden, Antigene wurden festgehalten. Erst das Produkt macht daraus etwas, das sich messen lässt, denn das Enzym setzt das Substrat nur dort um, wo es nach dem Waschen noch sitzt.

Schritt 6 im ELISA: Produktmenge auswerten

Die Menge des gebildeten Produkts ist proportional zur Menge des Antigens in der Probe (Zubair u. a., 2026). Proportional heißt hier: Je mehr Antigen gebunden hat, desto mehr Enzym sitzt in der Vertiefung, und desto mehr Produkt entsteht.

Diese Produktmenge ist das Messsignal, aus dem der Wert auf einem Befund hervorgeht. Wie dieser Wert einzuordnen ist, hängt vom jeweiligen Test ab. Maßgeblich sind die Angaben auf deinem Befund.

Was ist ein Sandwich-ELISA?

Ein Sandwich-ELISA fasst das gesuchte Antigen zwischen zwei Antikörpern: einem, der fest an der Oberfläche haftet, und einem zweiten, der ein Enzym trägt. Laut Zubair u. a. (2026) ist das der häufigste ELISA-Aufbau.

Den Namen liefert das Lehrbuchkapitel selbst, das den geschichteten Aufbau als Sandwich beschreibt (Zubair u. a., 2026). Beim Sandwich-ELISA steigt das Signal mit der Menge: Mehr Antigen in der Probe bedeutet mehr Produkt am Ende. Es ist der Ablauf, den du oben Schritt für Schritt gesehen hast.

Neben dem Sandwich nennt das Lehrbuchkapitel von Zubair u. a. (2026) Aufbauten, bei denen sich die Rollen verschieben. Beim ELISA auf Antikörper haftet nicht ein Antikörper an der Oberfläche, sondern das Antigen. Passende Antikörper aus der Probe binden daran, und so lässt sich die Menge bestimmter Antikörper bestimmen (Zubair u. a., 2026). Wie das bei Blutproben aussieht, beschreibt der Abschnitt weiter unten.

Für kleine Moleküle gibt es den kompetitiven ELISA. Bei ihm verläuft das Signal umgekehrt zur Menge: Je mehr des gesuchten Stoffs in der Probe steckt, desto schwächer fällt das Signal aus (sinngemäß nach Zubair u. a., 2026).

ELISA-Varianten im Vergleich

Variante Haftet fest Gemessen wird
Sandwich-ELISA ein Antikörper ein Antigen, das Signal steigt mit der Menge
ELISA auf Antikörper ein Antigen Antikörper aus der Probe
Kompetitiver ELISA ein Reaktionspartner, wie in jedem ELISA kleine Moleküle, das Signal sinkt mit der Menge

Quelle: Zubair u. a. (2026), die Zeile zum kompetitiven ELISA sinngemäß.

Für das Lesen eines Befunds heißt das: Ein starkes Signal bedeutet nicht in jedem Aufbau dasselbe. Beim Sandwich-ELISA steht es für mehr Antigen, beim kompetitiven ELISA für weniger des gesuchten Stoffs (sinngemäß nach Zubair u. a., 2026). Umrechnen musst du nichts, denn maßgeblich sind die Angaben auf deinem Befund.

Was bedeutet Enzymaktivität beim ELISA?

Beim ELISA bezeichnet Enzymaktivität die Arbeit des Enzyms am markierten Antikörper: Es setzt ein Substrat zu einem Produkt um, und die Menge dieses Produkts ist das Messsignal (Zubair u. a., 2026).

Naturreis und polierter Reis in dunklen Schalen, daneben Orangen und eine Zitrone

Laut Zubair u. a. (2026) nutzen Enzymimmuntests die katalytischen Eigenschaften von Enzymen, um Reaktionen des Immunsystems nachzuweisen und ihre Menge zu bestimmen. Katalytisch heißt hier: Das Enzym beschleunigt eine Reaktion. Im ELISA ist das die Umwandlung des Substrats in das Produkt.

Ein Bild aus der Arbeitswelt macht das greifbar. Stell dir jedes Enzym als Arbeiter an einer Maschine vor, der Rohstoff zu fertiger Ware verarbeitet. Der Rohstoff ist das Substrat, die Ware das Produkt. Wer am Ende die Ware im Lager zählt, kann auf die Zahl der Arbeiter zurückschließen und damit auf die Menge des Antigens, an dem sie hängen.

Darin liegt der Grund, warum der ELISA überhaupt ein Enzym braucht. Die Bindung zwischen Antikörper und Antigen ist nicht zu sehen. Das Enzym hängt am zweiten Antikörper und sitzt deshalb nur dort, wo ein Antigen gebunden hat. Seine Aktivität übersetzt die Bindung in eine Produktmenge, die sich messen lässt (Zubair u. a., 2026).

Wer das Wort Enzymaktivität in einer ELISA-Beschreibung liest, kann es deshalb so übersetzen: die Menge Produkt, die das Enzym gebildet hat. Mehr Aktivität am Ende des Ablaufs heißt im Sandwich-ELISA mehr gebundenes Antigen (Zubair u. a., 2026). Die Chemie dahinter musst du dafür nicht kennen.

Wie misst ein ELISA Antikörper im Blut?

Für Antikörper dreht ein ELISA den Aufbau um: An der Oberfläche haftet das Antigen, und passende Antikörper aus der Probe binden daran (Zubair u. a., 2026). So lässt sich bestimmen, ob bestimmte Antikörper in einer Blutprobe vorkommen und in welcher Menge.

Im Sandwich-ELISA war der Antikörper das Werkzeug und das Antigen das Ziel. Hier ist es umgekehrt. Das Antigen wird zum Köder, der an der Oberfläche ausliegt, und die Antikörper aus dem Blut sind der Fang, um den es geht. Laut Zubair u. a. (2026) lassen sich spezifische Antikörper, also Antikörper gegen ein bestimmtes Antigen, auf diese Weise in einer Probe bestimmen.

Eingesetzt wird dieser Aufbau laut Zubair u. a. (2026) häufig, um Antikörper gegen Viren und gegen körpereigene Strukturen in Blutproben nachzuweisen. Mit körpereigenen Strukturen sind Bestandteile des eigenen Körpers gemeint, gegen die sich Antikörper richten.

Auch hier gilt das Grundprinzip: Ein Enzym macht die Bindung messbar (Zubair u. a., 2026). Der ELISA klärt das Ob und die Menge. Was ein solcher Wert für dich bedeutet, gehört zusammen mit deinen Beschwerden in ärztliche Hände.

Dieser Artikel bleibt beim Messverfahren. Welche Antikörperklassen es gibt und was sie unterscheidet, steht in einem eigenen Beitrag über Antikörperklassen im Überblick.

Kapitel auf einen Blick

Ein ELISA auf Antikörper trägt das Antigen an der Oberfläche (Zubair u. a., 2026). Passende Antikörper aus der Probe binden daran, und ein Enzym macht diese Bindung messbar. Laut Zubair u. a. (2026) wird so häufig nach Antikörpern gegen Viren und gegen körpereigene Strukturen gesucht. Was ein gefundener Antikörper bedeutet, ordnet die ärztliche Praxis ein.

ELISA, Allergie und Bluttests: Was gehört zusammen?

Gemeinsam ist beiden das Prinzip der Antikörper. Ein ELISA kann Antikörper messen (Zubair u. a., 2026). Ein Allergie-Bluttest prüft, ob der Körper bestimmte Antikörper, meist IgE, gegen ein Nahrungsmittel gebildet hat (IQWiG, 2023).

IgE, kurz für Immunglobulin E, ist eine Klasse von Antikörpern. Bei einer Nahrungsmittelallergie reagiert das Immunsystem auf ganz bestimmte Eiweiße in der Nahrung mit der Bildung von IgE, und diese Antikörper vermitteln bei erneutem Kontakt die allergische Reaktion (Allergieinformationsdienst, 2023).

Benannt wurde IgE im Jahr 1968 als letzte der fünf Antikörperklassen des Menschen (Hostoffer und Joseph, 2023). Es wird mit allergischen Erkrankungen in Verbindung gebracht und trägt zur Abwehr von Parasiten bei (Hostoffer und Joseph, 2023).

Entscheidend ist, was ein solcher Wert aussagt. Laut IQWiG (2024) ist ein Allergie-Bluttest nur ein Hinweis auf eine Allergie, kein Nachweis. Mehr IgE-Antikörper kann es auch ohne Allergie geben, etwa bei Menschen, die rauchen, oder bei einer Parasiten-Infektion (sinngemäß nach IQWiG, 2024). Die Menge der Allergie-Antikörper hängt außerdem nicht unbedingt mit der Stärke der Beschwerden zusammen (IQWiG, 2024).

Die Kommission Umweltmedizin am Robert Koch-Institut nennt das Vorhandensein spezifischer IgE-Antikörper eine allergische Sensibilisierung (RKI-Kommission, 2016). Sie ist die Voraussetzung für eine Allergie, kann aber auch bestehen, ohne dass beim Kontakt mit dem Allergen, dem auslösenden Stoff, Beschwerden auftreten (RKI-Kommission, 2016). Die RKI-Kommission (2016) spricht dann von einer klinisch stummen Sensibilisierung, also einer ohne Symptome. Ob daraus eine Allergie wird, entscheidet sich an den Beschwerden, und das gehört in ärztliche Hände.

Wie sich eine Allergie von einer Unverträglichkeit abgrenzt, zeigt das Beispiel Nussallergie oder Nussunverträglichkeit. Wer sich fragt, was Kreuzallergien sind, findet dazu ebenfalls einen eigenen Beitrag.

Belegte Fundstelle

„Bei der Blutuntersuchung wird geprüft, ob der Körper bestimmte Antikörper (meist IgE-Antikörper) gegen ein Nahrungsmittel gebildet hat.“

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
gesundheitsinformation.de, 2023

Einen Allergie-Bluttest für zu Hause bietet mybody®x (MYBODY Lab GmbH) mit dem AllergoCheck für 129,00 € (Stand 20.10.2026, Änderungen möglich) an. Er misst IgE-Antikörper gegen 54 Allergene, darunter Nahrungsmittel, in einer Kapillarblutprobe. Ein IgE-Wert zeigt eine Sensibilisierung, keine Diagnose. Das Ergebnis dient der Vorbereitung auf das Arztgespräch und ersetzt keine ärztliche Abklärung.

ELISA: Wo liegen die Grenzen des Wissens?

Die Grenzen betreffen vor allem, was sich aus einem Wert ablesen lässt. Ein IgE-Wert aus einem Allergie-Bluttest ist laut IQWiG (2024) ein Hinweis auf eine Allergie, kein Nachweis.

Die Beschreibung des Ablaufs stammt aus einem medizinischen Lehrbuchkapitel (Zubair u. a., 2026). Ein solches Kapitel ist Lernmaterial und kein Studienergebnis. Es zeigt das Prinzip des Verfahrens, nicht die Eigenschaften eines bestimmten Tests.

Sensibilisierung ist nicht Allergie. Spezifisches IgE kann laut RKI-Kommission (2016) bestehen, ohne dass beim Kontakt mit dem Allergen Beschwerden auftreten. Diese Begriffsbestimmung stammt aus einem Positionspapier aus dem Jahr 2016.

Die Seiten des IQWiG (2024) beschreiben die Blutabnahme aus der Armvene in der ärztlichen Praxis. Kapillarblut, also Blut, das per Fingerpieks gewonnen wird, ist dort nicht Thema. Beide Probenarten setzt dieser Artikel deshalb nicht gleich.

Ein Bluttest zeigt außerdem den Zustand zum Zeitpunkt der Probe. Ein auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch Krankheit.

Auch der Stand der Quellen gehört zur Einordnung. Die IQWiG-Seite zur Nahrungsmittelallergie trägt den Stand vom Juli 2023, eine Aktualisierung ist für 2026 geplant (IQWiG, 2023).

Wie sich Beschwerden nach einzelnen Obstsorten einordnen lassen, beschreibt der Beitrag Apfel oder Banane nicht vertragen.

ELISA: Was du jetzt weißt

Wenn du „ELISA“ auf einem Befund liest, steht dort ein Messverfahren und kein Krankheitsname. Ein Enzym übersetzt die unsichtbare Bindung zwischen Antikörper und Antigen in eine Produktmenge, die je nach Aufbau ein Antigen oder Antikörper anzeigt (Zubair u. a., 2026). Was ein Wert bedeutet, entscheidet sich an der Einordnung: Ein IgE-Wert ist laut IQWiG (2024) ein Hinweis, kein Nachweis. Diese Einordnung gehört ins Gespräch mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Häufige Fragen

Wofür steht die Abkürzung ELISA?

ELISA steht für die englische Langform Enzyme-Linked Immunosorbent Assay, so lautet auch der Titel des Lehrbuchkapitels von Zubair u. a. (2026). Der Name beschreibt den Kern des Verfahrens: Ein Enzym ist an einen Bestandteil des Tests gekoppelt und macht eine Bindung des Immunsystems messbar. Der ELISA gehört zu den Enzymimmuntests, die laut Zubair u. a. (2026) die Eigenschaften von Enzymen nutzen, um Reaktionen des Immunsystems nachzuweisen und ihre Menge zu bestimmen.

Was ist eine Mikrotiterplatte?

Eine Mikrotiterplatte ist eine Platte mit kleinen Vertiefungen, an deren Oberfläche im ELISA ein Reaktionspartner haftet (Zubair u. a., 2026). Je nach Aufbau ist das ein Antikörper oder ein Antigen. Der Reaktionspartner kann einfach an der Oberfläche anhaften oder chemisch fest mit ihr verbunden sein (sinngemäß nach Zubair u. a., 2026). Die Platte ist nicht die einzige Möglichkeit: Laut Zubair u. a. (2026) kann die feste Oberfläche auch aus magnetischen Partikeln oder Kunststoffkügelchen bestehen. Entscheidend ist in jedem Fall, dass ein Partner der Bindung an einem festen Ort bleibt, während gewaschen wird.

Kann ein ELISA Antikörper gegen Viren nachweisen?

Ja. Laut Zubair u. a. (2026) wird ELISA häufig eingesetzt, um Antikörper gegen Viren und gegen körpereigene Strukturen in Blutproben nachzuweisen. Dafür haftet ein passendes Antigen an der Oberfläche, und Antikörper aus der Probe binden daran (Zubair u. a., 2026). Der Test zeigt damit, ob solche Antikörper vorhanden sind und in welcher Menge. Was ein Befund für dich bedeutet, ordnet deine Ärztin oder dein Arzt ein, zusammen mit deinen Beschwerden und weiteren Untersuchungen.

Was ist ein kompetitiver ELISA?

Ein kompetitiver ELISA ist eine Variante, die das Lehrbuchkapitel von Zubair u. a. (2026) für kleine Moleküle nennt. Bei ihr verläuft das Signal umgekehrt zur Menge des gesuchten Stoffs: Je mehr davon in der Probe steckt, desto schwächer ist das Signal (sinngemäß nach Zubair u. a., 2026). Beim Sandwich-ELISA ist es andersherum, dort steigt das Signal mit der Menge. Das Signal selbst musst du deshalb nicht lesen können. Maßgeblich sind die Angaben auf deinem Befund.

Ist ein erhöhter IgE-Wert eine Allergie?

Nicht automatisch. Ein Bluttest auf IgE ist laut IQWiG (2024) nur ein Hinweis auf eine Allergie, kein Nachweis. Mehr IgE-Antikörper kann es auch ohne Allergie geben, etwa bei Menschen, die rauchen, oder bei einer Parasiten-Infektion (sinngemäß nach IQWiG, 2024). Spezifisches IgE bezeichnet die Kommission Umweltmedizin am Robert Koch-Institut als Sensibilisierung, die auch ohne Beschwerden bestehen kann (RKI-Kommission, 2016). Ob eine Allergie vorliegt, entscheidet sich an den Beschwerden, und diese Frage gehört in ärztliche Hände.

Nächster Schritt

Wie unterscheiden sich die Antikörperklassen?

Der ELISA ist das Messverfahren. Was die Antikörper unterscheidet, die er messen kann, steht im nächsten Beitrag.

Antikörper erklärt Blutwerte und Immunsystem Welche Abwehrwerte im Blut messbar sind

Weiterlesen

Quellen

  1. Zubair M. u. a.: Enzyme-Linked Immunosorbent Assay (ELISA). StatPearls (Stand 2026) – europepmc.org
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Welche Allergietests gibt es? (Stand 2024) sowie Nahrungsmittelallergie: Diagnose und Behandlung (Stand 2023) – gesundheitsinformation.de (Allergietests) · gesundheitsinformation.de (Nahrungsmittelallergie)
  3. Kommission Umweltmedizin am Robert Koch-Institut: Aktueller Stand zur Verbreitung von Allergien in Deutschland (Stand 2016) – rki.de
  4. Hostoffer R. W. und Joseph N. I.: Immunoglobulin E. StatPearls (Stand 2023) sowie Allergieinformationsdienst (Helmholtz Munich): Nahrungsmittelallergie, Grundlagen (Stand 2023) – europepmc.org · allergieinformationsdienst.de

Messprinzip und Ablauf des ELISA samt seiner Varianten stützen sich auf [1]. Die Einordnung von Allergie-Bluttests stützt sich auf [2] und [3], die Erklärung von IgE auf [4]. Die Angaben zum AllergoCheck stammen von der mybody®x-Produktseite, der Preis wurde am 20.10.2026 geprüft.

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mybody®x Redaktions- & Fachteam

Labormedizin Immunologie

Dieser Beitrag stammt vom mybody®x Redaktions- & Fachteam und stützt sich auf die oben genannten Quellen. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 21.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 21.10.2026

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