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Wie berechne ich meinen kcal Bedarf: der Rechenweg in vier Schritten

Das Wichtigste in Kürze

Der Rechenweg besteht aus zwei Größen: Ruheumsatz mal Aktivitätsfaktor ergibt den Gesamtenergiebedarf. So beschreibt es die Deutsche Gesellschaft für Ernährung. Den Ruheumsatz liefert eine Formel aus Gewicht und Alter, der Aktivitätsfaktor – der PAL-Wert – reicht von 1,2 bei Bettlägerigkeit bis 2,4 bei schwerer körperlicher Arbeit.

Der Ruheumsatz macht laut IQWiG im Durchschnitt etwa 70 Prozent des gesamten Kalorienbedarfs aus, der Leistungsumsatz rund 20 Prozent und die Verdauung der Nahrung die restlichen 10 Prozent. Das erklärt, warum die größte Stellschraube nicht der Sport ist, sondern das, was der Körper ohnehin verbraucht.

Dieser Artikel geht den Weg Schritt für Schritt. Zuerst, woraus sich der Bedarf zusammensetzt und in welchen Anteilen. Danach die vier Rechenschritte mit den DGE-Formeln, die PAL-Stufen im Vergleich und die Frage, warum die Zahl bei zwei gleich schweren Menschen auseinanderliegt. Zum Schluss geht es darum, was die Formel systematisch nicht abbildet.

Das erwartet dich in diesem Artikel

1. Woraus dein Kalorienbedarf besteht
2. Die drei Anteile in Zahlen
3. Was den Ruheumsatz bestimmt
4. Der Rechenweg in vier Schritten
5. Ein durchgerechnetes Beispiel
6. Die PAL-Stufen im Vergleich
7. Warum zwei gleich schwere Menschen unterschiedlich rechnen
8. Was die Formel nicht abbildet
9. Worauf es am Ende ankommt
Häufige Fragen
Quellen

Woraus dein Kalorienbedarf besteht

Bevor gerechnet wird, lohnt der Blick auf das, was gerechnet werden soll. Der tägliche Kalorienbedarf setzt sich laut IQWiG aus drei Teilen zusammen, und der größte davon ist der, den niemand bemerkt.

„Der Ruheumsatz (auch Grundumsatz genannt) umfasst die Kalorien, die benötigt werden, um die lebenswichtigen Körperfunktionen aufrechtzuerhalten, zum Beispiel den Herzschlag und die Atmung.“

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
Ursachen für Adipositas, Stand 2022

Neben dem Ruheumsatz nennt dieselbe Quelle den Leistungsumsatz – also alles, was du aktiv tust, vom Gehen über das Treppensteigen bis zum Sport – und die thermische Wirkung der Nahrung, den Energieaufwand für die Verdauung selbst.

Kernaussage

Der Gesamtenergiebedarf ergibt sich laut DGE aus Ruheumsatz mal PAL-Wert – zwei Größen, von denen die erste berechnet und die zweite geschätzt wird.

Warum es überhaupt eine Formel braucht

Der Ruheumsatz lässt sich messen – in einem Labor, über die Analyse der Atemluft. Für den Alltag ist dieses Verfahren zu aufwendig, und genau deshalb gibt es Formeln, die aus wenigen bekannten Größen einen Näherungswert schätzen.

Diese Formeln beruhen auf großen Datensätzen: Man hat bei vielen Menschen den Ruheumsatz gemessen und daraus einen Zusammenhang mit Gewicht, Alter und Geschlecht abgeleitet. Das Ergebnis ist ein statistischer Mittelwert für Menschen mit deinen Eckdaten.

Daraus folgt eine Einschränkung, die für den ganzen Artikel gilt: Die Formel sagt dir, wie viel eine durchschnittliche Person mit deinem Gewicht und Alter verbraucht. Ob du dieser Durchschnitt bist, sagt sie nicht.

Abgrenzung: Rechner oder Rechenweg

Wer nur die Zahl braucht, ist mit unserem kcal-Bedarf-Rechner schneller am Ziel – dort wird gerechnet, hier wird erklärt. Dieser Artikel ist für alle gedacht, die verstehen wollen, woher die Zahl kommt und warum sie schwankt.

Die drei Anteile in Zahlen

Das IQWiG beziffert die Verteilung. Die Größenordnungen erklären, warum manche Ansätze zur Beeinflussung des Bedarfs wirksamer sind als andere.

rund 70 %

des gesamten Kalorienbedarfs entfallen im Durchschnitt auf den Ruheumsatz

rund 20 %

auf den Leistungsumsatz, also Bewegung und Sport

rund 10 %

auf die thermische Wirkung der Nahrung, also die Verdauung selbst

Quelle: Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), 2022

Die Verteilung ist ein Durchschnitt und verschiebt sich bei sehr aktiven Menschen deutlich. Für die meisten gilt aber: Selbst wer viel Sport treibt, bewegt damit den kleineren Teil seines Bedarfs.

Das ist keine Ausrede, sondern eine Einordnung. Sport wirkt – nur nicht dort, wo die meisten ihn verorten. Er verändert über Monate auch den Ruheumsatz, weil er Muskelmasse erhält oder aufbaut, und genau das ist der Hebel mit der größeren Wirkung.

Was den Ruheumsatz bestimmt

Wenn der Ruheumsatz rund 70 Prozent ausmacht, stellt sich die Frage, wovon er abhängt. Das IQWiG nennt eine klare Rangfolge.

An erster Stelle steht laut IQWiG der Anteil der Muskelmasse am Gewicht. Daher haben Männer im Durchschnitt einen höheren Ruheumsatz als gleich große Frauen. Weitere Faktoren sind Alter, Körpergröße und die familiäre Veranlagung (Stand 2022).

Warum Muskelmasse und nicht Gewicht

Muskelgewebe verbraucht im Ruhezustand mehr Energie als Fettgewebe. Zwei Menschen mit identischem Gewicht können deshalb unterschiedliche Ruheumsätze haben, wenn sich ihre Körperzusammensetzung unterscheidet.

Genau hier liegt die erste Ungenauigkeit jeder Formel. Die DGE-Formel rechnet mit Gewicht und Alter, nicht mit Muskelmasse – schlicht deshalb, weil das Gewicht auf jeder Waage steht und die Körperzusammensetzung nicht.

Das Ergebnis ist ein Näherungswert, kein Messwert. Für die Praxis reicht er, solange man weiß, dass er einer ist.

Kurz zusammengefasst

Der Ruheumsatz macht laut IQWiG rund 70 Prozent des Kalorienbedarfs aus, der Leistungsumsatz rund 20 und die thermische Wirkung der Nahrung rund 10 Prozent. Wie hoch der Ruheumsatz ausfällt, hängt vor allem vom Anteil der Muskelmasse am Gewicht ab, daneben von Alter, Körpergröße und familiärer Veranlagung. Weil Formeln mit dem Gewicht rechnen und nicht mit der Muskelmasse, liefern sie einen Näherungswert.

Der Rechenweg in vier Schritten

Die DGE beschreibt den Weg in einer einzigen Gleichung: Ruheumsatz mal PAL-Wert ergibt den Gesamtenergieumsatz. In der Praxis zerfällt das in vier Schritte, die aufeinander aufbauen.

1

Ruheumsatz berechnen

Für Frauen: (0,047 × Gewicht in kg − 0,01452 × Alter in Jahren + 3,21) × 239. Für Männer: (0,047 × Gewicht in kg + 1,009 − 0,01452 × Alter in Jahren + 3,21) × 239. Das Ergebnis sind Kilokalorien pro Tag.

2

PAL-Wert bestimmen

Wähle die Stufe, die zu deinem Arbeitsalltag passt – von 1,4 bis 1,5 bei überwiegend sitzender Tätigkeit bis 2,0 bis 2,4 bei schwerer körperlicher Arbeit. Regelmäßiger Sport von 30 bis 60 Minuten an vier bis fünf Tagen der Woche kommt laut DGE mit 0,3 Einheiten obendrauf.

3

Multiplizieren

Ruheumsatz mal PAL-Wert ergibt deinen Gesamtenergiebedarf in Kilokalorien pro Tag. Das ist die Zahl, die dein Gewicht hält, wenn sie stimmt.

4

Ergebnis überprüfen

Iss vier Wochen lang nach der berechneten Zahl und wiege dich wöchentlich unter gleichen Bedingungen. Bleibt das Gewicht stabil, stimmt die Rechnung. Verändert es sich, korrigierst du – nicht die Formel, sondern die Zahl.

Der vierte Schritt ist der, den fast alle auslassen – und der einzige, der aus einer Schätzung eine belastbare Zahl macht. Alles davor ist Vorbereitung.

So funktioniert die Überprüfung konkret

Vier Wochen sind nicht willkürlich gewählt. Das Körpergewicht schwankt von Tag zu Tag um bis zu ein bis zwei Kilogramm, allein durch Wasserhaushalt, Verdauung und Salzzufuhr. Über eine Woche hinweg lässt sich daraus kein Trend ablesen, über vier Wochen schon.

Gleiche Bedingungen heißt: derselbe Wochentag, dieselbe Uhrzeit, nach dem Aufstehen und vor dem Frühstück, ohne Kleidung. Wer morgens nüchtern wiegt und eine Woche später abends nach dem Essen, vergleicht zwei verschiedene Dinge.

Bleibt das Gewicht über vier Wochen stabil, entspricht deine berechnete Zahl deinem tatsächlichen Bedarf. Nimmst du zu, liegt der reale Bedarf darunter; nimmst du ab, darüber. Als Korrektur reichen Schritte von 100 bis 150 Kilokalorien, danach beginnt der Vier-Wochen-Zeitraum von vorn.

Das klingt nach viel Aufwand für eine Zahl. Es ist aber der einzige Weg, der die Unsicherheit der Formel auflöst – und er muss nur einmal gegangen werden.

Die drei häufigsten Fehler beim Rechnen

Der erste betrifft die Formel selbst. Die Männerformel enthält gegenüber der Frauenformel einen zusätzlichen Summanden von 1,009. Wer die falsche Variante verwendet, liegt systematisch daneben – und zwar in einer Größenordnung, die man beim Ergebnis nicht bemerkt.

Der zweite betrifft den Faktor 239. Er rechnet das Zwischenergebnis von Megajoule in Kilokalorien um. Wer ihn vergisst, bekommt eine einstellige Zahl heraus und merkt den Fehler sofort. Wer ihn zweimal anwendet, bekommt eine Zahl im fünfstelligen Bereich – auch das fällt auf.

Der dritte ist der gefährlichste, weil er unauffällig bleibt: eine zu hoch gewählte PAL-Stufe. Wer im Büro arbeitet, den Weg dorthin mit dem Auto zurücklegt und zweimal die Woche joggen geht, liegt bei 1,4 bis 1,5 plus dem Sportzuschlag – nicht bei 1,8. Der Unterschied beträgt in der Beispielrechnung mehrere hundert Kilokalorien am Tag.

Ein durchgerechnetes Beispiel

Nehmen wir eine Frau, 40 Jahre alt, 68 Kilogramm, Bürotätigkeit ohne nennenswerten Ausgleich in der Freizeit. Eingesetzt in die DGE-Formel:

0,047 × 68 ergibt 3,196. Davon 0,01452 × 40 abgezogen, also 0,581, bleiben 2,615. Plus 3,21 sind 5,825. Mal 239 ergibt einen Ruheumsatz von rund 1.392 Kilokalorien pro Tag.

Für die Bürotätigkeit ohne Freizeitausgleich liegt der PAL-Wert bei 1,4 bis 1,5. Mit 1,4 gerechnet ergibt das rund 1.949 Kilokalorien, mit 1,5 rund 2.088. Der Gesamtbedarf liegt also bei etwa 1.950 bis 2.090 Kilokalorien am Tag.

Diese Spanne von rund 140 Kilokalorien entsteht allein aus der Wahl innerhalb einer einzigen PAL-Stufe. Sie ist ein guter Maßstab dafür, wie genau eine solche Rechnung sein kann – und wie genau sie nicht ist.

Wenn du abnehmen willst

Der berechnete Wert ist der Erhaltungsbedarf. Für eine Gewichtsabnahme wird davon ein Defizit abgezogen – wie groß es sein sollte, ist eine eigene Frage und hängt von Ausgangsgewicht, Zeitraum und Verträglichkeit ab.

Wichtig an dieser Stelle ist nur eines: Das Defizit wird vom überprüften Wert abgezogen, nicht vom geschätzten. Wer vom Rechenergebnis direkt 500 Kilokalorien abzieht, ohne Schritt vier gemacht zu haben, rechnet mit einer Unsicherheit, die größer sein kann als das Defizit selbst.

Ein Zahlenbeispiel macht das deutlich. Liegt der berechnete Bedarf bei 1.950 Kilokalorien, der tatsächliche aber bei 1.750, dann ist von einem angenommenen Defizit von 500 Kilokalorien real nur die Hälfte übrig – und die Person wundert sich, warum sich auf der Waage wenig tut.

Umgekehrt genauso: Liegt der tatsächliche Bedarf höher als berechnet, entsteht ein größeres Defizit als geplant. Das klingt zunächst gut, führt aber häufiger zu Heißhunger und zum Abbruch als ein moderat gewähltes.

Deshalb die Reihenfolge: erst die Zahl überprüfen, dann das Defizit festlegen. Vier Wochen Verzögerung am Anfang ersparen Monate an Rätselraten danach.

Die Vergleichswerte der DGE als Plausibilitätsprüfung

Die DGE nennt neben den Formeln auch Richtwerte für einzelne Gruppen. Für Frauen ab 65 Jahren mit einem PAL-Wert von 1,4 sind das 1.600 Kilokalorien pro Tag, für Männer derselben Gruppe 2.000 Kilokalorien.

Solche Werte taugen als grober Abgleich. Wenn deine eigene Rechnung weit von der Größenordnung abweicht, die für vergleichbare Menschen gilt, lohnt ein zweiter Blick auf die eingesetzten Zahlen – meist steckt der Fehler im PAL-Wert oder in einer vertauschten Formel.

Für Schwangere ergänzt die DGE ab dem zweiten Drittel der Schwangerschaft einen Aufschlag von 250 Kilokalorien pro Tag, für ausschließlich stillende Frauen 500 Kilokalorien. Beides sind Zuschläge auf den ohnehin berechneten Bedarf, keine eigenständigen Werte.

Die PAL-Stufen im Vergleich

Der PAL-Wert ist der Teil der Rechnung, den du selbst einschätzt – und damit der Teil, an dem die meisten Fehler passieren. Die folgende Übersicht zeigt, was die Stufen bedeuten und wie stark sie das Ergebnis verschieben.

Kriterium Bürotätigkeit Sitzend und stehend gemischt Überwiegend gehend oder stehend
PAL-Wert laut DGE 1,4 bis 1,5 1,6 bis 1,7 1,8 bis 1,9
Beschreibung Bürotätigkeit mit wenig Freizeitaktivität Gemischt sitzende und stehende Tätigkeit, wenig Anstrengendes Überwiegend stehende oder gehende Berufe
Beispielrechnung bei 1.392 kcal Ruheumsatz rund 1.950 bis 2.090 kcal rund 2.230 bis 2.370 kcal rund 2.510 bis 2.640 kcal
Zuschlag für regelmäßigen Sport +0,3 bei 30 bis 60 Minuten an 4 bis 5 Tagen der Woche +0,3 unter denselben Bedingungen +0,3 unter denselben Bedingungen
Häufigster Einschätzungsfehler Zu hoch angesetzt, weil Alltagswege mitgezählt werden Verwechslung mit der Bürostufe bei Homeoffice-Tagen Zu niedrig angesetzt, weil die Tätigkeit als normal empfunden wird

PAL-Werte und Sportzuschlag: Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Die Beispielrechnungen beruhen auf dem oben ermittelten Ruheumsatz von 1.392 kcal und sind gerundet. Die Zeile zu den Einschätzungsfehlern ist redaktionelle Erfahrung, keine Angabe der DGE.

Die Zahlen in der dritten Zeile zeigen die eigentliche Botschaft: Zwischen der niedrigsten und der höchsten hier gezeigten Stufe liegen rund 690 Kilokalorien am Tag. Eine falsch gewählte PAL-Stufe wirkt sich stärker aus als jede Feinjustierung an der Formel.

Warum zwei gleich schwere Menschen unterschiedlich rechnen

Zwei Menschen mit 68 Kilogramm, gleichem Alter und gleichem Geschlecht bekommen aus der Formel denselben Ruheumsatz. Ihr tatsächlicher Bedarf kann trotzdem deutlich auseinanderliegen.

Eine falsch gewählte PAL-Stufe wirkt sich stärker aus als jede Feinjustierung an der Formel.

Der erste Grund ist die Körperzusammensetzung. Weil der Ruheumsatz laut IQWiG vor allem vom Anteil der Muskelmasse abhängt, verbraucht eine muskulösere Person bei gleichem Gewicht in Ruhe mehr.

Der zweite Grund ist die familiäre Veranlagung, die das IQWiG neben Alter und Körpergröße ausdrücklich als Einflussfaktor nennt. Sie erklärt einen Teil der Unterschiede, die sich mit Gewicht und Aktivität allein nicht erklären lassen.

Der dritte Grund ist die Alltagsbewegung außerhalb des Sports. Zwei Bürotätige können sich in der Zahl der täglichen Schritte um ein Vielfaches unterscheiden, ohne dass sich ihre PAL-Stufe formal ändert.

Warum sich die Zahl über die Zeit verändert

Eine einmal ermittelte Zahl bleibt nicht dauerhaft richtig. Das Alter geht direkt in die Formel ein, und mit ihm sinkt der berechnete Ruheumsatz Jahr für Jahr ein Stück.

Deutlicher wirkt sich eine Gewichtsveränderung aus, weil das Gewicht in der Formel den größten Hebel hat. Wer zehn Kilogramm abnimmt, hat danach einen niedrigeren Bedarf als vorher – die Zahl, mit der die Abnahme begonnen hat, gilt am Ende nicht mehr.

Auch der PAL-Wert ändert sich, und zwar oft unbemerkt. Ein Jobwechsel vom Außendienst ins Büro, ein Umzug mit kürzerem Arbeitsweg oder eine Verletzungspause verschieben ihn um eine ganze Stufe.

Sinnvoll ist deshalb, die Rechnung einmal im Jahr zu wiederholen – und immer dann, wenn sich Gewicht oder Alltag deutlich verändert haben.

Was die Formel nicht abbildet

Die DGE-Formel rechnet mit Gewicht, Alter und Geschlecht. Alles andere fließt nicht ein – und das ist der Grund, warum der vierte Schritt aus dem Rechenweg nicht optional ist.

Die Veranlagung, die das IQWiG als Faktor nennt, lässt sich in Teilen genetisch beschreiben. mybody®x (MYBODY Lab GmbH) bietet dafür einen DNA-Test an, der unter anderem die Reaktion auf Fette und Kohlenhydrate sowie die Anpassung an körperliche Aktivität analysiert.

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Die Grenzen gehören klar benannt. Ein DNA-Test liefert keine Kalorienzahl, und er ersetzt die vier Rechenschritte nicht. Was er beschreibt, ist eine Veranlagung – nützlich für die Frage, welche Ernährungsform zu dir passt, nicht für die Frage, wie viel du essen sollst.

Und ein zweiter Punkt: Die DGE hält für Gen-, Blut- und Mikrobiom-Analysen fest, dass sie meist keine statistisch sicherbaren Verbesserungen des Ernährungsverhaltens ergaben, und nennt moderate Effekte durch verstärkte Motivation. Der ehrliche Nutzen liegt damit in Struktur und Motivation, nicht in einer präziseren Zahl.

Alle Preis- und Leistungsangaben mit Stand vom 5. August 2026. Preise und Leistungsumfang können sich ändern; maßgeblich ist immer die jeweilige Produktseite.

Worauf es am Ende ankommt

Der Rechenweg ist kurz: Ruheumsatz aus der DGE-Formel, multipliziert mit dem PAL-Wert deiner Tätigkeit. Zwei Größen, eine Multiplikation, fünf Minuten Aufwand.

Die Genauigkeit steckt nicht in der Formel, sondern in der Überprüfung. Vier Wochen nach der berechneten Zahl essen und wöchentlich wiegen macht aus einer Schätzung eine Zahl, die für dich stimmt – und zwar unabhängig davon, wie gut die Formel deine Körperzusammensetzung getroffen hat.

Dein konkreter nächster Schritt: Rechne die Formel einmal durch und notiere das Ergebnis mit dem Datum. Wiege dich am selben Tag und danach wöchentlich unter gleichen Bedingungen. Nach vier Wochen weißt du, ob deine Zahl stimmt – und hast damit mehr in der Hand als jeder Rechner im Netz dir geben kann.

Häufige Fragen

Wie berechne ich meinen Kalorienbedarf?

Nach der Darstellung der DGE gilt: Ruheumsatz mal PAL-Wert ergibt den Gesamtenergiebedarf. Den Ruheumsatz liefert eine Formel aus Gewicht und Alter – für Frauen (0,047 × kg − 0,01452 × Alter + 3,21) × 239, für Männer (0,047 × kg + 1,009 − 0,01452 × Alter + 3,21) × 239. Der PAL-Wert richtet sich nach der Tätigkeit und reicht von 1,4 bis 1,5 bei Bürotätigkeit bis 2,0 bis 2,4 bei schwerer körperlicher Arbeit.

Was ist der Unterschied zwischen Grundumsatz und Gesamtumsatz?

Der Grundumsatz – vom IQWiG auch Ruheumsatz genannt – umfasst die Kalorien für die lebenswichtigen Körperfunktionen wie Herzschlag und Atmung. Er macht im Durchschnitt rund 70 Prozent des Bedarfs aus. Der Gesamtumsatz kommt zustande, wenn der Leistungsumsatz für Bewegung und Sport mit rund 20 Prozent sowie die thermische Wirkung der Nahrung mit rund 10 Prozent dazukommen.

Welchen PAL-Wert soll ich nehmen?

Die DGE ordnet den Stufen Tätigkeitsprofile zu: 1,2 bis 1,3 für gebrechliche, immobile oder bettlägerige Menschen, 1,4 bis 1,5 für Bürotätigkeit mit wenig Freizeitaktivität, 1,6 bis 1,7 für gemischt sitzende und stehende Tätigkeit, 1,8 bis 1,9 für überwiegend stehende oder gehende Berufe und 2,0 bis 2,4 für schwere körperliche Arbeit oder Leistungssport. Für regelmäßigen Sport von 30 bis 60 Minuten an vier bis fünf Tagen kommen 0,3 Einheiten dazu.

Warum stimmt meine berechnete Zahl nicht?

Weil die Formel mit dem Gewicht rechnet, der Ruheumsatz aber laut IQWiG vor allem vom Anteil der Muskelmasse abhängt. Dazu kommen Alter, Körpergröße und familiäre Veranlagung. Das Ergebnis ist deshalb ein Näherungswert. Belastbar wird er erst durch die Überprüfung: vier Wochen nach der berechneten Zahl essen, wöchentlich unter gleichen Bedingungen wiegen und den Wert entsprechend anpassen.

Kann ein DNA-Test meinen Kalorienbedarf bestimmen?

Nein. Ein DNA-Test liefert keine Kalorienzahl und ersetzt die Formel nicht. Er beschreibt eine Veranlagung, etwa die Reaktion auf Fette und Kohlenhydrate oder die Anpassung an körperliche Aktivität. Die DGE hält zudem fest, dass Gen-, Blut- und Mikrobiom-Analysen meist keine statistisch sicherbaren Verbesserungen des Ernährungsverhaltens ergaben, und nennt moderate Effekte durch verstärkte Motivation.

Die Zahl steht – und jetzt?

Den Bedarf rechnest du selbst aus. Welche Ernährungsform zu deiner Veranlagung passt, ist eine andere Frage – dazu analysiert der DNA-Test unter anderem die Reaktion auf Fette und Kohlenhydrate.

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Quellen

  1. Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE): Ausgewählte Fragen und Antworten zur Energiezufuhr — dge.de
  2. Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Ursachen für Adipositas, Stand 2022 — gesundheitsinformation.de

Die Rechenvorschrift Ruheumsatz mal PAL-Wert, die beiden Formeln für den Ruheumsatz, sämtliche PAL-Stufen und der Sportzuschlag von 0,3 Einheiten stützen sich auf Quelle [1]. Die Definition des Ruheumsatzes, die Anteile von rund 70, 20 und 10 Prozent sowie die Einflussfaktoren Muskelmasse, Alter, Körpergröße und familiäre Veranlagung stammen aus Quelle [2]. Die Beispielrechnungen sind aus diesen Angaben gerechnet und gerundet. Die Einschätzung der DGE zu Gen-, Blut- und Mikrobiom-Analysen stammt aus dem mybody®x-Wissensspeicher, Stand 2022. Produktangaben stammen von den mybody®x-Produktseiten, abgerufen am 5. August 2026.

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Stoffwechsel Energiebedarf Ernährungswissenschaft

Dieser Beitrag wurde vom mybody®x Redaktions- und Fachteam erstellt und fachlich geprüft. Das Team vereint Fachwissen aus Nutrigenetik, Mikrobiom- und Darmwissenschaft, Blutanalyse-Interpretation, Ernährungswissenschaft und Labordiagnostik.

Veröffentlicht am 5. August 2026 · Zuletzt aktualisiert am 5. August 2026

Medizinischer Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Eine deutliche Reduktion der Energiezufuhr, ein ungewollter Gewichtsverlust und bestehende Erkrankungen gehören ärztlich oder ernährungsfachlich begleitet.

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