Trockenbluttest: Ablauf und Schritte einfach erklärt
Ein Trockenbluttest, in der Fachsprache als DBS-Test (Dried Blood Spot) bezeichnet, ist eine Methode zur Blutprobenentnahme, bei der wenige Tropfen Kapillarblut auf Filterpapier getrocknet und anschließend im Labor analysiert werden. Du stichst dir dafür selbst in den Finger, lässt das Blut auf eine spezielle Karte tropfen und schickst die getrocknete Probe per Post ins Labor. Trockenbluttests sind etablierte Methoden zur Metabolomik und zum Screening verschiedener Stoffwechselprodukte. Die Ergebnisse sind meist nach 1–3 Wochen digital abrufbar. Wer seinen Trockenbluttest Ablauf Schritt für Schritt verstehen will, findet hier eine klare, praxisnahe Anleitung.
1. Was du für den Trockenbluttest brauchst
Der Trockenbluttest Ablauf beginnt lange vor dem ersten Stich. Du brauchst das richtige Material, sonst leidet die Probenqualität.
Ein typisches Testkit enthält folgende Bestandteile:
- Filterkarte (auch Trockenblutkarte genannt): speziell beschichtetes Papier mit markierten Kreisen für die Bluttropfen
- Lanzette: ein kleines Stechinstrument für den Fingerstich, meist mit Sicherheitsmechanismus
- Desinfektionsmittel oder Alkoholtupfer zur Reinigung des Fingers
- Pflaster für nach der Entnahme
- Versandumschlag mit Rücksendeadresse des Labors
- Anleitung mit Barcode oder Probennummer zur Identifikation
Zur Vorbereitung gilt: Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen, aber keine Creme auftragen. Creme auf dem Finger verhindert gute Blutabnahme und kann die Probe verunreinigen. Achte auch auf die Raumtemperatur. Bei kalten Händen fließt das Blut schlechter. Ein warmes Tuch oder kurzes Reiben der Finger hilft.
Profi-Tipp: Wärme deinen Finger vor dem Stechen etwa zwei Minuten lang mit einer Wärmflasche oder unter warmem Wasser an. Das verbessert die Durchblutung spürbar und macht die Entnahme deutlich einfacher.
Lagere das Testkit bis zur Nutzung trocken und bei Raumtemperatur. Feuchtigkeit beschädigt die Filterkarte und macht die Probe unbrauchbar.
2. Finger desinfizieren und vorbereiten
Desinfiziere den gewählten Finger mit einem Alkoholtupfer und lass ihn vollständig trocknen, bevor du stichst. Das dauert etwa 30 Sekunden. Alkohol, der noch feucht ist, verdünnt das Blut und verfälscht das Ergebnis.
Wähle am besten den Ringfinger oder Mittelfinger der nicht dominanten Hand. Diese Finger haben weniger Nervenenden als der Zeigefinger. Der Daumen ist zu dick, der kleine Finger zu dünn für eine gute Entnahme.
Massiere den Finger leicht von der Basis zur Spitze, um die Durchblutung anzuregen. Nicht zu fest drücken, das kann Gewebsflüssigkeit in die Probe bringen. Gewebsflüssigkeit verfälscht die Messwerte.
3. Den Fingerstich richtig setzen
Halte die Lanzette senkrecht zur Fingerbeere und drücke sie fest an. Die meisten Lanzetten lösen automatisch aus. Setze den Stich seitlich an der Fingerbeere an, nicht in der Mitte. Die Mitte ist empfindlicher und heilt langsamer.

Die ersten Blutstropfen werden verworfen, um Verunreinigungen durch Hautpartikel oder Desinfektionsmittelreste zu vermeiden. Wische den ersten Tropfen also einfach mit einem sauberen Tuch ab. Erst ab dem zweiten oder dritten Tropfen beginnt die eigentliche Probenentnahme.
Drücke den Finger sanft, um den Blutfluss zu fördern. Kein starkes Quetschen, das verändert die Zusammensetzung des Blutes. Lass das Blut möglichst von selbst fließen.
4. Blut auf die Filterkarte auftragen
Halte den Finger direkt über den markierten Kreis der Filterkarte und lass einen Tropfen hineinfallen. Berühre die Karte nicht mit dem Finger. Direkter Hautkontakt hinterlässt Fettspuren und Zellen, die das Ergebnis beeinflussen.
Die markierten Kreise der Filterkarte müssen vollständig mit Blut durchtränkt sein. Ein halbvoller Kreis reicht nicht für eine zuverlässige Analyse. Wie viele Kreise du füllen musst, steht in der Anleitung deines Testkits, meist sind es zwei bis fünf.
Fülle jeden Kreis mit einem einzigen großen Tropfen, nicht mit mehreren kleinen. Mehrere Schichten übereinander trocknen ungleichmäßig und können die Analyse stören. Warte zwischen den Kreisen kurz, damit der Finger wieder genug Blut gesammelt hat.
Profi-Tipp: Halte den Finger beim Auftragen leicht nach unten, damit das Blut durch die Schwerkraft besser tropft. So brauchst du weniger zu drücken und die Probe bleibt sauberer.
5. Probe trocknen lassen
Nach der Entnahme lässt du die Filterkarte offen an der Luft trocknen. Das dauert in der Regel mindestens 30 Minuten, bei hoher Luftfeuchtigkeit auch länger. Leg die Karte auf eine saubere, trockene Unterlage und berühre die Blutflecken nicht.
Nach der Entnahme wird die Karte luftgetrocknet, bevor sie in einem trockenen Umschlag verschickt wird. Das sichert die Probenstabilität. Feuchtigkeit beim Einpacken führt zu Schimmel oder Abbau der Blutbestandteile, was das Ergebnis unbrauchbar macht.
Vermeide direkte Sonneneinstrahlung beim Trocknen. UV-Licht baut bestimmte Stoffwechselprodukte ab. Ein schattiger Platz bei Zimmertemperatur ist ideal.
6. Probe verpacken und versenden
Sobald die Karte vollständig trocken ist, legst du sie in den beigelegten Schutzbeutel oder Umschlag. Viele Kits enthalten einen speziellen Trockenmittelbeutel, der Restfeuchtigkeit aufnimmt. Den Umschlag verschließt du gut und frankierst ihn falls nötig.
Getrocknete Blutproben sind stabil und können unkompliziert per Post an Labore geschickt werden. Das ist ein echter Vorteil gegenüber venösen Blutproben, die gekühlt transportiert werden müssen. Schicke die Probe möglichst am selben oder nächsten Tag ab, um lange Lagerzeiten zu vermeiden.
Notiere dir die Sendungsnummer, falls du den Versand nachverfolgen möchtest. Manche Labore informieren dich per E-Mail, sobald die Probe eingegangen ist.
7. Was im Labor passiert
Im Labor wird aus der Filterkarte ein kleines Stück ausgestanzt, das genau dem markierten Kreis entspricht. Aus diesem Stanzbild extrahieren Labortechniker die Blutbestandteile mit einer Lösung. Anschließend analysieren sie die Probe auf die bestellten Parameter.
Trockenbluttests messen vor allem Stoffwechselprodukte im Blut, keine lebenden Bakterien oder das Mikrobiom. Typische Parameter sind Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6, Vitamine, Mineralien und bestimmte Hormone. Für eine Fettsäureanalyse eignet sich der Trockenbluttest besonders gut.
Folgendes kann ein Trockenbluttest zuverlässig messen:
- Fettsäureprofil (Omega-3, Omega-6, Omega-9)
- Vitamine wie Vitamin D oder B12
- Mineralien wie Zink oder Magnesium
- Bestimmte Stoffwechselmarker und Hormone
Was er nicht kann:
Wichtige Klarstellung: Für eine SIBO-Diagnose ist der Trockenbluttest nicht validiert. Aktuelle Leitlinien des ACG (2020) nennen Atemtests und Dünndarmaspirate als Standard. Wer Mikrobiom oder Darmflora analysieren lassen möchte, braucht einen Stuhltest, keinen Bluttest.
Die Ergebnisse sind meist nach 1–3 Wochen digital abrufbar. Manche Anbieter stellen sie auch postalisch zu.
8. Ergebnisse richtig einordnen
Testergebnisse zeigen Messwerte mit Referenzbereichen. Ein Wert außerhalb des Referenzbereichs bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung. Er ist ein Hinweis, dem du nachgehen solltest.
Typische Ergebnisformate zeigen dir:
- Deinen gemessenen Wert in einer Einheit (z. B. µmol/l oder mg/dl)
- Den Referenzbereich für gesunde Erwachsene
- Eine farbliche Einordnung (grün, gelb, rot)
- Kurze Erklärungen zur Bedeutung des Wertes
Marketingversprechen zu Diagnosen mit Trockenbluttests, besonders im Bereich Mikrobiom oder SIBO, sind wissenschaftlich unbelegt. Lass dich nicht von Werbeversprechen leiten, die mehr versprechen als die Methode leisten kann. Ein seriöser Anbieter kommuniziert klar, was sein Test misst und was nicht.
Bei auffälligen Werten gehört ein Arztbesuch dazu. Der Trockenbluttest ist ein Werkzeug zur Selbstbeobachtung, kein Ersatz für ärztliche Diagnostik. Für die Langzeitüberwachung von Gesundheitsparametern eignet er sich aber gut, weil du Veränderungen über Monate hinweg dokumentieren kannst.
9. Trockenbluttest vs. venöse Blutentnahme
Beide Methoden haben ihren Platz. Der Unterschied liegt im Aufwand, der Genauigkeit und dem Einsatzbereich.
| Kriterium | Trockenbluttest | Venöse Blutentnahme |
|---|---|---|
| Durchführung | Zuhause, selbst | Arztpraxis oder Labor |
| Blutmenge | Wenige Tropfen | 5–20 ml |
| Transportbedingungen | Raumtemperatur, stabil | Gekühlt, zeitkritisch |
| Messbare Parameter | Stoffwechselprodukte, Fettsäuren, Vitamine | Sehr breites Spektrum |
| Eignung für Heimtest | Ja | Nein |
| Genauigkeit | Gut für geeignete Parameter | Höher bei komplexen Analysen |
| Kosten | Oft günstiger | Variiert stark |
Trockenbluttests sind eine praktische Alternative zur venösen Blutentnahme, besonders für Heimtests und Langzeitmonitoring. Für komplexe Diagnostik oder seltene Erkrankungen bleibt die venöse Entnahme Standard. Wer regelmäßig seinen Omega-3-Status oder Vitamin-D-Spiegel prüfen möchte, ist mit dem Trockenbluttest gut bedient. Für eine Mikrobiom-Analyse braucht es dagegen einen Stuhltest.
Wichtige Erkenntnisse
Der Trockenbluttest liefert zuverlässige Werte für Fettsäuren, Vitamine und Stoffwechselmarker, wenn du die Schritte bei der Probenentnahme sorgfältig befolgst.
| Thema | Details |
|---|---|
| Vorbereitung der Probe | Finger anwärmen, keine Creme, Alkohol vollständig trocknen lassen vor dem Stich. |
| Erste Tropfen verwerfen | Den ersten Bluttropfen abwischen, um Verunreinigungen zu vermeiden. |
| Karte vollständig füllen | Jeden markierten Kreis mit einem einzigen großen Tropfen vollständig durchtränken. |
| Trocknung und Versand | Mindestens 30 Minuten lufttrocknen, dann trocken verpacken und zeitnah versenden. |
| Grenzen kennen | Mikrobiom und SIBO lassen sich per Trockenbluttest nicht zuverlässig diagnostizieren. |
Was ich nach Jahren mit Trockenbluttests gelernt habe
Die häufigste Frage, die wir bei mybody x hören, lautet: “Warum war meine Probe nicht auswertbar?” Fast immer liegt es an einem der frühen Schritte. Entweder war der Finger zu kalt, die Kreise auf der Karte waren nicht vollständig gefüllt, oder die Probe wurde zu früh eingepackt.
Was mich nach Jahren in diesem Bereich wirklich überrascht hat: Die meisten Fehler passieren nicht beim Stechen, sondern beim Trocknen. Viele packen die Karte nach zehn Minuten ein, weil sie denken, das Blut sehe trocken aus. Von außen wirkt es so. Innen ist es das oft noch nicht. Mindestens 30 Minuten sind kein Richtwert, sondern ein Minimum.
Und noch etwas, das ich offen ansprechen will: Der Markt für Heimtests wächst schnell. Damit wachsen auch die Versprechen. Wer dir sagt, du könntest dein Mikrobiom oder eine SIBO-Erkrankung per Trockenbluttest diagnostizieren, übertreibt. Das ist keine Meinung, das ist der Stand der Wissenschaft. Lass dich nicht von bunten Grafiken und Prozentzahlen täuschen, die keine valide Grundlage haben.
Der Trockenbluttest ist ein echtes Werkzeug für echte Fragen. Omega-3-Status, Vitamin D, Mineralien, Fettsäureprofil. Das kann er. Und das ist schon viel. Nutze ihn dafür, und du bekommst Informationen, die dich wirklich weiterbringen.
— mybody x
Dein nächster Schritt mit mybody x
mybody x bietet ISO-zertifizierte Blutanalysen an, die du bequem von zuhause durchführst. Das Kit kommt per Post, du entnimmst die Probe nach der Anleitung, schickst sie zurück und erhältst deine Ergebnisse digital mit konkreten Empfehlungen.
Ob du deinen Omega-3-Spiegel prüfen, Nährstoffmängel aufdecken oder Hormonstatus verstehen möchtest: Die Bluttests von mybody x decken ein breites Spektrum ab. Mehr als 11.300 Kunden haben ihre Gesundheit damit besser verstanden. Kostenloser Versand ab 49 Euro, DSGVO-konforme Datenverarbeitung und eine Geldback-Garantie bei ausbleibenden Ergebnissen. Schau dir an, welcher Test zu deinem Gesundheitsziel passt, auf mybody-x.com.
FAQ
Was ist ein Trockenbluttest genau?
Ein Trockenbluttest besteht aus einem Tropfen Kapillarblut, der auf Filterpapier getrocknet und im Labor analysiert wird. Er eignet sich für Heimtests und misst vor allem Stoffwechselprodukte, Fettsäuren und Vitamine.
Wie viele Blutstropfen brauche ich für den Test?
Die meisten Testkits benötigen zwei bis fünf vollständig gefüllte Kreise auf der Filterkarte. Wie viele genau, steht in der Anleitung des jeweiligen Kits.
Wie lange dauert es bis zum Ergebnis?
Die Analyseergebnisse sind meist nach 1–3 Wochen verfügbar und werden in der Regel digital bereitgestellt. Manche Anbieter versenden die Ergebnisse auch per Post.
Kann ich mit einem Trockenbluttest mein Mikrobiom analysieren?
Nein. Trockenbluttests messen Stoffwechselprodukte, keine lebenden Bakterien. Für eine Mikrobiomanalyse ist ein Stuhltest notwendig. Mehr dazu erklärt der Vergleich von Mikrobiom-Tests bei mybody x.
Was mache ich, wenn meine Probe nicht auswertbar war?
Prüfe, ob die Kreise vollständig gefüllt und die Karte mindestens 30 Minuten getrocknet war. Die meisten Anbieter schicken bei nicht auswertbaren Proben ein neues Kit zu. Kontaktiere den Kundenservice des Anbieters für den nächsten Schritt.






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