Vitaminmangel und Psyche: was bei Stimmung und Unruhe belegt ist
26. September 2026ca. 14 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
Für vier messbare Werte gibt es Studien zur Psyche: Vitamin B12, das B-Vitamin Folsäure, Vitamin D und Ferritin (der Eisenspeicher). Belegt sind Zusammenhänge, keine einfachen Ursachen. Wie gut, unterscheidet sich je Wert deutlich. Ein Mangel kann mitwirken, ein Bluttest diagnostiziert aber nichts. Eine Depression gehört in ärztliche oder psychotherapeutische Hände.
Die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression (2022) hält fest, dass sich hinter depressiven Beschwerden eine unerkannte körperliche Erkrankung verbergen kann, nennt dafür aber kein festes Laborprofil.
Vitamin D3 beugte in einer Studie mit 18.353 Erwachsenen ab 50 Jahren neuen Depressionen nicht vor (Okereke u. a., 2020).
Bei niedrigem Ferritin zeigte eine Studie einen Effekt von Eisen auf Müdigkeit, nicht auf Depression oder Angst (Vaucher u. a., 2012).
In diesem Artikel
Vitaminmangel und Psyche: Wie hängt das zusammen?
Studien verbinden einzelne Nährstoffwerte mit Stimmung und Antrieb, doch ein Zusammenhang ist noch keine Ursache. Die deutsche Leitlinie zur Depression nimmt körperliche Ursachen ernst, schreibt dafür aber kein festes Vitaminprofil vor.
Wer sich seit Wochen gedrückt fühlt oder innerlich unruhig ist, sucht nach etwas, das sich messen lässt. Ein Vitaminmangel wäre eine greifbare Erklärung, ein Wert, der sich bestimmen und ausgleichen lässt. Diese Hoffnung ist verständlich und nicht aus der Luft gegriffen: Für vier Blutwerte gibt es Studien, die sie mit der Psyche in Verbindung bringen.
Liegt es am Ende doch nur an einem Wert? Im Einzelfall lässt sich das nicht ausschließen. Entscheidend ist trotzdem etwas anderes: Für keinen der vier Werte zeigen die Quellen, dass er allein eine Depression verursacht. Sie zeigen Zusammenhänge von sehr unterschiedlicher Stärke.
Welche körperlichen Zeichen ein Vitaminmangel insgesamt haben kann, zeigt die Übersicht zu den Symptomen eines Vitaminmangels. Was neben Nährstoffen hinter innerer Unruhe stecken kann, ordnet der Beitrag zur inneren Unruhe ein. Hier geht es um eine engere Frage: welche messbaren Werte mit der Psyche zusammenhängen und wie gut das belegt ist.
Vier Werte, um die es geht
B12
Vitamin B12 im Blut. Ist der Spiegel lange niedrig, kann das laut MedlinePlus (2026) Nerven schädigen.
Folsäure
Folat heißt das B-Vitamin in Lebensmitteln, Folsäure seine künstlich hergestellte Form. Beide Namen stehen für denselben Nährstoff.
25-OH-D3
Der Laborwert für Vitamin D. An ihm macht das Robert Koch-Institut (2016) die Versorgung fest.
Ferritin
Der Eisenspeicher. Ein einzelner Ferritinwert kann bei einer Entzündung täuschen.
Quelle: MedlinePlus, 2026; Robert Koch-Institut, 2016
Warum überhaupt an körperliche Ursachen denken? Die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression von 2022, die deutsche Behandlungsleitlinie für Ärztinnen und Ärzte, begründet eine ihrer Empfehlungen so:
Belegte Fundstelle
„[…] dass sich hinter einer depressiven Symptomatik eine bisher nicht bekannte behandlungsfähige bzw. -bedürftige somatische Erkrankung verbergen kann.“
Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression
NVL-Programm, Langfassung Version 3.2, Rationale zu Empfehlung 2-5, 2022
Somatisch heißt körperlich. Bei einem solchen Verdacht soll eine weiterführende Diagnostik gemeinsam mit den Betroffenen abgewogen werden (Empfehlung 2-5). Ein festes Laborprofil nennt die Leitlinie dafür nicht, auch keine einzelnen Vitaminwerte. Laboruntersuchungen sieht sie bei konkreten Anhaltspunkten vor und wägt sie gegen unnötige Diagnostik ab.
Vitamin B12: Was hat ein Mangel mit der Psyche zu tun?
Ein lange niedriger B12-Spiegel kann Nerven schädigen, und unter den möglichen Zeichen nennt ein US-Gesundheitslexikon auch Reizbarkeit. Depression nennt es nicht (MedlinePlus, 2026).
Was Studien zeigen: MedlinePlus, das Gesundheitslexikon der US-amerikanischen National Library of Medicine, beschreibt als Folge eines lange niedrigen B12-Spiegels Nervenschäden. Dazu zählen Taubheit und Kribbeln in Händen und Füßen. Auch Konzentrationsprobleme und Reizbarkeit stehen in der Aufzählung, in schweren Fällen außerdem Verwirrtheit oder eine Psychose, also der Verlust des Kontakts zur Wirklichkeit (MedlinePlus, 2026).
Die Schäden können laut MedlinePlus bleiben, wenn die Behandlung nicht bald nach Beginn der Beschwerden einsetzt. Zugleich kann ein Mangel ohne Beschwerden verlaufen oder nur leichte machen. Eine klinische Übersicht von Lachner u. a. (2012) bringt einen B12-Mangel bei älteren Menschen zudem mit Stimmungssymptomen in Verbindung.
Wie sicher das ist: Das Lexikon beschreibt Zeichen ohne Zahlen zu ihrem Vorkommen, und Depression kommt darin nicht vor. Die Arbeit von Lachner u. a. ist eine erzählende Übersicht, also eine Zusammenschau ohne eigene Berechnung, und sie gilt für ältere Menschen. Für Jüngere mit gedrückter Stimmung lässt sich daraus keine sichere Aussage ableiten.
Welche B12-Werte auf einem Befund etwas aussagen, erklärt der Beitrag zum Vitamin-B12-Mangel.
Folsäure: Geht ein niedriger Wert mit Depression einher?
In einer Metaanalyse, einer gemeinsamen Auswertung von Einzelstudien, ging eine Depression mit niedrigeren Folatwerten einher (Bender u. a., 2017). Ob der niedrige Wert Ursache oder Folge ist, zeigt diese Arbeit nicht.
Was Studien zeigen: Bender u. a. (2017) verglichen die Folatwerte von Menschen mit und ohne Depression. Sie fanden einen signifikanten, kleinen Effekt: Menschen mit Depression hatten niedrigere Werte. Signifikant heißt, dass der Unterschied statistisch abgesichert ist. Klein heißt, dass sich die Gruppen im Mittel nur leicht unterscheiden.
Wie sicher das ist: Die einbezogenen Studien wichen stark voneinander ab. Das Streuungsmaß I² lag bei 84,88 % (Bender u. a., 2017), die Fachleute sprechen von hoher Heterogenität. Ein Vergleich zweier Gruppen kann zudem nicht zeigen, ob Folsäure die Stimmung beeinflusst. Er zeigt nur, dass beides zusammen auftritt.
Vitamin D: Beugt es einer Depression vor?
In einer großen randomisierten Studie, in der das Los über Wirkstoff oder Scheinmittel (Placebo) entschied, beugte Vitamin D3 neuen Depressionen nicht vor (Okereke u. a., 2020). Eine Metaanalyse fand einen kleinen Effekt auf depressive Symptome, stuft dessen Vertrauenswürdigkeit aber selbst als sehr niedrig ein (Mikola u. a., 2023).

Was Studien zeigen: Die Studie VITAL-DEP von Okereke u. a. (2020) begleitete 18.353 Erwachsene ab 50 Jahren, im Durchschnitt 67,5 Jahre alt, im Median 5,3 Jahre lang. Der Median ist der mittlere Wert einer Reihe. Neue Depressionen oder deutliche depressive Symptome traten in beiden Gruppen ähnlich auf: 12,9 gegen 13,3 Ereignisse je 1.000 Personenjahre, wobei ein Personenjahr ein Jahr Beobachtung einer Person ist.
Die Autoren folgern, dass die Ergebnisse nicht dafür sprechen, Vitamin D3 bei Erwachsenen zur Vorbeugung einer Depression einzusetzen. Die Metaanalyse von Mikola u. a. (2023) wertete 41 randomisierte Studien mit zusammen 53.235 Teilnehmenden aus. Sie hält selbst fest, dass bisherige Metaanalysen zu Vitamin D und Depression widersprüchlich waren.
Wie sicher das ist: Beide Arbeiten stehen nebeneinander und beantworten verschiedene Fragen. Die große Studie untersuchte Vorbeugung bei Menschen ohne relevante depressive Symptome zu Beginn; über die Behandlung einer bestehenden Depression oder über Menschen mit Mangel sagt sie nichts. Die Metaanalyse bewertet ihr Hauptergebnis nach GRADE, einem Schema zur Einstufung von Belegen, mit sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit. Ihre Einzelstudien streuten stark (I² 88,16 %, Mikola u. a., 2023) und schlossen auch Menschen mit anderen Grunderkrankungen ein.
Wie es um die Versorgung in Deutschland steht, hat das Robert Koch-Institut in der Erhebung DEGS1 mit 6.995 Erwachsenen von 18 bis 79 Jahren gemessen. Bei 30,2 % lag der Wert unter 30 nmol/l (Nanomol je Liter), was das RKI als Hinweis auf eine mangelhafte Versorgung wertet; 38,4 % lagen bei 50 nmol/l oder darüber (RKI, 2016). Die Daten stammen aus den Jahren 2008 bis 2011 und beziehen sich nicht auf die Psyche.
Ferritin: Hat ein leerer Eisenspeicher mit der Stimmung zu tun?
Belegt ist ein Zusammenhang mit Müdigkeit, nicht mit der Stimmung. In einer randomisierten Studie hatte Eisen bei Frauen mit niedrigem Ferritin keinen signifikanten Effekt auf Depression oder Angst (Vaucher u. a., 2012).
Was Studien zeigen: Vaucher u. a. (2012) untersuchten 198 menstruierende Frauen zwischen 18 und 53 Jahren mit ungeklärter Müdigkeit. Ihr Ferritin lag unter 50 µg/l (Mikrogramm je Liter). Eine Blutarmut hatten sie nicht, ihr Hämoglobin, der rote Blutfarbstoff, lag über 12,0 g/dl (Gramm je Deziliter). Per Los bekam ein Teil der Frauen zwölf Wochen lang Eisen, der andere ein Placebo.
Der Müdigkeitswert sank in der Eisengruppe um 47,7 %, in der Placebogruppe um 28,8 %. Auf Depression und Angst hatte Eisen keinen signifikanten Effekt, ebenso wenig auf die Lebensqualität (Vaucher u. a., 2012).
Wie sicher das ist: Die Studie belegt einen Effekt auf Müdigkeit, und das nur für Frauen im gebärfähigen Alter. Auch unter Placebo ging die Müdigkeit deutlich zurück. Für eine gedrückte Stimmung liefert sie keinen Beleg.
Vitaminmangel und psychische Symptome: Wie gut ist was belegt?
Für jeden der vier Werte gibt es Studien, doch keine Beleglage gleicht der anderen. Die Tabelle stellt nebeneinander, womit Studien den Wert verbinden und wie belastbar das ist.
Bei B12 und Folsäure beruhen die Aussagen auf Beschreibungen und Gruppenvergleichen. Bei Vitamin D und Ferritin gibt es Studien, in denen per Los ein Präparat gegen ein Placebo getestet wurde. Für die Stimmung zeigten sie keinen oder nur einen unsicheren Effekt.
Vier Werte im Vergleich
| Wert | Verbunden mit | Beleglage |
|---|---|---|
| Vitamin B12 | Nervenschäden mit Reizbarkeit als möglichem Zeichen (MedlinePlus, 2026); Stimmungssymptome bei Älteren (Lachner u. a., 2012) | Lexikon und erzählende Übersicht ohne Zahlen; Depression nennt das Lexikon nicht |
| Folsäure | Depression ging mit niedrigeren Folatwerten einher (Bender u. a., 2017) | Metaanalyse mit kleinem Effekt bei starker Streuung; Zusammenhang, keine Ursache |
| Vitamin D | Kein vorbeugender Effekt (Okereke u. a., 2020); kleiner Effekt auf Symptome (Mikola u. a., 2023) | Große randomisierte Studie neben einer Metaanalyse mit sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit |
| Ferritin | Effekt von Eisen auf Müdigkeit bei Frauen ohne Blutarmut (Vaucher u. a., 2012) | Randomisierte Studie; kein signifikanter Effekt auf Depression oder Angst |
Kapitel auf einen Blick
Vier Werte, vier Beleglagen. B12 ist mit Nervenschäden verbunden und bei Älteren mit Stimmungssymptomen, Folsäure über einen kleinen Gruppenunterschied. Vitamin D zeigte in der großen Studie keinen vorbeugenden Effekt und in der Metaanalyse einen unsicheren. Ferritin betrifft nach der Studienlage die Müdigkeit, nicht die Stimmung.
Vitaminmangel und Depression: Welche Behauptungen halten?
Keine der folgenden Behauptungen hält in ihrer einfachen Form. Jede hat einen wahren Kern, der in den Quellen kleiner ausfällt als im Satz selbst.
Behauptung und Beleglage
Verbreitet
„Vitamin D hilft gegen Depression.“
Belegt
Bei Erwachsenen ab 50 ohne relevante Symptome beugte Vitamin D3 keiner Depression vor (Okereke u. a., 2020). Eine Metaanalyse zeigt einen kleinen Effekt auf Symptome, bei sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit (Mikola u. a., 2023).
Verbreitet
„Eisenmangel macht depressiv.“
Belegt
Bei Frauen mit niedrigem Ferritin ohne Blutarmut hatte Eisen keinen signifikanten Effekt auf Depression oder Angst. Belegt ist ein Effekt auf Müdigkeit (Vaucher u. a., 2012).
Verbreitet
„Ein Bluttest findet die Ursache meiner Stimmung.“
Belegt
Die Nationale VersorgungsLeitlinie nennt kein festes Laborprofil für die Diagnostik einer Depression (NVL, 2022). Ein Bluttest liefert eine Momentaufnahme einzelner Werte, keine Diagnose.
Die dritte Behauptung verdient einen zweiten Blick, weil sie die Hoffnung vom Anfang berührt. Ein Wert kann ein Puzzlestück sein. Welche Ursache hinter einer gedrückten Stimmung steckt, klärt das Gespräch, in das dieser Wert einfließt.
Verdacht auf Vitaminmangel: Was kannst du tun?
Der erste Weg führt in die Hausarztpraxis. Dort lässt sich klären, ob körperliche Ursachen mitspielen und welche Blutwerte dafür sinnvoll sind.
Zum Arzt willst du damit eigentlich nicht? Der Einwand ist verständlich, gerade wenn der Antrieb fehlt. Die Leitlinie sieht ausdrücklich vor, weitere Untersuchungen gemeinsam mit den Betroffenen abzuwägen (NVL, 2022). Du entscheidest also mit.
Eine Grenze gehört an den Anfang: Ein Mangel kann bei Stimmung und Antrieb mitwirken, ein Test diagnostiziert aber keine Depression. Eine Depression gehört in ärztliche oder psychotherapeutische Hände. In einer akuten Krise gilt: Notruf 112.
Die Leitlinie empfiehlt außerdem, eingenommene Medikamente sorgfältig zu prüfen, wenn sie mit depressiven Symptomen einhergehen können (Empfehlung 2-7). Ob ein Mittel bleibt oder geändert wird, entscheidest du mit der Praxis, die es verschrieben hat.
Umgekehrt können Medikamente die Aufnahme von Vitaminen erschweren, bei B12 etwa die lange Einnahme von Metformin (MedlinePlus, 2026). Welche Wirkstoffgruppen welches Vitamin betreffen, steht im Artikel Vitaminmangel durch Medikamente. Hier geht es um die andere Frage: was ein Mangel mit der Psyche zu tun hat.
Zu Nahrungsergänzungsmitteln ist die Leitlinie deutlich: „Wenn kein Mangel an Mikronährstoffen vorliegt, sollen Patient*innen mit depressiven Störungen Nahrungsergänzungsmittel nicht empfohlen werden.“ (NVL, 2022, Empfehlung 9-13) Mikronährstoffe meint hier etwa Vitamine und Mineralstoffe. Ob ein Mangel vorliegt, zeigt erst ein gemessener Wert.
Wer die eigenen Werte vor dem Termin kennen möchte, kann sie auch zu Hause bestimmen lassen und den Befund mitbringen. Dafür bietet mybody®x (MYBODY Lab GmbH) einen Bluttest an, der unter anderem die vier Werte aus diesem Artikel misst. Die Probe entnimmst du selbst, ausgewertet wird sie in einem Fachlabor in Deutschland.
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Misst unter anderem Vitamin B12, Folsäure, Vitamin D3 und Ferritin aus einer Blutprobe, die du zu Hause selbst entnimmst. Er liefert eine Momentaufnahme, keine Diagnose. Den Befund besprichst du am besten mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
Grenzen: Was ein Vitaminwert über die Psyche nicht sagt
Ein Blutwert zeigt die Versorgung zum Zeitpunkt der Probe. Warum sich jemand gedrückt fühlt, zeigt er nicht.
Was der Nährstoff- und Mineralstoff-Test nicht kann: Er liefert eine Momentaufnahme, keine Diagnose. Ein auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung – er bedeutet, dass sich ein zweiter Blick lohnt, am besten gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Ein unauffälliger Befund schließt eine Depression nicht aus. Und ob das Ausgleichen eines niedrigen Werts die Stimmung verändert, ist nicht belegt. Die Leitlinie schreibt: „Für keine ernährungsbasierte Intervention mit Mikronährstoffen […] gibt es aus Sicht der Leitliniengruppe belastbare Evidenz für Patient*innen mit depressiven Störungen.“ (NVL, 2022)
Die Studien in diesem Artikel beschreiben Gruppen. Sie sagen, was im Mittel geschah, nicht, was bei dir geschehen wird. Die Vitamin-D-Studie von Okereke u. a. (2020) schloss nur Erwachsene ab 50 Jahren ein, die Eisenstudie von Vaucher u. a. (2012) nur menstruierende Frauen.
Vitaminmangel und Psyche: Ein Wert ist ein Baustein
Die Hoffnung vom Anfang war ein Wert, der die gedrückte Stimmung erklärt. So einfach machen es die Quellen nicht. Sie nehmen dem Gedanken aber auch nicht seinen Sinn: Ein Mangel lässt sich messen, und ein Befund kann das Gespräch in der Praxis vorbereiten.
Für den Termin hilft eine kurze Notiz, seit wann du dich so fühlst und welche Medikamente du nimmst. Vorhandene Befunde nimmst du mit.
Messen lässt sich ein Wert. Einordnen lässt er sich im Gespräch.
Häufige Fragen
Kann ein Vitaminmangel Depressionen auslösen?
Belegt ist ein Zusammenhang, keine Ursache. In der Metaanalyse von Bender u. a. (2017) ging eine Depression mit niedrigeren Folatwerten einher; ob der niedrige Wert Ursache oder Folge ist, lässt dieser Vergleich offen. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression (2022) hält fest, dass hinter einer depressiven Symptomatik eine unerkannte körperliche Erkrankung stecken kann. Ob das bei dir so ist, klärt die Hausarztpraxis.
Welcher Vitaminmangel passt zu innerer Unruhe?
Für innere Unruhe ist kein einzelner Vitaminwert als Ursache belegt. Einen verwandten Hinweis gibt es bei Vitamin B12: MedlinePlus (2026) nennt Reizbarkeit unter den möglichen Zeichen von Nervenschäden, wenn der Spiegel lange niedrig ist. Mit innerer Unruhe ist Reizbarkeit nicht gleichzusetzen. Welche Blutwerte in deinem Fall sinnvoll sind, entscheidet die Praxis nach dem Gespräch. Weitere Ursachen von Unruhe beschreibt der Beitrag zur inneren Unruhe.
Hilft Vitamin D gegen gedrückte Stimmung im Winter?
Als Vorbeugung ist das nicht belegt. In der Studie von Okereke u. a. (2020) mit 18.353 Erwachsenen ab 50 Jahren traten neue Depressionen unter Vitamin D3 und unter Placebo ähnlich auf. Die Metaanalyse von Mikola u. a. (2023) sah einen kleinen Effekt auf Symptome, dessen Vertrauenswürdigkeit die Autoren als sehr niedrig einstufen. Ob dein Spiegel niedrig ist, zeigt ein Blutwert; ob die Stimmung damit zusammenhängt, gehört ins Gespräch mit der Praxis.
Welche Blutwerte lässt eine Praxis bei Stimmungstiefs bestimmen?
Ein festes Profil gibt es nicht. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression (2022) nennt keine einzelnen Vitaminwerte für die Diagnostik einer Depression. Laboruntersuchungen sieht sie vor, wenn es Anhaltspunkte für eine körperliche Ursache gibt, und wägt sie gegen unnötige Diagnostik ab. Welche Werte bestimmt werden, entscheidet die Praxis nach Gespräch und Untersuchung.
Macht Eisenmangel ohne Blutarmut müde?
Eine randomisierte Studie spricht für einen Zusammenhang mit Müdigkeit. Bei 198 Frauen mit einem Ferritin unter 50 µg/l und ohne Blutarmut sank der Müdigkeitswert unter Eisen um 47,7 %, unter Placebo um 28,8 % (Vaucher u. a., 2012). Die Studie galt nur für menstruierende Frauen, und auch unter Placebo ging die Müdigkeit deutlich zurück. Ob Eisen in deinem Fall sinnvoll ist, klärt die Praxis.
Nächster Schritt
Vier Werte als Grundlage für das Arztgespräch
Der Nährstoff-Test misst unter anderem B12, Folsäure, Vitamin D3 und Ferritin aus einer Blutprobe, die du zu Hause entnimmst. Den Befund kannst du zum Termin mitnehmen.
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Quellen
- NVL-Programm: Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression, Langfassung Version 3.2 (Stand 2022) – register.awmf.org
- Bender u. a., Journal of Psychiatric Research: „The association of folate and depression: A meta-analysis“ (Stand 2017) – europepmc.org
- Okereke u. a., JAMA: „Effect of Long-term Vitamin D3 Supplementation vs Placebo on Risk of Depression or Clinically Relevant Depressive Symptoms and on Change in Mood Scores: A Randomized Clinical Trial“ (Stand 2020) – europepmc.org
- Vaucher u. a., CMAJ: „Effect of iron supplementation on fatigue in nonanemic menstruating women with low ferritin: a randomized controlled trial“ (Stand 2012) – europepmc.org
Die Aussagen zur Leitlinie stützen sich auf [1], die zu Folsäure auf [2]. Die Vitamin-D-Studie mit Placebo ist [3], die Eisenstudie [4]. Die Angaben zu B12 stammen von MedlinePlus (National Library of Medicine, 2026) und aus der Übersicht von Lachner u. a. (2012). Zu Vitamin D kommen die Metaanalyse von Mikola u. a. (2023) und der Bericht des Robert Koch-Instituts zum Vitamin-D-Status (2016) hinzu. Die Angaben zum Test stammen aus den Produktdaten von mybody®x, der Preis wurde am 26.09.2026 geprüft.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Nährstoffe und Psyche Blutwerte
Dieser Artikel stammt vom mybody®x Redaktions- & Fachteam und stützt sich auf die oben genannten Quellen. Mehr über das Team steht auf der Autorenseite.
Veröffentlicht am 26.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 26.09.2026
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.
Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.
Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.






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