Vitamin-D-Mangel bei Frauen: Symptome erkennen und einordnen
28. September 2026ca. 15 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
Als Folge eines länger bestehenden Vitamin-D-Mangels ist bei Erwachsenen die Osteomalazie belegt, eine Knochenerweichung (BfR, 2025). Mit erhöhter Infektanfälligkeit und Schmerzen in Muskeln oder Knochen besteht ein Zusammenhang; für Müdigkeit oder Haarausfall ist keine Ursache-Wirkungs-Beziehung belegt (BfR, 2025). Weil andere Ursachen ähnliche Zeichen machen können, zeigt erst der Blutwert, wie du versorgt bist.
In den Messungen der Jahre 2008 bis 2011 lagen 29,7 % der Frauen unter 30 nmol/l (Nanomol pro Liter) und galten damit als mangelhaft versorgt (RKI, 2016).
Von Oktober bis März ist die Sonne in Deutschland nicht stark genug für eine ausreichende Vitamin-D-Bildung (BfR, 2025).
Schilddrüse und Eisenspeicher können ähnliche Beschwerden erklären, deshalb gehört die Abklärung in die Praxis und nicht in die Selbstdiagnose.
In diesem Artikel
Wie verbreitet ist ein Vitamin-D-Mangel bei Frauen?
In den Messungen des Robert Koch-Instituts (RKI) lagen 29,7 % der Frauen unter 30 nmol/l und galten damit als mangelhaft mit Vitamin D versorgt (RKI, 2016). Ausreichend versorgt waren 38,6 % der Frauen (RKI, 2016).
Gemessen wurde 25-OH-Vitamin-D (25-Hydroxyvitamin D), die Form, an der das RKI den Vitamin-D-Status im Blut bewertet. Die Einheit nmol/l steht für Nanomol pro Liter, also eine Stoffmenge je Liter. Grundlage waren Blutproben von 6.995 Erwachsenen zwischen 18 und 79 Jahren aus den Jahren 2008 bis 2011, darunter 3.635 Frauen (RKI, 2016).
Die jüngere Übersicht des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nennt für alle Erwachsenen in Deutschland andere Werte: etwa 15 % unter 30 nmol/l und etwa 44 % ab 50 nmol/l (BfR, 2025). Nach Frauen und Männern trennt sie nicht, und ihre Datengrundlage ist eine andere als die des RKI. Beide Angaben stehen deshalb nebeneinander, ohne dass sich die eine aus der anderen ableiten ließe. Zahlen eigens für Frauen liefert nur die ältere RKI-Auswertung (RKI, 2016).
Den größten Teil seines Vitamin D bildet der Körper selbst: Diese Eigensynthese, also die Bildung im eigenen Körper, trägt mit einem geschätzten Anteil von 80 % bis 90 % zur Versorgung bei (RKI, 2016). Dafür braucht es genug Sonne. Von Oktober bis März ist die Sonnenbestrahlung in Deutschland nicht stark genug, um eine ausreichende Vitamin-D-Bildung zu gewährleisten (BfR, 2025).
Belegte Fundstelle
„Auch weisen Personen mit niedrigen Vitamin D-Spiegeln oft Symptome wie zum Beispiel Müdigkeit, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen und Haarausfall auf; eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung ist bei diesen meist unspezifischen Symptomen allerdings nicht belegt.“
Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)
Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D, FAQ vom 30. Dezember 2025
Unspezifisch heißt: Diese Zeichen passen zu mehr als einer Ursache. Wer den Vitamin-D-Mangel allgemein verstehen will, findet ihn im Überblick zum Vitamin-D-Mangel erklärt: dort das Thema für alle, hier der Blick auf Frauen und auf die Abgrenzung zu Beschwerden mit anderer Ursache.
Welche Symptome eines Vitamin-D-Mangels sind belegt?
Als direkte Folge belegt ist bei Erwachsenen die Osteomalazie, eine Knochenerweichung. Unterhalb von 30 nmol/l, das entspricht 12 ng/ml (Nanogramm pro Milliliter, die zweite gebräuchliche Einheit), besteht das Risiko eines Mangels, der langfristig das Risiko für diese Knochenerweichung erhöht (BfR, 2025).
Im Februar ziehen Rücken und Beine, und in der Haarbürste bleibt mehr hängen als im Sommer. Irgendwann steht die Frage im Raum, ob Vitamin D dahintersteckt. Der Einwand folgt sofort: Diese Beschwerden passen doch auf alles.
Der Einwand ist berechtigt. Die Angaben des BfR unterscheiden sich allerdings darin, wie sicher sie sind, und genau dieser Unterschied hilft beim Einordnen.
Gesichert ist die Knochenerweichung. Bei Erwachsenen sind die Wachstumsfugen geschlossen, deshalb kommt es bei einem Mangel nicht mehr zu Wachstumsstörungen, sondern zu Osteomalazie (BfR, 2025). Durch eine gestörte Mineralisation, also den Einbau von Mineralstoffen in den Knochen, entsteht ein weicher Knochen, der sich bei mechanischer Belastung verformen kann (BfR, 2025).
Eine Stufe darunter steht ein Zusammenhang, keine gesicherte Folge. Das BfR beschreibt ihn zwischen niedrigen Vitamin-D-Spiegeln und erhöhter Infektanfälligkeit (BfR, 2025). Derselbe Zusammenhang besteht mit Muskelkrämpfen und mit Schmerzen in Muskeln oder Knochen. Zusammenhang heißt: Beides tritt gemeinsam auf, ob das eine das andere auslöst, ist damit nicht gesagt.
Am unsichersten ist die Lage bei den Beschwerden, mit denen die Suche beginnt. Bei Menschen mit niedrigen Vitamin-D-Spiegeln beschreibt das BfR Müdigkeit und Gewichtszunahme, dazu Stimmungsschwankungen und Haarausfall. Eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung ist dafür nach Angaben des BfR nicht belegt (BfR, 2025).
Kernaussage
Für Müdigkeit und Haarausfall ist eine Ursache-Wirkungs-Beziehung zu niedrigen Vitamin-D-Spiegeln nicht belegt (BfR, 2025).
Für dich heißt das: Ein niedriger Wert kann erklären, warum ein Knochen weich wird. Ob er deine Müdigkeit erklärt, bleibt offen, auch wenn der Wert niedrig ist. Deshalb folgen jetzt die Ursachen, die ähnliche Zeichen machen.
Vitamin-D-Mangel oder doch etwas anderes?
Allein an den Beschwerden lässt sich das nicht entscheiden, weil sich die Zeichen überschneiden. Jede mögliche Ursache hat aber Leitzeichen, also Beschwerden, die die Quellen für sie nennen, und die helfen beim Gespräch in der Praxis.

Die Vergleiche unten stützen sich auf die Gesundheitsinformationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) und auf die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Sie beschreiben, was diese Quellen nennen, und ersetzen keine Untersuchung.
Vitamin-D-Mangel oder Schilddrüsenunterfunktion?
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann zu Müdigkeit und Antriebslosigkeit führen, dazu zu Hautveränderungen oder Verstopfung (IQWiG, 2024). In Ländern wie Deutschland haben ungefähr 5 von 100 Menschen eine Schilddrüsenunterfunktion (IQWiG, 2024).
Fehlen Schilddrüsenhormone, verlangsamt sich der Stoffwechsel, und das kann ganz unterschiedliche Beschwerden auslösen, darunter eine leichte bis mäßige Gewichtszunahme (IQWiG, 2024). Müdigkeit und Gewichtszunahme stehen damit in beiden Listen. Verstopfung und Antriebslosigkeit nennt das BfR beim Vitamin D dagegen nicht.
Weil die Symptome einer Unterfunktion auch andere Ursachen haben können, wird die Diagnose über Bluttests gestellt (IQWiG, 2024). Gemessen werden die Schilddrüsenhormone selbst und TSH, das Thyreoidea-stimulierende Hormon, das in der Hirnanhangdrüse gebildet wird und die Funktion der Schilddrüse steuert. Ob und wie Vitamin D mit der Schilddrüse zusammenhängt, ordnet der Beitrag zu Vitamin-D3-Mangel und Schilddrüse ein.
Vitamin-D-Mangel oder Hashimoto?
Bei einer Hashimoto-Thyreoiditis entzündet sich die Schilddrüse durch eine Fehlreaktion des Immunsystems, und mit der Zeit kann daraus eine Unterfunktion werden (IQWiG, 2024). Die Schilddrüse bildet dann nicht mehr genug Hormone.
Schätzungsweise 4 von 1.000 Frauen und 1 von 1.000 Männern erkranken an einer Hashimoto-Thyreoiditis (IQWiG, 2024); rechnerisch ist der Anteil bei Frauen damit viermal so hoch. Die Erkrankung beginnt überwiegend zwischen dem 30. und dem 50. Lebensjahr (IQWiG, 2024).
Sie kann zu ständiger Müdigkeit und Konzentrationsproblemen führen, außerdem zu Haarausfall oder Hautveränderungen (IQWiG, 2024). Haarausfall steht damit in beiden Listen, beim Vitamin D allerdings ohne belegte Ursache-Wirkungs-Beziehung (BfR, 2025). Um herauszufinden, ob Hashimoto hinter einer Unterfunktion steckt, hilft ein weiterer Bluttest auf bestimmte Antikörper, also Eiweiße des Immunsystems, die sich gegen Schilddrüsengewebe richten (IQWiG, 2024).
Vitamin-D-Mangel oder Eisenmangel?
Eisenmangel kann die körperliche Leistungsfähigkeit beeinträchtigen und die Wärmeregulation des Körpers stören (DGE, 2023). Eine dauerhaft zu niedrige Eisenzufuhr führt zu Blutarmut, der Anämie (DGE, 2023).
Eisenmangel kann außerdem die Infektanfälligkeit erhöhen (DGE, 2023). Das ist die Überschneidung mit dem Vitamin D, bei dem das BfR einen Zusammenhang mit erhöhter Infektanfälligkeit beschreibt (BfR, 2025). Knochenerweichung und Muskelkrämpfe gehören dagegen nicht zu den Zeichen, die die DGE für Eisenmangel nennt.
Menstruierende Frauen nennt die DGE ausdrücklich als Gruppe, die auf eine ausreichende Eisenzufuhr achten sollte (DGE, 2023). Einen Hinweis auf den Eisenvorrat des Körpers gibt der Blutwert Ferritin. Eine Blutarmut stellt die Praxis über das Blutbild mit dem Hämoglobin fest, dem roten Blutfarbstoff, für den Eisen ein Baustein ist. Wie sich Eisenmangel bei Frauen zeigt, beschreibt der Beitrag zu Eisenmangel-Symptomen bei Frauen.
Vitamin-D-Mangel oder Wechseljahre?
Typisch für die Wechseljahre sind vor allem Hitzewallungen und Schweißausbrüche, die auch den Nachtschlaf stören können (IQWiG, 2023). In der Vitamin-D-Liste des BfR tauchen beide nicht auf.
In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel, also die Menge des weiblichen Geschlechtshormons, und diese Umstellung beginnt ab etwa Mitte vierzig (IQWiG, 2023). Die Menopause, die letzte Regelblutung, haben Frauen im Durchschnitt mit 51 Jahren (IQWiG, 2023).
Die hormonelle Umstellung kann Schlafstörungen oder Stimmungsschwankungen auslösen, und auch eine leichte Gewichtszunahme beschreibt das IQWiG für diese Zeit (IQWiG, 2023). Stimmungsschwankungen und Gewichtszunahme stehen damit auch in der Liste des BfR, dort ohne belegte Ursache. Knochen- und Muskelschmerzen nennt das IQWiG bei den Wechseljahrsbeschwerden nicht. Was in dieser Lebensphase sonst geschieht, beschreibt der Beitrag zu den Wechseljahren bei Frauen.
Überschneiden sich die Zeichen, ist das kein Grund zum Raten. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis: Dort lassen sich die Werte nebeneinander bestimmen, statt eine Ursache nach der anderen auszuprobieren.
Vitamin-D-Wert im Blut: Was sagen die Stufen des RKI?
Das RKI ordnet den Wert in drei Stufen ein: Unter 30 nmol/l gilt die Versorgung als mangelhaft, ab 50 nmol/l als ausreichend (RKI, 2016).
Diese Einteilung ist eine Referenzstaffel, eine Stufenfolge, nach der ein Messwert einer Versorgungslage zugeordnet wird. Sie geht auf eine Bewertung des Institute of Medicine in den USA zurück, das den Vitamin-D-Status mit Blick auf mögliche Auswirkungen auf die Knochengesundheit beurteilt hat (RKI, 2016). Werte zwischen 30 und unter 50 nmol/l geben Hinweise auf eine suboptimale, also nicht ganz ausreichende Versorgung mit möglichen Folgen für die Knochengesundheit (RKI, 2016).
Auf deinem Befund kann der Wert auch in ng/ml stehen: 30 nmol/l entsprechen 12 ng/ml (BfR, 2025). Welche Grenzen dein Labor ansetzt, steht auf dem Befund selbst, und diese Angaben sind maßgeblich. Was der gemessene Wert genau abbildet, erklärt der Beitrag zu Vitamin D3 und dem 25-OH-D3-Wert.
Vitamin-D-Versorgung von Frauen (RKI, 2016)
| 25-OH-Vitamin-D im Blut | Einordnung (RKI, 2016) | Anteil der Frauen (RKI, 2016) |
|---|---|---|
| unter 30 nmol/l | mangelhafte Versorgung mit erhöhtem Risiko für Krankheiten wie Osteomalazie und Osteoporose (Knochenschwund) | 29,7 % |
| 30 bis unter 50 nmol/l | suboptimale Versorgung mit möglichen Folgen für die Knochengesundheit | 31,8 % |
| ab 50 nmol/l | ausreichende Versorgung | 38,6 % |
Quelle: Robert Koch-Institut, Messungen der Jahre 2008 bis 2011 bei 3.635 Frauen von 18 bis 79 Jahren, veröffentlicht 2016 (RKI, 2016).
Die Tabelle ist eine Momentaufnahme aus den Jahren 2008 bis 2011 und sagt nichts darüber, welche Beschwerden die gemessenen Frauen hatten (RKI, 2016). Sie zeigt, wo ein Wert einzuordnen ist, nicht, was er für dein Befinden bedeutet.
Kapitel auf einen Blick
Das RKI teilt 25-OH-Vitamin-D in drei Stufen mit den Grenzen 30 und 50 nmol/l ein (RKI, 2016). Unter 30 nmol/l lagen in den Messungen 29,7 % der Frauen (RKI, 2016). Die jüngere Übersicht des BfR nennt für alle Erwachsenen etwa 15 % unter 30 nmol/l, auf anderer Datengrundlage (BfR, 2025). Maßgeblich für deinen eigenen Wert sind die Grenzen auf deinem Befund.
Vitamin D und Knochen: Was ändert sich mit den Wechseljahren?
Mit dem sinkenden Östrogenspiegel steigt das Risiko für Osteoporose (IQWiG, 2023). Im höheren Alter kann ein Vitamin-D-Mangel zusätzlich zur Entstehung einer Osteoporose beitragen (BfR, 2025).
Beide Aussagen stehen nebeneinander, keine ersetzt die andere. Osteoporose ist eine multifaktorielle Erkrankung, also eine, an deren Entstehung weitere Faktoren beteiligt sind (BfR, 2025). Auch das IQWiG hält fest, dass die Stabilität der Knochen nicht allein von der Hormonmenge im Körper abhängt (IQWiG, 2023).
Die RKI-Daten zeigen bei Frauen einen Verlauf mit dem Alter: Der Anteil der mangelhaft versorgten Frauen nimmt mit steigendem Alter zu, der Anteil der ausreichend versorgten ab (RKI, 2016). Bei den 18- bis 29-Jährigen lagen 25,1 % unter 30 nmol/l, bei den 65- bis 79-Jährigen 32,9 % (RKI, 2016). Ausreichend versorgt waren in der jüngsten Gruppe 46,5 %, in der ältesten 30,1 % (RKI, 2016).
Bei Männern zeigen sich kaum Unterschiede im Altersgang (RKI, 2016). Die Altersgruppen des RKI sind nach Lebensjahren gebildet, nicht nach den Wechseljahren. Aus den Zahlen lässt sich deshalb nur ablesen, was mit steigendem Alter geschieht.
Für die Knochen ist der Vitamin-D-Wert im höheren Alter damit ein Baustein, nicht die ganze Erklärung. Wer sich um die eigenen Knochen sorgt, bespricht das am besten in der Hausarztpraxis, dort lässt sich die Frage mit dem ganzen Bild angehen.
Wer sollte beim Vitamin D genauer hinsehen?
Das BfR nennt Risikogruppen für eine unzureichende Vitamin-D-Versorgung, und dazu kommt die Jahreszeit (BfR, 2025). Trifft einer der Punkte unten auf dich zu, ist das ein Grund, den Wert beim nächsten Arzttermin anzusprechen.
Zur Selbstprüfung
Wenig im Freien Wer sich kaum oder gar nicht draußen aufhält, auch weil es nicht anders geht, zählt laut BfR zu den Risikogruppen (BfR, 2025).
Dunklere Haut Menschen mit dunkler Hautfarbe nennt das BfR ebenfalls als Risikogruppe (BfR, 2025).
Höheres Alter Ältere Menschen gehören dazu, da die Vitamin-D-Bildung im Alter deutlich abnimmt (BfR, 2025).
Winterhalbjahr Im Winter lagen 52,0 % der Erwachsenen unter 30 nmol/l, im Sommer 8,3 % (RKI, 2016).
Die Liste ist eine Selbstprüfung, kein Test. Sie sagt, wann ein Blick auf den Wert naheliegt, nicht, wie er ausfällt.
Für Frauen kommt das Alter doppelt ins Spiel: über die im Alter abnehmende Vitamin-D-Bildung (BfR, 2025) und über den mit steigendem Alter wachsenden Anteil mangelhaft versorgter Frauen (RKI, 2016). Wer in der zweiten Lebenshälfte die Wintermonate überwiegend drinnen verbringt, hat damit zwei Gründe, den Wert anzusprechen.
Vitamin-D-Mangel vermutet: Was kannst du tun?
Lass den Wert messen und schildere deine Beschwerden vollständig, damit die Praxis Vitamin D neben den anderen möglichen Ursachen prüfen kann. Erste Anlaufstelle ist die Hausarztpraxis.
Hilfreich ist eine kurze Notiz vor dem Termin: welche Beschwerden seit wann bestehen und ob sie im Winter stärker sind. Schreib dazu, ob Zeichen aus den Vergleichen oben auftreten, etwa Hitzewallungen oder Verstopfung, denn die gehören nicht zum Vitamin-D-Bild der Quellen. Nimmst du Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel, gehört auch das auf den Zettel.
Wer den Vitamin-D-Wert zusammen mit Schilddrüse und Eisenspeicher schon vor dem Gespräch kennen möchte, kann eine Blutprobe auch zu Hause selbst entnehmen. Dafür bietet mybody®x (MYBODY Lab GmbH) den Women's Wellness Check an, ausgewertet in einem Fachlabor in Deutschland. Er misst 25-OH-Vitamin-D3 und Ferritin, dazu das Schilddrüsenprofil aus TSH und den freien Schilddrüsenhormonen fT3 (freies Trijodthyronin) und fT4 (freies Thyroxin).
Was er nicht misst, ist für dieses Thema genauso wichtig. Schilddrüsen-Antikörper gehören nicht dazu, eine Hashimoto-Thyreoiditis lässt sich damit also nicht klären. Hämoglobin und Calcium misst er ebenfalls nicht, eine Blutarmut bleibt Sache des Blutbilds in der Praxis. Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme, keine Diagnose.
Sinnvoll für dich, wenn …
Ein Bluttest wie der Women's Wellness Check passt, wenn du Vitamin D zusammen mit Schilddrüsenwerten und Ferritin im Blick haben willst.
Er passt auch, wenn du vor dem Arztgespräch einen Ausgangswert haben möchtest, den du mitbringen kannst.
Eher nicht, wenn …
Eher nicht, wenn eine Hashimoto-Diagnose geklärt werden soll – Antikörper misst er nicht.
Eher nicht, wenn es um eine Blutarmut geht: Hämoglobin gehört nicht zu seinen Messwerten.
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Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
Grenzen: Was ein Vitamin-D-Wert nicht erklären kann
Ein niedriger Wert belegt nicht, dass Müdigkeit oder Haarausfall vom Vitamin D kommen, denn dafür ist keine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung belegt (BfR, 2025). Umgekehrt schließt ein Wert im ausreichenden Bereich andere Ursachen nicht aus.
Die Frauenzahlen des RKI sind Querschnittsdaten, also Messungen zu einem einzigen Zeitpunkt, aus den Jahren 2008 bis 2011 (RKI, 2016). Über Beschwerden sagen sie nichts. Die jüngeren Zahlen des BfR trennen nicht nach Geschlecht (BfR, 2025).
Referenzbereiche unterscheiden sich je nach Labor und Methode, maßgeblich ist die Angabe auf deinem Befund. Kein Bluttest ersetzt die Untersuchung: Er liefert einen Wert, die Einordnung mit deinen Beschwerden gehört in die Praxis.
Vitamin-D-Mangel bei Frauen: Warum erst messen, dann deuten?
Weil die Beschwerden, die im Alltag auffallen, beim Vitamin D am schwächsten belegt sind, und weil Schilddrüse und Eisen ähnliche Zeichen machen können. Gesichert ist bei Erwachsenen die Knochenerweichung, alles Weitere ist Zusammenhang oder offen (BfR, 2025).
Zurück zum Februarmorgen mit den ziehenden Beinen. Im Winter lagen in den RKI-Messungen 52,0 % der Erwachsenen unter 30 nmol/l (RKI, 2016). Wo du selbst stehst, zeigt nur deine eigene Messung.
Frag in der Hausarztpraxis, welche der Werte aus den Vergleichen oben bei dir sinnvoll sind, und bring deine Notiz zu Beschwerden und Jahreszeit mit. Der Wert kommt vor der Deutung.
Häufige Fragen
Kann ein Vitamin-D-Mangel Haarausfall machen?
Belegt ist das nicht. Das BfR beschreibt Haarausfall bei Menschen mit niedrigen Vitamin-D-Spiegeln, hält aber fest, dass eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung nicht belegt ist (BfR, 2025). Haarausfall kann auch zu einer Hashimoto-Thyreoiditis gehören (IQWiG, 2024). Ob dein Wert unter 30 nmol/l liegt, der Schwelle für ein Mangelrisiko (BfR, 2025), zeigt nur eine Messung. Die Ursache des Haarausfalls klärt die Praxis.
Ab welchem Wert spricht man von einem Vitamin-D-Mangel?
Unterhalb von 30 nmol/l besteht laut BfR das Risiko eines Vitamin-D-Mangels, in der zweiten Einheit sind das 12 ng/ml (BfR, 2025). Das RKI ordnet Werte unter 30 nmol/l als mangelhafte Versorgung ein und Werte ab 50 nmol/l als ausreichend (RKI, 2016). Dazwischen liegt eine suboptimale Versorgung. Welche Grenzen für deinen Wert gelten, steht auf deinem Befund.
Haben Frauen eher einen Vitamin-D-Mangel als Männer?
Kaum: 29,7 % der Frauen und 30,8 % der Männer lagen in den RKI-Messungen unter 30 nmol/l (RKI, 2016). Ausreichend versorgt waren 38,6 % der Frauen und 38,3 % der Männer (RKI, 2016). Der Unterschied liegt im Alter: Bei Frauen nimmt der Anteil der mangelhaft Versorgten mit steigendem Alter zu, bei Männern zeigt sich kaum ein Altersgang (RKI, 2016).
Warum ist der Vitamin-D-Wert im Winter niedriger?
Von Oktober bis März ist die Sonnenbestrahlung in Deutschland nicht stark genug für eine ausreichende Vitamin-D-Bildung (BfR, 2025). Selbst gebildet wird Vitamin D etwa von März bis Oktober (RKI, 2016). In den RKI-Messungen waren im Frühling 38,4 % der Erwachsenen mangelhaft versorgt, im Herbst 19,3 % (RKI, 2016). Ausreichend versorgt waren im Winter 17,6 %, im Sommer 65,8 % (RKI, 2016).
Welche Blutwerte klären, ob die Schilddrüse dahintersteckt?
Um festzustellen, ob die Schilddrüsenfunktion gestört ist, werden die Schilddrüsenhormone selbst und TSH gemessen (IQWiG, 2024). Um herauszufinden, ob eine Hashimoto-Thyreoiditis die Ursache ist, hilft ein weiterer Bluttest auf Antikörper gegen Schilddrüsengewebe (IQWiG, 2024). In Ländern wie Deutschland haben ungefähr 5 von 100 Menschen eine Schilddrüsenunterfunktion (IQWiG, 2024). Welche Werte bestimmt werden, entscheidet die Praxis nach deinen Beschwerden.
Nächster Schritt
Vitamin D und Schilddrüse aus einer Blutprobe
Wenn du deinen Vitamin-D-Wert zusammen mit TSH und Ferritin vor dem Arztgespräch kennen möchtest, ist der Women's Wellness Check ein Ausgangspunkt. Das Ergebnis bleibt eine Momentaufnahme, die du mit der Praxis besprichst.
Zum Women's Wellness Check Was B12 mit der Schilddrüse zu tun hat B-Vitamine und Hashimoto eingeordnetWeiterlesen
Quellen
- Robert Koch-Institut: Vitamin-D-Status in Deutschland, Journal of Health Monitoring 1(2) (Stand 2016) – rki.de
- Bundesinstitut für Risikobewertung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Vitamin D (Stand 2025) – bfr.bund.de
- IQWiG: Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto-Thyreoiditis (Stand 2024) – gesundheitsinformation.de/Unterfunktion · gesundheitsinformation.de/Hashimoto
- IQWiG: Wechseljahrsbeschwerden (Stand 2023) – gesundheitsinformation.de
Die Versorgungszahlen für Frauen und die Stufen der Einordnung stützen sich auf das RKI [1], Mangelfolgen und Risikogruppen auf das BfR [2]. Die Abgrenzung zur Schilddrüse beruht auf [3], die zu den Wechseljahren auf [4]. Die Angaben zum Eisenmangel stammen aus den Referenzwerten Eisen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE, 2023), abrufbar unter dge.de. Produktangaben zum Women's Wellness Check mit Stand 28.09.2026.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Vitamin D Frauengesundheit
Dieser Beitrag stützt sich ausschließlich auf die im Quellenkapitel genannten Institutionen. Wer hinter den Texten steht, zeigt die Autorenseite.
Veröffentlicht am 28.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 28.09.2026
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.
Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.
Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.





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