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Schilddrüsenunterfunktion: welche Symptome typisch sind und wie sie abgeklärt werden

28. Oktober 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam

Das Wichtigste in Kürze

Müdigkeit und Frieren können zu einer Schilddrüsenunterfunktion passen, laut IQWiG (2024) ebenso trockene Haut oder Verstopfung. Kein einzelnes Symptom ist dabei verlässlich (Carlé u. a., 2014). Abgeklärt wird deshalb per Bluttest: zuerst das TSH, ein Hormon der Hirnanhangdrüse, das die Schilddrüse anregt (IQWiG, 2025), bei auffälligem Wert auch die Schilddrüsenhormone (IQWiG, 2024).

In Ländern wie Deutschland haben ungefähr 5 von 100 Menschen eine Schilddrüsenunterfunktion, Frauen häufiger als Männer (IQWiG, 2024).

Wer mehrere der möglichen Beschwerden an sich bemerkt, lässt die Schilddrüsenwerte ärztlich prüfen, denn sinngemäß nach Carlé u. a. (2014) genügt schon ein leichter Verdacht für einen Bluttest.

Ein leicht erhöhter TSH-Wert bildet sich laut IQWiG (2024) recht oft zurück, manchmal auch nach längerer Zeit.

In diesem Artikel

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion fehlen dem Körper Schilddrüsenhormone, und der Stoffwechsel verlangsamt sich (IQWiG, 2024). Fachleute nennen das Hypothyreose.

Schilddrüsenunterfunktion in Zahlen

ungefähr 5 von 100

Menschen in Ländern wie Deutschland haben eine Schilddrüsenunterfunktion (IQWiG, 2024).

81 Prozent

von 140 neu erkannten Erkrankten gaben Müdigkeit an (Carlé u. a., 2014).

im Schnitt 3,6

Symptome nannten Erkrankte, deren Unterfunktion ab 60 Jahren begann (Carlé u. a., 2016).

Quelle: IQWiG, 2024; Carlé u. a., 2014 und 2016 (dieselbe Studiengruppe)

Der verlangsamte Stoffwechsel kann laut IQWiG (2024) viele Körperfunktionen betreffen und ganz unterschiedliche Beschwerden auslösen. Genau das macht die Einordnung schwer.

Meist tritt die Störung bei Erwachsenen auf, bei Frauen häufiger als bei Männern (IQWiG, 2024). In Ländern wie Deutschland haben laut IQWiG (2024) ungefähr 5 von 100 Menschen eine Schilddrüsenunterfunktion. Frauen und ältere Menschen sind besonders häufig betroffen (IQWiG, 2024).

Der häufigste Grund ist hierzulande laut IQWiG (2024) eine Hashimoto-Thyreoiditis, eine Entzündung der Schilddrüse, die auf eine Fehlreaktion des Immunsystems zurückgeht. Das Gegenstück zur Unterfunktion ist die Überfunktion, und im Blut zeigt sie sich umgekehrt: Das TSH ist erniedrigt, die freien Schilddrüsenhormone, also freies Trijodthyronin (fT3) und freies Thyroxin (fT4), sind erhöht (IQWiG, 2025).

Wer mehrere der Beschwerden aus dem nächsten Kapitel an sich bemerkt, lässt die Schilddrüsenwerte ärztlich prüfen. Sinngemäß nach Carlé u. a. (2014) genügt dafür schon ein leichter Verdacht. Und ist der TSH-Wert erhöht, rät das IQWiG (2025), die Ursache mit der Ärztin oder dem Arzt abklären zu lassen.

Welche Symptome sind bei Schilddrüsenunterfunktion möglich?

Das IQWiG (2024) nennt mögliche Beschwerden in vier Gruppen, von Müdigkeit bis zum Frieren. Angaben zur Häufigkeit macht es dazu nicht (IQWiG, 2024).

Das Wort „möglich“ ist wörtlich zu nehmen. Die Liste beschreibt, was bei einer Unterfunktion auftreten kann, und sie ordnet die Beschwerden nicht nach einer Rangfolge (IQWiG, 2024). Auch das Gewicht steht dort nur als leichte bis mäßige Zunahme. Wer dazu mehr wissen will, findet in einem eigenen Beitrag, was die Quellen zu Schilddrüse und Gewicht sagen.

Mögliche Beschwerden nach Gruppen

Bereich Mögliche Beschwerden laut IQWiG (2024)
Körperliche Leistungsfähigkeit
  • Schwäche und Müdigkeit
  • ein niedriger Puls
  • Kurzatmigkeit
Psychische Probleme
  • Konzentrations- und Gedächtnisstörungen
  • Teilnahmslosigkeit (Lethargie)
  • Depressionen oder andere psychische Auffälligkeiten
Körperliche Veränderungen
  • trockene, vor allem im Gesicht teigig verdickte Haut
  • trockenes Haar, Haarausfall
  • leichte bis mäßige Gewichtszunahme
  • vergrößerte Schilddrüse (auch Struma oder Kropf genannt)
  • eine tiefe, heisere Stimme
  • eine vergrößerte Zunge
  • Verstopfung
  • starke Regelblutungen oder Störungen des Menstruationszyklus, eingeschränkte Fruchtbarkeit
  • Erektionsstörungen
  • Schwerhörigkeit
Gesamter Körper
  • Kälteempfindlichkeit, Frieren
  • Muskel- oder Gelenkschmerzen
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühl
  • verlangsamte Reflexe

Quelle: IQWiG, Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), 2024. Gruppen und Reihenfolge wie in der Quelle.

Welche Beschwerden am häufigsten sind, sagt erst eine andere Quelle (Chaker u. a., 2017). Als häufigste Symptome bei Erwachsenen nennt die internationale Übersichtsarbeit von Chaker u. a. (2017), eine Zusammenschau ohne eigene Erhebung, sinngemäß diese:

  • Müdigkeit
  • Antriebslosigkeit
  • Kälteempfindlichkeit
  • Gewichtszunahme
  • Verstopfung
  • eine veränderte Stimme
  • trockene Haut

Das Bild kann sich laut derselben Übersicht unter anderem mit Alter und Geschlecht unterscheiden (Chaker u. a., 2017). Darauf kommt das Kapitel zum Alter zurück.

Anteile für einzelne Symptome liefert eine Studie von Carlé u. a. (2014). Sie verglich 140 Menschen mit neu erkannter, ausgeprägter Unterfunktion durch eine Autoimmunreaktion, also eine Fehlreaktion des Immunsystems, mit 560 Personen ohne Schilddrüsenerkrankung (Carlé u. a., 2014).

Müdigkeit gaben 81 Prozent der Erkrankten an (Carlé u. a., 2014). Trockene Haut nannten 63 Prozent, Kurzatmigkeit 51 Prozent (Carlé u. a., 2014). Das sind Anteile unter den Erkrankten, nicht die Wahrscheinlichkeit, bei Müdigkeit eine Unterfunktion zu haben.

Unbehandelt kann eine Unterfunktion laut IQWiG (2024) zum Beispiel zu Kreislaufproblemen führen. Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma sind möglich, aber sehr selten (IQWiG, 2024).

Wann in die Praxis, wann der Notruf

Bewusstseinsstörungen Sofort den Notruf 112 wählen. Laut IQWiG (2024) sind solche Folgen einer unbehandelten Unterfunktion sehr selten.

Kreislaufprobleme bei bekannter oder vermuteter Unterfunktion In der ärztlichen Praxis abklären lassen.

Warum sagen einzelne Symptome einer Unterfunktion so wenig?

Weil sie laut IQWiG (2024) auch andere Ursachen haben können und keines für sich verlässlich ist (Carlé u. a., 2014). Hinzu kommt, dass sich eine Unterfunktion laut IQWiG (2024) oft schleichend entwickelt.

Ungemachtes Bett mit zerwühlter Decke, halb zugezogener Vorhang

Der Grund für den schleichenden Verlauf liegt in der häufigsten Ursache, einer Entzündung der Schilddrüse, die das Gewebe in der Regel langsam abbaut (IQWiG, 2024). Das restliche Gewebe gleicht den Verlust lange aus, indem es mehr Hormone herstellt. Erst wenn das nicht mehr gelingt, kommt es zu Beschwerden (IQWiG, 2024).

Das ähnelt einem Team, in dem nach und nach Leute ausfallen und die übrigen Überstunden machen. Nach außen läuft der Betrieb weiter, bis die Reserve aufgebraucht ist. So kann der Abbau laut IQWiG (2024) lange unbemerkt bleiben.

Wie wenig ein einzelnes Symptom aussagt, haben Carlé u. a. (2014) untersucht. Von 34 erfragten Symptomen traten 13 bei den Erkrankten häufiger auf als in der Vergleichsgruppe (Carlé u. a., 2014). Trotzdem war keines für sich verlässlich: Weder das Vorhandensein noch das Fehlen eines einzelnen Symptoms taugte für die Entscheidung, wer getestet werden sollte (Carlé u. a., 2014).

Die Autoren folgern daraus sinngemäß, dass schon ein leichter Verdacht zu einem Bluttest führen sollte (Carlé u. a., 2014). Das IQWiG begründet den Bluttest auf seine Weise.

Belegte Fundstelle

„Weil viele Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion auch andere Ursachen haben können, werden Bluttests gemacht, um eine eindeutige Diagnose stellen zu können.“

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG)
gesundheitsinformation.de, „Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)“, 2024

Für dich heißt das: Die Liste der Beschwerden ist ein Anlass für das Gespräch in der Praxis, aber keine Antwort. Ob die Schilddrüse beteiligt ist, zeigt erst das Blut.

Zeigt sich eine Schilddrüsenunterfunktion im Alter anders?

Ja, ältere Erkrankte nannten weniger Symptome: im Schnitt 3,6 bei einem Erkrankungsbeginn ab 60 Jahren, dagegen 6,2 bei einem Beginn unter 50 Jahren (Carlé u. a., 2016).

Diese Zahlen stammen aus derselben Gruppe wie die Studie von 2014, also aus 140 Menschen mit neu erkannter Unterfunktion und 560 Vergleichspersonen (Carlé u. a., 2016). Es handelt sich nicht um eine zweite, unabhängige Studie, sondern um eine Auswertung derselben Daten nach dem Alter.

Zwischen 50 und 59 Jahren lag der Durchschnitt bei 5,0 Symptomen (Carlé u. a., 2016). Bei den Jüngeren traten alle 13 untersuchten Symptome häufiger auf als in der Vergleichsgruppe (Carlé u. a., 2016). Bei den Älteren hoben sich nur drei davon ab (Carlé u. a., 2016). Darunter waren Müdigkeit und Kurzatmigkeit, hinzu kam ein pfeifendes Atemgeräusch.

Die Autoren folgern sinngemäß, dass eine Symptomliste bei Jüngeren gut zwischen Erkrankten und Gesunden unterscheidet, bei Älteren aber nicht (Carlé u. a., 2016). Ihre Empfehlung lautet ebenfalls sinngemäß, die Schilddrüse im Alter großzügig zu testen.

Fehlen die bekannten Beschwerden, ist eine Unterfunktion im Alter damit nicht ausgeschlossen. Ältere Menschen sind laut IQWiG (2024) zudem besonders häufig betroffen. Wer ab 60 vor allem Müdigkeit bemerkt, kann die Schilddrüse deshalb im Gespräch in der Praxis ansprechen (Carlé u. a., 2016).

Was sind die Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion?

Am häufigsten wird eine Unterfunktion laut IQWiG (2024) durch eine Entzündung der Schilddrüse verursacht. Hierzulande ist das in erster Linie die Hashimoto-Thyreoiditis (IQWiG, 2024).

Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis entzündet sich die Schilddrüse, weil das Immunsystem fehlreagiert (IQWiG, 2024). Mit der Zeit entwickelt sich daraus laut IQWiG (2024) oft eine Unterfunktion, weil die Schilddrüse nicht mehr genug Hormone bildet. Schätzungsweise 4 von 1.000 Frauen und 1 von 1.000 Männern erkranken daran (IQWiG, 2024).

Daneben nennt das IQWiG (2024) weitere Ursachen:

  • eine Entzündung durch eine Infektion; manchmal bleibt die Ursache der Entzündung auch unklar
  • die teilweise oder vollständige Entfernung der Schilddrüse in einer Operation oder ihre Bestrahlung mit Radiojod, etwa bei Schilddrüsenkrebs oder einer Überfunktion
  • ausgeprägter Jodmangel, denn der Körper braucht das Spurenelement Jod, um Schilddrüsenhormone zu bilden
  • bestimmte Medikamente, etwa Lithium, oder zu hoch dosierte Mittel, die bei einer Überfunktion die Hormonbildung drosseln sollen
  • selten eine Erkrankung der Hirnanhangdrüse oder des Hypothalamus im Gehirn (IQWiG, 2024)

Beim Jodmangel liegt die Frage nach der Ernährung nahe. Was zur Ernährung bei einer Unterfunktion belegt ist, ordnet ein eigener Beitrag ein.

Welche Ursache im Einzelfall vorliegt, klärt die ärztliche Untersuchung. Um herauszufinden, ob eine Hashimoto-Thyreoiditis dahintersteckt, wird laut IQWiG (2024) mit einem weiteren Bluttest nach bestimmten Antikörpern gegen Schilddrüsengewebe gesucht.

Welche Annahmen zur Unterfunktion halten nicht?

Zwei Annahmen halten den Quellen nicht stand. Die eine liest die Schilddrüse aus Müdigkeit und Gewicht ab, die andere sieht in jedem leicht erhöhten TSH-Wert einen Fall für die Behandlung.

Annahme: „Müde und ein paar Kilo mehr – das ist die Schilddrüse.“

Beides kann zu einer Unterfunktion passen, denn Müdigkeit und eine leichte bis mäßige Gewichtszunahme stehen unter den möglichen Beschwerden (IQWiG, 2024). Beides kann aber auch andere Ursachen haben, und genau deshalb wird die Diagnose per Bluttest gestellt (IQWiG, 2024). In der Studie von Carlé u. a. (2014) taugte kein einzelnes Symptom für die Entscheidung, wer getestet werden sollte. Der Verdacht ist ein guter Grund für den Bluttest, ein Ergebnis ist er nicht.

Annahme: „Ein leicht erhöhter TSH-Wert heißt, dass etwas behandelt werden muss.“

Ein auffälliger TSH-Wert bedeutet laut IQWiG (2024) nicht zwangsläufig, dass die Schilddrüse zu wenige Hormone bildet und es irgendwann zu Beschwerden kommt. Leicht erhöhte TSH-Werte bilden sich laut IQWiG (2024) recht oft zurück, manchmal auch nach längerer Zeit.

Von einer latenten Unterfunktion spricht man, wenn der TSH-Wert erhöht ist, aber ausreichend Schilddrüsenhormone gebildet werden (IQWiG, 2024). Beschwerden gehören nach dieser Beschreibung nicht dazu. Ob die latente Form behandelt werden soll, darüber sind Fachleute unterschiedlicher Meinung (IQWiG, 2024). Pro Jahr entwickeln 2 bis 5 von 100 Menschen mit einer latenten Schilddrüsenunterfunktion eine Unterfunktion mit Symptomen (IQWiG, 2024).

Den umgekehrten Fall, Beschwerden bei unauffälligem TSH-Wert, ordnet der Beitrag zu einem normalen TSH-Wert trotz Beschwerden ein.

Wie wird eine Schilddrüsenunterfunktion abgeklärt?

Am Anfang stehen das Gespräch über die Beschwerden und das Abtasten der Schilddrüse (IQWiG, 2024). Danach folgt ein Bluttest, bei dem zunächst nur das TSH gemessen wird und bei auffälligem Wert auch die Schilddrüsenhormone (IQWiG, 2024).

Entscheidend ist der Anlass. Ohne Beschwerden wird Erwachsenen kein Screening empfohlen, also kein Test ohne Anlass (IQWiG, 2024). Mit Beschwerden sieht es anders aus: Dann ist der Bluttest der Weg zur Diagnose, und sinngemäß nach Carlé u. a. (2014) reicht dafür schon ein leichter Verdacht.

Was zeigt der TSH-Wert bei einer Unterfunktion?

Ein erhöhter TSH-Wert kann ein Anzeichen für eine Unterfunktion sein (IQWiG, 2024). Denn sobald die Schilddrüse schwächer wird, erhöht die Hirnanhangdrüse die TSH-Produktion, um sie stärker anzuregen (IQWiG, 2024).

Die Hirnanhangdrüse arbeitet dabei wie eine Schichtleitung, die lauter ruft, wenn zu wenig ankommt. Bei einer ausgeprägten Unterfunktion reicht das nicht mehr aus: Dann gibt die Schilddrüse zu wenige Hormone ins Blut ab, was die Blutuntersuchung ebenfalls zeigt (IQWiG, 2024).

Verglichen wird jeder Wert mit seinem Referenzbereich, also dem Vergleichsbereich, den das Labor in seinem Bericht angibt (IQWiG, 2025). Werden zusätzlich das freie Thyroxin (fT4) und manchmal auch das freie Trijodthyronin (fT3) bestimmt, ergeben sich laut IQWiG (2025) diese Muster:

  • TSH erhöht, fT3 und fT4 erniedrigt: Das deutet auf eine Schilddrüsenunterfunktion hin (IQWiG, 2025).
  • Nur TSH erhöht, fT3 und fT4 im Referenzbereich: Man spricht von einer latenten Schilddrüsenunterfunktion (IQWiG, 2025).
  • TSH im Referenzbereich: Das reicht laut IQWiG (2025) aus, um eine Funktionsstörung der Schilddrüse auszuschließen.

Die Referenzbereiche können sich von Labor zu Labor unterscheiden, weil verschiedene Testverfahren eingesetzt werden, und deshalb gibt jedes Labor in seinem Bericht eigene an (IQWiG, 2025). Der TSH-Wert kann zudem über den Tag schwanken, nachts ist er zum Beispiel am höchsten, nachmittags am niedrigsten (IQWiG, 2025). Auch gesunde Menschen haben manchmal Werte außerhalb des Referenzbereichs, und von einem Laborwert allein lässt sich laut IQWiG (2025) meist nicht auf eine Krankheit schließen.

Die Zahlen stehen im Beitrag zu den Schilddrüsenwerten und ihren Referenzbereichen. Was ein erhöhter Wert im Einzelnen bedeutet, behandelt der Beitrag zum TSH-Wert, der zu hoch ist. Hier geht es um die Beschwerden und den Weg zur Abklärung.

Was gehört außer dem TSH zur Abklärung einer Unterfunktion?

Schilddrüsen-Antikörper werden bestimmt, wenn der Verdacht besteht, dass eine Autoimmunreaktion die Schilddrüsenfunktion stört (IQWiG, 2024). Ihre Konzentration im Blut ist bei Erkrankungen erhöht, bei denen das Immunsystem die Schilddrüse angreift, etwa bei einer Hashimoto-Thyreoiditis (IQWiG, 2024).

Ein Ultraschall misst, wie groß die Schilddrüse ist, zeigt aber nicht, ob sie zu wenige Hormone produziert (IQWiG, 2024). Deshalb wird dann in der Regel zusätzlich Blut untersucht. Laut IQWiG (2024) ist es außerdem wichtig, die Ärztin oder den Arzt vor einem Bluttest darüber zu informieren, welche Medikamente du anwendest.

Ist der TSH-Wert erhöht, rät das IQWiG (2025), sich mit der Ärztin oder dem Arzt zu besprechen und die Ursache abklären zu lassen. Ein Wert allein ist der Beginn dieses Gesprächs, nicht sein Ende.

Für Frauen misst der Women’s Wellness Check von mybody®x (MYBODY Lab GmbH) unter seinen 18 Werten das Schilddrüsenprofil aus TSH sowie den freien Hormonen fT3 und fT4, aus Kapillarblut, das du zu Hause selbst per Fingerpieks entnimmst, für 169,00 € (Stand 28.10.2026, Änderungen möglich). Schilddrüsen-Antikörper misst er nicht; eine Hashimoto-Thyreoiditis lässt sich damit nicht feststellen. Die Werte sind eine Momentaufnahme zur Vorbereitung auf das Gespräch in der Praxis, die ärztliche Abklärung ersetzen sie nicht.

Kapitel auf einen Blick

Die Abklärung beginnt mit Gespräch und Abtasten (IQWiG, 2024). Im Bluttest wird als Erstes das TSH gemessen, bei auffälligem Wert folgen die freien Hormone (IQWiG, 2024). Antikörper kommen hinzu, wenn eine Autoimmunreaktion vermutet wird (IQWiG, 2024). Maßgeblich sind die Referenzbereiche auf dem eigenen Befund, weil jedes Labor eigene angibt (IQWiG, 2025).

Wie wird eine Schilddrüsenunterfunktion behandelt?

Das fehlende Schilddrüsenhormon Thyroxin wird durch ein Medikament ersetzt, das der Körper in das Hormon umwandelt (IQWiG, 2024). Der Wirkstoff heißt Levothyroxin oder L-Thyroxin (IQWiG, 2024).

Je nach Ursache wird eine Unterfunktion vorübergehend oder lebenslang behandelt (IQWiG, 2024). Auch die internationale Übersicht von Chaker u. a. (2017) nennt den Hormonersatz mit Levothyroxin als Standardbehandlung. Menge und Dauer der Einnahme legt die Ärztin oder der Arzt fest.

Bei der latenten Form ist schon offen, ob überhaupt behandelt werden soll, denn darüber sind Fachleute laut IQWiG (2024) unterschiedlicher Meinung. Ob eine frühe Behandlung den Übergang in eine Unterfunktion mit Symptomen verhindern könnte, ist laut IQWiG (2024) unklar.

Grenzen: was die Belege zur Unterfunktion nicht zeigen

Die Liste des IQWiG nennt mögliche Beschwerden ohne Angaben zur Häufigkeit und ohne Rangfolge (IQWiG, 2024). Welches Symptom bei einer Unterfunktion am ehesten auftritt, lässt sich aus ihr nicht ablesen.

Die Anteile und der Altersvergleich stammen aus einer einzigen Gruppe von 140 Menschen mit neu erkannter, ausgeprägter Unterfunktion durch eine Autoimmunreaktion und 560 Vergleichspersonen (Carlé u. a., 2014; Carlé u. a., 2016). Die Symptome haben die Teilnehmenden selbst angegeben. Ausgewertet wurde für diesen Artikel die Zusammenfassung beider Arbeiten.

Die Arbeit von Chaker u. a. (2017) ist eine Übersichtsarbeit ohne eigene Erhebung. Ihre Liste der häufigsten Symptome nennt keine Zahlen (Chaker u. a., 2017).

Der Bluttest für zu Hause aus dem Kapitel zur Abklärung misst keine Schilddrüsen-Antikörper. Seine Werte bleiben eine Momentaufnahme, zumal der TSH-Wert laut IQWiG (2025) im Tagesverlauf schwanken kann.

Was folgt aus den Symptomen einer Schilddrüsenunterfunktion?

Müdigkeit und Frieren sind ein Anlass, die Schilddrüse prüfen zu lassen, aber noch keine Antwort. Für das Gespräch in der Praxis kannst du deine Beschwerden und alle Medikamente aufschreiben, die du anwendest: Nach den Beschwerden wird zuerst gefragt, und die Medikamente sollte die Ärztin oder der Arzt vor dem Bluttest kennen (IQWiG, 2024). Ab 60 kannst du die Schilddrüse auch bei wenigen Beschwerden ansprechen, weil Ältere in der Studie von Carlé u. a. (2016) weniger Symptome nannten. Ein auffälliger Wert ist der Beginn eines Gesprächs in der Praxis, kein Urteil über dich.

Häufige Fragen

Macht eine Schilddrüsenunterfunktion müde?

Sie kann es: Schwäche und Müdigkeit zählen laut IQWiG (2024) zu den möglichen Beschwerden, wenn die körperliche Leistungsfähigkeit nachlässt. In der Studie von Carlé u. a. (2014) gaben 81 Prozent der 140 neu erkannten Erkrankten Müdigkeit an. Der Umkehrschluss gilt nicht, denn Müdigkeit kann auch andere Ursachen haben, weshalb die Diagnose per Bluttest gestellt wird (IQWiG, 2024). Hält die Müdigkeit an, ist das ein Grund für das Gespräch in der Praxis.

Kann eine Schilddrüsen-Unterfunktion Depressionen auslösen?

Depressionen oder andere psychische Auffälligkeiten sind laut IQWiG (2024) mögliche Beschwerden einer Unterfunktion. Daneben nennt das IQWiG (2024) Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Ob eine gedrückte Stimmung im Einzelfall mit der Schilddrüse zusammenhängt, lässt sich an der Stimmung selbst nicht ablesen. Hält sie an, ist die ärztliche Praxis der richtige Ort, und dort kann auch ein Bluttest auf die Schilddrüsenwerte Thema sein.

Bekommen auch Männer eine Unterfunktion der Schilddrüse?

Ja, auch wenn die Störung laut IQWiG (2024) bei Frauen häufiger auftritt als bei Männern. An einer Hashimoto-Thyreoiditis, hierzulande der häufigste Grund für eine Unterfunktion, erkranken schätzungsweise 1 von 1.000 Männern und 4 von 1.000 Frauen (IQWiG, 2024). Unter den möglichen Beschwerden nennt das IQWiG (2024) auch Erektionsstörungen. Abgeklärt wird bei Männern auf demselben Weg: erst das Gespräch, dann der Bluttest mit dem TSH als erstem Wert.

Ist eine Schilddrüsenunterfunktion gefährlich?

Unbehandelt kann sie laut IQWiG (2024) zum Beispiel zu Kreislaufproblemen führen. Bewusstseinsstörungen bis hin zum Koma sind möglich, aber sehr selten (IQWiG, 2024). Bei Bewusstseinsstörungen gilt: sofort den Notruf 112 wählen. Die Übersicht von Chaker u. a. (2017) beschreibt eine Spanne von lebensbedrohlichen Verläufen bis zu solchen ganz ohne Anzeichen.

Muss man Schilddrüsentabletten ein Leben lang nehmen?

Nicht in jedem Fall: Je nach Ursache wird eine Unterfunktion laut IQWiG (2024) vorübergehend oder lebenslang behandelt. Der Wirkstoff heißt Levothyroxin oder L-Thyroxin und ersetzt das fehlende Hormon Thyroxin (IQWiG, 2024). Bei der latenten Form sind Fachleute laut IQWiG (2024) uneins, ob überhaupt behandelt werden soll. Die Dauer legt die Ärztin oder der Arzt fest.

Nächster Schritt

Schilddrüse testen lassen: wie die Abklärung abläuft

Wie die Schilddrüse getestet wird und welche Wege es dafür gibt, beschreibt ein eigener Ratgeber.

Wie man die Schilddrüse testen lässt Schilddrüsenwerte und Referenzbereiche nachlesen TSH und freie Hormone im Überblick

Weiterlesen

Quellen

  1. IQWiG, gesundheitsinformation.de: Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) (Stand 2024) – gesundheitsinformation.de
  2. IQWiG, gesundheitsinformation.de: Thyreoidea-stimulierendes Hormon (TSH) (Stand 2025) – gesundheitsinformation.de
  3. Carlé A. u. a.: Hypothyroid symptoms and the likelihood of overt thyroid failure, European Journal of Endocrinology (2014) – europepmc.org
  4. Chaker L. u. a.: Hypothyroidism, The Lancet (2017) – europepmc.org

Die Beschwerdeliste, die Angaben zu Ursachen und Behandlung sowie zur latenten Form stützen sich auf [1]. Die Muster aus TSH und freien Hormonen und die Hinweise zu Referenzbereichen stammen aus [2]. Die Anteile einzelner Symptome kommen aus [3]; die Altersauswertung derselben Studiengruppe (Carlé u. a., American Journal of Medicine, 2016) ergänzt sie. Die Liste der häufigsten Symptome stammt aus der Übersicht von Chaker u. a. (2017) [4]. Die Angaben zur Hashimoto-Thyreoiditis und zu den Schilddrüsenuntersuchungen stammen aus zwei weiteren Seiten derselben Gesundheitsinformation des IQWiG, beide Stand 2024. Preis und Messumfang des genannten Bluttests: Stand 28.10.2026. Alle Quellen geprüft am 28.10.2026.

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Schilddrüse Blutwerte

Das Team ordnet Gesundheitsthemen anhand öffentlich zugänglicher Quellen ein und nennt sie im Quellenkapitel. Wer dazugehört, steht auf der Autorenseite.

Veröffentlicht am 28.10.2026 · Zuletzt aktualisiert am 28.10.2026

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