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MCT-Öl: Wirkung und Nebenwirkungen – was Studien belegen

20. Oktober 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

MCT-Öl besteht aus Fetten mit Fettsäuren mittlerer Kettenlänge, die der Körper schneller spaltet und aufnimmt als übliche Nahrungsfette (DGE, 2011). Beim Abnehmen fiel der Effekt klein aus: In einer Metaanalyse, die 13 Studien gemeinsam auswertete, lag das Körpergewicht mit MCT im Mittel um 0,51 kg niedriger (Mumme & Stonehouse, 2015). Größere Mengen können den Bauch belasten (DGE, 2011).

Die DGE (2011) hält MCT für kein geeignetes Mittel, um langfristig Gewicht zu verlieren.

Kokosöl ist nicht dasselbe wie MCT-Öl, denn es besteht zum größten Teil aus Laurinsäure mit 41,8 g je 100 g (USDA, 2019).

Ohne Gewöhnung können mehr als 50 bis 80 g MCT am Tag Bauchschmerzen und Durchfall auslösen (DGE, 2011).

In diesem Artikel

Was ist MCT-Öl?

MCT-Öl ist ein Fett aus mittelkettigen Triglyceriden, kurz MCT, deren Fettsäuren 6 bis 10 Kohlenstoffatome lang sind (DGE, 2011). Es besteht vor allem aus Capryl- und Caprinsäure (Traul u. a., 2000).

Die Abkürzung MCT steht für das englische medium chain triglycerides. Die DGE beschreibt MCT als Fette mit Fettsäuren mittlerer Kettenlänge (DGE, 2011). Ihr Gegenstück sind die üblichen Nahrungsfette, die LCT, kurz für long chain triglycerides, deren langkettige Fettsäuren mehr als 10 Kohlenstoffatome haben (DGE, 2011). Die Länge der Fettsäureketten ist damit das Merkmal, das beide Fettarten trennt.

Ein MCT-Öl besteht laut einer Übersichtsarbeit zur Sicherheit von MCT vor allem aus Caprylsäure mit 8 und Caprinsäure mit 10 Kohlenstoffatomen (Traul u. a., 2000). In kleineren Anteilen kommen Capronsäure mit 6 und Laurinsäure mit 12 Kohlenstoffatomen hinzu (Traul u. a., 2000). Damit liegt die Laurinsäure über der Grenze von 10 Kohlenstoffatomen, die die DGE für MCT zieht (DGE, 2011). Diese Zählweise wird beim Vergleich mit Kokosöl wichtig.

Wie verarbeitet der Körper MCT anders als übliche Fette?

Im Vergleich zu LCT werden MCT schneller gespalten und aufgenommen (DGE, 2011). Danach werden sie über die Pfortader transportiert, auf direktem Weg zur Leber (DGE, 2011). Im Bild gesprochen nehmen MCT die Direktverbindung.

Auch beim Energiegehalt unterscheiden sich die Fette. MCT haben im Vergleich zu LCT einen um zehn Prozent niedrigeren Energiegehalt (DGE, 2011). Zudem steigern sie den Energieverbrauch nach dem Essen stärker als die üblichen Nahrungsfette, was die DGE als nahrungsinduzierte Thermogenese bezeichnet (DGE, 2011). Auf diesen beiden Eigenschaften beruht der Ruf als Fettverbrenner. Was davon in Studien zum Körpergewicht ankommt, zeigt das Kapitel zum Abnehmen.

Woher stammen die MCT im MCT-Öl?

Von den natürlichen Lebensmitteln enthalten laut DGE (2011) nur Butter sowie Palm- und Kokosöl MCT. Für den Einsatz in Diäten werden daraus spezielle Koch- und Streichfette hergestellt (DGE, 2011). Ein Lebensmittel, das MCT enthält, ist also noch kein MCT-Öl – an diesem Punkt hängt der Vergleich mit Kokosöl.

Für die Küche zählt der Rauchpunkt, also die Temperatur, ab der ein Fett zu rauchen beginnt. Bei MCT liegt er bei etwa 120 °C, weshalb sie zum Braten nicht geeignet sind (DGE, 2011).

MCT in Zahlen

6–10

Kohlenstoffatome je Fettsäure kennzeichnen MCT (DGE, 2011).

10 %

weniger Energie als übliche Nahrungsfette (DGE, 2011).

etwa 120 °C

Rauchpunkt, deshalb zum Braten nicht geeignet (DGE, 2011).

Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE), Fachinformation, Stand Februar 2011

Welche Wirkung hat MCT-Öl laut Studien?

Am klarsten beschrieben ist der Einsatz in der Ernährungstherapie: Dort werden MCT bei bestimmten Darm- und Verdauungserkrankungen eingesetzt (DGE, 2011). Studien mit Gesunden untersuchten die Ketose, gemessen an Ketonkörpern im Blut, und den Ausdauersport, jeweils in kleinen Gruppen (Harvey u. a., 2018; Jeukendrup u. a., 1998).

Den Einsatz in der Ernährungstherapie verbindet die DGE mit der schnellen Spaltung und Aufnahme der MCT (DGE, 2011). Gemeint ist eine Ernährung bei Krankheit, kein Rat für Gesunde. Wer MCT-Öl aus dem Kaffee oder aus der Keto-Küche kennt, findet die passenderen Daten in den folgenden Abschnitten.

Kernaussage

MCT-Öl wird anders verarbeitet als übliche Fette, doch zum Schlankmacher oder Leistungsförderer macht es das in Studien nicht.

MCT-Öl und Ketose: was eine Studie mit Gesunden zeigt

In einer Studie von Harvey u. a. wurde Ketose über eine Messgröße bestimmt: den Ketonkörper Beta-Hydroxybutyrat im Blut, dessen Wert eine festgelegte Schwelle erreichen musste (Harvey u. a., 2018). Was eine ketogene Ernährung ausmacht, beschreibt der Beitrag zur Keto-Ernährung.

In dieser randomisierten Studie, bei der die Teilnehmenden per Zufall einer Gruppe zugeteilt wurden, folgten 28 gesunde Erwachsene 20 Tage lang einer ketogenen Diät (Harvey u. a., 2018). Eine Gruppe bekam MCT dazu, die andere Sonnenblumenöl zum Vergleich (Harvey u. a., 2018). Mit MCT lagen die Werte des Beta-Hydroxybutyrats zu allen Messzeitpunkten höher (Harvey u. a., 2018). Der Weg in die Ketose war mit MCT zwar kürzer, der Unterschied aber statistisch nicht signifikant, die Studie konnte ihn also nicht sicher vom Zufall abgrenzen (Harvey u. a., 2018).

Beschwerden der Umstellungsphase traten in beiden Gruppen auf, in der Vergleichsgruppe insgesamt stärker (Harvey u. a., 2018). Die Ausnahme waren Bauchschmerzen (Harvey u. a., 2018), die im Kapitel zu den Nebenwirkungen genauer beschrieben sind.

MCT-Öl beim Ausdauersport

In einer Studie mit sieben trainierten Radsportlern ging die Einnahme von 85 g MCT während langer Belastung mit einer schlechteren Leistung einher (Jeukendrup u. a., 1998). Die Autoren verbanden das mit Magen-Darm-Beschwerden, genauer mit Darmkrämpfen (Jeukendrup u. a., 1998). Die 85 g waren eine Studienbedingung und keine Verzehrempfehlung (Jeukendrup u. a., 1998).

MCT-Öl und Abnehmen: Was ist belegt?

Belegt ist ein kleiner Effekt: In einer Metaanalyse lag das Körpergewicht mit MCT statt üblicher Fette im Mittel um 0,51 kg niedriger (Mumme & Stonehouse, 2015). Für einen langfristigen Gewichtsverlust hält die DGE (2011) MCT nicht für geeignet.

Die Hoffnung dahinter ist nachvollziehbar. Ein Fett mit weniger Energie, das laut DGE (2011) den Energieverbrauch nach dem Essen stärker steigert, klingt nach einem Werkzeug zum Abnehmen. Wer MCT-Öl deshalb gekauft hat, ist einer plausiblen Idee gefolgt. In den Übersichten zu Lebensmitteln, die den Stoffwechsel anregen sollen, und zum Lebensmittelplan für den Stoffwechsel ist MCT-Öl ein Eintrag neben anderen, hier stehen die Belege dahinter und der Unterschied zu Kokosöl im Mittelpunkt.

Was die Metaanalyse zu MCT und Körpergewicht zeigt

Mumme und Stonehouse werteten 13 randomisierte Studien mit zusammen 749 Erwachsenen gemeinsam aus, das ist eine Metaanalyse (Mumme & Stonehouse, 2015). Die einbezogenen Studien dauerten länger als drei Wochen, verglichen wurde MCT aus Capryl- und Caprinsäure mit den üblichen langkettigen Fetten (Mumme & Stonehouse, 2015).

Mit MCT lag das Körpergewicht im Mittel um 0,51 kg niedriger, also um rund ein halbes Kilo (Mumme & Stonehouse, 2015). Der Taillenumfang war um 1,46 cm kleiner (Mumme & Stonehouse, 2015). Bei den Blutfetten zeigten sich keine Unterschiede (Mumme & Stonehouse, 2015).

Für den Alltag entscheidet ein Detail des Studienaufbaus: MCT ersetzte in den Studien andere Fette, es kam nicht zusätzlich dazu (Mumme & Stonehouse, 2015). Ein Löffel MCT-Öl im Kaffee, zusätzlich zur gewohnten Ernährung, entspricht also nicht dem, was untersucht wurde.

Die Autoren bewerten ihr Ergebnis selbst vorsichtig. Sie fanden Hinweise auf Industrieeinfluss, also auf eine mögliche Verzerrung durch wirtschaftliche Interessen (Mumme & Stonehouse, 2015). Bei vielen der Studien fehlten Angaben für eine vollständige Bewertung der Qualität (Mumme & Stonehouse, 2015). Ihr Schluss: MCT statt üblicher Fette könnte möglicherweise zu einem bescheidenen Rückgang des Körpergewichts führen, und große unabhängige Studien müssten das erst bestätigen (sinngemäß nach Mumme & Stonehouse, 2015).

Belegte Fundstelle

„MCT sind kein geeignetes Mittel, um langfristig Gewicht zu verlieren.“

Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Fachinformation „Mittelkettige Triglyceride für die Adipositastherapie nicht empfehlenswert“, 2011

Was die DGE zu MCT beim Abnehmen festhält

Die Fachinformation der DGE (2011) zeichnet ein ähnliches Bild. In Untersuchungen ließen sich Körpergewicht und Körperfettmasse mit MCT als Ersatz für übliches Fett senken, allerdings nur in kurzfristigen Studien (DGE, 2011). Den langfristigen Effekt haben die verfügbaren Studien laut DGE (2011) nicht untersucht.

Die DGE (2011) rechnet auch vor, wie groß der Spielraum ist. Wegen der begrenzten Verträglichkeit, die im Durchschnitt bei etwa 60 g MCT endet, lassen sich mit einer MCT-Kost durchschnittlich nur 80 bis 120 kcal am Tag einsparen (DGE, 2011). Die 60 g sind dabei keine Verzehrmenge, sondern eine Grenze der Verträglichkeit (DGE, 2011). Wurden übliche Fette durch MCT ersetzt, beobachteten mehrere Studien zudem ein stärkeres Sättigungsgefühl (DGE, 2011).

MCT-Öl oder Kokosöl: Was ist der Unterschied?

Kokosöl besteht zum größten Teil aus Laurinsäure, 41,8 g je 100 g (USDA, 2019). Capryl- und Caprinsäure, die Hauptbestandteile von MCT-Öl, machen darin zusammen nur rund 12 g je 100 g aus (USDA, 2019).

Die Verwechslung liegt nahe, denn Kokosöl gehört laut DGE (2011) zu den natürlichen Lebensmitteln, die MCT enthalten. Die US-Nährstoffdatenbank FoodData Central weist für 100 g Kokosöl 6,8 g Caprylsäure und 5,39 g Caprinsäure aus (USDA, 2019). Gesättigte Fettsäuren machen insgesamt 82,5 g je 100 g aus (USDA, 2019). Neben der Laurinsäure stecken darin 16,7 g Myristinsäure mit 14 und 8,64 g Palmitinsäure mit 16 Kohlenstoffatomen (USDA, 2019). Nach der Definition der DGE zählen Fettsäuren mit mehr als 10 Kohlenstoffatomen zu den langkettigen (DGE, 2011).

Ob Laurinsäure zu den MCT gehört, ordnen die Quellen verschieden ein. Nach der DGE haben MCT 6 bis 10 Kohlenstoffatome (DGE, 2011), Laurinsäure mit 12 Kohlenstoffatomen (Traul u. a., 2000) fällt damit heraus. Die Übersichtsarbeit zur Sicherheit von MCT führt Laurinsäure dagegen als kleineren Bestandteil von MCT (Traul u. a., 2000). Gleich, welcher Zählweise man folgt: Die Fettsäuren, die ein MCT-Öl ausmachen, stellen in Kokosöl nur einen kleinen Teil (USDA, 2019).

Der zweite Unterschied betrifft die Blutfette. Eine Metaanalyse von 16 Arbeiten fand, dass Kokosöl das LDL-Cholesterin, einen Blutfettwert, gegenüber nicht-tropischen Pflanzenölen um 10,47 mg/dl erhöhte (Neelakantan u. a., 2020). Eine Übersicht aus 21 Arbeiten kam zu einem ähnlichen Bild: Kokosöl erhöhte im Allgemeinen Gesamt- und LDL-Cholesterin stärker als ungesättigte Pflanzenöle, aber weniger als Butter (Eyres u. a., 2016).

Für MCT-Öl fand die Metaanalyse von Mumme und Stonehouse dagegen keine Unterschiede bei den Blutfetten gegenüber üblichen Fetten (Mumme & Stonehouse, 2015). Die Kokosöl-Daten lassen sich deshalb nicht auf MCT-Öl übertragen, und das gilt auch in die andere Richtung. Wie sich LDL-Cholesterin gemeinsam mit anderen Blutfetten einordnen lässt, steht im Beitrag über Blutfettwerte im Zusammenhang.

MCT-Öl und Kokosöl im Vergleich

Merkmal MCT-Öl Kokosöl
Hauptfettsäuren vor allem Capryl- und Caprinsäure (Traul u. a., 2000) zum größten Teil Laurinsäure, 41,8 g je 100 g (USDA, 2019)
Capryl- und Caprinsäure Hauptbestandteil (Traul u. a., 2000) zusammen rund 12 g je 100 g (USDA, 2019)
Blutfette in Studien keine Unterschiede gegenüber üblichen Fetten (Mumme & Stonehouse, 2015) LDL-Cholesterin um 10,47 mg/dl höher als mit nicht-tropischen Pflanzenölen (Neelakantan u. a., 2020)

Zusammensetzung von MCT-Öl laut Traul u. a. (2000), von Kokosöl laut USDA (2019). Blutfette für MCT laut Mumme & Stonehouse (2015), für Kokosöl laut Neelakantan u. a. (2020).

Welche Nebenwirkungen hat MCT-Öl?

Ohne vorherige Gewöhnung können größere Mengen von mehr als 50 bis 80 g MCT am Tag Bauchschmerzen und Blähungen auslösen, dazu Durchfall (DGE, 2011). Zur langfristigen Verträglichkeit fehlen laut DGE (2011) Angaben.

Die Mengenangabe der DGE (2011) ist eine Schwelle für Beschwerden, keine Verzehrempfehlung. Sie stammt aus der Diättherapie, in der übliche Fette durch MCT ersetzt werden, und dort muss dieser Austausch laut DGE (2011) langsam erfolgen.

Bauchschmerzen durch MCT-Öl: was Studien beobachtet haben

In der Ketose-Studie mit 28 Gesunden traten Bauchschmerzen unter MCT häufiger und stärker auf als unter Sonnenblumenöl (Harvey u. a., 2018). Im Ausdauersport gingen 85 g MCT während der Belastung mit Darmkrämpfen einher (Jeukendrup u. a., 1998). Die Autoren schlossen daraus, dass große MCT-Mengen bei langer Belastung Magen-Darm-Probleme auslösen können (Jeukendrup u. a., 1998).

Eine Übersichtsarbeit zur Sicherheit von MCT hält fest, dass klinische Studien die Sicherheit beim Verzehr bis 1 g je kg Körpergewicht bestätigt haben (Traul u. a., 2000). Das beschreibt den Rahmen, in dem untersucht wurde, und ist keine Mengenempfehlung.

Als Gegenanzeigen, also Umstände, die gegen den Einsatz von MCT sprechen, beschrieben Bach und Babayan die Ketose (Bach & Babayan, 1982). Ebenso nannten sie eine Übersäuerung des Blutes und die Leberzirrhose (Bach & Babayan, 1982).

Kapitel auf einen Blick

Ohne Gewöhnung können mehr als 50 bis 80 g MCT am Tag Bauchschmerzen und Durchfall auslösen (DGE, 2011). In einer Studie mit 28 Gesunden traten Bauchschmerzen unter MCT häufiger auf als unter Sonnenblumenöl (Harvey u. a., 2018). Als Gegenanzeigen wurden unter anderem eine Übersäuerung des Blutes und die Leberzirrhose beschrieben (Bach & Babayan, 1982). Zur langfristigen Verträglichkeit fehlen laut DGE (2011) Angaben.

Für wen eignet sich MCT-Öl?

Beschrieben ist der Einsatz von MCT in der Ernährungstherapie bestimmter Darm- und Verdauungserkrankungen (DGE, 2011). Wer eine Erkrankung hat oder Medikamente nimmt, klärt den Einsatz von MCT-Öl ärztlich.

In dieser Therapie kommen spezielle Fette zum Einsatz, die für Diäten eigens hergestellt werden, und der Wechsel von üblichen Fetten zu MCT erfolgt langsam (DGE, 2011). Das ist Ernährung bei Krankheit und kein Muster für den eigenen Einkauf.

Für den Alltag halten die Quellen diese Eckpunkte fest. In der Pfanne setzt der Rauchpunkt von etwa 120 °C eine Grenze, zum Braten ist MCT-Öl nicht geeignet (DGE, 2011). Die Studienergebnisse zum Gewicht beruhen auf MCT als Ersatz für andere Fette (Mumme & Stonehouse, 2015). Und wer eine der beschriebenen Gegenanzeigen bei sich kennt, bespricht das vorab in der Praxis.

Der NutriCare INFINITY DNA-Test von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) enthält einen Bericht zur Veranlagung bei der Reaktion auf gesättigte Fette, gestützt auf das Gen APOA2, für 269,00 € (Stand 20.10.2026, Änderungen möglich). MCT-Öl misst er nicht, Blutfette auch nicht. Die Anlage ist keine Festlegung, und der Bericht ersetzt keine ärztliche Abklärung. Gedacht ist er als Vorbereitung auf das Arztgespräch.

Wo liegen die Grenzen der Studien zu MCT-Öl?

Die Effekte beim Abnehmen sind klein, und die Autoren der Metaanalyse fanden Hinweise auf Industrieeinfluss (Mumme & Stonehouse, 2015). Die Fachinformation der DGE (2011) hat den Stand Februar 2011 und ist damit älter als diese Metaanalyse (Mumme & Stonehouse, 2015).

Die Metaanalyse untersuchte MCT aus Capryl- und Caprinsäure als Ersatz für andere Fette, Kokosöl war nicht Gegenstand (Mumme & Stonehouse, 2015). Ihre Literatursuche reichte bis März 2014 (Mumme & Stonehouse, 2015). Die DGE-Angaben stammen aus einer Fachinformation und nicht aus einer Leitlinie, und ihre Aussagen zum Gewicht beruhen auf kurzfristigen Studien (DGE, 2011).

Die Studien zu Ketose und Ausdauersport sind klein (Harvey u. a., 2018; Jeukendrup u. a., 1998). Die Ketose-Studie umfasste 28 Gesunde unter ketogener Diät in Neuseeland (Harvey u. a., 2018). Die Sport-Studie arbeitete mit sieben Radsportlern unter Belastung, und ihre Mengen lassen sich nicht auf den Alltag übertragen (Jeukendrup u. a., 1998).

Die Gegenanzeigen stammen aus einer Übersicht von 1982 (Bach & Babayan, 1982). Die Angabe zur Sicherheit bis 1 g je kg Körpergewicht kommt aus einer Übersichtsarbeit, die überwiegend auf Tierversuchen beruht (Traul u. a., 2000).

Bei Kokosöl stammen die Fettsäurewerte aus einer US-Datenbank, die nicht angibt, ob das Öl raffiniert oder nativ war (USDA, 2019). Die Ergebnisse der einzelnen Kokosöl-Studien wichen stark voneinander ab, und gemessen wurden Risikofaktoren im Blut, keine Herzinfarkte (Neelakantan u. a., 2020).

Auch der oben genannte DNA-Test hat eine klare Grenze: Er beschreibt eine genetische Veranlagung und misst weder MCT-Öl noch Blutfette.

MCT-Öl: Was du mitnehmen kannst

MCT-Öl ist ein Fett, das der Körper schneller spaltet und aufnimmt als übliche Nahrungsfette, und darauf beruht sein Einsatz in der Ernährungstherapie (DGE, 2011). Beim Abnehmen blieb der Effekt in Studien klein, gemessen mit MCT als Ersatz für andere Fette (Mumme & Stonehouse, 2015). Kokosöl ist kein Ersatz dafür, sondern ein eigenes Fett mit eigenem Einfluss auf die Blutfette (Neelakantan u. a., 2020). Ein Fettverbrenner ist MCT-Öl nicht, ein Bratöl auch nicht.

Häufige Fragen

Was bedeutet MCT?

MCT steht für medium chain triglycerides, auf Deutsch mittelkettige Triglyceride, also Fette mit Fettsäuren mittlerer Kettenlänge von 6 bis 10 Kohlenstoffatomen (DGE, 2011). Das Gegenstück sind die LCT, die üblichen Nahrungsfette mit langkettigen Fettsäuren von mehr als 10 Kohlenstoffatomen (DGE, 2011). Im Handel heißt das Produkt auch MCT oil. MCT-Öle bestehen vor allem aus Capryl- und Caprinsäure (Traul u. a., 2000).

Kann man mit MCT-Öl braten?

Nein, zum Braten ist MCT-Öl nicht geeignet, denn sein Rauchpunkt liegt bei etwa 120 °C (DGE, 2011). Der Rauchpunkt ist die Temperatur, ab der ein Fett zu rauchen beginnt. Auch zum Schmoren und Dünsten hält die DGE (2011) MCT nicht für geeignet. Für den Einsatz in Diäten werden spezielle Koch- und Streichfette mit MCT hergestellt (DGE, 2011).

Macht MCT-Öl satt?

In mehreren Studien wurden ein stärkeres Sättigungsgefühl und eine längere Sättigungsdauer beobachtet, wenn MCT übliche Fette ersetzten (DGE, 2011). Ein einzelnes Sättigungshormon, dessen Ausschüttung von MCT beeinflusst wird, ließ sich laut DGE (2011) bisher nicht bestimmen. Wie die Sättigung zustande kommt, ist laut DGE (2011) eine Vermutung. Für das Gewicht rechnet die DGE (2011) wegen der begrenzten Verträglichkeit mit einer Einsparung von durchschnittlich nur 80 bis 120 kcal am Tag.

Bringt MCT-Öl schneller in die Ketose?

Nicht verlässlich: In einer Studie mit 28 gesunden Erwachsenen unter ketogener Diät war der Weg in die Ketose mit MCT zwar kürzer, der Unterschied aber statistisch nicht signifikant (Harvey u. a., 2018). Als Ketose galt dort ein Wert des Ketonkörpers Beta-Hydroxybutyrat von mindestens 0,5 mmol/l im Blut (Harvey u. a., 2018). Dieser Wert lag mit MCT zu allen Messzeitpunkten höher als mit Sonnenblumenöl (Harvey u. a., 2018). Bauchschmerzen traten unter MCT häufiger auf (Harvey u. a., 2018).

Bringt MCT-Öl beim Ausdauersport etwas?

In einer Studie mit sieben trainierten Radsportlern nicht: Mit 85 g MCT während einer langen Belastung lag die Leistung im anschließenden Zeitfahren um 17 bis 18 Prozent niedriger (Jeukendrup u. a., 1998). Kohlenhydrate allein und Kohlenhydrate mit MCT veränderten die Leistung gegenüber einem Scheinpräparat nicht (Jeukendrup u. a., 1998). Den Leistungsverlust brachten die Autoren mit Darmkrämpfen in Verbindung (Jeukendrup u. a., 1998). Mit sieben Teilnehmenden ist die Studie klein (Jeukendrup u. a., 1998).

Nächster Schritt

Mehr zu Ketose und Blutfetten

Wer MCT-Öl im Rahmen einer ketogenen Ernährung nutzt, findet im Keto-Beitrag den Hintergrund dazu. Wer eigene Blutfettwerte vorliegen hat, liest im zweiten Beitrag, wie sie zusammenhängen.

Was hinter Keto steckt Blutfettwerte richtig lesen LDL-Cholesterin im Zusammenhang mit anderen Blutfetten

Weiterlesen

Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Mittelkettige Triglyceride für die Adipositastherapie nicht empfehlenswert, Fachinformation (Stand 2011) – dge.de
  2. Mumme K., Stonehouse W.: Effects of medium-chain triglycerides on weight loss and body composition, Journal of the Academy of Nutrition and Dietetics (Stand 2015) – europepmc.org
  3. Neelakantan N. u. a.: The Effect of Coconut Oil Consumption on Cardiovascular Risk Factors, Circulation (Stand 2020) – europepmc.org
  4. U.S. Department of Agriculture: FoodData Central, Oil, coconut (Stand 2019) – fdc.nal.usda.gov

Aufbau und Eigenschaften von MCT stützen sich auf [1], ebenso die Einschätzung der DGE zum Abnehmen. Die Zahlen zu Körpergewicht und Blutfetten unter MCT stammen aus [2]. Die Blutfettwerte unter Kokosöl stammen aus [3], die Fettsäuren in Kokosöl aus [4]. Weitere im Text genannte Studien sind mit Autor und Jahr angegeben und über Europe PMC abrufbar. Produktangaben: mybody®x-Produktseite, Stand 20.10.2026. Alle Quellen geprüft am 20.10.2026.

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Veröffentlicht am 20.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 20.10.2026

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