Vitamin B1 (Thiamin): Wofür der Körper es braucht und wann es fehlt
28. September 2026ca. 17 Minutenvon mybody®x Redaktions- & Fachteam
Das Wichtigste in Kürze
Vitamin B1, auch Thiamin genannt, ist Bestandteil von Enzymen, die den Stoffwechsel von Kohlenhydraten und Aminosäuren steuern (DGE, 2025). Die DGE gibt als empfohlene Zufuhr für Erwachsene an: Frauen 1,0 mg am Tag, Männer je nach Alter 1,1 bis 1,3 mg (DGE, 2015). Ein Mangel kommt hierzulande in der Regel nur als Folge von Krankheiten vor (DGE, 2025).
Gute Lieferanten sind laut DGE Vollkornprodukte und Samen, außerdem Hülsenfrüchte und Muskelfleisch (DGE, 2015).
Der Körper kann laut DGE nur eine sehr geringe Menge Thiamin speichern, deshalb muss es regelmäßig mit der Nahrung kommen (DGE, 2025).
Einen leicht verfügbaren und allgemein anerkannten Laborwert für den Thiaminstatus gibt es laut einer Übersichtsarbeit bisher nicht (Whitfield u. a., 2018).
In diesem Artikel
Was macht Vitamin B1 (Thiamin) im Körper?
Vitamin B1, fachlich Thiamin, ist Bestandteil von Enzymen, die den Stoffwechsel von Kohlenhydraten und Aminosäuren steuern (DGE, 2025). Für die Gewinnung von Energie im Körper ist es laut DGE von entscheidender Bedeutung.
Zwei Begriffe dazu. Aminosäuren sind die Bausteine von Eiweiß. Und weil Thiamin selbst Teil solcher Enzyme ist, nennt man es ein Coenzym: einen Bestandteil, den das Enzym für seine Arbeit braucht.
Ein Bild aus der Arbeitswelt macht das greifbar: Thiamin ist in der Energieversorgung des Körpers eher Werkzeug als Brennstoff. Es steckt in den Enzymen, die den Umbau der Kohlenhydrate steuern. Auch an der Reizweiterleitung im Nervensystem ist Thiamin laut DGE beteiligt, also daran, dass Nerven Signale weitergeben (DGE, 2025).
Für den Alltag zählt eine Eigenschaft besonders. Der Körper kann laut DGE nur eine sehr geringe Menge Thiamin speichern, deshalb muss es regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden (DGE, 2025). Ein großes Polster, von dem du zehren könntest, legt er also nicht an.
Thiamin ist eines der B-Vitamine. Wer sich für seinen Nachbarn Vitamin B2 interessiert, auch Riboflavin genannt: Woran sich dort ein Mangel zeigt, steht im Artikel über Symptome eines Vitamin-B2-Mangels.
Wie viel Thiamin empfohlen ist und wie viel davon in Deutschland im Mittel ankommt, zeigen vier Zahlen der DGE (DGE, 2015; DGE, 2025).
Vitamin B1: empfohlen und aufgenommen
1,2 mg (DGE, 2015)
Empfohlene Zufuhr am Tag für Männer von 25 bis unter 51 Jahren (DGE, 2015)
1,0 mg (DGE, 2015)
Empfohlene Zufuhr am Tag für Frauen ab 19 Jahren, außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit (DGE, 2015)
1,3 mg (DGE, 2025)
Mittlere Zufuhr am Tag bei Männern von 15 bis 80 Jahren laut Nationaler Verzehrsstudie II, einer Erhebung zum Essverhalten in Deutschland aus den Jahren 2005 bis 2006 (DGE, 2025)
1,0 mg (DGE, 2025)
Mittlere Zufuhr am Tag bei Frauen derselben Altersspanne in derselben Erhebung (DGE, 2025)
Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ernährung, Referenzwerte Thiamin, 2015, sowie Ausgewählte Fragen und Antworten zu Thiamin, 2025
Wie viel Vitamin B1 braucht man am Tag?
Die DGE gibt für Frauen ab 19 Jahren 1,0 mg Thiamin am Tag an, für Männer ab 19 Jahren je nach Alter 1,1 bis 1,3 mg (DGE, 2015). Den höchsten Referenzwert haben männliche Jugendliche von 15 bis unter 19 Jahren mit 1,4 mg am Tag (DGE, 2025).
Ein Referenzwert ist die Menge, die eine Fachgesellschaft einer Bevölkerungsgruppe als tägliche Zufuhr empfiehlt. Er gilt für die Gruppe und ist keine Dosis für den Einzelnen. Die DGE hat die Werte für Thiamin aus dem Richtwert für die Energiezufuhr abgeleitet (DGE, 2015). Das erklärt, warum sie bei Männern höher liegen und bei ihnen mit dem Alter sinken: Sie folgen dem Energiebedarf.
Empfohlene Zufuhr am Tag (DGE, 2015)
19 bis unter 25 Jahre Männer 1,3 mg, Frauen 1,0 mg (DGE, 2015)
25 bis unter 51 Jahre Männer 1,2 mg, Frauen 1,0 mg (DGE, 2015)
51 bis unter 65 Jahre Männer 1,2 mg, Frauen 1,0 mg (DGE, 2015)
65 Jahre und älter Männer 1,1 mg, Frauen 1,0 mg (DGE, 2015)
Schwangere im 2. Trimester, dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, 1,2 mg; im 3. Trimester 1,3 mg (DGE, 2015)
Stillende 1,3 mg (DGE, 2015)
Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) rechnet direkt in Energie. Für alle Erwachsenen bestätigt sie eine Referenzzufuhr von 0,1 mg Thiamin je Megajoule, das sind 0,4 mg je 1.000 Kilokalorien (EFSA, 2016). Megajoule und Kilokalorie sind beides Einheiten für Energie. Für Deutschland bleiben die Werte der DGE maßgeblich; die Rechnung der EFSA zeigt nur, warum der Bedarf mit der Energiezufuhr steigt.
Und reicht das, was in Deutschland auf dem Teller landet? Laut DGE liegt die mittlere Zufuhr bei allen Altersgruppen in etwa in Höhe der empfohlenen Zufuhr (DGE, 2025). Die Zahlen dafür stammen aus der Nationalen Verzehrsstudie II von 2005 bis 2006 (DGE, 2025).
Der Einwand ist berechtigt: Ein Mittelwert sagt nichts über einzelne Menschen, und die Erhebung liegt Jahre zurück. Für die Einordnung hilft ein zweiter Satz der DGE. Ein Mangel kommt hierzulande in der Regel nur als Folge von Krankheiten vor, die die Versorgung mit Thiamin stark beeinträchtigen (DGE, 2025). Wen das betrifft, steht weiter unten.
Belegte Fundstelle
„Im Schnitt sind die Menschen gut mit Thiamin versorgt.“
Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE)
Ausgewählte Fragen und Antworten zu Thiamin, 2025
Welche Lebensmittel liefern Vitamin B1?
Die höchsten Werte je 100 g haben in dieser Auswahl Weizenkeime mit 2,20 mg und Sonnenblumenkerne mit 1,90 mg (BLS 4.0, 2025). Je Beispielportion liegt Schweinefilet vorn: 125 g roh liefern rechnerisch 1,19 mg (BLS 4.0, 2025).
Die DGE nennt als gute Lieferanten Vollkornprodukte und Samen, dazu Hülsenfrüchte und Muskelfleisch (DGE, 2015). In ihren Antworten zu Thiamin wird sie konkreter. Besonders viel stecke in Vollkornprodukten wie Haferflocken und in Samen wie Sonnenblumen- und Pinienkernen (DGE, 2025). Beim Fleisch hebt sie Schweinefleisch hervor, bei den Hülsenfrüchten Erdnüsse und Erbsen.
Wie das im Alltag aussieht, rechnet die DGE selbst vor. Den höchsten Referenzwert von 1,4 mg erreichen entweder 150 g Schweinefilet oder eine pflanzliche Kombination, zu der unter anderem Haferflocken und Erbsen gehören (DGE, 2025).
Wer alle B-Vitamine nebeneinander sehen will, findet sie in unserer Tabelle der B-Vitamine in Lebensmitteln: Dort ist Vitamin B1 eine Zeile neben den anderen, hier steht Thiamin allein im Mittelpunkt.
Die Tabelle zeigt zehn Lebensmittel aus dem Bundeslebensmittelschlüssel, der Nährwertdatenbank des Max Rubner-Instituts (BLS 4.0, 2025). Die Beispielportionen sind eigene Annahmen und keine Empfehlung; die Werte je Portion sind daraus gerechnet.
Vitamin B1 in Lebensmitteln (BLS 4.0, 2025)
| Lebensmittel (Beispielportion) | Vitamin B1 je 100 g (BLS 4.0, 2025) | je Beispielportion, rechnerisch |
|---|---|---|
| Sonnenblumenkerne (25 g, 1 Handvoll) | 1,90 mg | 0,47 mg |
| Weizenkeime (10 g, 1 Esslöffel) | 2,20 mg | 0,22 mg |
| Schweinefilet, roh (125 g) | 0,95 mg | 1,19 mg |
| Schweineschnitzel, ohne Fett gebraten (125 g); Wert aus der Rohware berechnet | 0,59 mg | 0,73 mg |
| Haferflocken (50 g, 1 Müsliportion) | 0,56 mg | 0,28 mg |
| Linsen, trocken (60 g); Wert aus einer anderen Datenbank übernommen | 0,48 mg | 0,29 mg |
| Naturreis (unpoliert), roh (70 g) | 0,45 mg | 0,32 mg |
| Polierter Reis (weißer Reis), roh (70 g) | 0,13 mg | 0,088 mg |
| Roggenvollkornbrot (50 g, 1 Scheibe) | 0,27 mg | 0,13 mg |
| Kichererbsen, gekocht (150 g) | 0,14 mg | 0,21 mg |
Zwei Beispiele, gemessen am Referenzwert für Frauen von 25 bis unter 51 Jahren: Eine Handvoll Sonnenblumenkerne deckt rechnerisch 48 %, eine Müsliportion Haferflocken 28 % (BLS 4.0, 2025; DGE, 2015). Der Wert für trockene Linsen ist kein eigener Messwert des Bundeslebensmittelschlüssels, er ist aus einer anderen Nährstoffdatenbank übernommen (BLS 4.0, 2025).
Geht Vitamin B1 beim Kochen verloren?
Ja, Thiamin ist laut DGE empfindlich gegenüber Wärme, Sauerstoff und Wasser (DGE, 2015). Die DGE rät deshalb, thiaminreiche Lebensmittel schonend zuzubereiten und möglichst wenig zu wässern.

Für Gemüse und Kartoffeln wird die DGE in ihren Antworten konkret. Sie sollten „gründlich, aber nur kurz gewaschen werden (nie lange wässern!)“ (DGE, 2025). So lassen sich laut DGE größere Verluste vermeiden.
Wie groß der Unterschied zwischen roh und gegart im Datensatz ausfällt, zeigt der Bundeslebensmittelschlüssel an vier Lebensmitteln (BLS 4.0, 2025). Beim Lesen hilft eine Einschränkung: Die Werte je 100 g zeigen Veränderungen im Gewicht und Verluste beim Garen zusammen, nicht den Garverlust allein.
Roh und gegart, je 100 g (BLS 4.0, 2025)
Haferflocken 0,56 mg als Flocken, 0,085 mg gekocht; der gekochte Wert ist aus der Rohware berechnet (BLS 4.0, 2025)
Kichererbsen 0,52 mg roh, aus einer anderen Datenbank übernommen; 0,14 mg gekocht, ein Wert aus der Fachliteratur (BLS 4.0, 2025)
Linsen 0,48 mg roh, aus einer anderen Datenbank übernommen; 0,10 mg gekocht, ein Wert aus der Fachliteratur (BLS 4.0, 2025)
Schweineschnitzel 0,80 mg roh, aus einer anderen Datenbank übernommen; 0,59 mg ohne Fett gebraten, aus der Rohware berechnet (BLS 4.0, 2025)
Bei Kichererbsen und Linsen stammen roher und gekochter Wert aus verschiedenen Quellen und sind nicht auseinander gerechnet (BLS 4.0, 2025). Der Vergleich zeigt deshalb eine Richtung, mehr nicht. Für die eigene Küche bleibt der Grundsatz der DGE der verlässlichere Anhaltspunkt: schonend zubereiten, wenig wässern.
Welche Symptome zeigt ein Vitamin-B1-Mangel?
Ein Mangel an Thiamin führt laut DGE zu neurologischen Symptomen, also Beschwerden am Nervensystem, und zu Störungen im Kohlenhydratstoffwechsel (DGE, 2025). Das bekannteste Krankheitsbild eines schweren Mangels ist die Beriberi, eine Mangelerkrankung mit Folgen für Herz oder Nerven.
Zu den Symptomen zählt die DGE Muskelschwäche und Empfindungslosigkeit an Armen und Beinen (DGE, 2025). Ebenso nennt sie Wassereinlagerungen (Ödeme) und eine Herzschwäche. Ohne Behandlung kann Beriberi laut DGE zum Tod führen.
Genauer unterscheidet MedlinePlus, das Gesundheitslexikon der US-amerikanischen National Library of Medicine, zwei Hauptformen (MedlinePlus, 2024).
Zwei Formen der Beriberi (MedlinePlus, 2024)
Feuchte Beriberi
Betrifft Herz und Kreislauf.
Zeichen laut MedlinePlus
Nächtliches Erwachen mit Atemnot und Atemnot bei Belastung. Dazu ein schneller Herzschlag und geschwollene Unterschenkel.
Trockene Beriberi
Betrifft das Nervensystem. Dazu zählt MedlinePlus auch das Wernicke-Korsakoff-Syndrom, die schwere Form am Nervensystem.
Zeichen laut MedlinePlus
Gehstörungen und Gefühlsverlust in Händen und Füßen. Nachlassende Muskelkraft oder Lähmung der Unterschenkel. Kribbeln und Schmerzen. Verwirrtheit und Sprechstörungen. Auffällige Augenbewegungen (Nystagmus) und Erbrechen.
Unbehandelt kann Beriberi tödlich sein; mit ärztlicher Behandlung bessern sich die Beschwerden laut MedlinePlus meist rasch (MedlinePlus, 2024). Wer nach Alkohol verwirrt wirkt oder unsicher geht, braucht ärztliche Hilfe: in der Hausarztpraxis oder, wenn es akut ist, über den Notruf 112.
Wie Beriberi in die Reihe der Mangelkrankheiten gehört, beschreibt der Artikel Krankheiten durch Vitaminmangel. Was ein Mangel an B-Vitaminen allgemein bedeutet, fasst der Beitrag Was passiert bei Vitamin-B-Mangel? zusammen.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-B1-Mangel?
Hierzulande kommt ein Thiaminmangel laut DGE in der Regel nur als Folge von Krankheiten vor, die die Versorgung mit Thiamin stark beeinträchtigen (DGE, 2025). Andere Quellen nennen dazu bestimmte Behandlungen und Lebenslagen.
Warum erhöht Alkohol das Risiko für Vitamin-B1-Mangel?
Beriberi tritt heute vor allem bei Menschen auf, die zu viel Alkohol trinken, schreibt MedlinePlus mit Blick auf die USA (MedlinePlus, 2024). Starkes Trinken kann zu einer schlechten Ernährung führen, und zu viel Alkohol erschwert es dem Körper, Vitamin B1 aufzunehmen und zu speichern (MedlinePlus, 2024). Auch die DGE zählt chronischen Alkoholmissbrauch zu den Ursachen eines Mangels (DGE, 2025).
Welche Krankheiten stören die Versorgung mit Vitamin B1?
Die DGE nennt Infektionskrankheiten und Schwangerschaftsübelkeit, fachlich Hyperemesis gravidarum (DGE, 2025). Hinzu kommen laut DGE Magen-Darm- und Leberkrankheiten. Ob eine solche Erkrankung vorliegt, klärt die ärztliche Praxis; ein Vitamintest ersetzt diese Abklärung nicht.
Erhöhen Dialyse und Entwässerungsmittel das Risiko für Vitamin-B1-Mangel?
Ja, laut MedlinePlus zählen zwei Behandlungen zu den Risiken: die Dialyse, also die Blutwäsche bei nicht mehr ausreichend arbeitenden Nieren, und hohe Dosen harntreibender Mittel (MedlinePlus, 2024). Harntreibende Mittel, fachlich Diuretika, lassen den Körper mehr Wasser über den Urin ausscheiden.
Genauer beschrieben ist das für den Wirkstoff Furosemid bei Herzschwäche. Die meisten Studien einer Übersichtsarbeit (Katta u. a., 2016) fanden bei diesen Menschen einen unterschiedlich ausgeprägten Thiaminmangel, besonders bei langfristig hoch dosiertem Furosemid. Er scheint vor allem auf die größere Urinmenge zurückzugehen (Katta u. a., 2016).
Das gilt für Furosemid bei Herzschwäche und lässt sich nicht auf alle harntreibenden Mittel übertragen. Wer solche Medikamente nimmt, ändert daran auf eigene Faust nichts; Fragen zu Vitaminen gehören in die Arztpraxis oder Apotheke. Welche Arzneimittel sonst mit dem Vitaminhaushalt zusammenhängen, steht im Artikel Vitaminmangel durch Medikamente.
Können gestillte Säuglinge zu wenig Vitamin B1 bekommen?
Ja, MedlinePlus nennt Säuglinge als gefährdet, wenn sie gestillt werden und dem Körper der Mutter Thiamin fehlt (MedlinePlus, 2024). Ob die Versorgung im Einzelfall reicht, klären die frauenärztliche und die kinderärztliche Praxis.
Welche Rolle spielt die Grundnahrung für Vitamin B1 weltweit?
Viele Bevölkerungen weltweit könnten laut einer Übersichtsarbeit (Whitfield u. a., 2018) einem klinischen oder unterschwelligen, also noch nicht deutlich erkennbaren Thiaminmangel ausgesetzt sein. Als Gründe nennt sie eine Grundnahrung mit wenig Thiamin und die Art der Zubereitung, etwa das Mahlen von Getreide und das Waschen von geschältem Reis (Whitfield u. a., 2018). Die Arbeit blickt auf Länder mit verbreitetem Mangel, nicht auf Deutschland.
Wer Beschwerden hat oder dauerhaft Medikamente nimmt, spricht zuerst mit der Hausarztpraxis. Dort lässt sich klären, ob eine Untersuchung sinnvoll ist und welche.
Wie wird ein Vitamin-B1-Mangel festgestellt?
Laut MedlinePlus kommen Bluttests infrage, die Thiamin im Blut messen, und Urintests, die zeigen, ob Thiamin über den Urin ausgeschieden wird (MedlinePlus, 2024). Einen leicht verfügbaren und allgemein anerkannten Laborwert für den Thiaminstatus, also dafür, wie gut der Körper gerade versorgt ist, gibt es laut einer Übersichtsarbeit allerdings nicht (Whitfield u. a., 2018).
Dazu kommt: Die Zeichen eines Thiaminmangels sind uneinheitlich (Whitfield u. a., 2018). Beides zusammen erschwert laut den Autorinnen und Autoren die Diagnose, ebenso die Schätzung, wie verbreitet ein Mangel ist.
Ein Laborwert, mit dem der Thiaminstatus bestimmt wird, ist die Aktivität der Transketolase in den roten Blutkörperchen (EFSA, 2016). Das ist ein Enzym. Seine normale Aktivität stellt sich laut EFSA wieder ein, wenn genug Thiamin vorhanden ist. Liegt die Kennzahl dafür, der Aktivierungskoeffizient αETK, unter 1,15, gilt das laut EFSA allgemein als ausreichender Thiaminstatus (EFSA, 2016).
Die EFSA nutzt diesen Wert in einem Gutachten zu Referenzwerten, um den Bedarf zu schätzen (EFSA, 2016). Das Gutachten ist keine Anleitung zur Diagnose in der Praxis.
Und die Tests von mybody®x (MYBODY Lab GmbH)? Vitamin B1 misst keiner von ihnen. Wer seinen Thiaminstatus bestimmen lassen will, bespricht das mit der Hausarztpraxis.
Kapitel auf einen Blick
Für Thiamin kommen laut MedlinePlus Blut- und Urintests infrage (MedlinePlus, 2024). Ein Laborwert ist die Aktivität der Transketolase in den roten Blutkörperchen; ein αETK unter 1,15 gilt laut EFSA allgemein als ausreichend (EFSA, 2016). Einen leicht verfügbaren, allgemein anerkannten Laborwert gibt es laut Whitfield und Kollegen nicht (Whitfield u. a., 2018).
Kann man zu viel Vitamin B1 aufnehmen?
Schädliche Nebenwirkungen einer hohen Zufuhr sind laut DGE nicht bekannt, weder bei Thiamin aus Lebensmitteln noch bei Thiamin aus Vitaminpräparaten (DGE, 2025). Die DGE folgert vorsichtig, dass es „wohl kaum“ zu unerwünschten Nebenwirkungen bei hohen Zufuhrmengen kommt.
Das ist eine Aussage über die Sicherheit, keine Aufforderung zur Einnahme. Ob ein Präparat für dich sinnvoll ist, hängt von deiner Versorgung ab, und die klärst du am besten in der Praxis.
Was darf über Thiamin auf einer Packung stehen? Für Thiamin sind in der EU unter anderem diese zwei Angaben zugelassen: ‚Thiamin trägt zu einer normalen Funktion des Nervensystems bei‘ und ‚Thiamin trägt zur normalen psychischen Funktion bei‘ (Verordnung (EU) Nr. 432/2012). Voraussetzung ist, dass das Lebensmittel mindestens eine „Quelle“ von Thiamin ist, also 15 % der Referenzmenge liefert (Verordnung (EU) Nr. 432/2012). Beide Angaben beschreiben den Nährstoff, keine Wirkung, die du an dir erwarten kannst.
Was zeigt ein Bluttest, wenn es um Vitamin B1 geht?
Vitamin B1 gehört nicht zu den Werten, die der Bluttest von mybody®x misst. Er liefert eine Momentaufnahme anderer Nährstoffe.
Der VitalCheck Nährstoff & Mineralstoff-Test Complete ist ein Bluttest für zuhause: Du entnimmst die Blutprobe selbst, ausgewertet wird sie in einem Fachlabor in Deutschland. Bei den Vitaminen misst er unter anderem Vitamin D3 und Vitamin B12. Dazu kommen der Eisenhaushalt und Mineralstoffe wie Zink und Magnesium.
Passend ist er für dich, wenn du wegen deiner Ernährung oder wegen Medikamenten an deine Nährstoffversorgung insgesamt denkst und eine Momentaufnahme der gemessenen Werte für das Gespräch in der Praxis willst. Ein auffälliger Wert bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung – er bedeutet, dass sich ein zweiter Blick lohnt, am besten gemeinsam mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Einen Thiaminmangel kann der Test weder zeigen noch ausschließen. Dafür bleibt die Hausarztpraxis der richtige Ort.
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Bluttest für zuhause mit selbst entnommener Probe, ausgewertet in einem Fachlabor in Deutschland. Er misst unter anderem Vitamin B12 und den Eisenhaushalt. Vitamin B1 gehört nicht dazu, und er liefert eine Momentaufnahme, keine Diagnose.
Laborauswertung 3–5 Werktage nach Probeneingang
Reicht die normale Ernährung für Vitamin B1?
Im Mittel ja: Die mittlere Zufuhr liegt in Deutschland laut DGE bei allen Altersgruppen in etwa in Höhe der empfohlenen Zufuhr (DGE, 2025). Ein Mangel hat hierzulande in der Regel einen Grund, der über den Speiseplan hinausgeht, etwa eine Krankheit oder chronischen Alkoholmissbrauch (DGE, 2025).
Für ein Gespräch in der Praxis helfen deshalb zwei ehrliche Antworten an dich selbst. Wie viel Alkohol trinke ich in einer gewöhnlichen Woche? Und welche Medikamente nehme ich dauerhaft, harntreibende Mittel eingeschlossen? Mit diesen Antworten lässt sich einordnen, ob eine Untersuchung auf Thiamin überhaupt ein Thema ist.
Thiamin ist ein unauffälliges Vitamin. Auffällig wird es erst, wenn es fehlt.
Häufige Fragen
Hat polierter Reis weniger Vitamin B1 als Naturreis?
Ja, und zwar deutlich. Roher Naturreis enthält laut Bundeslebensmittelschlüssel 0,45 mg Thiamin je 100 g, roher polierter Reis 0,13 mg (BLS 4.0, 2025). Auf eine Beispielportion von 70 g gerechnet sind das 0,32 mg gegenüber 0,088 mg (BLS 4.0, 2025). Polierter Reis ist weißer Reis. Der Wert für Naturreis stammt laut BLS aus der Fachliteratur, der für polierten Reis aus einer eigenen Analyse (BLS 4.0, 2025).
Wie viel Vitamin B1 kann der Körper speichern?
Nur eine sehr geringe Menge, schreibt die DGE, deshalb muss Thiamin regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden (DGE, 2025). Für den Alltag zählt damit die laufende Versorgung über die Mahlzeiten mehr als ein Vorrat. Im Mittel gelingt das in Deutschland: Die mittlere Zufuhr liegt laut DGE bei allen Altersgruppen in etwa in Höhe der empfohlenen Zufuhr (DGE, 2025). Zu viel Alkohol erschwert laut MedlinePlus die Aufnahme und die Speicherung von Vitamin B1 (MedlinePlus, 2024).
Brauchen Schwangere und Stillende mehr Vitamin B1?
Die DGE gibt für Schwangere ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel und für Stillende höhere Referenzwerte an als für andere Frauen (DGE, 2015). Für nicht schwangere Frauen nennt sie 1,0 mg am Tag (DGE, 2015). In der Schwangerschaft steigt der Wert im 2. Trimester auf 1,2 mg und im 3. Trimester auf 1,3 mg (DGE, 2015). Für die Stillzeit gibt die DGE ebenfalls 1,3 mg an (DGE, 2015). Das sind Referenzwerte für die Bevölkerung, keine Einnahmeempfehlung; wie die Versorgung im Einzelfall aussieht, klärt die frauenärztliche Praxis.
Hilft Vitamin B1 gegen Müdigkeit?
Dafür gibt es in der EU keine zugelassene Angabe. Die Angabe, dass ein Vitamin zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung beiträgt, ist unter anderem für Riboflavin und Vitamin B12 zugelassen, für Thiamin nicht (Verordnung (EU) Nr. 432/2012). Für Thiamin gelten andere Angaben, etwa zum Nervensystem und zur psychischen Funktion. Wer sich über Wochen müde fühlt, lässt die Ursache am besten in der Hausarztpraxis abklären, statt auf ein einzelnes Vitamin zu setzen.
Wie viel Vitamin B1 steckt in einer Scheibe Roggenvollkornbrot?
Rechnerisch 0,13 mg in einer Beispielscheibe von 50 g (BLS 4.0, 2025). Das entspricht 13 % des Referenzwerts für Frauen von 25 bis unter 51 Jahren und 11 % des Werts für Männer derselben Altersgruppe (BLS 4.0, 2025; DGE, 2015). Je 100 g enthält Roggenvollkornbrot laut Bundeslebensmittelschlüssel 0,27 mg (BLS 4.0, 2025). Die 50 g sind eine eigene Annahme für eine Scheibe und keine Portionsempfehlung; echte Scheiben fallen je nach Brot unterschiedlich aus.
Nächster Schritt
Deine Nährstoffwerte als Momentaufnahme
Vitamin B1 misst der VitalCheck nicht. Wenn du wissen willst, wie es um Vitamin B12 oder deinen Eisenhaushalt steht, liefert er eine Momentaufnahme für das Gespräch in der Praxis.
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Quellen
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, Thiamin (Stand 2015) – dge.de
- Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Ausgewählte Fragen und Antworten zu Thiamin (Stand 2025) – dge.de
- MedlinePlus, National Library of Medicine: Beriberi (Stand 2024) – medlineplus.gov
- Max Rubner-Institut: Bundeslebensmittelschlüssel 4.0 (Stand 2025) – blsdb.de
Die Referenzwerte und die Hinweise zur Zubereitung stützen sich auf [1]. Aufgaben und Versorgung von Thiamin stützen sich auf [2], ebenso das Kapitel zu hohen Zufuhrmengen. Die Formen der Beriberi mit ihren Zeichen folgen [3], die Nährwerte der Tabelle [4]. Das Kapitel zur Messung stützt sich zusätzlich auf das Gutachten der EFSA (2016, europepmc.org) und die Übersicht von Whitfield u. a. (2018, europepmc.org). Die Angaben zu Furosemid folgen Katta u. a. (2016, europepmc.org), die zugelassenen Angaben der Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Die Produktangaben zum VitalCheck hat die Redaktion am 28.09.2026 geprüft.
mybody®x Redaktions- & Fachteam
Vitamine Ernährung
Das mybody®x Redaktions- & Fachteam ordnet Referenzwerte und Studien für Menschen ein, die ihre Nährstoffversorgung verstehen wollen. Wer an unseren Texten mitarbeitet, steht auf der Autorenseite.
Veröffentlicht am 28.09.2026 · Zuletzt aktualisiert am 28.09.2026
Die Inhalte dienen der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Referenzbereiche sind labor-, methoden- und altersabhängig – maßgeblich sind immer die Angaben auf deinem Befund.
Unsere Produkte sind nicht dazu bestimmt, Krankheiten zu diagnostizieren, zu behandeln, zu heilen oder zu verhindern.
Die Bilder in diesem Artikel sind mit KI erstellt, die abgebildeten Personen sind nicht real.






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